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Das ist die LIFE HACKZ Show auf dem DNX Podcast zu den Themen Digitale Nomaden, Produktivität, Persönlichkeitsentwicklung, Lifestyle Design, Lifehacking, ortsunabhängiges Arbeiten, Sport, gesunde Ernährung und geistige Fitness.
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Interview mit ROBERT GLADITZ VON BUSINESS 1x1

Jo Leute, hier ist der Sommer! Es wird langsam wieder warm. Es wird richtig schön warm, Mitte 20 Grad. Ein paar Tage soll es 30 Grad werden, so wie wir das lieben. Ich hatte ja ein bisschen Schiss. Die letzten Tage in Berlin waren ja richtig kühl. Wir konnten gerade auch nicht fliehen, weil wir gerade die DNX Global vorbereiten, aber jetzt ist alles cool, alles gut, gute Laune. Und entsprechend gut gelaunt war auch das Interview mit Robert Gladitz. Robert ist ein krasser Typ. Der ist 25 und hat mit 21 seinen ersten Blog gestartet. Er hat auch in Sachen Persönlichkeitsentwicklung schon richtig viel gelesen und sich selber auch krass weiterentwickelt. Das wird er uns alles in der Folge erzählen. Alle Shownotes, Links, Verlinkungen, Text und auch die Abschrift zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/008. Jetzt viel Spaß zum Sommer-Interview mit Robert Gladitz! In dieser Folge lernst du:

  • Was du beachten solltest wenn du deine Ernährung auf Rohkost umstellst.
  • Wie man eine produktive Morgenroutine entwickelt.
  • Warum Robert einen Mixer im Handgepäck hat.
  • Wie man jeden Tag ein YouTube Video produziert.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

Youtube Kanal Online Kurs: YouTube - aber richtig! ACHTUNG: Mit dem Promocode "dnxberlin" sparst du 20 EUR

Gary Vaynerchuk

Drive Now

Airbnb

Uber

Rohkost 1x1

Snapchat

Periscope

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Ja hey Robert! Cool, dass Du mit am Start bist hier bei LifeHackz! Robert:Danke für die Einladung, Marcus! Es freut mich sehr, dass ich dabei sein darf. Marcus: Sag mal, Du bist ja ein totaler Rohkost-Profi, wenn ich das so richtig mitgekriegt habe. Wie bist Du eigentlich auf das ganze Rohkostthema gekommen? Erzähl mal so ein bisschen mehr über die Hintergründe. Robert: Also ich bin jetzt seit Mai 2011, etwas über vier Jahre, in dieser Rohkost-Welt unterwegs. Es kam eigentlich so, dass meine Mama sich schon zu dem Zeitpunkt bereits so ernährt hatte. Sie hatte ihre Ernährung von alles essen auf komplett Rohkost, also rohes Obst und Gemüse - unverarbeitet und unerhitzt - und sonst eigentlich nichts, außer ein bisschen Nüsse und bisschen Samen und das ist es eigentlich schon, krass umgestellt. Dadurch hat sie ihr Leben total umgekrempelt. Sie hat richtig viel abgenommen und ist fitter und hat sich super viel verändert. Ich habe immer gedacht: Nee, das ist nix,. Das kannst Du nicht machen. Da habe ich - keine Ahnung - Fast Food und Döner, Tiefkühlpizza und sowas alles gegessen und dachte, das ist nicht umsetzbar. Und dann hat sie aber immer gesagt “Probier es doch mal, das ist voll gut” und so weiter. Und irgendwann dachte ich mir okay, ich mache einfach mal eine Woche Test, damit Mama Ruhe gibt, damit ich hinterher sagen kann, ja ist ja gar nicht so geil. Ja, und dann so nach zwei, drei Tagen habe ich halt gemerkt, wie ich mich voll besser gefühlt habe. Ich weiß nicht, zu dem Zeitpunkt habe ich studiert, gearbeitet, habe auch viel Sport gemacht und habe mich halt abends immer so fertig gefühlt und war dann tot. Und das war dann gar nicht. Ich kam dann so um 22:00 Uhr nach Hause und dachte mir “krass, was mach ich jetzt als nächstes?” Ich hatte voll viel Energie und kannte das gar nicht. Und so bin ich dann halt dabei geblieben. Ich habe jetzt nicht gesagt, ich mache das jetzt für immer, sondern dachte mir einfach, ich mache jetzt einfach mal solange, wie es cool ist. Und seitdem bin ich dabei geblieben. Marcus: Cool, also Du bist völlig ungeplant quasi so in dieses Thema reingestolpert durch Deine Mutter und hast gesehen, wow, das bewirkt bei mir ja auch richtig viel. Robert: Ja, genau so war es eigentlich. Marcus: Ja, das sind ja meistens die besten Sachen. Und was genau darf man denn als Rohkoster denn essen und was darf man nicht essen? Und wie ernst nehmt ihr das alles oder wie Hardcore und krass sind die Leute in der Rohkostszene drauf? Ich kenne halt so ein paar Veganer, die dafür sterben würden für ihren Lifestyle. Ist das bei euch oder überhaupt bei den Rohköstlern ähnlich? Robert: Das ist auf jeden Fall schön, dass Du die Frage so formuliert hast. Denn die bekomme ich super oft. Was darf man denn dann noch so essen? Und ich sehe das nicht als, also es ist ja keine Religion oder etwas, das mir jemand auferlegt hat oder so. Im Prinzip darf ich ja alles essen. Ich entscheide halt bloß, was mir irgendwie gut tut und was mir jetzt nicht unbedingt gut tut. Als ich angefangen habe, habe ich wirklich nahezu 100% roh gegessen. Also quasi rohes Obst, Gemüse, Salate, Nüsse, Trockenfrüchte, Öl habe ich am Anfang noch verwendet. Das verwende ich jetzt eigentlich nicht mehr. Und Gewürze. Und das ist es eigentlich größtenteils. Es gibt auch verschiedene Unterrichtungen und es gibt auch Rohköstler, die auch rohes Fleisch essen und Rohmilchkäse und so was. Ich bin da jetzt nicht so ein Fan davon. Das fehlt mir auch irgendwie nicht, deswegen brauche ich es nicht. Aber es gibt da auch super viele verschiedene Richtungen. Da gibt es Leute, die essen eherfFettbasiert, sehr, sehr viel Nüsse, sehr viele Avocados. Dann gibt es Leute, die sind eher High Carb Richtung unterwegs und essen 25 Bananen jeden Tag. Es gibt einfach viele, viele verschiedene Richtungen. Aber ich halte nicht soviel davon, sich an irgendwelchen Prinzipien zu orientieren. Ich gucke einfach was mir am besten tut und da hat sich meine Ernährung auch so ein bisschen verändert. Also am Anfang habe ich, weil ich einen krassen Ersatz brauchte für Brot - ich habe damals auch sehr viel Getreideprodukte gegessen. Wenn ich jetzt einfach nur Erdbeeren gegessenen haben, dann hat sich das für mich nicht so sättigend angefühlt, weil ich dachte, das ist irgendwie nicht kompakt genug. Aus diesem Grund habe ich dann am Anfang sehr viel Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen, Erdbeeren und so etwas gegessen, weil es halt auch sehr, sehr kaloriendicht ist. Das hat sich gut angefühlt und jetzt im Laufe der Jahre merke ich, wie ich das gar nicht mehr so brauche. Jetzt aktuell fühle ich mich am besten, wenn ich sehr, sehr wasserreiche Dinge esse. Also größtenteils einfach Obst und Gemüse. Weil ich merke, wenn ich Sachen dabei habe, die einfach sehr vitaminreich und sehr mineralstoffreich und sehr wasserreich sind, dann brauche ich am wenigsten Verdauungsenergie und fühle mich einfach super gut. Also meine Ernährung aktuell ist einfach größtenteils Obst und Gemüse. Ich bin aber ein bisschen toleranter geworden gegenüber gekochter Nahrung. Marcus: Was heißt toleranter? Warst Du früher ein Hardliner und hast die Pfanne von Deiner Freundin aus dem Fenster gescheppert oder? (beide lachen) Robert: Nee nee, so war es jetzt nicht, aber ich war schon immer so, dass ich gesagt habe, ich mache das so wie ich das mache. Ich war jetzt nie dieser typische - was man auch so aus Veganerkreisen kennt, dass Leute dann mit dem erhobenen Zeigefinger auf einen zukommen und sagen “Du darfst jetzt aber nicht Dein Schnitzel essen, weil … pass doch mal auf…” und so weiter. Nö, ich habe eigentlich immer die anderen Leute ihr Ding machen lassen und das halt für mich so gemacht. Aber ich habe am Anfang wirklich sehr, sehr straight Rohkost gegessen. Meine Freundin ist auch vegan, auch mit einem sehr hohen Rohkostanteil, aber sie isst auch ab und an mal gekochte Nahrung, wie Kartoffeln oder Reis oder so etwas. Und wenn sie irgendwas cooles macht, dann esse ich da auch schon mal so ein bisschen was mit. Aber wenn ich mir selbst Essen zubereite, dann ist es schon größtenteils einfach Rohkost, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Marcus: Hast Du denn Probleme gehabt mit der Verträglichkeit, mit dem Magen oder haben das andere Menschen? Oder ist es einfach so, dass wenn ich jetzt sagen würde, ich ändere jetzt komplett meine Gewohnheiten und ernähre mich nur noch rohkostmäßig, dass es ein total smoother Übergang ist? Robert: Es kommt so ein bisschen darauf an. Bei mir war es so - das ist schon echt lange her, ich muss jetzt echt mal kurz überlegen, wie das so war. Marcus: Wann war das denn? Robert: Das war 2011, vier Jahre jetzt. Also eigentlich recht easy. Okay ich war zu diesem Zeitpunkt 21. Leute, die anfangen, wenn sie schon ein bisschen älter sind oder die vielleicht auch gesundheitlich nicht so fit sind, da würde ich generell niemandem empfehlen von heute auf morgen 100% darein zu springen sondern sich lieber langsam daran zu gewöhnen. Neben dem “Okay, was esse ich konkret?” kommt auch eine krasse soziale Komponente. Was denkt mein Umfeld darüber? Was mache ich, wenn ich unterwegs bin? Und so weiter. Das ist schon nicht so easy umzusetzen, das muss ich auf jeden Fall sagen. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen. Man muss erstmal gucken, wie komme ich denn überhaupt klar, wenn ich mir jetzt nicht mal eben schnell was in der Imbissbude holen kann. Es ist aus meiner Sicht alles möglich und alles halb so wild. Aber am Anfang denkt man natürlich, okay, wie funktioniert das alles. Und deswegen würde ich empfehlen, da langsamer ranzugehen. In Sachen Verdauung gibt es solche und solche Leute. Es gibt Leute, die sagen okay, das ist echt schwer. Und es gibt Leute, die sagen, dass geht eigentlich ganz easy. Was ich halt empfehlen würde und was, glaube ich, auch häufig ein Fehler ist, den viele Leute machen- ich höre halt oft “Oh nee, Salat vertrage ich nicht, das kommt bei mir nicht so gut an”. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass quasi Salat, also alles was irgendwie wasserreich ist, wird einfach schnell verdaut. Das ist eigentlich recht schnell durch. Wenn Leute aber vorher meinetwegen vorher ein Brötchen reingehauen haben oder ein Schnitzel mit Pommes oder so etwas, was einfach sehr viel länger zur Verdauung braucht und dann hinterher den Salat drauf, dann gibt es quasi Stau im Verdauungstrakt, weil der Salat schneller ist, als das was davor passiert ist. Und deswegen kriegt man halt die bekannten Verdauungsprobleme. Eigentlich ist da nicht der Salat schuld, sondern eher das, was man vorher gegessen hat. Und wenn man jetzt etwas isst, was wirklich sehr, sehr lange verdaut wird, dann kann es auch passieren, dass man jetzt zum Frühstück irgendetwas ist und dann Nachmittags den Salat und der dann trotzdem Probleme verursacht. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, wenn man mit Rohkost anfängt und die möglichst am Anfang des Tages. Wenn man also ein bisschen was verändern möchte, dann würde ich empfehlen morgens mit einem Smoothie oder Obstsalat oder so etwas zu starten und dann erstmal die weitere Ernährung so ein bisschen wie gehabt gestalten. Dann hat man eigentlich keine Probleme, wenn man morgens direkt mit der Rohkost anfängt. Marcus: Womit bist Du denn heute morgen gestartet? Robert: Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht gestartet. Ich habe bisher nur Wasser getrunken. Mein Plan ist eigentlich immer morgens zwei, drei Stunden erstmal nichts zu essen und erstmal viel Wasser zu trinken, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Dann habe ich auch noch irgendwie die meiste Energie, weil ich noch keine Energie für die Verdauung brauche und kann noch super produktiv sein. Der Körper ist halt auch nachts im Fastenmodus und da finde ich es recht sinnvoll, ihn erstmal langsam daran zu gewöhnen und nicht jetzt gleich morgens sich fett etwas reinzuhauen. Aber wenn wir jetzt mit dem Interview fertig sind, werde ich in die Küche gehen und werde mir einen grünen Smoothie machen. Das ist immer so an 364 von 365 Tagen im Jahr so mein Standardfrühstück. Marcus: Den hast Du Dir ja dann auch verdient, wenn Du das solange durchhältst. Seit wann bist Du denn dann wach? Robert: Ich bin jetzt seit 9:30 Uhr oder 9:45 Uhr wach, glaube ich. Also es ist jetzt schon recht lange. Meistens würde ich dann jetzt so um die Zeit frühstücken, aber passt auch locker. Das ist auch so ein bisschen eine Gewohnheitssache. Marcus: Ja, das heißt Du stehst jeden Tag “erst” um 9:30 Uhr auf, also schläfst Du solange, wie der Körper Dir dann Bescheid gibt, dass er wieder bereit ist wach und aktiv zu werden oder stellst Du Dir einen Wecker? Robert: Im Idealfall ja. Also ich mag Wecker nicht. Und ich habe Wecker früher gehasst, wenn´s in die Schule ging oder so. Und jetzt, wo ich mir so ein bisschen meinen eigenen Lebenstil gestalten kann, bin ich da recht flexibel und stelle mir eigentlich nur den Wecker, wenn ein Flug geht oder wenn ich irgendwo hin muss oder wenn ich morgens irgendwie einen Termin habe, was ich auch in den meisten Fällen vermeide, da ich das einfach nicht so gerne mag. Aktuell, dadurch dass ich auf meinem Youtube Kanal täglich ein Video mache, was halt immer jeden Abend geschnitten wird und dann noch exportiert werden muss, ist es von der Organisation so, dass ich eigentlich nie vor 0:00 Uhr oder 1:00 Uhr ins Bett komme und dann halt auch nicht unbedingt jeden Tag wieder um 7:00 Uhr auf der Matte stehen will. Aber ich merke auch, wenn ich früh aufstehe, dann ist es auch geil. Dann fühlt man sich halt den ganzen Tag so ein bisschen so, als wäre man im Vorsprung. Mag ich persönlich auch ultra gerne, aber aktuell hapert es so ein bisschen an der Organisation. Aber das kann ja auch noch kommen. Marcus: Ja, ich hatte genau das gleiche wie Du als ich mich selbstständig gemacht habe und das erste Mal die Freiheit hatte, selber zu entscheiden, wann startest Du in den Tag und wie strukturierst Du Dir den Tag. Ich habe das erstmal total ausgenutzt und solange immer gepennt bis ich dann von selbst wach geworden bin. Und bin jetzt aber gerade dabei eine neue Routine und einen neuen Habit aufzusetzen, dass ich immer dann, wenn die Sonne aufgeht, dann versuche mit der Sonne aufzustehen. Das ist je nach Location natürlich dann auch immer ein bisschen unterschiedlich. Hier in Berlin ist es gerade ziemlich früh. Ich glaube heute war es um 5:02 Uhr. Robert: Warst Du wach seitdem? Marcus: Ja klar. Das ziehe ich jetzt seit einigen Wochen durch. Das habe ich in Barcelona gemacht, in Taghazout in Marocco. Man muss da halt immer über so eine App gucken, wann die Sonne wo aufgeht. Aber irgendwann gewöhnt sich auch der Körper von selbst daran. So ist es auf jeden Fall bei mir und ich merke schon irgendwie, da passiert etwas, es wird gerade heller und dann aktiviert das auch irgendetwas im Körper. Robert: Uhh, richtig gut. Und gehst Du dann aber mit dem Wecker daher oder wachst von alleine irgendwie auf? Marcus: Also in 60% bis 70% der Fälle wache ich meistens jetzt kurz vor dem Wecker auf und habe den aber immer gestellt auf die Uhrzeit. Und wenn Du dann aufstehst, hast Du im Vergleich zu wenn ich um 10:00 Uhr oder um 9:00 Uhr aufgestanden bin, nicht mehr so das Gefühl so gehetzt zu sein. Oder dieses hinter der Zeit, was Du eben gesagt hast, weil doch sehr viel passiert bei uns gerade und ich morgens auch noch ziemlich viele andere Routinen mache. Ich mache erstmal die 7-Minute App, das ist so ein funktionales Sporttraining. Robert: Ja das kenne ich auch. Marcus: Und danach meditiere ich dann 15 bis 20 Minuten. Dann mache ich mir etwas zu essen, schreibe das 5-Minute Journal, das ist so eine Art Tagebuch. Also da passieren so ein paar Sachen, bis ich dann wirklich mal an den Rechner komme zum Arbeiten. Dann können schon mal 45 bis 60 Minuten vergehen. Ich bin dann auch bewusst vorher nicht in Social Media oder in die E-Mails reingegangen. Und die Zeit, die nimmt man sich dann viel gelassener, wenn man schon so früh auf den Beinen ist. Seitdem ich das mache fühle ich mich A so, als ob der Tag noch viel länger ist und ich noch viel mehr geschafft kriege und ich bin Abends endlich auch mal müde, so um 22:00 oder 23:00 Uhr. Robert: Ja Marcus, das inspiriert mich gerade total, das Thema auch mal anzugehen. Oder zumindest vielleicht auch als Übergang zu versuchen, jeden Morgen erstmal um 8:00 Uhr aufzustehen, um dann den nächsten Step zu wagen. Ich merke das an Tagen, wo ich das auch schaffe, ist es einfach Hammer gut. Es ist glaube ich alles einfach eine Frage der Organisation, weil letztendlich ist der Tag ja immer 24 Stunden lang. Man muss da einfach nur mal gucken, wie man es sich einteilt oder? Marcus: Ja, und das ist mega gut. Gerade der Körper, der Mensch, das ist einfach ein Gewohnheitssystem und klar, fällt das am Anfang schwer. Man ist müde und man hat dann noch die Freiheit, sich nochmal umzudrehen und dann aufzustehen, dass ist echte willpower. Aber wenn Du es machst und Du machst das ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal, ein fünftes Mal - ich bin jetzt glaube ich, bei Tag 17, 18 oder 19 - man darf auf nicht zu streng sein zu sich selber. Also wenn ich am Wochenende feiern gehe, dann kriege ich es natürlich nicht hin am nächsten morgen. Aber dann wird es irgendwann wirklich zu dieser Routine und im besten Fall ist es irgendwann so etwas wie Zähneputzen, wo man dann gar nicht mehr darüber nachdenkt oder mit sich selber diskutiert oder hardert. Putze ich mir die Zähne ja oder nein, das macht man einfach. Robert: Aber weißt Du, was mich interessieren würde? Wie machst Du es dann, wenn Du jetzt angenommen Samstagabend irgendwie weggegangen bist und schläfst dann Sonntagmorgen bis, sagen wir mal 10:00 Uhr oder so etwas. Schaffst Du es dann wirklich am Sonntagabend auch wieder um 22:00 Uhr schlafen zu gehen, um dann Montagmorgen wieder so früh aufzustehen? Also das ist für mich halt super schwer. Ich bin dann abends um 22.00 Uhr noch nicht müde und kann dann irgendwie auch nicht einschlafen. Sagst Du Dir dann, okay die Nacht von Sonntag zu Montag, die geht dann halt auch einfach mal nur fünf Stunden, wenn ich nicht schlafen kann? Marcus: Ja genau so. Die eine Nacht wird dann wieder kürzer. Und ich glaube daran, dass sich der Körper an diesem Montagabend quasi dann wieder zurückholt, dass Du dann die Stunden, falls sie Dir fehlen sollten an Schlaf. Ich glaube aber auch, dass der Mensch ziemlich viel Energiereserven hat, um so Extremsituationen zu kompensieren. Dann wird er sich das wiederholen. Da sollte man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen und sagen, ich muss jetzt schlafen oder so. Dann geht man halt erst schlafen, wenn es soweit ist und man müde ist. Aber um dann wieder richtig in die Spur zu kommen, muss man halt dann einmal wieder so die Zähne zusammenbeißen. Aber wie gesagt, je öfter man das macht und je man dann auch für sich selbst merkt, was für einen Benefit man davon hat, dass man so früh aufsteht umso leichter fällt es mir jetzt. Robert: Ja ja, zurzeit kann ich mir vorstellen, macht Feli das auch? Marcus: Nee, die ist noch nicht ganz soweit. Sie ist nicht wirklich so der Morgenmensch. Sie würde es gerne machen, beneidet mich dann immer und sagt auch immer “bitte wecke mich morgen früher und wecke mich. Aber wenn ich es versuche und egal, wie ich es angehe.” Es ist oft unmöglich für sie, da ist noch zu viel Widerstand dann wirklich aufzustehen. Und danach ist sie dann immer verärgert, dass sie es nicht früher geschafft hat. Aber es wird, dadurch dass ich jetzt so früh wach bin, auch bei ihr früher, weil ich dann zwei, drei Versuche mache und dann mal um 7:00 Uhr gucke, um 8:00 Uhr oder um 9:00 Uhr und dann schafft sie es auch um 9:00 Uhr. Robert: Okay, weil das stelle ich mir fast ein bisschen schwer vor, sich als Paar zu organisieren. Jetzt wohne ich hier in Berlin gerade alleine und da stelle ich mir das eigentlich ganz easy vor, aber wenn ich jetzt mit meiner Freundin zusammen bin und abends okay, ich gehe jetzt um 22:00 Uhr schlafen. Es ist schon schwer oder? Marcus: Ja es ist schon schwer, aber dadurch dass wir eigentlich ziemlich viel Zeit gemeinsam verbringen und auch tagsüber ja auch ständig aufeinander hängen, was jetzt nicht schlimm ist, weil wir ja auch zusammen arbeiten und unser Business machen, dann ist es auch okay, wenn der andere dann mal ein, zwei Stunden früher schlafen geht. Zumal Feli auch sehr viel schlafen kann. Also wenn ich so um 22:00Uhr schlafen gehe, dann ist sie meistens auch am Start. Aber Du hast schon recht. Wenn man die Routinen alleine durchziehen muss, das ist halt auch immer so der soziale Aspekt. Wenn man sich so krass selbst optimiert, was ich dann ganz gerne mache, da muss man halt immer gucken, dass da nicht gleichzeitig irgendwie ein anderer wichtiger Bereich darunter leidet. Das auf keinen Fall. Robert: Das ist auf jeden Fall ein interessanter Punkt. Marcus: Jetzt weiß ich gerade gar nicht, wie wir darauf gekommen sind. Hast Du denn irgendwelche weiteren Routinen, außer dass Du gerne lange schläfst? Robert: Ähm, lass mich mal überlegen. Ich habe eine recht strikte Morgenroutine. Das mag ich persönlich eigentlich immer ganz gerne. Also wenn ich aufstehe, mache ich als erstes irgendwie auch ganz kurze Trainingseinheiten. Ich habe jetzt nicht so einen festen Plan wie Du. Aktuell habe ich jetzt gerade hier in Berlin eine Airbnb Wohnung und da ist coolerweise eine Klimmzugstange im Flur. Das kam mir sehr, sehr gelegen. Und dann habe ich hier so einen Gymnastikball, wo man ganz coole Sachen drauf machen kann und sonst einfach irgendwie Liegestütze und so. Also manchmal gehe ich auch morgens joggen, was in der letzten Zeit recht selten vorkommt. Aber um ein bisschen in Fahrt zu kommen und dann gehe ich unter die Dusche und dann trinke ich halt erstmal morgens bevor ich Frühstücke - mein Plan ist immer zwischen zwei und drei Liter Wasser, weil ich merke, das ist einfach richtig richtig gut morgens, um in Fahrt zu kommen und nicht gleich irgendwie etwas zu essen, sondern seinen Körper erstmal durchzureinigen. Und dann setze ich mich eigentlich an den Laptop und arbeite was oder drehe ein Video oder was an dem Tag gerade ansteht und bin dann erstmal ein Stündchen oder zwei produktiv und mache mir dann mein Frühstück. Das ist für mich aktuell ein ziemlich guter Start in den Tag. Marcus: Ich wollte noch einmal darauf zurückkommen: Du hast vorhin noch gesagt, dass es erstmal, wenn Du diese krasse Umstellung machst, für die anderen vielleicht krasser als für einen selber, auf Rohkost zum Beispiel. Dass man dann auch ganz praktische Probleme hat, unter sozialen Gesichtspunkten. Wenn man mit Kumpels unterwegs ist und die wollen Burger essen gehen oder man geht mit denen zusammen raus und geht was trinken und findet sein essen nicht, was man dann eigentlich gerne essen würde. Ist das schwierig, sich da so aufzustellen, dass man dann quasi immer seine Möhre dabei hat oder seine Banane oder hast Du da jetzt schon Mittel und Wege gefunden oder weißt genau auf ner Karte im Restaurant, was man bestellen kann und was nicht? Robert: Das ist alles eine Frage der Organisation und alles eine Frage, was Du für eine Persönlichkeit bist. Ich bin da eigentlich schon immer so, dass ich irgendwie ganz gerne auch bereit war, gewisse Opfer zu bringen, um halt andere Benefits dafür zu bekommen. Damals war ich halt 21 und war jedes Wochenende irgendwie mit Freunden feiern und habe angefangen mit Rohkost und habe trotzdem noch jedes Wochenende zwei mal Alkohol zu trinken. Ich bin kein Fan davon zu sagen, okay das ist jetzt mein gestrickter Plan. Sondern ich habe es einfach so für mich versucht umzusetzen, wie es jetzt halt irgendwie ging. Und das hat eigentlich auch ganz gut funktioniert. Wenn ich jetzt aber gucke, mein soziales Umfeld hat sich krass verändert. Also von den Leuten, mit denen ich früher Kontakt hatte, ist jetzt außer meiner Familie und meinem Bruder fast niemand mehr übrig geblieben. Nicht unbedingt, weil man die ganze Zeit über Ernährung diskutiert hat, weil die ihr Steak gegessen haben und ich lieber den Salat und man sich da in die Wolle gekriegt hätte, eigentlich gar nicht. Aber so vom Mindset total. Ich habe das Gefühl, manche Leute sind so ein bisschen, da sprichst Du drei Monate nicht mit denen und fragst dann so was abgeht, und es hat sich irgendwie nichts getan. Und bei mir habe ich das Gefühl alle paar Monate verändert sich einfach alles. Und da ist mein Bedürfnis mit denen noch so krass Kontakt zu haben, so ein bisschen runtergegangen, weil ich dachte, irgendwie tut sich da nix. Wenn ich gucke, mit welchen Leuten ich jetzt Zeit verbringe, da ist fast jeder so aus dieser Veganszene und deswegen ist es eigentlich jetzt super easy. Mittlerweile werde ich eigentlich von keinem mehr komisch angeguckt, wenn ich unterwegs meinen grünen Smoothie auspacke. Sondern es ist jetzt eigentlich voll normal. Nicht jetzt, weil ich sage, ich will nur mit Leuten befreundet sein, die auch vegan- oder rohkostinteressiert sind, sondern weil ich einfach merke, der Punkt Mindeset, ist ganz wichtig. Bei Leuten, die bewusst auf ihre Ernährung achten, in welcher Richtung auch immer, ist halt meiner Meinung nach vom Kopf her da eine ganz andere Geschichte am Start, dass die auch in anderen Bereichen vorwärtsdenkend sind und an sich arbeiten und sich selbst verbessern, Ziel haben. Das sind halt Dinge, die mir wichtig sind. Und die finde ich halt in diesen Kreisen auf jeden Fall häufiger. Marcus: Ja genau, das hatte ich nämlich auch. Ich habe meine Ernährung auf Low Carb umgestellt und da hatte man dann auch erstmal gucken müssen, wo kriegst Du das her oder man wurde dann doof angeguckt, wenn man dann ohne Beilag bestellt hat. Oder ohne Nudeln und ohne Reis. Aber letztendlich muss man ja für sich selber wissen, ist mir das Wert und was für einen Benefit ziehe ich da raus? Die andere Sache ist die, dass Feli und ich genau die gleiche Entwicklung mitgemacht haben, was jetzt den Freundeskreis angeht. Das man vorher einen Freundeskreis hatte, wo sich jetzt im Vergleich zudem, was man jetzt heute alles gerissen kriegt, wo sich bei denen gar nichts mehr verändert und null nach vorne geht. Für mich war es da auch ziemlich schmerzhaft,ein paar Beziehungen oder Kontakte nicht mehr zu pflegen, weil ich da eigentlich ein Typ bin, der sehr harmoniebedürftig ist und mit jedem gern Gutkumpel ist und mal gerne ein Bier trinkt. Aber zu machen Connections, das ging einfach gar nicht mehr, sodass wir den Kontakt abgebrochen haben. Ansonsten wäre es nur noch negativ und destruktiv für uns gewesen. Und genau das glaube ich, das merkt man ja selber, lässt einen erst wachsen, wenn man mit den richtigen Leuten umgeben ist. Von daher ist es jetzt bei uns gerade auch so in dem Freundeskreis, dass alle total gleich oder ähnlich ticken. Und gerade die Leute, die dann auch bereit sind so Umstellungen zu machen, wie in der Ernährungsumstellung oder viel Sport treiben. Nicht ohne Grund sind viele sehr erfolgreiche Sportler auch richtig erfolgreiche Businessmenschen geworden. Die haben einfach eine ganz andere Einstellung zum Leben und zu sich selber. Robert: Total, und das ist eine Entwicklung, die ich bei mir auch sehe. Dieses Ganze, was heutzutage so ist, dass ich mein eigenes Ding mache und nicht irgendwie in diesen vorgefertigten Mustern unterwegs bin. Den Anschluss dafür hat einfach meine Ernährungsumstellung gegeben. Weil ich einfach gesehen habe, krass, ich habe es geschafft einen Bereich meines Lebens so richtig auf Vordermann zu kriegen und richtig da auch eine Sache umzustellen, die ich mir selbst vorher nicht zugetraut habe. Und das hat mir einen krassen Selbstbewusstseinsschub gegeben, dass ich gesagt habe, okay, vielleicht sind da auch noch Dinge drin. Und so nach und nach ist es immer mehr in meinem Kopf angekommen, dass ich gesagt habe, okay, jetzt studierst Du hier und vielleicht gibt es noch irgendetwas anderes. Vielleicht musst Du das ja gar nicht. Vielleicht kannst Du ja auch Dinge machen, die Dir mehr Erfüllung geben. Und jetzt mittlerweile hat sich eigentlich jeder Bereich meines Lebens dadurch verändert, dass ich halt den einen Bereich angefangen habe, Frühjahrsputz zu machen. Marcus: Wichtig ist ja, mit irgendetwas mal anzufangen und die Ziele dann auch nicht zu hoch zu hängen, um dann enttäuscht zu sein, wenn man mal etwas nicht schafft. Also wenn man mal ein Habit aufbauen will und jeden Tag Liegestützen morgens nach dem Aufstehen machen will, dann sollte man erstmal mit zwei oder drei Liegestütze pro Tag anfangen und nicht mit 30. Weil man das sonst viel schneller abbricht. Und der Mensch funktioniert nach diesem Belohnungssystem. Wenn Du das hinkriegst und gerade wie bei Dir, diese krasse Ernährungsumstellung, gaint man glaube ich soviel Self-esteem, soviel Selbstbewusstsein, dass dann die nächsten Schritte irgendwie viel logischer und natürlich sind. Wie bei Dir, dass es dann in den Businessbereich gegangen ist. Robert: Voll. Also wenn ich jetzt so zurückgucke, dieses Mindset, dass ich versuche, mich weiterzuentwickeln und dann neue Projekte zu starten. Mittlerweile bin ich so, dass ich eigentlich, wenn ich das nicht mache, dann fehlt was. Zum Beispiel dieses, ich habe aktuell null Interesse daran, mich zwei Wochen lang an einen Strand zu legen. Und früher dachte ich so “oh geil, Urlaub! Das beste überhaupt!” und jetzt würde mir wahrscheinlich nach zwei Tagen arschlangweilig und ich will wieder irgendetwas machen. Marcus: Ja das geht uns genauso. Dann denke ich “was mache ich denn hier? Jetzt habe ich fast eine Stunde auf der Couch gechillt” und hinterher wird mir langweilig und habe wieder Bock, irgendetwas zu erschaffen. So Dinge oder Werte zu erschaffen. Robert: Das gibt einem halt echt das krasse, positive Feedback. Das ist auch das, wo ich dann abends auf meinen Tag zurückgucke und denke “heute war ein richtig cooler Tag” wenn ich jetzt irgendetwas produktives gemacht habe, was mir auch Erfüllung gegeben hat. Das ist dann das beste überhaupt. Ab und an sind solche Erholungsphasen aus meiner Sicht auch sehr, sehr sinnvoll und ich tendiere auch oft dazu da weiterzugehen und weiterzugehen und nicht mal inne zu halten und die aktuellen Dinge zu würdigen. Das ist auch so ein Thema von mir. Dann müssen da auch manchmal Leute auf mich zukommen und sagen, so jetzt entspann Dich mal kurz. Und dann tut das auch wieder gut. Marcus: Und dann holt man kurz Luft und guckt mal zurück oder? Robert: Genau. Ab und zu gönne ich mir dann auch mal einen komplett freien Tag so alles zwei, drei Wochen irgendwie und das tut auch wieder gut und dann sammelt man wieder Power und am nächsten Tag wacht man morgens auf und denkt sich “Alter, jetzt soll es wieder losgehen”. Marcus: Kenne ich, aber wenn uns jetzt jemand zuhört, der da noch nicht so krass drin ist, in diesem Entrepreneur Mindset und merkt, wie einen das auch selber wieder pushen kann und wie sehr man jetzt on fire ist, der denkt jetzt auch, was ist das für ein verrückter Junge. Der gönnt sich alle drei Wochen mal einen Tag frei und dann will er wieder loslegen. Ich glaube, das kann man nur nachvollziehen, wenn man das selber mal gespürt hat oder? Robert: Ja total. Dadurch dass ich jetzt Dinge mache den ganzen Tag, die mir Spaß machen, will ich halt meine Zeit damit verbringen. Und früher war es so, ich habe den ganzen Tag eigentlich Dinge gemacht, die jetzt nicht unbedingt cool waren, aber die jetzt so, wenn ich in die Uni gegangen bin, das muss halt sein. Das ist halt so eine Pflicht. Und da habe ich mich natürlich krass auf mein Wochenende gefreut, dass ich jetzt endlich mal Dinge machen kann, die ich gerne mache. Und jetzt, dadurch dass ich das jeden Tag machen kann, will ich es auch halt jeden Tag machen. Marcus: Ja, das ist ja das krasse. Dass man Dinge tut, die einem Spaß machen und ab dem Zeitpunkt fühlt es sich nicht mehr nach Arbeit an. Und deshalb muss da auch keiner irgendwie Mitleid mit uns haben, wenn wir da am Rechner sitzen. Oder wenn wir mal unterwegs sind und dann mal im Hostel einchecken, wo die Leute Party neben uns machen und wir die ganze Zeit mitleidige Blicke ernten. Dann denke ich mir immer, okay, Du hast Dein Budget, Du machst Party und ich habe gerade voll Bock darauf hier jetzt zu sitzen und eine Kampagne aufzusetzen oder so. Robert: Und vor allem: Du kannst auch noch nächst und übernächste Woche da sitzen und die Leute sitzen dann aber wieder in ihrem Büro und denken sich “Fuck, wann ist der nächste Urlaub?” Marcus: Ja ja genau. Das ist eine ganz andere Herangehensweise. Wenn wir beide uns jetzt unterhalten, dann habe ich manchmal den Eindruck, ich rede mit einem alten Hasen, der seit 10-15 Jahren schon mehr oder weniger im Business ist und dann sein Leben krass in den Griff bekommen hat oder dass es alles gedauert hat, bis man da ist, wo Du jetzt bist. Du hast ja gerade gesagt, Du bist gerade mal 21. Robert: Nee, jetzt bin ich 25. Als ich angefangen habe mit der Ernährung, da war ich 21. Marcus: Genau, so war das. Gab es da noch andere Trigger als nur die Ernährung. Du bist ja auch businessmäßig sehr erfolgreich unterwegs. Gibt es da welche, die Dich inspiriert haben oder ein bestimmtes Momentum, wo Du gesagt hast, krass, das will ich auch? Robert: Ja, ich würde sagen angefangen hat es mit der Ernährung, und angefangen auf diesem Weg hat es, dass ich mich so mit diesem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe. Da habe ich geschaut, was gibt es denn Interessantes? Ich habe schon immer gerne gelesen und das kam dann so nach und nach, dass ich zu dem Zeitpunkt auch immer irgendwie so Bücher reingezogen habe. Marcus: Von wem zum Beispiel? Robert: Das erste, was so wirklich den Anschluss gegeben hat, war von Tim Ferris 4 Hour Workweek. Was so gut wie jedem den ich kenne den Anschluss gegeben hat, dass man halt mit diesem Mindset ankommt. Vielleicht gehen auch Dinge, die ich selbst gut finden würde, wo aber vielleicht andere Leute sagen würden “das ist aber nicht möglich, Du musst auch schon realistisch bleiben”. Das hat für mich wirklich den Anstoß gegeben und dann habe ich nach und nach mich mit vielen weiteren Dingen beschäftigt. Marcus: Du bist dann quasi auf die anderen Autoren gekommen durch Weiterempfehlung über Amazon oder hast mehr in den Blogs gelesen und dann bist Du vom einen zum anderen gekommen über den Newsletter? Oder wie baut man sich dann so ein Wissen auf und weiß genau, wo man das findet? Robert: Das ist so ein bisschen wie Domino. Du bist halt bei einem und dann empfiehlt derjenige dieses und hörst Du den Podcast von dem und kommst wieder dazu und dazu. Und dann guckst Du das Youtube Video. Ich glaube, wenn man einmal angefangen hat, sich in diesen Sumpf vorzuwagen, dann kommt man auch nicht wieder raus. Das lässt einen nicht los und jetzt ist Gary Vaynerchuk eine riesige Inspiration für mich. Da verfolge ich einfach alles, was der macht und noch so ein paar andere Leute. Für mich gibt es eigentlich fast nichts wichtigeres, als mich entweder im echten Leben oder jetzt auch vom Kopf her mit Büchern und mit Podcasts und Videos und Leuten zu umgeben, die einfach mit einem ähnlichen Mindset unterwegs sind wie ich, weil mich das Thema einfach krass pusht. Wenn ich irgendwie mal einen Tag habe, wo ich denke “Läuft nicht und irgendwie ist da der Wurm drin” dann lese ich ein Buch oder treffe mich mit irgendjemanden und dann gibt mir das sofort wieder Power auf meine eigenen Dinge loszugehen. Wenn ich halt sehe, okay andere Leute machen auch coole Sachen. Deswegen halte ich das für einen extremst wichtigen Punkt, weil alleine kann niemand irgendwie was schaffen, glaube ich. Marcus: Null, null, aber deshalb finde ich es gerade so schwer, wie die Leute hier am Anfang stehen. So war es auch für Feli und mich, irgendwie einmal den Start zu finden und sich das Netzwerk aufzubauen. Ich meine, glücklicherweise gibt es so viele Ressourcen, wie Du es da gemacht hast über Youtube und die Blogs und die ganzen Bücher und so. Aber man muss da schon ein bisschen selbstdiszipliniert sein und sagen “ich mache den Einstieg und ich bleibe dabei. Auch wenn die anderen denken, was macht der Typ denn da den ganzen Tag? Das ist meine Welt.” Und deshalb war es für uns auch so cool zu sehen oder jetzt habe ich das Gefühl, dass es gerade erst losgeht, dieser ganze digitale Nomadenlifestyle von den likeminded people. Als ob ich erstmal so meinen Tribe gefunden habe und nicht mehr überlegen muss, was wir vorher immer alle gesagt haben. So “ja klar, das ist cool was ihr macht, aber warte mal ab, so in zwei, drei, vier, spätestens fünf Jahren bist Du müde und dann brauchst Du wieder eine Homebase und willst Dich setten.” Das kann ja auch alles passieren. Ich lebe ja eh im Jetzt, aber jetzt habe ich noch stärker das Gefühl, das kann erstmal so weiter gehen. Weil egal an welchem Spot wir sind, finden wir immer wieder Menschen, die ähnlich ticken und dann so Plattformen wie Slack vom Peter Levels #nomads oder das Nomad-Forum oder was da alles aufgepoppt ist. Alleine die ganze DNX Community. Da findet man immer mehr Leute, die irgendwo unterwegs sind und dann braucht man gar nicht mehr dieses Nachhausekommen und da sind meine Leute. Weil meine Leute sind auch unterwegs. Robert: Voll. Das ist bei mir genau so. Ich wohne gerade noch in einer WG, aber die ist aktuell für ein halbes Jahr untervermietet. Da habe ich auch irgendwie nicht so wirklich Interesse da wieder zurückzugehen. Zuhause sind für mich jetzt nicht bestimmt Möbel um mich herum oder so etwas. Sondern Zuhause ist für mich einfach eine Location, wo ich Leute um mich habe, die ich mag, die cool sind, die auf meiner Wellenlänge unterwegs sind und im Idealfall noch schönes Wetter und dann bin ich eigentlich recht happy. Marcus: Ja, hast Du denn das auch gehabt, dass Du so eine Phase gehabt hast, wo Du Dich dann minimalisiert hast oder andere Werte erstmal erlernen musstest? Dass Du gesagt hast, das Auto war mir auf einmal nicht mehr wichtig und der Flatscreen auch nicht mehr? So was wie ich es dann durchgemacht habe? Weil ich war früher sehr krass in dieser Corporate Welt unterwegs und habe noch nach ganz anderen Werten gelebt, bis es dann irgendwann klick gemacht hat oder kam es bei Dir eigentlich alles so ziemlich smooth? Robert:  Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass es bei mir so einen bestimmten Moment gab oder so, als es angefangen hat. Aber wenn ich jetzt so gucke, zum Thema Minimalismus, das ist super präsent bei mir. Ich bin auch irgendwie immer nur mit Handgepäcksrucksack unterwegs und es gibt für mich nichts besseres. Ich habe jetzt hier meine paar Klamotten ausgepackt und das ist echt super wenig. Ich habe sogar noch, dadurch dass ich halt irgendwie der riesen Smoothie Fan bin, in meinem Handgepäcksrucksatz sogar noch einen Vitamix dabei. Da staunen immer Leute, wie ich das gebacken kriege. Ja, ich habe halt nicht so viele Klamotten. Marcus: Ja, Du musst halt Prioritäten setzen. Da nehmen wir halt den Mixer zu den Klamotten. Robert: Ja eben. Der Mixer ist mir viel wichtiger und dann kommt noch das MacBook dazu und bin fertig. Mehr brauche ich halt fast eigentlich nicht. Das merke ich auf jeden Fall. Wenn ich jetzt gucke, wofür ich mein Geld ausgebe, dann sind es nicht mehr irgendwelche materiellen Dinge. Früher war ich wahrscheinlich mindestens einmal die Woche shoppen und hab dieses und jenes, und das Gadget und dann brauchte ich wieder einen neuen Fernseher. Mittlerweile sind mir diese Sachen total unwichtig. Weil das auch dazu führt, dass alles was ich mir sozusagen anschaffe an materiellem Zeug, auch dann da ist und ich das auch mit mir transportieren muss und das mich halt nervt. Entweder ich gebe mein Geld für Essen aus oder ich gebe mein Geld einfach für Erlebnisse aus. Dass ich dann dort hinfahre und mit Freunden das mache und hier und so weiter. Und das ist mir viel wichtiger als irgendwelchen materiellen Kram in meinem Leben anzuhäufen. Marcus: Zumal ja viele Sachen auch Folgekosten generieren. Wie wenn Du Dir ein Auto anschaffst, das mal kaputt geht, dann musst Du Versicherung bezahlen, dann musst Du noch Benzin dafür bezahlen. Und ein halbes Jahr später hat Dein Nachbar dann schon wieder ein neues Auto und Du hast nicht mehr das coolste Auto von der Straße. Dann irgendwie lieber Drive Now machen und Car to Go und Du hast immer den neuesten BMW. Robert: Total. Es gibt ja jetzt diese ganzen Plattformen, die in letzter Zeit aufpoppen wie auch Airbnb und Uber und was es so alles gibt. Du brauchst halt eigentlich nichts mehr selber sondern Du kannst halt immer alles sharen, was halt Leute eh haben und was in dem Moment gerade nicht genutzt wird. Das hat aus meiner Sicht nur Vorteile. Marcus: Ja und dann auch immer den heißesten Scheiß. Du kriegst halt dann die neuesten Sachen gestellt. Wie ich gerade sagte bei Drive Now. Das sind ja irgendwelche BMW Cabrios oder Mini Coopers oder es gibt jetzt ein cooles Startup aus Hamburg, was nach Berlin gekommen ist, was diese Elektroroller vermietet. Das ist auch so eine Art Car Sharing aber für den Sommer. So richtig coole Elektroroller, mit denen Du dann durch die Stadt fahren kannst. Robert: Sauber. Marcus: Und insofern macht es ja auch aus rein ökologischen Gründen kaum Sinn, dass jetzt jeder ein eigenes Auto besitzt oder jeder eine Bohrmaschine besitzt, obwohl man eine Bohrmaschine nur alle drei Jahre benutzt. Deshalb finde ich auch dieses Collaborative Consumption, also das gemeinschaftliche Nutzen von Gütern, viel viel sinnvoller als das was wir so in der westlichen Welt so lernen und wonach voll viele streben. Robert: Auf jeden. Ich habe vor vier oder fünf Jahren meinen Führerschein gemacht. Lass mich überlegen, in den letzten zwei, drei Jahren bin ich nicht einmal selber Auto gefahren. Weil wenn ich unterwegs bin, entweder bin ich weit, dann fliege ich immer und in letzter Zeit bin ich super viel in Deutschland unterwegs, weil ich hier viele Leute treffe und jetzt habe ich ganz viele Interviews gemacht und fahre zu irgendwelchen Events und da bin ich immer mit den Bussen unterwegs. Ich liebe es einfach im Bus zu reisen. Gut, es dauert recht lange. Wenn ich jetzt nach Bremen fahre zu meiner Freundin, dann sitze ich immer vier Stunden im Bus. Aber ich mag es persönlich so gerne, weil da kannst Du einfach produktiv sein. Da hast Du Deinen Internetstick dabei und kannst da arbeiten. Für mich ist das halt kein Zeitaufwand. Letztens bin ich von Berlin nach Köln für 8,00 € gefahren. Das ist halt einfach ein Unding, wie günstig es geworden ist, zu reisen. Du brauchst kein eigenes Auto, weil es viel teurer wäre und Du verballerst da noch Deine Zeit. Marcus: Ja, leider sehen das viele noch nicht so, wie günstig man auch reisen kann und wie umweltbewusst das ist, gerade mit diesen Fernbussen und so Geschichten. Dann lieber so einen Fernbus vollmachen für kleines Geld und alle teilen sich die Kosten als wenn 20 Leute einzeln von Berlin nach Köln fahren ne? Robert: Total. Also es spart echt krass viel Geld. Ich werde immer gefragt, wie kannst Du so viel reisen. Ich bin sogar der Meinung, wenn man es clever anstellt, dann ist auch reisen günstiger, als zuhause bleiben. Wir waren jetzt Anfang des Jahres zwei Monate auf Gran Canaria und haben da was geholt über Airbnb. Im Endeffekt habe ich, dadurch dass ich hier zuhause meine Wohnung vermietet habe und auf Gran Canaria günstiger gelebt habe und die Flüge auch super billig waren, eigentlich Geld gespart, im Vergleich zum Zuhausebleiben. Marcus: Ja, das ist ja genau der Trick. Und genau so ist es auch wenn wir unterwegs sind. Und das verstehen viele Menschen nicht, die da nur die Bilder am Strand sehen und so. Wenn wir denen sagen, wenn wir unterwegs sind, in Thailand oder Philippinen oder wie jetzt in Marocco, dann leben wir günstiger und haben weniger Ausgaben, als wenn ich in Berlin lebe. Das ist aber nur, weil die Leute nicht loslassen können von ihren Wohnungen oder Angst haben das unterzuvermieten. Das ist halt dieser Rattenschwanz, wo aber auch jeder für sich selber verantwortlich ist, ob er sich den so aufbaut oder nicht. Und ob man sich eine Doppelhaushälfte finanziert und den Kredit abbezahlen muss oder eine Familie gründen muss, was ja auch sehr cool ist, aber man darf sich dann nicht beschweren, dass andere dann so einen anderen Lifestyle leben können, weil die ja auch einiges dafür tun und bewusste Entscheidungen treffen. Robert: Letztendlich haben wir ja den krassesten Vorteil, dadurch dass wir relativ jung in dieses ganze Thema reingestartet sind und noch nicht so viel angehäuft haben. Wenn ich mir jetzt vorstelle, wenn ich irgendwie schon Mitte vierzig wäre und zwei Kiddies am Start habe und mein Haus gerade abbezahle und Auto und dies und das, dann ist es viel schwieriger da rauszukommen. Aus meiner Sicht ist es trotzdem möglich. Es gibt so viele Leute, die das zeigen. Aber wenn man halt recht jung anfängt, sich mit dem ganzen Thema zu beschäftigen, dann hat man schon einen ganz schönen Startbonus. Marcus: Ja und so langsam wird ja auch so das Problem gelöst, dass man Beziehungen oder Partnerschaften innerhalb von der Szene anfangen kann zu finden. Ich glaube, das war oder ist auf jeden Fall auch noch ein großes Problem für viele Leute. Die entdecken das, aber weil das noch so outstanding ist, der ganze Lifestyle, gibt es da noch nicht so viele Gleichgesinnte. Gerade auch nicht im näheren Umkreis. Und dann muss ich doch alleine starten. Und das lässt dann doch viele wieder stolpern. Aber dadurch, dass die Bewegung immer größer wird, werden auch die Möglichkeiten da Gleichgesinnte zu finden auch im näheren Umfeld auch immer größer. Robert: Mein Tip ist da auf jeden Fall einfach mal loszugehen. Wenn ich mir jetzt angucke, ich habe vor vier Jahren meine Ernährung umgestellt und die beiden Bereiche meines Lebens, die mich auch wirklich sehr, sehr interessieren, der Ernährungsbereich und sein eigenes Ding also Business machen. Wenn ich jetzt schaue, mit welchen Leuten ich mich umgebe, das sind fast alles Leute, die genau in dieser gleichen Schnittmenge unterwegs sind. Die auch irgendwie einen Youtube Kanal haben, die auch gerade dabei sind, ein Online Business aufzubauen. Und trotzdem halt aus diesem Veganbereich. Und ich dachte, das gibt es halt nicht. Wenn Du wirklich ein bisschen ein Exot bist, wirst Du immer wieder Leute finden, die genauso unterwegs sind, wenn Du halt auch hartnäckig dabei bleibst. Dadurch dass ich im November 2013 mein eigenes Business zu starten - ein bisschen über eineinhalb Jahre. Wenn ich gucke, wie viele Leute ich dadurch kennengelernt habe. Mein komplettes Umfeld habe ich in den letzten ein, zwei Jahren kennengelernt. Marcus: Auch Deine Freundin? Robert: Ja genau. Marcus: Vor eineinhalb Jahren bist Du gestartet, sagst Du gerade? Dafür ist das bei Dir ziemlich krass durch die Decke gegangen. Vielleicht kannst Du nochmal kurz sagen, womit Du gestartet bist und was so aktuell Deine Themen sind. Robert: Gerne, ja. Wenn ich auf die letzten eineinhalb Jahre zurück gucke, dann ist es schon irgendwie eine ganz schön krasse Reise gewesen. Und ich glaube, ich brauche auch so ein bisschen, um zu verstehen, wie das alles so passiert ist. Aber angefangen habe ich im November 2013 und da habe ich meinen Blog gestartet - das Rohkost 1x1. Wo ich quasi meine Erfahrung bei der Ernährungsumstellung weitergebe und Leuten gezeigt habe, es ist kein Hexenwerk Rohkost in seinem Speiseplan aufzunehmen und man fühlt sich dadurch gleich besser. Es ist nicht so schwer. Und darüber habe ich halt Artikel geschrieben. Ich habe dann auch nach knapp fünf Monaten mein eigenes erstes Produkt rausgebracht. Das war ein Online Kurs zum Thema Ernährungsumstellung. Und der ist auch gleich gut eingeschlagen. Und so habe ich dann nach sieben oder acht Monaten meinen damaligen Job auch an den Nagel gehängt und ernähre mich seit dem ausschließlich davon. Dazu habe ich dann noch einen Youtube Kanal bekommen und aktuell ist das Thema Youtube sehr sehr interessant für mich und so ein bisschen mein Baby. Ich habe nämlich gemerkt, wenn man Videos dreht, das macht noch viel mehr Spaß als Artikel zu schreiben. Deshalb habe ich dann den Blog und generell das Projekt Rohkost recht wenig Zeit rein und habe jetzt gesagt, das Thema Ernährungsumstellung ist geil, aber irgendwie hat es sich für mich angefühlt, als wäre ich an einem Punkt angelangt, wo ich damit jetzt fertig bin. Ich habe jetzt so viel produziert. Auf dem Youtube Kanal sind irgendwie 300 Videos und auf dem Blog sind 100 Artikel und alles was ich weiß ist da jetzt drin und es hat sich angefühlt, als wäre ich an dem Punkt das nächste zu starten. Mein aktuelles Projekt ist das jetzt das Business 1x1. Darauf zeige ich Leuten, wie ich es geschafft habe, mit meiner Leidenschaft für die Ernährung ein erfolgreiches Business aufzubauen und gebe jetzt diese Erfahrungen weiter. Da gebe ich jetzt quasi Tips und Strategien zu Social Media, zu Youtube, zu Bloggen und all die Dinge, die mir selbst auch wichtig waren und die ich selbst auch einfach gelernt habe auf meiner Reise bisher. Das ist jetzt aktuell mein Baby und da bin ich jetzt dabei, meinen Online Kurs zum Thema Youtube zu produzieren, der auch gerade übermorgen online geht. Marcus: Ah krass. Auf welcher URL wird der online gehen? Robert: Das ist kurse.business1mal1.de. Da ist eine Plattform, die ich gerade dabei bin aufzubauen. Jetzt kommt erst der Youtube Kurs und da werde ich in Zukunft auch zu den weiteren Themen, die mich auch noch interessieren noch mehr reinpacken. Jetzt kommt da wie gesagt, erstmal der Youtube Kurs, aber da werden in Zukunft noch weitere Dinge passieren. Da bin ich mir sicher. Marcus: Und Dein Hauptumschlagplatz, sag ich mal, oder wo Du den meisten Content produzierst für business1mal1 ist aber der Youtube Kanal, richtig? Ich meine, nicht mehr eine klassische Website oder wie ist das Konzept. Robert: Richtig, genau. Mein ganzes Ding hat sich so ein bisschen verändert. Damals dachte ich halt, Du brauchst eine eigene Website und einen Blog und das muss alles so sein. Und jetzt aktuell habe ich eigentlich gar nicht eine eigene Website, wo jetzt Content passiert oder so etwas, wo irgendwie meine Homebase ist. Sondern meine Homebase ist aktuell der Youtube Kanal, wo es jetzt seit vier Monaten ungefähr, jeden Tag ein Video gibt. Der Youtube Kanal ist jetzt gerade mal ein halbes Jahr als und trotzdem sind da jetzt schon weit über 100 Videos. Das ist gerade das, was ich auch so interessant und so spannend finde. Du brauchst eigentlich nicht mehr so ein eigenes richtiges Wohnzimmer, was Dir selbst gehört, weil die Plattform, die es gibt, die ganzen Kanäle wie Facebook, Instagramm und so sind auch hervorragend geeignet, um da auch easy und simpel etwas zu starten und nicht fett viel erstmal einrichten zu müssen. Der Youtube Kanal ist mein Ding. Ich denke, das macht richtig, richtig viel Spaß. Da kommt super gutes Feedback. Jeden Tag gibt es ein Video und ganz viele Leute kommentieren und sagen, sie schauen jeden Tag rein. Und jeden Tag geht jetzt um 18:00 Uhr das nächste Video online. Das ist so ein bisschen deren Abendroutine geworden und wenn es dann mal ein Tag kein Video, dann kommen da schon Stimmen “aahh, was ist denn? Was soll ich denn jetzt heute Abend guckten?” und so. Marcus: Krass. Also so ein bisschen wie früher, die Soap, die Abends lief, das ist jetzt Robert Gladitz und business1mal1 am Start, ne? Robert: Genau und das ist halt echt sehr, sehr, sehr, sehr schön zu sehen. Das ist auch aus meiner Sicht die perfekte Vorbereitung, die beste Marketingmaßnahme überhaupt, um letztendlich dann auch seine eigenen Produkte zu verkaufen. Weil ich durch den ganzen free Content, den ich auf den Youtube Channel online stelle, so einen Draht zu den Leuten habe. Wenn ich jetzt jemanden bei der DNX oder bei irgendwelchen veganen Events getroffen habe und die sagen mir “hey, cool” und dann quatschen wir zwei Minuten, dann sagen die “genau so habe ich mir Dich vorgestellt. Genau so wie Du in den Videos bist”. Und das ist halt schön. Du bekommst voll den Draht zu jemandem und hast dann auch voll das Vertrauen, wenn jemand sagt, ich bringe jetzt mein Produkt oder ein Coaching Programm oder was auch immer raus. So baut man halt vorab dann die Beziehung auf und legt da den Grundstein. Marcus: Ich glaube, es ist total wichtig, gerade durch diese drei Dimensionen, die Du hast oder beziehungsweise eine weitere Dimension, dass man Dich auch sehen kann während Du sprichst und nicht nur Content produzierst beim Schreiben, können die Leute noch eine tiefere Beziehung zu Dir aufbauen, so dass sie dann auf den Events sagen “jo, cool, das ist der Robert, den kenne ich ja eigentlich schon von Youtube und der ist im echten Leben genau so”. Robert: Total, also ich muss echt sagen, bei meinem ersten Projekt, dem Rohkost 1x1, da habe ich auch Youtube Videos gemacht. Da habe ich dann so nach ungefähr einem halben Jahr angefangen. Da habe ich halt den perfekten Vergleich. Vorher habe ich gebloggt, dann habe ich Youtube gemacht und die Beziehung zu den einzelnen Leuten ist dadurch so krass noch einmal angestiegen. Klar, wenn man jetzt von jemandem einen Blogartikel liest und auch regelmäßig, zwei mal die Woche gab es da was, dann kann man schon ein gewisses Feeling für die Person bekommen. Aber wenn Du den wirklich siehst, Du hast es gerade gesagt, bei Youtube hast Du da noch viel mehr Sinne, die da angesprochen werden und Du bekommst ein viel umfassenderes Bild von der Person. Ich teile halt mittlerweile fast mein komplettes Leben und spreche auch über Dinge, die nicht so gut funktioniert sind und was vielleicht aktuell nicht so läuft und das ist auch das, was dann dazu führt, dass man wirklich den kompletten Menschen irgendwie kennenlernt und dann sagt “okay krass, da kann ich mich voll mit identifizieren. Als ob ich den jetzt schon ewig lange kenne”. Und in Wirklichkeit hat man sich noch gar nicht in der wirklichen Welt getroffen. Marcus: Ich glaube, das ist auch das Geheimnis, womit man bei den Leuten Vertrauen und Spaß und eine Beziehung aufbaut. Dass man nicht nur immer diese perfekten Seiten von sich zeigt, wo alles super gut läuft und der Himmel rosarot ist, sondern auch mal sagt, ich habe auch mal einen Tag, wo es mir nicht so gut geht. Oder ich struggle mal mit irgendwas. Ich habe heute mal auf nichts Bock und heute läuft es bei mir nicht. Das ist auch ganz wichtig ne? Robert: Letztendlich ist ja das, was einen auch so als Mensch macht. Denn jeder Mensch hat aus meiner Sicht mal ab und an was, was nicht so gut läuft. Und wenn man halt immer nur das Perfekte zeigt, dann ist es halt wie früher im Fernsehen, wo die Leute dann ewig geschminkt wurden und alles geskatched und geschnitten und so weiter. Und jetzt ist es halt viel näher an der Realität. Ich habe auch vor einer ganzen Weile ein Video darüber gemacht, von meinem letzten Launch, dass der aus meiner Sicht nicht so erfolgreich gewesen ist, wie ich es mir gedacht habe und habe dann einen Pfad zu dem Video gemacht. Und dann habe ich denen gesagt, okay, das denke ich mir und das und das. Und dann haben die Leute auch gesehen, krass, da ist auch jemand, der auch so ein bisschen kritisch mit sich selbst ist und auch mal Niederlagen eingesteht und dann hat es dazu geführt, dass einfach so gutes Feedback kam und die Leute sich bedankt haben und gesagt haben, okay das tat echt voll gut zu sehen, dass nicht immer alles perfekt laufen muss und trotzdem kann man auf dem richtigen Weg sein. Marcus: Ja absolut. Hast Du keine Angst, dass Youtube Dir irgendwann mal den Saft abdreht oder dass Du Dich zu abhängig machst von der dritten Plattform? Robert: Das ist eine super spannende Frage, die ich auch echt richtig häufig gestellt bekomme. Ich denke mir halt: Eigentlich hat Youtube ja ein Interesse daran, dass ich da bin. Dadurch dass die ganzen Leute meine Videos schauen, sorge ich ja dafür, dass die Leute auf der Plattform Youtube sind. Von daher ist Youtube auf meiner Seite. Also haben sie kein Interesse daran gegen mich zu arbeiten sondern für mich zu arbeiten und mich zu supporten, dass ich möglichst viel guten Content produziere. Das einzige, was natürlich dazu führen könnte, dass der Kanal gelöscht wird oder irgendsowas ist, wenn Du irgendwelche Dinge machst wie Copywrightverletzungen oder Beleidigungen oder so etwas. Da ich aber aktuell nicht den Plan habe, so etwas zu machen, sondern da so ein bisschen in Youtubes Regeln spiele, mache ich mir darüber null Gedanken. Selbst wenn das jetzt irgendwie schiefgehen würde, weiß ich, dass ich in dem ganzen Prozess so viel gelernt habe, so viele Skills angeeignet habe und so viele Erfahrungen gemacht habe, dass ich halt, wenn ich nochmal komplett von null starten müsste, wahrscheinlich nochmal viel schneller durch die ganze Entwicklung durchgehen könnte, weil ich halt schon so viel gelernt habe. Ich habe auch letztens zu dem Thema ein Video gemacht. Mich hat es sogar früher, wenn ich irgendwas auf der Playstation gespielt habe, wenn ich ganz weit war, dann nochmal komplett von vorne zu starten und den ganzen Speicherstand zu löschen, weil ich dadurch eine neue Herausforderung hatte. Marcus: Neue Challenge: Das noch schneller hinzukriegen. Robert: Auf jeden Fall. Alles was man auf dem Weg gelernt hat, da einfach nochmal mitzunehmen. Und deswegen mache ich mir da recht wenig Gedanken, was die Zukunft bringen wird, weil ich weiß: alle Skills und alle Erfahrungen, die kann mir halt keiner nehmen. Die bleiben mir halt. Marcus: Das kenne ich auch noch von früher. Wenn man dann Super Mario Bros. oder Gianna Sisters, ich weiß nicht ob Du das noch kennst. So ganz früher mit der Datasette auf dem C64 gespielt habe und dann schon diesen ganzen geheimen Tricks und Regeln kannte und diese Extrabonus Diamanten irgendwo einsammeln konnte. Und dann hatte man einen verpasst und dann hatte man eigentlich gar kein Bock mehr ans Ziel zu kommen, weil man wollte dann diesen perfekten Weg machen. Robert: Genau, das kenne ich auch. Marcus: Und neben Youtube fokussierst Du Dich noch auf andere Plattformen? Oder produzierst da viel Content? Robert: Also Youtube ist auf jeden Fall das, wo der Großteil meiner Zeit reingeht. Ich mache halt jeden Tag ein Video. Also das tägliche Video ist so eine Kombination. Ich habe da ein eigenes Format geschaffen, was mir in dieser Youtube Welt so ein bisschen gefehlt hat. Ich mache jeden Tag ein Video, wo ich einen Content habe, wo ich halt quasi über ein bestimmtes Thema spreche, was mich jetzt gerade bewegt. Sei es eine Mindset Sache, sei es eine Social Media Sache, was zum Thema Youtube Kanal aufbauen. Irgendwas in die Richtung, was mich gerade so bewegt. Dann kombiniere ich das mit einem Blogpart. Also ich habe jeden Tag immer meine Kamera dabei und zeig den Leuten wo ich so bin und was ich so mache und was ich so esse, was ich mir für Bücher reinziehe, mit welchen Leuten ich mich treffe. Also dass wirklich so ein umfassendes Bild von mir als Person entsteht und diese beiden Welten kombiniere ich in dem Video und das geht auch jeden Tag zwischen 20 und 30 Minuten. Für mich fühlt es sich abends so an, wenn ich da sitze und mein tägliches Video geschnitten habe, als ob ich so ein kleines Miniwerk in die Welt hinaussetze. Als ob jetzt der Maler sein Bild fertiggemacht hat. Ich habe jetzt mein tägliches Video und es ist jetzt da draußen in der Welt und es braucht auch jeden Tag mehrere Stunden Zeit. Aber das ist mir echt so das wichtigste. Und dann habe ich natürlich noch weitere Plattformen, um das noch so ein bisschen zu unterstützen. Bei Facebook bin ich natürlich aktiv und Instagram bin ich aktiv. Das sind so die beiden Supportplattformen. So sehe ich das so ein bisschen, um auch noch andere Dinge zu teilen. Das nächste Projekt wird auf jeden Fall, wenn ich jetzt fertig bin mit dem Kurs-Launch und das alles in trockenen Tüchern ist, dann werde ich mich mit dem Thema Snapchat beschäftigen. Ich denke, das ist sehr, sehr reizvoll und das ist auch wo die Zukunft hingehen wird und da gleich am Anfang an Board zu sein, das ist glaube ich ziemlich interessant. Marcus:  Ich habe mir das vor ein paar Monaten installiert, nachdem ich auch von Gery Reinhard gehört habe, dass das der heißeste Scheiß sein soll. Und ehrlich gesagt aber nicht richtig verstanden, wie da Brands oder Unternehmen mit ihren Usern kommunizieren können. Beziehungsweise, ich habe es nicht mal hingekriegt mit irgendjemandem da zu kommunizieren oder zu chatten. Vielleicht bin ich das auch falsch angegangen. Kannst Du mal kurz erklären, wie das funktioniert? Robert: Bei Snapchat ist der Puffer sozusagen oder die Barriere zwischen dem, der produziert und demjenigen, der konsumiert noch geringer. Zum Beispiel weiß jeder bei Instagram, dass der da einen Filter drüber legt, dass Dein Bild noch mal schön hinpositioniert ist. Bei Youtube ist es auch geschnitten. Und bei Snapchat ist es so, jemand nimmt es auf und es ist sofort online. Da kann nochmal ein direkterer Draht entstehen. Und deswegen machte es glaube ich so ein bisschen den Reiz aus. Das Prinzip ist eigentlich Folgendes: Du hast bei Snapchat solche Stories, wo Du quasi ein Bild oder ein Video auf, was bei Dir gerade abgeht und dann ist es online und dann kannst Du halt für die nächsten 24 Stunden angeschaut werden. Und Leute, die Dir folgen, wie bei Facebook oder Instagram oder Twitter können es dann angucken, haben aber nur eine begrenzte Zeit. Und das hat Snapchat clever gemacht, weil das dafür sorgt, dass Leute jeden Tag reingehen. Weil wenn Sie es verpassen, bei Facebook ist so “okay, da schreibe ich morgen auf die Nachricht und auf die E-Mail kann ich morgen auch noch drauf antworten, das Youtube Video kann ich mir auch noch nächste Woche angucken”. Aber bei Snapchat ist es weg. Marcus: Das ist jetzt gerade bei Facebook mit Read later und so Funktionen ne? Das ist ja krass. Robert: Ja das ist so. Das ist halt einfach noch einmal direkter. Das ist ein ähnlich spannendes Thema, wie das Thema Webinare. Da seid ihr ja auch super dabei. Ich mag das persönlich richtig gerne, weil das halt auch nochmal so was ist. Alles was einen möglichst engen Draht zu den Zuschauern oder zu den Lesern oder wie auch immer, herstellt, ist halt so wertvoll. Wenn jemand irgendwelche coolen Sachen macht und Du findest das spannend, was derjenige produziert, dann willst Du natürlich auch mehr von dem erfahren. Und wenn Du da einen intensiven Einblick bekommst, dann ist das halt auch spannend. Zum Beispiel früher, wenn Du denkst okay,  Oma Gretchen kauft sich jetzt irgendwo einen Smoothie, dann interessiert sich die ganze Welt dafür. Und wenn das aber Tante Anneliese macht, dann interessiert es halt keinen ne? Wenn Du halt eine Persönlichkeit bist, die spannend ist, dann wollen Leute halt auch sehen, was in Deinem Leben so abgeht. Und da ist Snapchat ein gutes Tool, Webinare, die Vlogs, was ich mache und alles, was wirklich sehr, sehr nah dran ist, ist da sehr, sehr sinnvoll. Marcus: Was hälst Du von Periscope? Robert: Auch spannend auf jeden Fall. Ich habe es persönlich noch nicht getestet oder ausprobiert, aber auch sehr interessant. Was bei mir aktuell noch die Hürde darstellt ist, dass ich denke, dass ich noch nicht eine Reichweite aufgebaut habe, die groß genug ist, um das ganze sinnvoll zu machen. Ich habe darüber nachgedacht, entweder feste Zeiten, wo ich sage “Leute, jeden Mittwoch treffen wir uns Live in Periscope oder in Meerkat und dann gibt es irgendwie etwas, damit Leute sich darauf einstellen können. Wenn ich jetzt sage, okay ich gehe jetzt einfach mal Live. Erstens bin ich auf Twitter eh fast gar nicht aktiv, von daher ist das auch eine weitere Hürde und wenn ich jetzt einfach sage, okay ich starte das jetzt und dann geht es los und dann sind dann vielleicht, wenn ich Glück habe, drei, vier Leute dabei, weil ich noch nicht die riesige Reichweite aufgebaut habe, dass jetzt spontan da Leute zugucken. Wenn Gary Vaynerchuk seine erste Review Shows da Live macht, der hat eine riesige Reichweite und trotzdem sind da “nur” ein paar hundert Leute, vielleicht aktuell auch mal über tausend, was jetzt aber nicht so viele sind. Und deswegen ist das noch eine Hürde, aber ich weiß, dass ich da in Zukunft auf jeden Fall reingehen werde, weil das halt sehr spannend ist. Marcus: Vielleicht mal kurz, für die, die da nichts mit anfangen können oder davon noch nichts gehört haben. Das ist eine neue App, womit man dann quasi Live sein Video streamen kann von überall ne? Robert: Genau, Du kannst quasi jetzt auf den Knopf drücken und sagen “hey Leute, jetzt könnt ihr mal zugucken, wie ich was auch immer mache”. Marcus: Tim Ferris macht zum Beispiel irgendwie Having Tea with Tim. Und dann macht er sein Ding an morgens, wenn er noch ganz gechillt und entspannt ist und beantwortet dann Fragen. Ich glaube die Leute können dann über Chat mit einem kommunizieren und macht dann ganz spontan dieses Periscope-Chats. Ich finde es auch mega spannend und hätte da glaube ich mal richtig Bock drauf. Ich habe das in Tarifa getestet, als wir die 7-Minute App auf dem Rooftop gemacht haben. Da haben dann ein paar Leute zugeguckt, aber irgendwie alles nicht irgendwelche Leute, die ich kenne oder die mich kennen. Man kann ja auch ganz random irgendwie nach Channel gucken, was da passiert. Ich glaube, da muss man dann irgendwann noch mal ein bisschen durchdachter rangehen. Aber wenn sich das dann durchsetzt, ist das auch noch ein mega spannendes Tool, was einen ja noch authentischer macht, wie Du gerade sagst. Hier beim Podcast kann geschnitten werden. Bei Youtube kann geschnitten werden. Fernsehen wird eh manipuliert. Die Zeitungen sind auch alle manipuliert. Insofern werden so Formate und Tools glaube ich, immer wichtiger. Robert: Auf jeden Fall. Aber das ist cool, dass Du das gerade noch mal mit Tim Ferris angesprochen hast. Wenn Du halt wirklich sagst, die Leute können sich auf eine bestimmte Zeit einstellen, dann ist halt auch die Wahrscheinlichkeit, dass dann jemand in dem Moment Zeit hat und dann da joinen kann, viel höher, als wenn er dann gerade unterwegs ist und eine Benachrichtigung bekommt und aber keine Zeit hat. So kann man sich ein bisschen darauf einstellen. Das kann ich mir auch gut vorstellen, irgendwie jeden Morgen so etwas zu machen oder jeden Abend. Oder zwei mal die Woche. Das ist glaube ich recht cool und da werde ich noch experimentieren in nächster Zeit. Marcus: Ja sehr cool. Robert, ich glaube, wir sind auch soweit durch. Wir haben jetzt fast eine Stunde miteinander gequatscht. Ich könnte glaube ich noch fünf weitere Stunden mit Dir reden. Wir sehen uns aber in zwei Wochen auf der Global. Robert: Auf jeden Fall. Ja mein Frühstück ruft jetzt mal. Marcus: Ja das stimmt, Dein Frühstück um 13:29 Uhr. Hast Du noch ein Lieblingssmoothie Rezept, was Du uns verraten willst? Robert: Sehr gerne. Bei mir sind ja die grünen Smoothies omni präsent. Ich bin ein großer Fan davon, möglichst viel Pflanzengrün in die Ernährung zu integrieren, weil ich der Meinung bin, dass das mineralstoff- und vitaminreichste überhaupt ist, was man nur machen kann. Das Non-Plus-Ultra sind auf jeden Fall die Wildkräuter. Also was wild gewachsen ist. Also viele Leute mögen es nicht glauben, aber wenn ich mal Zeit und Muße habe, dann gehe ich auch mal auf die Wiese und pflücke mir da meinen Löwenzahn und meine Brennessel. Marcus: Da darf man aber nichts falsches pflücken. Wenn man Pech hat… Robert: Es ist wichtig, sich bei dem Thema an Sachen zu halten, die man wirklich kennt. Also ich würde jetzt nicht dahergehen und würde mir ein Buch reinziehen und sagen “oh da sagt jemand hier, da gibt es den gemeinen Breitknötterich oder irgendwie sowas, dann würde ich versuchen, den zu finden. Das würde ich jetzt nicht unbedingt machen, weil man sich da vielleicht auch etwas unangenehmes einhandeln kann, aber zum Beispiel Löwenzahn, Petersilie kennt jeder. Dann gibt es noch zwei, drei andere Dinge, die eigentlich sehr easy sind und das strotzt halt nur so vor Power im Vergleich zu einem Salat aus dem Supermarkt. Und auf den Märkten, wo ich unterwegs bin, kann man die auch kaufen. Ich habe jetzt in meinem Kühlschrank so eine große Tüte Wildkräuter fertiggekauft. Das ist nicht super günstig, aber da ist halt richtig viel dabei. Und deswegen mag ich das sehr gerne. Das landet, wenn möglich, in meinem Smoothie oder sonst halt auch die üblichen Verdächtigen wie Spinat, Mangold oder so etwas. Das geht auch immer klar. Und dazu dann einfach Obst, was ich gerade da habe. Bananen sind bei mir ein Basic, weil die halt einfach für die Süße sorgen. Ansonsten einfach Äpfel. Im Sommer Beeren. Was auch immer man einfach da hat. Pfirsiche gehen auch, klar. Also grün plus Obst ist aus meiner Sicht eine Killer-Kombi. Marcus: Cool, saugeil. Vielen Dank! Robert: Sehr gerne! Marcus: Und wir sehen uns in zwei Wochen, bis dann!

Robert: Das machen wir so, danke Marcus, ciao!

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Jul 24, 2015

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Interview mit Stefan Klumpp von Mobile Jazz

Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz. Ich bin zurück aus Barcelona um jetzt in Berlin die DNX GLOBAL vorzubereiten. Ich hab euch aus Barcelona aber ein richtig spannendes Interview mitgebracht mit Stefan Klumpp. Stefan ist Gründer von einer Mobile App Development Agentur, die mittlerweile 20-30 Mitarbeiter hat und komplett ortsunabhängig geführt wird. Das heisst, Stefan ist ständig in der Welt unterwegs. Kennengelernt hab ich ihn ein paar Wochen vorher in Tarifa, er ist auch begeisterter Kitesurfer und wir haben uns in seinem Büro in Barcelona getroffen, um diese Podcast Folge aufzunehmen und über Stefans Leben zu reden, was nämlich richtig, richtig spannend ist. Die ganzen Shownotes zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/006 und jetzt viel Spaß mit dem Interview mit Stefan Klumpp. In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man ein Unternehmen Remote führt.
  2. Warum du immer machen solltest was sich für dich richtig anfühlt.
  3. Wie man aus einem Camper heraus arbeitet.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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Shownotes

Mobile Jazz

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Also wir sind jetzt hier in Barcelona. Hier war ein großes Event zum Online-Unternehmertum, wo auch der Stefan mitgemacht hat. Den Stefan habe ich glaube ich vor vier oder sechs Wochen in Tarifa das erste Mal getroffen. Und zwar in dem Digital Nomad Hotspot und jetzt sitzen wir hier in Deinem Büro, wo auch Deine Angestellten arbeiten. Wie ist das dazu gekommen, dass zu quasi zum einen in Tarifa unterwegs gewesen bist und Kitesurfen warst und zum anderen jetzt hier in dem Office sitzt und den ganzen Tag schwer beschäftigt bist? Stefan: Also wenn ich ganz weit ausholen soll, dann fing das eigentlich schon in der Schule an. Schule war gar nie mein Ding und die habe ich dann auch abgebrochen als ich dann 18 war. Ich habe in Deutschland eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker angefangen und habe das auch drei Jahre durchgezogen. Dann habe ich aber erst gemerkt, wie gerne ich eigentlich Elektronik am Computer mag. Ich habe davor schon als Jugendlicher schon viel mit Computern gespielt. Marcus: Ja aber nur gespielt oder hast Du auch ein bisschen programmiert? Stefan: Ich habe programmiert und auch ein bisschen mit Linux und allem rumgemacht. Und dann habe ich in Deutschland an der Fachhochschule angefangen zu studieren. Dadurch dass ich die Schule abgebrochen hatte, war das ein bisschen schwieriger. Ich habe natürlich die fertige Ausbildung und habe mich an verschiedenen Fachhochschulen beworben und eine hat mich dann auch akzeptiert. Von alle anderen habe ich nur Absagen bekommen. Das war die Fachhochschule in Ulm und da habe ich dann Fahrzeugelektronik angefangen zu studieren. Das wäre ein Studium von vier Jahren gewesen und habe aber nach einem Jahr schon angefangen, da ich eine sehr praxisorientierte Person bin, nebenbei in Ingolstadt für eine Supplier Firma von Audi zu arbeiten und Mikrokontrolle zu entwickeln. Also hauptsächlich Software und ein bisschen Elektronik. Marcus: Und das war im Grund ein typischer Studentenjob? Stefan: Ja erst war es ein Praktikum. Das erste Jahr im Studium habe ich im Sommer das Praktikum gemacht und dann war das als Werkstudent. Ich habe dann aber die meiste Zeit im Studium in Ingolstadt gearbeitet. Ich bin also immer hin- und hergefahren zwischen Ulm und Ingolstadt und habe mehr dort gearbeitet als ich eigentlich studiert habe. Und nach zwei Jahren im Studium kam mir eine interessante Möglichkeit auf, ich hatte mich sehr für Robotik interessiert? Marcus: Wann war das, welches Jahr? Stefan: Das war 2007. Dann habe ich die Stanford University in den USA angeschrieben. Marcus: Ohne Hemmungen oder Vorbehalte? Stefan: Ich habe einfach ein Video von denen gesehen über die Darpa Challenge. Das war ein selbstfahrendes Auto in der Wüste. Da habe ich gedacht, cool, das kombiniert alles was ich machen will: Software, Robotik, Automobil. Ich hab die dann also angeschrieben und der Great Manager hat mir dann auch zurückgeschrieben. Ich habe eigentlich mehr und mehr gefragt, was muss ich studieren um so etwas mitmachen zu können. Und der Lead auf der Elektronikseite hat mir dann zurückgeschrieben und wollte ein wenig mehr über meinen Backround wissen. Ich hatte schon meinen CV angehängt, aber sie waren überraschender Weise mehr an mir interessiert, weil ich einen Hintergrund als Fahrzeugmechaniker hatte. Ich kannte mich also mit Autos aus und ich kannte mich auch mit Software aus und hatte in der Praxis auch schon für Audi gearbeitet. Ich kannte somit also deren Systeme. Stanford hat zu dem Zeitpunkt mit Volkswagen eine Partnerschaft gehabt, was die gleiche Gruppe - also die gleiche Technolgie - ist. Die hatten halt das riesen Problem bei dem Projekt, dass eigentlich nur Akademiker dabei waren. Die waren gut mit der artificial intelligence um das zusammenzubauen, aber sie hatten halt niemanden, der sich richtig gut mit der Fahrzeugelektronik auskennt, wie das Gaspedal, Lenkung, Bremsen usw. anzusteuern. Jedenfalls hat er mir zurückgeschrieben und wir haben telefoniert, auch mit mehreren Leuten im Team und dann haben sie irgendwie gemeint: Komm rüber und mach mit bei uns. Marcus: Das ist ja cool. War das denn offiziell als Stipendium ausgeschrieben? Stefan: Das war nicht offiziell als Stipendium ausgeschrieben. Ich habe dann ein Studentenvisum bekommen über die Uni, aber es war mehr ein Research-Bereich. Die hatten die Stelle auch nicht ausgeschrieben. Das war mehr oder weniger Zufall, weil ich die angeschrieben habe und meinen CV mitgeschickt habe und es hat einfach gepasst. Marcus: Super coole Story. Das zeigt schon wieder, nur wer etwas versucht und macht und umtriebig ist und sich vielleicht auch nicht einschüchtern lässt von so einem krassen Namen, Stanford University. Dann wenn man dem Schicksal erst Gelegenheit gibt zuzuschlagen, dann kann auch etwas passieren. Das ist echt eine coole Geschichte. Stefan: Vor allem findet man ja auch alles im Internet. Also sämtliche Kontakte oder die Website des Projekts gab es im Internet. Ich habe da einfach mal wild drauf los geschrieben. Ich hatte ja weiter nichts zu verlieren. Ich wollte ja einfach nur Infos haben und dachte, vielleicht schreibt einer zurück, vielleicht auch nicht. Ja jedenfalls bin ich da rüber geflogen. Das war im Mai 2007. Das war zeitlich eigentlich schon recht knapp , weil im November 2007 war die Challenge von der Darpa, das ist das U.S. Verteidigungsministerium oder der Forschungsarm davon. Wir hatten dann auch recht viel Stress. Ich war auch voll in das Projekt involviert und habe zu dem Zeitpunkt auch gar nichts anderes gemacht. Das war auch hoch interessant. Marcus: Bist Du denn da gut reingekommen aufgrund Deiner Vorkenntnisse? Stefan: Ja total. Also sie haben zwar gemeint, sie bräuchten mich oder jemanden mit meinen Skills aber die hatten schon sehr viele Fortschritte gemacht in den letzten Jahren. Es gab ja schon vorher Projekte, aber da wo es noch richtig gefehlt hatte, war halt die Verknüpfung von der Artificial Intelligence mit dem Auto. Wir hatten natürlich auch Hilfe von Volkswagen selber. Die hatten ein paar Ingenieure dabei und ich war halt ständig 100% vor Ort. Die Competition selber war dann im November. Wir waren dann auch recht gut dabei und haben als zweite abgeschnitten. Wir hatten 1 Mio. Dollar Preisgeld gewonnen. Davon habe ich natürlich nie etwas gesehen. Das ging alles wieder zurück in die Forschung, aber es war eine super Referenz für mich. Wir sind mit dem Auto auch im Museum in Washington vertreten. Da ist ein Bild mit Name von mir drin. Also wenn alles andere im Leben schief geht, dann kann ich das meinen Enkeln zumindest erzählen. Marcus: Ja oder mit nach Washington nehmen und das Auto zeigen, ne? Ja, das ist ja eine krasse Story. Stefan: Ja, das ging ja nach der Competition noch ein bisschen weiter. Da habe ich dann an ähnlichen Projekten in der Forschung gearbeitet. Auch nur mit Fahrzeug, Elektronik und hauptsächlich Stabilisierung an Fahrzeugen bei Hochgeschwindigkeit. Teilweise auch seitwärts fahren auf einem Race Track. Zu Weihnachten hat mich ein Freund, er ist österreicher und war auch in Kalifornien, nach Mexiko mitgenommen. Ich hatte mir dann überlegt, ob ich Weihnachten zu meinen Eltern Heim fliege oder ob ich lieber in Amerika feiere. Und er hat mich dann nach Mexiko mitgenommen und hat mir das Kitesurfen gezeigt. Und das hat mich so gepackt, dass ich dann auch vier, fünf oder sechs Monate länger in den USA war, als nur Stanford. Marcus: Wo genau hast Du in Mexiko Kiten gelernt? Stefan: Das war in La Ventana. Das ist in New Kalifornien, also weiter runter am letzten Ende von Kalifornien. Also der mexikanische Teil von Kalifornien: Baja California. Marcus: Okay, also Westküste unten. Ja das kann ich natürlich gut nachvollziehen, wie sehr einen das packen kann. Stefan: Ja und dann war ich so extrem fasziniert davon, dass ich eigentlich gesagt habe, das möchte ich weiterhin machen. Ich habe nicht wirklich einen Plan, aber ich habe dann alles zusammengepackt und bin dann Maouhi geflogen mit meinem Equipment und habe dann ein paar Monate auf Nui gelebt und im Prinzip eigentlich nur Kite gesurft. Marcus: Hast Du denn von vorher Gespartes gehabt? Stefan: Ein bisschen was. Ich hatte auch an der Uni relativ gut verdient. Ich glaube in Deutschland als Student bekommt man nicht so viel wie in den USA. Zumindest im Sillicon Valley. Für die war ich ein Engineering Talent und da habe ich als Student schon sehr gut verdient. Da hatte ich also ein bisschen was gespart aber nicht viel. Ich bin aber ein sehr minimalistisch lebender Mensch und habe auch viel Zeit einfach im Zelt oder am Strand verbracht. Da ist es ja sehr warm. Zum Frühstück gab es Mango und Bananen kostenlos und zwischendurch waren wir auch im Hostel. Wir haben uns auch mit ein paar Freunden zusammen ein Auto gekauft und dadurch, dass ich Kfz-Mechaniker bin haben wir das ein bisschen gefixt und am Ende sogar mit Gewinn wieder verkauft. Marcus: Cool. Das war also ein halbes Jahr auf Maohi? Stefan: Ja, ungefähr ein halbes Jahr. Marcus: Und in dieser Zeit hast Du auch nichts anderes gemacht als quasi Deine Leidenschaft ausgelebt, das Kitesurfen und hattest jetzt vielleicht auch nicht diesen Druck, den man hier vielleicht in Deutschland hat, auch gerade nach der Uni, wo es heißt, es muss Zack Zack hinter einander gehen. Abschluss, erster Job und dann musst Du direkt in den Beruf rein, ansonsten bist Du schon wieder zu alt und “verplemperst” Deine Zeit? Stefan: Nein das hatte ich noch gar nicht. Ich meine, deswegen hatte ich auch die Schule abgebrochen. Ich hatte nie die Ambition für Karriere. Zwischendurch nach der Kfz-Mechaniker Ausbildung hatte ich vielleicht ein bisschen davon. Da wollte ich unbedingt für Porsche arbeiten, frag mich nicht warum. Das habe ich aber in den USA wieder komplett verloren und auf Maohi dann sowieso. Als ich mit Maohi dann fertig war, dann bin ich kurz zurück zu meinen Eltern und habe dann recht viel von meinen Sachen weggegeben, weil ich einfach happy war mit dem minimalistischen Lebensstil und habe dann aber auch überlegt, was ich jetzt weiter mache und wollte das Studium noch durchziehen. Glücklicherweise bin ich auf die Uni in Edinburgh in Schottland gestoßen. Und die möchten gerne, dass mehr Leute nach Schottland kommen und haben mich dann auch einfach akzeptiert. Die haben auch die Credits von Deutschland genommen und auch das was ich in den USA gemacht habe - auch wenn das kein richtiges Studium war, sondern mehr research - und haben dann gesagt: Du musst jetzt noch mal ein Jahr studieren und bekommst dann den Abschluss. Das habe ich dann auch mehr oder weniger durchgezogen. Damals hatte ich eine Freundin in Miami. Da bin ich dann im Winter wieder rüber, weil es mir in Schottland im Winter zu kalt war. Und dann zum Abschluss wieder zurück. 2009 hatte ich dann auch den Abschluss, wollte dann aber auch nicht wirklich arbeiten und hatte wieder ein bisschen Geld angespart und hatte zu dem Zeitpunkt auch ein Auto. Dann bin ich erst noch mit Freunden quer durch Schottland gefahren. An der Küste entlang besser gesagt. Marcus: Ganz kurz. Du hast auch echt nie das Umfeld so nah an dich herangelassen, dass Du eigentlich seitdem Du 18 gewesen bist und die Schule abgebrochen hast, Dir immer sicher warst: Das ist der Weg für mich. ich gehe lieber nach meinen Leidenschaften oder nach Happiness oder was mich wirklich erfüllt und lasse mich in keinster Weise beeinflussen. Das finde ich echt beeindruckend. Ich weiß wie schwer das ist. Stefan: Ich glaube nicht, dass ich das bewusst gemacht habe. Also es gibt für mich einen krassen Punkt als Jugendlicher. Ich kann Dir davon ein bisschen erzählen. Ich weiß nur nicht jetzt, oder ein bisschen später? Marcus: Gerne jetzt. Stefan: Ich bin eine Person, die sehr introvertiert ist. Ich verbringe viel Zeit alleine, ich lese sehr gerne, habe auch - wie schon gesagt - früher gerne an Computern rumgebastelt. Mir war das aber nie so bewusst, dass mich das glücklich macht. Als Jugendlicher hat man halt viele Parties oder Geburtstage, wo man trinkt oder Disko und so Sachen. Ich habe das auch mitgemacht, aber ich war total unglücklich. Und das war mir damals nie bewusst, dass ich das war. Und irgendwann gab es einen Punkt, da habe ich das geschnallt. Da habe ich gemerkt, das macht mich nicht glücklich. Ich habe ab dann gesagt, ich mache jetzt das, was ich will und habe weniger Zeit mit meinen Schulfreunden verbracht aber mehr Zeit mit meinen Online-Freunden. Das war auch der Zeitpunkt, wo Internet in Deutschland in den Haushalt kam. Marcus: Ja, noch über die Compuserve Einwahl Nummern oder die AOL CDs? Stefan: Ja richtig. Und dann im IRC Chat. Da habe ich auch richtig coole Freunde gefunden. Oft auch ältere von denen ich auch viel gelernt habe. Teilweise Technologie-Sachen aber auch deren Lebenseinstellung und solche Dinge. Das hat mich halt sehr geprägt muss ich sagen. Marcus: Und das war so in Deinen Teenager-Zeiten mit 15, 16, 17, 18, wo andere sich austesten auf Parties? Stefan: Ja, das hat schon früh angefangen eigentlich. Meine Eltern hatten ein Autohaus und einer unserer Mitarbeiter war sehr gut mit Computern und hat Software auch selber geschrieben und der hat mir als ich zehn war schon Sachen gezeigt. Und ich selber hatte meinen ersten Computer mit 13 oder 14. Da hat das dann alles richtig angefangen. Marcus: Was war das für einer? Stefan: Das war ein 486er noch. Marcus: Ja okay. Wie viel MB RAM hatten die noch, 16 oder so? Stefan: Ja, wenn nicht sogar weniger, ich glaube sogar 8. Marcus: Ja, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ich hatte glaube ich auch einen Amiga 500 mit einer Speicherleitung auf 1 MB und das war irgendwie das größte der Gefühle, was man damals haben konnte. Wenn man das mal mit heute vergleicht. Ja cool, also wir waren an dem Punkt, dass Du in Edinburgh fertig studiert hast? Stefan: Genau. Und wie gesagt, ich hatte da immer noch nicht das Gefühl, dass ich weiter arbeiten wollte und hatte ein bisschen was angespart. Ich wollte dann erstmal einen Europa-Roadtrip machen. Ich wollte dann von Schottland mit der Fähre nach Holland, dann über Belgien, Frankreich, dann kurz bei meinen Eltern nach Deutschland. Dann Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien am Mittelmeer entlang. Dann Spanien runter bis nach Portugal. Und dann an der Atlantikküste wieder zurück nach Deutschland. Dann hatte ich mir gesagt: Wenn ich das fertig habe, finde ich nach drei Monaten einen Job in Deutschland und dann so das Übliche, was jeder macht. Marcus: Gab es dann damals noch Deine Freundin in den Staaten? Stefan: Dann gab es da schon wieder eine andere Freundin, die auch in den Staaten war. Die ist dann auch sogar mitgekommen. Es hat auch alles super geklappt. Das war genial. In den Alpen war es super, dann am Mittelmeer entlang. Das Highlight war Barcelona und ich hab es dann auch nicht weiter geschafft, als bis Barcelona. Ich war dann erst so für ein paar Tage hier und habe dann verlängert auf zehn Tage. Daraus wurde dann ein Monat. Dann ist meine Freundin wieder in die Staaten zurück geflogen. Ich bin etwas länger geblieben und es hat mir super gefallen. Irgendwann ging mir dann das Geld aus. Dann kam mir aber glücklicherweise Steve Jobs zu Hilfe. Er hat nämlich das iPhone erfunden. Also im Prinzip schon ein oder zwei Jahre vorher, aber das war dann der Zeitpunkt als dann das Development Kit rauskam. Marcus: Sprich, dass man dann für den App-Store… Stefan: … Apps entwickeln kann für das iPhone. Ja, dann war ich halt hier unterwegs in Develop-Communities, einfach weil es mich interessiert hat. Weil ich mich schon immer für Development interessiert habe. Aber nie wirklich mit dem konkreten Ziel damit zu arbeiten. Aber es kam dann halt immer mehr auf Firmen oder Leute auf mich zu, die jemanden suchen, der Apps entwickelt. Und ich konnte das zwar nicht, aber ich hatte ja nicht wirklich was zu tun und habe mir das ganze einfach mal angeschaut. Zuerst Android eigentlich und später dann iOS Development. Marcus: Das heißt,der Play Store war ungefähr zeitgleich offen mit dem App Store? Stefan: Ich glaube der App Store war schon zuerst, aber ich weiß es nicht zu 100%. Ich habe auf jeden Fall mit Android Development angefangen, aber iPhone Development kam nur zwei Monate später. Marcus: Sind das denn zwei verschiedene Sprachen? Stefan: Ja die Sprachen sind komplett unterschiedlich, von den tray marks. Ich habe so meinen ersten Job bekommen. Dort habe ich dann ein Jahr lang für ein Start-up Apps entwickelt. Sowohl die Android-Version als auch die iPhone-Version. Die haben das Produkt dann aber eingestellt und dann habe ich weiter als Freelancer gearbeitet. Marcus: Wie sind die auf Dich aufmerksam geworden? Stefan: Das ging einfach über Kontakte, die ich hier gefunden hatte. Wie gesagt, jeder hat Entwickler gesucht, aber es gab einfach keine. Das war komplett neu. Es haben halt welche angefangen das zu lernen, aber genau so habe ich das angefangen zu lernen und ich hatte nie eine Informatikausbildung. Aber ich hatte im Studium ein bisschen Software-Entwicklung und als Jugendlicher schon viel entwickelt und deswegen bin ich da recht einfach reingekommen. Mich hat das dann einfach interessiert. Marcus: Und worüber konnte man sich das zu der Zeit aneignen? Haben da die Tutorials von Apple und von Goolge selber gereicht? Stefan: Ja, es gab zu dem Zeitpunkt nichts anderes. Nur das was Apple Google zur Verfügung gestellt hat. Viel rumspielen, austauschen, Foren usw. So hat sich das halt entwickelt. Ich war einer der ersten Developer weltweit, aber definitv einer der sehr, sehr ersten hier in Barcelona. Und so habe ich mir einen Namen gemacht. Nach deren Start-up habe ich halt als Freelancer gearbeitet und dann hat mich ein anderes Start-up eingestellt. Das war ein frisches Start-up mit Office hier in Barcelona. Da wurde ich dann mehr oder weniger CTO und habe auch angefangen andere Leute anzustellen. Letzten Endes ging die Firma auch Bankrott und ich habe dann Mobile Jazz gegründet mit einem, den ich da eingestellt hatte, meinen Business Partner jetzt. Ich habe auch andere Mitarbeiter von dort zu Mobile Jazz übernommen. Marcus: Und wie seit ihr auf den Namen Mobile Jazz gekommen? Stefan: Mobile ist ja offensichtlich. Wir waren am Anfang eigentlich drei Gründer. Einer ist aber gleich ausgestiegen, weil er die Zukunft nicht sah in dem Ganzen. Marcus: (lacht) Er beißt sich jetzt vielleicht in den Hintern. Stefan: Wahrscheinlich. Er hatte eigentlich den Jazz-Flair reingebracht. Das hatte uns aber allen gut gefallen und es hat gut geklungen. Marcus: Und damals, als Du dann für die verschiedenen Start-ups angestellt gewesen bist und Deine ersten Gehversuche als Entwickler, Developer gemacht hast, das hat sich nicht falsch und schlecht angefühlt, dass Du da schon wieder überlegt hast, wo Du wieder ausbrechen könntest oder Kitesurfen fahren oder einen Roadtrip machen. Stefan: Nein zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht weil ich extrem schnell gewachsen bin. Was ich an meinem Leben sehr gerne mag ist neue Dinge lernen, Sachen ausprobieren. Und das hatte einfach gepasst. Einmal habe ich erst die Softwareentwicklung gelernt und dadurch, dass ich dann CTO war, habe ich andere Sachen von der Firma gelernt: wie man Leute einstellt, wie man Projekte managed. All das war super interessant für mich. Am Anfang waren wir also bei Mobile Jazz zu dritt und dann - wie gesagt - runter auf zwei. Dann haben wir unsere ersten zwei Mitarbeiter eingestellt und das waren dann auch Leute, die ich von der vorherigen Firma kannte. Dann kam es einfach nach und nach. Erst kamen viele in mein persönliches Netzwerk rein, auch in den USA. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man im Sillicon Valley gelebt und das Netzwerk dort aufgebaut hat, das ist unglaublich gut. Später dann, oder inzwischen eigentlich viel über Mobile Jazz als Brand Cyber. Also wir haben einen extrem guten Markennamen. Wir haben gar keine Sales People. Keiner der Verkauf oder Vertrieb macht bei uns. Das geht alles über Referrals. Wir haben im Prinzip gute Qualität und das spricht sich rum und jeder ist damit zufrieden und gibt uns auch neue Projekte. Marcus: Cool, ich glaube die Situation hätten gerne viele Unternehmer, die das gerade hören. Was ihr aber auch macht ist Content Marketing und schreibt, glaube ich, auf eurem Blog. Gerade auch, weil es so outstanding ist, wie ihr als Remote-Firma funktioniert und arbeitet oder welche Tools ihr benutzt. Stefan: Das hat eigentlich erst so im letzten Jahr angefangen und das war eher zufällig. Die ganze Firma baut ja auf meiner Philosophie auf, wie ich mein Leben vorher gelebt habe als Lifestyle Firma. Und wir machen halt vieles. Prinzipiell kann jeder Mitarbeiter bei uns in der Firma so viel arbeiten wie er möchte. Sofern das mit den Deadlines vereinbar ist oder auch von wo aus er arbeiten möchte. Da haben wir halt irgendwann mal gesagt: jetzt gehen wir nach Thailand und mieten uns da zwei Häuser und sind dann auch rüber gefahren. Das war im November letzten Jahres. Auf Koh Samui war das. Da haben wir dann einen Monat verbracht. Tagsüber gearbeitet. Ich und paar Andere haben viel Yoga gemacht. Wir waren unterwegs und haben zu den Nachbarinseln Trips gemacht. Von dem Erlebnis haben wir dann einen Blog Post geschrieben und haben das Ganze erklärt, wie wir das aufgesetzt haben, wie wir das geplant haben und wie es dann wirklich war. Weil das hört sich natürlich immer alles toll an, aber es ist ja auch nicht immer alles so einfach. Mit dem Blog Post hatten wir dann innerhalb von zweit Tagen 30.000 Visitors. Das war so das erste Mal, dass wir Content Marketing gemacht haben. Das muss ich aber sagen, bringt gar nicht soviel, dass wir auch neue Projekte bekommen. Es hilft beim Brandbuilding, dass die Leute Mobile Jazz als Namen kennen, aber es hat uns extrem viel gebracht mit Leuten, die für uns arbeiten wollen. Wir haben jetzt eine mega lange Liste an Applications. Marcus: Das kann ich mir echt gut vorstellen. Mittlerweile ist es ja auch so, dass einige Unternehmen auf Felicia und mich zukommen und sagen, die wollen verstehen, was da gerade passiert. Gerade auch in unserem ortsunabhängigen Arbeitsumfeld; was die digitalen Nomaden antreibt; dass die Unternehmen die Leute nicht mehr über die Kohle kriegen oder über das fette Auto, sondern irgendwie haben die andere Werte. Und ich glaube auch diese Generation Why, die jetzt nachkommt. Und da versuche ich den Unternehmen auch immer wieder klar zu machen, dass es eigentlich das wichtigste Esset sein kann für die Zukunft, gerade im War for Talents, wenn es da um Entwickler geht, oder um Programmierer oder um CTOs, die sich im Grunde den Arbeitgeber aussuchen können. Dass es dann darum geht, den Leuten Freiheit zu geben von überall zu arbeiten und auch nicht von 9 to 5 im Office zu sitzen und nicht mehr die Facetime zu haben sondern dann ganz andere Capy Eyes aufsetzt. Stefan: Wir haben auch gerade einen ganz interessanten Fall. Wir sind also finanziell recht gut aufgestellt und zwar auch mit unseren Mitarbeitern. Extrem gute Gehälter, vor allem für Spanien. Nichtsdestotroz können wir immer noch nicht mit Facebook oder Google konkurrieren, von den Gehältern her. Aber wir haben Leute, die werden abgeworben, wollen dann aber letzten Endes doch bei uns bleiben, obwohl sie weniger verdienen, weil sie die ganzen Freiheiten haben und den ganzen Lifestyle. Marcus: Ja, das kann ich mir vorstellen. Das wird auch immer wichtiger werden. Es gibt jetzt die ersten Unternehmen, die das verstanden haben. Wie die Macher oder Automatic oder ihr. Das sieht man auch, dass die die besten Mitarbeiter im Team haben. Und auch andere anziehen, die irgendwo anders, vielleicht sogar bei Google oder Facebook arbeiten, die dann aber auch sehen, das kann es ja irgendwie nicht sein. Das was vor zehn Jahren noch cool war mit nur einem Kindergarten und Fitnessstudio und Kicker und ich glaube, ihr habt auch Super Mario Cart hier auf der Playstation. Das ist ja mittlerweile fast Standard. Jetzt geht es schon darum irgendwie wieder ein Level weiter zu gehen. Das habt ihr glaube ich sehr gut und sehr früh erkannt. Gerade auch dank Dir! Stefan: Wie gesagt, in meinem Leben war alles nie wirklich geplant oder durchdacht. Ich habe einfach nur das gemacht, was sich einfach gut angefühlt hat. Ohne groß darüber nachzudenken. Ich hatte nie wirklich etwas zu verlieren oder kein Risiko. Ich hab es einfach gemacht, weil ich dachte, das ist cool, das mache ich jetzt. Marcus: Das heißt, theoretisch können Deine Mitarbeiter von überall auf der Welt arbeiten, sind aber auch gerne hier im Büro, um eine feste Struktur zu haben? Stefan: Ja, das kommt ganz auf deren Einstellung an. Also jeder kann theoretisch arbeiten von wo er will. Manche machen das auch. Manche haben aber Familie oder ihre Freunde hier in Barcelona und die kommen einfach gerne ins Office, weil man sich gerne austauscht. Auch würden viele die Zeit nutzen und die Freiheit, die sie haben. Aber es macht natürlich auch keinen Spaß Dinge allein zu tun. Deine Freunde stecken halt im ganz normalen Job drin. Das heißt, die einzige Zeit mit Deinen Freunden ist abends oder am Wochenende. Das heißt, Du arbeitest auch viel in den normalen Zeiten. Aber trotzdem kannst Du, wenn Du mal irgendwann zum Doktor musst oder musst irgendwas erledigen, dann kannst Du Dir einfach mal Zeit nehmen und holst es dann am Abend oder am Wochenende wieder auf Marcus: Das heißt, was für Cappy Eyes hast Du dann zusammen mit Deinem Business Partner aufgesetzt für die Projekte? Gibt es dann bestimmte Milestones, die dann zu einem bestimmten Termin oder Datum geschafft werden müssen? Wie regelmäßig wird das angepasst oder überprüft? Stefan: Das ist schwierig zu sagen. Wir haben unterschiedliche Projekte von ganz kleinen Firmen oder Leuten die zu uns kommen und MVP wollen bis zu richtig großen internationalen Firmen. Eine generelle Regel gibt es eigentlich nicht. Was wir jetzt firmenintern machen ist, dass wir jeden Montagmorgen haben wir zusammen einen Call und die, die nicht im Office sind, gehen über die Videokonferenz rein, alle anderen halt remote. Und das ist mehr so Learning Experience, wo jeder zwei Minuten erzählt, was seine Learning Experience von letzter Woche war. Das kann irgendetwas technisches sein oder allgemein Berufs- oder Arbeitsbezogenes. Oder auch einfach irgendetwas Privates, wenn sie etwas cooles gesehen oder gelernt haben. Und da tauschen wir uns einfach aus. Was wir am Ende der Woche machen, dass jeder in einem Scratch-Sheet reinschreibt, was der Status seines Projektes ist. Wir haben auch gar keine Struktur in dem Sinne, dass wir Manager haben. Wir sind jetzt über 25 Leute, aber trotzdem gibt es eigentlich niemanden, der einem übergestellt ist. Wir haben zwar ein paar bestimmte Leute, die bestimmte Rollen und kümmern sich eher um die Weiterentwicklung des Teams, also mehr Education oder bestimmte Sachen im Office. Aber im Prinzip kann jeder bei uns Projektmanager sein. Das kommt bei unseren Kunden auch extrem gut an, weil wenn sie von anderen Firmen zu uns rüberwechseln, ist es hauptsächlich deswegen, dass halt der Projektmanager keine Ahnung davon hat, was eigentlich gemacht wurde. Bei uns ist halt wirklich jeder Projektmanager und Ingenieur oder Softwareentwickler und hat wirklich Ahnung und ist involviert in dem Projekt. Und das kommt super gut an. Marcus: Ja, das ist echt viel wert. Ich hab das auch selber miterlebt, gerade in der Start-up Szene in Berlin, als ich da unterwegs war, dass gerade die Leute, die dann vermeintliche Head-Off Positionen haben oder C-Level Positionen hatten, ziemlich schnell reingekommen sind ohne dass sie dann dieses Technische oder Operative einmal gelernt oder Google Adwords Konto von innen gesehen haben. Und die wollten Dir dann erklären, wie man es am besten macht, obwohl Du es als operative Person ganz genau wusstest, das ist nicht der richtige Weg. Und das war echt immer schwierig. Gerade auch im Start-up, wo die Menschen dann mehr oder weniger gleichaltrig sind und viele junge Menschen da waren. Das hat mich selber so ein bisschen gestört. Stefan: Was wir auch noch machen, was vielleicht noch ganz interessant ist, wir teilen den Gewinn der Firma mit unseren Mitarbeitern. Wir haben da einen Buffer für die schlechteren Zeiten, aber wenn es wirklich gut läuft, dann gibt es jedes Quartal eine Gewinnbeteiligung für jeden Mitarbeitern. Wir haben ein Gremium von sechs Leuten. Das sind mein Business Partner und ich plus vier andere, die schon am längsten in der Firma arbeiten. Wir stimmen dann halt ab, wie viel anteilsmäßig jeder Mitarbeiter bekommen soll. Also prinzipiell verdient jeder gleich in der Firma, egal was er macht. Da haben wir ein Grundgehalt. Marcus: Egal wo er dann lebt oder herkommt? Oder wie hoch die Costs of Living sind? Stefan: Genau. Wir haben halt die Philosophie, dass sich jeder selber aussuchen kann, wo man leben mag. Ja, da gibt es halt die Gewinnbeteiligung am Ende des Quartals und das ist halt darauf bezogen, inwiefern sich jemand in die Firma integriert und mitgeholfen hat. Das sind nicht immer direkte Sachen, also er hat das Projekt vermittelt oder er hat das Projekt so und so viel unter Budget gemacht, aber da können andere Sachen reinkommen, wie zum Beispiel er hat sich drum gekümmert, dass das Office sauber ist oder er hat ein Barbecue organisiert oder er hat ein Wochenende in den Bergen organisiert, oder alles, was irgendwie zur Happiness der Firma beiträgt kommt da mit rein. Marcus: Cool. Gibt es da Mission Statement oder eine Vision, die für die Mobile Jazz steht? Stefan: Wir haben etwas, das heißt “Optimizing for Happiness”. Das kam aber eher aus einem Topf von mir, den ich gegeben habe. Der hieß ursprünglich “Optimizing for Happiness rather than Profit”. Also das ist eine Entscheidung, die wir treffen eigentlich mehr darauf beruht, unsere Kunden glücklich zu machen anstelle von wirklich den Gewinn zu maximieren. Das haben wir dann reduziert auf “Optimizing for Happiness”. Das ist so ein bisschen unser Mission Statement geworden. Marcus: Ja, ich denke das passt auch mega gut zu euch und eurer Einstellung. Ich glaube, das zeigt auch wieder - es gibt den Spruch: Money will follow. Wenn Du irgendetwas machst, wofür Du passioniert bist und dann auch drei Mal mehr gibst, als Du nimmst, dann ist es immer so, dass notgedrungen irgendwann das Geld dann auch von selbst kommen wird. Stefan: Ja, und ich mache auch noch so viel, was eigentlich unbezahlt ist. Das heißt für Kunden, die Fragen an mich haben und Consulting brauchen. Andere Firmen würden da irgendwie mega hohe Stundensätze verlangen und ich mache das eigentlich fast immer kostenlos. Einfach weil es mir spaß macht und weil ich gerne den Leuten helfe und sehe, dass da Probleme sind und sie da irgendetwas nicht richtig machen. Das kommt halt irgendwie immer zurück. Auch in den Communities in denen ich unterwegs bin oder bei Freunden. Das ist einfach viel Zeit, die ich kostenlos hergebe. Das kommt immer mehrfach zurück. Also da bin ich nie enttäuscht von. Marcus: Da bin ich mir absolut sicher und habe es auch oft genug gemerkt. Je mehr Du da hilfst, gerade Communities und ohne zu überlegen, wann Du das wiederbekommst, oder warum man das macht, sondern einfach weil Du da Spaß dran hast, dann kommt das auch irgendwann alles auf Dich zurück. Wie hast Du Dich persönlich aufgestellt? Wenn Du reist oder nicht reist? Wie lange bist Du dann in den einzelnen Offices? Ihr habt ja nicht nur eins in Barcelona, oder? Stefan: Barcelona ist das einzige Office, was 100%-ig uns gehört. Wir haben dann in Dubai noch ein Office, aber das ist eine Partnerschaft bzw. wir haben da in eine Firma investiert und nutzen deren Office mit. Marcus: Ist das auch eine App-Firma? Stefan: Nein, das ist keine App-Firma, sondern ein Produkt. Ein Teil des Produktes ist eine App. Das ist dann teilweise auch entwickelt mit der Regierung von Dubai. Das ist also ein Projekt für Education und die Universitäten. Da haben wir also ein super cooles Office. Dort heißt es “Dubai Technologie Entrepreneurship Center”. Das gibt es aber auch erst seit ein paar Monaten. Und in München haben wir noch ein Office, was aber auch mehr ein Office von Freunden von mir aus der Firma ist. Das nutzen wir halt mit. Marcus: Das heißt also theoretisch kann jeder Mitarbeiter auch in das Office nach Dubai oder nach München gehen, wenn er möchte? Stefan: Genau und wir haben auch ein super Verhältnis mit unseren Kunden weltweit. Ich sagen denen auch immer wieder: Wenn ihr wollt, kommt gerne mal bei uns im Office vorbei oder kommt zu uns nach Barcelona. Viele kommen dann auch zu uns nach Barcelona. Marcus: Ja, das glaube ich. Das klingt auch total nach neuer Welt. Auch das was wir da propagieren und versuchen rüberzubringen auf unseren Events. Das macht einfach keinen Sinn mehr, in verstaubten Offices zu sitzen von 9 to 5 und die Mitarbeiter da mehr oder weniger an die Bürostühle zu ketten. Solange die Firmen es so weiter vorleben, kann man auch die Kunden nicht ändern und umso schöner ist es zu sehen, dass die Kunden sich bei euch so drauf einlassen und genauso mitziehen und denen das genauso viel Bock macht, wie euch glaube ich, oder? Siehst Du da irgendwie einen Trend oder vielleicht eine Entwicklung, dass Du das Konzept heute vielleicht gar nicht mehr so oft erklären musst, wie vielleicht noch vor zwei Jahren oder wann ihr angefangen habt? Stefan: Ich glaube, da gibt es schon einen Trend, aber es wird sich in der professionellen Welt oder in der Firmenwelt sehr langsam entwickeln. Nicht nur wegen den Firmenführer selber, sondern auch wegen den Angestellten. Damit das Ganze funktioniert, muss ich zunächst einmal die Einstellung haben und meinen Mitarbeitern das Vertrauen geben. Andererseits müssen sie das auch bestätigen. Es gibt einfach noch viel zu wenige Angestellte, die wirklich die Firma leben und sich für die Firma engagieren. Also die arbeiten ihre Zeit ab und dann gehen sie halt Heim. Egal ob jetzt etwas wichtiges anliegt oder nicht. Und das muss ich halt ändern. Also bevor sich die Angestellten nicht ändern, können auch die Arbeitgeber nicht viel mehr Freiheiten geben, weil sie einfach selber schauen müssen, dass Sachen ordentlich erledigt werden. Dann brauchen sie Hierarchie und Prozesse und das alles. Marcus: Ja, das ist glaube ich auch die größte Angst und die größte Sorge der Arbeitgeber, dass die Mitarbeiter dann nicht mehr so arbeiten, wie sie das in ihrer Wunschvorstellung gerne hätten. Und das ist dann so ein Henne-Ei Problem. Weil einer macht keine Zugeständnisse, der zweite möchte auch keine machen und dann ändert sich halt gar nichts. Stefan: Ja, und das ist hier in Spanien zum Beispiel ganz krass. Da gibt es eigentlich fast keine anderen Firmen, mir ist zumindest keine bekannt. Wenn man mit Leuten redet - also die meisten Angestellten schimpfen ständig über ihre Arbeitgeber aber wenn man dann fragt, was sie so machen, dann reden sie halt die ganze Zeit davon, wie sie fünf Stunden am Tag Youtube schauen oder im Facebook sind. Also da schenkt sich keiner was und das Resultat ist hat eine Lose-lose Situation und keine Win-Win Situation. Marcus: Wie läuft das denn? Du sagst, ihr habt mittlerweile viele Bewerber. Machst Du das Recruiting oder den Onboarding Prozess? Stefan: Ich habe das am Anfang fast komplett selber gemacht. Mir war das sehr wichtig. Ich habe dann auch immer aus dem Bauchgefühl heraus Leute angestellt und bin damit sehr gut gefahren. Inzwischen habe ich das aber an einen Mitarbeiter weitergegeben von dem ich finde, dass er es noch besser macht. Ich mache das also bei allen Sachen immer so. Wenn ich sehe, dass jemand etwas besser kann als ich, dann gebe ich das sehr gerne ab. Weil dann habe ich weniger zu tun und der andere ist meistens auch glücklicher. Und das Ergebnis ist dann sowieso besser, wenn der andere das besser kann als ich. Marcus: Und wie stellt ihr sicher, dass der Team-Fit da ist? Lernen die sich vorher kennen, bevor es einen Vertrag gibt? Gibt es eine Probezeit? Stefan: Wie gesagt, viel geht aus dem Bauchgefühl heraus. Oft sieht man schon, dass sich eine kleine Freundschaft entwickelt, einfach nur im Interview. Und die meisten Leute kommen auch über Kontakte. Sie sind dann schon Freunde von Mitarbeiter oder von deren Freunden. Wir haben eine lange Liste von direkten Kontakten, die gerne bei uns arbeiten möchten. Die Sache ist, wir waren auch schon mal größer als Firma, und haben halt gemerkt, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwierig wird mit keine Hierarchie zu haben. Dann haben wir eine Hierarchie eingeführt für zwei Monate und haben das dann wieder weggeworfen. Wir haben uns gesagt, wir bleiben lieber kleiner. Marcus: War das dann eine klassische Top-Down Hierarchie? Stefan: Ja, ich weiß auch nicht mehr so genau, wie wir das damals gemacht haben. Also wir hatten nicht wirklich Plan. Wir haben einfach nur ein paar Sachen ausprobiert und dann wieder etwas anderes ausprobiert und haben dann irgendwann gesagt: Okay wir gehen einfach wieder zurück. Das war cool ohne Hierarchie und es ist nicht wichtig, dass wir noch mehr Kohle machen, sondern wir wollen einfach wieder den Lifestyle haben. Und das war der Grund, weshalb wir dann wieder zum alten Modell zurückgegangen sind. Marcus: Ja, spannend. Der eine Punkt den Du gerade erwähnt hast, dass oftmals Bekannte oder Freunde aus dem direkten Umfeld von Mitarbeitern sind, ist für eine Company Culture immens wichtig. Das betont zum Beispiel auch Gary Vaynerchuck immer wieder, dass er am Anfang, als er seine Medienagentur aufgebaut hat, nur enge Freunde eingestellt hat und mindestens Freunde von guten Freunden von ihm. Ich glaube schon, dass es so ist, dass man mit den Leuten, mit denen man sich dann am meisten auch umgibt, auch am meisten Gemeinsamkeiten hat und es dann besser funktionieren wird. Stefan: Ja, viele fragen immer, ob es nicht mal Probleme gibt, wenn Du mal jemanden feuern musst, aber wenn Du mit den Leuten ehrlich bist, egal ob Freunde oder nicht und es ist sehr transparent, dann musst Du einen auch nicht feuern oder sie machen wirklich etwas absichtlich sehr schlechtes. Wenn das Freunde sind, dann wäre sowieso die Freundschaft zerbrochen. Aber ich erwarte einfach nicht, dass das passiert. Ehrlich gesagt, ich denke nicht soviel über die Sachen nach. Wenn es passiert, dann kümmere ich mich drum. Bisher passt einfach alles. Marcus: Genau, das halte ich mittlerweile auch so. Arnold Schwarzenegger ist uns ja auch jedem ein Begriff. Er war ja nicht nur ein erfolgreicher Sportler, Unternehmer oder Politiker gewesen, sondern er war auf vielen Ebenen des Lebens extrem erfolgreich. Und er sagte auch, er hat sich um Probleme immer erst gekümmt, wenn sie aufgetaucht sind. Und ich war früher auch so ein Grübler oder ein Typ, der sich verrückt und wahnsinnig gemacht hat, was alles eventuell schief gehen könnte und war dann so blockiert und gehemmt, dass ich gar nicht erst losgelegt oder angefangen habe. Seitdem sich das so ein bisschen geändert hat in meinem Mindset, fallen mir die Dinge sehr viel leichter und das Leben macht auch viel mehr spaß. Stefan: Ich bin in der Hinsicht auch total entspannt. Ich habe auch vorhin erwähnt, dass eigentlich alle Entscheidungen, die ich getroffen habe, waren komplett risikofrei, weil ich nie etwas zu verlieren hatte. Ich lebe halt immernoch diesen minimalistischen Lebenstil. Ich meine, wir haben gut Geld verdient mit der Firma, aber ich nutze es einfach nicht. Ich habe ein kleines Sicherheitspaket, was eigentlich schon viel zu hoch ist, weil ich es nicht brauche, aber… Marcus: Wie hast Du das angelegt? Stefan: In Aktien, in Index-Fonds. Marcus: Ja in ETFs. Stefan: Ja genau. Selbst wenn alles irgendwie schief geht, dann könnte ich ohne Probleme irgendwie Geld verdienen. Sei es jetzt als Yoga-Lehrer oder als Kite-Lehrer am Strand. Ich finde da immer irgendetwas, weil ich einfach keine Ausgaben haben. Ich habe keine Hypothek zu bezahlen. Ich habe sonst keinen Kredit, gar nichts. Marcus: Ja, das ist soviel wert. Das ist auch das, was soviele Menschen auch gar nicht greifen können. Die sagen: Hey, Feli und Du, ihr seid die ganze Zeit am Reisen. Ich könnte das nicht machen. - Weil die Leute halt ihre laufenden Ausgaben zuhause noch haben und völlig überversichert sind und vielleicht doch mehr Miete zahlen und das Auto noch da steht, und der Pay-TV Kanal bezahlt werden muss. Und diese ganzen Sachen, wenn man die auf Null runterfährt und nur noch, so wie ich, mit drei T-Shirts von der gleichen Marke und zwei Hosen, da braucht man dann auch nicht viel Geld zum Leben. Hast Du denn so etwas wie eine Homebase oder würdest Du sagen, Du bist Weltbürger und überall zu Hause, überall gleich gerne zu Hause? Oder hast Du mehr Strand-Desties oder bist Du eher in Städten wie Barcelona zu Hause? Stefan: Also Städte gar nicht mehr so arg. Ich habe drei Jahre lang in Barcelona gelebt, das hat mir auch super gefallen. Aber irgendwann wurde es mir dann zu viel. Ich war immer schon ein Naturmensch, aber das hat auch ein Weilchen gedauert, bis ich das realisiert habe, dass ich viel lieber in der Natur lebe. Das ziehe ich inzwischen auch durch. Ich lebe seit einanderthalb Jahren in einem Camper Van und reise mit dem eigentlich in Europa an der Küste entlang. Also im europäischen Sommer. Zwischen Südspanien, meistens Tarif zum Kitesurfen, dann auch in der Gegend von Barcelona oder hier in den Bergen, also in den Pyrenäen; Frankreich an der Küste entlang, dann Italien wieder über die Dolomiten in die Alpen. Da verbringe ich sehr viel Zeit in Tirol in Österreich. Ab und zu bin ich auch im Schwarzwald bei meinen Eltern. Marcus: Cool, hast Du denn mittlerweile ein Setting aufgebaut, dass Du von überall arbeiten kannst? Ist der Camper entsprechend ausgestattet oder hast Du Deine Lieblings Co-Working Spaces? Stefan: In Co-Working Spaces bin ich gar nicht so oft. Ich arbeite am besten, wenn ich alleine bin. Ich arbeite schon mit anderen zusammen, aber ich brauche auch meine Ruhe. Ich habe für den Camper Solarzellen für die Stromversorgung und habe auch drei Batterien im Auto. Internet beziehe ich eigentlich nur über Sim-Karten, also 3G und LTE. Deutschland ist da in Europa noch relativ teuer, aber alle anderen Länder sind da extrem günstig. In Österreich zum Beispiel bekommst Du unlimited Data für 18 Euro pro Monat. In Spanien bekommst Du 20 GB für 30 Euro. Marcus: Ja ja. Bei Vodafone oder so ist es ja arg teuer. Und bei dem österreichischen Tarif kannst Du auch über Dein Notebook reingehen, das ist dann kein Problem? Stefan: Genau. Ich habe dann einfach eine Sim-Karte in meinem Handy und dann verbinde ich das mit meinem Laptop. Marcus: Ja, mega spannend. Vielen Dank für Deine Zeit! Vielleicht verrätst Du noch zum Schluss, wo es für Dich als nächstes hingeht und was so die nächsten Stationen sind. Stefan: Ja, der Sommer ist jetzt eigentlich für mich Konferenzen. Ich werde zu Deiner Konferenz, der DNX Global nach Berlin fahren. Dann verbringe ich ein bisschen Zeit in Tirol zum Mountainbiken und Wandern. Dann komme ich wieder zurück nach Barcelona, da ist die Mikro-Conf Ende August. Dann gehe ich nach Tarifa für zwei Monate zum Kitesurfen und Remote Working. Und dann überlege ich, ob ich danach nach Marocco gehe ins Sun Desk. In das Co-Working Space und Surf Camp. Und dann ist unsere letzte Mitarbeiterin bei Mobile Jazz aus Mauritius. Wir planen eigentlich, wie wir letztes Jahr in Thailand waren, dieses Jahr einen Trip nach Mauritius zu machen mit der Firma und dort unsere Zelte aufzuschlagen. Marcus: Sehr cool. Das klingt nach einem bewegten Leben, nach viel Spaß und ich glaube, Du bist jemand der im Jetzt lebt und für sich entdeckt hat, was ihn glücklich macht und genau nach diesen Werten lebt. So soll’s sein! Danke, Peace and Out! Stefan: Peace ande Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 20, 2015

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Interview mit Patrick Hundt von Healthy Habits

Herzlich Willkommen zu LifeHackz Folge Nummer 5. Heute ist jemand zu Gast der verschiedenste, erfolgreiche Online Businesses aufgebaut hat. Er war Agenturinhaber, ist dann aus der Agentur ausgestiegen auf eine längere Reise gegangen, hat von unterwegs Affiliate Einnahmen generiert. Hat dann den Reiseblog 101Places.de gestartet , hat nebenbei angefangen zu schreiben also war ne echte Content Maschine und hat ein E-Book nach dem anderen rausgehauen und konnte von diesen Projekten schon sehr gut leben. Hat dann sich dazu entschlossen ein weiteres Projekt zu starten -  intovertriert.org, wo er Introvertierten Leuten hilft. Als die Geschichte dann auserzählt war, hat er Healthy Habits gestartet. Und Healthy Habits dreht sich um gesunde Ernährung, um gesunde Gewohnheiten, das Projekt hat er zusammen mit einer Busines Partnerin gestartet und ich freu mich mega, dass er heute zu Gast ist bei uns auf dem Podcast: Patrick Hundt. Den Patrick habe ich kennengelernt, als wir nach Berlin zurückgekommen sind, von unserer ersten Asienreise, uns mit anderen Digitalen Nomaden connected haben, war er auch mit am Start und alle Shownotes zu der Folge findet ihr auf www.lifehackz.de/005 Und jetzt viel Spaß beim Interview mit Patrick In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du gesunde Gewohnheiten in den Bereichen Ernährung, Sport, emotionales Wohlbefinden und persönliches Wachstum entwickelst.
  2. Welche Sportroutine sich auf Reisen empfiehlt.
  3. Wie man sich als Introvertierte auf Vorträge vorbereitet.
  4. Wie man einen afrikanischen Erdnusseintopf kocht.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

Shownotes

Patricks veganes Lieblingsrezept

HealthyHabits

Surf-Office

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Ich freue mich heute Patrick Hundt von 101places, introvertiert.org hier auf dem Podcast zu haben.

HealthyHabits ist das neueste Projekt, hat aber auch vorher schon immer mal wieder online etwas gemacht. Also er hat einen langen Track Record Online. Ich freue mich umso mehr, dass Patrick heute dabei ist. Patrick, wo bist Du gerade? Patrick: Ich bin gerade in Leipzig, in meiner neuen Homebase. Ich habe jetzt zwei Wochen nach drei Jahren meines Herumreisens mal wieder eine Heimat, meine Wohnung und da lebe ich gerade ganz gut. Marcus: Ok cool. Ich habe das gelesen. Du warst ja vorher auch längere Zeit regelmäßig unterwegs als digitaler Nomade und hast ortsunabhängig gearbeitet und Dir jetzt aber auch wieder eine eigene Wohnung in Leipzig gesucht. Unter anderem glaube ich, um wieder Routine und Struktur in Dein Leben reinzubekommen. Patrick: Ja, das kann man so sagen. Mehr um an meinen gesunden Gewohnheiten zu arbeiten, die unterwegs immer ein bisschen durcheinander geworfen werden, weil sich immer wieder irgendwas ändert. Aber auch um mein soziales Netz besser zu pflegen und weiter auszubauen. Das sind so die beiden Hauptgründe. Um einfach mehr wieder hier zu sein und auch eine Basis zu haben, wo ich Leute einladen kann und wo ich auch mal wieder ein bisschen Alltag habe. Marcus: Aha, Du sagst gerade: gesunde Gewohnheiten. Das ist da gerade jetzt Dein Hauptfokus mit HealthyHabits, das wir natürlich auch in den Shownotes verlinken werden. Die Shownotes findet ihr unter lifehackz.de/Patrick. Und bei den gesunden Gewohnheiten wäre meine Frage an Dich: Inwiefern hat das für Dich einen Impact auf Deine persönliche Entwicklung gehabt und auf welche Bereich in Deinem Leben? Patrick: Das hat auf jeden Fall einen riesigen Einfluss auf mein Leben gehabt. Dass ich mich richtig gezielt um konkrete Gewohnheiten kümmere, das mache ich erst seit ungefähr einem Jahr. Seitdem habe ich noch mal einen ordentlichen Schub bekommen, aber auch davor schon in den letzten vier, fünf Jahren habe ich zum Beispiel meine Ernährung stark umgestellt. Ich war einmal schwer übergewichtig, eigentlich auch die meiste Zeit meines Lebens. Und da war das für mich natürlich ein riesen Thema und habe dann abgenommen. Das habe ich trotzdem nicht so richtig hinbekommen, mein Gewicht zu halten. Das schwankte immer so ein bisschen hin und her und das hatte viel mit Kalorien zählen und regelmäßigem Wiegen und so zu tun. Bis ich dann irgendwann mal den Dreh raus hatte. Das war dann Mitte letzten Jahres, als ich mich mit Gewohnheiten beschäftigt habe. Unter anderem die Gewohnheit, mich gesund zu ernähren und selbst zu kochen, und mir angeeignet habe, Lebensmittel zum Beispiel selbst zuzubereiten, oder zum Beispiel nur Wasser zu trinken oder hauptsächlich Wasser anstelle von Cola und Säften und was ich vorher alles so getrunken habe. Also im Bereich Ernährung habe ich einen großen Wandel hinter mir. Der nächste ist der Sport. Ich habe früher selten Sport getrieben. Dann bin ich irgendwann viel laufen gegangen und war damit aber auch nicht so richtig glücklich. Jetzt habe ich mir eine Kraftsportroutine antrainiert, mit der ich recht happy bin. Durch Ernährung und Sport bin ich jetzt körperlich ziemlich fit, glaube ich. Fitter als ich es vor vielleicht fünf oder zehn Jahren war. Bei HealthyHabits geht es aber noch um zwei weitere Bereiche, und zwar über das emotionales Wohlbefinden und persönliches Wachstum. Das sind auch zwei große Themen, die mir sehr wichtig sind. Da geht es dann zum Beispiel darum mein Sozialleben höher zu bewerten und Zeit mit Freunden zu verbringen anstatt immer nur zu arbeiten oder eben um die Welt zu reisen. Oder täglich in einem Buch zu lesen oder meinen Job sehr frei gestalten zu können. Das sind alles so Gewohnheiten aus den Bereichen Feel & Grow – Gutfühlen und persönlich wachsen. Marcus: Mega, mega spannend und ein weites Feld, was Du da abdeckst. Um da direkt mal reinzugehen: Du sagtest, Du hast beispielsweise jetzt Dein Sportprogramm neu aufgesetzt und das bringt Dich richtig nach vorne im Vergleich zu vorher, wo Du nur laufen gewesen bist, machst Du jetzt mehr Kraftsport. Ist das dann ein funktionales Training, weil Du ja vorher auch viel unterwegs gewesen bist? Heißt das Sport ohne Hilfsmittel oder gehst Du klassisch ins Fitnessstudio? Patrick: Ins Fitnessstudio gehe ich schon lange nicht mehr. Ich versuche Kraftsport mit meinem eigenen Körpergewicht zu machen. Ich habe eine Routine fürs Reisen. Wenn ich unterwegs bin, dann mache ich das alle zwei Tage in meinem Zimmer oder meiner Wohnung. Je nachdem wo ich dann gerade bin, stehe ich morgens auf und widme mich ca. 20 Minuten dem Kraftsport. Das klappt ganz gut, wenn es wirklich zur Routine wird und ich weiß, ich habe meinen Auslöser wenn ich morgens aufstehe und dann geht´s halt los. Da gibt es keine große Diskussion. Aber ein bisschen Überwindung gehört halt immer schon dazu und deshalb gefällt es mir, mich von außen motivieren zu lassen. Das mache ich, wenn ich in Leipzig bin. Da gehe ich in so ein Boot Camp. Da bin ich zwei Mal die Woche und da treibt mich dann jemand eine Stunde lang an und zwar so intensiv, dass ich dann am Ende richtig fertig bin und noch drei Tage Muskelkater habe. Da merke ich dann wirklich, dass da mit meinem Körper etwas Positives passiert. Marcus: Cool, das klingt spannend. Muss man sich das so vorstellen, dass es dann draußen unter freiem Himmel stattfindet und um einen richtigen Freeletics geht, mit viel Burpee Sit-ups, Push-ups, Pull-ups? Patrick. Genau. Es gibt da bei dem Anbieter, bei dem ich in Leipzig bin, verschiedene Programme. Das gibt es auch indoor, das TRX Programm, ich weiß nicht, ob Du es kennst. Und das eigentliche Boot Camp, das findet eigentlich eher draußen statt. Also auch im Winter wenn es kalt ist und nass und regnet. Mehr Spaß macht das natürlich jetzt, wo es frühlingshaft wird und die Sonne abends noch scheint und es hell ist. Und genauso ist es. Man ist dann draußen irgendwo im Park für eine Stunde mit einem Trainer und ca. 10 Teilnehmern und dann gibt es Liegestütze und Burpees und Sprints und viele andere fiese Sachen, die dann richtig weh tun aber auch wirklich gut tun. Marcus: Ja, also ich muss sagen, ich habe das jetzt einmal ausprobiert, als wir in Medellin für vier Wochen gewesen sind, Anfang dieses Jahres. Da habe ich zum ersten Mal Crossfit gemacht und auch mit eigenem Körpergewicht gearbeitet, wo es dann auch viel um Deadlift ging, Burpees, Sit-ups, das funktionale Training. Da dachte ich, ich wäre vorher einigermaßen fit und sah auch einigermaßen danach aus, weil ich regelmäßig ins Fitnessstudio ging. Aber wenn es dann um die Ausdauer ging oder auch um Kraftausdauer, da war ich wirklich tot und richtig am Ende. Ging Dir das am Anfang auch so? Patrick: Das geht mir immer noch so, ja. Also ich glaube mit so einem Programm, kriege ich mein Leben ganz gut kaputt Ich war ja jetzt lange auf Reisen und habe mein eigenes Programm gemacht. Das ist ein bisschen weniger intensiv und auch ein bisschen anders und da gibt es im Boot Camp wieder andere Muskelgruppen, die beansprucht werden. Also die Trainer finden auch immer wieder noch Muskelgruppen, die ich vorher noch nicht beansprucht hatte. Und das reicht dann schon um völlig fertig zu sein, wenn die so einen Trigger finden, für den ich eben nicht trainiert bin. Sagen wir mal, wenn ich für mich trainiere, dann mache ich Liegestütze. Aber im Boot Camp dann andere Sachen. Da nützen die Geschütze am Ende auch nicht mehr so viel. Insofern gibt es immer wieder neue Übungen, um immer wieder richtig kaputt zu sein. Markus: Also was mich gerade in dieser Crossfit-Box in Medelling gepusht hat, war diese starke Gemeinschaft. Dass man irgendwie ein bunt zusammengewürfelter Haufen war aus älteren Leuten, jüngeren Leuten, Frauen, Männer, eher sportlich, eher unsportlich, aber alle haben an einem Strang gezogen und sich gegenseitig angefeuert und emotional gepusht. Ist das bei euch auch so, dass ihr da so ein krasses Gruppengefühl über den Sport aufbaut? Patrick: Also bei mir ist es noch nicht so. Ich bin auch noch relativ frisch dabei. Ich war halt länger unterwegs und deshalb eben zwei Monate am Stück nicht da, aber ich sehe da schon, bei denen die sich gut kennen, sich freundlich begrüßen und sich da auch gegenseitig anspornen. Aber egal ob ich die jetzt gut kenne oder nicht, wenn da zehn Leute sind, die alle die gleichen Übungen machen und da richtig Effizienz erweisen, dann motiviert mich das auch einfach mehr. Da will ich mich dann auch nicht hängen lassen. Dann gibt es da in der Regel auch ein Buddy-System, das heißt eine Übung wird immer zu zweit gemacht bzw. abwechselnd zu zweit und das motiviert auch gut. Mit einer Person, die die gleiche Übung im gleichen Moment macht. Oder auch wartet, bis ich mit meiner Übung fertig bin damit er dann mit der Übung anfangen kann und so. Das motiviert. Marcus: Sehr cool und Du sagst, wenn Du auf Reisen bist, dann versuchst Du eine gewisse Routine reinzubringen. Eine Struktur, um dann morgens mit Deinem Sportprogramm anzufangen. Hast Du eine tägliche Morgenroutine, die sich unterscheidet, wenn Du unterwegs bist oder wenn Du zuhause bist? Oder gestaltest Du Dir jeden Tag individuell? Patrick: Auf Reisen hatte ich tatsächlich eine ziemlich feste Routine. Zumindest jeden zweiten Tag, weil ich diesen Kraftsport eben jeden zweiten Tag gemacht habe. Da ging es auf jeden Fall so los, also eigentlich begann der Tag mit Lesen im Bett. Und als ich dann aufgestanden bin, kam der Kraftsport, dann duschen, dann Frühstück und dann geht´s an die Arbeit. Jetzt zuhause habe ich nicht so eine feste Routine, da ich dieses Sport-Thema ausgelagert habe. Wenn ich dann unterwegs bin und der Sport so wichtig ist, dann wird halt alles andere so ein bisschen drum herum gebaut. Jetzt gehe ich einfach abends zum Boot Camp und fertig. Dann habe ich morgens nicht mehr diese feste Routine. Marcus: Auf jeden Fall sehr spannend. Und bei HealthyHabits habe ich gesehen, dass ihr da verschiedene Bereiche bearbeitet, unter anderem auch Sport aber auch sehr stark den Ernährungsbereich, um gerade ein Umdenken bei den Leuten stattfinden zu lassen. Was ich eigentlich sehr cool und sympathisch und auch innovativ an der Seite finde ist, dass es sehr nachvollziehbar beschrieben ist und nicht zu verkopft und wissenschaftlich Dinge erklärt werden, sondern Sachen, die eigentlich eh schon klar sind, einfach noch einmal erklärt werden, dass es einem noch bewusster wird, was man da eigentlich tut oder was man dem Körper nichts gutes tut. Patrick: Wir wollen unsere Texte einfach so beschreiben, dass wir nach etwas Besonderem klingen und dadurch lesbar sind. Und das macht ein Blog für mich aus im Gegensatz zu einem wissenschaftlichen Buch oder einem Magazin oder so. Wir schreiben einfach aus unseren persönlichen Perspektiven und Erfahrungen und da erreichen wir dann auch die Leute. Es gibt für jedes Problem, für jede Herausforderung die wir haben, ob es sportlich oder ernährungstechnisch oder das persönlich Wachstum, es gibt immer Leute, die genau die gleichen Herausforderungen haben und die fühlen sich durch unsere Texte auch angesprochen. Das wollen wir demnächst auch ein bisschen aufbereiten, indem wir eine Community ausbauen. Da wollen gibt es dann einen geschlossenen Mitgliedsbereich. Der ist auch vollkommen kostenlos. Über den können dann Leute zusammenfinden in einem Forum und können diskutieren und können ihre Buddys finden. Also ein Mitglied kann sich als Buddy bezeichnen. Das kommt ursprünglich aus dem Tauchsystem. Du tauchst ja glaube ich auch, ne? Marcus: Ja. Patrick: Also niemand geht jemals alleine tauchen. Du brauchst immer einen Partner dazu. Und so ähnlich sehen wir das jetzt auch mit den gesunden Gewohnheiten. Wir wissen halt, es ist immer leichter, wenn jemand anderes noch mitzieht. Und ich weiß, dass viele Leute zuhause alleine sitzen oder vielleicht in Familie oder mit einem Partner und niemand um sich herum zieht mit. Und dann ist es gut, jemanden zu kennen, der einen auch ein bisschen dafür verantwortlich macht, dass man die Gewohnheit durchzieht. Dass wir dann eine Community mit Menschen etablieren, die alle gemeinsam gesund leben wollen. Marcus: Also ich bin auch überzeugt davon, dass wir in der Gemeinschaft noch mal besser funktionieren, als wenn man den Weg alleine gehen muss. Entgegen aller Widerstände, die vielleicht auch aus dem näheren Umfeld da sind oder man ist vielleicht selber nicht so motiviert an dem Tag. Ich habe das selber bemerkt, als ich mit Sport angefangen habe. Da bin ich regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen und hatte mir relativ schnell einen Trainingspartner gesucht. Dadurch dass man dann immer diese Verbindung zu dem Trainingspartner hatte, in gewissem Sinne war das dann auch schon ein Buddy oder ein Goal-Buddy. Man hatte gemeinsame Ziele, nämlich zusammen Sport zu machen und zu wachsen, da hatte man dann ein ganz anderes Mind-Set zum Training zu gehen, als wenn Du das, glaube ich, alleine machen würdest. Patrick: Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich hatte auch eine Phase, wo ich das alleine gemacht habe. Aber da bin ich nur in dem ersten Jahr regelmäßig gegangen und das war ein Jahr, wo ich dann mit einem Kollegen zusammen gegangen bin. Da war das dann auch völlig selbstverständlich. Ich musste mich da nicht dazu motivieren. Wir hatten einen festen Termin und dann gingen wir dahin. Dann war das immer eine runde Sache. Erst als er weggezogen ist, bin ich immer seltener hingegangen. Da musste ich mich dann immer anschubsen und alles ist einfach schwieriger, wenn man es alleine macht. Marcus: Ja absolut. Vielleicht kannst Du noch etwas zu den Challenges sagen, die ihr auch über HealthyHabits auf Facebook organisiert habt, zur Umstellung der Ernährung. Ich glaube, ihr habt eine Anti-Zucker Challenge gemacht? Patrick: Genau. Wir hatten im Februar die 28 Tage Anti-Zucker Challenge veranstaltet. Da haben wir bei Facebook ein Event angelegt und vorab schon einige Artikel zum Thema Zucker und Zuckerentwöhnung geschrieben und das lief erstaunlich gut. Ich hatte Anfangs damit gerechnet, dass da vielleicht 50 Leute mitmachen, weil unser Blog auch noch nicht so groß war. Der ist ja auch immer noch relativ neu. Und dann kamen über Facebook über 900 Leute zusammen, die alle gemeinsam jetzt auf Zucker verzichten wollen. Einfach weil die jeweiligen Teilnehmer, die wir dann eingeladen haben oder unsere Leser, die haben dann wiederum Freunde eingeladen und so sammeln sich ein Haufen Leute, die gemeinsam auf Zucker verzichtet und sich dann besser gefühlt haben. Ich gehe auch stark davon aus, dass viele davon auch hinterher ihren Zuckerkonsum stark reduziert haben. Aus meiner Sicht ist Zucker schon ziemlich fies. Ich war früher auch Zuckersüchtig. Da scheiden sich jetzt die Geister, ob Zucker süchtig macht oder nicht. Aber ich habe wahnsinnig viel Zucker konsumiert. Heute ist das auch noch so. Wenn ich einmal anfange, dann kann ich schwer wieder aufhören. Und das ging in der Challenge halt viel leichter, weil jeder wusste: Ok da sind jetzt noch ein paar hundert andere Leute und ein paar kenne ich sogar und die machen auch mit. Deswegen spar ich mir jetzt vielleicht den Schokoriegel und esse was gesundes. Weil dieses Challenge-Konzept so gut funktioniert hat, werden auch andere Gewohnheiten demnächst übertragen. Das nächste, was wahrscheinlich kommen wird ist eine Smartphone-Challenge. Ich glaube, dass viele Menschen, gerade junge Menschen ein Problem damit haben, so viel Zeit mit dem Smartphone zu verbringen und immer rumzudackeln und immer wieder raufzugucken um E-Mails abzurufen oder sich bei Facebook einzuloggen. Ich weiß, dass viele selbst davon genervt sind und selbst nicht so richtig wissen, wie sie davon loskommen können. Da werden wir demnächst einmal eine Challenge draus machen, die wir dann aber vermutlich nicht bei Facebook abhalten, sondern bei uns in der Community, um uns noch ein bisschen enger zusammenzutun. Marcus: Also das ist ein mega spannendes Thema, glaube ich. Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass es eine Kampagne auf kickstarter, eine der erfolgsreichsten Kapagnen ever geworden ist. Das was die Crowdfunden lassen, ist ein kleiner Tresor, wo man dann sein Smartphone reinlegen kann und der Familienpartner kriegt dann für das Wochenende den Schlüssel, glaube ich. So eine einfache Idee ist dann so durch die Decke gegangen und daran hat man dann gesehen, wie groß der need ist an irgendwelchen Hilfestellungen. Weil jeder weiß, dass es nicht gut ist und macht irgendwie dumme Sachen am Smartphone und ärgert sich danach. Aber die wenigsten wissen, wo man das Thema dann anpacken soll oder wie man das anpacken soll. Patrick: Ja dann bewahrt man es eben im Tresor auf. Aber es ist lustig: ich saß da gestern Abend mit zwei Freunden zusammen und haben genau über dieses Problem gesprochen. Und die meinten auch, „Mensch. Eigentlich müsste man zuhause einen Tresor haben, wo wir das Ding einschließen“ Marcus: Echt?! Patrick: Ja, das haben die wirklich gesagt. Und das hat mich gerade positiv überrascht, dass es offenbar ein Produkt dafür geben wird. Ob man es jetzt direkt gebraucht ist vielleicht eine andere Sache. Es mag auch noch andere Möglichkeiten geben, es auszuschalten und einfach wegzulegen, weil das Hochfahren ja schon ein paar Sekunden dauert. Die paar Sekunden genügen ja oft schon, um sich von der schlechten Gewohnheit abzuwenden. Marcus: Ja es gibt da so viele Tricks. Ich glaube auch, dass wenn man Apps löscht auf dem iPhone oder was ich mir jetzt angewöhnt oder gemacht habe ist, alle Notifications und Push-Funktionen sowieso auszuschalten. Dass Du gar nicht mehr diese Bubbles hast und siehst: Ok 3 neue Mails, 5 neue Nachrichten auf Facebooks und bei Twitter gibt es dann auch 9 Notifications. Das macht einen auf Dauer ja auch richtig wahnsinnig. Auch wenn man es nicht will, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Und es ist eine schlechte Gewohnheit, die man schwer wieder rauskriegt. Patrick: Wenn man das nicht richtig anpackt, dann wirst Du das nicht wieder los. Ich habe vor zehn Monaten zum Beispiel alle meine E-Mail Accounts auf dem Smartphone deaktiviert. Ich habe seit zehn Monaten keine E-Mail auf dem Handy mehr abgerufen und ich habe nichts verpasst. Mir fehlt nichts. Ich habe alle Social Media Apps runtergeworfen. Ich habe jetzt nur noch die Messengers drauf, also Whats App und Facebook-Messenger, sodass ich halt mit Leuten kommunizieren kann, aber die eigentliche Facebook-App habe ich nicht. Twitter nicht, Google+ nicht. Marcus: Ja. Ich habe das auch gemerkt. Am Anfang ist man noch voll fasziniert und geflasht von den neuen Möglichkeiten und ich kann jetzt von überall arbeiten, zum Beispiel in der U-Bahn und E-Mails schreiben. Aber im Grunde ist es nicht so cool unterwegs mal eben schnell eine E-Mail zu schreiben, wo man dann vielleicht noch einen Link braucht oder etwas zweites raussuchen muss oder eine Signatur einfügen will von irgendeinem anderen Account. Das funktioniert halt alles nicht so cool auf dem Smartphone. Das wird dann eher eine verkrüppelte E-Mail, wo man sich denkt: Ach hätte ich mir mal die 5 oder 10 Sekunden – länger dauert das ja auch nicht – am Rechner genommen. Was ich auch spannend finde ist jetzt noch ein Projekt, was im Rahmen von dem Surf-Office, was ja eigentlich ein Co-Living und Co-Working-Projekt für Online-Unternehmer ist, wo ich mit Feli letztes Jahr auch schon gewesen bin, auf Gran Canaria. Das ist sehr cool, weil Du da quasi einen Co-Working Space hast und kannst dann aber auch mit den Leuten Activities machen. Du gehst Hiken, Du gehst Surfen, viel funktionales Training, da hat man so Crossfit-Stangen draußen an der Promenade aufgebaut. Und aus dem Inneren von diesem Surf Camp heraus ist jetzt ein neues Camp geboren worden, wo glaube ich drei oder fünf Tage ein kompletter Retreat ist und Back to the Basics, wo dann auch die iPhones vorher abgegeben werden, keine Computer und es wird Essen mitgenommen und dann draußen unter dem freien Himmel geschlafen und gekocht und gegrillt. Und ich glaube davon wird es in Zukunft auch immer mehr Retreat und Camps geben, also ein bisschen zurück von der Bewegung der totalen digitalen Erreichbarkeit. Patrick: Ja das kann ich mir sehr gut vorstellen. Da wäre ich vielleicht auch Zielgruppe. Da war ich zum Beispiel zwei Monate in Südafrika – die meiste Zeit habe ich in Kapstadt verbracht. Für zwei Wochen war ich auch einfach mal raus aufs Land und in der Wüste und hatte jeweils für eine Woche eine kleine Hütte, wo nicht viel drum herum war, eine Hand voll Menschen und sonst nur Wüste, Berge und ein paar Sträucher. Und alleine das war schon ganz befreiend, muss ich sagen. Marcus: Was ich bei Dir auch faszinierend gefunden habe, ich glaube, Du warst in den Staaten und hast da auch eine gute persönliche Weiterentwicklung gemacht. Vielleicht war es auch die Phase in der Hütte. Da warst Du ganz abgeschieden und hast sogar ein Instrument gelernt – Gitarre spielen gelernt – wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht kannst Du dazu auch noch mal etwas sagen? Patrick: Das war ja im letzten Jahr, genau, im Sommer. Da war ich für zwei Monate in den USA und habe ein bisschen Zeit in Portland, in San Francisco und dazwischen auch unterwegs. Eine Woche im Wald, das heißt in einem kleinen Dorf, wo aber nur zehn Menschen gelebt haben. Und da gab es „leider“ sogar WiFi in der abgeschiedenen Hütte. Aber ich hatte mir ja vorher schon vorgenommen, dass ich es nicht aktivieren werde und habe ich auch nicht. Da war ich dann eine ganze Woche Offline – das hatte ich schon seit etlichen Jahren nicht mehr. Ich hatte in der Woche natürlich auch wahnsinnig viel Zeit, weil ich auch alleine da war und da war drum herum nichts zu tun, also habe ich mich dann mit mir selbst beschäftigt und meinen Gewohnheiten. Ich habe viel gelesen, viel Sport gemacht, hab ein bisschen spanisch gelernt, habe Gitarre gespielt. Und die Tage gingen auch so ziemlich schnell herum, muss ich sagen. Ich habe mich besser damit gefühlt, oder frischer einfach. Ich war auch viel draußen in der Zeit, als wenn ich jetzt irgendwo in San Francisco in einem Café vor meinem Laptop gehockt hätte. Beides muss man tun. Man muss ja auch ab und zu arbeiten. Das macht mir auch Spaß und ich sitze auch gerne mal in einem Café in San Francisco, aber der Ausgleich dazu, der ist mir mittlerweile auch sehr wichtig geworden. Marcus: Das glaube ich. Was mich persönlich immer so fertig macht ist dieses Gefühl, dass andere Dir Saft oder Power nehmen, sobald Du in diesen Passivmodus reingehst und die E-Mail zum Beispiel öffnest oder Deinen Facebook Account. Und jeder will ja irgendwas, was ja auch cool ist. Man hilft ja auch gerne, man gibt gerne viel. Aber im Grunde bist Du nur noch am reagieren. Patrick: Ja das stimmt. Und nicht jede Nachricht ist positiv. Es gibt auch negative Nachrichten. Da haben wir ein klassisches Beispiel: Ich habe einen guten Tag oder einen guten Abend, weil ich mit Freunden zusammen war und dann, kurz bevor ich ins Bett gehe, schaue ich noch einmal kurz bei Amazon vorbei, was meine Bücher dort machen. Und dann haut mir da jemand eine 1-Sterne-Rezension rein. Das kommt vor, das ist nicht schlimm. Aber in dem Moment fühlt sich das natürlich nicht gut an und macht mir eigentlich den ganzen Abend kaputt. Das hätte ich mir auch für später aufheben können, wenn ich mich dann sowieso mit anderen Dingen beschäftige; mit meiner Arbeit und so. Aber so liege ich dann abends im Bett und grübele über die schlechte Rezension nach. Sowas müsste man eigentlich vermeiden. Marcus: Genau, gerade kurz vorm Schlafengehen oder im Bett. Hast Du da auch so etwas wie eine Tablet oder screenfreie Zone in Deinem Schlafzimmer eingerichtet? Dass man sagt: keine Smartphones, Computer, iPads oder Kindles mehr? Patrick: Ja fast. Also früher hatte ich immer noch einen Fernseher im Schlafzimmer. Das habe ich jetzt schon mal abgeschafft. Tablet habe ich nicht mehr und mein Smartphone werde ich demnächst durch einen Wecker ersetzen. Also so einen richtigen. Marcus: Aha so einen Oldschool-Wecker (lacht) Patrick: Ja, den muss ich nur noch bestellen und dann ist es eine screenfreie Zone. Marcus: Genau das ist auch mein Ziel. Lustigerweise, weil Du es gerade sagst, habe ich mir auch einen Wecker rausgesucht und will den jetzt bestellen für die nächste Zeit und das Handy oder Smartphone dann komplett vor der Türe lasse. Patrick: Das ist auch der einzige Ausweg, dass ich halt einen Wecker brauche. Deshalb nehme ich auch noch mein Smartphone mit, aber im Zweifel mache ich dann doch noch eben andere Sachen. Und natürlich geht die Hand, wenn ich das Smartphone als Wecker benutze – als Erstes nach dem Aufstehen auf das Handy. Und das ist nicht cool. Daher ist ein Wecker schon besser. Marcus: Du sagst von Dir selber, dass Du eher introvertiert bist. Dazu hast Du ja auch ein großes Projekt aufgezogen mit Forum, was glaube ich, immer noch sehr gut läuft und warst, oder ich weiß nicht ob Du es noch bist, eher so Dein einziger Herr gewesen, hast aber Dein neuestes Projekt glaube ich zusammen mit Deiner ehemaligen Arbeitskollegin oder guten Freundin HealthyHabits aufgezogen. Kam das durch Zufall? War das eine bewusste Entscheidung, weil Du selber etwas ändern wolltest oder wie ist das passiert? Patrick: Halb Zufall, halb bewusst würde ich sagen. Ich habe mich im letzten Jahr mit dieser früheren Kollegin und jetzt guten Freundin Jasmin getroffen. Sie hatte da auch eine schwierige Phase als sie aus ihrem damaligen Job gekommen ist und war da krank geschrieben und hat da einfach viel Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und wollte diese Zeit auch nutzen. Wir hatten uns dann jede Woche einmal getroffen und ein paar Stunden über Gott und die Welt gesprochen und irgendwann wurde ihr klar, dass sie etwas Neues brauchte. Vielleicht nicht unbedingt einen neuen Jobwechsel. Und wir haben dann überlegt, was kann sie da machen und hatten auch einige Ideen. Aber nichts hat so richtig gezogen und irgendwann kam dann die Idee: ein Blog über gesunde Gewohnheiten. Also darüber zu schreiben, was man sowieso jeden Tag macht. Also Sachen mit denen wir uns eh beschäftigen. Mit dem Lesen, mit der gesunden Ernährung, mit dem Sport usw. Marcus: War das dann eure gemeinsame Basis oder Brücke, dass euer Verhältnis dann noch besser wurde, nachdem ihr euch dann wiedergetroffen hattet? Bevor das Projekt gestartet ist. Patrick: Ja ich glaube schon. Das hat sich aber erst aus den Gesprächen heraus entwickelt. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass ich davor schon einmal ordentlich gekocht hätte und wir uns darüber unterhalten haben und sie mich dann doch ein bisschen dazu motiviert hatte, das mal anzugehen. Daraus haben sich auf jeden Fall viele meiner gesunden Gewohnheiten entwickelt und sicherlich auch ein paar von ihren. Dann hatten wir halt die Idee dafür und ich dachte mir, eigentlich wäre das auch etwas für mich. Ich hatte schon gemerkt, dass mein Reiseblog, also das ist ja das Projekt von dem ich lebe, nicht mehr so richtig nachhaltig ist, wenn ich schon mit dem Gedanken spiele nicht mehr so richtig viel zu reisen. Also ein Reise-Blog ohne zu reisen macht halt wenig Sinn. Deshalb war schon klar, ich brauche da auch wieder etwas Neues. HealthyHabits fand ich so eine coole Idee, die auf uns beide auch so gut gepasst hat, dass wir das einfach zusammen gemacht haben. Und da ich schon einmal mit ihr zusammen gearbeitet habe, wusste ich, das funktioniert auch. Das macht mir Spaß und es motiviert mich extrem, dass ich weiß, da zieht jemand mit. Also wieder eine Art Buddy-System. Marcus: Ja das merke ich auch bei Feli und mir und unseren gemeinsamen Projekten. Das ist so cool und wichtig da jemanden auf Augenhöhe zu haben, mit dem man sich dann austauschen kann und auch pusht. Man muss ja sagen HealthyHabits ist ja wirklich super erfolgreich gestartet und ihr habt ja mega Gas gegeben. Ich glaube, es gibt da auch schon einige Bücher aus dem Projekt heraus, die da entstanden sind. Patrick: Ja, das ist richtig. Ich bin wirklich ganz zufrieden. Also ein Blog braucht natürlich immer so seine Zeit bis er anläuft, aber wir haben jetzt ungefähr ein halbes Jahr rum und haben so 15.000 Leser im Monat. 1.300 Abonnenten, 2.000 Fans und es wächst jetzt alles ziemlich stark. Und gerade in den letzten Wochen hat es noch einmal einen richtigen Schub gegeben nachdem wir im Februar beide so eine Art Pause gemacht haben. Jasmin war im Urlaub und ich war in Südafrika im halben Urlaub, sag ich mal. Hab auch ewig gemacht und danach haben wir auch ordentlich Gas gegeben. Marcus: Was heißt mehr Gas gegeben? Mehr Content produziert oder inwiefern habt ihr da mehr reingehauen? Patrick: Genau – mehr Content produziert und mehr Gastartikel geschrieben. Jetzt die Arbeit an der Community, die natürlich noch keine Früchte trägt, weil sie noch nicht live ist, aber das verschlingt sehr viel Zeit. Das wird aber, glaube ich, sehr gut und wird uns noch einmal einen richtigen Schub geben. Dann haben wir jetzt angefangen Newsletter-Kooperation mit anderen Bloggern zu machen, die uns in ihrem Newsletter vorstellen und wir stellen sie vor. Das zieht auch noch einmal ganz gut um neue Abonnenten zu gewinnen. Kurz vor unserer Auszeit haben wir zwei Bücher geschrieben. Ein längeres Buch über 200 Seiten, es heißt „Echtes Essen“. Da haben wir unsere Ernährungserfahrungen aufgeschrieben. Kurz darauf noch ein kürzeres Buch, das gibt es auch nur als Ebook und nennt sich „Alltäglich: beweglich“, wo es um die alltägliche Bewegung ohne den Sport geht. Also um Bewegungsgewohnheiten im Alltag. Das waren so die Projekte Anfang des Jahres und jetzt gehen wir eher wieder auf Reichweiten Steigerung. Marcus: Krass. Die beiden Bücher, die kann man auch bei Amazon kaufen, oder? Patrick: Genau, die gibt es bei Amazon, ja. Marcus: Perfekt. Das Thema Sport oder Ernährung, ich selber merke das ja auch, ist natürlich so ein Thema was polarisiert. Was sehr mainstreamig ist und viele Leute sich damit beschäftigen. Aber ich glaube genauso gefährlich ist Halbwissen im Umkreis und irgendwie hat jeder etwas zu sagen und versucht da so seine eigenen Ansichten durchzudrücken oder wird fast schon sauer oder böse, wenn dann einer nicht Vegatarier oder nicht Veganer ist,;oder der andere macht Low-Carb und das ist aus dem Grund nicht korrekt; und zu viel Zucker; und Zucker macht ja doch nicht süchtig; das ist schon ein emotionales Thema. Merkt ihr das auch bei euch auf dem Blog. Dass da sehr kontrovers diskutiert wird und sich einige Leute auf den Schlips getreten fühlen. Patrick: Nicht extrem aber es hängt stark vom Thema ab. Jasmin und ich, wir sind beide Vegetarier. Jasmin schon lange, ich erst seit ein paar Monaten. Wir haben aber erst einen Artikel über das Vegetariersein geschrieben und der, der kam nicht so gut an. Da haben sich dann alle Fleisch-Esser oder Menschen die sich halt mit tierischen Produkten ernähren, die fanden das nicht so gut, weil sie das Gefühle hatten, da wird ihnen wieder etwas aufgezwungen, was sie eigentlich nicht haben wollen. Das war überhaupt nicht die Intention des Artikels, aber das kam schnell so an. Und da haben wir am stärksten gemerkt, dass das Thema sehr polarisieren kann. Beim Zucker schon weniger. Da scheint es einen Konsens zu geben darüber, dass Zucker jetzt nicht so besonders gut für uns alle sein kann. Marcus: Das ist ja eigentlich das coole, das wir alle aufgeklärt sind. Hier in Deutschland, Europa und in der restlichen Welt gerade auch was der Impact von Zucker zum Beispiel ausmacht. Um so erschreckender und trauriger finde ich – wir reisen ja auch viel – wenn man in vermutlich ärmeren Ländern wie in Südamerika unterwegs sind und wo es fast keine andere Option gibt, als diese fetten Cola-Flaschen. Am besten drei Literflaschen voll mit Zucker zu kaufen und die Kinder entsprechend anerzogen werden, später dann auch Zuckersüchtig zu sein und nur auf diese Zuckersachen zuzugreifen. Patrick: Klar, Du kannst auch in Mexiko, das ist glaube ich offiziell das süchtigste Land der Welt, eine Flasche Wasser kaufen. Aber wenn nie jemand darüber redet oder nie jemand darüber aufregt, dass Zucker vielleicht ein Problem sein könnte, dann trinkst Du natürlich schon eher die Cola. Das würde ich wahrscheinlich auch machen. Ich trinke auch ganz gerne Cola. Allein vom Geschmack her. Die schmeckt mir einfach gut. Aber ich habe sie jetzt lange nicht mehr getrunken. Einfach weil ich weiß, wohin sie mich geführt hat. Mein schweres Übergewicht zum Beispiel und die ganzen Folgekrankheiten die daraus entstehen. Da sind wir sicherlich schon etwas besser aufgeklärt, wobei hier glaube ich auch noch Nachholbedarf besteht. Du meintest ja eben schon, es gibt gefährliches Halbwissen. Es gibt ja ganz verschiedene Theorien seit den letzten Jahrzehnten, was die Leute eigentlich Dick oder krank macht. Ist es jetzt das Fett oder sind es Kohlenhydrate oder Zucker oder sind Proteine jetzt schädlich? Niemand weiß es ganz genau. Dann liest man halt mal ein Buch und das macht so Sinn. Jetzt leb ich mal danach. Wenn es jetzt bei demjenigen funktioniert, dann ist es auch schwer denjenigen zu überzeugen. Aber wie mit jedem Artikel wollen wir sowieso eigentlich niemanden überzeugen, sondern wir versuchen es so zu kommunizieren, dass wir dann aufschreiben was wir selber machen und was für uns selber gut funktioniert. Und dann finden wir hoffentlich eine Zielgruppe, die das ähnlich sieht oder die sich davon inspiriert fühlt. Da möchte ich jetzt niemanden davon überzeugen vegetarisch zu leben. Das ist mir wirklich ziemlich egal, ob es jemand macht. Marcus: Aber der Punkt, dass die Leute da bei euch auf dem Blog sind und lesen spricht ja schon dafür, dass sie sich grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen – in welcher Form auch immer. Das ist schon einmal gut und wichtig. Ich glaube jeder der sich in der kleinsten Weise hinterfragt und überlegt: ist das alles so korrekt was ich hier mache oder was ich esse? Oder die Fleischesser, vielleicht hinterfragen die auch: wie werden die Tiere denn gezüchtet oder gehalten oder was kriegen die vielleicht auch für Medikamente, wie Antibiotikum. Ist das doch vielleicht nicht so cool, was dann bei mir im Körper ankommt. Ich glaube, das hilft alles, um euren Blog, der das vermeintlich griffiger und transparenter und nahbarer macht, dadurch dass es mit euch beiden praktisch zwei Testimonials gibt, wo man sich auch gut mit identifizieren kann. Das hat eine Funktion in diesem ganzen System. Man lernt nie aus. Gerade ich suche auch immer nach neuer Optimierung oder nach neuen Erkenntnissen. Und immer wenn man denkt: okay, jetzt hast Du den Bereich im Griff. Das ist jetzt die Quintessenz, danach lebst Du jetzt erst mal die nächsten ein, zwei Jahre. Dann kommt wieder irgend so ein Knaller weil du liest oder hörst wieder irgendetwas anderes. Ändern kann man sich dann aber auch nur, wenn man dann offen ist für Gespräche oder andere Einflüsse oder andere Erkenntnisse. Patrick: Genau. Ich würde auch sagen, dass viele HealthyHabits eigentlich Kopfsache sind. Man will auch immer dieses große Wort Warum in den Raum werfen. Aber es macht schon Sinn, sich bei einer gesunden Gewohnheit die man sich antrainieren möchte zu fragen, warum möchte ich das eigentlich? Sich gesünder ernähren zu wollen ist ja schön und gut, aber es gibt schon verschiedene Anlässe dafür. Vielleicht will das nur mein Partner, dass ich das möchte, oder dass ich mich zum Beispiel vegan ernähre und ich stehe da eigentlich nicht so dahinter. Dann wird das schon sehr, sehr schwierig, das auch durchzuziehen. Das ist dann wahrscheinlich unmöglich. Wenn mein drum herum nicht zu meiner Gewohnheit passt, dann wird daraus wahrscheinlich nichts. Marcus: Das glaube ich auch. Das ist auf jeden Fall essentiell. Ich glaube, da gibt es auch ein ziemlich gutes Buch, was Du auch immer wieder gerne liest. Das Why. Kann man jedem Hörer nur nahelegen. Und wer nicht das komplette Buch lesen will, da habe ich gehört, da gibt es auch einen guten Talk zu, wenn mich nicht alles täuscht? Patrick: Ganz genau, da gibt es schon mehr. Marcus: Ich glaube, das ist schon mal ein guter Einstieg in diese ganze Fragestellung. Bevor wir zum Ende kommen, würde mich noch interessieren – ich empfinde Dich, Patrick, immer als sehr disziplinierten Menschen. Ich weiß nicht, ob Du Dich selber so siehst, aber nach außen, also auf jeden Fall auf mich wirkst Du, sei es die Professionalität, wie Du Deinen Reiseblog hochgezogen hast; das nächste Projekt mit introvertiert.org. Du hast ziemlich straight Ebooks geschrieben, Anleitungen geschrieben, die alle sehr erfolgreich gewesen sind. Du bist immer auf den Punkt vorbereitet und wirkst sehr aufgeräumt, wenn man Dich trifft. Hast Du irgendeinen Tipp oder eine Strategie, wie man so werden kann im Bereich Disziplin, wie Du es bist? Patrick: Also ich glaube, das ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich habe mich gerade viel mit dem Thema Introversion beschäftigt oder introvertierte Menschen. Was die für Eigenschaften haben. Ich bin da auch ein klassischer introvertierter. Auch wenn Leute das nicht so heraushören, und wenn wir beide uns hier so unterhalten, dann klinge ich möglicherweise nicht introvertiert. Aber in Gruppensituationen wäre ich das schon. Und dazu gehört halt einfach immer gut vorbereitet zu sein. Sei es jetzt auf der DNX, wo ich dann gesprochen habe. Da habe ich Wochen diesen Vortrag vorbereitet. Einfach weil ich es nicht oft mache; weil ich da keine Übung drin habe und weil ich mich einfach unwohl fühle, wenn ich mich nicht vorbereitet habe. Marcus: Der war richtig cool. Du hast die besten Noten bekommen von allen Talks. Das hat man dann gemerkt. Patrick: Das freut mich! Das wusste ich noch gar nicht. Und an sich arbeite ich auch gerne. Deswegen beschäftige ich mich auch gerne mit meinen Projekten. Zumindest solange wie sie mir Spaß machen. Ich verliere durchaus auch mal die Lust an Sachen. Dann bin ich nicht mehr ganz so diszipliniert, wie zum Beispiel mit introvertiert.org. Das Thema ist für mich jetzt einfach auserzählt nachdem ich da eine Weile gebloggt habe und ein Buch darüber geschrieben habe. Das ist jetzt durch und da kann ich mich nicht mehr zu motivieren. Aber solange ich Sachen mache, die mir Spaß machen und denen ich einen Sinn geben kann -da spielt jetzt HealthyHabits zum Beispiel eine ganz große Rolle – muss ich mich gar nicht dazu überwinden.. Aber ich muss sagen, ich arbeite jetzt auch nicht acht bis zehn Stunden am Tag. Falls Du das auch unter Disziplin verstehst. Da arbeite ich vergleichsweise wenig, jetzt auch verglichen mit Angestellten. Aber wenn ich arbeite, dann kommt glaube ich, immer was großartiges dabei heraus. Marcus: Ich meinte neben der Disziplin auch den Output. Also diese Professionalität und keine halben Sachen machen, sondern man weiß, wenn Patrick Hundt drauf steht, dann ist auch Patrick Hundt drin. Man weiß, was einen erwartet. Es ist alles immer sehr gut aufbereitet und strukturiert und mit professionellem Anstrich. Und trotzdem irgendwie einfach erklärt und als guten Einstieg für jeden zu sehen. Patrick: Ja das freut mich! Das würde ich so unterschreiben. Ich mache keine halben Sachen. Deswegen mache ich auch immer nur ganz wenige Sachen gleichzeitig. Ich versuche mich auf eine Sache zu konzentrieren. Jetzt habe ich inzwischen auch schon drei Blogs, aber introvertiert.org ist auch ... er liegt jetzt halt nur rum. Da habe ich seit Dezember nichts mehr geschrieben, weil ich einfach nicht drei Sachen gleichzeitig machen kann. Auch auf den Reiseblog kann ich mich nur wenig konzentrieren, weil ich bei HealthyHabits Gas geben möchte. Der ist zum Glück schon so gut etabliert und hat so viel Traffic, dass ich da jetzt nicht unbedingt jede Woche zwei Artikel schreiben muss. Das läuft auch so. Aber in den ersten anderthalb Jahren lag da ein großer Fokus drauf und das ist jetzt so bei HealthyHabits und das wird deswegen auch funktionieren, denke ich. Marcus: Also ich bin absolut überzeugt. Kannst Du mir zum Abschluss unseres Interviews noch sagen was Dein Lieblingsrezept ist? Patrick: Mein Lieblingsrezept? Hab ich eigentlich gar keins. Ich habe gestern gerade etwas gekocht. Das war ein afrikanischer Erdnusseintopf. Das war sehr gut. Das war mit Spitzkohl und Süßkartoffeln. Das kann ich sehr empfehlen. Oder Bulgur. Ich hatte noch nie vorher Bulgur gemacht. Das habe ich gestern auch probiert. Marcus: Okay, vielleicht stellst Du unseren Hörern ja das Rezept zur Verfügung, dann verlinken wir das auch in den Shownotes. Patrick: Ja, das kann ich gerne machen. Marcus: Ich bedanke mich für Deine Zeit, für das Gespräch und für die Insides zu den verschiedenen Lebensbereichen. Auch Deine eigene Story finde ich super faszinierend. Ich finde HealthyHabits passt da absolut gut rein. Ich freue mich, dass es so gut mit Dir geklappt hat und vielen Dank fürs Zuhören und schöne Grüße nach Leipzig! Patrick: Danke Dir, auch für die Einladung! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 15, 2015

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Interview mit Conni Biesalski von Planet Backpack

Heute spreche ich mit der lieben Conni Biesalski von Planet Backpack live von dem Rooftop im Sundesk Coworking and Coliving Space in Marokko, Taghazout. Nach der deutschen DNX sind die meisten deutschen digitalen Nomaden direkt weitergezogen in den Süden weil es in Deutschland noch viel zu kalt war und Conni hat uns dann in Tarifa besucht und ist danach auf ein Yoga Retreat in Spanien gegangen, um dann jetzt hier wieder gemeinsam mit uns in Taghazout zu coworken und zu chillen. Wir beide haben uns vor einigen Jahren bei dem ersten Digitale Nomaden Treffen in Berlin Tempelhof kennengelernt bzw. auf dem Tempelhofer Feld, wo wir so 10-15 Leute waren. Conni ist auch eine der ersten Deutschen gewesen, die auf ihrem Blog über das ortsunabhängige Arbeiten geschrieben hat. Connis Blog findet ihr unter www.planetbackpack.de und alle Links und Infos zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/conni. Jetzt viel Spaß bei dem Interview, in dem wir darüber sprechen wie Conni ihre Entwicklung zur digitalen Zen Nomadin vollzogen hat. In dieser Folge lernst du:

  1. Warum Conni eine Digitale Zen Nomadin ist.
  2. Welche Tools sie nutzt um ihre Gedanken festzuhalten.
  3. Wie man sich egal an welchem Ort eine Routine aufbaut.
  4. Was NIPSILD bedeutet.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

 

Shownotes

planetbackpack.de

Emilie Wapnick von Puttylike

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Herzlich Willkommen zu Lifehackz heute mit Conni hier in Marokko, Taghazout. Conni: Schön, dass ich hier sein darf! Marcus: Dazu muss man sagen, wir haben uns ja schon in Tarifa gesehen. Conni: Ja stimmt, das ist noch gar nicht so lange her. Momentan verfolgen wir uns glaube ich ein bisschen (grins) Marcus: Ja und zwischendurch warst Du auf dem Meditations-Retreat in Spanien. Vielleicht kannst Du dazu etwas sagen. Conni: Ja. Ich war auf einem Yoga-Meditations-Retreat. Also das war mehr Yoga als Meditation, in den Bergen in Andalusien im Süden Spaniens und da habe ich eine Woche lang ganz viel Yoga gemacht und viel meditiert. Da war eine relativ kleine Truppe mit sechs anderen Frauen und es war total idyllisch und ruhig. Wirklich so richtig mitten in der Natur und einfach nur göttlich. Also bin ich jetzt super gechillt und entspannt. Marcus: Das klingt richtig gut. Du nennst Dich ja auch selber „Digitale Zen-Nomadin“. Ich glaube, das passt auch zu dem, was Du in dem Retreat gemacht hast. Vielleicht erklärst Du noch einmal für alle die es interessiert, was heißt überhaupt dieses Zen, was man auch immer mehr überall hört. Ich weiß auch noch nicht 100% was das eigentlich ist. Conni: Ich habe irgendwann – ich glaube letztes Jahr, 2014 – angefangen dieses Zen mit reinzubauen. Manchmal auch Digitale Yogi-Nomadin oder Digitale Zen-Nomadin. Einfach weil für mich der Begriff Digitale Nomadin nicht mehr meinen Lifestyle beschrieben hat. Klar, es geht mir um die Freiheit. Es geht mir um die Ortsunabhängigkeit. Es geht mir darum, ein Business zu haben, das ich quasi von überall managen kann und von überall Geld verdienen und viel reisen kann. Das ist alles richtig toll, aber am Ende des Tages geht es um viel, viel mehr bei mir. Dadurch, dass ich mich irgendwann sehr viel mit Yoga beschäftigt habe und auch mit Meditation, mit vielen spirituellen Themen und mit gesunder Ernährung. Ich war mein Leben lang Vegetarierin und bin seit knapp sechs Monaten komplett Vegan. Marcus: Krass. Wie läuft das, wenn Du unterwegs bist? Conni: Ach das läuft super. Marcus: Ist das nicht wieder so ein gefundenes Fressen für die Leute, die irgendwie nie aus dem Knie kommen und dann immer sagen, dies und jenes funktioniert nicht und „deshalb kann ich das gerade nicht machen und ich starte mal ein bisschen später. Und ich bin ja auch noch Veganer, und das geht ja gar nicht“? Conni: Ja, es gibt viele Ausreden für alles im Leben und besonders für die Dinge, die nicht so leicht umzusetzen sind oder wo man vielleicht neue Gewohnheiten entwickeln muss. Ich finde, wenn man etwas wirklich durchziehen möchte und ein Ziel vor Augen hat, und das ist bei mir eine gesunde, ausbalancierte, holistische Ernährung und holistischer Lifestyle, dann zählen bei mir auch keine Ausreden. Dann schaffe ich das auch, wenn ich viel reise oder unterwegs bin. Das ist manchmal eine Herausforderung aber das funktioniert trotzdem. Um aber noch einmal kurz auf das Zen zurückzukommen: Für mich ist es also die Integration von Yoga, von Meditation, von spirituellen Themen, von gesunder Ernährung, von einfach einem bewussten, intensiven, tieferen Leben in das Thema Ortsunabhängigkeit, also in dieses digitale Nomadenleben. Denn für mich ist es so, dass wir als digitale Nomaden, die soviel Freiheit haben. Also wir können uns unseren Tag so gestalten, wie wir möchten. Im Grunde genommen von morgens bis abends. In meinem Fall kommt mein Einkommen vordergründig durch passives Einkommen. Also im Grunde haben wir soviel Freiheit und können da sein, wo wir sein möchten, auf der ganzen Welt und das ist eigentlich die beste Voraussetzung dafür, ein richtig gesundes, bewusstes und holistisches Leben zu führen. Es geht auch weit darüber hinaus, als nur die Themen Arbeit und Reisen. Für mich ist es wirklich der ganze Lifestyle, der für mich ganzheitlich ist und das geht auf allen Ebenen. Das heißt, klar, Arbeiten und Reisen und Abenteuer. Das heißt aber eben auch Ernährung, Beziehungen, meine eigene Spiritualität, Bewegung, also wirklich auf allen Ebenen, die uns zu gesunden, glücklichen, liebevollen Menschen machen. Das versuche ich quasi alles in meine Ortsunabhängigkeit zu integrieren. Deshalb eben der Ausdruck „Digitale Zen-Nomadin“. Marcus: Cool! Du sagtest gerade diese Begriffe wie Freiheit in Form von Du kannst entscheiden, wann Du arbeitest, von wo Du arbeitest, woran Du arbeitest, auch über Family & Friends. Ich glaube dieses Thema kam gerade auch in „Faster a Millionaire“ vor, was ich heute noch einmal als Zusammenfassung gelesen habe. Da ging es um die drei F’s und ich finde es eigentlich auch schade, dass gerade die Leute, die soviel Freiheit haben oder sich erkämpft haben, das dann in anderen Teilbereichen schleifen lassen und deshalb finde ich es unglaublich cool, dass Du auch diesen ganzen Thema Meditation und Achtsamkeit ein cooleres Image gibst, als das was es vorher hatte. Das hat mich ehrlich gesagt auch immer vorher abgeschreckt. Ich bin ja selber gerade ein bisschen in der Spur und taste mich da langsam ran. Aber ich denke, dass es für viele Leute ein Problem ist. Stimmst Du mir da zu? Conni: Doch total. Es ist gut, dass Du das ansprichst. Dieses ganze Thema, Spiritualität oder Meditation, muss ja zum Beispiel gar nichts Spirituelles sein. Aber der Ausdruck Spiritualität oder Meditation oder Yoga usw., das verbinden viele mit Räucherstäbchen und Birkenstock und da hat das Thema ein echtes PR-Problem Marcus: Ja absolut (beide lachen) Conni: Ich hab mir dann irgendwann gedacht, also das ist irgendwie Mist. Wie bekomme ich das hin, dass ich mehr Menschen dazu bewegen kann, sich dafür zu faszinieren und da Lust drauf zu haben. Denn ich möchte, dass die Leute meine Blog-Posts auch lesen und habe mir überlegt: Okay, wie schaffe ich das, dieses Thema quasi schöner darzustellen? Also ich muss es gar nicht schöner darstellen, sondern einfach nur ein bisschen die Perspektive verändern und auch das Branding von Meditation. Ich persönlich finde, dass Leute die meditieren regelmäßig, die regelmäßig Yoga machen, Leute die Bock auf Spiritualität haben und wirklich sich selber besser kennenlernen möchten, das finde ich mega-sexy! Sowas finde ich einfach mega geil und macht mich voll an! (beide lachen) Und da war für mich die Idee geboren: Das wird jetzt meine message. Ich merke selber, dass ich den Leuten einen offeneren, leichteren Zugang geben kann. Viele meiner Leser waren vorher in meinem Backpacker-Blog über günstiges Reisen. Dann habe ich den quasi komplett erneuert auf das Digitale Zen-Nomadenleben, Yoga, Meditation und auf Reisen, tiefer und bewusster Reisen. Und das ganze eben, während ich nur mit einem Rucksack unterwegs bin. Das heißt also, viele meiner Leser, die verfolgen meinen Webblog schon sehr lange, aber vordergründig wegen dem Reiseaspekt. Ich bekomme viele E-Mails und viele, viele Kommentare von den Leuten, die mir sagen, dass sie das total geil finden und dass sie Yoga, Meditation und Zen jetzt auch endlich einmal ausprobieren möchten und die steigen jetzt ein. Dass ich jetzt den Zugang zu den Leuten gefunden habe, die vorher vielleicht noch gesagt haben „Nee, das mache ich auf gar nie!“, das freut mich sehr und das macht mich sehr glücklich. Marcus: Also ich finde auch, dass Du da einen total wichtigen Beitrag leistest, um das Thema zu entstauben und die Markenführung sogar noch ein bisschen cooler zu machen, sodass sich noch mehr Leute daran tasten und sich nicht dafür schämen müssen. Wenn ich das vor zehn Jahren meinen Kumpels erzählt hätte, da hätte ich wahrscheinlich nicht mehr zum Fußball kommen können oder so. Da hätte ich das wahrscheinlich nur aus diesen Image-Gründen nicht gemacht. Conni: Aber das eine schließt das andere ja auch nicht aus. Das ist zum Beispiel auch so. Ich versuche den Leuten zu zeigen, dass... Also ich trinke auch immer noch gerne mein Bierchen. Naja hier in Marokko geht das gerade nicht, das ist auch nervig (lach) . Aber es geht halt nicht darum, dass ich die ganze Zeit „Ohm“ singe, sondern dass man verschiedene Ansätze zusammenbringen kann, wie man sein Leben lebt. Ich finde, dass das eben sehr, sehr gut zu unserem Lifestyle passt. Für mich hat es zumindest den Effekt, dass ich wirklich bewusster mein Leben leben kann und wirklich mehr im Jetzt sein kann und viel mehr in Verbindung mit mir selber bin, was ein unglaublich schönes Gefühl ist. Und ich dadurch auch meinen Lesern noch mehr bieten und helfen kann. Das sind nur ein paar Punkte, warum ich das Ganze überhaupt mache. Marcus: Cool, jetzt müsste das auch jeder verstanden haben, wie das so gekommen ist. Wenn nicht, dann könnt ihr das noch einmal auf planetbackpack.de nachlesen. Ich glaube, da kann man an verschiedenen Stellen lesen, wie Deine Transformation von Deinem Backpacking-Blog, der dann zum erfolgreichsten deutschen Reiseblog geworden ist, hin zu einem Blog, mit dem Du jetzt – glaube ich – auch ein bisschen besser leben kannst, stattgefunden hat. Wie war das denn so, das letzte halbe Jahr vor dem Relaunch oder vielleicht schon so ein knappes Jahr. Ich weiß nicht, wann fing das an, dass Du gesehen hast, das passt nicht mehr 100%? Conni: Eigentlich schon lange, ja. Ich würde sagen, bestimmt ein Jahr oder so. Vielleicht sogar ein bisschen länger. Es hat sich lange abgezeichnet. Ich war halt selber mein halbes Leben lang Backpacker und bin viel gereist und habe geschaut, dass es so günstig wie möglich geht usw. Irgendwie hat man dann so seinen Ruf wegbekommen als Blogger. Mir war schon lange Zeit klar, dass ich etwas am Design machen muss. Und dann dachte ich mir irgendwann, es sind so viele Themen so viel wichtiger für mich geworden, als das reine Reisen und ich habe halt gedacht, ich bin kein richtiger Tourist mehr. Mich interessieren die besten Sehenswürdigkeiten nicht und hab das oft ausfallen lassen. Marcus: Top Ten in Edinburgh oder so (beide lachen) Conni: Genau. Ich habe gemerkt, dass ich mehr Einkommen habe und ich auch mehr Geld ausgebe auf Reisen. Dass ich nicht mehr in Hostels und in Dorms schlafe und solche Sachen. Ja und klar, dann wurden eben diese ganzen Persönlichkeitsentwicklungsgeschichten und Yoga usw. immer wichtiger. Dann hatte ich schon sechs bis zwölf Monate vor dem Relaunch gemerkt, dass mir das alles nicht mehr so richtig Spaß macht. Ich konnte mich nicht mehr richtig mit dem Blog identifizieren, hatte auch ein bisschen die Connection zu den Lesern verloren und das war schon echt etwas schwierig. Da hatte ich meine kleine Blogger-Krise und dann eine große Blogger-Krise, wo ich mir dann überlegt habe, was machst Du jetzt? Machst Du den Blog zu und startest etwas ganz was neues? Da war ich sogar schon auf Namenssuche und so weiter und so fort. Marcus: Wieviel Traffic hattest Du zu der Zeit? Conni: Zu dem Zeitpunkt, als ich mir noch nicht ganz sicher war, war ich bei 80.000 und knappen 100.000. Marcus: Und das war auch Deine Haupteinnahmequelle, von der Du auch gelebt hast? Conni: Genau. Klar ich mache eben viel über Affiliate Einkommen und für mich wäre nur ganz oder gar nicht gegangen. Also Laden auf oder Laden komplett zu und das heißt dann also auch: goodbye Affiliate-Einkommen. Aber das war definitiv nicht der ausschlaggebende Grund für mich, dass ich also nur weitermache wegen der Kohle. Sondern für mich war wirklich ausschlaggebend, dass ich über mehrere Jahre hinweg eine Community von Menschen aufgebaut habe, die mir sehr am Herzen lagen. Ich konnte mich da nicht losreißen von Planetbackpack und hab da schon das Potential gesehen, das ganze so zu drehen, dass es wieder zu mir wird und wirklich die Person wiederspiegelt, die ich in den letzten drei oder vier Jahren geworden bin. Ja und dann dachte ich, ich probiere das jetzt einfach. Ich bin noch nicht ready für etwas ganz was neues und habe dann einfach mit einem coolen Team, Webdesignern und einer coolen Fotografin und einem Filmemacher das ganze Ding neu aufgestellt. Ich habe mir sehr viele Gedanken über die Mission und über meine Visionen, Philosophie und was für Werte wichtig sind für mich, was mein großes Warum ist. Marcus: Hast Du das alles alleine erarbeitet oder hattest Du da Hilfe? Lässt Du Dir da helfen? Conni: In dem Fall, wo es um das Branding angeht, da gehe ich in mich, über Wochen und Monate hinweg. Also da sammel ich all meine Gedanken, die mir manchmal in Träumen kommen oder während ich unter der Dusche bin (grins) und schreibe dann alles auf. Marcus: Hast Du ein Tool, wo Du das dann alles aufschreibst? Conni: Hm, naja, also die meisten Gedanken kommen mir, wenn ich irgendwo von A nach B zum Beispiel, oder irgendwo im Flieger sitze. Also im Transit, das kann beim Gehen sein oder irgendwelche Transportmittel und da habe ich meistens mein Handy dabei. Und da benutze ich eigentlich die ganz normal Notizfunktion, die sich mit der Cloud verbindet. Die kann ich dann eben auch auf meinem Laptop aufrufen. Dann schaue ich natürlich, dass ich diese ganzen Notizen in meinem Evernote organisiere und in meinem Scrivener übertrage. Es kommt immer ein bisschen darauf an, ich verwende Evernot und Scrivener unterschiedlich. Aber das sind so die drei Sachen, wo ich meine Gedanken mit reinbringe. Es ist wichtig, immer mal wieder alle paar Tage oder einmal die Woche da Ordnung reinzubringen. Ich schreibe nämlich so viel auf und mache mir so viele Notizen und oft sind ja auch nicht alle wichtig. Marcus: Ja, ich glaube auch, bei vielen scheitert es gar nicht am Aufschreiben und an den Notizen oder Gedanken selber, sondern danach. Die zu sortieren und dann auch zu erkennen, was ist davon wichtig, was kann man zusammenfassen oder was schreib ich mir jetzt in die To-Do-Liste? Wenn man das nicht sortiert, ist man irgendwann so frustriert, dass man das gar nicht mehr angeht, oder? Conni: Genau. Mein Evernote zum Beispiel auch, kann mich manchmal richtig frustrieren. Wenn man da immer wieder nur neue Notes und neue Notes einträgt. Dann bin ich irgendwann so überfordert mit diesen ganzen Notes. Das ist so wichtig, für meinen verriebenen Kopf zumindest, dass ich das immer wieder durchgehe und auch mal etwas lösche und auch neu organisiere. Damit ich immer wieder einen Überblick habe. Sonst bringt mir das alles ja gar nichts. Marcus: Cool, dass Du das kannst. Ich bin da eher so ein Messi, der dann immer wieder die Listen vollknallt und am liebsten noch für jeden kleinen Step, den man vielleicht auch zusammenfassen könnte oder in dem Task selber noch einmal reinschreiben könnte, nochmal eine eigene Note anlege. Und hätte ich die Feli da nicht, die da sehr ordnungsliebend ist und immer wieder alles in Ordnung bringt und die Sachen zusammenfasst, dann wäre das wahrscheinlich ein reines Chaos. Conni: Das ist aber auch wirklich schwierig. Ich kämpfe da auch immer wieder mit mir und muss da immer wieder Ordnung reinbringen. Worüber ich mir heute noch Gedanken gemacht habe, weil ich irgendwas auf meinem Laptop oder Desktop aufgeräumt habe, dass im Grunde unser Leben auf dem Laptop nicht anders ist, wie unser materialistisches, also unser wirkliches Leben. Denn wir häufen an und häufen an und es ist zwar digital und es hat zwar kein direktes Gewicht, aber es ist wie Du auch sagst: Es kann richtig Messi werden und da liegt dann auf einmal richtig viel Zeug und das ist für mich persönlich in meinem Kopf genauso viel Gewicht, als wenn ich ein Zimmer habe, wo das ganze Zeug drin ist. Dementsprechend ist es wichtig, in beiden – also im virtuellen als auch im realen Leben – immer wieder durchzugehen und das Zeug aufzuräumen. Marcus: Das sehe ich genauso. Ich meine, was bringen einem die neuesten und coolsten Apps und zu denen zählen ja nicht nur Wunderlist und Trello und obendrauf connected mit Evernote... Conni: 300 Apps, die ich nutze... Marcus: Genau so! Aber wenn die dann alle vermüllt sind und Du nicht in die Umsetzung gehst, dann bringen Dir auch die geilsten Apps nichts. Das ist genauso, wie wenn Du rum erzählst, Du gehst ins Fitnessstudio jede Woche für eine Stunde und bist dann die ganze Zeit an der Proteinbar und quatschst nur. Conni: Ja etwa die Richtung, genau. Da kommst Du zu nichts so richtig. Aber gerade am Anfang, als ich gerade eingestiegen bin in diese ganze Online-Business-Welt, da fand ich auch Tools und Apps und fand das alles ganz spannend. Ich musste das alles erst einmal ausprobieren. Mittlerweile bin ich da ruhiger und entspannter geworden und muss nicht mehr alles austesten oder schau mir das erst einmal an, wenn es jemand anderes austestet und frage ihn, wie er das dann findet. Ich denke nämlich, ich habe so langsam ein System. Ich habe mittlerweile kein Fomu mehr. Ich denke nicht mehr, wenn ich das jetzt nicht ausprobiere, dann fehlt mir irgendetwas, sondern ich habe so mein System, das mittlerweile ganz gut funktioniert. Ich möchte mich da jetzt nicht mehr aus dem Konzept bringen lassen, mit diesen 1000 neuen Apps und Tools. Marcus: Ja, das kenne ich auch, diesen Optimierungswahn. Da denkt man, da muss man wieder mitspielen. Aber da sollte man ganz ruhig bleiben. Wie beim Fußball: never change the running Team. Das Winning Team. Also wenn sie gewinnen, dann soll der Trainer dieselben auch beim nächsten Spiel aufstellen. So, jetzt sind wir so ein bisschen abgedriftet. Von Rebranding, ob Du das alles selber machst und Du schreibst Dir Deine Gedanken auf, wenn die kommen in diese Tools. Und das ganze Rebranding hast Du glaube ich auch auf Bali gemacht. War das Zufall oder ist Bali für Dich ein besonderer Ort? Conni: Es war schon ein interessanter Zufall, dass das auf Bali passiert ist. Ich hatte den Relaunch eigentlich schon viel früher angedacht. Ich hatte immer gedacht, ich relaunche im November, dann im Dezember, dann im Januar. Schlussendlich war es dann jetzt im April dieses Jahres und ich war da halt gerade auf Bali für mehrere Monate. Das lustige ist aber, dass der Launch von Planet Backpack nämlich genau drei Jahre vorher war und der war auch auf Bali 2012. Und das kam mir dann in den Sinn bei dem Relaunch und ich hab mir nur gedacht: Wow, was für ein Zufall! Aber abgesehen davon, ja Bali ist für mich ein ganz spezieller Ort geworden. Besonders jetzt in den letzten Monaten. Ich war vier Monate dort und habe viel Yoga dort gemacht und habe viel meditiert. Ich bin also gerade deshalb auch solange da geblieben und werde auch wahrscheinlich immer wieder für den Rest meines Lebens dorthin zurückkehren. Einfach weil dieser Ort, gerade was meinen Lifestyle angeht, unglaublich viel zu bieten hat und ich alles unglaublich gut umsetzen kann und dort einen sehr gesunden Lifestyle habe. Besonders was Yoga angeht, das Meer ist vor der Haustür. Also es ist sensationell. Marcus: Sehr schön. Hast Du sonst noch andere Hotspots in den Du Zuhause bist. Aktuell ist es bei Feli und mir so, dass wir immer gerne viel rumreisen und ausprobieren und sehr cool ist, dass die Community gerade zusammenwächst und wir jetzt auch ein paar Mal zusammen waren, in Tarifa Johannes getroffen haben. Also es macht uns gerade richtig Spaß. Und dennoch gehen wir gerade zum ersten Mal das zweite Mal an einen Ort, nämlich im Dezember nach Brasilien. Hast Du noch andere Orte oder hast Du so zwei, drei Hotspots rausgefunden, wo Du Dich zu hause fühlst und die sollen es erst einmal sein. Conni: Naja, ich bin schon noch ein bisschen auf Entdeckungsreise durch die Welt, was besonders diesen Zen-Nomaden Lifestyle angeht. Für mich ist Bali, wie gesagt, der absolute Mega-Hotspot. Ich habe halt irgendwann herausgefunden, was mir an einem Ort wichtig ist und habe quasi eine innere Liste, um meine täglichen Routinen zu haben und meinen gesunden Lifestyle ausüben zu könne. Ich bin aber zum Beispiel auch gerne am Meer, da wo es heiß und tropisch ist. Wo ich mir den ganzen Tag nicht überlegen muss, was ich jetzt anziehe. Ich habe außerdem andere Online-Entrepreneure oder andere digitale Nomaden um mich herum, eine kleine Community wäre schon ganz gut. Infrastrukturmäßig ist auch schon wichtig, dass das Internet okay funktioniert. Das ist jetzt in Bali nicht immer der Fall gewesen. Das war aber auch in Ordnung für mich, da ich zum Beispiel keine Kundengespräche habe oder so. Word wird aber immer besser. Ich glaube jetzt gerade tut sich da sehr viel, was das Internet angeht und auch nächstes Jahr. Also ich glaube, in den nächsten Monaten wird sich viel tun. Was wichtig ist, dass es Cafés gibt, mit einem Co-Working Place zum Beispiel. Also solche Dinge. Was bietet sich da noch an? – Für mich ist Mexiko ein guter Ort dafür. In Costa Rica gibt es einige Spots, wo ich demnächst mal hin möchte. Ich glaube, da könnte ich eventuell verloren gehen. Dann Thailand, das ist auch auf jeden Fall ein guter Ort für mich. Da bilden sich auch auf den Inseln wie Koh Lanta oder Koh Phangan mittlerweile digitale Nomaden Hotspots, wo aber auch Yoga vor Ort ist und gesunde Ernährung usw. Und natürlich das Meer für den Lifestyle. Also ich bin immer weiter auf der Suche, will auch gerne wieder nach Indien zurück. Da war ich vor Jahren mal. Da würde ich gerne wieder längere Zeit verbringen. Ich glaube in Guatemala zum Beispiel, ist auch noch ein Hotspot am Lago de Atlitlan. Das ist auch eine recht große Hippie-Community, wo auch immer mehr digitale Nomaden hingehen Reiseblogger und so. Da lese ich immer mehr drüber. Aber ich glaube, dass sich da auch viel mehr entwickeln lässt. Marcus: Ja das hört sich so an, als ob Dir nicht langweilig wird in den nächsten Monaten und Jahren. Conni: Nein. Marcus: Du hast gerade gesagt, wo Du Deine täglichen Routinen machen kannst. Was sind Deine täglichen Routinen? Conni: Also ich kann ja mal direkt anfangen, wie ich morgens so starte: Es kommt ein wenig darauf an, wo ich gerade bin. Am liebsten stehe ich so zwischen 6.30 Uhr und 8.00 Uhr auf. Ich stelle mir also keinen Wecker, sondern stehe wirklich auf, wann mein Körper denkt, dass er aufstehen muss. Und das ist meistens nach ungefähr nach sieben Stunden. Also wenn ich so gegen 0.00 Uhr ins Bett gehe, dann wäre ich wohl so um 7.00 Uhr auf. Im besten Fall gehe ich dann direkt ins Bad. Dann setz ich mich erst einmal hin und meditiere für 20 Minuten. Das ist gerade eine kleine persönliche Herausforderung die ich mir gerade gesetzt habe. Dieses RPM – also Rise-Pee-Meditate. Das ist wirklich Meditation, quasi die dritte Handlung nach dem Aufstehen und dem auf´s Klo gehen. Marcus: Die Idee dahinter ist glaube ich, dass man Trigger braucht, oder einen Trigger der einem hilft bestimmte Gewohnheiten zur Routine werden lassen möchte. Conni: Genau, der Trigger ist in dem Fall – auf die Toilette gehen. Irgendwann ist es wie das Zähneputzen. Das vergisst man ja auch nicht. Das man also die Meditation zu etwas werden lässt, was dann irgendwann völlig automatisiert passiert. Das heißt, ich stehe auf, gehe auf die Toilette und dann ist es wie, als wäre es ein Automatismuss, der mich dann auf dieses Kissen auf dem Boden setzen lässt und los geht’s mit dem Meditieren. Dass man da irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken muss, was man da eigentlich macht. Und das mache ich jetzt für die nächsten 30 Tage. Ich bin gerade bei Tag 3, aber sonst habe ich es meistens erst nach dem Duschen gemacht oder dann irgendwann später am Tag und habe dann aber gemerkt, dass ich es oftmals nicht mehr fertig gebracht habe. Das ist eben die Sache mit der Meditation. Auf jeden Fall meditiere ich und dann gehe ich Zähneputzen. Und wenn ich an einem Ort bin, wo ich Zugang zu Kokusnussöl habe, oder auch Sesamöl, dann mache ich Oil-Guggling. Das heißt, ich nehme einen Schluck vom Kokusnuss- oder Sesamöl und gurgel das quasi im Mund für ungefähr 20 Minuten. Während ich das mache, also nicht gurgeln sondern im Mund aufbewahren und zwischen den Zähnen quasi, lese ich im Kindle oder gehe mein Instagram durch oder ich setze mich auch manchmal und gucke die Wand an. Das ist eigentlich auch sehr meditativ. Das entgiftet den Körper und besonders diesen ganzen Hals- und Mundbereich. Das ist auch gut für die Zahngesundheit und ist eine sehr schöne Routine, die ich sehr empfehlen kann. Das ist zwar am Anfang ein bisschen komisch, aber es ist eine ayurvedische Geschichte. Danach wird Zähnegeputzt und ich putze danach auch meine Zunge mit einem Zungenschaber. Das kommt auch aus der Ayurved und ist auch sehr wichtig. Dann ist das allernächste, dass ich heißes Wasser mit Zitrone trinke. Ich koche mir also Wasser. Wenn ich Zugang zu frischen Zitronen habe, dann packe ich mir eine halbe Zitrone mit darein. Wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm. Dann trinke ich einfach nur heißes Wasser. Das mach ich auch ganz entspannt, hinsetzen und trinken. Dann wird gefrühstückt. Im Besten Fall ist alles ganz einfach zu bekommen. Da sind Haferflocken und Soja-Milch haben sie noch hier und Reismilch. Dann mache ich mir einen Porridge und haue da noch ein paar Nüsse rein, im besten Fall Mandeln oder weil es die jetzt hier nicht gibt, dann halt Cashew-Nüsse. Einen halben Apfel schneide ich mir da noch rein und ein bisschen Kokusnuss-Milch. Das ist eigentlich mein Lieblings-Frühstück und das versuche ich mir auf Reisen zu besorgen. Und das mache ich auch sehr gerne selber. Dann lese ich morgens auch sehr gerne. Dann setze ich mich mit meinem Kindle hin, vielleicht in die Sonne. Marcus: Ach das kannst Du? Also bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich mir dann vor Tatendrang am liebsten schon vor dem Zähneputzen oder vor der 7-Minuten App oder vor der Meditation, was ich dann morgens alles noch so mache, am besten schon am Rechner zu sitzen, um direkt loszulegen. Da würde mein Kopf verrückt spielen, wenn ich lesen würde. Conni: Das Gefühl kenne ich, das hatte ich auch immer mal wieder und mittlerweile, habe ich mir echt den Morgen zu dem Zeitraum gemacht, der einfach nur für mich da ist. Das kann manchmal nur eine Stunde sein, das können manchmal zwei Stunden sein, manchmal auch drei Stunden, aber das ist einfach nur die Zeit für mich ist. Und da sind dann keine E-Mails wichtig und kein Facebook und keine Blog-Posts und keine nichts! Ich will auch morgens keine Skype-Anrufe haben oder sonst irgendwelche Sachen, um genau dieses Feeling nicht zu haben. Also ich liebe es, mir wirklich diese Zeit zu nehmen, zu frühstück und mich dann hinzusetzen und vielleicht auch einen Kaffee zu trinken. Das ist eine Sache, die ich sehr schwierig aus meinem Leben verbannt bekomme. Ich versuche weniger Kaffee zu trinken und auch nicht jeden Tag. Aber mich hinsetzen und dann zu lesen, eine halbe Stunde oder auch mal eine Stunde, das ist für mich die absolute Entspannung, weil das für mich wirklich den Ton für den Rest des Tages setzt. Weil wenn ich zu früh einsteige, mit Laptop und Arbeit, dann rotiert man irgendwie. Und dann finde ich es viel schwieriger Pausen einzulegen, um zwischendurch runterzukommen. Auf jeden Fall versuche ich, dass ich vormittags die kreativen Sachen mache, also Schreiben von Blog-Posts und andere Sachen, wie mein E-Book. Da schaue ich schon, dass ich das morgens mache. Also alles was kreativ ist. Und dann nachmittags an Dingen zu arbeiten, wie E-Mails beantworten oder andere Dinge, wo man nicht so seine kreativen Batterien anzapfen muss. Da merke ich nämlich, dass das ab 14.00 Uhr der Laden wieder ziemlich dicht ist. Ich kann auch nicht mehr als vier oder sechs Stunden am Tag etwas wirklich Sinnvolles machen. Marcus: Also das ist aber auch schon viel. Vier Stunden auf Hochspannung, das ist echt lange. Conni: Ja das finde ich auch. Man merkt es selber, wenn man dann da sitzt und nur noch irgendwie die Tabs hin- und herklickt, dann kann man den Laden und den Laptop eigentlich nur noch dicht machen. Ich versuche soweit es geht auch täglich ins Yoga zu gehen. Das schaffe ich auch nicht jeden Tag, aber meistens doch. Und dann ist es mir wichtig, dass ich mich nicht den ganzen Tag vor den Rechner setze und zwischendrin auch mal wieder lese oder abhänge und rausgehe und mit Freunden etwas mache. Aber das ist auch der Ausgleich, der da ist. Ich merke auch immer mehr, wie gut es mir tut, wenn ich zwei oder drei Tage zwischendrin mal gar keine Zeit habe, in den Laptop zu gucken und wirklich einfach nur andere Dinge mache und mit meinem Leben beschäftigt bin, als mit meinem Laptop. Dann merke, dass ich dann auch wieder viel kreativer werde und wie viele geile Gedanken ich dann wieder habe. Das geht mir sehr schnell verloren, wenn ich jeden Tag vor dem Laptop sitze. Das merke ich richtig. Ich bin sonst wieder viel gestresster. Ich mache das jetzt nicht nur am Wochenende, sondern das kann immer sein. Das kann auch ein Montag sein oder ein Mittwoch oder so. Marcus: Klar, wir leben ja auch nicht nach der Uhr oder dem Kalender. Conni: Genau, es gibt eigentlich keine Wochentage mehr. Aber so ungefähr schaut das aus. Marcus: Cool! Und ist es jetzt so, dass Dein Leben in Berlin ähnlich aussieht, wie wenn Du jetzt hier in Taghazout bist oder nächste Woche in Barcelona oder letzte Woche in Tarifa. Bekommst Du die Routinen gleich gut hin? Fällt Dir das irgendwo schwerer oder leichter? Conni: Also im Grund versuche ich schon, dass das immer relativ gleich ausschaut. Egal, wo ich mich gerade befinde. Sonst macht das irgendwie keinen Sinn, wenn ich mich zu sehr davon ablenken lasse, an welche Ort ich mich jetzt gerade befinde. Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Großstädten mehr, weil sie mich schon mehr ablenken. Ich weiß auch nicht, irgendwie bringen sie mich mehr aus dem Konzept. Da haben wir ja kürzlich auch darüber gesprochen, dass es für uns leichter ist, an einem ruhigen Ort, wie jetzt hier in dem Dorf. Es ist einfacher seine Routinen durchzuziehen. Es stimmt schon. Man weiß mehr über sich selber, man ist einfach generell ruhiger und da werde ich mich glaube ich zukünftig mehr drauf fokussieren, dass ich mein Leben vermehrt an ruhigen Orten, die am Meer oder einem Dorf sind, verbringe, statt in größeren Städten. Ich glaube, mein Limit in Großstädten liegt so bei zwei Wochen. Im Grunde genommen schaue ich schon, dass meine Routine ungefähr so ausschaut, doch. Da lasse ich mich mittlerweile nicht mehr so krass aus dem Konzept bringen. Marcus: Du bist ja jetzt auch schon so lange dabei. Wie lange lebst Du diesen Lifestyle schon? Conni: So dreieinhalb Jahre ungefähr in dem Stil. So richtig holistisch, gesundheitlich, nachhaltig vielleicht seit eineinhalb Jahren. Mit viel Yoga und Meditation. Noch intensiver durch die gesündere Ernährung seit einem halben bis dreiviertel Jahr. Also es ging bei mir so peu á peu. Wenn man aber mehr Bewusstheit in seinem Leben entwickelt, dann geht es halt von einer Ebene zur nächsten und zur nächsten und zur nächsten. Dementsprechend infiltriert quasi die Bewusstheit immer weitere Gebiete im Leben. Das ist ganz spannend. Marcus: Ich glaube gerade in der Selbstständigkeit und dann noch zusätzlich viel unterwegs und viele neue Menschen, das lässt einen so wachsen, auch persönlich. Dass man immer wieder neue Levels entdeckt, oder Ebenen im Leben. Conni: Richtig. Und ich glaube, das was Du vorher noch gesagt hattest, was auch ein wenig meine Sichtweise der Dinge ist, mit dem digitalen Nomadenleben, ist dass wir denken, wir haben ein unkonventionelles Leben. Ortsunabhängig und „voll geil und so, und wir arbeiten wann wir wollen, yeah! Und wir sitzen am Strand, statt im Büro, voll geil“ (beide lachen) und dann aber gleichzeitig zu McDonald’s rennen oder nur vorm Laptop sitzen und seinen Rücken kaputt machen und seinen Körper kaputt machen und keine Zeit mit seinen Freunden zu verbringen oder mit seiner Partnerin, solche Sache. Da habe ich mir halt irgendwann gedacht: Das kann’s irgendwie nicht sein. Wir müssen echt gucken, dass wir das auf alle Levels und Ebenen bringen. Dieses unkonventionelle Leben kann halt nicht nur in der Arbeit und auf Reisen passieren, sondern das kann überall passieren. Für mich heißt halt etwas unkonventionell zu tun, ich nehme etwas Konventionelles und mache es halt besser und anders. Um ein schöneres und noch intensiveres Leben haben zu können. Marcus: Deshalb ist es auch so cool, dass Du es outgoing on public auch vorlebst, für die ganzen Leute, die jetzt nachkommen. Man muss nur fairerweise sagen, dass man gerade am Anfang sehr damit beschäftigt ist, die Kole reinzukriegen. Ich hatte da auch zusammen mit Feli nur Zeit mir Gedanken über neue Routinen und Strukturen zu machen. Da ging es dann erstmal darum nur diese 1.000 € oder 1.200 € pro Monat irgendwie zu verdienen, mit irgendwas. Und da waren wir halt Tag und Nacht damit beschäftigt, quasi in diesen Lifestyle reinzusteppen. Aber irgendwann kommt man an so einem Punkt, wo man denkt: Okay, what´s next? Das haben wir jetzt soweit ganz gut im Griff. Die Kohle kommt rein. Aber ich bin unausgeglichen oder ernähre mich nicht gut. Conni: Ich glaube, genau dass das auch der Trugschluss ist. Also ich kenne das auch und klar ist natürlich am Anfang erst mal das Thema Kohle wichtig und dann nachdem Geld oder Einkommen, die Geschichte ist ja eine andere. Die mit Existenzängsten verbunden ist. Und das ist natürlich auch so eine Urangst. Natürlich ist das erst mal eine Angst die man irgendwie füttern möchte, damit sie ruhe gibt. Daher denkt man zuerst „Kohle verdienen, Kohle verdienen“. Andererseits finde ich, ist es ein Trugschluss, an der Stelle das Equilibrium herstellt und da den Fokus drauf legt. Sagen wir, ich meditiere und ich schaue, dass meine Ernährung in der Balance und gesund ist, den Ausgleich habe, mit sozialen Kontakten oder was auch immer, dann bringt das zum einen generell viel mehr Gelassenheit in Dein Leben, nimmt dir auch mehr die Ängste. Du hast viel bessere Voraussetzungen überhaupt produktiver zu arbeiten. Also im Grunde genommen, schafft Dir das erst mal die richtigen Voraussetzungen dafür, dass Du dann wirklich effektiv und produktiv und super kreativ und bewusst an Deinem Business arbeiten kannst. Die Frage mit der Henne und dem Ei, das kennst Du ja. Ich finde, dass es schon geht. Vielleicht nicht, dass man jeden Tag ins Yoga rennt oder ettliche Zeit damit verbringt, irgendwelche veganen Blogs zu lesen, aber schon, dass man die Eckpfeiler setzt. Das ist sehr wichtig. Weil wenn es in einem Bereich hakt, und es dann zum Beispiel meiner Gesundheit nicht gut geht oder ich nicht den Ausgleich habe, zum Beispiel durch Sport oder Yoga, dann kann ich meiner Meinung nach auch nicht mein Bestes im Business-Bereich geben. Oder wenn es in meinem Business nicht gut läuft, hat das wahrscheinlich auf Effekte auf meine Beziehungen und meine Gesundheit usw. Deswegen finde ich, dass das schon wichtig ist, dass man immer guckt, dass da ein Gleichgewicht herrscht. Denn irgendwann wird immer mal wieder eine Krise aufkommen in einem dieser Lebensbereiche. Sei es in der Beziehung oder im Business oder wo auch immer. Das ist so sauwichtig, dass die anderen Bereiche trotzdem im Einklang sind. Marcus: Ja das stimmt. Es gibt ja auch diese Theorie, wovon Du gerade gesprochen hast, die verschiedenen Lebensbereiche. Und wenn es in dem einen Bereich besonders gut läuft und in dem anderen gar nicht, dann eiert das Rad natürlich total. Irgendwann dreht sich das Rad gar nicht mehr. Conni: So ist es. Es ist wichtig das Gleichgewicht herzustellen, in seinem ganzen Leben. Marcus: Du hast eben gesagt, Du hast so vor dreieinhalb Jahren mehr oder weniger mit dem Lifestyle angefangen. Damals gab es in Deutschland noch nicht das Thema in der Form, so wie es heute präsent ist, um nicht zu sagen, eigentlich gar nicht. Ich glaube, Du warst eine der ersten in Deutschland, die es nach vorne gebracht haben oder auch darüber geschrieben haben. An wem hast Du Dich da orientiert und was würdest Du sagen, unterscheidet die Szene in den USA von den Deutschen? Wahrscheinlich hast Du Dich auch an den Amerikanern orientiert. Also damals oder vielleicht auch jetzt haben wir da den Gap geschlossen oder sind sie da immer noch ein Stückchen weiter vor uns? Ist das normal, weil es andere Kulturen sind oder wie denkst Du darüber? Conni: Meine Vorbilder damals waren – also ich bin auch mit dem Klassiker eingestiegen,- Tim Ferris. Ich weiß noch, dass ich das Audio-Buch gehört habe, damals auf dem Weg zur Arbeit in meinem ersten und letzten Job in Berlin. Marcus: Aber irgendwie schwarz runtergeladen, hast Du erzählt? Conni: Ja, damals hatte ich keine Kohle, um mir irgendwelche Kindle Bücher zu kaufen (beide lachen) Marcus: Aha, also ausgedruckt als PDF. Conni: Jaja genau, immer irgendwie ausgedruckt. Der Klassiker (lacht). Danach war einer der ersten Blogs von Chris Guillebeau mit „The Art of Non-Conformity“. Jonathan Mead, der hat damals Illuminated Mind, oder so ähnlich, der macht heute „Pay to exist“. Sean Ogle von location180 und Thrilling Heroics, Cody McKibben. Dann noch so ein paar andere, die aber heute etwas ganz anderes machen. Mit den ganzen Jungs bin ich eigentlich eingestiegen. Ach da gab es noch Emilie Wapnick von Puttylike zum Beispiel. Das war auch ein Mädel. Also da hab ich echt viel konsumiert damals. Marcus: Während der Arbeit? Conni: Während der Arbeit, vor der Arbeit, nach der Arbeit, die ganze Zeit eigentlich. Ich habe sehr viel gelesen und Deine zweite Frage war jetzt, wie da so der Unterschied ist. Ich bin halt seit einigen Jahren relativ viel, fast von Anfang an im Dynamite Circle, in der internationalen Community für Online-Unternehmer und bin von Anfang an viel international unterwegs gewesen. Ich habe auch viele Freunde, die international und englischsprachig sind, darunter viele Amerikaner, Australier usw. Klar, wir sind natürlich viel weiter. Als ich angefangen habe auf Deutsch in meinem Blog über ortsunabhängiges Leben und Arbeiten zu schreiben, so Anfang 2013, da war das noch alles relativ neu. Deshalb gab es dann auch soviel Medienaufmerksamkeit. In Deutschland hängen wir halt noch ein paar Jahre hinterher. Die ganzen Jungs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, die sind mit ihrem Blog bereits 2008/2009 gestartet. Und 2013 war das ganze Thema dann schon fünf Jahre alt. Tim Ferris hat da schon 2006 oder 2007 mit angefangen. Der war eigentlich schon eine richtig alte Socke. Also sind wir uns natürlich einige Jahre voraus. Ich hab dann schon gesehen, dass die Community bei uns so klein ist. Wir waren ja nur eine handvoll Leute für lange Zeit, die den Lifestyle wirklich so ausgelebt haben und darüber geschrieben haben. Marcus: Und trotzdem ist ja kaum etwas nachgekommen, oder? Conni: Ja es ist lange nichts nachgekommen. Ich finde auch, dass es gerade auch mit  DNX einen großen Push gegeben hat in Deutschland. Ich glaube, wenn ihr den DNX nicht gestartet hättet, dann wären wir wahrscheinlich immer noch fünf Hansen. Heutzutage sehe ich den Unterschied darin, dass das schon noch alles rückständig ist bei uns in Deutschland. Die Community wächst zwar, aber sie ist noch nicht ganz professionalisiert. Viele Leute sind noch im Anfangsstadium. Und ich glaube, in den nächsten zwei, drei Jahren wird sich da viel tun. Ich sehe da auch schon die ein oder anderen guten Potentiale. Das einzige, was mir bei den Deutschen so ein bisschen Sorgen macht ist, dass der Durchschnittsdeutsche oder auch durchschnittsdeutsche digitale Nomade sich nicht soviel zutraut und das Selbstbewusstsein fehlt. Die Leute haben so viele Selbstzweifel. Das finde ich etwas schade. Ob das jetzt eine Mentalitätsgeschichte ist oder ob das vielleicht auch mit der Zeit kommt, wenn es noch mehr Leute gibt, die richtig geile Sachen rocken mit ihrem ortsunabhängigen Business, weiß ich nicht. Abe ich würde mir wünschen, dass die Leute einfach mal machen. Das Machen ist ja eigentlich nur ein Tun und da ist definitiv noch Potential nach oben vorhanden. Marcus: Ja keine Ahnung, da zerbrechen wir uns auch schon länger die Köpfe und reden uns die Münder heiß, woran das jetzt liegt, dass es gerade in Deutschland so vielen Menschen so schwer fällt, rauszukommen. Gerade wo man weiß, dass man hier mit sozialen Systemen auch wieder aufgefangen wird, falls es dann mal nicht funktionieren sollte. In anderen Ländern hauen die die Dinger raus, versuchen es und knallen dann aber richtig auf den Hintern und müssen sich wieder aufrappeln. Und was passiert bei uns im schlimmsten Fall? – Du bekommst ein paar Monate Arbeitslosgengeld und lässt Dich wieder anstellen. Conni: Du kannst Dich auch bei Hartz IV anstellen, da gibt es auch echt schlimmeres. Die Risikobereitschaft ist auf jeden Fall um einiges niedriger. Ich denke, dass das wirklich auch mit der deutschen Mentalität zu tun hat. Wir werden da doch ein bisschen gebremst durch die Art und Weise, wie wir aufwachsen und wir doch eine konservative Einstellung haben, was Unternehmertum angeht und neue Sachen und Dinge anders machen und so. Marcus: Man ist wirklich – das merke ich jetzt wo es vorbei ist- und wir quasi diese Konvention gebrochen haben, dass man da mega stark mental beeinflusst ist von dem, was von einem erwartet wird. Die Gesellschaft, das ist ein hochtragender Begriff, aber ich habe mich da immer mega klein gefühlt und mir nichts zugetraut und obwohl ich eigentlich ganz gute Scills hatte, auch im Online-Marketing, ich aber nur mit diesen ganz krassen SEO-Cracks in so einer Mini-Nische unterwegs war, da dachte ich, was sollen die denn jetzt über mich denken, wenn ich sage, ich biete Wordpress-Seiten an? – Da lachen die sich doch tot. Conni: Ja genau, dass man dieses Denken hat: Was denken andere von mir? – Das ist auch so ein Blödsinn irgendwie, aber das ist so in uns drin. Vielleicht sind ja unsere Gärten oder unsere Häuser in Deutschland zu nah aneinander gebaut oder so. Immer mal gucken was der Nachbar macht, weißt du? Marcus: Aber ich denke, es wird besser und je mehr jetzt nachkommen und je mehr darüber schreiben und je mehr Events dazu stattfinden und umso mehr Leute da sind, an denen man sich orientieren kann, desto leichter fällt es dann auch, jemanden der jetzt gerade erst an einen Kontakt kommt, zu sagen „fuck it – ich versuch das jetzt“. Andere haben das auch geschafft. Conni: Ja definitiv. Ich glaube, je mehr es werden, je mehr erfolgreiche Beispiele es gibt, desto mehr trauen sich die Leute das dann auch zu. Marcus: Welchen Tipp würdest Du Deinem 20-jährigem Ich geben? Conni: Mein 20-jähriges Ich? Ach du sch... ja, ich muss gerade überlegen, wie ich mit 20 drauf war. Da war ich gerade auch auf meinem ersten außereuropäischen Trip in Thailand, vier Wochen, Party, Full-Moon Party auf Koh Phangan, also die ganze Palette durch. Da habe ich auch noch gedacht, Yoga ist nur was für ganz abgespaceten Leute. Marcus: Ja ja, Birkenstock, ne? Conni: Ja, also das würde ich auch schon mal meinem damaligen Ich erzählen: fang mal mit Yoga an, probiere es doch einfach mal aus. Ich wünschte mir auch, ich wäre mit Meditation aufgewachsen und ich wünschte, ich hätte mit allem schon so früh angefangen, auch mit der gesunden Ernährung. Also mit 20 bin ich auf die Uni. Ich hätte wahrscheinlich schon während der Uni mit einem Online-Business starten sollen. Solche Sachen. Also im Grunde alles was ich jetzt mache, hätte ich gerne schon viel früher gemacht. Stell Dir mal vor, wenn ich damit schon vor zehn Jahren eingestiegen wär. Wie geil (lach) Marcus: Aber weißt Du, ich glaube, dass haben so viele, die sich denken „hätte ich das schon vorher gemacht, mit dem Wissen was ich heute habe. Das ist so oft so: Du implementierst eine Sache neu und dann merkst Du dass es funktioniert, und dann denkst Du: Wie blöd bin ich eigentlich? Warum habe ich das nicht schon vor fünf oder zehn Jahren so gemacht, obwohl ich eigentlich das gleiche Wissen darüber hatte? Aber irgendwas hat damals noch nicht gepasst. Conni: Am Ende des Tages ist es doch so, dass alles so kommt wie es kommen soll. Ich habe meine Lektionen so lernen müssen, manchmal auf die einfache und manchmal auf die harte Tour. Wenn ich jetzt zurückdenke, wann ich eingestiegen bin, also so mit 27, diese sieben Jahre, die habe ich scheinbar schon gebraucht. Marcus: Also länger mit 37 oder so, ... Conni: Nee, zu alt ist man ja nie. Marcus: Nee und das Problem ist ja auch, man lebt ja im Jetzt. Und wenn Du sagst, so wie es jetzt ist, ist für Dich perfekt und Du würdest Deinem 20-jährigem Ich das ans Herz legen, wie Du Dir jetzt Dein Leben aufgestellt hast, dann bist Du schon sehr mit Dir im Reinen. Conni: Man kann sich glaube ich gar nicht vorstellen, wie viel Potential man in sich trägt und was noch alles Geiles passieren kann. Das ist auf jeden Fall spannend. Wo wird es mich hinführen oder auch Dich, auch unsere eigenen persönlichen Entwicklungen und unserem Business. Das ist richtig gei. Marcus: Wenn man überlegt, was so im letzten Jahr passiert ist, das ist schon mega krass. Wenn man überlegt, dass es gerade ein gutes Jahr her ist, dass wir die erste DNX im Betahaus gemacht haben und gar nicht wussten, was jetzt überhaupt passiert. Wie reagieren die Leute. Conni: Ja stark. Und das ist auch dieses spannende an dem ganzen Leben. Gerade in unserem Lifestyle. Da kann so viel passieren, immer, ständig, weil eben diese Freiheit da ist, weil man eben nicht diese ganzen Pläne machen muss. Weil man eben nicht dieses 9 to 5, dieses Gefängnis uns die ganze Zeit gefangen hält, sondern wir geben quasi unserem Leben den Raum, damit alles quasi zu jeder Zeit passieren kann. Und das ist sehr spannend. Marcus: Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen, die nicht zum Überleben notwendig sind? Conni: Ok? Ich würde mitnehmen: meine Yoga Matte, meinen Kindle oder ein Buch auf jeden Fall und ein Notizbuch mit Stift zum Schreiben. Das wären die Sachen, dann wäre ich erst einmal ausgelastet auf der einsamen Insel. Marcus: Das ist ja schon mal cool, weil Strand, Meer ... Conni: Ja eben, das Notizbuch ist dann ja wieder quasi wie der Laptop. Marcus: Wer sind die drei oder fünf Menschen, mit denen Du Dich am häufigsten austauschst? Conni: Puh. Also das kommt echt ein bisschen darauf an, wo ich gerade bin. Jetzt gerade bist es Du und Feli (lach). Weil wir hier auch einen auf Mitbewohner machen. Marcus: Aber das funktioniert halt. Wir kennen uns ja jetzt auch schon lange. Wir treffen uns immer wieder und dann letztens auch wieder in Berlin, da hatten wir aber auch nicht soviel Zeit. Conni: Ja das stimmt, das ist cool. Also meine Mama ist auf jeden Fall einer meiner Top-Leute. Mit ihr bin ich regelmäßig in Kontakt. Marcus: Hat sie Dich von Anfang an unterstützt, bei diesem unkonventionellen Weg? Conni: Ja immer. Dadurch, dass ich seit ich ein Teenager war, dieses „ich muss weg“ in mir drin hatte, ist sie das auch gewohnt gewesen. Vorher war ich ja auch Tauchlehrerin und war ein paar Jahre unterwegs und bin die Dinge immer schon etwas anders angegangen. Und dadurch, dass ich auch aus einer Unternehmerfamilie komme, war das für sie eigentlich ganz okay. Sie fanden das auch besser, als ich da meinen Job hatte für ein halbes Jahr lang in Berlin. Und da dachten sie: ja geil, Conni ist jetzt erst mal aussortiert und gibt jetzt erst mal Ruhe, aber im Grunde genommen war es meiner Mama immer wichtig, dass es mir gut geht und dass ich etwas mache, was mich glücklich macht. Das hat sie immer unterstützt und dafür bin ich auch sehr dankbar. Sie ist auf jeden Fall eine meiner besten Freundinnen. Dann habe ich ein paar Freundinnen, mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Die mich auch einfach, sei es ob es mein Business angeht oder was mein Herz und meine Seele angeht, die ich als erstes anrufen würde und mit denen ich aber auch regelmäßig in Skype-Kontakt bin und schaue, dass wir uns auch regelmäßig sehen. Einfach weil mir der Kontakt unglaublich wichtig ist und der geht für mich auch sehr tief. Also manchmal sehe ich sie monatelang nicht und manchmal auch ganzes Jahr lang nicht, aber wir sind wirklich regelmäßig in Kontakt. Wir haben auch alle irgendwie dieses Ding in uns, dass es mit unserem eigenen Leben und dem Business weitergeht. Als würde man sich gegenseitig auch ein bisschen coachen. Ich habe auch durch dieses ortsunabhängige Leben, dass es sehr schwierig ist Freundschaften aufrecht zu erhalten, wenn man so viel unterwegs ist. Aber dadurch habe ich auch noch vielmehr festgestellt, wie wichtig mir Freundschaften und tiefe Freundschaften sind. Klar kann ich viele Leute kennenlernen, aber das heißt noch lange nicht, dass die dann auch wirklich da sind und mir gut tun oder dass Deine Beziehungen einen Wert haben. Ich habe schon so meine drei, vier Mädels, die immer da sind und mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Marcus: Bevor wir zum Ende kommen, hast Du ein Mantra, ein Lebensmotto, nach dem Du lebst, was Du unterschreiben würdest? Conni: Das ist eine echt gute Frage. Marcus: Hattest Du einmal andere Ziele, als die, die Du jetzt hast? Conni: Ich hab schon eins. Das wissen aber auch eigentlich meine Blog-Leser genau. NIPSILD das hat einen Hintergrund, aber den weiß ich gerade nicht mehr. Aber nicht im Problem, sondern in Lösungen denken. Wenn etwas Mist ist, dann fokussier Dich nicht auf den Mist, sondern schau, wie Du es besser machen und Du das Problem lösen kannst. Es ist nicht so, dass ich nur immer wunderbar in Lösungen denke und dass mein Leben immer super toll ist. Das ist absolut das Gegenteil. Ich musste auch durch viele blöde Situationen in den letzten Jahren, aber grundsätzlich, schau ich wirklich, dass ich mich nicht zu arg auf die Problematik konzentriere, sondern direkt den nächsten Schritt gehe und schaue, was ich machen kann. Wenn ich unzufrieden mit meinem Leben, meiner Beziehung, mit dem Business oder whatever, dann schaue ich was ich besser oder verändern kann. Anstatt die ganze Zeit zu jammern und sich selber in diese Opfer-Mentalität zu bringen. Da muss man wirklich aus dieser negativen Energie rausgehen, die so statisch ist und reingehen ins Machen, ins Tun. Marcus: Genau, denn nur wer aktiv ist, dem kann auch wieder etwas einfallen. Conni: Ja und nur vom über das Problem nachdenken, wird die Situation halt auch echt nicht besser. Ich weiß, dass das oft leicht dahergeredet ist, aber trotz allem ist das schon wirklich mein Lifestyle, insbesondere was mein Business angeht und wenn tägliche Sachen in meinem Leben auftreten. Marcus: Cool! Vielen Dank Conni! Conni: Voll gerne, hat richtig Spaß gemacht, Marcus! Marcus: Wir haben glaube ich auch ein bisschen länger aufgenommen als geplant, knappe Stunde, kennen wir ja schon von der DNX. Conni: Super, ja wir können nie etwas einfach kurz erklären, das ist immer schwierig. Marcus: Nee, das ist auch scheiße. Bei Dir ist das ja auch das Gesamtbild. Conni: Ja manchmal, muss man auch einfach ein bisschen ausführen. Marcus: Ja also Danke und mach’s gut! Danke, peace out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

 

Jul 15, 2015

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Interview mit Johannes Völkner von WebWorkTravel

Heute spreche ich bei LifeHackz mit Johannes Völker von WebWorkTravel. Das Interview haben wir bei Johannes auf seiner Terrasse aufgenommen, der in Tarifa ein Haus direkt am Meer hat und dort regelmäßig mehrere Monate im Jahr verbringt. Mittlerweile ist die Community der digitalen Nomaden in Tarifa auch immer größer und das war dann Grund genug für Feli und mich nach der letzten deutschen DNX im Mai selber mal den Ort auszuchecken. Dazu kommt das Feli und ich in Jericoacoara in Brasilien unsere Leidenschaft für Kitesurfen entdeckt haben und Tarifa einer der besten Spots in der Welt ist, um Kite zu surfen. Die beiden Gründe waren genug um unseren Kumpel Johannes dort besuchen zu gehen plus wir haben dort das erste DNX CAMP ever veranstaltet. Sprich wir haben Leute eingeladen, mit uns zusammen zu Co-Worken, wir haben Co-Living gemacht, wir haben Activities gemacht, wir haben Sport gemacht auf der Terrasse, am Strand auf dem Rooftop. Wir haben zusammen Aktivitäten gemacht, wir waren auf Gibraltar. Es hat richtig viel Spaß gemacht und uns darin bestärkt die Camps auch weiter fortzuführen. Neben den ganzen Activities kann man dort auch super gut arbeiten als digitaler Nomade. Wir waren im Cocotera in nem Co-Working Hostel, waren dort sehr produktiv und haben beispielsweise die DNX CAMP Webseite dort fertiggestellt. Die Seite findet ihr unter www.dnxcamp.com Alle Infos zu dem Interview mit Johannes und weitere Links findet ihr wie immer unter www.lifehackz.de/johannes Das Projekt Webworktravel von Johannes, auf der er seine Community der digitalen Nomaden versammelt, findet ihr unter www.webworktravel.com/ In der Folge spreche ich mit Johannes wie er auf Tarifa als Spot gekommen ist. Johannes ist nämlich schon super viel rumgekommen in der Welt. Wir sprechen darüber was seine Erwartungen für die Zukunft sind als digitaler Nomade. Und wir sprechen darüber was für Leute man in Tarifa treffen kann und wieso gerade Tarifa so ein geiler Spot ist. Checkt es aus. In dieser Folge lernst du:

  1. Warum Tarifa der neue Hot Spot in Europa für digitale Nomaden ist.
  2. Was sich für digitale Nomaden in den letzten Jahren verändert hat.
  3. Wo die heißesten Spots in Costa Rica sind.

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Shownotes

Guide für digitale Nomaden

Tarifa Digital Nomads

Webworktravel Digital Nomad Network

Surf-Office

Co-Working Space

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Also ich sitze hier gerade mit Johannes in Tarifa auf seiner Terrasse mit Blick auf das Meer, Strand, Beach. Hammer, heute ist es mal windstill. Aber ja..., dazu kann Johannes gleich auch mehr sagen. Cool, dass Du hier auf dem Podcast bist, danke! Johannes: Ja hey Marcus! Erst einmal danke dafür, dass Du hier vorbeischaust und Dir auch mal selber ein Bild von Tarifa machst. Ist ganz schön hier mit der Sonne und dem Strand und viel kaltem Wind. Heute nicht ganz so viel, aber ...ja. Marcus: Ja absolut. Also Feli und ich sind jetzt seit vier Wochen hier. Uns gefällt es richtig gut und wir haben auch schon coole Connections zu anderen Nomaden gemacht. Aber vielleicht erzählst Du mal ein bisschen mehr, wie das entstanden ist hier in Tarifa. Da bist Du ja sehr maßgeblich beteiligt und wie Du da auf die Idee gekommen bist und wo Du heute stehst und was Du noch vorhast? - Das würde mich interessieren. Johannes: Ganz ehrlich, als ich hier vor ungefähr einem Jahr angekommen bin, da hat glaube ich, noch kein digitaler Nomade richtig über Tarifa gesprochen. Mein Hintergedanke, warum ich hierhin gefahren bin, war, weil ich schon sehr viel in den letzten vier Jahren unterwegs war und ich brauchte mal so etwas wie eine Homebase. Ich habe das in dem Jahr davor mal in Berlin probiert. Aber weil ich sehr gerne Kite-Surfen gehe und auch ganz gerne am Strand wohnen wollte, habe ich dann darüber nachgedacht, vielleicht mal ein bisschen weiter in den Süden zu ziehen. Ich wollte nicht soweit weg sein von Deutschland, damit ich nicht immer 13 Stunden im Flieger sitzen muss, um beispielsweise zu einer Hochzeit zu fahren. Und dann bin ich hier hingefahren, weil ich sehr viel aus der Kite-Szene über Tarifa gehört habe. Ich kannte ein paar Leute, die hier damals schon gearbeitet haben. Aber das waren nur zwei, drei vielleicht auch vier Leute (grinst). Ich bin also hingefahren und wollte mir selber ein Bild darüber machen. Ich fand es sehr cool und dann kam noch Elmar vorbei. Der macht Events für holländische Entrepreneure und wir fanden das beide ganz cool hier und wir haben dann einfach angefangen, Tarifa zu promoten und haben euch eingeladen und Feli. Und so langsam scheint sich das alles auszuzahlen. Es kommen immer mehr Leute hierhin und wir kriegen hier langsam so eine kleine Community zusammen. Das ist eigentlich ... ja das freut mich sehr, das Tarifa jetzt so langsam im Gespräch ist. Marcus: Kann man denn hier das ganze Jahr in Tarifa als Digital Nomad gut leben und arbeiten und kiten gehen oder würdest Du sagen, es gibt Monate, die sich besser eignen und andere, wo es vielleicht wieder cool ist, woanders hinzuziehen? Johannes: Also man kann hier natürlich das ganze Jahr überleben, aber ich würde nicht unbedingt Juli und August empfehlen, weil sich die Preise zu der Zeit verdreifachen. Gerade für die Unterkünfte. Außerdem wird die Stadt sehr voll und es wird schwierig sein, da den richtigen Fokus zu finden. In den anderen Monaten ist es super hier. Den Winter selber habe ich jetzt noch nicht hier verbracht, das heißt ich war hier nur bis in den Dezember. Januar, Februar und März habe ich geskipped. Das geht auch. Da kann man sehr gut surfen. Aber die besten Monate, um als digitaler Nomade hier eine super Zeit zu haben, sind auf jeden Fall April, Mai, Juni und dann September, Oktober. November und Dezember sind auch ok, aber die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Wem es dann richtig gefällt, der bleibt aber auf jeden Fall auch länger. Marcus: Ok, cool. Also eine Sache, wieso Feli und ich auch direkt überzeugt waren, dass das ein ziemlich cooler Spot sein muss, ist, dass Du ihn quasi ausgerufen und gesagt hast: kommt hier mal alle hin; hier sind perfekte Settings. Für die Leute, die es nicht wissen: Du hast auch einen großen Guide für digitale Nomaden rausgebracht, in dem man die besten Hotspots oder Plätze zum Arbeiten und Leben finden kann. Wir haben den glaube ich, ganz am Anfang, als wir in Asien auf unseren ersten wackeligen Gehversuchen unterwegs waren, ziemlich früh entdeckt und nach dem Motto: was ist das denn für ein geiler Content hier?! Wir haben dann glaube ich, erst mal drei Tage Deinen Guide gelesen. Sag mal ein bisschen was zum Guide. Wieviele Orte sind da drin und wie bestimmst Du quasi das Scoring-System für die digitalen Nomaden? Was muss der Ort haben, dass Du sagst, der ist cool und gut? Johannes: Erst einmal freut mich das, dass Du den Guide so gut findest. Der Guide ist eigentlich zu einer Zeit entstanden, als ich das Wort digitaler Nomade eigentlich noch gar nicht kannte. Ich hatte also die Idee für den Guide, bevor ich überhaupt das Wort digitaler Nomade gehört hatte. Und deswegen hieß der Guide am Anfang auch „The Destination Guide for People who work online“ und bei der Landing-Page hat sich alles darum gedreht, die Leute zu überzeugen, dass man ja eigentlich arbeiten und reisen könnte. Ich war in den letzten 10 Jahren extrem viel unterwegs und habe quasi dabei gemerkt, dass es sehr viele coole Destinationen gibt. Das sind zum Großteil jetzt nicht irgendwelche Großstädte oder so, wie man die auf der nomadslist.io finden kann, sondern das sind eigentlich eher so kleinere Städte, die irgendwie in irgendeiner Art sehr unique sind. In den meisten Orten, habe ich auch selber irgendwann mal in den letzten zehn Jahren Zeit verbracht. Ich habe auch gemerkt, dass die Infrastruktur eigentlich da ist. Also wenn sich irgendjemand heutzutage beschwert, dass das WiFi nicht ordentlich läuft, dann ist es meistens die Schuld der Person selber. Auf Inseln ist es manchmal ein bisschen schwierig, aber ansonsten geht es. Jeder von uns hat verschiedene Interessen und was ich mit dem Guide eigentlich gemacht habe ist, dass ich mein ganzes Reisewissen aus den letzten zehn Jahren Backpacking zusammengefasst und ganz viele dieser coolen Destinationen hineingepackt habe. Insgesamt sind es über 60 Destinationen. Ich muss zugeben, ich war nicht in jeder Destination, aber da sind nur Orte drinnen, von denen ich dann von Freunden, die auch schon seit sechs Jahren reisen, gehört habe. Ich glaube, dass ganz viele dieser Destinationen auch in Zukunft noch richtig abgehen werden, für die Leute die arbeiten und reisen. Eine Sache habe ich gerade vergessen: das ist auch ein Budget Guide. Es geht dabei auch so ein bisschen darum, jetzt nicht die teuersten Orte – in Thailand ist zum Beispiel Phuket wesentlich teurer als, ich sag mal, Koh Phangan – es geht eher darum, die günstigeren Orte zu featurn, die gerade noch am kommen sind. Das habe ich einfach mal zusammengefasst und es freut mich, dass es inzwischen mehr Beachtung findet und vielleicht machen wir auch noch einmal eine neue Auflage. Da überlege ich gerade noch, ob wir das noch einmal optimieren. Marcus: Ich glaube, das wäre auf jeden Fall cool, wenn da noch einmal eine neue Auflage kommt, aber auch so ist das schon echt sehr, sehr geil und useful. Ich glaube, was den Guide auch so unique macht und krass gut ist, dass er handverlesen ist, also die Leute wirklich da waren und aufgrund der eigenen Eindrücke und Erfahrungen dann den Ort bewertet haben und nicht wie beispielsweise, was Duveben gesagt hast, nomadelist.io. Auch richtig cool, was Peter Levels da auf die Beine gestellt hat. Aber der kopiert die Daten aus irgendwelchen Datenbanken und ist nicht selber da gewesen und weiß, ob das jetzt der coolste Ort ist. Aber da sind es ja mehr so Hart Facts, wie die Infrastruktur oder das Setting ist. Wie schnell ist das Internet? Wie warm ist es da? Bei Dir geht es ja auch noch um Soft Settings. Da findet man zum Beispiel Kiten, Sport, Hobbies, Activities etc. Johannes: Ich finde zum Beispiel auch, dass es extrem wichtig ist, dass wenn man reist, dass wir nebenbei auch Hobbies haben. Also es muss jetzt nicht unbedingt Kite-Surfen sein. Das ist halt das, was ich gerne mache. Ich weiß, dass Du auch gerne tauchen gehst. Andere Leute machen gerne Yoga, aber das Ding ist, dass gerade wenn wir viel reisen, ist es extrem wichtig, dass wir auch noch etwas anderes in unserer Freizeit machen, als zum Beispiel jeden Tag eine Schnorcheltour zu machen. Ein Hobby, ein bisschen mehr Beständigkeit oder Aktivitäten, die wir halt entweder morgens früh machen oder abends danach, um auch einfach diesen Ort genießen zu können. Deswegen finde ich zum Beispiel, dass man oft seine Orte ein bisschen mehr nach den Hobbies auswählen sollte. Manchmal kann ich es nicht so ganz verstehen, dass Chiang Mai der Hotspot ist. Dort gibt es keinen Strand. Eigentlich dreht sich alles nur darum, dass es ein mega günstiger Ort ist, aber ich möchte nicht nur irgendwo hin fahren, weil es sehr günstig ist. Da gibt es auch super coole kleine Inseln in Indonesien, die das auch haben können. Aber dort kann ich dann auch tauchen gehen oder noch irgendetwas anderes in meiner Freizeit. machen Und das ist eigentlich das coole an dem Lifestyle, oder? Marcus: Ja absolut. Wie Du schon sagtest: in Indonesien, ein kleiner Ort, in dem Guide selber sind mega viele hidden Champions drin und immer wenn Feli und ich unterwegs sind in irgendeiner Ecke, dann gucken wir uns da auch noch einmal das PDF an und lassen uns inspirieren, ob das auch etwas für uns sein könnte. Ich glaube, Du bist auch ähnlich gestrickt wie wir: Du bist gerne am Meer und eine totale Wasserratte. Und dann passt das auch alles. Du sagtest eben, in Tarifa ist jetzt schon eine coole Community entstanden. Wir sind jetzt selber ein Teil davon und haben das hier vor Ort Live mitgekriegt. Da sind richtig smarte Leute aus aller Welt. Gibt es denn irgendwie ein Forum oder eine Plattform, in der Du versuchst die Community zu organisieren oder zu sammeln und das ganze Ding wachsen zu lassen? Johannes: Wir haben eine Plattform. Also eigentlich gibt es sogar zwei kleine Plattformen dafür. Die Plattform für Tarifa besteht in einer kleinen Facebook-Gruppe mit dem Namen „Tarifa Digital Nomads“. Wer Lust hat, kann da einfach mal bei Facebook unter dem Suchbegriff „Tarifa Digital Nomads“ schauen. Da kann man sich vorstellen, wenn man zum Beispiel bald hierhin fliegt oder kriegt halt mit, wenn mal ein größerer Talk ist. Diese Plattform würde ich als ersten Anlaufpunkt in Sachen Tarifa nehmen. Ich habe da auch ein paar kleine Deals mit Hostels oder mit einer Kite-Schule verhandelt. Da könnt ihr mit anderen Nomaden kiten lernen oder in das gleiche Hostel gehen. Dann gibt es noch das “Webworktravel Digital Nomad Network“. Das ist eine wesentlich größere Facebook-Gruppe. Da kann man sich weltweit mit anderen Leuten vernetzen, die auch rund um den Globus unterwegs sind. Die wächst gerade auch extrem gut. Wir sind jetzt über 3.000 Leute. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Marcus: Das ist meines Wissens auch international die größte Gruppe für digitale Nomaden auf Facebook. Also Hut ab dafür. Ich glaube, Du warst auch einer der ersten, der dieses Thema entdeckt hat, auch wenn es damals noch gar nicht digital nomad hieß oder drauf stand, wie Duschon sagtest und ein bisschen sperriger genannt wurde mit „Handbuch für Leute, die gerne ortsunabhängig arbeiten wollen oder online Geld verdienen wollen“ etc. Die ganzen Links findet ihr natürlich auch in den Show Notes. Wie sind denn bei Dir jetzt die nächsten Pläne. Wir haben jetzt Anfang Juni? Feli und ich gehen nach Marokko, dann nach Barcelona und bereiten dann das Event Global vor. Wo kann man Dich antreffen und hast Du noch andere Lieblings-Hotspots außer Tarifa im Mai, Juni? Johannes: Die nächsten Monate plane ich erst einmal hier in Tarifa zu bleiben. Ich mache jeden Dienstagabend gegen 19 Uhr eine Walking Tour. Also wer Lust hat mal zu quatschen, der kommt hier nach Tarifa und dann zeige ich euch ein bisschen die Stadt. Das ziehe ich jetzt jeden Dienstag durch bis November. Egal ob da eine Person kommt oder zehn. Schauen wir mal (lach). Im August bin ich auf jeden Fall bei euch bei der Global. Da freue ich mich auch schon drauf. Also da bin ich dann mal kurz zwei Wochen in Deutschland. Im November fahren wir auf einem Cruise Ship. Das wird bestimmt auch sehr interessant: der erste Digital Nomade Cruise Ship ever! Ihr seid ja auch dabei und Conny ist auch dabei und Elmar und viele Leute, die auch aus Tarifa kommen. Wir fahren von Gran Canaria nach Salvador in Brasilien mit derzeit 60 Nomaden – das werden aber gerade immer mehr, ich bin mal gespannt, wie sich das noch entwickelt. Danach weiß ich es gerade nicht genau. Ich bin dann erst einmal in Brasilien. Nach Rio soll es auf jeden Fall noch gehen zum Kiten im Norden von Brasilien. Im Februar 2016 plane ich nach Kapstadt zu gehen. Da ist der King of the Year Contest. Kapstadt ist einer meiner Lieblings-Städte überhaupt. Das wird auf jeden Fall noch sehr viel beliebter werden. Wir waren da jetzt dieses Jahr mit einer Gruppe von 15 Leuten da. Alle ortsunabhängig unterwegs und teilweise extrem erfolgreich. Da muss ich wirklich vor vielen Leuten den Hut abnehmen. Dort sind viele Leute, die da unten ihr Online-Business machen und da überwintern. Also im Februar gehe ich nach Kapstadt und gehe dann wahrscheinlich zwei, drei Monate kiten und arbeiten und danach geht es wieder nach Tarifa bis Ende Juni 2016 und dann schauen wir mal. Danach weiß ich noch nicht genau. Marcus: Ja hammer, hört sich geil an. Das hört sich genau so an, wie es die meisten digitalen Nomaden machen, nämlich immer der Sonne hinterher und da wo gerade das beste Wetter ist, da findet man natürlich auch die meisten Nomaden. Es scheint so, als ob Duvin Deutschland eher selten bist. War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das über die Jahre irgendwie manifestiert? Kannst Du Dir vorstellen irgendwann noch einmal komplett nach Deutschland zurückzugehen? Hast Du da überhaupt noch ein Netzwerk? War das schwer oder wie ist das alles so gekommen, dass Du jetzt ein Globetrotter bist und so gut wie gar nicht mehr in Deutschland anzutreffen bist? Johannes: Also ich würde sagen, das war ein recht langer Prozess. Das hat schon 2005 angefangen oder ehrlich gesagt, schon in der Zeit davor. Ich war schon früher für längere Zeit in Australien und es hat mir super gefallen. Dann bin ich 2005 nach Kapstadt gegangen um dort zu studieren. Das fand ich auch super und bin da auch gleich hängen geblieben bis 2010. Also ich hab eigentlich seit 2005 gar nicht mehr richtig in Deutschland gewohnt. 2010 bin ich aus Kapstadt dann wieder abgezogen und dann hab ich es mal kurz versucht in Deutschland zu wohnen. Das hatte mich aber nicht so ganz überzeugt. Zu dieser Zeit hatte ich bereits ein ortsunabhängiges Business und bin dann auf die Philippinen gefahren. Dann fing das auch alles an mit der Reiserei. Zwischendurch war ich dann immer mal wieder in Deutschland und hab es, wie gesagt, noch einmal versucht. Ich wollte da mal nach Berlin ziehen, aber das hat mich nie so richtig umgehauen. Ich bin auch kein großer Fan von Großstädten. Ich muss auch sagen, dass wenn man so lange in Kapstadt gewohnt hat, ziemlich verwöhnt ist und man sich nicht so leicht auf jede Stadt der Welt einlässt. Nichts gegen Berlin, aber ich find es auch ganz schön am Strand. Dann habe ich halt angefangen zu überlegen, wo man sonst noch hinziehen könnte. Für mich war dann das logischste, zumindest einmal Südspanien auszuchecken. Die ganzen Rentner sind auch alle da. Viele Leute finden das hier schön, dadurch, dass man auch so schnell wieder in die Heimat gehen kann. Als ich dann in Tarifa angekommen bin, war eigentlich die Entscheidung relativ einfach für mich, hier unten ein bisschen länger zu bleiben. Marcus: Du bist jetzt auch schon echt lange on the road – also unterwegs. Gerade hast Du noch gesagt seit 2010 oder noch länger. Was würdest Du sagen, hat sich so im Laufe der Jahre hinsichtlich der Akzeptanz verändert, wenn man auf andere Menschen trifft? Verstehen die dann, was Du machst oder musst Du es immer noch so viel erklären, wie vor fünf Jahren? Merkst Du da einen Unterschied? Ist man vielleicht nicht mehr ganz so alleine unterwegs oder wie war es am Anfang und wie ist es jetzt oder ist es noch ein weiter Weg? Johannes: Also ich muss sagen, dass ich mega happy bin, wie sich das in den letzten Jahren hier entwickelt hat. Als ich 2010 unterwegs war, bin ich durch ganz Südamerika gereist und habe viel Zeit in Hostels verbracht und von da aus gearbeitet. Unter anderem auch in Rio. Und ganz ehrlich? – Auf dem ganzen Trip habe ich vielleicht zwei Leute getroffen, die ortsunabhängig arbeiten. Ich habe mir das komplett anders vorgestellt. Ich habe mir gedacht „Hä? Das ist doch total logisch“. Generell auch in den ersten zwei, zweieinhalb Jahren, habe ich nicht mehr als zehn Leute getroffen, die das auch genauso machen wie ich. Ich fand das cool mit dem Reisen, aber man muss sich wirklich auch mit anderen Leuten, die auch arbeiten, umgeben. Sonst ist es halt mega schwierig den Fokus zu finden. Ich habe damit immer wieder Probleme gehabt. Deswegen bin ich jetzt so happy, dass ich das alles jetzt entwickelt und man mehr Zeit mit Leuten verbringt, die auch arbeiten. Dann ist man nämlich auch richtig produktiv. Wenn man da immer so alleine als Eigenbrötler unterwegs ist, ist es nicht optimal. Von daher bin ich halt sehr glücklich darüber, wie sich das alles entwickelt. Ich finde es, wie gesagt, cool, dass auch Leute nach Tarifa kommen und das Peter ein Surf-Office in Lissabon aufmacht. Dass es hier in Europa mehr Spots gibt, wo man hinfahren kann. Auch das was ihr mit der Global macht, um das ganze ein bisschen mehr zu mobilisieren finde ich richtig cool. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das in Zukunft entwickelt. Marcus: Das ist auch mein empfinden. Als Feli und ich angefangen haben, da war es auch so, dass man jedem, den man getroffen hat, erst einmal erklären musste, was man da macht. Wir haben viele mitleidige Blicke geerntet, dafür, dass man jeden Tag am Computer saß. Aber, wir waren an den geilsten Orten der Welt und hatten nicht nur zwei Wochen. Insofern finde ich es toll, dass Du speziell die Community in Tarifa pushst. Du hast auch ein Co-Working Space etabliert, um mit den Gleichgesinnten abzuhängen und zusammen zu arbeiten. Für Feli und mich ist es jetzt auch das erste Mal, dass wir von so vielen Nomaden in einem Spot umgeben sind, außerhalb von Berlin. Wir hatten ja auch die Conni zu Besuch oder Peter vom Surf-Office, Dich und die ganzen anderen Internationals. Ich muss schon sagen, das pushed ganz schön, wenn man endlich auf Augenhöhe Ideen entwickeln kann und ein bisschen Feedback bekommt. Das hilft und ich glaube, das ist ein guter Einstieg für diejenigen, die quasi nachwachsen und nachkommen. Die werden direkt in einer Community aufgefangen. Vielleicht machen sie auch die ersten Gehversuche in so einem Surf-Office, wo direkt ein Co-Working Space mit angeboten wird und die Settings stimmen. Noch einmal zurück zu Deinen Anfängen 2010. War es denn damals schon realistisch von unterwegs zu arbeiten und war das Internet auch schon so weit? Gerade in Südamerika, wo Du unterwegs warst, oder war es dann eher so, dass Du ein paar Tage an Deinem Buch offline schreiben musstest und dann mal irgendwann wieder in einer größeren Stadt Internet hattest und das dann schnell hochgeladen hast, was Du vorher vorgeschrieben hattest? Johannes: Ganz ehrlich? – Es ging auch schon 2010 ganz gut. Ich habe immer im Voraus relativ viel recherchiert, wie das Internet hier und da ist. Wenn man jetzt nicht unbedingt in den Dschungel von Bolivien geht, wo es allerdings – glaube ich zu der Zeit, also 2011 - auch schon Internet gab, ist es alles wirklich ok. Wie gesagt, wenn man keine ordentliche WiFi hat, dann ist man meistens selber Schuld. Wenn ich die Leute dann sehe „ja, bei mir ist das Internet so schlecht“, dann such dir etwas Besseres. Wobei man dazu auch sagen muss, ich glaube in Bali wird es jetzt so langsam besser. Es gibt schon ein paar Orte, wo das Internet nicht richtig schnell ist, aber es läuft und zum E-Mails checken reicht es. Bei Skype weiß ich es nicht genau, weil ich davon auch nicht abhängig bin. Aber ich hatte eigentlich immer eine Verbindung und konnte immer etwas online machen. Ich habe viel mit Google Adwords gemacht. Das ist auch relativ viel Offline-Arbeit und Sachen hochladen, aber ich glaube generell heutzutage braucht man sich da keine großen Sorgen mehr zu machen. Was wichtig ist, ist dass man nicht irgendwo ankommt und dann gleich einen großen Auftrag hat. Am besten nimmt man sich erst einmal zwei, drei Tage Zeit und findet erst das beste Café oder Co-Working Space, oder auch ein gutes Hotel mit Internet, bevor man irgendwelche Skype-Anrufe macht. Das würde ich auf jeden Fall empfehlen. Ansonsten kommt man in den meisten Orten der Welt eigentlich so ganz gut zurecht. Dazu kann ich auch noch sagen, dass das allerbeste Land, was ich bis jetzt kennengelernt habe, was das Internet betrifft ist Costa Rica. Da fand ich die Infrastruktur perfekt. Viele Backpacker ziehen da einfach so durch, weil es ihnen ein bisschen zu teuer ist und Nicaragua noch günstiger ist. Aber wer ein bisschen arbeiten möchte und vielleicht auch mal länger in gewissen Orten bleiben kann, kann super Deals mit den Gasthäusern verhandeln. Es gibt tolle Orte und das Internet war wirklich auch im letzten sehr gut. Costa Rica hat mich extrem begeistert und in den anderen Ländern hatte ich eigentlich gar keine Probleme. Ansonsten musste man selten hier und da mal ein bisschen gucken. Aber ja, Costa Rica war der Hammer! Marcus: Und was ist Dein heißer Tipp für Costa Rica? Welcher Spot ist dort richtig geil? Johannes: Ich finde Santa Teresa sehr schön. Das ist ein kleiner Surf-Spot, Yoga, Hippie und ein bisschen abseits. Man braucht ungefähr vier Stunden, je nachdem, welchen Weg man nimmt, um dahin zu kommen. Das fand ich sehr cool. Da herrscht kein großer Pauschaltourismus. Ich glaube, von dem Ort wird man in Zukunft noch eine Menge hören. Wer also ganz einfach unterwegs sein möchte, da gibt es auch ganz viele schöne Orte. Ein wenig mehr touristisch, aber Tamarindo fand ich ganz nett. Santa Teresa war aber mein absoluter Favorite. Auch Puerto Viejo, das ist an der Grenze zu Panama fand ich ganz schön. Das ist ein kleiner Hippie-Ort. Marcus: Cool, geiler Style! Zu den Problemen mit dem Internet, würde ich auf jeden Fall auch dafür pledieren – was auch immer das ist, was wir als erstes machen, wenn wir irgendwo ankommen – schauen wir immer, dass wir eine lokale Sim-Karte bekommen. Zusammen mit einem Datenplan, damit man dann im schlimmsten Fall immernoch über sein iPhone einen Hotspot einrichten und von da aus arbeiten kann. Klar, was man machen muss und wenn das Internet nicht sehr schnell ist, kann man natürlich auch nicht, wie Zuhause seine Youtube-Videos streamen oder was man sonst normalerweise Zuhause mit der Datenleitung macht. Aber um E-Mails zu checken, Sachen anzuschieben, Bücher zu schreiben oder auch diesen Podcast aufzunehmen, das geht auch alles offline. Hochladen kann man es dann immer noch, wenn die Internet-Verbindung besser ist. Zum Schluss wollte ich Dich noch fragen und das tu ich jetzt auch einfach (grins): Was denkst Du über die Zukunft von dem Digital Nomad Lifestyle im Allgemeinen? Was hast du für Empfindungen oder Erfahrungen? Was passiert da so in Deinem täglichen Leben und in Deinem Forum und was denkst wird da im nächsten Jahr oder in den nächsten drei Jahren passieren, falls man überhaupt soweit gucken kann? Johannes: Vor ungefähr einem Jahr habe ich gedacht, dass Leute, nachdem sie so drei Jahre als Digital Nomad unterwegs wären, wieder sesshaft werden möchten. So langsam bin ich mir da nicht mehr so sicher, weil umso besser wir alle verbunden sind und uns in verschiedenen Orten wiedertreffen können, desto aufregender wird das ganze auch. Ein Problem ist es, wenn man alleine als Digital Nomad unterwegs ist. Das kann man nicht länger als drei, vier Jahre durchziehen. Da wird man irgendwann „kirre“. Aber wenn man ein gewisses Netzwerk hat, dann wird das wesentlich aufregender und es ist vielleicht auch etwas, was man dann für sehr lange Zeit machen kann. Ob man jetzt als Familie rumreisen muss – nonstop – weiß ich nicht. Ich finde aber, wenn man eine Familie hat, sollte man aufpassen, dass das Kind zwischen sechs und 18 Jahren schon an einem festen Ort sein sollte. Abgesehen davon, kann ich mir generell schon vorstellen, dass es doch sehr viele Leute geben wird, die nicht gebunden sind. Woran ich auch glaube ist, dass wir anstatt einen Ort als Homebase zu haben, verschiedene Orte haben könnten. Für meinen Teil hätte ich Lust viel Zeit in hier in Südspanien zu verbringen, in Brasilien und in Kapstadt, Südafrika. Ich habe beispielsweise irgendwann mal ein Interview gehört von Kelly Slater, der ja auch schon seit zig Jahren als Profi-Surfer unterwegs ist, und für den das quasi auch jedes Mal so ist, dadurch dass er so gut vernetzt ist, dass er sich in jeder Stadt, in die er kommt, sich sofort Zuhause fühlt. Das ist der Punkt. Wenn man sich dann an Orten, die man mag, gut auskennt und sich gut fühlt, dann kann es schon sein, dass man das doch ein bisschen länger macht, als man es sich gedacht hat. Die andere Sache an die ich wirklich glaube, sind Workations – also Urlaub und Arbeit zu verbinden. Das ist gerade interessant für Leute, die vielleicht in München die festen Freunde und ein gutes Umfeld haben, aber mehr reisen möchten und einfach mal für einen Monat nach Spanien oder Indonesien oder wo auch immer hinmöchten und sich eine feste Homebase aufbauen, anstatt einfach nur vier Wochen Urlaub im Jahr zu machen. Manche werden das vielleicht auf 4 Monate ausweiten. Die andere Sache an die ich glaube ist, dass Firmen realisieren, dass sie ihren Arbeitnehmern auch mehr Freiheiten geben werden. Viele Leute haben das Gefühl, wenn sie digitaler Nomade werden, müssen sie ihr eigenes Business starten. Ich finde das ist ziemlich überfordernd für viele Leute. Ich glaube, dass viele Firmen, ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben werden ortsunabhängig zu arbeiten, unter der Bedingung, dass sie das ordentlich machen. Wir haben jetzt schon in Tarifa Leute, wo die Firmen sagen, „Hey komm, lass uns das mal probieren!“ Wir haben hier auch Leute, die bei uns ins Büro kommen und da ist der Familienvater, der kommt hier mit seiner Familie hin und bringt sein Team mit. Da kann seine Familie schön Urlaub machen und das Team zusammen arbeiten. Das sind jetzt gerade die Pioniere, aber das wird in drei, vier Jahre wird das normal und akzeptiert sein. Das was derzeit noch fehlt ist die Infrastruktur dafür. Da geben wir gerade alle unser Bestes um da zu helfen. Ich hoffe, dass da noch mehr Leute aufspringen und uns dabei helfen. Marcus: Tausend Dank für den Einblick und die spannenden Worte! Ich hoffe, wir hören uns bald wieder. Bis dann! Peace out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 15, 2015

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Interview mit Magdalena Herrmann vom SunDesk Coworking Space

Heute spreche ich bei LifeHackz mit Magdalena Hermann vom SunDesk Coworking und Coliving Space in Marokko Taghazout. Das Interview haben wir live in dem kleinem Fischerdorf Taghazout bei ihr auf dem Rooftop aufgenommen. Feli und ich waren dort vor einigen Wochen und uns im SunDesk sau, sauwohl gefühlt als Digitale Nomaden. Es gibt super schnelles Internet, Magdalena steckt super viel Passion in das Projekt und es fällt echt schwer den Ort zu verlassen. Wir haben dort super viel geschafft, wir waren mega kreativ, unter anderem ist dort die Jobbörse entstanden unter www.dnxjobs.com und die Menschen sind einfach nur nett und freundlich. Also – falls ihr das SunDesk auschecken wollte, findet ihr es unter http://www.sun-desk.com und alle Infos und weitere Links zu dieser Folge findet ihr unter http://www.lifehackz.de/magdalena In dem Interview spreche ich mit Magdalena darüber wie das SunDesk Projekt entstanden ist, wir sprechen darüber wie Magdalena es geschafft hat ortsunabhängig zu studieren, auch das ist nämlich möglich – man kann in der ganzen Welt studieren und die Klausuren von überall schreiben und wir sprechen darüber, warum auch du unbedingt nach Marokko kommen solltest. Viel Spaß mit der Folge. Peace & out. In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man online studieren kann.
  2. Warum du unbedingt mal nach Marokko kommen solltest.
  3. Wie man gelassen bleibt, wenn alles länger dauert als geplant.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

Shownotes

SunDesk

www.dnxjobs.com

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hallo Magdalena! Ich freue mich, dass Du hier auf dem LifeHackz Podcast bist. Erzähl mal, wie bist Du denn darauf gekommen hier in Taghazout das erste Coworking und Coworking-Projekt in Afrika zu starten? Magdalena: Hallo! Und zwar habe ich ein Online-Studium gemacht. Ich habe berufsbegleitend BWL studiert und habe Taghazout für mich entdeckt und wollte gerne hier bleiben. Ich konnte dadurch, dass ich das Online-Studium gemacht habe und es relativ einfach war von Taghazout nach Deutschland zu arbeiten, auch hier bleiben. Marcus: Also Du sagst gerade Online-Studium. Das heißt, Du hast gar nicht an der Uni in Deutschland studiert? Wie genau ist das abgelaufen, ist das eine Fern-Uni? Da gibt es glaube ich die Fern-Uni Hagen, gibt es da noch etwas anderes? Magdalena: Genau, es gibt relativ viele Fern-Unis in Deutschland. Ich habe an der Fern-Uni in Hamburg studiert. Die haben schon ein Haus, so wie man sich das vorstellt, mit einem Campus und solchen Sachen. Allerdings kommen die Studenten da nur teilweise, also zeitweise für Seminare. Dafür bin ich da auch so zwei Mal im Jahr hingefahren. Das war´s. Der Rest war Online und die Klausuren konnte ich an verschiedenen Orten in Deutschland schreiben, oder auch auf der ganzen Welt. Marcus: Das klingt ja echt gut? Das heißt, für die Klausuren, da hast Du doch eigentlich ein Zeitfenster, wenn man eine Klausur schreibt? Also so kenne ich das noch aus meiner Uni-Zeit. Bekommst Du da eine Woche Zeit oder nur wenige Tage? Und dann musst Du die Online einreichen, oder wie genau läuft das ab? Magdalena: Nee, die Klausuren werden vor Ort geschrieben, weil man das sonst nicht richtig kontrollieren kann. Ich könnte ja sonst vor dem Computer jegliche Hilfsmittel verwenden. Das heißt also, einmal im Monat gibt es Klausurtermine für alle Module und dann kann man sich da einschreiben. Die meisten Klausuren habe ich zum Beispiel in Berlin geschrieben. Da musste ich mich dann anmelden, hingehen und da auch meine Klausur schreiben unter Aufsicht. Marcus: Sehr cool! Also die haben dann quasi von der Uni Hamburg deutschlandweit Termine angeboten monats- oder quartalsweise. Magdalena: Genau. Ich glaube man kann da einmal im Monat in 16 oder 17 Städten schreiben und wenn man im Ausland ist, dann kann man da auch Klausuren mitschreiben, und zwar am Goethe-Institut. Die kann man da einfach ansprechen und die machen das meistens mit, oder auch in der Botschaft. Marcus: Cool, also theoretisch kannst Du das in Asien machen oder Südamerika. Du brauchst einfach eine deutsche Botschaft oder das Goethe-Institut und wenn die mitmachen, dann wird das anerkannt. Magdalena: Das kann dann zwar zu Extragebühren führen aber im Allgemeinen ist das möglich. Marcus: Ja das ist ja spannend. Ich hatte da ehrlich gesagt noch nicht von gehört und das war auch immer so ein Argument was gekommen ist – also neben dem „Kinderargument“ – das ist ja alles schön und gut, was Feli und Du so macht, Digitale Nomaden, aber ich bin ja auch noch am studieren und muss an die Uni und Klausuren schreiben... Cool, dass es so etwas gibt. Gerade in Deutschland hätte ich das nicht so erwartet. Ist das dann auch ein vollständig anerkannter Abschluss im Vergleich zu dem, den man an der Uni so macht? Magdalena: Ja klar, das ist ein vollständig anerkannter Abschluss. Ich hab den Bachelor of Art in Betriebswirtschaftslehre gemacht. Das ist gar kein Problem. Ich könnte mir jetzt theoretisch einen Master an der Uni machen, also Vollzeit. Marcus: Saucool! Und von wo aus hast Du dann meistens gelernt, also studiert und die Klausuren geschrieben. Magdalena: Das war unterschiedlich. Ich habe in Berlin angefangen, als ich noch in Berlin gewohnt habe und dann habe ich den größten Teil in Marokko erledigt, aber auch auf Reisen. Weil man ja eigentlich alles mitnehmen kann. Die Uni schickt einem Bücher, damit man wirklich ganz klassisch auch lesen und die Aufgaben durcharbeiten kann. Man bekommt auch Hausaufgaben. Die muss man dann auch regelmäßig einreichen. Marcus: Was passiert denn, wenn man die nicht regelmäßig einreicht? Magdalena: Dann kann man sich nicht zu den Klausuren anmelden. Das ist also wie ein normales Studium. Man wird da schon zur Leistung animiert und das wird auch kontrolliert. Es ist nicht so, dass man sich da so durchwuseln und das nebenbei machen kann. Das geht nicht. Marcus: Aha, daran hätte ich nämlich gedacht. Es gab ja schon immer irgendwelche Online-Abschlüsse, die aber nicht wirklich vergleichbar waren mit den Regulären an der Uni, wo man dann zu Klausuren auch immer hinmarschieren muss. Ich glaube, da konnte man auch immer ganz gut cheaten, aber das klingt ja alles sehr vernünftig und offiziell von deutscher Seite. Magdalena: Doch, das schon. Es gibt verschieden Module, wie bei einem normalen Studium, also Mathe 1, Mathe 2 und so weiter. Pro Modul bekommt man dann eine bestimmte Zahl an Heften oder Ebooks, die man durcharbeiten muss und jedes Mal nach vier Heften muss man Hausaufgaben, also online eine Klausur erledigen und das einreichen. Wenn man die dann alle bestanden hat, dann kann man erst zur richtigen Klausur zugelassen werden. Dann muss man sich von Modul zu Modul durch das Studium arbeiten. Marcus: Und wie hast Du davon erfahren oder bist Du auf die Idee gekommen, das ortsunabhängig zu machen? Magdalena: Der Grundgedanke war eigentlich gar nicht ortsunabhängig sondern es war neben meiner Ausbildung. Ich bin Hotelfachfrau. Und ich wollte mich daneben einfach noch weiter entwickeln. Und das war einfach eine Möglichkeit. So etwa wie eine Abendschule. Nur dadurch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet habe, ist das nicht in Frage gekommen und darum habe ich mich für ein berufsbegleitendes freies Online-Studium entschieden. Und ab der Hälfte konnte ich es auch ortsunabhängig machen. Marcus: Also war bei Dir erst mal das Ziel das zeitlich unabhängig zu machen und gleichzeitig war dann auch die Ortsunabhängigkeit gegeben? Magdalena: Genau, dadurch konnte ich dann auch hierhin ziehen und das auch auf Reisen machen. Marcus: Und was hat Dich dann nach Marokko, speziell Taghazout verschlagen? Magdalena: Ich habe hier eine Saison in einem Café gearbeitet und habe dann am Ende der Saison meinen Freund kennengelernt und dadurch wollte ich dann einfach länger hier bleiben. Marcus: Ja verständlich. Feli und ich sind jetzt glaube ich seit zehn Tagen hier und zwischendurch ist Conni noch dazu gekommen. Und ich muss sagen, das ist echt einer der coolsten Co-Working Spaces in denen wir bis jetzt gearbeitet haben. Was auch das gesamte Umfeld angeht. Die Leute sind super relaxed und entspannt. Man ist auch direkt am Meer und auf dem Rooftop einen sehr weiten Blick hat und endlos weit gucken kann über’s Meer. Dadurch dass das auch ein kleines Fischerdorf ist, gerade jetzt in der Nebensaison, gibt es kaum Ablenkung und das tut uns total gut, auch produktiv zu sein. Ich kann es auf jeden Fall nur empfehlen. Und wie kam dann das eine zum anderen, dass Du Dich mit dem Gedanken beschäftigt hast, hier etwas zu starten und dass es so in die Richtung Co-Working für digitale Nomaden ging? Magdalena: Ich hatte mich schon, als ich noch in Berlin gelebt hatte, mit Co-Working Spaces auseinandergesetzt, weil man in einem Online-Studium immer zu Hause lernt und es ist natürlich schwierig, sich alleine hinzusetzen und sich alleine zu motivieren und das dann auch über eine lange Zeit. Und da habe ich immer nach verschiedenen Möglichkeiten gesucht, wo ich am besten arbeiten kann. Ganz klassisch im Café, in der Bibliothek, überall. Und da habe ich auch an Co-Working Spaces gedacht. Dann bin ich aber schon nach Marokko gezogen und habe das Studium halt zum größten Teil aus meiner Wohnung gemacht, weil es hier auf der Straße nicht richtig möglich war in einem Café. Da ist die Internetverbindung oft zu schlecht gewesen und auch viel zu viele Leute um mich herum. Dann konnte ich mich nicht richtig konzentrieren. Und dann hatte ich eines Tages die Idee hier einen Co-Working Space aufzumachen, weil dieses Dorf einfach –wie Du schon gesagt hast, es ist ganz ruhig, es gibt nicht viel Ablenkung und es ist wunderschön. Es ist einfach viel besser erst mal zu lernen und danach schwimmen oder surfen zu gehen, die marokkanische Kultur zu entdecken. Das wollte ich allen ermöglichen. Marcus: Ja cool, das hat sich ja auch bis zu uns herumgesprochen. Jetzt haben wir es auch endlich hierhin geschafft. Du hast es auch noch gar nicht so lange laufen oder? Also warst Du da schon mit dem Studium fertig oder ab wann hast Du das Projekt Sun Desk gestartet? Magdalena: Also ich war schon mit dem Studium fertig und hatte meine Bachelor-Arbeit abgegeben und haben wir uns voll und ganz auf Sun Desk konzentriert. Also mir ist die Idee gekommen und dann musste ich aber erst mal meine Bachelor-Arbeit zu Ende schreiben und noch ein paar Dinge für die Uni erledigen. Und als das alles fertig war, Anfang 2014, haben wir angefangen uns auf unser Sun Desk zu konzentrieren, ein Haus zu suchen, ein Konzept zu entwickeln, und dann haben wir Ende 2014 eröffnet. Marcus: Wer waren denn Deine ersten Gäste? Und was sind jetzt so typische Gäste von Dir, wenn man das sagen kann? Was haben die so für einen Background, aus welchen Nationen kommen die? Magdalena: Ich kann eigentlich gar nicht sagen, dass wir so typische Gäste haben. Wir haben sehr unterschiedliche Gäste. Einen Mix aus allen möglichen Ländern, also viel Europa aber erstaunlicherweise auch viel aus den USA, ein paar aus Australien, Kanada und auch Marokkaner, die einfach einen ruhigen Platz suchen und woanders hingehen möchten. Auch von den Berufen haben wir eine weite Bandbreite. Wirklich alles. Das meiste ist natürlich Web-Design oder Programmierer, aber ich habe auch einen Professor gehabt. Der war zwei Monate hier und hat Doktorarbeiten korrigiert. Ich hatte aber auch zur gleichen Zeit Studenten hier, die ihre Doktorarbeit schrieben. Mein abgefahrenster Co-Worker ist ein Fleischverkäufer (beide lachen.) Marcus: Ach der Heiko, der ist ja gerade hier. Magdalena: Genau der Heiko. Der verkauft dann von der Terrasse aus in Deutschland Fleisch verkauft. Also ich entdecke immer mehr. Ich entdecke auch immer mehr Berufssparten, an die ich überhaupt nicht gedacht habe, als ich den Space eröffnet habe. Marcus: Ja das geht uns ganz genauso. Wir werden auch immer gefragt: Ja gut, ihr habt die Skills im Online-Marketing; habt die Webseiten aufgebaut, aber irgendwie kann und will ich das nicht, was kann man denn noch machen? Und bis vor einem Jahr war da noch das Angebot, Du kannst copywriten, Texte schreiben, übersetzen oder Virtual Assistant Aufgaben machen. Mittlerweile ist dies Liste aber – ich glaube Johannes von Backpack Travel hat mal so einen Artikel dazu geschrieben, die auch immer wieder aktualisiert – da gibt es glaube ich 100 verschiedene Jobs, die immer wieder geupdated werden und auch neue Jobs kommen dazu. Ich glaube Du hast aktuell auch einen Trader hier. Es kommt mir gerade auch so vor, als ob ich gerade nur Trader treffe, die ortsunabhängig arbeiten. In Tarifa hatte ich auch einen Day Trader aus Frankreich getroffen. Das war mega spannend. Ich glaube, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, oder? Magdalena: Nein. Und besonders ist es auch eine Mischung. Die Hälfte sind richtige digitale Nomaden, nur reisen die tatsächlich von Taghazout irgendwo anders hin in die Welt, weil reisen wirklich deren Lifestyle ist. Aber ich habe auch viele Gäste, die dann zwei, drei Wochen in ihrem Beruf einfach von zu Hause arbeiten können und das dann einfach aus Taghazout machen. Die wohnen dann schon fest zu Hause und sind da integriert in ihrem Beruf und möchten dann aber zwischendurch etwas anderes erleben und möchten das dann verlassen, so wie die Kelly zum Beispiel. Marcus: Die, die jetzt auch hier ist. Magdalena: Genau. Sie arbeitet in einer NGO fest in Genf und kommt jetzt drei Wochen, um ihre Daten aufzuarbeiten. Marcus: So Modelle treffen wir jetzt auch immer mehr an. Dass die Leute sagen: Okay, ich habe mir mein Home-Office durchgeboxt und es ist ja jetzt egal, ob ich in München sitze oder in Taghazout oder in einem anderen Co-Working Space. Das werden auch immer mehr Angestellte und Remote-Worker, was ja auch cool ist, für die ganze Entwicklung. Das es nicht nur den Sprung ins kalte Wasser und in die Selbstständigkeit gibt, oder halt selbstständig als Freelancer mit Kundenprojekten, sondern vielleicht dann auch die Leute, die erst mal ein bisschen smoother darein kommen und weiter festangestellt bleiben wollen, aber dann von überall arbeiten können. Habt ihr denn auch so etwas wie komplette Teams oder Unternehmen, die dann für eine Woche zu euch ins Sun Desk kommen zum arbeiten? Magdalena: Ja. Wir hatten seit der Eröffnung, also in einem halbe Jahr, zwei volle Teams. Einmal ein Team aus Frankreich, die Apps entwickelt haben. Die haben ein richtiges Team-Building hier gemacht. Da sind so 12 gekommen und haben eine Woche Brainstorming und solche Sachen gemacht. Marcus: Haben die auch Activities gemacht? Magdalena: Die nicht, nein. Die haben an ihren Sachen gearbeitet. Die haben also selber ganz viele Activities gemacht, aber meistens Brainstorming. Sie hatten ein neues Business-Konzept erarbeitet und wollten neue Märkte sich anschauen und haben dann überlegt, welche Strategien sie da entwickeln können. Und das wollten sie einfach im ganzen Team von woanders machen. Und sie wollten ihren Mitarbeitern zeigen, dass dies einfach möglich ist, und sie nicht ins kalte Wasser geschmissen werden, sondern haben einmal einen Trip zusammen gemacht und ermutigen, dass sie das als App-Entwickler wirklich machen können. Da hatten wir dann noch eine Firma aus den USA und die haben hier wirklich Activities gemacht. Sie haben den halben Tag gearbeitet und den anderen halben Tag haben sie Gruppen-Activities gemacht. Die sind surfen gegangen, ins Paradise Valley gefahren, Quadfahren gegangen, Jet-Ski... Marcus: Cool, also das kann man hier alles machen. Feli und ich waren ja selber auch schon im Paradise Valley, ich glaube vor drei Tagen, super cool. Da gibt es glaube ich einen Fluss, der da durch fließt und dadurch ist die ganze Landschaft drum herum total grün, wie eine Oase. Man läuft dann erst mal durch dieses steinige, heiße Marokko und ist auf einmal total in einer anderen Welt mit naturgeschaffenen Schwimmbecken. Quadfahren hast Du gerade gesagt, gibt es da noch irgendwas, was man in Taghazout besonders gut machen kann? Magdalena: Also besonders gut kann man auf jeden Fall Surfen gehen. Wir haben hier die besten Surf-Spots Nordafrikas. Da ist für jeden etwas dabei. Wir haben so viele Surf-Spots, dass Beginner hier besonders gut surfen lernen können. Wir haben aber auch richtige Profi-Spots. Und im Winter ist unsere Wellen-Saison. Wenn die Wellen groß sind, dann ist Taghazout auch relativ voll mit richtigen Profisurfern. Die fliegen dann ein und surfen hier. Dann kann man hier noch jegliche sportliche Aktivität durchführen. In Taghazout sind alle sportbegeistert und man wird auch direkt angesteckt, Sport zu treiben. Das ganze Dorf ist einfach sportlich. Marcus: Ja ich merk das selber, wenn ich abends in meinem TRX Band losziehe, ähnlich wie in Belice oder Medellin in Kolumbien, da gibt es auch so kleine Open Air Fitness Parcours Anlagen, wo dann eine Stange hängt oder vielleicht noch eine Drückbankstange, wo dann alte Autofelgen dran sind. Also mehr so Ghetto-Style. Und es macht totalen Spaß dann da oberkörperfrei mit Blick auf’s Meer, abends wenn die Sonne untergeht, da zu trainieren. Und hier kommt mir das so vor, als ob das halbe Dorf, also die Jugendlichen, ist dabei und macht da mit. Das macht einfach Bock! Magdalena: Ja auf jeden Fall. Dieses Open Air Gym ist auf jeden Fall super und dann haben wir einen ganz langen Strand hier vor der Haustür. Der ist 5 km lang. Da kann man wunderbar joggen gehen. Das ist eine wirklich tolle Strecke. Dann kann man hier mountainbiken. Es gibt eine Pferdefarm in der Nähe, da kann man am Strand reiten gehen wenn man möchte oder auch Tagesausflüge mit den Pferden machen. Marcus: Oder was der Ben, der australische Trader, auch gerne macht, sind diese Treppenläufe, also Steigerungsläufe. Da hat er hier eine steile Treppe gefunden, wo er jeden Tag hoch- und runterflitzt. Magdalena: Ja. Und sonst kann man hier immer am Strand Fußballspielen. Also die Locals hier laden einen immer ein. Man kann da immer mitspielen. Und es wird eigentlich auf jeden Tag gespielt. Oder auch tauchen. Marcus: Ja das stimmt, die Locals laden einen immer ein. Das ist auch etwas, was mich hier total flasht. Obwohl ja viele sehr gläubig sind, das merkt man auch. Die gehen regelmäßig in die Moschee und haben ihre muslimischen Gewänder an, sind sie trotzdem mega interessiert an einem. Sie sind offen und können englisch sprechen und es gibt überhaupt keine Berührungsängste. Das ist irgendwie total cool zu sehen und hier mitzuerleben. Magdalena: Ja das auf jeden Fall. Die Bewohner hier in Taghazout sind unglaublich freundlich und sie sind auch immer interessiert an Touristen, aber auch wirklich mit dem Herzen interessiert. Es geht ihnen nicht nur um’s Verkaufen, sondern sie freuen sich auch mit neuen Leuten rumzuhängen und neue Sachen zu entdecken und das ist wirklich wunderbar. Marcus: Gab es denn am Anfang Probleme mit der marokkanischen Kultur, gerade wenn Du jetzt als Deutsche ein Business starten möchtest. Brauchtest Du da jemanden, der da für Dich das Business aufsetzt oder konntest Du das mehr oder weniger alleine anmelden? Wie hast Du auch die richtigen Arbeiter gefunden, dass das alles so lief, wie man sich das vielleicht vorstellt? Ich hab da auch schon von vielen gehört, die irgendwo etwas versucht haben, auch in Asien oder Afrika, und es lief dann halt alles nicht so schnell wie man sich das vorgestellt hat. Und irgendwann mussten die Träume dann wieder begraben werden. Ich meine, Du hast es jetzt geschafft. Das Ding steht und es ist auch richtig cool. Wie hast Du das hingekriegt? Magdalena: Ein Geschäft hier in Marokko zu eröffnen ist auf jeden Fall anders, als es in Deutschland ist. Ich würde sagen: Alles ist anders, alle Schritte sind anders (beide lachen). Es ist relativ – ich weiß gar nicht, ob es in Deutschland schwieriger ist, weil ich es in Deutschland nie versucht habe – aber es war auf jeden Fall am Anfang schwieriger das System zu verstehen und ich brauchte auf jeden Fall jemanden hier vor Ort dem ich vertrauen kann. Da konnte mein Freund sehr gut helfen und Kontakte herstellen. Hier gibt es nun mal keine Internet-Plattformen. Zum Beispiel mit dem Haus. Ich habe ein Haus gesucht und es gibt hier keine Plattform, wo Häuser angeboten werden sondern das System ist, man geht zu allen Leuten, die man kennt, jeder Shopkeeper und sagt dem “hier, ich möchte ein Haus mieten. Das soll so und so groß sein.“ Und dann wird der Shopkeeper einen irgendwann anrufen und sagen, der Cousin von dem Cousin von dem Cousin, der hat ein Haus, guck Dir das mal an. Es geht also relativ viel über Beziehungen und eigentlich alles. Also auch die Handwerker. Das waren dann größtenteils Familienmitglieder oder über irgendwelche Familienmitglieder. Da ist es genau dasselbe Problem. Die haben oft keine festen Shops, wo man die dann finden kann. Sondern das sind alles so Freelance-Handwerker. Die kann man dann nur über Mundpropaganda finden. Es gibt da keinen Internetauftritt. Das war schon anders. Die Papiere und die ganzen Sachen, das war relativ einfach. Da konnte ich einen Steuerberater nehmen, der hat dann den größten Teil gemacht, auch mit dem Vermieter. Und dann haben wir uns da so langsam durchgeboxt. Marcus: Spannend. Magdalena: Die Regel hier ist: Ich nehme die Zeit, die ich in Deutschland brauchen würde und nehme die mal zehn, dann weiß ich, wie lange ich hier brauche. Da muss man sehr ruhig und entspannt sein und darf nichts erwarten. Marcus: Genau das ist die Herangehensweise, die man braucht. Wenn man da mit dem richtigen Mindset herangeht und nicht zu viel erwartet und auch nicht zu viel von sich selber erwartet sondern dann vielleicht einen Multiplikator mal zehn nimmt und dann sagt: okay, wenn ich es bis dahin geschafft habe, dann ist alles cool. Ich glaube dann bleibt man auch in dem Zeitraum selber ein bisschen ruhiger. Magdalena: Ja, sonst wird es zu frustrierend. Ich habe viele Businesses hier gesehen, die sind einfach daran gescheitert, weil es dann einfach frustrierend ist, dass nichts funktioniert. Wenn die sagen, der Handwerker kommt heute um 15.00 Uhr. Der kommt dann vielleicht um 17.00 Uhr, vielleicht kommt er aber auch erst morgen oder übermorgen. Mit solchen Situationen kontinuierlich zu leben ist natürlich hart. Da muss man entspannt bleiben. Das muss man haben können. Marcus: Und als es dann losging mit der Konstruktion, haben die Dich direkt als hübsche, große blonde Frau akzeptiert oder musstest Du da auch erst mal Deinen Weg finden, um mit denen zu kommunizieren und dass sie auf Dich hören und das machen, was Du Dir so vorstellst.? Magdalena: Es war am Anfang ein bisschen schwierig, weil Renovierung besonders hier nicht so in Frauenhand ist. Sondern es ist eigentlich eher sehr von Männern dominiert. Das war halt schwierig für die Bauarbeiter, dass eine Frau angefangen hat, Sachen zu sagen und ich habe ja auch andere Standards im Kopf. Ich wollte dieses Haus einfach nach deutschem Standard renovieren, was wirklich ein Unterschied zu marokkanischen Standards ist. Da hatte ich ein wenig mit den Handwerkern zu kämpfen. Da musste ich sehr tough sein und dann hat es auch gut funktioniert. Da muss ich auch sagen, teilweise hat der Moustafa, also mein Freund, der musste die Preisverhandlungen zum Beispiel übernehmen. Das lag aber auch daran, dass ich eine Ausländerin bin und dadurch automatisch auch mehr zahlen würde. Dann haben wir aber am Ende ein wirklich gutes Handwerker-Team zusammenbekommen und die mochten mich dann auch irgendwann. Da haben sie sich dann auch mit der Arbeitsweise angefreundet und wenn jetzt irgendwas ist, kann ich mich auf die meisten gut verlassen. Es hat lange gedauert und war ein harter Gang aber jetzt steht alles. Marcus: Du lernst ja auch die Sprache und kannst Dich schon ganz gut verständigen in Berber. Ist das schwer zu lernen? Tashelhit, nicht wahr? Wie hast das hingekriegt? Magdalena: Es ist relativ schwierig zu lernen. Und zwar weil das ein sehr lokaler Dialekt ist, der hier in der Souss Gegend gesprochen wird. Es gibt drei verschiedene Berber-Dialekte in Marokko und Tashelhit ist einer davon. Dadurch, dass das so Lokal ist, gibt es keine Bücher. Das heißt ich versuche eine Sprache zu lernen ohne richtiges Buch. Es gibt mittlerweile Bücher von einem Standard Berber, was aber nicht wirklich angewendet wird. Das wird in der Schule gelernt. Aber die sind nicht wirklich hilfreich. Das meiste lernt man durch ausprobieren und zuhören und dann irgendwelche grammatikalischen Regeln daraus schließen. Also irgendwann habe ich herausgefunden, dass alles mit T weiblich ist. Also alle Nomen dann weiblich. Und das dauert ewig, bis man das dann versteht und die Regeln herausfindet. Marcus: Ich glaube Leute, die vor zehn Jahren dazu gezogen sind, oder jetzt haben wir jemanden getroffen, der ist seit 15 Jahren hier, der konnte auch noch nicht richtig Tashelhit sprechen. Als wir bei Marc im Banana waren. Magdalena: Ja, also dadurch dass das sehr lokal ist und auch viele Marokkaner das gar nicht richtig sprechen können, weil deren Muttersprache das marokkanische Arabisch ist. Und wenn man quasi nicht als Berber aufwächst, dann lernt man das auch eigentlich nicht. Marcus: Wie bist Du auf den Namen Sun Desk und das Loge gekommen? Das sieht ja auch echt cool aus. Magdalena: Danke (grinst) Das war auch eine relativ lange Entwicklung. Ich habe alle meine Freunde gefragt und wir haben ein langes Brainstorming gemacht. Ich habe die wirklich genervt auf Facebook und alle angerufen und die gebeten, mir mal Namen einzureichen. Die habe ich mir dann alle aufgeschrieben und am Ende hat mir Sun Desk am besten gefallen. Auch dadurch, dass wir hier über 300 Tage Sonne im Jahr haben. Marcus: Krass. Wie oft regnet es hier? Magdalena: Im Durchschnitt fünf Tage im Jahr. Marcus: (lacht) Das ist ja der Knaller. Ich glaube, wenn die Leute das in Deutschland hören, dann wissen die, wo die hinwollen. Magdalena: Ja ja, wir haben eigentlich immer gutes Wetter. Und Desk halt einfach durch den Co-Working Space. So ist Sun Desk zustande gekommen. Und dann haben wir lange mit dem Logo überlegt, weil wir diesen Tisch und die Sonne vereinen wollten und auch die Community, die hier kreiert wird. Da hab ich eine tolle Designerin, die dann alle Vorschläge zusammengenommen hat und dieses Logo entworfen hat. Marcus: Die Designerin ist jetzt die einzige Freelancerin in Deinem Team oder hast Du feste Mitarbeiter? Wie hast Du Dich genau aufgestellt? Wie sind Deine nächsten Schritte und Monate geplant? Magdalena: Im Moment ist die Designerin bei uns im Freelance angestellt. Es arbeiten mehrere Freelancer für mich, auch Programmierer, der auf die Internet-Seite aufpasst. Marcus: Woher kriegst Du Deine Leute? Magdalena: Also das waren alles Freunde, die von Anfang an dabei waren. Am Anfang ist auch nicht unbedingt das Kapital da, um direkt professionelle Leute zu suchen. Meine Freunde sind zum Glück professionell. Das war schon sehr hilfreich. Und jetzt würden wir gerne wachsen. Also für die nächste Saison ist geplant noch drei bis vier weitere Zimmer dazu zu nehmen. Wir haben zurzeit zehn Co-Working Plätze und fünf Zimmer. Die meisten werden als Einzelzimmer gebucht, dadurch können wir noch ein bisschen wachsen. Dann suche ich gerade für die nächste Saison einen Marketing-Mitarbeiter und eventuell einen Host. Marcus: Host heißt dann jemand, der vor Ort hier im Haus als Ansprechpartner da ist? Magdalena: Genau, jemand der hier als Ansprechpartner da ist und aufpasst, dass hier alles reibungslos funktioniert, wie das Frühstück, die Zimmervergabe, Check-In usw. Marcus: Ja, das mega geile Frühstück. Dazu muss man sagen, das Frühstück ist echt das Highlight für jeden, der hier im Sun Desk wohnt. Um 9.00 Uhr morgens gibt es immer pünktlich Fruchtsalat so viel wie man möchte plus die leckersten, coolsten, marokkanischen Delikatessen. Was daran auch gut ist, dadurch dass pünktlich um 9.00 Uhr angefangen wird, stehen die Leute dann auch um 9.00 Uhr auf und kommen aus dem Bett, was auch gerade für Feli sehr cool ist, um das Frühstück nicht zu verpassen. Du hast hier auch relativ schnelles Internet. Ich hab das jetzt noch nicht gemessen, aber wie bist Du daran gekommen? In so einem Land wie Marokko denken die meisten, das Internet ist vielleicht doch nicht ganz so stabil, weil ich das auch aus eigener Erfahrung kenne. Auch da wo man eigentlich denkt, wie auf Bali war das Internet super grottig und mea lahm, obwohl es da auch wirklich einen coolen Co-Working Space gibt. Aber die haben da ein riesen Problem mit, da schnelles Internet hinzubekommen. Wie hast Du das geschafft hier in Taghazout? Magdalena: Ja bis jetzt haben wir die schnellste Internetleitung. Ich habe das Internet bekommen und wir konnten nur eine 4 mbps-Leitung hier ins Haus legen, obwohl die Telekom in Marokko offiziell mehr verspricht. Das habe ich mir dann zu Nutzen gemacht und habe herausgefunden wo das technische Office von Maroc Telekom liegt. Da habe ich sie dann zwei Wochen lang genervt, dass ich ein eine schnellere Verbindung bekomme. Ich habe auch davor durch eine Fremdfirma, die mir hier die Sachen ins Haus gelegt haben, herausgefunden, dass wir hier schon Cyber-Kabel haben. Nur dass die Infrastruktur noch nicht richtig ausgebaut ist und dadurch das Internet gedrosselt wird. Und durch diese ganzen Infos hatte ich halt eine gute Verhandlungsbasis und habe die wirklich zwei Wochen lang genervt. Ich bin da zwei Wochen lang jeden Tag hingefahren und da ins Büro getappst und habe einen auf Deutsch gemacht (beide lachen) „Das will ich haben!“ Und nach zwei Wochen haben die gesagt, „geh nach Hause, wir geben Dir diese Leitung! Lass uns in Ruhe!“ Und so habe ich diese wunderbare Internetleitung bekommen. Davon haben wir jetzt zwei im Haus, zwischen denen man wechseln kann. Marcus: Das ist auch sehr cool. Wenn jetzt einer bis zum Anschlag etwas hoch- oder runterladen muss, dann kann man auch schnell in die andere Leitung gehen und die andere ist dann nicht verstopft. Siehst Du persönlich, seitdem Du jetzt das Sun Desk eröffnet hast, irgendwelche Trends im ortsunabhängigen Lifestyle, das heißt, ändern sich die Gäste, hast Du mehr awareness, bekommst Du mehr Anfragen, ist das eher gleichbleibend oder was sind auch so Deine Erwartungen für die Zukunft? Magdalena: Ich denke schon, dass ortsunabhängiges Arbeiten immer stärker wird. Dass das immer mehr Menschen machen können. Einfach dadurch, dass wir immer mehr vernetzter sind. Es gibt Skype, es gibt Dropbox, es gibt eigentlich alles, was man braucht, um mit seinem Team zu Hause in Verbindung zu bleiben. Das ist gar kein Problem mehr. Darum denke ich auf jeden Fall, dass das ein schnell wachsender Markt ist. Seitdem ich das Sun Desk habe, wir haben jetzt erst seit sechs Monaten auf – dadurch kann ich auch noch nicht so viel vergleichen. Was ich aber auf jeden Fall sagen kann ist, dass die Buchungen immer mehr werden. Und in der Zeit, in der ich natürlich den Markt beobachte und andere Co-Working Spaces und was wieder neu aufmacht und wie die Community sich so entwickeln, und die wachsen alle unglaublich. Also ich glaube, jeden Tag, wenn ich meinen Computer aufmache, sehe ich mehr digitale Nomaden. Marcus: Ich würde Dir zum Abschluss gerne noch ein paar persönliche Fragen stellen, wenn das okay ist? Magdalena: Ja klar. Marcus: Hast Du eine tägliche Routine, die Du einhälst. Magdalena: Ja ich versuche eine tägliche Routine einzuhalten. Es macht es ein bisschen schwierig, wenn man im Gästebereich arbeitet, weil da immer neue Sachen passieren. Aber meine tägliche Routine ist normalerweise: Ich stehe auf. Dann versuche ich am Strand eine Runde joggen zu gehen für ca. 40 Minuten und dann fahre ich zum Sun Desk und es gibt Frühstück. Dann ab 10.00 Uhr kümmere ich mich um die Tagesaufgaben, was hier so anfällt. Marcus: Aber vorher checkst Du noch nicht Deine E-Mails und Social Media oder doch? Magdalena: Ich versuche es nicht zu tun. Also eigentlich stehe ich auf und dann versuche ich direkt eine To-Do-Liste zu schreiben, was mir unglaublich hilft, weil ich dadurch den ganzen Tag ganz viele Ideen in meinem Kopf habe. So ist alles aufgeschrieben und ich kann da einfach nachschauen. Ich versuche E-Mails und Social Media erst um 10.00 Uhr mir anzuschauen. Aber das klappt nicht immer. Da muss ich auf jeden Fall dran arbeiten. Marcus: Ich kenne das ja von mir selber. Obwohl man weiß, wie unglaublich wichtig das für einen selber sein kann, wenn man es nicht tut, passiert es doch immer wieder. Es wird immer besser, aber 100%-ig bekommt man das nicht in den Griff. Es gibt genug, die daran arbeiten, dass Du es nicht in den Griff kriegst. Das ist echt ein harter Kampf, den man da jeden Tag führen muss. Welchen Tipp würdest Du Deinem 20-jährigen Ich geben? Magdalena: Das ist eine schwierige Frage. In welcher Hinsicht? Marcus: Was Du vielleicht – wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest – anders machen würdest? Wenn Du überhaupt etwas anders machen würdest. Magdalena: Also ich glaube, ich würde nichts anders machen. Marcus: Mit 20 so die Perspektive, oder gab es keine und das war für den Moment aber auch okay? Magdalena: Also nach dem Abi war ich erst mal ein bisschen verloren, aber das war eigentlich ganz okay für mich. Ich bin dann eineinhalb Jahre reisen gegangen und habe immer im Hotel gearbeitet um das Reisen zu finanzieren und bin dadurch zu meiner Ausbildung gekommen. Also alles gut (grinst) Marcus: Also Reisen hilft ja auch so ungemein auch für sich selber zu entdecken, was man eigentlich will. Um auch mal mit Abstand von zu Hause kreativer werden zu können und ein bisschen sich selber zu finden. Magdalena: Auf jeden Fall. Das würde ich jedem 20-jährigem empfehlen. Nicht direkt zu studieren oder sich einfach mal ein bisschen Zeit nehmen und sich in der Welt umschauen und gucken was andere Leute machen. Das finde ich in Deutschland auch immer, also nicht nur in Deutschland, sondern auch überall, man hat da so ein Sicherheitsbedürfnis und die Leute haben einfach Angst etwas zu verpassen, wenn das Studium nicht in sechs Semestern durchgezogen ist und direkt nach dem Abi. Und dann mit 22 Jahren ist der Bachelor da. Ich glaube, es ist einfach gut sich Zeit für seine eigene Entwicklung zu nehmen und besonders auch andere Sachen zu sehen. Dadurch lernt man einfach so viele neue Sachen kennen und man was dann im Nachhinein was man eigentlich möchte. Marcus: Ja, genau das habe ich auch kennengelernt. Das so ein mega Druck von außen ausgeübt wird. Erst mal musst Du auf jeden Fall studieren und das möglich schnell. Und am besten, früher war das so, noch zum Bund und habe meinen Grundwehrdienst gemacht als einer der letzten. Und danach war das gar keine Frage. Da musste ich direkt ins Studium. Auch so ein bisschen von meinen Eltern beeinflusst. Das musst Du dann total schnell durchziehen, am besten noch fünf Auslandssemester und drei Sprachen dabei gelernt haben und noch zehn Praktika gemacht haben. Das kann einen irgendwann richtig abfucken im Kopf wenn man dann nicht diesen Topperformern dranbleiben kann, weil die den ganzen Tag nur lernen und man zwischendurch noch ein bisschen rausgehen und Sport machen will und vielleicht auch etwas trinken gehen, dann verliert man auch schnell den Anschluss. Da gab es auch so eine Phase, wo ich dann dachte „shit, irgenwie kriegste nix mehr auf die Kette in Deinem Leben, weil Du bist nicht vorne dran, wie es eigentlich von der Gesellschaft durchgeplant ist.“ Das hat ein bisschen gedauert, bis ich gesehen habe, dass es auch andere Wege gibt. Und es gibt auch genug Leute, die es nicht genau nach diesem Schema geschafft haben. Magdalena: Ja genau. Einfach mal ein bisschen anders denken. Einfach seine Sachen machen, man verpasst eh nix. Das ganze Leben; irgendwann ist man eh wieder in diesem Hamsterrad und muss sich selber wieder rausbremsen und einfach sagen „die Dinge sind so wie sie sind“. Solange es einem gut geht und man sich finanzieren kann oder eine gewisse Absicherung hat, ist das wunderbar. Marcus: Ja aber da muss man erst hinkommen. Das hängt wahrscheinlich auch viel mit dem Umfeld zusammen oder mit den Leuten, mit denen man sich umgibt, oder? Magdalena: Genau da hilft reisen viel. Ich glaube, das Reisen so viel bringt, weil man dadurch auch mehr in Länder fährt, die einfach nicht so abgesichert sind wie Deutschland; die nicht diesen Reichtum vorweisen; wo einfach Menschen leben, die Tag für Tag für ihr Einkommen kämpfen und die jeden Tag eine neue Challenge haben. Das einfach zu sehen, dass es das gibt; das man selber erst mal total viel Glück hat, mit dem richtigen Pass auf der richtigen Seite geboren zu sein; was das ausmacht. Und das nimmt einem einfach die Angst. Auch diesen Perfektionismus, den man oft selber an sich stellt. Diesen Druck. Es geht auch langsamer, es gibt auch andere Dinge. Was hat man denn in Deutschland mit einem deutschen Pass zu verlieren? Gar nichts. Wenn ich dieses ganze Business hier in den Sand setze, aus welchen Gründen auch immer, dann kann ich auf jeden Fall wieder zurückgehen. Irgendeinen Job werde ich auf jeden Fall finden, verhungern werde ich auch nicht. Meine Kinder werden vielleicht nicht verhungern, wenn ich welche habe. Es ist eine wunderbare Grundsicherung da. Das darf man nicht vergessen und das sollte man sich viel öfter mal vor Augen führen. Und dann: sich einfach trauen! Marcus: Und da hilft das Reisen. Wenn man das nicht macht, so wie ich. Ich bin ja erst relativ spät auf die weiten Reisen mit Feli gegangen, dann lebt man einfach unter so einer Käseglocke, was ich zumindest jetzt in Abstand ganz gut reflektieren kann, was da passiert ist. Ich hatte aber auch nie das Bedürfnis da raus zu kommen, weil die Mechanismen so gut funktioniert haben von diesem System, also „wie man die Leute gerne hätte“. Das ich soweit gar nicht gedacht habe, sondern dass ich gedacht habe „eigentlich ist es ja voll cool. Ich hab ja alles Wichtige: ein Auto oder einen fetten Job-Title und einen Flatscreen zu Hause und der ist sogar noch größer als der von meinem Nachbarn; und dann habe ich noch Pay-TV und kann jedes Wochenende Bundesliga gucken bei einem Bierchen“. Und ich dachte, das wäre die absolute Erfüllung vom Leben. Und das ist echt schade. Ich weiß auch gar nicht, wie man das ändern kann. Viele Leute wissen gar nicht, dass da draußen noch so viel mehr wartet und noch so viel mehr ist, oder? Magdalena: Ich glaube auch, dass es da so eine Trend-Wende gibt. Man sieht natürlich auf den ganzen Social Media Kanälen seine ganzen Freunde. Irgendwer fängt immer an zu reisen. Man sieht das und möchte das dann auch erleben. Ich glaube es wird einfacher und dass immer mehr Menschen das machen, ja. Die Billigflieger sind auch nicht mehr so teuer. Marcus: Ja das stimmt, das gab es damals alles noch nicht. Und da war man nur von den Leuten umgegeben, mit denen man dann quasi vor Ort unterwegs war. Ohne Social Media. Und die haben ein ähnliches Leben geführt und da hat man das nie in Frage gestellt. Okay, letzte Frage: Wer sind die drei Menschen, mit denen Du dich am häufigsten austauschst und mit denen Du Dich umgibst? Magdalena: Hier in Taghazout? Marcus: Ja hier in Taghazout. Magdalena: Auf jeden Fall mein Freund Moustafa. Der ist eigentlich bei allen Entscheidungen dabei, auch allen Entscheidungen im Sun Desk. Er hört sich immer alles brav an und berät sehr viel. Marcus: Also hat er auch Spaß an der Sache die Du so machst? Er ist ja auch völlig selbstständig in seinem Job unterwegs. Magdalena: Ja auf jeden Fall. Er verbringt hier viel Zeit; er hilft mir unglaublich viel mit allen Behördengängen und Sachen die ich einfach nicht alleine machen kann. Doch er ist schon wahnsinnig involviert, ja. Es ist auf jeden Fall zu einem großen Teil auch sein Business. Sein Herz steckt hier auf jeden Fall mit drin, definitv. Marcus: Habt ihr denn Pläne, euch vielleicht auch örtlich zu vergrößern oder Sun Desk irgendwo anders aufzumachen als in Taghazout? Magdalena: Nein, eigentlich nicht. Der Plan ist auf jeden Fall, ein paar Zimmer dazu zu mieten. Aber ich würde gerne bei dieser Größe zehn Personen bleiben. Das ist eine schöne Größe. Da sind schöne Interaktionen in der Gruppe. Die Gruppe ist nicht zu groß. Alle Leute lernen sich direkt kennen. Hier ist schon eine familiäre Atmosphäre und das sagen die Gäste auch viel. Und das ist schön und das will ich behalten. Das ist schön für die Gäste aber auch schön für mich. Ich finde den Job total super. Ich hatte noch nie so nette Gäste, wie meine Co-Worker. Es macht total Spaß. Weil ich auch immer neue Sachen kennenlerne und neue Jobs kennenlerne und wir uns auch gegenseitig helfen. Die Leute bringen auch hier Ideen rein. Das ist in einer kleinen Gruppe super. Mein Ziel ist es auf gar keinen Fall, so einen anonymen Platz zu schaffen. Das ist schon hier mein Baby. Eins ist genug. Marcus: Ich glaube, das lebt auch hier von Dir als Person. Das merkt man total wenn man hier ankommt, mit wie viel Liebe und wie viel ja Liebe zum Detail drinsteckt , in den verschiedensten kleinen Ecken, die man hier immer wieder entdeckt. Das macht es total einzigartig und ich glaube, da würde auch etwas von verloren gehen, wenn man das zu fett aufzieht. Magdalena: Geld ist auch nicht der erste Motivator. Natürlich kann man sich vergrößern und noch mehr Umsatz machen und dies und das, aber das ist auch persönlich nicht mein Ziel. Solange ich hiervon leben kann, bleibt es so wie es ist. Marcus: Cool! Ja ich hoffe, das bleibt auch noch total lange hier in Taghazout. Dass Feli und ich hier regelmäßig vorbeikommen können, wenn wir mal wieder Head-Space brauchen oder produktiv werden müssen. Oder wie Du schon gesagt hattest, gerade das Team, das dann bei Dir war, konzeptionell ziemlich viel gearbeitet hat und auch weiter gekommen ist. Ich kann mir das echt gut vorstellen als einen Ort, wie früher die Manager irgendwo auf eine Klausurtagung hingefahren sind in ein Tagungshotel, wo man dann jetzt vielleicht regelmäßig nach Taghazout fahren kann und hat dann vielleicht richtig viele neue Ideen und Konzepte. Also danke für Deine Zeit! Peace & Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 14, 2015

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Interview mit Tim Chimoy von Earthcity

In der ersten Folge spreche ich mit Tim Chimoy, einer der ersten Deutschen der über das Thema ortsunabhängiges Arbeiten auf seinem Blog geschrieben hat. Tim und ich haben uns vor gut 2 Jahren bei dem ersten Treffen von Digitalen Nomaden auf dem Tempelhofer Feld in Berlin kennengelernt. Wir waren damals… 12 Leute! Schon krass wenn man mal kurz reflektiert was seitdem passiert ist. Seitdem ist auch ein Tim ein sehr guter Freund von mir, den ich sehr wegen seiner unaufgeregten und durchdachten Herangehensweise schätze und respektiere. Tim ist erfolgreicher Unternehmer und verdient sein Geld mit productized Services. Tim betreibt den super usefullen Blog Earthcity, ist Autor mehrerer Bücher, macht den Podcast „I LOVE MONDAYS“ und veranstaltet Masterminds auf der ganzen Welt. Alle Links zu Tim Projekten und dieser Podcast Folge findest du auf www.lifehackz.de/tim Wir sprechen in dieser Folge über

  1.    Routinen und wie wichtig Struktur sein kann.
  2.    Die berühmten Rabbit Holes in denen man sich gerne mal verliert wenn man auf Facebook surft.
  3.    Warum man lernen sollte wichtige Dinge von dringenden zu unterscheiden.
  4.    Wie Tim sein Team aufgebaut hat und welchen Dienst er für sein virtuelles Sekretariat nutzt.
  5.    Das SOS: Shiny Objects Syndrom.
  6.    Die Power von Meditation.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

1. Sicher dir jetzt kostenlos das ultimative DNX Erfolgskit für Online Unternehmer mit meinen 7 Erfolgsgeheimnissen für deine persönliche und finanzielle Freiheit 💥 [www.dnxnews.de]

2. Komm jetzt in die kostenlose DNX LIFE HACKZ Facebook Community mit tausenden von gleichgesinnten Lifehackern💥 [www.dnxcommunity.de]

3. Sei bei der nächsten DNX Konferenz in Berlin dabei (20€ Gutscheincode "DNX-PODCAST")  💥 [www.dnx-berlin.de]

1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

I Love Mondays-Podcast

Stilnomaden

Earthcity

Planet Backpack

Travelicia

E-Büro

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Cool, dass ihr hier mit am Start seid bei dem Lifehackz Podcast! Ich freue mich total, dass wir heute jemanden dabei haben, den ich super gerne mag und den ich jetzt schon länger kenne auf dem Weg als digitaler Nomade. Herzlich Willkommen Tim Chimoy! Tim: Hi Marcus! Danke, dass ich in Deiner Folge dabei sein darf und ick freu mir! Marcus: (lacht) Ja perfekt! Wir haben ja eben schon einen Einstieg bei Dir auf dem Podcast gehabt. Also die Leute, die den ersten Teil von dem Gespräch gerne hören möchten, gehen auf den I Love Mondays-Podcast, den ich in den Shownotes auch verlinken werde. Da haben wir sogar die Themen DNX, was ist aktuell bei mir auf dem Tisch und wir haben auch ein bisschen darüber gesprochen, wie ich dazu gekommen bin, diesen Podcast aufzusetzen und was so die Schwerpunkte von Liefhackz sind. Okay, und damit können wir auch direkt einsteigen. Der Podcast Lifehackz beschäftigt sich rund um alle Themen: Routinen, Produktivität, wie verbessere und optimiere ich mein tägliches Leben. Das coole ist, Tim ist Unternehmer, selbstständig, digitaler Nomade. Er hat glaube ich, schon viel rumprobiert was Routinen angeht, Produktivität, Fokus und das möchte ich gerne mit Tim besprechen. Deshalb meine erste Frage an Dich: Hast Du eine bestimmte Morgenroutine oder Abendroutine? Tim: Also ich finde das Thema extrem spannend und schaue auch immer, was vor allem Du gemeinsam mit Feli da macht, weil ihr da extrem weit seid. Ich für meinen Teil muss sagen, ich versuche immer verschiedene Dinge zu implementieren. Ab und zu klappt mal was, aber viel funktioniert dann auch wieder nicht, weil ich mir auch oft zu viel vornehme. Zum Thema Morgenroutine versuche ich schon immer relativ zur gleichen Zeit aufzustehen. Ich bin jemand, der relativ spät aufsteht. Mit spät würde ich mal sagen, zwischen 9.00 Uhr und 9.30 Uhr. Dann gehört zu meiner Morgenroutine, dass ich relativ schnell ins Bad verschwinde und mich dusche, weil das einfach ein wichtiger Schritt ist, um fit zu werden. Außerdem habe ich für mich erkannt, dass die Gefahr, dann später im Schlafanzug vor dem Rechner zu sitzen und schon zwei, drei Stunden zu arbeiten, während man noch ungewaschen und ungeduscht ist. Das ist einfach kontraproduktiv, weil man im Grunde nur so etwas notwendiges vor sich hinschleppt. Wenn ich das getan habe, dann habe ich eigentlich immer das Bedürfnis das Haus zu verlassen. Kann aber in vielen Fällen am besten von zu Hause arbeiten. Das heißt also im Grunde, ich verlasse das Haus bewusst für eine kurze Zeit, um dann wieder zurückzukommen und dann mit der Arbeit zu beginnen. Und das endet dann bei mir in 90% aller Fälle darin, dass ich einfach draußen frühstücke. Das ist manchmal finanziell schwierig, zumindest wenn man in Deutschland ist, geht das ganz schön auf die Kohle, aber ich muss morgens einfach mal raus. Ich bin da nicht unbedingt der Typ, der morgens schon mit Sport einsteigt. Von daher ist meine Morgenroutine dann eigentlich waschen, zu Hause vielleicht noch einen Kaffee trinken, vielleicht aber auch nicht und dann auch direkt raus. Draußen noch einen Kaffee trinken und ein Brötchen essen und dann zu Hause in den Arbeitstag zu starten. Das ist eine kleine Routine, an der man noch viel verbessern kann, aber zumindest schon mal ein Anfang. Marcus: Ja Struktur ist mega wichtig, in welcher Form auch immer. Also ich finde es cool, dass das bei Dir schon durchgeplant ist. Das hat nicht jeder. Die Frage ist noch: Duschst Du kalt oder warm? Tim: Ich versuche ab und zu mal an guten Tagen auch 20 Sekunden kalt zu machen, aber in der Regel doch eher warm. Da bin ich ne Pussi (lacht) Marcus: Ja also ein Warmduscher (beide lachen) Und gibt es ein bestimmtes Tool oder Ritual, mit dem Du Dich dann in den richtigen Arbeitsmodus begibst? Bzw. hast Du da auch immer irgendwas, dass Du dann am gleichen Ort arbeitest oder in der gleichen Haltung oder ein bestimmtes Setting da sein muss? Tim: Also was ich da auch für mich festgestellt habe, was enorm wichtig ist, ist Ordnung auf dem Schreibtisch. Es passiert häufig mal bei mir, dass ich abends noch am Schreibtisch sitze und dann vielleicht auch private Dinge dort mache. Dass ich mir auch vielleicht irgendwelche Filme auf meinem Laptop angucke und mich dann in meinen Sessel setze und der Laptop trotzdem auf dem Schreibtisch steht und dann passiert es auch mal, dass der Schreibtisch noch mit irgendwelchen Dingen voll ist, die da nicht hingehören. Wenn ich das abends nicht schon beseitigt habe, dann ist Schritt 1 meinen Schreibtisch erst mal absolut aufzuräumen und freizumachen. Da bin ich so ein bisschen ein Ordnungsfanatiker an der Stelle. Dazu gehören einige Seiten leeres Papier, ein Stift der gut und schön schreibt, mein Laptop, dass alle Dinge gut angeschlossen sind, dass keine Kabel wild herum liegen. Es muss einfach eine gewisse Grundordnung herrschen. Wenn ich es schaffe, so zu sagen „dem Teufel ein Schnippchen zu schlagen“, dann hab ich meinen Facebook-Blocker sofort an. Wenn ich es nicht schaffe, dann gurke ich erst einmal 20 oder 30 Minuten in Facebook rum und denke dann irgendwann: „Scheiße, jetzt musst Du denn mal anschmeißen!“ Aber ich gehe jetzt mal vom besten Tag aus: Am besten Tag räume ich den Schreibtisch pico bello frei, mache den Facebook-Blocker an und starte dann mit Aufgaben, die mich langfristig weiterbringen, wie z.B. schreiben, Dinge planen. Ich versuche also dieses klein, klein zu vermeiden, wie z.B. E-Mails und so. Marcus: Das heißt also an Deinem perfekten Tag bist Du dann, wenn Du anfängst zu schreiben auch noch nicht in Deinem Posteingang gewesen und warst auch noch nicht auf Facebook unterwegs und hast auch nicht heimlich beim Frühstück mal auf Dein Smartphone geguckt. Tim: Beim Frühstück schon mal auf das Smartphone geguckt. Davon kann ich mich noch nicht so freimachen. Solange das dann aber auch in dem Moment passiert, wo ich eh noch nicht am Schreibtisch sitze, finde ich das jetzt auch nicht soooo schlimm. Aber zumindest, wenn ich dann am Schreibtisch sitze, mache ich das am perfekten Tag definitiv nicht mehr. Ich weiß z.B. für mich, es ist definitiv für mich besser, wenn ich diese Routinen einhalte, d.h. das Wissen ist da und ich kann das auch absolut bestätigen, dass der Tag dann besser „fluppt“. Ich muss nur gestehen, ich bin nicht jemand, der da knallhart mit der Umsetzung jeden Tag gleich gut funktioniert. Marcus: Das geht glaube ich jedem so. Das passiert mir immer wieder. Das passiert den absoluten Produktivitätspäpsten, wie Tim Ferris, dass er sagt, er verschwindet mal in einem Rabbit-Whole auf Facebook und kommt erst nach Stunden wieder hoch an die Luft und sagt, „was ist denn jetzt schon wieder passiert? Ich wollte eigentlich nur einen Post absetzen.“ Ich glaube, das kennt jeder. Das ist mega ärgerlich, gerade wenn man ja das Wissen hat, dass es anders viel cooler ist und auch viel strukturiert und ruhiger ist und man nicht in den Reaktionsmodus geht. Es ist glaube ich, eine der größten Herausforderungen in der heutigen Welt, dieses ständige Ablenken. Und jeder will Deine Aufmerksamkeit haben und da lässt sich ja jeder immer wieder etwas Neues einfallen. Tim: Also was bei mir vor allem schlimm ist, da kannst Du mir vielleicht auch mal einen Tipp zu geben, wenn man dann in so einem Rabbit-Whole wie Facebook sich reinziehen lässt und dann irgendwann wieder rauskommt, dann guckst Du auf die Uhr und denkst gerade „ach, jetzt haben wir schon 12.00 Uhr“ und dann geht´s nämlich los mit „ich wollte doch noch...“ und dann geht innerlich die Hektik los und dann steigert man sich da so rein. In dieser Hektik mag man sich dann manchmal selber gar nicht mehr und irgendwie macht man sich die Hektik auch irgendwie selbst, weil man sich dann selbst unter einen Zeitdruck setzt. Marcus: Ja, das ist doof. Das löst dann so eine negative Emotionskette aus, dass man denkt: Mist, ich habe gefailed und wusste das war nicht gut, jetzt habe ich noch weniger Zeit. Muss die Zeit aber irgendwie aufholen. Man wird verkrampfter und hektischer und irgendwie wird man dann auch schlechter im Output. Das passiert aber auch immer wieder jedem. Ich glaube, das Einzige was hilft ist, sich immer wieder bewusst zu machen, dass man die Ruhe bewahren sollte und dass man immer eine Sache zu einer Zeit macht und nicht zu viele auf einmal, weil Du unterm Strich... Ich war früher auch jemand, der hatte 20 Tabs im Browser geöffnet und nebenbei noch fünf andere Apps laufen; und da hat er noch was runtergeladen; rechts habe ich noch was hochgeladen; und da habe ich an einem Text gelesen; und da habe ich geschrieben und alles gleichzeitig gemacht. Dann habe ich mir aber immer aufgeschrieben, was ich am Ende des Tages alles erreicht habe und einen Strich drunter gezogen und es war viel weniger, als wenn Du diese Sachen ganz bewusst gemacht hättest. Also mehr Achtsamkeit ins Leben bringst und sagst: Ok, ich warte jetzt auf den Download. Das dauert dann halt 30 Sekunden. Das ist auf jeden Fall auch eine der größten Herausforderungen. Weg von diesem Multitasking, was irgendwann mal vor zehn oder 15 Jahren total angesagt war und die Leute am produktivsten sind. Das sind die Multitasker und die können so viel auf einmal managen. Gerade Manager können viel managen und sitzen jetzt alle mit Burn-Out irgendwo in den Krankenhäusern. (beide lachen) Tim: Also once-at-a-time finde ich, ist ein sehr guter Tipp. Was ich oft merke, ich packe mir immer so viel auf die To-Do-Liste, dass eigentlich meine To-Do-Liste ein To-Do wird. (beide lachen) Marcus: Also Du verwaltest quasi Deine Verwaltung. Tim: Ja, das ist ganz furchtbar. Marcus: Das Ding ist ja auch immer, was viele falsch machen, man geht immer vom perfekten Tag aus und dass man nicht abgelenkt wird. Dass also nicht mal jemand anruft und man vielleicht doch mal zehn Minuten länger auf die Bahn warten muss oder man länger einkaufen muss als eingeplant. Und deshalb packt man sich möglichst viele Dinge in den Tag und denkt „ach, das schaffst Du auch noch, und das schaffst Du auch noch“. Weil man denkt, dass man das alles schaffen würde. Dann geht es Dir richtig gut, weil Du hast ja viel geschafft. Das macht es aber eher schlecht, weil es die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Du eben nicht alles schaffst und dann ist man wieder unzufrieden mit einem selbst. Der Trick ist eigentlich ein oder maximal zwei Dinge rauszusuchen, oder sich vorher bewusst zu machen, welche Dinge hätten einen richtigen Impact auf mein Business, oder würden den Tag zu einem perfekten oder einen guten Tag machen. Und sich erst mal nur auf diese zwei Dinge zu konzentrieren. Wenn Du die dann schon geschafft hast, dann kann der Rest des Tages eigentlich nur noch gut und cool werden. Tim: Du meinst also quasi einen langfristigen Impact. Negativbeispiel: ich beantworte eine E-Mail. Positivbeispiel: ich habe ein Stück meines Buches nach vorne gebracht. Marcus: Genau. Die Kunst ist das wichtige von den dringenden zu unterscheiden. Es gibt viele dringende Sachen. Das können mal E-Mails sein und man denkt, die sind auch wichtig, weil sie gerade dringend sind. Aber das sind meistens eher unwichtige Sachen. Und wichtige Sachen sind die, die Dich dann mittel- oder langfristig mit deinem Business weiterbringen. Und das erfordert aber auch erst mal eine Lernkurve unterscheiden zu können: was sind denn jetzt eigentlich die Sachen, die mich persönlich weiterbringen. Oder was sind die Sachen, wo andere einfach nur irgendwas von mir wollen und deshalb die Dringlichkeit steigt. Aber die Dringlichkeit wird ja von außen beeinflusst. Das sind Leute, die schreiben Dir eine E-Mail, weil sie etwas von Dir wollen und Du bist dann quasi wieder im Passivmodus und da darf man dann nicht reingeraten. Das ist schwierig, aber hilft ungemein. Wenn man sich bewusst macht, was ist wichtig und was ist dringend und dann die wichtigen Sachen angeht und nicht die dringenden. Tim: Ja da muss ich sagen, bin ich mittlerweile ganz gut drin. Also eine E-Mail auch mal liegen zu lassen. Wenn mir jetzt zum Beispiel jemand schreibt, der ein Anliegen hat. Klar, man möchte natürlich nicht als der gelten, der einfach nicht antwortet. Ich antworte ja auch gerne, gerade wenn es um Leser geht. Ich möchte allen antworten, weil ich auch Spaß an der Interaktion habe. Weil ich den Leuten helfen will, weil sie mir ja mit ihren Fragen auch sehr weiterhelfen. Denn sie geben mir ja auch Ideen für meinen Content, das ist auch für mich wertvoll. Aber trotzdem dann zu sagen, man muss sich jetzt mal auf die wichtigen Dinge fokussieren, dann bleibt die E-Mail jetzt vielleicht auch mal eine Woche liegen. Dann kann es vielleicht auch mal passieren, dass jemand Dir eine zweite E-Mail schreibt und Dir schreibt, „Das enttäuscht mich jetzt aber, dass Du nicht antwortest“. Das muss man dann wahrscheinlich in Kauf nehmen und das tue ich mittlerweile auch. Das tut mir dann schon irgendwie Leid, wenn jemand schreibt „Hey, warum antwortest Du nicht? Das enttäuscht mich.“ Aber gut, irgendwann antwortet man dann halt und versucht es zu erklären. Oder wie siehst Du das? Marcus: Ja, ich sehe das ähnlich wie Du. Am Anfang ist man sehr darum bemüht und man sollte man auch, das zurückzugeben, was andere von einem erwarten. Da geht es ja wieder um das Thema Erwartungen von anderen erfüllen. Die haben dann eine Frage an Dich, schreiben Dir und hoffen dann auch auf eine Antwort. Und das möchte man auch ehrlich gerne zurückgeben. Gerade Feedback von Lesern und Fans ist ungemein wichtig, erhält einen am Leben und motiviert einen jeden Tag weiterzumachen. Oder auch gerade negatives Feedback. Da muss nur erst mal ein Umdenken einsetzen, dass man sagt, dass das eigentlich die wichtigste Form von Feedback ist. Wenn ich etwas an meinem Produkt verändern will oder gucken will, wie das ankommt. Dass man denen zuhört, die jetzt nicht Deine absoluten Fans sind. Auf der anderen Seite muss man auch diese absoluten Embassadors gut behandeln und das ist so schwierig. Ich glaube, das ist ein Thema, was viele Leute beschäftigt, die nur beschränkte Zeitressourcen haben und dennoch bewundere ich in den Staaten die Menschen, die immer noch jede E-Mail beantworten. Das möchte ich auch nach wie vor. Und dann sind es nicht mehr ganz so lange E-Mails, aber ich habe mir immer noch als Primesse gesetzt, dass jeder, der etwas will oder schreibt, auch eine Antwort bekommt. Ob früher oder später, ob kurz oder lang, aber auf jeden Fall, gibt es immer eine Antwort. Tim: Ja, das mache ich im Grunde auch so, aber die Antwort ist dann wirklich manchmal einfach nur zwei Sätze. Das geht halt nicht anders. Marcus: Hast Du denn schon mal versucht, Dinge auszulagern; Dir ein Team aufzubauen, mit mehr Leuten, an Deinem Unternehmen oder Business zu arbeiten? Und was sind da Deine Erfahrungen? Tim: Also ich merke ganz klar, dass Aufgaben abzugeben, sehr sehr wertvoll ist, wenn man es richtig strukturiert. Das habe ich für mich definitiv gemerkt. Ich mach das schon seit längerem. Zum Beispiel in meinem CAD-Business. Ich verdiene also nach wie vor den Großteil meines Einkommens mit direktem Kundengeschäft und verkaufe Architekten und Immobilienfirmen sogenannte CAD-Zeichnungen, technische Zeichnungen, aber auch 3-D Visualisierungen von Gebäuden. Das geht da so ein bisschen in die künstlerische Richtung. Und von diesen Zeichnungen und 3-D Visualisierungen mache ich eigentlich nur noch 5% der Arbeit selber. Also ich gebe das alles an mein Freelancer-Netzwerk weiter. Das ist so meine älteste Erfahrung mit Teamzusammenarbeit. Da würde ich sagen, ist es enorm wichtig, dass man eine gute kommunikationsfähige findet. Dass da jeder weiß, was er leisten muss. Und dass auch jeder irgendwie mitdenkt. Was vielleicht für den einen oder anderen Zuhörer ein interessanteres Beispiel ist, wäre zum Beispiel für meinen Blog. Da habe ich, seitdem ich im Februar 2012 mit meinem Blog angefangen habe, das bestimmt zwei Jahre lang komplett alleine gemacht. Vor wenigen Monaten habe ich gerade damit angefangen, Dinge gemeinsam mit Leuten umzusetzen, unter anderem mit zwei Leuten, mit denen ich sehr eng zusammenarbeite, die auch gute Freunde sind, Chris Braun und Dennis Hessenbruch. Wobei Chris Designerin ist und Dennis Programmierer. Die beiden setzen dann in diesem Fall gemeinsam mit mir die neue Webseite um oder zum Beispiel das Aussehen eines Kurses um. Die sind dann halt dafür umsatzbeteiligt. Es ist also nicht so, dass ich sie auf dem klassischen Wege anstelle und dafür ein Gehalt zahle, sondern die sind mit eingestiegen, werden am prozentualen Umsatz beteiligt und so haben wir alle wirklich Bock dazu, das Ding nach vorne zu bringen. Letztendlich und das ist das Geheimnis, was die meisten denken: oh da musst Du ja einen Teil des Kuchens abgeben und dann bleibt weniger für mich. Aber genau das ist halt der totale Fehlglaube, denn a) bringst du vielmehr nach vorne und multiplizierst den Umsatz und letztendlich hast Du mehr davon, die haben etwas davon und eigentlich ist es eine reine Win-Win-Geschichte. Marcus: Ja, das heißt, ihr seid mehr oder weniger ein Joint Venture, was sich dann den Umsatz aber auch die Kosten und den Gewinn gleichmäßig aufteilen. Tim: Im Grunde ist es jetzt nicht so, dass wir die Webseite gemeinsam betreiben. Wir haben zwar auch ein gemeinsames Projekt, das sind die Stilnomaden. Da ist absolut alles gleichberechtigt. Bei den Stilnomaden, also unserem Reiseblog, da ist es schon so, dass wir dort alle zu einem gleichen Teil beteiligt sind. Da auch langfristig eine GbR gründen wollen, wir aber dort aktuell aber fast keinen Umsatz generieren. Deshalb ist diese Sache nicht so relevant. Da schauen wir mal, wie es da in einem Jahr aussieht. Bei Earthcity, meinem Blog, den ich seit mehreren Jahren betreibe, da ist es so, dass die beiden mich unterstützen und umsatzbeteiligt sind, aber letztendlich schon noch der Großteil der Arbeit und auch der Blog selbst, eigentlich mein Projekt sind. Marcus: Und die URL ist Earthcity.de, richtig? Und Earthcity ist auch einer der ersten Blogs mit dem ich in Berührung gekommen bin, als ich mich eingelesen habe in das Thema „Digitale Nomaden“ und „gibt es die Bewegung auch in Deutschland“. Da ist Tim glaube ich der aller erst Blog gewesen, der darüber geschrieben hat, richtig? Tim: Ja, ich glaube ich habe mit Conni von Planet Backpack relativ gleichzeitig das Thema aufgegriffen. Ich habe aber den Blog nie so als Business nach vorne gebracht, weil ich halt immer noch die CAD- und Architekturgeschichte so als mein Hauptbusiness gesehen habe. Das Blatt hat sich mittlerweile ein wenig geändert. Irgendwann ist das 50:50 gelaufen und mittlerweile versuche ich fast eher dem Blog höhere Priorität einzuräumen. Weil es mir a) mehr Spaß macht und b) auch ein passiveres Einkommen ist und weil ich einfach merke, dass ich auf das klassische Kundengeschäft immer weniger Lust habe. Mein Ziel ist es eigentlich langfristig durch das Thema für das ich brenne, also das ortsunabhängige Arbeiten, wie es ja auch bei Dir ist - Du brennst auch dafür – zu meinem Hauptding zu machen. Und dann vielleicht irgendwann, wenn es mir finanziell möglich ist, noch einmal Architektur für mich selbst umzusetzen. Aber dieses direkte Kundengeschäft, das läuft gut, das läuft weiter, aber ganz im Vertrauen gesagt, ist mir mein Earthcity-Blog und auch mein zweites Projekt Stilnomaden nicht nur mehr Herzensprojekt, sondern da habe ich auch das Ziel, das zu meinem Hauptumsatz weiter auszubauen, ohne das andere komplett aufzugeben. Aber das steht dann halt eher in der zweiten Reihe. Marcus: So ähnlich haben Feli und ich das ja auch gemacht. Dass wir angefangen haben mit Kundenaufträgen und –projekten um ruhiger schlafen zu können. Ich glaube, das kannst Du auch nachvollziehen, dieser Schritt in die Selbstständigkeit, kann einem schon schlaflose Nächte und viele Gedanken bescheren, ob alles so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Um dann langsam zu switchen und immer mehr Umsatz über eigene Projekte, wie jetzt den Blog Travelicia zu machen oder über die DNX oder über andere Sachen, die dann Deine absolute Herzensangelegenheit sind und Deine Top-Prios sind. Tim: Letztendlich hat es natürlich auch etwas damit zu tun, dass man diese Reisefreiheit – oder vielleicht geht es gar nicht um Reisefreiheit, die Ortsunabhängigkeit an sich, die funktioniert war mit Kundengeschäft, aber da muss man immer entweder gewisse Tools nutzen oder ja, ich sag mal ein klassisches Beispiel: Gestern Abend ruft mich um 22.00 Uhr ein Kunde an wegen einem dringenden Auftrag. In Deutschland waren es noch 16.00 Uhr. Das ist dann natürlich dann eine Uhrzeit, wo eigentlich von Dir erwartet werden kann, dass Du noch ans Telefon gehst. Normalerweise habe ich einen Telefonservice, das E-Büro. Die gehen dann für mich ran. In dem Fall war es aber ein relativ wichtiger Kunde, der auch meine Handynummer hat. Und da überlegst Du dann. Jetzt hast Du vielleicht schon ein Bier getrunken – gehst Du da noch ran und redest mit dem, oder gehst Du nicht ran und meldest Dich am nächsten Tag und versuchst Dich da rauszureden? Also solche Dinge passieren Dir halt im direkten Kundengeschäft auch als digitaler Nomade. Marcus: Ich glaube, da kann es helfen, wenn man da ganz transparent mit seinen Kunden umgeht und sagt, so sieht es aus: dann bin ich erreichbar, da bin ich nicht erreichbar oder sich so Services wie E-Büro nimmt. In diesem Fall war es jetzt wieder ein Sonderfall, den man natürlich auch immer wieder mit Kunden hat. Von daher ist es nicht immer optimal, dann gerade unterwegs zu sein. Tim: Also E-Büro ist ein wunderschöner Service. Da geht immer ein Sekretariat für mich dran. Das macht einen professionellen Eindruck. Ich benutze die extrem gerne. Nur schwierig wird es dann natürlich, wenn dann jetzt Herr Müller anruft und Herr Müller „ach, ich brauche mal ganz ganz dringend jemanden, der dies und jenes ganz schnell für mich macht!“ Und dann die Dame im E-Büro:“äh, äh, äh“, die hat natürlich nur die Möglichkeit jetzt zu sagen, „der Herr Chimoy ruft Sie zurück“. Und dann versteht der Kunde aber nicht, warum jetzt das Sekretariat nicht in der Lage ist, das Gespräch mal eben weiterzugeben. Das sind dann so Dinge, wo es dann ein wenig hakt. Das sind zwar kleine Probleme, aber das lässt sich alles handlen. So ist es jetzt nicht. Ich empfinde Freelancing und Kundengeschäft, auch für jemanden der ortsunabhängig arbeiten möchte, nach wie vor als einen super Einstieg, oder für viele auch langfristig eine Perspektive. Da muss man sich an der Stelle nur ein gutes System überlegen. Marcus: Das zeugt ja auch davon, dass Du schon sehr lange in diesem Freelancing Geschäft unterwegs bist und auch relativ erfolgreich, wenn nicht der erfolgreichste digitale Nomade, den ich kenne, der auch noch von unterwegs große und wichtige Aufträge abwickelt. Hat es Dir da geholfen Fokus auf ein Projekt zu haben und zwischendurch vielleicht nicht mehr volle Power in Earthcity reinzugehen oder in Stilnomaden und dann erst mal zu schauen, dass das CAD-Business läuft und perfekt aufgesetzt ist. Oder Du hast glaube ich, auch noch einmal irgendwas mit Ernährungsplänen gemacht. Also Du bist umtriebig und hast viele Projekte gleichzeitig am Laufen. Konzentrierst Du Dich dann immer zeitweise auf ein Projekt voll oder hast Du alle immer so ein bisschen am Köcheln und hältst alle Bälle in der Luft? Tim: Ja also eher Letzteres. Ich habe immer alles so ein bisschen am Köcheln und das ist eigentlich etwas, was ich – wenn ich noch einmal von vorne starten würde, nicht mehr so machen würde. Man nennt das ja auch „Shiny Objects-Sydrom“. Ich bin da ziemlich anfällig für und ich glaube, ich hätte wesentlich schneller mit verschiedenen Dingen durchstarten können, wenn ich mich stärker fokussiert hätte. Mittlerweile habe ich für mich begriffen und auch gelernt, dass Fokus ein ganz, ganz wichtiges Erfolgskriterium ist. Und da habe ich viele Fehler gemacht und da hänge ich jetzt quasi ein bisschen drin. Aktuell sind die Umsätze bei mir zwischen Kundengeschäft und indirekten Einnahmen durch Blog, Bücher und Workshops so ungefähr 50:50. Das ist jetzt eine Situation, da gibst Du nicht mal eben eins davon auf, ne? Da plumpst dann mal eben 50% weg. Das ist aber trotzdem für mich aktuell unbefriedigend. Ich würde mich lieber auf eine Sache voll fokussieren und das ist auch eigentlich mein Ziel für 2015, da in die Richtung zu gehen. Unter anderem versuche ich gerade meinen Umsatz mit dem CAD-Business ein bisschen zu steigern, aber gar nicht mit der Absicht, da noch mehr Energie selbst reinzubringen, sondern einfach nur um meinen Umsatz das Stückchen höher zu bringen, dass ich mir da Fulltime noch jemanden mit reinholen kann. Das würde dann ja die Möglichkeit bieten, mich dann selbst eher auf der anderen Seite zu konzentrieren. Marcus: Ich glaube, genau das ist die Kunst. Sich fokussieren zu können. Ich kenne das nur zu gut, dieses Shiny-Objects-Syndrom und am Anfang haben wir auch alles gemacht. Feli und ich haben quasi einen riesen Bauchladen eröffnet, weil wir auch zu viel Angst hatten, wieder in den normalen Job zurückgehen zu müssen und kein Geld zu verdienen. Da haben wir überlegt, wir bieten jetzt erst mal alles an und versuchen alles irgendwie zu machen und umzusetzen. Man hat ja als Unternehmer gerade in den ersten paar Monaten oder im ersten Jahr ist es ja so ein hammer überwältigendes Gefühl, die Freiheit tun und lassen zu können, was man möchte. Das hat uns ehrlich gesagt überfordert und wir haben zu vielen Sachen auch nicht nein sagen können. Mittlerweile habe ich auch gelernt, dass wenn man nein sagt, man dem anderen ja nicht vor den Kopf stoßen möchte, sondern man sagt eher ja zu sich selber und zu seiner eigenen Zeit. Tim: Schönes Mantra. (lacht) Marcus: Ja ja, aber das dauert, bis man an dem Punkt ist. Und ich glaube, es geht eher so, wie Du es mit dem CAD-Business geplant hast, dass man ein Business weiter steigert und wachsen lässt oder auch selber wächst mit dem Business. Und wenn es groß genug ist, dann jemanden da rein zu holen, der es entsprechend weiterführen kann, um dann wieder an das nächste Projekt zu gehen. Tim: Wobei man da natürlich sagen muss, wenn das zweite Projekt – in diesem Fall das Herzensprojekt – halt ein Blog ist, dann muss man das natürlich doch immer auf einer gewissen Flamme noch warmhalten. Marcus: Absolut. Und das ist glaub ich auch das, was Dich jeden Tag antreibt. Das Feedback auf dem Blog und die Kommentare und die Leserzuschriften, oder? Tim: Ja, das absolut, die Leserzuschriften. Wenn Dir dann jemand schreibt „wegen Dir bin ich in diese ganze Sache reingekommen und habe dadurch diese ganzen coolen Blogs entdeckt und die DNX“. Und wenn Du jemandem diesen Eintritt in diese Möglichkeiten, die viele Leute gar nicht sehen, weil sie nicht über den Tellerrand gucken... Und mir ging es ja genauso, ich habe mir das ja durch englischsprachige Blogs erschlossen. Ich bin ja jetzt auch nicht von alleine darauf gekommen „hey, ich arbeite jetzt mal von überall“, sondern habe darüber gelesen und so ein Kommentar ist die geilste Motivation überhaupt. Total. Das geht Dir bestimmt auch so, oder? Marcus: Ja absolut. Egal in welcher Form ist das immer wieder geil, dass man denkt „cool, irgendwo kommt das an; irgendjemand hat Dein ein Interview gelesen; hat irgendetwas geändert, und wenn es nur eine kleine Nuance ist, oder Du jemanden auf der DNX noch mal eine neue Perspektive mitgegeben hast, das ist ein saugeiles Gefühl, wenn man weiß, man hat einen Impact auf andere Menschen im positiven Sinne. Tim: Total, und ich denke auch – da habe ich letztens noch drüber gelesen – es ist gar nicht so entscheidend. Viele Menschen bewegen sich so in ihrer eigenen Gedankenwelt und vergessen dabei, dass die Menschen um sie herum gar nicht Gedanken lesen können. Also, man definiert sich selbst immer so über seine eigenen Gedanken, aber die Umgebung definiert einen ja über die eigenen Taten. Und das klingt so naheliegend. Aber das kann man sich ruhig öfters mal wieder bewusst machen. Und wenn Du dann natürlich noch eine große Reichweite hast und viele Leute beeinflussen kannst, dann erst recht. Marcus: Wenn man sich das dann mal genauer überlegt, ist es ja schon logisch, wie Du schon sagtest, weil viele Emotionen oder, das wie Du Dich fühlst, kommt ja von außen. Und das kannst Du ja wieder beeinflussen mit dem was Du tust, aber in Interaktion mit anderen Menschen und nicht mit Dir. Tim: Ja genau, absolut. Schon verrückt, wie man manchmal in seinen Gedanken gefangen ist und vergisst, dass man die ja auch irgendwie nach außen tragen muss, damit man dafür rewarded wird. Marcus: Ja und was ich dann erst noch lernen musste, dass Gedanken einfach nur Gedanken sind, die bei Dir oben in Deinem Kopf entstehen, die gar nicht real sind. Das heißt, wenn Du jetzt traurig bist oder glücklich oder deprimiert, dann spielt das bei Dir im Kopf ab. Aber es ist kein Zustand, der jetzt irgendwo hier im Raum ist oder irgendwie von woanders kommt. Der entsteht nur durch Deine Gedanken oder wenn Du Existenzängste oder Verlustängste oder alles so Sachen. Da gibt es beispielsweise eine gute Übung bei der Meditation, dass man sich diese ganzen doofen Gedanken, wie Geldsorgen, Existenzängste, Frustration, Depression, dass man sich die so als kleine schwarze Wolken vorstellt. Die sind da irgendwo in der Luft im Himmel, aber oben drüber ist immer wieder der blaue Himmel. Und wenn Du das einzuordnen weißt, und wenn Du weißt, diese kleinen Wolken, die sind da. Temporär. Die können aber auch wieder weggehen. Ich glaube, dann kann man damit besser umgehen, als wenn man das so sehr auf sich selber projiziert und denkt, die Welt geht unter. Tim: Das finde ich sehr gut. Ich mache das so ähnlich, aber ich habe mir das nie so bewusst als Technik überlegt. Jetzt wo Du es so sagst, da denke ich an so Momente, wo ich durch winterlich depressive Landschaften laufe und mich einfach auf Orte konzentriere, die zum gleichen Zeitpunkt irgendwo auf der Welt sonnig und warm sind. Marcus: Ja genau, das ist sehr gut. Genau darum geht es. Dass Du selber mit Deinen Gedanken spielst und auf die Erkenntnis kommst: es ist doch nicht alles so schlimm, wie Du es Dir gerade in dem Moment vorstellst. Tim: Jetzt haben wir schon wieder über den Winter gelästert, der arme Winter. (beide lachen) Marcus: Cool Tim! Ich würde sagen: vielen Dank für das Gespräch! Was mich jetzt zum Abschluss noch interessiert. Was sind Deine aktuellen Projekte und was sind Deine Ziele in 2015, gerade auch in Bezug auf Deine persönliche Entwicklung oder Optimierung von irgendwelchen Strukturen oder Arbeitsabläufen in Deinem Business? Tim: Ja, so wie eben schon einmal kurz angerissen, ich will mich stärker fokussieren. Mein Ziel dieses Jahr ist, mich aus dem direkten Kundengeschäft stark herauszunehmen oder im Idealfall komplett herauszunehmen. Mein Blog Earthcity bekommt ein komplettes Redesign. Dort will ich langfristig über dieses Jahr eigentlich nur noch zwei Dinge anbieten: Mein geschriebenes Wort, also quasi die kostenlosen Blogartikel + Bücher und meine Workshops. Wahrscheinlich wird es noch einen kleinen Videokurs geben für das Freelancing, den ich auch geplant habe. Und das ist eigentlich das worauf ich mich sehr stark konzentrieren will. Und dann auch unser Herzensprojekt, die Stilnomaden. Da haben wir jetzt noch ein bisschen die Richtung geändert und das macht einfach extrem viel Spaß, weil ich da auch so ein bisschen meine gestalterische Kreativität, die man als Architekt irgendwie hat, ein bisschen austoben kann und weil ich auch extrem gerne mit den zweien zusammen arbeite. Also der Idealzustand am Ende des Jahres wäre eigentlich, dass ich mich aus dem Kundengeschäft rausgenommen habe und meine zwei Blogs sozusagen auch klarer ausgerichtet habe und da meine ganze Energie reingeht. Marcus: Und ein fetten Milestone in 2015 hast Du ja schon gesetzt mit Deinem Buchlaunch. Ist der nicht schon vor ein paar Wochen von statten gegangen? Tim: Ja genau, mein neues Buch „I Love Mondays“. Derselbe Name wie der Podcast, ist aktuell als Paket auf der Webseite erhältlich und in Kürze auch im Amazon Store. Ich merke einfach, ein Buch schreiben ist eine harte Sache und eine harte Nuss, aber es macht auch extrem viel Spaß und da wird wahrscheinlich dieses Mal zu noch anderen Themen noch etwas kommen dieses Jahr. Ich liebäugle sogar mit Belletristik, aber mal gucken. Marcus: Boah krass (beide lachen) Soviel zum Thema persönliche Weiterentwicklung und Selbstverwirklichung. Tim: Ja aber da ist ja auch wieder das Thema Shiny-Objects ein Problem. Da sind wir eigentlich schon wieder bei zu vielen Baustellen. Also wenn ich mich da ernst nehmen will, dann muss ich das eigentlich auf nächstes Jahr verschieben (lacht) Marcus: Wir dürfen gespannt bleiben, was da noch so aus Deiner Ecke kommt. Also ich freue mich total, dass Du Gast bei mir gewesen bist, bei einem der ersten Podcast. Ich selber habe viel Spaß gehabt, ich hoffe das kommt auch rüber. Ich freue mich Dich wieder Live in Berlin zu sehen. Tim: Das war ein super Gespräch. Das können wir jetzt auch einmal im Monat machen. Marcus: (lacht) ja wenn Du willst, dann nehmen wir Dich jetzt als laufenden Running-Gag mit in die Show. Du bist ja gerade in Thailand, richtig? Tim: Genau, ich komme drei Tage vor der DNX im Mai nach Berlin und freue mich schon. Marcus: Ich freue mich auch Dich wiederzusehen. Tim: Ich mich auch, bis dann. Marcus: Bis bald!   [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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