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DNX LIFE HACKZ ist die Show zu den Themen Digitale Nomaden, Produktivität, Persönlichkeitsentwicklung, Lifestyle Design, Lifehacking, ortsunabhängiges Arbeiten, Sport, gesunde Ernährung und geistige Fitness.
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Interview mit Felicia Hargarten von Travelicia & DNX

Yo Leute, herzliche Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ - Deiner Show zu den Themen ortsunabhängiges Arbeiten, digitale Nomaden, persönliches Wachstum. Heute Moneymindset und sonst auch Sport, gesunde Ernährung, alles was zu nem guten und gesunden Lifestyle dazu gehört. Dieses Mal live aus Bangkok. Wir sind vor zwei Tagen hier angekommen und waren vorher in Hongkong, wo alles nochmal ne Stufe überdimensionierter ist. Riesen Leuchtreklamen. Die ganze Stadt ist nachts hell. Man weiß gar nicht, ob’s morgens, abends, mittags, nachts, links, rechts, vorne, hinten ist. Trotzdem hat es mir echt richtig gut gefallen in Hongkong und ich glaube, es war nicht der letzte Besuch in dieser coolen, geilen Metropole und dem Tor nach Asien. Ja, jetzt sind wir hier in Bangkok im Airbnb, 27. Stock mit Blick über die Stadt. Ich muss sagen, da haben wir richtig, richtig viel Schwein gehabt hier so ne coole Butze zu finden und heute habe ich meine Freundin, Felicia Hargarten vor’s Mikro geholt, weil Feli hat bei mir im Leben die Finanzen auf Vordermann gebracht. Ich war vorher so ein typischer Typ, der … typischer Typ… genau… der nie genug Geld hatte, egal, wieviel Geld ich verdient habe, habe ich immer soviel ausgegeben, dass am Ende nicht viel übrig geblieben ist. Bis Feli in mein Leben gekommen ist und ja, wie man auch in so einen Mindset kommen kann und was für Tips es gibt, um seine Finanzen besser im Griff zu haben, darüber habe ich mit ihr hier auf der Couch auf der Airbnb Wohnung gesprochen. Viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du deine Finanzen mit einfach Maßnahmen in den Griff bekommst.
  2. Wo du schon im Alltag mit kleinen Änderungen viel sparen kannst.
  3. Wie du auf Reisen sparen kannst und wo du günstige Flüge findest.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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Travelicia

Travelicia Ebook "Besser Sparen, mehr Reisen"

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[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Ja hi Feli, cool, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um bei mir auf dem Podcast am Start zu sein! Feli: Ja! Schön. Marcus: Ja, wir beide wollen heute über das Thema Moneymind sprechen und der Einstellung zum Geld im Allgemeinen und ja… ich muss sagen, Du hast ganz schön bei mir auch in Sachen Finanzen was verändern können, oder glücklicherweise auch verändert. Weil ich war eigentlich so der Prototyp des 9 to 5 Arbeiters, der sich dann hochgearbeitet hat, immer mehr Gehalt hatte, aber immer gleich wenig Geld, egal wie viel ich verdient habe. Und bei Dir hat mir das immer imponiert, dass Du eigentlich immer so die Disziplin hattest, auch etwas zurückzulegen und nicht zu viel auszugeben, egal wieviel Du hattest. Wie hast Du das gemacht? Feli: Ähm, also generell habe ich halt von meinen Eltern schonmal gelernt, dass man also nie mehr ausgibt, als man hat. Also, es war immer das, was ich im Kopf hatte und ich wäre also niemals auf die Idee gekommen, großartig ins Minus zu gehen auf meinem Konto. Also es konnte natürlich schonmal sein, dass ich irgendwie ein bisschen von meinem Dispo genutzt habe, weil ich von meinem Sparkonto nichts überwiesen habe oder so, aber ich war noch nie in meinem Leben wirklich richtig im Minus. Also, ich habe immer nur das Geld ausgegeben, was ich hatte. Und meine Ansprüche waren eigentlich immer schon relativ gering. Also an Gegenstände oder an Wohnung. Deswegen hatte ich, oder ich habe immer darauf geachtet, dass ich relativ wenig Kosten hatte. Im Gegenzug dazu hatte ich aber auch mein Ziel, wofür ich dann das Geld, was ich einspare, verbrauchen will und das war schon in frühen Jahren bei mir das Reisen. Ich wollte mir also weite Reisen leisten. Meine erste Reise ging nach Kalifornien und ja, das kostet halt auch ein bisschen mit Flügen usw. und das war mir immer das Geld wert. Aber trotzdem habe ich immer nur die Reisen gemacht, die ich mir auch leisten konnte. Marcus: Okay, das heißt Du hast schon immer gewusst, wieviel Geld Du auf dem Konto hast. Du bist ja glaube ich sehr, ich weiß es nicht, ich glaube ich weiß, dass Du sehr nachhaltig bist mit Listen, Einnahmen, Ausgaben, verschiedene Konten, verschiedene Karten, Unterkonten angelegt. Heißt, Du hast nie den Überblick verloren in Sachen Finanzen und wusstest immer genau, was reinkommt und was rausgeht. Feli: Also, ich habe schonmal den Überblick verloren, dann aber immer nur für kurze Zeit. Dass ich dann nicht mehr wusste, was geht da noch ab, was kommt hier usw. Aber ich finde super sicher ne ganz einfache Excel-Liste zu machen mit seinen monatlichen Kosten. Was geht raus für Miete, was geht raus für Versicherungen, was geht raus für’s Fitnessstudio. Das ist total einfach. Und was hat man für Einnahmen und was bleibt übrig. Und man kann, wenn man direkt sagt: Okay das bleibt übrig und so und so viel Prozent davon lege ich weg und spare ich, dann ist das besser, als zu sagen: Okay, ich gebe erstmal alles aus und gucke am Ende des Monats, was übrig bleibt und spare das dann. Das funktioniert nämlich meistens nicht. Weil ausgeben kann man halt bis ins Unendliche und Wünsche hat auch jeder Mensch bis ins Unendliche. Und das funktioniert halt nicht. Marcus: Hm, das war glaube ich genau bei mir das Problem, als ich dann mehr Geld zur Verfügung hatte, habe ich automatisch mehr Geld ausgegeben. Sprich: Im Supermarkt, ich habe mich nicht mehr nach unten im Regal nach den Eigenmarken gebückt oder so und dachte “Komm, die Butter sind 20 Cent mehr, hast ja jetzt auch ein bisschen mehr Kohle.” Oder habe mir dann mal Pay TV geleistet, wo dann wieder monatlich Kosten abgegangen sind, obwohl ich das eigentlich nie gebraucht habe. Ich habe vorher immer bei Kumpels geguckt. Also letztendlich - wie Du schon sagtest - die Wünsche sind endlos und man kann das Geld ja immer ausgeben und so war ich dann immer +/- 0, ein bisschen im Dispo drin, ein bisschen raus. Das war nicht cool. Feli: Und mich haben auch schon immer Sachen genervt, wie irgendwie monatlich anfügen oder wo man sich lange binden musste. Wie lange Verträge und so. Und ich habe immer versucht, das so flexibel wie möglich zu halten, weil wer weiß schon, ob ich drei Jahre lang irgendeinen Handy-Vertrag haben will. Glücklicherweise ändern sich die Zeiten dahin, dass es besser möglich ist, flexiblere Sachen. Beim Fitnessstudio und so. Es ist zum Beispiel schwierig und das hat mich schon immer, immer genervt, mich da irgendwie lange festzulegen. Marcus: Ja, das heißt Du bist dann eher nen kurzen Vertrag, nen flexiblen eingegangen für mehr Monatsbeitrag, als einen langfristigen, wo man dann unterm Strich monatlich weniger gezahlt hat? Feli: Im Zweifelsfall ja. Das muss man dann halt gegeneinander abwägen. Aber das habe ich auch schon immer gemacht, gerade bei solchen Vertragssachen, dann wirklich sehr genau verglichen zwischen verschiedenen Anbietern und mich dann erst entschieden. Das ist halt ein bisschen Arbeit, aber im Longterm besser. Marcus: Okay, was sind denn konkret Deine Tips beispielsweise, wenn Du sagst Handyvertrag? Wir sind ja auch öfters mal in Deutschland. Was für einen Handyvertrag hast Du? Feli: Den habe ich zum Beispiel von Congstar, weil der super, super flexibel ist. Den kann man halt so monatlich kündigen, vom 15. zum Monatsanfang und ja, da kann man die Flatrates ab und zu bestellen, je nach dem wieviel man telefoniert oder wieviel Datenflat man hat und das Ding ist einfach super geil. Es ist total günstig. Wenn ich jetzt höre, dass dann andere, weiß ich nicht, viermal so viel zahlen und nicht aus ihrem Vertrag rauskommen, das ist natürlich echt ein großer Unterschied. Marcus: Ja und das coole ist, es ist auch noch im D1 Netz und die anderen haben wahrscheinlich das gleiche Netz, die gleichen Leistungen, aber zahlen dann viermal so viel, sind im Vertrag drin und Congstar ist in dem Fall einfach nur cool ne? Feli: Ja, viele Leute sind halt einfach zu faul zu vergleichen oder Overwhelmed. Also, mich overwhelmed das auch, irgendwelche Tarife, gerade bei der Krankenkasse habe ich das gemerkt, als ich in die Selbstständigkeit gegangen bin. Da habe ich gedacht: Scheiße! Ich blick da nicht durch, was das Beste ist. Da muss man sich echt durchfuchsen oder halt Leute fragen, die schon weiter sind. Die sich schonmal mit dem Thema beschäftigt haben und die einem da weiterhelfen können. Marcus: Ja, ähm. Nächstes Beispiel: Was ist Dein Fitnessstudiovertrag? In welchem Studio bist? Waren die direkt bereit, das flexibel zu gestalten. Feli: Also, da bin ich zum Beispiel in Berlin bei Fitness First. Und da habe ich mich tatsächlich nicht für den billigsten Vertrag entschieden. Der kostet 50,00 Euro im Monat und es gibt auch welche in Berlin für 20,00 Euro, aber zum Beispiel Fitness ist eigentlich das Einzige Hobby in Berlin, was ich non-stop mache. Also da habe ich gesagt, es ist mir das wert und da würde ich eher wieder an anderen Sachen sparen. Also... Marcus: Und die waren direkt auch gesprächsbereit und Du kannst den Vertrag dann ruhen lassen? Feli: Genau, also das habe ich, bevor ich den Vertrag abgeschlossen habe, habe ich gesagt, ich mache das nur, wenn ich den ruhen lassen kann, wenn ich im Ausland bin. Und ähm, das haben die dann irgendwie vermerkt und jetzt kann ich dann jederzeit ohne Probleme den Vertrag stilllegen, wenn ich unterwegs bin. Weil das ist natürlich ganz bescheuert, wenn man viel unterwegs ist, doppelt zu zahlen. Man muss seine Kosten echt auf Null halten. Aber ja… der ganze Umgang mit Geld hat halt viel damit zu tun, was man so für Believes im Kopf hat. Also, was man so von früher gehört hat. Dieses “Geld ist schlecht” oder “Man darf kein Geld haben” oder ... Marcus: … “Geld verdirbt den Charakter”, all die Sprüche oder? Feli: Genau, diese ganzen Sprüche, die beeinflussen einen schon im Leben, wie man mit Geld umgeht. Also eigentlich sollte man ein positives Verhältnis zu Geld haben, weil nur so kann man auch an mehr Geld kommen. Denn das Unterbewusstsein spielt da ja schon ne Rolle, dass man in die richtige Richtung steuert und ja, also Geld an sich ist ja nix Schlechtes. Es ist ja einfach nur ein Stück Papier und ein Mittel zum Zweck. Und das Ding ist, viele Leute glauben Geld ist schlecht, aber man kann … es ist doch schön, viel Geld zu haben. Man kann es ja auch für etwas Gutes verwenden. Sag ich mal, wenn ich viel zu viel Geld habe, kann ich ein Charity Projekt machen oder irgendwas Gutes unterstützen. Man verbindet das halt sehr oft mit Negativem und das führt dann oft dazu, dass man nicht mehr Geld generiert oder immer in dieser Trap bleibt, nichts übrig zu haben. Marcus: Ja, ich glaube ganz entscheidend ist auch dieser Trap nicht viel übrig zu haben, dass viele Leute sich darauf verlassen, dass die Firmen selbstständig und automatisch die Kosten abbuchen und so irgendwann dann auch den Überblick verlieren. Also das heißt, die meisten geben einfach Einzugsermächtigungen raus, zahlen alles mit Karte oder überweisen online und haben in den seltensten Fällen überhaupt noch viel Geld in der Hand. Kann das das Verhältnis zum Geld dann auch ein bisschen einschränken? Feli: Ja auf jeden Fall. Also, es ist schon ein Unterschied, wenn man Geld in der Hand hat oder dauernd mit Karte bezahlt, ne? Da verliert man den Überblick, wenn man sich nicht aufschreibt. Aber es gibt natürlich auch coole Apps, wo man seine Ausgaben checken kann. Aber sowas ist jetzt mir zu aufwändig. Also da bin ich auch zu faul. Das gibt’s auch zum Beispiel für Reisen, um zu gucken, ob man auch im täglichen Budget drin ist. Weil gerade da kann man natürlich mal hohe Kosten haben, wenn man doch mal grad nen Flug bucht oder irgendwie was außergewöhnlich hohes hat, was über dem Tagesbedarf liegt, dass man da so ein bisschen den Überblick verliert von Deinem Reisebudget. Marcus: Hm, was ist Dein Tip für Kosten auf Reisen im Griff zu haben? Du sagst gerade ein tägliches Reisebudget. Ich habe sowas früher nie gemacht. Du schon immer wahrscheinlich? Feli: Ähm ja. Also, als ich meine erste Weltreise gemacht habe mit Anfang 20, hatte ich schon auch mega irgendwie Schiss zu wenig Geld zu haben. Klar kann man viel recherchieren, was haben andere gebraucht und so. Aber meistens ist es schon so, dass man ein bisschen mehr braucht, als man denkt, weil man dann doch viel unternimmt und macht und auch nicht alles so günstig ist. Aber so ein grobes Monatsbudget zu haben macht schon Sinn. Das Problem ist nur, dass das je nach Land unterschiedlich sein kann. Also in einem brauchst Du vielleicht mehr, im anderen weniger. Und dann kommst Du wieder auf +/- 0 raus. Aber da so gar keinen Überblick zu haben, ist auch ein doofes Gefühl. Marcus: Hm, was wäre denn Dein konkreter Tip für wenn man auf Reisen ist, seine Kosten zu senken? Kann man da irgendwelche Sachen alternativ nutzen? Unterkünfte, Transportmittel…? Feli: Also, da gibt es halt sehr, sehr viele Möglichkeiten. Aber mal ein Beispiel im unterschiedlichen Denken von Leuten: Angenommen man bekommt jetzt nen Flug gesponsort oder ne Standby-Rate und der Flug kostet jetzt nur noch 150,00 Euro in der Economy Class, man hat aber zum Beispiel die Möglichkeit Business Class zu fliegen für 300,00 Euro. Dann gibt’s einmal die Leute, die sagen: Ahh, dann nehme ich lieber den für 150,00 Euro, dann habe ich ja Geld gespart und der andere sagt: Ah nee, dann zahle ich lieber das gleiche oder mehr oder weniger das gleiche wie vorher und mache aber ein Upgrade. Also fahre meine Wünsche oder die Qualität hoch. Und beim Reisen ist es natürlich genauso. Man kann einmal mit dem günstigen Zug fahren oder einmal mit dem teuren Flieger. Also das ist auch so ein bisschen die Grenze, wieviel man an Komfort einbüßt. Und das können manche Leute besser und schlechter. Aber je mehr man natürlich Komfort nutzt, desto mehr gewöhnt man sich dran und kann nicht mehr drauf verzichten. Deswegen bin ich generell immer so ein Fan von Downsizing und wenig zu haben, dann kannst Du auch wenig verlieren und willst vielleicht auch gar nicht mehr. Und letztendlich machen einen die Dinge ja gar nicht glücklich, sondern eher die Erlebnisse. Andererseits ist es natürlich auch so, wenn jetzt der Flug - es muss immer alles im Verhältnis stehen - wenn ein Flug mit Stop-Over von, weiß ich nicht - 30 Stunden, nur geringfügig billiger ist, als einer, der direkt geht… also, man muss halt immer gucken. Wie ist das Verhältnis von dem was man spart und dem was man bekommt? Marcus: Hm. Und gerade bei Flügen, hast Du da einen Tip zum Sparen? Feli: Ach bei Flügen gibt es viele Tipps zum Sparen. Dass man einfach mal halt nicht zu den üblichen Daten guckt oder nicht zu den Daten, die am Wochenende liegen oder montags, freitags sondern eher in der Woche. Dass man vielleicht einen Stop-Over in Kauf nimmt oder von nem Nachbarland fliegen, bei Deutschland Amsterdam. Ähm, ja klar mehrere Flugsuchmaschinen durchsuchen, aber ja… da ist es immer so. Mal zahlt man mehr, mal weniger. Ne gute Suche ist gut. Man kann zum Beispiel auf flightfox suchen lassen. Aber wenn Du jetzt dann zehn Stunden nach nem günstigen Flug suchst, ist das den Aufwand auch wieder nicht wert. Also, da muss man ein bisschen gucken. Aber generell wollte ich noch sagen, ich war immer gut drin, selbst zu sparen, habe das dann auf meinem Konto gehabt und halt für Reisen ausgegeben oder ein bisschen als meinen persönlichen Sicherheitspuffer gespart. Wo ich aber lange Zeit überhaupt nicht gut drin war, war das gesparte Geld zu investieren. Also, eigentlich macht es ja Sinn da noch mehr Geld draus zu generieren und das habe ich lange Zeit nicht gut hingekriegt. Weil bei vielen Leuten ist der Kreislauf halt so: Man nimmt Geld ein, schafft sich Verbindlichkeiten, zum Beispiel ein Haus oder so, wofür man dann Zinsen zahlt oder wieder höhere Kosten hat. Das heißt, das Geld geht dann weiter raus. Und um mehr Geld zu machen und reicher zu werden, muss man halt das eingehende Geld investieren, um mehr Geld rauszukriegen. Das ist eigentlich der sinnvollste Weg. Aber das ganze Thema Investition ist halt total undurchsichtig und viele Leute überfordert es auch. Mich hat es auch überfordert, weil ich keine Ahnung habe von Aktien. Klar das Tagesgeldkonto, aber da kann man ja meistens drüber lachen, was es da an Zinsen gibt. Also, diese richtigen … die fetten Investitionen, das ist schon hakelig, sich da mal reinzufuchsen. Das habe ich dann vor gar nicht allzu langer Zeit gemacht, bin aber jetzt echt mal froh darüber. Und das kam bei mir auch deshalb, weil ich durch die Selbstständigkeit halt meine Altersvorsorgeverträge, die üblichen gecutted habe und stattdessen halt irgendetwas anderes machen wollte. Und da kam ich auf dieses Thema investieren und habe mich da auch eingelesen. Marcus: Und wo genau hast Du Dich eingelesen? Was gibt’s da für Ressourcen, gerade wenn man das Gefühl hat, so wie bei Dir, es ist völlig undurchsichtig und es überfordert einen und dann lässt man’s lieber liegen auf nem Tagesgeldkonto für 0,02% oder so? Also was war der Trigger dann mutiger zu werden in dem Bereich? Feli: Ja, also ich dachte die ganze Zeit, irgendetwas muss ich machen. Ein bisschen gespartes Geld, was einfach nur rumliegt ist doof. Meine Strategie bei allem, wenn ich irgendetwas nicht weiß, ist erstmal immer meine Freunde zu fragen oder meine Eltern oder meinen Bruder oder halt alle, die ich kenne, ob die sowas schon gemacht haben und was die mir für Tipps geben können. Was die für Erfahrungen haben. Und dann natürlich online. Da gibt’s zum Beispiel Zen Depot als Blog vom Holger Grethe. Der mal einfach beschrieben hat, was es für Möglichkeiten gibt, sodass sogar ich es verstanden habe. Den fand ich super cool. Oder ich ja… ich bohre halt nach und frage nach bei Leuten, Institutionen, rufe an, gehe dahin und fange einfach an, mich damit zu beschäftigen. Marcus: Aha, und wie bist Du jetzt aufgestellt vermögenstechnisch? Wie hast Du das Geld aufgeteilt oder angelegt? Gibt’s da ne Strategie oder bist Du noch am testen? Und seit wann bist Du da mutiger geworden? Feli: Ähm, also ich habe mich für ETFs entschieden, das sind Aktienfonds und die sind sehr geil. Also, das kannst du alles alleine durchblicken ohne Bankberater und der große Gebühren für irgendwen noch, der dazwischen geschaltet ist, zu zahlen. Und die Wertpapiere haben halt wenig Kosten. Also genau… die Gebühren bei der Bank und das... Marcus: Genau, also das ist kein Fonds, der gemanaged werden muss. Ich glaube, das läuft von selbst, ist einfache ne Indice, der eh immer abgebildet wird. Dafür können die Banken keine Gebühren nehmen. Und ansonsten von der Bank selber, glaube ich, die ETF-Verwaltung ist auch relativ kostengünstig. Feli: Genau, aber wenn man sich dann für ETFs entschieden hat, steht natürlich immernoch die Frage, welche ETFs und ja… da habe ich dann erstmal so ganz auch Leute gefragt und so ein kleines Portfolio zum Test zusammengestellt, um zu gucken was passiert und mich dann halt ganz langsam daran getraut, um das selber dann im Backend von der comdirect Bank im Depot gemacht. Marcus: Okay und jetzt liegt das Geld im Depot und läuft einfach weiter oder wie oft muss man sich dann darum kümmern oder sollte man sich darum kümmern? Feli: Nee also ETFs sind halt langfristig angelegt. Die sollten wirklich so über Jahre da liegen, möglichst. Ja, die orientieren sich an dem Aktienindex, zum Beispiel der DAX ETF am DAX usw. Ja, also es ist eine langfrisitige Geschichte und da muss man nicht… das ist kein Trading, wie Aktien kaufen, verkaufen. Ich habe mich aber trotzdem getraut eine Aktie zu kaufen und das ist die Facebook-Aktie und die ist sogar gestiegen, aber das war einfach halt nur so mal zum Test und zu gucken, weiß ich nicht, vielleicht traue ich mich da auch irgendwann mal mehr, aber…. ja… aber generell ist es auch cool, sich so zu sagen: Okay, wieviel Geld habe ich pro Monat zur Verfügung? Und jetzt auch nicht zu sagen: Ey, ich verzichte auf coole Sachen, wie meine Massagen, SPA oder irgendein cooles Event. Sondern sich wirklich so zu sagen: Okay, so und so viel brauche ich zur Lebenshaltung: Wohnung, Versicherung, Essen. Das sind meine Hobbies, so und so viel will ich investieren oder sparen, zum Beispiel 10%. Also, dass man sich so Prozente sagt. Wieviel Prozent geht da? Und Du kannst auch sagen 10% nehme ich für Charity oder spende ich. Das kann zum Beispiel auch im Ausland cool sein, wenn man immer überall Bettler sieht oder Musiker und man sich jedes Mal so fragt “Oh soll ich dem jetzt was geben oder nicht?” Wenn Du so ein kleines Budget hast und sagst: Pro Monat gebe ich so und so viel Euro an diese Leute, wenn ich Bock habe. Dann fragt man sich nicht immer “Mache ich das jetzt oder nicht?” Sondern hat halt einfach seinen festen Topf dafür. Und wenn der dann ausgeschöpft ist, Dein Activity und Freizeit Topf, dann kannst Du halt erst wieder im nächsten Activity und Freizeit machen. Marcus: Mh, und gerade als Selbstständiger macht’s vielleicht auch Sinn ein kleines Budget für eigene Bildung abzuzwacken oder? Feli: Auf jeden Fall! Eigene Bildung, je schlauer man dann wieder wird, desto bessere Entscheidungen trifft man und desto mehr Geld generiert man dann wieder. Gerade auch beim eigenen Business. Und ja… das macht immer Sinn irgendwie in Kurse oder auch sich selbst zu investieren. Marcus: Ja, was würdest Du dem Hörer empfehlen, der jetzt sagt “Boah, das ist super smart, klingt alles total schlau, was die Feli da erzählt. Ich habe das auch irgendwo schonmal alles gelesen und gehört und ich weiß auch, dass es nicht so cool ist, was ich mache. Ich kaufe mir viel zu viele Klamotten, viel zu viele Schuhe und bin immer mehr oder weniger im Dispo drin, dann wieder raus, also +/- 0. Ich schaff’s einfach nicht was beiseite zu legen.” Was würdest Du dem Hörer empfehlen, als allererstes anzugehen? Oder was können die ersten Steps da rein sein, in ein besseres Verhältnis zum Geld oder zum Sparen? Feli: Also, erstmal muss man sich eingestehen, dass man ein Problem hat und überhaupt etwas ändern will. Und sich nicht einreden “Ach ja, ist ja nicht so wichtig und Geld ist ja nicht so wichtig und …” Man muss wirklich ja… erstmal sich dessen bewusst werden, dass man da ein Problem hat und dann das ganz pragmatisch angehen und erstmal nen Ist-Bestand machen, also so einen Audits. So, wie ist meine aktuelle Lage. Weil erst daraus kannst Du dann Strategien entwickeln, wie Du es in Zukunft ändern willst. Und es muss ja nicht voll radikal sein, sondern kann ja auch langsam Step by Step gehen. Also… ich bin meist der Radikale, wenn ich irgendwelche Ideen hab, aber man kann ja auch nach und nach seine Verträge mal durchschauen und sich so einen Plan machen, wieviel Prozent für was ausgeben will. Zum Beispiel bei der comdirect Bank gibt’s auch… aber das habe ich noch nie genutzt… kann man seine Ausgaben, glaube ich, auch markieren nach Kategorien und dann siehst Du in so einem Chart, da hast Du so einen Monatsüberblick. Das ist eigentlich ganz cool, aber ich hab’s auch noch nie gemacht. Marcus: Hm, ich glaube, das haben auch andere Banken. Ich glaube, das wäre ein ganz guter Start und was mir auch sehr geholfen hat: Du hast mir ja damals geholfen, kurz bevor wir nach Asien aufgebrochen sind, einmal einen Komplettüberblick zu verschaffen. Was habe ich an Ausgaben, was geht jeden Monat raus und was habe ich an laufenden Verträgen und Versicherungen und was brauche ich überhaupt davon? Und ähm… ich wusste, dass es irgendwie Chaos bei mir ist und hab’s dann immer weiter vor mir hergeschoben, weil das macht einem ja auch Angst, sich das a) selber einzugestehen und b) das dann alles anzugehen und aufzuräumen. Aber ich glaube, das ist immens wichtig, weil jeder einzelne Tag, den Du da wartest, verschenkst Du eigentlich Geld ne? Feli: Ja und vor allem, wenn bei langen Verträgen und so würde ich mir auch immer ne Liste machen oder nen Timer im Kalender, wann die Kündigungsfristen sind. Weil eigentlich, wenn man jetzt so nen Mobilfunkvertrag zum Beispiel nimmt, nach drei Jahren da gibt es in der Zeit garantiert neue Sachen oder keine Ahnung… ne Versicherung bin ich irgendwann mal umgestiegen auf die HUK Coburg, also ne Online-Versicherung, die dadurch weniger Gebühren hatte, dass man dann im Backend, wenn man einen Fall hat, Haftpflichtversicherung oder so, das selbst einreicht und verwaltet und ja… die haben dann einen schlechteren Customer Service oder irgendwas, aber in all den Jahren habe ich halt glaube ich, noch überhaupt keinen Fall eingereicht. Deswegen ist mir das völlig egal. Aber es gibt halt auch immer wieder neue Anbieter. Es lohnt sich also immer mal wieder, weiß ich nicht - jedes Jahr, alle zwei Jahre - nochmal alles zu überprüfen und zu hinterfragen vor allem und nicht für gegeben zu nehmen, dass man dies und jenes und sowieso braucht. Oder bei Versicherungen … manchmal ändert sich ja auch der Status im Leben, dass das Produkt gar nicht mehr passt oder so. Und viele Leute bleiben einfach bei dem was sie haben und machen nix. Marcus: Ja genau. Das habe ich ja auch mit der Autoversicherung gemerkt, als ich noch mein Auto hatte. Da hat mir irgendjemand einen Tip gegeben, ich glaube im Oktober oder November, da läuft immer so ne Wechselfrist aus, und dann ist immer großer Alarm bei den ganzen Versicherungen und verlieren wir Leute oder kriegen wir neue? Und wenn Du genau zu dem Zeitpunkt dann nachfragst, ob die was an Deinem Tarif optimieren können, haben die mir jedes Mal quasi noch nen Rabatt gegeben, damit ich bei der Versicherung bleibe. Und die meisten reden glaube ich gar nicht mit ihren Anbietern oder Versicherern. Feli: Hm, und was halt auch noch so ein Money-Ding ist, dass man im Kopf hat “Boah, für Geld muss ich richtig viel arbeiten und schuften”. Marcus: Ja, so ein bisschen Arbeiten muss weh tun. Arbeit darf keinen Spaß machen, so diese Hardliner ne? Die dann voll genervt sind, auch von diesem Lifestyle, den wir führen als digitale Nomaden. Feli: Genau und da habe ich halt selber auch die Erfahrung gemacht, dass man Sachen mit Spaß machen kann und plötzlich viel mehr Geld generiert, als man eigentlich wollte. Als ich mit meinem Blog zum Beispiel angefangen habe. Also, das geht wirklich (grinst) Ja, das muss man glaube ich, selber erfahren, um das zu verstehen. Marcus: Hm. Du hast Dich dann ja auch selbstständig gemacht auf dem Weg zum digitalen Nomaden. Hat Dir das viel Angst bereitet? Gerade auch im Hinblick auf die Geldgeschichte, dass Du nicht mehr monatlich weißt, was auf’s Konto kommt, war das irgendwie ne große Herausforderung für Dich oder hast Du das eigentlich gut gebacken bekommen? Wie bist Du die ganze Selbstständigkeit angegangen? Feli: Ja also, meine größte Angst bei der Selbstständigkeit war tatsächlich kein oder nicht genug Geld zu verdienen. Das war genau mein Problem. Dass das außer Kontrolle gerät und ich irgendwie nicht genug Einnahmen habe. Ja, da ist es immer das Beste, sich den Worse Case vorzustellen. Dass man wirklich unter der Brücke schläft ist halt unwahrscheinlich. Ja, aber auch nen ordentlichen Plan zu machen. So ein bisschen halt einen Puffer zu haben, falls mal ein Monat nicht gut geht und was viele Selbstständige halt einfach falsch machen, aber gerade am Anfang gibt es Monate, wo Du mehr verdienst und weniger. Also man muss dann in den Monaten, wo man mehr verdient auch mal ein bisschen was einplanen für wenn’s mal weniger ist. Und halt nicht immer so viel ausgeben, wie man hat. Auch da … Ja, aber es ist natürlich schon schwierig, das alles im Überblick zu haben, gerade wenn man erstmal unsteady Einnahmen hat. Marcus: Hm, würdest Du sagen, da empfiehlt sich auch einen Puffer anzusparen, bevor man so ein Abenteuer in die Selbständigkeit angeht? Feli: Ja, das kommt auf das Sicherheitsbedürfnis von jedem Einzelnen an, aber so drei Monate sollte man schon haben und ich glaube, ich hatte so sechs Monate. Und ich wusste direkt so, das Beste, was ich machen kann, ist meine Kosten so weit wie möglich runterzuschrauben. Und das habe ich dann natürlich wieder mega gut hingekriegt, sodass ich ganz am Anfang echt gesagt habe “Boah, wenn ich 1.000,00 Euro habe ist alles gut”. Klar war mein Ziel dann irgendwann, als ich das erreicht hatte, mehr zu verdienen. Aber so für den Anfang waren die 1.000,00 Euro so mein Anker. Da habe ich gedacht, dann komme ich doch irgendwie über die Runden. Marcus:  Und was gerade bei Dir, glaube ich, geholfen hat: Du warst schon immer ein krasser Minimalist, hast zu dem Thema ja auch schon einen Vortrag auf der DNX gegeben und warst auch schon in den Medien dazu. Hat Dich irgendjemand dahingebracht? Wurdest Du dazu erzogen von Deinen Eltern oder kam das irgendwie ganz von selbst? Wie wird man so ein Hardcore Minimalist wie Du? Gerade auch in Zeiten, wo das Thema noch nicht so populär war, wie heute? Feli: Also witzigerweise bin ich noch gar nicht mal mehr aus… in erster Linie Minimalist, weil ich Geld sparen will, sondern eher weil mich das wirklich frei im Kopf macht. Also ich fühle mich viel, viel besser mit weniger Sachen. Ich habe weniger Sachen, wo ich auch mich zeitlich drum kümmern muss. Also, es ist nicht nur das Geld. Und das habe ich halt selber gemerkt, als ich früher… also, ich bin sehr früh schon ins Arbeitsleben eingetreten, also mit Anfang 20 schon, weil ich eine ganz normale Ausbildung am Anfang gemacht habe und habe da gar nicht schlecht verdient, weil ich bei nem Unternehmen war, das der Stadt Köln angehörte. Also nicht schlecht verdient für das Alter und für die um mich herum. Die meisten alle noch studiert haben. Ich hatte ne eigene Wohnung, die ich mir leisten konnte... Marcus: … bist aber später wieder in eine WG gezogen ne? Feli: Genau, aber ja… das kam dann alles später. Ich hatte dann eigentlich echt relativ viel schon für mein Alter und hab aber dann gemerkt, hm, was ich eigentlich will ist freier sein. Ich will das eigentlich gar nicht. Eine schöne große Wohnung, ja… hier diesen und diesen Schnickschnack. Ich wollte eigentlich mehr erleben, mehr Abenteuer, mehr Freiheit und ab dem Zeitpunkt habe ich dann gemerkt, dass mir Dinge weniger wichtig sind als Freiheit. Und dann habe ich alles wieder aufgegeben. Marcus: (lacht)  Bist in ne WG gezogen, hast alles verschenkt, verkauft? Feli: Genau. Also, ich bin wieder in ne WG gezogen. In der habe ich sehr, sehr lange gewohnt, wo ich auch noch gut verdient habe, bei Stepstone. Ja da hatte ich halt dann echt wenig Kosten. Ich habe für mein Zimmer dann 200,00 Euro/300,00 Euro Maximum, glaube ich, gezahlt. Ich habe mein ganzes Geld halt in Reisen reingehauen und da haben mich auch immer alle Kollegen gefragt “Wie kannst Du so viel Reisen” und so. Und ich habe gesagt “Ey Leute, ich habe kein Auto, ich wohne in nem 20 qm Zimmer.” Was zu dem Zeitpunkt voll okay für mich war, weil es richtig cool war in der WG. Also ich hab’s geliebt da zu wohnen. Da war immer was los. Marcus: Also, Du hast es voll aus freien Stücken gemacht. Das war kein bisschen Verzicht. Ich glaube, das ist auch wichtig, ne? Dass es nicht weh tut. Feli: Nee, das hat mir überhaupt nicht weg getan. Ich wusste genau, wie es anders ist. Das war mein Vorteil. Marcus: Hm, und Du wusstest genau, was für einen Mehrwert das hat, das Geld, was Du an anderer Seite sparst, dann in Reisen investieren zu können oder? Feli: Ja, aber dann kam halt das nächste Problem, dass ich so wenig Zeit hatte für Reisen ne? Also, es ist ja immer Geld oder Zeit, das Problem. Und das hat mich dann wieder angenervt, weil wenn Du wenig Zeit hast, Du auch wieder zu ner bestimmten Zeit verreisen kannst, kannst Du Dir auch keine billigen Flüge suchen… Das ist so ein kleines Hamsterrad ne? Marcus: Ja absolut. Und Selbstständigkeit war in dem Moment noch keine Option für Dich oder? Feli: Nee, also da hatte ich immer viel zu viel Schiss vor und auch zu wenig Selbstvertrauen. Ich dachte immer, das was ich kann ist ja nix besonderes. Das geht ja jedem so. Marcus: Ja cool! Ich würde sagen, vielen Dank für diese spannende Folge, für die ganzen Gage, Tips. Was würdest Du jetzt als Letztes nochmal jemandem raten, der vielleicht denkt, er kommt da gar nicht mehr raus, der schon nen Kredit aufgenommen hat, der irgendwie ne Doppelhaushälfte hat, der sagt “Ich habe Verpflichtungen, ich habe Kinder und ich ertrinke und habe mehr Ausgaben als Einnahmen”. Was würdest Du dem raten? Feli: Also dann, wenn das der Fall ist, wenn man echt da nicht mehr rauskommt, dann würde ich mir professionelle Hilfe holen und wirklich jemanden dafür bezahlen, der da Profi ist. Also wie wenn man sich nen Psychologen holt oder keine Ahnung, jemanden der einen… nen Ernährungsberater. Also früher habe ich auch immer gedacht so “Boah, dafür kann man doch kein Geld ausgeben”. Hätte ich nie gemacht, aber jetzt heutzutage würde ich denken “auf jeden Fall!” Weil Du investierst ja in was, was Dich langfristig halt rausholt oder weiterbringt. Und manchmal kommt man halt an den Punkt, da braucht man externe Hilfe. Da kommt man alleine nicht mehr weiter. Und gerade wenn man in einer Schuldenfalle ist, muss man, bevor man irgendwie weiterkommt, erstmal die Schulden abbauen, um dann in die Zukunft zu gucken. Marcus: Hm und Schulden generiert man dann in der Regel durch Kredite oder irgendwelche Finanzierungen für Sachen, die man … die nur Sachen sind, die Gegenstände sind ne? Feli: Genau, das ist das Schlechteste was man machen kann. Also, wenn man sich jetzt nen Gegenstand kauft und den zwei Jahre abbezahlt, ist halt das Problem auch: Jetzt freust Du Dich noch, aber die Freude von so nem Gegenstand geht halt ziemlich schnell den Bach runter. Oder nach nem halben Jahr findest Du das Auto, was Du Dir gekauft hast normal und nichts mehr Besonderes und dann zahlst Du noch drei Jahre dafür weiter. Das ist halt richtig, richtig Scheiße, also... Marcus: Es gibt ja sogar Untersuchungen, dass die Vorfreude auf diesen Autokauf sogar noch größer ist, als dann der erste Moment, wenn Du das Auto hast. Dann ist es immernoch ganz okay, aber schon gar nicht mehr so hoch, wie die Vorfreude und wenn Du dann das Auto nach drei, vier Monaten fährst, oder nach nem Jahr, ist halt Usus ganz normal und im schlimmsten Fall zahlst Du das immernoch ab. Feli: Ja total. Und ich persönlich bin zum Beispiel auch kein Fan davon, immer die neuesten Sachen zu kaufen, wie das neue iPhone oder so. Dann sind da ein paar Funktionen anders, also das ist mir nach fünf Tagen irgendwie Latte. Und die Firmen spekulieren ja genau dadrauf und bringen ständig neue Sachen raus, damit die Leute Geld ausgeben und das finde ich… also, das ist auch so ne Falle, in die ich einfach nicht reintrappe, weil ich sag “Ach, mein iPhone reicht mir”. Und mein Gott, ja… das Neuerere hole ich mir dann halt zeitversetzt später und spare halt diese ganzen Kosten, die dafür anfallen, dass man jetzt der Erste ist, der das hat oder so. Und ja… dann geht Dir das iPhone kaputt. Dann ärgerst Du Dich nur und man muss halt wissen, was hat man für Grundneeds, was muss das Ding können und alles andere wird einem nur eingeredet von der Werbung oder so, dass man irgendwas unbedingt braucht. Marcus: Wie bist Du zu dem Wissen gekommen zum Thema Geld, was Du jetzt schon hast und hier rausgehauen hast? Feli: Ja learning by doing halt. Meiner eigenen Erfahrungen und dass ich gelesen habe, Leute gefragt habe, wie es bei denen ist. Ja… Zum Beispiel beim Thema Gehalt. Das ist auch immer so ne Sache. Als Angestellter kommst Du halt nie höher in Deinem Gehalt oder schwieriger. Ich habe erst einmal in meinem Leben in der Firma dann ne Gehaltsverhandlung gehabt und gefragt, ob ich mehr Geld bekomme. Aber das fand ich auch total schwierig und war super unsicher, wie ich das machen soll und ja… manchmal ja, da muss man halt auch gucken, wie verdiene ich mehr Geld? Wie kann ich meine Geldmenge erhöhen? Marcus: Und bei all dem Wissen zum Thema Geld und zusammen mit dem Reisewissen, weiß ich, dass Du da gerade an nem Ebook schreibst. Kann man sich das schon irgendwo vormerken und was genau steht in dem Ebook dann drin. Feli: Ach so genau. Da geht’s auch um das Thema Geld sparen vor Reisen und auf Reisen. Da habe ich mein ganzes Wissen niedergeschrieben. Und ja, wenn alles gut geht, ist es bis Ende des Jahres auf meinem Blog verfügbar. Ich setz mich nächste Woche dran (grinst) Marcus: (grinst) Okay und wo kann man sich da eintragen oder vormerken, wenn man da Bock auf das Ebook hat, wie ist die URL? Feli: Achso, auf meinem Blog www.travelicia.de. Marcus: Okay, da trägt man sich dann in den Newsletter ein und sobald man im Verteiler ist, wird man auch über das Buch informiert, oder? Feli: So sieht’s aus. Marcus: Okay perfekt! Also ich werde Dir auf die Finger schauen, warte... Feli: Achso, in dem Ebook habe ich auch noch coole Interviews geführt mit Leuten zu dem Thema als Bonusmaterial. Das war auch sehr sehr spannend. Marcus: Mit wem zum Beispiel? Feli: Ähm, zum Beispiel auch mit einer, die Money Coaching macht. Das fand ich auch sehr cool, und Leute halt zu dem Thema professionell berät. Marcus: Hm oder Holger Grethe, Sebastian... Feli: Genau, also es sind fünf Interviews… habe ich da geführt, die auch sehr spannend sind. Marcus: Okay, ich werde Dir auf die Finger schauen und versuchen Dich zu motivieren, dass wir endlich auch das Ebook zu Ende bekommen. Vielen Dank für Deine Zeit und das Interview live aus Bangkok. Möchtest Du noch etwas sagen? Feli: Nee, Bangkok hier ist auf jeden Fall. Die Skyline, wo wir gerade drauf schauen, macht Bock. Marcus: Ja und wir haben hier echt ne coole Airbnb Bude jetzt gekriegt. Wir sind hier im 27. Stock am Phaya Thai BTS Station. Also direkt in Bangkok und Airbnb ist vielleicht auch nochmal so ein ganz gutes Beispiel. Es muss nicht immer ein teures Hotel sein. Wir zahlen jetzt glaube ich, hier in der Wohnung das gleiche, wie in nem abgerockten Hostel, wo wir die erste Nacht verbringen mussten, weil wir nur kurzfristig angekommen sind. Also immer Augen aufhalten, wo man was sparen kann und es muss nicht immer schlechter sein.   Yo, das war auch schon wieder die Folge 30 der LIFE HACKZ Show mit Feli Hargarten. Der Reiseblog von Feli ist unter www.travelicia.de zu finden und da kann man sich dann auch in den Newsletter eintragen, wenn man an dem Ebook Interesse hat. Ansonsten möchte ich euch gerne nochmal unsere Charity-Aktion nahe legen für Straßenkinder in Salvador de Bahía. Wir haben jetzt den 26.10. In gut, knapp drei Wochen geht es los mit der Cruise von Gran Canaria nach Brasilien und im Rahmen von dieser Digital Nomad Cruise haben wir ne Charity-Aktion gestartet. Alle Infos darüber unter www.lifehackz.de/charity. Ich würde mich freuen, wenn ihr etwas spendet. Jeder Euro hilft und ansonsten hören wir uns wieder zur nächsten Folge von LIFE HACKZ. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

Oct 23, 2015

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Interview mit Vera Ruttkowski von verava

Hey Leute, Willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Dieses Mal live aus Düsseldorf in einer verregneten Airbnb Wohnung Mitte Oktober. Wir kommen gerade aus Berlin wieder. Haben dort die bereits vierte deutsche DNX veranstaltet, die richtig cool gelaufen ist. Wir haben ein neues Konzept probiert. Wir haben viele Workshops nebeneinander laufen lassen parallel im Bar Camp Style und jeder konnte quasi ganz frei entscheiden zu welcher Session er gehen wollte. Also es musste sich vorher nicht angemeldet werden. Man konnte sogar noch spontan während der Workshops die Workshops switchen zu den einzelnen DNX Themen und hatten davor im Betahaus ne Keynote vom Fabian Dietrich, der echt ein mega, mega spannender Typ ist. Und das war so der DNX Samstag, der glaube ich auch gut angekommen ist bei den Leuten. Wir werten gerade noch das Feedback aus, aber so wie es aussieht, werden wir diese Workshop-Geschichte auch für die nächste DNX im Mai beibehalten. Also nicht mehr ganz so strikt, dass man sich vorher entscheiden muss, in welchen Workshop man gehen möchte, sondern dass man dann ganz spontan entscheiden kann: Wo möchte ich rein? Und auch die Workshops ein bisschen knackiger und kürzer gefasst, so auf 45 Minuten. Das hat sich auf jeden Fall bewährt. Die Party war richtig fett am Maybachufer in Kreuzkölln und weil die Party so krass war, waren einige am Sonntagvormittag dann noch ein bisschen angeschlagen und Sonntag haben wir dann weitergemacht mit einem Brunch für die Leute. Der Joe Löhrmann von My Traveling Piano hat noch ne Session an seinem Klavier gegeben mitten im Görlitzer Park, wo dann selbst kurz … ja, dieses ganze Drogengedeale zum Erliegen gekommen ist und die Dealer sich da um’s Klavier gestellt haben und erstmal gar nicht gerafft haben … Was geht’n hier ab? Was ist DNX? Was machen die ganzen Flaggen hier? Wir waren nämlich im Edelweiss 36, was mitten im Görli angesiedelt ist. Ja, und nach der Performance vom Joe hatten wir dann noch Mastermindsessions, die gut angekommen sind. Also die werden wir auf jeden Fall bei der nächsten DNX im Mai auch anbieten. Ja… Summasummarum echt ne gelungene Veranstaltung. Aber ihr seid jetzt hier auf der LIFE HACKZ Show und neben der DNX mache ich die LIFE HACKZ Show jede Woche Freitag mit einem spannenden Gast. Und dieses Mal - da habe ich mich sehr drauf gefreut auf das Interview, das hatten wir schon lange geplant - mit der Vera Ruttkowski. Die ist unser VA, das heißt Virtueller Assistent. Und Vera ist mehr oder weniger unser Schweizer Taschenmesser. Sie ist die Allround-Waffe für Newsletter vorbereiten, Accounting, Buchhaltung, ähm Social Media springt sie mal ein, macht die Koordination mit unserem technischen Wordpress Service, macht das Teilnehmer Management für die DNX Konferenzen, scheduled die Interviews mit den Bewerbern für die DNX CAMPS, noch und nöcher. Und deshalb ist es glaube ich für euch auch mal spannend hinter die Kulissen zu gucken von unseren Projekten und auch zu sehen, was macht ein virtueller Assistent den ganzen Tag. Es ist nämlich nicht nur irgendwie Flüge buchen und irgendwie Termine koordinieren, sondern das ist noch viel mehr. Vera ist gerade im Sun Desk in Taghazout/Marokko und ja… Da habe ich sie im Skype-Raum erwischt. Viel Spaß mit dem Interview! In dieser Folge lernst du:

  1. Was ein virtueller Assistent macht und welche Aufgaben er für dich übernehmen kann.
  2. Warum es der ideale Einstiegsjob ins ortsunabhängige Arbeiten ist.
  3. Welche Tools ideal sind um remote zusammenzuarbeiten.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

SHOWNOTES

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SunDesk IdeaCamp

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Creative Loft Blogfabrik

Carla Vollert Eventmanagerin

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Okay, welcome to LIFE HACKZ und ner neuen Show. Diesmal mit Vera Ruttkowski, die gerade live in Taghazout/Marokko ist. Hi Vera, grüß Dich! Vera: Hi Marcus! Wie geht es Dir? Marcus: Ja, mir geht’s gut. Ähm, wir sind gerade in Düsseldorf angekommen, nachdem wir dann gestern unsere Zelte in Berlin endgültig abgebrochen haben und machen hier gerade so ein bisschen Family & Friends Besuch. Waren gestern Abend schon bei meiner Mom, die heute Früh auch wieder auf Reise geht. Darum mussten wir das da reinquetschen und morgen treffe ich mich mit Kumpels und gehe zum Fußball mit denen. Zur Fortuna, die hoffentlich mal wieder gewinnen, danach ein bisschen Altstadt und Samstag fahren wir dann zu Felis Eltern. Ja, ist eigentlich ganz cool mal wieder nach Hause zu kommen, aber das Wetter geht halt gar nicht mehr klar in Deutschland. Wir haben jetzt Mitte Oktober und ich freue mich schon auf Asien. Nächste Woche geht’s los. Vera: Ja, das kann ich mir vorstellen. Das habe ich jetzt gemerkt, als ich auf der DNX war. Es war echt schon ganz schön kalt in Deutschland. Also, ich bin jetzt auch froh, dass ich hier in Marokko bin, wo es schön sonnig und warm ist. Marcus: Ja, erzähl mal. Wo genau bist Du denn da jetzt? Vielleicht erinnern sich einige, dass Feli und ich vor kurzem auch in Taghazout gewesen sind. Vera: Ja genau. Nachdem ich euren Bericht da gesehen habe, bin ich total angefixt worden, wollte auch unbedingt hier in das Sun Desk Coworking in Taghazout und ich habe die Magdalena dann ja auch getroffen auf der DNX im August, auf der Global. Marcus: Mh Cool! Vera: Und habe danach entschieden, dass ich hier auch unbedingt mal vorbeischauen muss und ja, ich bin jetzt Montagabend angekommen und fühle mich jetzt schon total wohl. Also, es ist super hier. Jeden Morgen gibt’s ein Frühstück auf der Dachterrasse mit allen Coworkern, die da sind. Und ja… Kann den Tag schön mit Meerblick starten und es ist echt cool. Marcus: Ist geil oben das Rooftop, oder? Vera: Ey ist super! Also, ich bin auch jetzt jeden Morgen schonmal gleich vor’m Frühstück schonmal hochgegangen, so als Einzige und habe mir da den Sonnenaufgang angeguckt. Also, andere gehen schonmal zum Strand zum Laufen. Es ist ja auch alles super nah hier. Marcus: Ja, also wer noch nicht da war, sollte auf jeden Fall mal Sun Desk auschecken. Ich habe es auch so genossen da die Zeit. Wir waren da nach Tarifa glaube ich direkt da, kurz vor der Global und dann waren unsere Akkus auch richtig, richtig voll. Also, da kommt man richtig gut runter, kann produktiv sein und hat nicht viel Ablenkung und es ist einfach convinient ne? Einfach cool, um da so ein Soft Landing in den Digital Nomad Lifestyle zu kriegen. Vera: Ja total. Also, ich bin auch ganz sicher, dass ich nochmal hierher komme. Ich bin jetzt nur zwei Wochen hier, aber ich bin mir sicher, ich komme nächstes Jahr irgendwann nochmal wieder. Marcus: Ja voll geil, weil ohne Scheiß, genau das habe ich auch bei Feli gesagt, als wir dann da waren. Ich glaube, wir waren auch so zwei Wochen oder zweieinhalb oder so und sagte “Ey, irgendwie, ich will gar nicht gehen, aber egal, wir müssen ja jetzt zur Global, aber lass uns doch mal das so im Hinterkopf behalten als Rückzugsort, wenn gar nichts mehr geht und wir irgendwie total gestresst sind und gar nicht mehr weiterkommen. Dann wissen wir, die Magda gibt’s. Marokko gibt’s. Taghazout gibt’s und ab ins Sun Desk.” Vera: Ja genau. Es ist echt cool hier, weil das Dorf ist ja auch echt nicht groß. Also, Du hast nicht so viel, was Du hier machen kannst. Was ja auch ganz cool ist. Also, wenn Du halt mal zwischendrin ne Pause brauchst, klappste den Rechner kurz zu, gehst mal ne Runde irgendwie ins Dorf, trinkst da irgendwie einen schönen Saft oder einen Tee, guckst den Sonnenuntergang an und kannst dann wieder weiterarbeiten. Marcus: Oah, hör auf ey! Ich will wieder los ey! Ich meine, ich jammer ja echt auf hohem Niveau, aber jetzt hier, ich sitze am Küchentisch in der Airbnb Wohnung in Düsseldorf-Flingern und gucke raus und hier regnet’s und es ist grau (lacht) Vera: (lacht) Marcus: Hart! Aber, … egal. Du bist jetzt in Taghazout im Sun Desk unterwegs und Du bist auch digitale Nomadin und verdienst von unterwegs Dein Geld. Ich habe Dich ja vorhin kurz vorgestellt. Du bist unsere virtuelle Assistentin. Vielleicht erklärst Du mal für die Leute, die jetzt nicht 100% wissen, was eine virtuelle Assistentin alles macht, wofür Du beispielsweise jetzt bei uns verantwortlich bist, bei unseren DNX Projekten und was darüber hinaus noch geht. Vera: Also an eine virtuelle Assistentin kann man eigentlich ganz gut alles auslagern, was einem selber zu viel Zeit kostet irgendwie, um sich auf seinen Fokus, auf seine Mainprojekte zu konzentrieren. Das ist je nach Kunde ganz unterschiedlich. Bei euch ist es jetzt ganz viel, ich sag mal, auch Administratives. Was so Buchhaltung angeht, Belege sortieren, Kundenmails bearbeiten. Was ich auch für andere Kunden auch viel mache ist Facebook Communities betreuen oder Webseiten. Und ja… Also, was ich an dem Job auch super gerne mag, ist das es so vielseitig ist. Ich schreibe auch viel, Copywriting ist eben auch dabei. Und ja, macht Spaß! Also es ist abwechslungsreich und ... Marcus: Kann ich mir vorstellen. Und ich glaube, was auch mega wertvoll ist, Du kriegst natürlich auch krasse Insides in die einzelnen Projekte oder wie andere Menschen dann ein Projekt aufziehen, ne Website erstellen, dann das erste Marketing machen, die ersten Kunden kommen, wie die Kommunikation ist. Ich meine, ich kann mir ja vorstellen, dass der Job mega, mega spannend ist. Ich habe ja jetzt nur meine eigenen Projekte, darum machen wir immer mehr, damit wir noch mehr Abwechslung haben, aber ich denke mal, wenn ich nochmal nen zweiten Job oder so brauchen würde, dann vielleicht auch als Assistent oder irgendwo, um gleichzeitig in so viele verschiedene Projekte reinschauen zu können, das geht glaube ich nur als virtueller Assistent ne? Vera: Ja, das ist eben das total coole an dem Job. Also ich sage mal, das der ideale Einstiegsjob für jemanden, der irgendwie so in das ortsunabhängige Arbeiten rein will. Weil Du kannst erstmal mit wirklich ganz kleinen administrativen Sachen auch anfangen und wächst Du einfach Stück für Stück da rein. Also ich habe seitdem… ich mache das jetzt seit etwas über einem Jahr - ich habe so viel gelernt, das ist richtig cool! Also, auch jetzt, wie bei Dir zum Beispiel: Also, ich hatte nie ne Ahnung, wie man irgendwie, ich sage mal, einen Podcast bei Soundcloud hochlädt oder in Wordpress - dadurch dass ich für so viele Kunden auch irgendwie die Sachen … die Blogposts usw. vorbereite -  habe ich echt so viel gelernt und ja, es ist echt ein cooler Job, wo man noch dafür bezahlt wird, dass man was lernt (lacht). Marcus: Ja absolut. So soll es sein! Und wir haben es ja auch selber gesehen, wie Du dann auch quasi mit uns gewachsen bist. Wir haben Dich ja dann auch reingeholt erstmal für die ersten kleineren Testaufgaben, administrative Sachen - wie Du gesagt hast, Buchhaltung und Excel-Tabellen - und mittlerweile testen wir Dich ganz gerne immer weiter aus und challengen Dich da ehrlich gesagt auch immer so ein bisschen und gucken mal bis Du Stopp sagst, aber irgendwie nimmst Du jede Hürde, die da kommt immer wieder mit Leichtigkeit und super schnell und jetzt hast Du uns geholfen beim Business Konzept für unseren Bank Termin in Hongkong. Ähm, das ist glaube ich echt, echt cool, was man da an Lernkurve auch hinlegen kann als virtueller Assistent, wenn man will. Vera: Ja, und man muss halt wollen. Klar, es gibt immer auch mal wieder Momente, die habe ich auch, wo ich denke “Uoa Scheiße, das kann ich ja gar nicht”. Aber eigentlich kannst Du es im vorhinein nicht sagen. Du musst es eben einfach mal ausprobieren. Also, und … es gibt da auch genug Quellen im Internet, wo man dann irgendetwas lernen kann und sich die Skills einfach draufschaffen kann. Wenn man da bock drauf hat, denn geht das auch. Marcus: Ja, und man kann echt sagen, Du bist so unsere Allround-Waffe. Ich glaube Dein Titel ist auch Operations Ninja. Immer wenn wir nicht wissen, wer könnte das jetzt für uns machen, haben wir glücklicherweise Dich als Backup oder Voll Back, bevor dann vielleicht ein Bereich so groß wird, wie beispielsweise der Eventbereich. Da haben wir uns ja dann jemanden reingeholt, die Carla, die dann ein paar Teile dann wieder übernommen hat. Aber solange niemand da ist oder man anfangen will und vielleicht überhaupt erstmal testen will, wie ist es, wenn man jemanden hat, der einem zuarbeitet, dann ist dieses virtuelle Assistentending mega, mega gut. Und wir oder ich ärgere mich ehrlich gesagt auch, dass wir da erst so spät drauf gekommen sind. Also es war schon immer ein Thema, aber ich habe mich auch immer ein bisschen schwer getan mit loslassen zu können und Dinge übergeben, Vertrauen zu schenken an andere und irgendwann war aber der Punkt, ich glaube das ist noch gar nicht so lange her, im Juno oder so, in Tarifa haben wir geskyped, unser Kickoff Call, wo Du dann angefangen hast zu arbeiten. Und seitdem denke ich: Wow wie geil, warum haben wir das nicht vorher gemacht? Vera: Ja gut, das ist natürlich für viele auch oft nochmal irgendwie so ein Hemmnis, sich erstmal zu überwinden. Ganz am Anfang ist es erstmal mehr Arbeit. Also wenn Du Sachen auslagern willst, dann musst Du Dich erstmal selber organisieren. Du musst es natürlich dem- oder derjenigen erklären, dem Assistenten. Musst also wirklich mal Deine Prozesse aufsetzen und das mal durcherklären und am Anfang - das habt ihr ja auch gemerkt - stellt man auch super viele Fragen. Aber dadurch, wenn man darüber erstmal rüber ist, dann läuft’s halt immer besser und dann kannst Du immer mehr auch einfach so auslagern, musst da gar nicht mehr drüber schauen und gewinnst so mehr Zeit für andere Sachen. Marcus: Ja, zumal das ja auch immer ne große Chance ist: Oft hat man die ganzen Prozesse irgendwie für sich selber aufgesetzt. Die sind irgendwo im Kopf. Man weiß, wie es geht, aber sobald Du das dann jemand anderen erklären musst, ist es richtig gut, dass man dann gezwungen ist, das einmal aufzuschreiben. Wir machen das bei uns ja über Trello, über das Project-Management-System und schreiben dann den ganzen Workflow - zum Beispiel jetzt zur Erstellung von einer Podcast Folge. Ich weiß nicht, wieviel Zeichen lang die ganze Trello Karte, aber es ist halt dann einmal verschriftlicht. Und selbst, wenn man das dann mal an jemand anderen übergeben muss, hast Du es endlich mal einmal niedergeschrieben ne? Vera: Genau, das haben wir ja jetzt auch gemerkt, als wir die Carla noch dazugeholt haben mit ein paar Prozessen, die ich schon gemacht habe und an sie übergeben haben, dass das super easy war durch die Trello Karten. Das haben wir einfach ins andere Board rübergeschoben, weil der Prozess halt einmal aufgesetzt war und dann läuft es gleich. Marcus: Ja. Welche Tools verwendest Du denn mit den anderen Kunden oder auch mit uns neben Trello, die Dir als virtuelle Assistentin, die ja nie live mit den Kunden zusammenarbeitet. Sondern Du bist immer an einem anderen Ort, wo wir dann gerade sind oder die anderen Kunden. Welche Tools erleichtern da Dir das Leben als virtuelle Assistentin? Vera: Ich muss sagen, mein ganz klarer Favorit ist Trello. Das funktioniert echt super und wenn ich einen Neukunden habe, der irgendwie noch kein eigenes System hat, dann empfehle ich immer das zu benutzen, weil das einfach super übersichtlich ist und ich weiß nicht, es macht auch einfach Spaß, diese Karten dann hin und her zu schieben. Marcus: Das ist glaube ich so ein bisschen nach dem Canva Prinzip oder so aufgebaut, wo man früher die Post Its hatte und verschiedene Levels oder Stufen dann immer die Tasks dann glaube ich rumschieben konnte. Was würdest Du denn empfehlen? Man kann bei Trello ja verschiedene Spalten anlegen. Was wäre da sinnvoll? Weil ich glaube, viele wissen erstmal gar nicht, wo sie anfangen sollen und dann, obwohl das System eigentlich relativ simpel ist, wenn man einmal eingestiegen ist, ist der Start glaube ich ein bisschen Tricky, um da so eine Struktur reinzugeben. Was würdest Du empfehlen? Vera: Auf jeden Fall verschiedene Boards für verschiedene Themenbereiche anlegen. Also ich sage mal, sowas wie Social Media, Marketing, Webseite, Allgemeines. Und dann in die Spalten eben einteilen: To Do und dann Check und für die jeweilige Person und noch ein Done Board. Alles was erledigt ist reinpackt, aber das bleibt halt ja immernoch da. Ist auch das Gute daran, auch mit der Suchfunktion, dass man alte Sachen immernoch mal wiederfindet. Marcus: Ja und ich glaube, die Done-Spalte ist insofern wichtig: Man kann auch Karten archivieren über Archive und dann habe ich die aber irgendwie nie mehr wiedergefunden, weil man dann über 3, 5 Klicks irgendwie das Archiv dann nochmal suchen musste und dann war alles total messi und war auch nicht mehr auf dem richtigen Board. Also dann ist glaube ich ein richtig guter Tip, den Du gerade gegeben hast und dann kann glaube ich Ongoing auch noch ganz gut sein, oder? Vera: Stimmt Ongoing für so Tasks, die einfach irgendwie jeden Tag oder jede Woche passieren müssen. Die dokumentiert man einfach in dem Ongoing, kann sich dann aber auch noch ein Datum ja noch setzen und die Kalenderfunktion nutzen, dass man dann auch, sage ich mal, jeden Freitag daran denkt, einen bestimmten Task auszuführen. Marcus: Nutzt Du dann die Kalenderfunktion von Trello? Vera: Nicht ganz so. Ich habe für mich selber noch ne Wunderlist, die ich auch unterteilt habe in meine ganzen verschiedenen Kunden und noch in meine eigenen Projekte und da lasse ich mir einfach auch Erinnerungen schicken, weil es für mich ganz cool ist, die dann auch noch per E-Mail kommen und am Rechner aufpoppen. Also, da kann man echt gar nichts mehr vergessen. Marcus: Ja, ich denke mal, gerade als VA im Kundengeschäft, wo Du ja dann auch Verantwortung trägst für wichtige Sachen, die dann beim Kunden passieren, ist es glaube ich das A und O, zuverlässig und reliable zu sein. Und keine Deadlines irgendwie zu verpassen oder zu vergessen ne? Im Gegensatz zu Deinen eigenen Projekten, die man dann wahrscheinlich, ja, im Zweifel immer wieder nach hinten verschiebt und posponed, weil die Kundensachen erstmal wichtiger sind. Vera: Ja das stimmt. Deswegen habe ich auch fast ein Jahr gebraucht, um jetzt mal meine Website fertig zu kriegen (lacht). Weil andere Sachen dann doch immer irgendwie wichtiger waren. Marcus: Aber jetzt ist sie live? Vera: Ja! Ich hab sie endlich live bekommen und mit der Hilfe auch was von euren Tipp, mit Start in WordPress. Die sind echt super auch die Jungs. Also ich verstehe immernoch nicht, wie die immer alles so schnell hinkriegen. Marcus: Ja, der Hammer ne? Vera: Aber das ist echt cool. Marcus: Ja. Vera: Genau, und die Seite ist jetzt endlich live. Es ist so ein bisschen über alles, was ich so mache, über was ich so anbiete und ein bisschen bloggen werde ich aber auch dadrauf. Also, auch über solche Themen, was wir gerade besprochen haben. Wie Zusammenarbeit funktioniert mit einem VA und was für Tools man so nutzen kann. Marcus: mh, und unter welcher URL findet man die Seite? Vera: Verava, also das ist mein Name: Vera und VA. Marcus: Vera für Virtual Assistance Vera: Genau. Marcus: .de, ne? Vera: Ja. Marcus: Aber das verlinken wir auf jeden Fall nochmal in den Shownotes. Ich finde, die Seite ist richtig schön geworden. Vera: Dankeschön! Ich bin auch ganz… Ja, ich habe schon wieder eine Liste mit Sachen, die ich verbessern möchte, aber ich glaube, das ist so normal. Marcus: Echt? Ja, das ist normal. Ich kenne es ja selber, wenn man eigene Seiten hat, hat man immer so eine mega To-Do Liste: Ach, das müsste man, das könnte man… Das coole ist aber, ich jetzt, der Deine Liste nicht kennt und bin gerade auf Deiner Seite, ich denke die ist schon cool. Die ist perfekt. Also, ich wüsste jetzt gerade nicht, was man optimieren muss. Also, es ist ja eigentlich immer nur irgendwie Stress für einen selber, weil man weiß: Oh, ich will unbedingt den Button dadrin haben, der ist immernoch nicht da. Vera: (grinst) Genau. Ja aber das ist eben echt auch cool, mit denen da von Start in Wordpress. Also muss ich echt nochmal sagen. Egal was für eine Idee man hat. Wenn man sagt “Ey, ich find das jetzt irgendwie total cool, wenn da - ich weiß nicht - ein rotierender Globus ist, auf den ich klicken kann, dann fragt man die das und schon finden die irgendwie ne App oder ein Plugin und empfehlen einem das. Also die sind echt super drauf. Marcus: Das finde ich gut, dass die auch konzeptionell mitarbeiten und nicht sagen: “Ey, Du musst mir genau sagen, ich führe jetzt stumpf irgendeine technische Anweisung aus. ich baue einen Facebook Button da ein, aber darüber hinaus müsst ihr selber sehen wie ihr klarkommt.” ne? Das finde ich echt auch gut, diesen Servicegedanken, den die da jeden Tag leben und super schnell sind die. Ich frage mich auch, wie die das machen. Vera: Ja, das ist echt krass. Marcus: Ich habe ja früher auch selber ziemlich lange an unseren Seiten gebastelt und geschraubt und alles alleine gemacht und kann ja einschätzen, wie lange so allein ne kleine Änderung dauert. Und wenn Du die dann in das Ticketsystem legst, was ich übrigens auch ziemlich cool finde bei Start in Wordpress, dass man genau sehen kann: welche Sachen sind gerade offen? Auf welchem Status sind die? und Du kannst es dann auch noch mit Prioritäten versehen. Ähm, ja… meistens sind die ruckzuck abgearbeitet. Vera: Ja. Nee, das Ticketsystem ist auch ganz cool. Durch meine Kunden, ich muss mich da auch ein bisschen anpassen, an jedem, welches System wer benutzt. Ich muss sagen, Trello ist da mein Favorit. Ich benutze aber auch mit anderen Kunden Basecamp, Asana gibt es noch, dann … was haben wir denn noch? - Redmine. Marcus: Mh, das habe ich noch nie gehört. Ja. Vera: Ja, das ist… da kann man auch gleich Dateien hochladen. Aber ich muss echt sagen, von allen ist wirklich Trello das, was auch wirklich am übersichtlichsten ist. Also, gerade bei Asana muss ich komischerweise immer wieder feststellen, dass die To Do’s da irgendwann so im Nirwana verschwinden und einfach drin liegen bleiben. Ich glaube, es ist einfach nicht so übersichtlich. Marcus: Ja, ich habe keine anderen getestet und bin direkt mit Trello gestartet, weil ich das von so vielen empfohlen bekommen habe. Und gut zu hören von Dir jetzt nochmal, die auch die anderen Systeme kennt, dass das wohl im Moment State of the Art ist und das geilste daran ist, es ist komplett kostenlos ne? Vera: Ja, das ist echt cool. Ja was es noch gibt, ein ganz cooles Tool, ist CoSchedule. Das benutze ich mit einem Kunden, wo ich eben viele WordPress-Einträge mache und das ist dann ein Kalendersystem. So wie so ein Redaktionskalender. Da drin planst Du dann gleich die Beiträge für ne WordPress-Seite, kannst die dann da drin schreiben und vorplanen und nen Redakteur zuweisen. Und das ist dann mit WordPress verknüpft und dann kannst Du dann gleich den Beitrag schreiben. Also für den speziellen Zweck ist das ganz cool.   Marcus: Ja, man muss halt immer gucken: Was ist der Anwendungsfall. Wir haben ja, so wie Du, neben Trello auch noch die Wunderlist laufen und die hat dann den Vorteil gegenüber Trello, dass man da besser terminieren kann finde ich. So, dass Du dann irgendwie eine Übersicht hast: Was steht heute an, morgen an? Und kannst diese einzelnen Tasks besser verschieben, abhaken. Zumal wenn ich mit Feli arbeite, dann immer ziemlich viel administrative oder Entscheidungen anstehen, die dann wichtig sind und das kannst Du dann irgendwie in der Wunderlist schneller und agiler abarbeiten, finde ich. Aber da muss jeder für sich selber glaube ich, ein System finden, ne? Vera: Ja, ich habe auch lange geschaut. Auf die Wunderlist bin ich tatsächlich eher durch euch auch gekommen, weil ich dann gehört habe, ihr benutzt die. Und das funktioniert für mich aber auch wirklich gut. Also, gerade für so Tasks eben, wo ich wirklich irgendwie jeden Freitag um 8.00 Uhr dran denken muss. Marcus: Ja, genau. Vera: Und da macht’s auch wieder Spaß, das ist auch wieder das gleiche Prinzip glaube ich. Dieses abhaken, was dann ein schönes Geräusch macht. Marcus: Jaaa, das ist so krass, was das psychologisch auslöst. Dieses Gratification System oder Bonification. Dass man irgendwas, wie bei so Computerspielen, wenn dann “brrrrimbedim” Giana Sisters das nächste Level erreicht und dann gibt es noch einen geilen visuellen Effekt, dass Du dann Diamanten gewonnen hast oder so. Vera: (lacht) Genau. Marcus:(lacht) Das funktioniert bei mir genau so gut mit To Do’s und mit den Tasklisten, scheinbar bei Dir auch, oder? Vera: Ja, das funktioniert bei mir auch. Deswegen mag ich eben auch Trello so gerne, weil irgendwie, ich schiebe echt gerne diese Karten hin und her. Ja, klappt gut. (grinst) Marcus: Ich hatte eben gesagt: Wir haben ziemlich lange gebraucht, bis wir überhaupt unser Team aufgebaut haben und die ersten Leute reingeholt haben. Du warst glaube ich, mehr oder weniger neben der Grafikerin, neben der Saskia, mit der wir schon lange zusammenarbeiten, unsere erste virtuelle Mitarbeiterin und danach ist es ja ziemlich schnell gewachsen, unser virtuelles Team. Was würdest Du sagen, oder kann man generell ne Empfehlung geben oder irgendwelche Indizien benennen, woran man merkt: So, jetzt ist es Zeit. Ich brauche jemanden, der mir hilft. Weil ich glaube bei ganz vielen, was ich leider sehe, die haben ne falsche Einstellung, gerade auch am Anfang, gerade auch zum digitalen Nomaden Lifestyle oder ihr eigenes Business aufzubauen. Die reden mit mir, sind da für DNX, haben noch keinen eigenen Blog und sagen: “Ja, aber schreiben ist ja langweilig und das will ich outsourcen und Social Media will ich outsourcen, SEO will ich outsourcen.” Und dann frage ich den: “Was willst Du dann noch selber machen?” Also auf der einen Seite ist es glaube ich richtig wichtig und gut, die Sachen mindestens einmal oder für eine gewisse Zeit selber gemacht zu haben und dann aber auch den Punkt zu erkennen “Okay, jetzt brauche ich Hilfe”. Vera: Ja, also das würde ich auch sagen, dass es tatsächlich wichtig ist, alles wirklich auch mal selber gemacht zu haben. Auch um den Prozess optimal übergeben zu können, muss man einfach auch selber, wie der läuft. Also ich hab’s ja mittlerweile auch schon ein bisschen angefangen, dass ich Sachen outsource an andere virtuelle Assistenten, weil ich zum Teil wirklich so einen Workload habe, dass ich da nicht mehr hinterherkomme. Das mache ich aber auch nur mit Sachen, die ich selber schon eine ganze Weile gemacht habe, wo ich genau weiß, wie die laufen, was man beachten muss, um das auch wirklich optimal übergeben zu können. Marcus: Das ist ja jetzt auch wieder ein ganz gutes Beispiel. Du hast jetzt auch irgendwann gemerkt. Da ist einfach zu viel Workload, Du bist mehr mit dem Abarbeiten beschäftigt, als vielleicht sogar Deine eigenen Projekte fallen eh hinten runter und dann sind die Kunden vielleicht sauer. Also spätestens dann sollte man glaube ich das Team erweitern und was könnte so ein Trigger für jemanden sein, der jetzt nur eigene Projekte hat und an seinem Business arbeitet und schraubt? Vera: Ich würde auch einfach mal beobachten, woran Du - sage ich mal - viel zu viel Zeit sitzt, weil’s Dich einfach soviel kostet, Dich dazu zu überwinden. Jeder hat ja irgendwie Aufgaben, die er nicht so gerne mag. Also, ich sage mal, einige schreiben viele Artikel irgendwie runter, weil sie super gerne schreiben. Und dann werden die Artikel aber nie veröffentlicht, weil es die Leute dann total viel Zeit kostet, das ins Blog einzustellen, die Fotos dazu zu packen, die Stichworte dazu zu stecken. Das ist ja auch nochmal locker ne Stunde, die da drauf geht. Und da scheitert’s dann auch bei vielen, die sagen “Oh nee, da habe ich jetzt keinen Bock drauf.” Und dann bleiben die gut geschriebenen Artikel ewig liegen. Also, wenn man so was merkt, dass man auch irgendwie irgendeine Aufgabe immer wieder aufschiebt, dann sollte man sich vielleicht überlegen, ob die nicht einfach jemand anderes übernehmen kann. Marcus: Mh, und wie war das bei Dir? Du hast ja erst glaube ich auch in einer Anstellung als virtuelle Assistentin gearbeitet, hast Dich dann mehr oder weniger nebenbei selbstständig gemacht. Jetzt machst Du es glaube ich komplett selbstständig. Jetzt baust Du ein Team auf. Also Du durchläufst gerade auch diese ganzen Stufen von diesem Unternehmertum glaube ich. Wie fühlt sich das für Dich an? Oder hattest Du vorher nen Plan, oder hast Du einfach Step by Step weitergemacht und geguckt was passiert? Vera: Nee, also ich hatte überhaupt keinen Plan. Ich muss fast sagen, ich bin ja in dieses ganze Nomadentum usw. echt reingerutscht. Ähm angefangen habe ich mit dem Job eigentlich nur, weil ich nen Job gesucht habe, den ich auch von Teneriffa aus machen kann. Also da bin ich ja vor zwei Jahren von Deutschland aus hingegangen und habe dann... Marcus: Okay, Komplett? Heißt: Du hast Dich auch in Deutschland abgemeldet? Vera: Nee. Also ich war noch gemeldet. Eigentlich wollte ich nur für ein halbes Jahr mal hin, so ne Auszeit machen. Aber nach dem halben Jahr hatte ich dann irgendwie keinen bock mehr zurückzugehen. Und, ähm ja, da ist es halt schwierig Jobs zu finden und dann habe ich einfach mal nach irgendwie Online Jobs gesucht, die vielleicht auch so ein bisschen aus meiner Richtung... ich habe ja ursprünglich Marketingkommunikation studiert. Und ja, in der Richtung gibt’s halt auf Teneriffa überhaupt keine Jobs. Das kannste voll vergessen. Und auf irgendwie Callcenter arbeiten oder so hatte ich gar keine Lust. Marcus: Ja, ich glaube, das ist so der Klassiker dann auf kleinen Inseln ne? Vera: Genau. Da gibt’s halt nen Haufen, weil es da ja auch so ne spezielle Steuerzone gibt für Unternehmen. Also da gibt es echt viele deutsche Callcenter und solche Sachen. Und nee, also, das habe ich mir auch gedacht. Dafür bist Du jetzt auch nicht irgendwie auf ne Insel gegangen, damit Du dann den ganzen Tag in so einem dunklen Callcenter sitzt. Dann habe ich halt nach Online Jobs gesucht und bin da eben auf so ein Angebot gestoßen für virtuelle Assistentin. Und hab halt erstmal gedacht “Ja cool, das kannste ja von zu Hause machen. Da kannste einfach hier bleiben”. Und ja, dann kam nach und nach dann auch so durch euch und durch die Conni so die Erkenntnis “Ja geil! Das kannste ja nicht nur von da machen. Das kannste ja von überall machen”. (grinst) Und ja, jetzt entwickelt sich das echt total cool, auch durch die Kontakte, muss ich echt sagen, die ich auf der DNX geknüpft habe, immer mehr. Dass ich da auch so meine eigenen Sachen starte. Marcus: Ja, saugeil. Und ich glaube, Du bist auch ein gutes Beispiel für, wenn man gut ist in dem, was man tut, dann wird man automatisch weiterempfohlen. Und es gibt nichts besseres als eine authentische, ehrliche Weiterempfehlung von jemandem, dem die Leute vertrauen. Wir haben Dich ehrlich gesagt jetzt auch schon ziemlich oft als Virtuelle Assistentin weiterempfohlen, weil wir so zufrieden sind mit dem, was Du tust. Und davor steht halt dann die tägliche harte Arbeit, aber es ist am Ende des Tages zahlt sich das immer aus. Vera: Ja klar. Und gerade in dem Job ist es ja auch wirklich Vertrauenssache. Also es gibt ja viele Sachen, die man an nen virtuellen Assistenten abgibt. Das sind halt wirklich vertrauenswürdige Sachen. Du gibst Deine ganzen Zugänge ab zu allem möglichen, zum ich sage mal jetzt Mailchimp und zur WordPress Seite und vielleicht sogar zur Bank. Und dann musst Du halt der Person auch echt vertrauen. Marcus: Ja genau, da ist erstmal ne Empfehlung Gold wert und dann würde ich vielleicht auch peu á peu vorgehen und dann die ersten Zugänge vielleicht sharen, so wie wir es gemacht haben. Und letztendlich hast Du jetzt auch ne Bankvollmacht und hilfst uns da beim Accounting und bei den Überweisungen. Vera: Genau, und das muss man eben Stück für Stück aufbauen auch, ja. Marcus: Und Du bist jetzt an dem Punkt, dass Du sagst “Ich brauche ein Team, ich brauche Unterstützung” und stellst dann mehr oder weniger Leute für Dich an, die dann Jobs übernehmen, ne? Vera: Ja genau, also ich habe mittlerweile eben auch ein paar, die mich auch schon gefragt haben “wie bist Du denn an Jobs gekommen” usw. und “ich will damit auch gerne anfangen”. Und da habe ich jetzt schon so zwei, drei mit denen ich zusammenarbeite und ein paar Sachen auslagere, wenn ich auch einfach nicht mehr dazu komme oder wenn ich mich auch gerne auf andere Sachen fokussieren möchte. Marcus: Klar, irgendwann kommt man dann an den Punkt, wo man dann ready ist und ja, die Möglichkeit hat, dann auch Sachen auszulagern, die einem selber vielleicht gar nicht mehr so viel Spaß machen, aber für jemand anderen cool sind für den Einstieg, ne? Vera: Genau und so mache ich das jetzt auch. Also ich versuche so die Sachen zu behalten, die mir total viel Spaß machen oder die ich auch einfach nicht auslagern kann, weil sie halt echt Vertrauenssachen sind. Und bei anderen Sachen versuche ich eben dann auch andere da mit ins Boot zu holen. Marcus: Mh, ja, wichtig ist glaube ich, dass die Leute verstehen, dass ne virtuelle Assistenz - ich hatte mir das früher ganz am Anfang auch so vorgestellt: Okay, das ist sowas wie ne Sekretärin im analogen Leben. Die macht dann die… irgendwelche Kalenderverwaltungen oder Termine und das war’s dann und kocht vielleicht noch ein bisschen Kaffee. Das fällt dann weg, wenn man digital unterwegs ist. Dass da viel mehr hintersteckt. Also Dich setzt man, wie gesagt, ein, um irgendwelchen konzeptionellen Sachen zu schreiben. Du machst bei uns Mailchimp, Du bereitest Newsletter vor, Du machst das Accounting, Du machst Buchhaltung, Du machst Social Media, bevor wir da jetzt jemanden hatten. Also das kann viel mehr sein ne? Es kann eigentlich alles sein. Vera: Ja klar. Das kann auch Vertrieb sein. Also auch Angebote erstellen, Rechnungen schreiben. Du kannst auch, wenn es gut dokumentiert ist, Deine gesamte Kundenkorrespondenz irgendwie auch auslagern. Da benutzen wir ja zum Beispiel auch Help Scout, was ja für solche Sachen super funktioniert. Marcus: Genau, das ist cool oder? Vera: Ja, das ist echt klasse. Also gerade bei so vielen Mail Accounts ist das wirklich klasse, wie man es auch hin- und herschieben kann und ne Übersicht behält. Marcus: Ja, also Help Scout ist so ein Ticket Help Service System, wie zum Beispiel auch Zendesk oder so. Da gibt es glaube ich ein paar andere auf dem Markt. Und Help Scout wurde mir … ich glaube Sebastian Canaves sogar empfohlen, der auch immer sehr versiert ist, was so Tools und Technik angeht und er hat dann herausgefunden, dass es die einzigen sind, wo Du dann quasi über das System in dem Backend antworten kannst, was dann aber wirklich 100% noch wie eine E-Mail aussieht. Und das fand ich echt sympathisch, weil ich finde es manchmal unangenehm: Du schreibst an irgendeine info- oder service@-Adresse, willst was wissen und kriegst dann erstmal ne Ticket Nummer, was Du tracken kannst und so und dann fühlst Du Dich eigentlich nur wie diese Ticket Nummer, die Du da mit automatisierter E-Mail zurückkriegst. Vera: Nee, da ist Help Scout schon besser. Vor allem auch, weil man es von verschiedenen Mail Accounts schicken kann und untereinander hin- und herschieben, sich austauschen, mal ne Notiz reinschreiben, wenn man jetzt nicht weiß, was man antworten soll, kann man schnell nen anderen Teammember fragen. Das funktioniert echt gut. Marcus: Okay und als Du dann vor - wann war das? - vor zwei Jahren auf Teneriffa die ersten VA Jobs übernommen hast, war das vor zwei Jahren? Vera: Vor nem Jahr. Also ich bin vor zwei Jahren hin, hab dann erstmal was ganz anderes gemacht. Sechs Monate Praktikum in ner Sprachschule (grinst) Auch um halt spanisch zu lernen. Marcus: Kannst Du jetzt perfekt spanisch? Vera: Perfekt würde ich nicht sagen. Also ja klar, ich habe halt jetzt auch zwei Jahre da gewohnt und auch in ner Stadt, wo fast keine Touris oder Expats sind, sondern vor allem Locals und ja, da ist man auch einfach gezwungen zu sprechen. Also ja, ich verstehe alles und ich kann mich fließend unterhalten, perfekt ist es aber sicherlich nicht. (grinst) Marcus: Ja. Und wie war das dann, als Du dann in diese VA Geschichte eingestiegen bist und parallel bist Du dann auf dem Lifestyle der digitalen Nomaden aufmerksam geworden oder wie kam da eins zum anderen? Und wie bist Du dahingekommen, wo Du jetzt stehst. Ich meine, das ist ja eigentlich nichts, wenn man mal überlegt, vor einem Jahr hast Du die ersten Jobs übernommen als VA, dann noch für eine andere Firma und jetzt bist Du im Sun Desk und arbeitest quasi von überall für echt spannende Kunden und Menschen. Wie kam das alles zusammen? Vera: Ja das ist echt krass. Ich hab’s mir erst gestern wieder gedacht, als wir hier Mittags, nen kurzen Mittagsausflug zum Markt gemacht haben. Wir haben dann hinterher noch so nen geilen Avocadosmoothie getrunken und ich habe echt gedacht: Krass, vor nem Jahr hätte ich das nicht gedacht, dass ich jetzt hier in meiner Mittagspause mal eben in Marokko auf nem Markt sitze und so nen Avocadosmoothie trinke und danach einfach mal wieder arbeite. Also es ist echt super cool. Marcus: Aber so geht es glaube ich gerade vielen bei uns in der Szene. Ich meine, irgendwie sind wir alle so krass durch die Decke geschossen und im Windschatten schießen die Leute dann auch noch alle rechts und links neben einem hoch und irgendwie macht’s total Spaß im Moment. Was war denn dann der erste Trigger? Du hast den Blog von Conni entdeckt oder hast Dich dann entschieden zur DNX zu kommen? Hast dann irgendwann für uns gearbeitet… Vera: Genau, ich habe den Blog von der Conni entdeckt, dann auch vom Sebastian und habe dann gesehen, dass die ja zur DNX kommen im Mai. Und da habe ich mir gedacht “Ah ja gut, dann guckste Dir das mal live an”. Und ja, ich erinnere mich da noch dran. Ich war da echt noch voll schüchtern, kannte gar keinen und habe dann irgendwie gedacht “Okay, mal gucken, was die da alle machen”. Ich fand das dann voll krass, das zu hören, wie sie sich unterhalten haben. So “Ja, und dann fliege ich jetzt nach Thailand und dann sehen wir uns demnächst in Tarifa” und ich habe da echt nur große Augen gemacht und habe gedacht “Boah, das ist ja total cool.” Marcus: Mh, aber ich glaube es ist wichtig zu sehen, dass das auch Realität ist. Dass das nicht irgendwelche Träumereien auf dem Blog sind, sondern man trifft dann die Leute und merkt dann: Ey, das funktioniert ja wirklich. Die fliegen ja echt nach Tarifa und machen die ganzen Projekte, die sie erzählen. Ich glaube, das motiviert auch dann andere zu sehen, die genauso viel Feuer gefangen haben, vielleicht auf dem gleichen Level sind und dann sich gegenseitig motivieren, dass das auch funktioniert, ne? Vera: Genau, das ist eben total wichtig. Also, dass man sich auch wirklich vernetzt und ne Community hat und sich unterstützt. Das hat mir am Anfang auch ziemlich gefehlt, muss ich sagen. Gerade in meinem Job, ich meine, Du sitzt halt eigentlich den ganzen Tag nur alleine vor’m Rechner. Dann kriegst Du Deine Aufträge, hast aber trotzdem irgendwie ja nicht wirklich irgendwen, den Du fragen kannst. Und wenn Du da auch mal Probleme usw. hast und auch, das hat ja schon so angefangen: Wo finde ich denn eigentlich Jobs? Und wo finde ich neue Auftraggeber? Und was kann ich dann eigentlich berechnen? Oder alles mögliche. Und das ist auch ein Grund, das ist jetzt auch noch ein Projekt, an dem ich zusammen mit dem Johannes Völkner arbeite. Was viele nicht wissen: Er hat ja auch als virtueller Assistent mal angefangen. Und ... Marcus: Ja, ich glaube, er hat auch mal einen Guestpost für Tim Ferris geschrieben zu dem Thema. Das ist ganz witzig. Vera: Genau, und wir haben jetzt eben - also er hatte die Seite eh schon, wir haben die jetzt noch mal so ein bisschen aufgefrischt die Seite: fernarbeit.net Und das ist jetzt halt so ein Jobportal für virtuelle Assistenten, wo echt jetzt auch schon ganz coole Jobangebote drinstehen und die Assistenten können sich eben bewerben. Erstmal bei uns, wir gucken das dann an. Und wir wollen das noch so ein bisschen weiter ausbauen zu ner Community, dass eben wirklich die VA’s da nen Platz haben, wo sie sich austauschen können. Genau, da sind wir gerade so im Aufbau, aber wer Bock hat, kann sich das halt schonmal angucken und sich auch schon mal bewerben. Marcus: Ich stelle mir das gerade vor, die ganzen VA’s, die für die spannendsten Projekte auf der ganzen Welt arbeiten, was das für’n Wissen dann ist in dieser Community ne? Vera: Genau. Und auch eben tatsächlich so wie ich es ja jetzt auch schon mache. Also viele lachen, wenn ich sage irgendwie “Ich suche mir als VA ne VA”, aber viele haben sicherlich auch ab und zu wirklich mal auch so Hochphasen an Arbeit, wo man es an andere auslagern kann. Das gebe ich dann auch lieber an jemanden, den ich irgendwie schon kenne vielleicht aus ner Community und ja, so kann man sich dann auch gegenseitig wirklich so unterstützen und ich glaube, das wird ganz cool.   Marcus: Ja, da bin ich mir sicher und ich glaube, das ist bei vielen auch noch gar nicht angekommen, wie viel einem eine virtuelle Assistenz das Leben oder gerade auch Wachstum beim Business erleichtern kann. Vera: Ja, auch gerade weil Du Dich auf andere Sachen fokussieren kannst. Also ich sage mal jetzt, für Dich jetzt auch irgendwie, den Podcast aufnehmen ist total cool. Das ist auch das, was Dir Spaß macht, aber dann hinterher nochmal irgendwie ne Stunde das Transkript lesen und das auf die Website stellen, das ist halt was, was Du super abgeben kannst. Marcus: Ja, ich habe mich da vorher reingefuchst in dieses Podcast-Thema und ja 99% der Podcasts die gescheitert sind, sind daran gescheitert, nicht dass sie keinen Spaß mehr am Aufnehmen hatten, sondern dass sie dann mit dieser ganzen Administration dann irgendwann überfordert waren und das dann hinten runtergefallen ist. Und ja, dahinter hängt ja ein riesen Apparat, den Du dann glücklicherweise koordinierst. Aber Du bist ja nicht die einzige, die dann losrennt, wenn jetzt gleich die Aufnahme fertig ist mit uns beiden. Das kann man dann ja vielleicht nochmal kurz erklären, was dann passiert. Ich glaube, da haben mich in letzter Zeit auch ein paar Leute nach gefragt. Vera: Ich glaube, das ist auch von den ganzen Tasks, die wir so haben der echt jetzt am coolsten schon so durchkoordiniert ist. Also, wir haben ja diese Trello Karte, wo das alles dokumentiert ist und ja jetzt in dem Beispiel, wenn jetzt die Aufnahme fertig ist, dann packst Du die in die Dropbox. Marcus: Die wird sogar automatisch… ist das verknüpft mit Call Recorder. Also ich habe ein Tool, was dann hier über Skype aufnimmt und da ist dann der Dropbox Ordner hinterlegt, genau. Vera: Ja, dann gebe ich eben dem Gordon Bescheid, der ja auch schon ein Podcast mit Dir gemacht hat. Der schneidet dann das mit dem Intro und dem Outro zusammen, guckt nochmal, dass der ganze Ton passt und macht da eben die finale Datei zu. Der gibt mir dann wieder Bescheid, wenn er damit fertig ist. Dann geb ich die finale Datei weiter, gebe die über die Dropbox frei an die Jessica, die dann das Transkript macht. Die mir das dann als Google Doc freigibt, wenn sie fertig ist. Das ist echt … (lacht) Marcus: Das ist echt ein krasser Workflow. Vera: Ja, Du hast derweilen schon im WordPress den Beitrag angelegt, mit schonmal ein paar Shownotes, die ich vielleicht nicht wissen kann und den Beitrag leg ich dann noch komplett an mit den Shownotes, mit den Learnings, mit den Bildern, die dann auch in der Dropbox liegen. Marcus: … dem Text abgeschrieben von der Folge. Vera: Und genau. Und dann macht uns die Saskia noch das Bild für die Facebook-Seite. Marcus: Stimmt. Vera: Stimmt, die ist dann auch noch beteiligt (lacht) Marcus: (lacht) Genau, dann wird er gescheduled. Mittlerweile bin ich ja wieder auf einmal die Woche gegangen. Vera: Ja, ich glaube, das ist auch ganz gut. Also, einmal die Woche ist schon ganz gut glaube ich (lacht) Marcus: Ja, ich wollte halt erstmal Präsent sein und zeigen so “Ey, hier bin ich! Ich geh nicht mehr weg.” LIFE HACKZ gibt’s jetzt zweimal die Woche und so einen krassen Buzz erzeugen. Das hat glaube ich ganz gut funktioniert. Aber jetzt ist auch für mich, also viel zu herausfordernd. Gerade zum Beispiel, wenn wir jetzt zwei Wochen oder ich glaube zehn Tage oder so auf die Cruise gehen, wo wir überhaupt kein Internet haben. Dann in Jericoacoara ist auch nicht mega schnelles Internet und da dann jede Woche - ich muss ja auch selber die Folgen aufnehmen plus diese ganze Produktion - das wäre glaube ich echt tough geworden ne? Vera: Ja, ich glaube einmal die Woche reicht auch, ist ganz gut vom Rhythmus her und gibt ja mittlerweile genug alte Folgen, die man sich dann noch anhören kann. Marcus: Ja genau. Das ist sehr cool. Ich glaube viele haben es nicht geschafft immer alle Folgen mitzukriegen. Dann können die das mal aufholen, aber genau. Dann wird das gescheduled auf mittlerweile jeden Freitagmorgen und dahinter hängt dann ein Feed über Soundcloud, wo dann iTunes quasi einen kleinen Push kriegt, dass ne neue Folge da ist und das geht eigentlich auch richtig schnell, dass es dann bei iTunes auftaucht. Und ja, diese ganze Soundcloud Geschichte übernimmst Du ja auch ne? Vera: Stimmt, genau. Doch ganz viel. Das es echt so ein...Wir mussten jetzt mal gucken, wie lang dieser Task eigentlich ist da in Trello (lacht) Marcus: Mh, das ist die längste Karte auf jeden Fall. Und kurz zur Info: Soundcloud ist ein Mediahoster. Kennen viele von euch und so eine mp3 Datei für den Podcast sollte man nicht auf den eigenen Server legen, weil der auch immer mal wieder ausfallen kann und da sollte man auf jeden Fall irgendwie nen Mediaserver nehmen. Ich glaube Lip Sync ist noch ne Alternative. Soundcloud fand ich noch ein bisschen moderner und frischer. Gerade auch weil man dann das Snip mit einbauen kann in Wordpress und darüber dann den Player laufen lassen kann. Ja, soviel zu dem Podcast Workflow. Wielange bleibst Du jetzt noch in Taghazout? Was sind danach Deine nächsten Pläne? Vera: Ich bleibe jetzt zwei Wochen hier, dann fahre ich nochmal zurück nach Teneriffa, weil, also ich habe ja jetzt zwei Jahre da gewohnt und habe auch richtig ne feste Wohnung gehabt und nen Haufen Zeug angesammelt und alles mögliche. Und ja, muss jetzt dann die Wohnung… ich habe die gekündigt letztens. Marcus: Krass! Also Du machst Dich jetzt komplett auch ortsunabhängig? (grinst) Vera: (grinst) Ja erstmal schon. Also ich bin mir zwar sicher, dass ich irgendwann nach Teneriffa wieder zurückkomme, weil es ist ziemlich cool da. Also, kann ich auch allen mal empfehlen, die da auch mal als Nomade auch hin wollen. Ich weiß gar nicht, warum da nur da Gran Canaria so groß beworben wird. Also, weil Teneriffa ist schon echt super cool. Marcus: Da gibt’s auch nen Coliving und Coworking Space ne? Vera: Genau, das SEOintheSUN in Puerto de la Cruz. Das ist jetzt nicht da, wo ich wohne, aber ich bin jetzt trotzdem in letzter Zeit immer öfter hingefahren, obwohl ich da irgendwie ne halbe Stunde mit dem Bus von mir aus fahren muss, aber es war es mir trotzdem wert, weil es ist super cool da und super schnelles Internet und ein nettes Café dabei. Coole Leute. Der Frank, der das macht, ist auch super motiviert und ja, ist voll der Fan auch von der ganzen Nomadenszene und lädt auch im Moment immer Leute ein. Marcus: Auf jeden Fall ein cooler Typ. Vera: Ja super cool und also wenn man da in dem Coworking ist, kann man auch total viel unternehmen. Was ich jetzt auch schon ein paar mal ihm mitgemacht habe, also auf Teneriffa kannst Du eh so viel machen. Du kannst Surfen, Du kannst in die Berge fahren. Es gibt da den Teide. Das ist irgendwie der höchst Berg Spaniens. Also das ist der Vulkan, da kannst Du dann rauf. Im Winter liegt da sogar Schnee. Ja, ist echt cool dort. Und vom Leben her auch super günstig. Und eigentlich kannst Du auch das ganze Jahr über an den Strand gehen. Also kälter als 20 Grad wird’s eigentlich selten. Marcus: Okay, sollte jeder mal auschecken. Du brichst jetzt trotzdem Deine Zelte da ab? Vera: Deswegen habe ich jetzt auch so gefroren, weil ich es gar nicht mehr gewohnt bin, irgendwie weniger als 20 Grad zu haben. Marcus: Ja, wir auch nicht. Also Oktober geht echt nicht mehr klar und es wird wahrscheinlich nächstes Jahr auch keine deutsche DNX im Oktober mehr geben. Es ist einfach zu kalt. (Beide lachen) Genau, und Du hast gerade gesagt, Du brichst Deine Zelte in Teneriffa ab, musst nochmal zurück und dann? Vera: Dann habe ich jetzt erstmal nur ein One-Way-Flug nach Bangkok, will dann aber weiter nach Chiang Mai und ja… Da bleibe ich erstmal einen Monat und habe gedacht, eventuell danach nach Bali. Marcus: (lacht) Wenn das jetzt andere hören ne? Die denken immer, das ist zu krass, aber... Vera: Ja, ich find’s toll. Ich habe das auch schon mit ein paar Leuten, die ich schon kenne, dass man sich jetzt echt verabredet, so “Hey, dann sehen wir uns am 11. November in Chiang Mai auf’n Bier”. Und das klingt so völlig normal und noch vor nem Jahr habe ich irgendwie gedacht: Ey super krass. Aber jetzt ist es irgendwie so, ja. Und das ist auch das coole dran finde ich gerade. Also gerade auch mit der DNX Community und dass es jetzt eben so wächst, dass Du, wenn Du zu solchen - ich sage mal auch - Hotspots fährst, wo viele Nomaden sind, dass Du eigentlich immer irgendjemanden triffst, den Du auch schon kennst. Also so wie jetzt hier, ich wusste das gar nicht. Ich bin hier ins Sun Desk gefahren und jetzt ist hier halt der Thomas schon hier, den ich ja auch auf der DNX mal getroffen habe. Marcus: Vom IdeaCamp ne? Der hat auch nen Talk gemacht, genau. Vera: Und das ist halt total lustig. Also… Man kommt da irgendwie am anderen Ende der Welt an und triffst einfach schonmal wen. Marcus: Ja, da hat sich nämlich meine Perspektive jetzt auch verändert. Vor drei Jahren, als wir angefangen haben, war das noch nicht so. Und man war echt allein unterwegs und ich bin so happy, dass wir uns hatten und ich mit Feli dann getravelt bin und Business gemacht habe. Und da war dann immer die Frage so “Ja, wielange willst Du das denn noch machen? Und wirst Du irgendwann sesshaft”. Und da war eigentlich noch meine Einstellung: Wir machen das jetzt solange uns das gefällt und irgendwann werden wir wieder sesshafter und bauen uns wieder einen Freundeskreis auf und irgendwie noch festere Bindungen. Aber seitdem ist soviel passiert und wir haben so viele Leute erreicht mit der DNX, die jetzt auch diesen Lifestyle leben, und es gibt immer mehr Plattformen, wo man sich vernetzen kann, dass ich jetzt gerade überhaupt keine Notwendigkeit sehe davon abzulassen. Im Gegenteil: Jetzt fängt’s gerade erst an Spaß zu machen, weil man genau weiß - wie Du schon sagtest - wir fliegen jetzt nächste Woche nach Hongkong. Da treffen wir jetzt zwei Leute, die zufällig auch gerade da sind. Zum Beispiel Sebastian und Line glaube ich. Und dann nach Bangkok. Da seid ihr alle und spätestens in Chiang Mai triffst Du dann wieder einen Haufen Nomaden. Und ja. Die Freunde sind auch überall verteilt und irgendwo trifft man immer irgendjemanden. Vera: Ja ich habe auch gemerkt, auch aus der DNX jetzt wieder im Oktober auch so die Abschiede sind gar nicht… man könnte ja meinen, sie sind jetzt irgendwie voll traurig, weil man sich nur irgendwie dann mal für zwei, drei Tage in Berlin sieht, aber es ist gar nicht, weil Du weißt einfach irgendwie früher oder später irgendwo auf der Welt siehst Du die Leute wieder. Und das macht richtig Spaß. Marcus: Ja, die sind nicht weg, die sind einfach nur woanders. Und meistens sind die dann da, wo Du dann irgendwann früher oder später auch aufschlägst. Sei es jetzt Chiang Mai, Bali, Bangkok. Diese Hotspots, da gibt’s eigentlich fast ne Nomadengarantie ne? Vera: (grinst) Genau. Oder ihr jetzt dann auf der Cruise. Da habt ihr ja zehn Tage irgendwie auch nen ganzen Haufen versammelt. Marcus: Ja genau, da haben wir richtig viele Leute noch erreicht, dann über unsere Social Media Reichweite, was cool ist und das sind glaube ich über 100 Leute, die da am Start sind. Und darauf freuen wir uns jetzt auch schon richtig. Aber ich kann auch verstehen, wenn andere uns dann reden hören und vielleicht das erste Mal auf der DNX sind die ersten zehn Minuten da irgendwo sitzen im Betahaus und nebenan am Tisch “Ja, wir sehen uns dann nächste Woche in Bangkok, und Dich sehe ich dann auf der Cruise und wir beide nehmen in Bali ein Haus zusammen”, dass die denken: Was sind das denn für Spinner? Was geht’n da ab? (beide lachen) Vera: Ja wie gesagt, das habe ich im Mai auch noch gedacht und jetzt mache ich’s selber. (beide lachen) Gut, ich meine das klingt auch immer alles super cool, aber es ist auch ein bisschen ne Challenge auch. Sich dann zu organisieren, irgendwie einen Arbeitsrhythmus zu finden. Also die wenigsten von uns haben ja irgendwie so ein geiles passives Einkommen, dass sie irgendwie wirklich den ganzen Tag nur zum Surfen gehen können. Sondern ... Marcus:  Und wenn sie die Zeit haben, dann haben die vorher jahrelang das Ding aufgebaut ne? Vera: Genau. Also das geht ja auch nicht so, wie viele auch irgendwie vielleicht denken, so “Ja, jetzt mache ich mal ein geiles Travelblog und dann lebe ich davon”. Nee! Also ich arbeite jetzt im Moment tatsächlich auch deutlich mehr, als ich je in irgendnem Corporate Job gearbeitet habe. Aber es macht mir einfach viel mehr Spaß und weil ich es mir auch selber frei einteilen kann. Also jetzt im Moment vom Gefühl her glaube ich auch tatsächlich, dass es unterwegs fast noch besser funktioniert, als an einem Ort. Marcus: Strange ne? Vera: Ja, also jetzt gerade hier in so einem Coworking. Das macht auch die Atmosphäre. Du hast die ganzen Leute um Dich herum, die auch noch arbeiten. Dich guckt keiner strange an, wenn Du halt am Freitagabend um 21:00 Uhr noch am Rechner sitzt und arbeitest. Weil da sitzen noch fünf andere, die das auch machen. Ja und dann guckst Du Dich zwischendrin halt mal an und sagst so “Hey, mal ne Pause” und gehst mal kurz raus nen Kaffee trinken. Marcus: Ja ja, die Erfahrung haben wir auch gemacht. Das ist total … ja … total komisch. Weil viele denken, wenn wir in Berlin sind und haben das Betahaus oder Creative Loft oder Blogfabrik oder irgend nen anderen Coworking Space, wo wir dann arbeiten können mit mega schnellem Internet und keine Challenges unserer Infrastruktur hätten, wären wir viel produktiver. Aber genau das Gegenteil ist immer der Fall. Wir fallen dann wirklich mehr oder weniger… adaptieren wir dann diesen 9 to 5 Lifestyle, weil die meisten meiner Kumpels gehen dann am Wochenende weg. Oder ich kann dann nur abends Sport machen und dann stehen wir morgens mit den ganzen Arbeitnehmern auf. Und das ist irgendwie total komisch und man fühlt sich nach einer gewissen Zeit auch schon wieder total falsch und total schlecht an. Und deshalb ist das cool, wenn man dann wieder unterwegs ist, wo dann die Zeit nicht mehr so die krasse Währung ist oder das ganze Leben nicht nach diesem Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr abgestimmt ist, sondern man sitzt dann auch mal um 21:00 Uhr in so einem Coworking Space und hat damit überhaupt kein Thema. Vera: Genau. Man weiß ja zum Teil…. Also, es geht einem schon nach ner Woche fast hier so: Welcher Tag ist heute eigentlich? Mittwoch, Donnerstag? Dann musst Du erstmal im Kalender nachgucken, weil es auch nicht mehr so wichtig ist. Ist jetzt Wochenende oder nicht? also... Marcus: Null. Man ist irgendwie total im Flow und wenn man mal ne Auszeit machen will und surfen gehen will oder abends mal weggehen, dann geht man einfach mal abends weg. Aber es ist egal, welcher Tag gerade ist. Vera: Genau. Marcus: Und Du sagtest gerade: Es ist eine große Herausforderung. Das werden wir ja auch nicht müde zu betonen. Egal wo wir gefragt werden oder auch auf der DNX, auf der Bühne die Speaker, dass es harte Arbeit ist, aber es sich absolut lohnt. Wie kriegst Du Dich selber organisiert, dass Du die Arbeit dann schaffst an den geilsten Orten der Welt? Vera: Gut, ich fange ja gerade erst an zu reisen. Das werde ich noch selber sehen, wie ich das hinbekomme. Aber ich glaube, dass es wichtig ist, das habe ich auch von euch so gelernt noch durch Deinen Podcast und durch viele andere, die das ja auch sagen, dass es wichtig ist, sich eine Routine aufzusetzen. Also, dass man wirklich irgendwie auch seine festen, mehr oder weniger festen, Arbeitsstunden hat. Dass man sagt: Okay, ich arbeite immer definiv morgens und schaffe da schonmal das wichtigste weg. Also ich bin tatsächlich mittlerweile ein richtiger Frühaufsteher geworden und versuche wirklich so früh wie möglich morgens die wichtigsten Aufgaben wegzuschaffen. Marcus: Ja, schreibst Du Dir dann vorher raus, was die wichtigsten sind oder weißt Du das dann im Hinterkopf? Vera: Nee, ehrlich gesagt checke ich das morgens tatsächlich so mit den ganzen verschiedenen Tools die ich eben habe und gucke eben wirklich, was das dringendste gerade ist und das wichtigste. Und gucke dann, dass ich die Sachen erledige. Wenn ich’s kann, dann organisiere ich mir auch schon am Abend vorher mal ein bisschen, aber es ist bei meinem Job halt ein bisschen schwierig, weil ich halt oft sehr spontan Sachen dann ins Trello gelegt bekomme. Marcus: Ja, zumal Du ja jetzt…. Genau, jetzt bist Du noch ungefähr in der europäischen Zeitzone, aber wenn es jetzt nach Asien geht und die anderen vielleicht in Südamerika oder so, irgendwann verschieben sich ja auch total die Zeitzonen. Da muss man glaube ich dann noch flexibler sein und morgens reingehen und gucken: Okay, was brennt gerade an? Was ist Prio1 bei welchem Kunden? Vera: Ja genau. Wo ich mich echt noch organisieren muss, wo ich noch gucken muss, wie ich da nen Rhythmus reinfinde: Als ich jetzt fest in Teneriffa gewohnt hatte, hatte ich eben auch mein festes Sportprogramm und hatte dort meine Trainerin und hatte mit der fixe Termine. Und das muss ich jetzt nochmal gucken, wie ich das auf die Reihe kriege, wenn ich unterwegs bin. Marcus: Jaja, das sind so die ganzen Aufgaben, die man dann Step by Step lösen muss. Wie kriege ich meinen regelmäßigen Sport hin, wie kriege ich meine Ernährung gesund aufgestellt? Aber das ist ganz normal. Ich glaube, da wächst man einfach rein. Da sollte man auch nicht alles auf einmal jetzt irgendwie sich selbst unter Druck setzen, dass alles 100% funktioniert. Aber mit der Zeit kriegst Du da auch Routine dann drin und weißt zum Beispiel in Taghazout kann ich Dir empfehlen, gibt es draußen so nen Fitness Cours. Ich weiß nicht, ob Du den schon gesehen hast am Strand. Vera: Ja, habe ich gestern schon gesehen, ja. Da hängen die ganzen Kids abends immer rum. Marcus: Ja genau, machen Klimmzüge und so. Und da war ich dann auch immer abends beim Sonnenuntergang mit meinem TRX Band. Das gab dann natürlich auch immer großes Geschrei und Gejubel, wenn man dann da mit den ganzen Jugendlichen zusammen Workouts gemacht haben. Also es ist cool einfach auch mal an anderen Orten Sport machen zu können. Aber man muss natürlich flexibel sein. Man kann dann nicht überall Crossfit machen oder Krav Maga oder ins Fitnessstudio gehen. Dann hat man halt mal zwei Klimmzugstangen und muss dann funktionales Training machen. Vera: Ja oder man muss dann eben auch gucken, was es vor Ort gibt. Also hier gibt’s ja auch wohl so Yoga Kurse. Die wollte ich mir jetzt morgen Früh mal angucken. Marcus: Cool. Vera: Und das ist ja dann auch das coole an dem Job, wenn Du halt nicht mehr so an 9 to 5 gebunden bist, dann kannste halt auch mal morgens um 9:00 Uhr zum Sport gehen und arbeitest dann halt eben davor und danach weiter. Marcus: Ja, absolut. Vera: Was man jetzt halt in so nem 9 to 5 Job nicht unbedingt machen kannst. Oder auch hier sind ja auch viele die zum Surfen gehen. Die gucken dann eben aus den Fenstern und sagen “Woah, jetzt sind gerade geile Wellen. Dann mache ich jetzt ne Pause und gehe mal ne Stunde Surfen”. Marcus: Aha (lacht) Ja, so muss das sein! Genau! Also man orientiert sich dann wieder mehr an den Elementen. Wenn die Sonne aufgeht, steht man dann vielleicht früh auf. Wenn die Wellen gut sind, geht man raus zum Surfen. Wenn es dunkel wird, wird man hoffentlich müde und geht dann schlafen ne? Vera: Genau. Marcus: Ich find’s auch eine coole Facette von diesem Lifestyle, so hab ich’s auf jeden Fall erlebt, dass man wieder ein bisschen mehr so back to nature geht und mehr im Jetzt lebt. Das absolut. Und dann auch sich eher so an der Natur orientiert, was abgeht und sein Leben danach richtet und nicht irgendwie: Du musst jeden Tag Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Büro sein. Vera: Genau! Ja und auch was ich jetzt gerade auch merke: Dadurch, wenn Du jetzt keine eigene Wohnung und nicht mehr so viele Verpflichtungen hast, fällt auch einfach so viel organisatorisches Zeug da weg. So irgendwie “Ja, ich muss jetzt meine Stromrechnung zahlen gehen, und jetzt muss ich zum Supermarkt, und jetzt muss ich irgendwie die Wohnung putzen”. Das haben wir ja meistens gar nicht mehr solche Sachen. Klar, da musst Du halt gucken, wie buche ich den nächsten Flug und wo finde ich den nächsten Coworking Space, aber ja... Marcus: Nee, man verwaltet sich schon ganz schön selber, wenn man ne eigene Wohnung hat, dann vielleicht noch irgendwelche Versicherungsverträge laufen hat, dann noch ein Auto hat, irgendwie nen Fernseher, Pay TV, keine Ahnung… man schafft sich da selber so nen riesen kleinen Mikrokosmos, der die ganze Zeit verwaltet werden muss. Vera: Mh, genau. Wenn das mal wegfällt, dann bist Du auch irgendwie viel freier. Marcus: Ja, absolut. Okay cool, ich glaube, Du musst gleich auch den Skype Raum für den Thomas wieder räumen. Vera: Ja, ich glaube, ich werde hier wieder rausgeworfen. (beide lachen) Marcus: Das ist meistens ja auch cool an den Coworking Spaces, dass die quasi mit der Szene mitwachsen und mit den Bedürfnissen von den Coworkern. Ich glaube, ich weiß nicht, ob der noch hängt, gerade im Sun Desk in Taghazout - hat die Magda mir erzählt - haben sie Flatscreens aufgehangen, weil da Trader gearbeitet haben, die dann die Börsenkurse im Griff haben mussten. Irgendwelche ortsunabhängigen Nomaden. Und das ist cool. Also es gibt meistens mittlerweile überall nen Skype Raum. Es gibt vielleicht noch Obst, es gibt Wasser, es gibt Flatscreens wo man traden kann. In Mallorca gab’s nen 3D Printer, wenn man den nutzen wollte. Es gibt Faxgeräte, es gibt Drucker. Also es ist echt voll ausgestattet oder? Vera: Ja, da in Teneriffa zum Beispiel auch in dem Coworking da von Frank, der hat auch so nen richtigen Schalldichten Soundraum. Also wenn man auch wirklich irgendwelche Soundaufnahmen machen will, Podcasts usw. Den hat er auch extra eingebaut. Marcus: Cool. Vera: Und hier gibt’s ja auch… heute gibt’s zum Beispiel Mittagessen für alle. Marcus: Cool. Vera: Da muss ich mich auch schon nicht drum kümmern. Marcus: Ja, ja, ja. Ja. Mega spannend und ja, danke für die Insides in das VA Leben und auch in Dein persönliches Leben. Ich glaube, das war für viele Hörer sehr aufregend mal zu erfahren, was macht ein VA überhaupt und wie kann man sich …. Vera: Ich glaube auch, weil viele, wie Du gesagt hast, viele glauben halt wirklich ein VA macht nur irgendwie Reisebuchungen und irgendwie ein paar Telefonanrufen. Aber es kann einfach viel, viel mehr sein. Also da würde ich auch jedem empfehlen, der irgendwas hat, was er irgendwie …  Aufgaben hat, die er auslagern will auch einfach mal mit nem VA sprechen. Und sagen “Ey, kannst Du das übernehmen oder wie können wir das machen?” Marcus: Ja, und wie wir erfahren haben, hast Du ja mittlerweile jetzt auch ein super gutes Netzwerk in dieser VA Welt. Also wenn jemand dazu irgendwelche Fragen hat, kann er sich an Dich wenden und Du hilfst ihm da auf jeden Fall weiter oder? Vera: Ja logo. Gerne. Marcus: Okay, cool. Dann grüß mal die Magda, die das Sun Desk da betreibt und den Thomas, den wir gut kennen und die anderen Coworker. Viel Spaß beim Mittagessen! Vera: Dankesehr! Und wir sehen uns dann in Bangkok oder? (lacht) Im Februar. Marcus: Ja, wir sehen uns im Februar in Bangkok und haben eben ja schon im Vorgespräch kurz gequatscht. Vielleicht schaffen wir es ja auch noch, dass wir uns im November da sehen. Ich glaube am 11. kommst Du. Da könnten wir grad noch da sein wegen dem Location Scouting für die DNX Global, ansonsten spätestens im Februar in Bangkok. Vera: Ja cool, ich freu mich. (beide lachen) Marcus: Ich mich auch, ciao Vera! Vera: Ciao! So Leute, das war auch schon wieder Folge 29 der LIFE HACKZ Show. Ich hoffe, sie hat euch genauso gut gefallen, wie mir. Und ihr konntet jetzt mal ein bisschen so mitnehmen, was ein virtueller Assistent den ganzen Tag macht, wie spannend das sein kann und ich glaube für viele, gerade auch zum Einstieg in den digitalen Nomaden Lifestyle kann so ne virtuelle Assitenzposition genau das richtige sein. Man wächst mit seinen Aufgaben, man kriegt mega viele Insides. Man sieht, wie handlen andere ihr Business. Wie bauen andere ihre Projekte auf? Wie kommunizieren die anderen mit ihren Kunden? Also man kann sich richtig viel abgucken und man wird auch mega ins Vertrauen gezogen. Man kriegt Insides in irgendwelche Backends von Google Analytics Statistiken, darf mit den Kunden kommunizieren, kann ganze Social Media Kanäle verwalten. Ich glaube, das ist für den Einstieg einer der geilsten digitalen Nomadenjobs. Ich persönlich würde dann vielleicht nebenbei noch an meinem eigenen Business arbeiten, vielleicht einen eigenen Blog aufbauen, um einen Expertenstatus zu generieren oder an einem Ebook schreiben etc. pp. Wie man das genau macht, erfahrt ihr auf jeden Fall auf der DNX, hier auf LIFE HACKZ, in der digitalen Nomadengruppe auf Facebook. Mittlerweile gibt’s richtig, richtig viele Ressourcen. Ja, momentan läuft noch unsere Charity Aktion für Straßenkinder in Brasilien in Bahia de Salvador, wo wir mit der Digital Nomad Cruise Mitte November hinfahren. Es wäre super cool, wenn ihr vielleicht 1 € oder 2 € für unsere Charity Aktion übrig habt und spenden würdet. Alle Infos dazu findet ihr unter www.lifehackz.de/charity. Bei LIFE HACKZ immer darauf achten, dass HACKZ mit Z geschrieben wird. Ansonsten, wenn ihr Feedback habt, es kommen immer mehr E-Mails rein, worüber ich mich richtig, richtig freue hier zu dem Podcast, dann schreibt mir an marcus@lifehackz.de und wenn ihr es noch nicht gemacht habt, hinterlasst mir bitte, bitte, bitte,bitte,bitte,bitte eine Rezension und Bewertung auf iTunes. Vielen Dank und bis zum nächsten Mal! Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Oct 16, 2015

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Interview mit Christian Schulte von Dropscan

Hey Leute, willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! Auf LIFE HACKZ bekommst Du die besten Tipps und Hacks für Dein bestes Ich. Dein bestes Ich in den Bereichen Sport, gesunde Ernährung, Online Business und ortsunabhängiges Arbeiten. Ich war heute früh in Berlin-Mitte in der Nähe vom Rosenthaler Platz, genau an der Linienstraße und dort in einem Coworking Space, den sich Christian Schulte, der Geschäftsführer von Dropscan, mit einer Agentur teilt, in der königlichen Pfandleihe. Und königliche Pfandleihe bedeutet, da war früher, vor ziemlich langer Zeit eine alte Bank drin. Und das was die nicht aus dem Gebäude rausbekommen haben, sind die fetten Tresore. Das heißt, die Tresore die stehen dort immernoch in dem Office rum und das ist schon ganz cool zu sehen und echt beeindruckend. Ich habe direkt einen Periscope gestartet. Vielleicht habt ihr den ja mitgekriegt heute morgen. Falls nicht, folgt mir auf Twitter, dann kriegt ihr immer eine Notification. Mein Twitter Handle ist @marcusmeurer95. Und ich muss sagen, das war schon fett. Also die haben einen coolen Konferenzraum, die haben die neuesten technischen Gadgets, die haben fette Beamer, fette Leinwände, allerlei Schnickschnack, ferngesteuert… Da habe ich kurz eine Millisekunde überlegt, so schlecht war es vielleicht doch nicht in einem Office gerade, als ich das Office gesehen habe. Und habe mich da aber ganz schnell wieder eines Besseren besinnt. Habe den Christian geschnappt. Wir sind dann zusammen in einen Konfi gegangen, Konferenzraum und habe ihm dann auf den Zahn gefühlt zu seinem Software Asset Service Dropscan. Und ich muss sagen, Dropscan ist ein richtig, richtig, geiles Tool. Das sage ich nicht nur, weil die Partner der ersten Stunde von der DNX sind, sondern weil wir es täglich nutzen, unsere Briefpost an das Scanzentrum vom Dropscan weiterleiten lassen. Die Scannen komplett unsere Post, die in Berlin ankommt und ja… wir kriegen die Post dann als PDF in einem Backend aufbereitet und sind, egal an welchem Ort der Welt und wie lange wir unterwegs sind, immer Up to Date was zu Hause abgeht und an Post eingeht. Also ich will den Service nicht mehr missen und muss sagen, es ist irgendwie einer der wichtigsten Services geworden, wenn wir unterwegs sind. Genug erzählt. Checkt das Interview aus mit dem super sympathischen Christian Schulte, dem Geschäftsführer und Gründer von dem Bootstrap Service Dropscan! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du endlich deinen Schuhkarton voller Papiere sortiert bekommst.
  2. Wie du deine Post auch unterwegs empfangen kannst.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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SHOWNOTES

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Trello

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[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Okay cool Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ, dieses Mal mit Christian Schulte von Dropscan. Christian, cool, dass Du am Start bist! Christian: Hi Marcus, freut mich auch! Marcus: Wir sitzen hier gerade in Berlin-Mitte in einem gemeinsamen Space zum Worken, glaube ich mit einer befreundeten Agentur, wo Du dann auch arbeitest und ja, erzähl mal ein bisschen, woran ihr den ganzen Tag arbeitet, wenn Du jetzt hier in dem Coworking Office abhängst. Christian: Du, letztendlich arbeiten wir wirklich den ganzen Tag an großen und kleinen Verbesserungen unseres Services. Das heißt, wir schauen uns immer wöchentlich an, was gibt’s an spannenden Themen, die sowohl uns, als auch unsere Kunden interessieren. Und dann überlegen wir uns ganz konkrete Features, die letztendlich dazu dienen, den Service, den wir anbieten ein Stück weit nützlicher für unsere Kunden zu machen oder auch viele interne Projekte, dass wir zum Beispiel an Verbesserungen der Produktionsprozesse arbeiten bei uns, sodass alles noch ein bisschen effizienter und schneller läuft. Marcus: Ja, was genau macht ihr, wenn Du jetzt einen Elevator Pitch machen müsstest? Christian: Elevator Pitch? Ja gut. Wir sitzen zwar gerade nicht im Aufzug, aber Dropscan ganz einfach: Das ist ein Scan Service für Briefpost und Papierdokumente. Funktioniert folgendermaßen: Du registrierst Dich bei uns auf der Webseite, bekommst eine individuelle Postadresse auf Deinen Namen oder den Namen Deiner Firma und kannst dann komplett Deine gesamte Briefpost zu uns weiterleiten. Wir nehmen Deine Sendungen entgegen, Deine gesamte Post, öffnen und scannen die auf Anforderung und stellen Dir hinterher durchsuchbare PDF Dateien zur Verfügung zum Herunterladen. Das heißt, Du kannst letztendlich Deine gesamte Briefpost digital empfangen. Gleichzeitig kannst Du uns auch Deine gesamten Unterlagen, die Du zu Hause, im Büro auf dem Schreibtisch rumliegen hast, einfach in einen Karton packen, an uns schicken. Wir digitalisieren Deine gesamten Dokumente und Du kannst dann wirklich hinterher vollständig papierlos arbeiten. Marcus: Ja, saunützlich muss ich sagen, weil wir selber, Feli und ich das auch schon, glaube ich, seit unseren ersten Gehversuchen als digitale Nomaden nutzen. Und lustigerweise sind wir auch so in den Kontakt gekommen, glaube ich. Dass ich irgendwann den Service gefunden hatte, dann auf Travelicia, auf dem Reiseblog, darüber geschrieben habe, dass es funktioniert. Dass es so was gibt. Also ich war völlig aus dem Häuschen, weil ich das auch nicht auf dem Schirm hatte. Und Du hattest dann, glaube ich, gesehen, dass wir über Dropscan geschrieben hatten. Wahrscheinlich über den Google Alert oder wie kam das? Und dann fand ich es eigentlich super sympathisch, dass mich der Geschäftsführer, der CEO, angeschrieben hat und sich erstmal bedankt hat überhaupt für die Erwähnung und so kam dann irgendwie eins zum anderen. Also, fand ich echt cool, den Approach von Dir. Christian: Ja, ich kann irgendwie auch kaum glauben, dass schon wieder zwei Jahre ins Land gegangen sind seitdem. War ja auch unsere Anfangszeit damals. Und wir haben uns damals auch, genauso wie wir das heute letztendlich auch noch tun, über jede Erwähnung irgendwo Web von unserem Service gefreut. Gerade wenn sie dann so positiv ausfällt, wie das bei euch ist. Und für mich war das damals mit euch, dieses Gespräch hier in unseren Räumlichkeiten, auch so der erste Berührungspunkt mit dem ganzen Thema digitale Nomaden. Das war ja auch in den Anfängen noch und ihr habt gerade losgelegt. Das war, glaube ich, kurz vor der ersten DNX Konferenz. Ihr wart noch total aufgeregt. Wie wird das alles werden? Wie viele Leute kommen? Damals im Betahaus. Also, das war eine unheimlich spannende Zeit. Gleichzeitig standen wir auch noch so in den Anfangsstartzeiten, hatten da glaube ich so unsere ersten 1.000 Kunden bekommen, damals, und waren froh auch über jede Publicity, aber vor allem auch darüber, neue spannende Zielgruppen kennenzulernen. Und da hat das natürlich bei euch super gepasst. Leute, die weltweit unterwegs sind und ständig reisen, keinen Zugriff zu Hause auf ihren Briefkasten haben und natürlich total digital arbeiten. Und von daher fand ich einfach, das ist eine super spannende Gelegenheit, dass wir uns damals kennengelernt haben. Und ich sage mal, alleine die Tatsache, dass wir jetzt heute hier sitzen und die ganzen Jahre über jetzt Kontakt miteinander gehabt haben und immer wieder spannende Sachen diskutiert haben, zeigt ja auch, dass das wirklich sehr gut passt letztendlich mit uns. Marcus: Ja also, das passt wie Arsch auf Eimer würde ich fast sagen. (beide lachen) Ich könnte mir auch gar nicht mehr vorstellen, wie man das ohne Dropscan jetzt handeln sollte, wenn man dann immernoch Post nach Hause bekommt. Wobei man ja sagen muss, es ersetzt jetzt keine Meldeadresse. Das ist ja in Deutschland alles so ein bisschen Tricky. Welche Post darf weitergeleitet werden, welche muss noch lokal wirklich in den Briefkasten eingeschmissen werden an Deiner Meldeadresse? Wir haben da auch jetzt mehr oder weniger so ein kleines eigenes System aufgesetzt, aber vielleicht sagst Du mal, was mit Dropscan geht und wo man dann immernoch eine Alternativlösung braucht. Christian: Ja, grundsätzlich ist das absolut richtig, was Du gesagt hast. Es gibt in Deutschland einfach gewisse rechtliche Vorschriften. Wenn Du Deinen Wohnsitz anmeldest, was Du ja tun musst, wenn Du hier irgendwo hinziehst, innerhalb von zwei Wochen glaube ich sogar, dann brauchst Du letztendlich eine Anschrift an der Du tatsächlich auch persönlich erreichbar bist. Marcus: Ich glaube, das heißt ladungsfähig? Christian: Genau. Das ist die sogenannte ladungsfähige Adresse. Und bei dieser Adresse muss sichergestellt sein, der Dir ein wichtiges Schreiben zustellen will - das kann zum Beispiel eine Postzustellungsurkunde sein... Marcus: Wer schickt so was? Christian: Ja, das verschicken zum Beispiel Ämter. Meistens aber nur in Fällen, wo es ein bisschen kritisch ist, sage ich mal. Du vielleicht Deine Steuern die letzten drei Jahre nicht gezahlt hast. Letztendlich muss sichergestellt sein, dass Du irgendwo persönlich greifbar bist und dass Dir jemand eine solche wichtige Sendung dann auch persönlich übergeben kann. Was wir von Dropscan bieten, ist letztendlich eine reine Postanschrift oder Korrespondenzadresse. Das heißt, Du sitzt natürlich nicht bei uns im Produktionszentrum und bist dann persönlich verfügbar. Deswegen können wir auch solche Sendungen, wie zum Beispiel eigenhändige Einschreiben, Postzustellurkunden oder Sendungen, wo man sich persönlich mit einem Ausweis legitimieren muss, um die Sendung dann übergeben zu bekommen, kann man die nicht bei uns empfangen. Weil Du natürlich selber dort nicht vor Ort bist. Alles andere, die ganze normale Post und das sehen wir ja auch bei eigentlich allen unseren Kunden, es kriegt ja nicht jeden Tag jeder zehn Postzustellurkunden. Kommt ganz normal bei uns an, wird zugestellt und dann unserem Kunden zur Verfügung gestellt. Das ist überhaupt kein Thema. Marcus: Ich glaube, bei mir war es in der ganzen Zeit seitdem wir uns jetzt kennen und seitdem wir auch so exzessiv reisen, ehrlich gesagt, keinmal der Fall, dass irgendwas in dem Briefkasten gelandet ist. Wen wir immernoch zur Sicherheit haben, wo unser Name noch dransteht - wir haben ja immernoch die Wohnung in Berlin-Mitte, die aber langfristig untervermietet ist - das heißt, wenn da mal was ankommen sollte, doch, Pakete werden nicht weitergeleitet, dann bleiben die da an diesem Standort ne? Christian: Ja, grundsätzlich ist es so: Wir sind zunächst in erster Linie ein Digitalisierungsservice für Papierdokumente. Das heißt, was wir nicht machen, ist ein sogenanntes Dropshipping. Das heißt, dass Du zu uns große Pakete mit Warensendungen, vielleicht sogar mit Lebensmitteln oder Tieren oder sonst irgendwas zu uns schickst. Darauf sind wir überhaupt nicht ausgelegt. Sondern wir gehen davon aus, alle Sendungen, die bei uns eingehen, egal ob es eine Postkarte, ein Brief oder auch mal ein Karton mit Papierunterlagen ist, kann von uns auch tatsächlich gescannt und digitalisiert werden. Für Lebensmittel zum Beispiel haben wir überhaupt keine Aufbewahrungsmöglichkeiten und können das letztendlich auch aufgrund von Zollformalitäten überhaupt nicht dann weiterleiten ins Ausland oder solche Sachen. Das heißt, das geht einfach nicht, ne? Marcus: Aber dafür, was ihr könnt, ist einiges und ist dafür umso mehr und nicht mehr wegzudenken. Und wie ich eben schon gesagt habe und ein kleiner Tip für diejenigen, die einen Steuerberater haben oder professionelle Hilfe dann bei der ganzen Buchhaltung haben, die können oder Du kannst demjenigen auch eine Vollmacht ausstellen, dass die Post zum Beispiel vom Finanzamt, die ja manchmal wichtig sein kann, wo Fristen eingehalten werden müssen, dass die dann direkt zu Deinem Steuerberater gehen und dann nicht mehr den Umweg nehmen über den Nachsendeauftrag etc. pp. Und Du musst es dann wieder weiterleiten an Deinen Steuerberater. Also das funktioniert auch ganz gut. Und was ich eigentlich noch ziemlich cool finde beim Dropscan: Service, was Du eben im Nebensatz erwähnt hast, ist das alle PDF voll durchsuchbar sind. Das heißt, ich lasse die mir zuschicken per E-Mail, habe dann ein PDF angehangen und selbst, wenn ich über mein MacBook über die Spotlight Suche suche, finde ich dort immer direkt Textstücke aus diesem PDF-Dokument. Das heißt, selbst wenn ich gar nicht mehr weiß, wann ich diesen Scan bekommen habe oder ich den im Backend dann schon abgelegt habe, kann ich das immernoch über die verbundene Mailbox finden. Christian: Ja absolut. Also unser Ziel ist es ja letztendlich Dir ein möglichst papierfreies, papierloses Arbeiten zu ermöglichen. Und uns ist es deswegen superwichtig, dass wir Dir nicht nur die Scans, also die Bilder von Deinen Papierdokumenten zur Verfügung stellen, sondern dass Du wirklich auch alle Informationen, die in den Dokumenten enthalten sind, wirklich zugreifen kannst. Und genau deswegen laufen alle Scans über eine Texterkennung drüber. Dadurch ist das Dokument im Volltext durchsuchbar und kann dann hinten rum verarbeitet werden. Um ein ganz konkretes Beispiel zu geben: So wie Du das getan hast. Du gibst einfach ein  “Commerzbank Kontoauszüge 2014” und schon werden Dir wirklich alle Dokumente angezeigt, die genau diesen Text enthalten, sprich: alle Kontoauszüge des letzten Jahres. Und das funktioniert wunderbar und genau so nutzen das auch die meisten unserer Kunden. Marcus: Aha. Und was ist, wenn jetzt mal ein wichtiger Versicherungsschein weitergeleitet wird, den Du dann doch irgendwo zu Deinen Akten legen solltest und das erstmal digitalisiert in Deinem Backend auftaucht? Was kann man dann machen, um an diesen Versicherungsschein zu kommen? Kann man bei euch mit dem Fahrrad vorbeifahren in der Ehrenbergstraße oder wie läuft das? Christian: Ähm Fahrrad vorbeifahren oder generell vorbeikommen bei uns geht leider nicht. Aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen ist der Zutritt für externe Dritte in unserem Produktionszentrum leider nicht möglich, aber wir bieten neben dem Digitalisieren Deiner Sendungen noch drei weitere Funktionen an. Du kannst die Sendungen bei uns auch vernichten lassen automatisch, wenn Du sie nicht mehr brauchst, wenn es Werbung ist. Du kannst sie bei uns für einen unbegrenzten Zeitraum archivieren lassen und als drittes kannst Du sie Dir auch auf dem Postweg weiterleitend zuschicken lassen. Entweder einzelne Sendungen oder in Form von einer Sammelsendung mehrere hundert Briefe. Du kannst also sagen: So, jetzt bin ich nach sechs Monaten wieder in Deutschland. Die und die Sendung benötige ich noch in Originalform, weil das wichtige Unterlagen sind. Dann legst Du eine Sammelsendung an, gibst eine Adresse und einen Versandzeitpunkt an und dann schicken wir Dir das zu. Marcus: Mh, ja. Das finde ich eine super Kombi, eben gerade für uns. Wenn wir länger unterwegs sind und wissen, wir kommen dann und dann wieder zurück. An dem Datum legen wir die Sammelsendung an, sammeln dann im wahrsten Sinne des Wortes die Sendungen so lange, bis wir dann wieder hier in Berlin irgendwo wohnen. Wir wissen dann meistens auch noch gar nicht wo wir wohnen, lassen uns das zur Packstation schicken und dann ist man noch unabhängiger und holen da unsere Dropscan Unterlagen raus. Das funktioniert also richtig, richtig gut. Du sagtest gerade, man kann auch seine Dokumente lifelong archivieren lassen. Ihr habt ja jetzt… wie viele Kunden habt ihr mittlerweile. Christian: Ja, wir haben aktuell ein bisschen über 3.000 Kunden, die das nutzen. Von denen sind rund 40% Privatkunden, aber die restlichen 60% sind gewerbliche Kunden. Insbesondere so kleine, mittelständische Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern, die das halt nutzen, um eine komplett digitale Poststelle für sich zu realisieren. In vielen Fällen hatten die vorher ein oder zwei Mitarbeiter sitzen, die jeden Tag dann die Post eingescannt haben. Die sagen irgendwann “Mensch, die Mitarbeiter können eigentlich auch etwas sinnvolleres tun, geben wir das doch einfach raus an den Experten, der das dann für uns macht” und genau da kommen wir dann ins Spiel. Marcus: Okay. Und worauf ich hinaus wollte: Das ganze erfordert natürlich auch ganz schön Serverkapazitäten und gerade unter dem Gesichtspunkt, glaube ich, dass ihr datenschutzrechtlich nur in Deutschland agieren dürft/wollt, war das mit Sicherheit auch eine Herausforderung. Wie habt ihr das lösen können? Christian: Ja, also für uns war es von Anfang an super wichtig, das Thema Datenschutz und Sicherheit wirklich oberste Priorität einzuräumen. Deswegen haben wir uns von Anfang an mit einem renommierten Datenschutzanwalt, der auch TÜV zertifiziert ist, mit an Bord geholt, der sämtliche unserer Prozesse sowohl die digitalen als auch die physischen Prozesse, was das Handling der Sendungen angeht, komplett auf Konformität mit dem Deutschen Bundesdatenschutzgesetz überprüft hat. Und das auch regelmäßig immer wieder tut. Dazu gehört natürlich auch, wie von Dir angesprochen, Serverstandort Deutschland, sodass auch tatsächlich hier die deutschen Datenschutzgesetze zur Anwendung kommen. Und wir gucken letztendlich in dreierlei Hinsicht: 1. Ist darf keinerlei Zugriffsmöglichkeit für externe Dritte auf Deine physischen Sendungen geben. Deswegen darf auch niemand zu uns in das Produktionszentrum kommen, außer den Mitarbeitern dort. 2. Sicherheit der digitalen Daten letztendlich, das heißt, Deiner Scans, die wir in sehr großen Volumina jeden Tag speichern und das 3. ist auch die rechtliche Sicherheit. Dass Du weiterhin Eigentümer auch Deiner Daten bist. Es gibt ja genug Services im Internet, die Du auch kostenlos nutzen kannst, wo aber letztendlich Deine Daten verarbeitet und für andere Zwecke dann verkauft werden. Bestes Beispiel: GoogleMail. Wo dann schöne Anzeigen neben Deinen E-Mails erscheinen. Genau das wollen wir aber nicht machen, sondern wir stellen letztendlich auch durch den Vertrag, den wir mit unseren Kunden schließen, sicher, dass der Kunde immer auch Eigentümer sämtlicher seiner Daten bleibt und nicht verwendet werden von uns für andere Zwecke oder an externe Dritte weitergegeben werden. Marcus: Gibt’s denn dann mal Kunden oder Leute die anrufen “Ey Christian, hier kannste vielleicht mal in die Sendung vom 15. März reingucken und den Brief XY raussuchen? Ich brauche da nochmal die Telefonnummer.” Christian: Kommt regelmäßig vor. Können wir aber nicht. Also ganz ehrlich: Ich kann selber, selbst als Geschäftsführer, nicht auf den Inhalt einzelner Sendungen zugreifen. Das einzige was ich sehen kann ist letztendlich der Umschlag der Sendung. Aber die eigentlichen Scans, das heißt der Inhalt der Sendung ist alleine dem Kunden vorbehalten, liegt verschlüsselt auf unserem Serverund nur der Kunde kann tatsächlich auf diese Scans dann auch zugreifen. Marcus: Mh, ja mega spannend. Wie bist Du auf die Idee gekommen, so einen Service anzubieten für Menschen, die Unterlagen gescannt haben möchten oder wie ist das ganze gewachsen? War es von Anfang an auch als Postservice gedacht oder war es erstmal vielleicht ein Scanservice, den es vielleicht vorher auch schon gegeben hat? Erzähl mal. Christian: Mh, ja gute Frage. Letztendlich zwei Gründe: Zum einen, ich habe selber mal ein paar Jahre in den USA gelebt und gearbeitet bei einem Internet Startup dort. Das, in den Jahren wo ich da war, sehr stark gewachsen ist. Eine wirklich spannende Geschichte. Aber ich habe in diesem Zeitraum… haben meine komplett meine Eltern zu Hause die Post gescannt und geöffnet und das hat naja, mehr schlecht als recht funktioniert.   Marcus: Ja, so war es am Anfang auch, dass Felicias Eltern dann immer im Einsatz gewesen sind. Ich meine, die hatten sich gefreut. Die sind beide pensioniert und hatten dann was zu tun, wenn Post gekommen ist, war da immer viel los. Und wir haben direkt eine E-Mail dazu bekommen. Aber letztendlich läuft es ja jetzt ein bisschen smoother. Christian: Ja, Du, genau die Geschichte höre ich fast täglich von unseren Kunden, die dann froh sind, dass sie jemanden gefunden haben, der das professionell für sie macht. Von daher habe ich selber auch mal das Bedürfnis oder den Bedarf gehabt so einen Service zu nutzen. Es gab so was auch damals in den USA. Leider nicht in Deutschland. Von daher war das immer so eine Idee im Hinterkopf, die ich sehr spannend fand. Zum anderen, die Firma bei der ich gearbeitet hab, hat genau das umgekehrte von Dropscan gemacht. Die haben nämlich einen Print on Demand Service für Geschäftsdokumente gemacht. Das heißt, Kunden haben digitale Daten in Form von PDF Dateien hingeschickt, aber am nächsten Tag einen Karton mit gedruckten und gebundenen Dokumenten bekommen. Ich habe für die FIrma eine Zeit lang hier noch in Deutschland gearbeitet und das Europageschäft aufgebaut, habe mich dann aber irgendwann selbstständig gemacht, mit einer Firma, die letztendlich das gleiche Geschäftsmodell hatten: Drucken von Geschäftsdokumenten. Marcus: Muss man da bei Geschäftsdokumenten auf irgendwas achten? Ist das anders, als wenn Du es zu Hause am Papierdrucker machst oder ist es einfach aus Effizienzgründen einfacher, wenn Du einen ganzen Karton irgendwohin schickst? Christian: Letztendlich aus Effizienzgründen, dass man wirklich einen Service nicht nur für Privatkunden, sondern in erster Linie für Geschäftskunden, wie zum Beispiel für Trainings- oder Workshops, größere Mengen an gebundenen Unterlagen brauchten und vorher standen halt die Trainer dann selber am Drucker und an der Bindemaschine und haben das einen halben Tag lang gemacht. Hinterher konnten sie es mit fünf Mausklicks über’s Internet machen. Das hat sehr gut funktioniert. Die Firma ist innerhalb von fünf Jahren - als ich angefangen habe, waren irgendwie 40 Mitarbeiter, als ich gegangen bin, waren’s über 800 Mitarbeiter. Die haben über 100 Mio. Dollar Umsatz gemacht und machen es immernoch. Von daher war da auf jeden Fall der Bedarf und ist der Bedarf da für solche Dienstleistungen. Und ich habe das dann hier auch für eine relativ kurze Zeit in Deutschland auf eigenen Füßen gemacht, habe aber damals sehr viele Anfragen bekommen von Kunden, die gesagt haben “Mensch, ist ja toll, dass ich was drucken lassen kann, aber ich habe hier einen riesen Stapel an Papier liegen. Könnt ihr das nicht einscannen für uns und dann hinterher drucken. Ich bräuchte das eigentlich in digitaler Form, die ganze Sache”. Und das war so der erste Samen für Dropscan sage ich mal. Die Idee entstanden “Mensch, vielleicht könnte man umgekehrt auch was machen in der Richtung”, digitalisieren von Dokumenten. Wir haben dann 2011 Dropscan gegründet in einem Dreierteam und haben angefangen mit einem ganz simplen einfachen Scanservice. Gar nicht für Briefpost, sondern nur für Papierdokumente. Website, registrieren, Scanauftrag anlegen, sagen ich habe hier 500 Seiten. Dann hast Du einen Paketschein bekommen, hast das ganze in ein Paket gepackt, zu uns geschickt und wir haben das eingescannt. Am nächsten Tag konntest Du es Dir als durchsuchbare PDF Dateien runterladen. Marcus: Also ziemlich lean und hands-on gestartet. Christian: Absolut, auch ohne irgendwie groß Investoren oder sonst irgendwas. Sondern wir haben das wirklich komplett gebootstrapped, haben innerhalb von ein paar Monaten, also weniger als drei Monaten, haben wir die gesamte Webapplikation gebaut, inklusive Payment und allem drum und dran und haben es einfach an den Start gebracht. Und wir hatten dann das große Glück, das halt gleich relativ viel im Web über uns berichtet wurde. Wir haben dann auch relativ schnell relativ viele Kunden bekommen. Und das viel Spannendere war dann aber letztendlich, dass sehr viele der Kunden gesagt haben “Mensch, genialer Service! Das Einzige was mich nervt ist, dass ich einmal in der Woche immernoch meine ganze Post aufmachen muss und das dann in einen Karton packen und an euch schicken. Das ist mir irgendwie noch zu kompliziert.” Marcus: Die haben damals dann schon ihre Briefpost genommen und euren Service dann quasi dafür genutzt. Christian: Ja absolut, genau. Wie gesagt: Einmal in der Woche alles aufgemacht. So am Wochenende sitzt man da und macht seine Ablage und dann haben sie sie an Dropscan zum digitalisieren geschickt. Und daraufhin haben wir uns überlegt “Mensch, klar. Das geht natürlich auch einfacher. Keine Frage” Wir haben uns dann mit der Thematik auseinandergesetzt, wie können wir den Leuten da eine Postadresse zur Verfügung stellen und solche Sachen. Und haben dann wieder was gebootstrapped. Wir haben dann einfach mal diese Kunden, die sich bei uns gemeldet haben, beim Wort genommen und haben gesagt “Pass auf, wir würden gerne mal jetzt für einen Zeitraum von sechs Monaten kostenlos eure Post scannen. Ihr leitet die zu uns um per Nachsendeauftrag. Ganz am Anfang machen wir es extrem lean. Wir schicken uns eigentlich einfach nur die Scans jeden Tag per E-Mail zu.” Es gibt keine Webapplikation, gar nichts. So. Und das haben wir gemacht für ein paar Wochen und die Kunden waren hellauf begeistert. Also wir hatten von Anfang an da auch gewerbliche Kunden, Unternehmen, die dann gesagt haben “Fantastisch”. Und daraufhin ist dann für uns der Startschuss gefallen und haben gesagt “Okay, jetzt setzen wir uns hin und bauen da eine richtige Software drum herum”. Marcus: Cool, also das ist ja genau dieses Lean Startup Prinzip. Dass ihr erstmal mit einem MVP ne Minimum Viable Produkt an den Markt gehst, Deine ersten Learnings sammelst, im besten Fall den Kunden dafür auch noch nicht bezahlen lässt, weil es natürlich noch ein bisschen Buggy oder noch nicht komplett ausgereift und dann hast Du den Proof of Concept und weißt “Okay, das wird wahrscheinlich erfolgreich werden”. Christian: Genau, richtig. Genau so ist es bei uns gelaufen. Und wir sind dann im April 2013 sind wir nach einer sechs Monaten Betaphase dann mit der eigentlichen Webapplikation an den Start gegangen. Sie hatte noch wesentlich weniger Funktionen als sie jetzt hat. Wir haben ja diesen zweistufigen Prozess. Im ersten Schritt scannen wir nur die Briefumschläge. Dann kann der Kunde entscheiden, was wir damit machen sollen. Vernichten, Öffnen und Scannen, weiterleiten. Das hatten wir in dieser Grundfunktion schon von Anfang an. Marcus: Also ganz wichtig für manche Kunden, die sagen “Ey, ich kriege auch mal Liebesbriefe oder irgendwelche Post von meinen Eltern”. Auch glaube ich, wenn da keiner bei euch jetzt an der Scan Maschine steht, haben manche vielleicht immernoch bedenken und sagen “Nee, das will ich aber nicht von irgendeiner Maschine gescannt haben. Ich möchte das unberührt nach Hause geschickt haben”, das ist also auch absolut möglich, ne? Christian: Ja, überhaupt kein Thema. Also, Du kannst ja entweder sagen: gleich vernichten, wenn es zum Beispiel Werbung ist, dann müssen wir das natürlich auch nicht scannen. Marcus: Achso, zur Werbung noch ein kleiner Tip: Bei euch wird je nach Tarif ja auch nach einzelnem Scan abgerechnet, sobald dann eine Werbepost dann bei mir ankommt über den Dropscan Service, rufe ich da an oder schreibe eine E-Mail hin, dass sie mir bitte keine weitere Werbepost mehr schicken, weil damit ist der Umwelt geholfen und auch Deinem Portemonnaie. Christian: Richtig, genau. Also das machen viele unserer Kunden auch erfolgreich, wenn sie jetzt sehen, da kommt Werbung an, informiert man Kurz den Absender und dann sollte sich das eigentlich erledigt haben. Es gibt da auch so eine Robinson-Liste oder so was, glaube ich, wo man sich eintragen kann und dann sollte sich das Thema Werbung komplett erledigt haben. Marcus: Gut. Wo waren wir jetzt hier. Wir waren jetzt bei der Entstehungsgeschichte, genau. Und dann habt ihr das Ding gebaut und mit immer mehr Funktionen ausgestattet und letztendlich seid ihr jetzt da, wo ihr seid. Wobei es glaube ich, gerade Anfang diesen Jahres oder Ende letzten Jahres nochmal so einen ziemlich fetten Umbruch gab, dass ihr die komplette Software neu geschrieben habt, ohne dass der Kunde es aber bemerkt hat, muss ich sagen. Ich bin fast täglich bei euch im Backend drin und habe so nichts davon mitgekriegt. Aber man merkt, man steht jetzt irgendwie auf anderen Füßen, weil fast jede Woche da irgendwelchen neuen API Anbindungen kommen und von euch announced werden. Womit kann man denn Dropscan mittlerweile alles verbinden und wie habt ihr das realisiert? Christian: Ja, das ist grundsätzlich richtig. Wir sind in 2014 sehr stark gewachsen und haben dann irgendwann gemerkt, so das was wir am Anfang gebaut haben, wird irgendwie unseren wachsenden Anforderungen nicht mehr ganz gerecht. Wir haben uns deswegen auf den Hosenboden gesetzt und in den ersten sechs Monaten wirklich Dropscan komplett von Null auf Neu programmiert. Was letztendlich in vielerlei Hinsicht auch unseren Kunden zugute gekommen ist, auch beim Thema Sicherheit letztendlich. Die Prozesse sind effizienter und schlanker geworden. Kunden bekommen ihre Sendungen schneller zur Verfügung gestellt. Und wir haben damit, und das hast Du eben auch schon angesprochen, die Basis gelegt für zukünftige Erweiterungen. Das war uns eben ganz wichtig, weil wir noch eine Menge vorhaben bei Dropscan. Ein Thema an dem wir gerade sehr intensiv arbeiten ist eben die Integration mit externen Services. Es war schon immer möglich, sich zum Beispiel die Scans per E-Mail zuschicken zu lassen. Aber wir wollten da noch wesentlich weiter gehen und haben deswegen jetzt die ersten Schritte da gemacht in den letzten Wochen, eine Anbindung an Dropbox vorgestellt, an SFTP Server, was für viele unserer gewerblichen Kunden wichtig ist, an Evernote jetzt gerade vor ein paar Tagen, was viele unserer privaten Kunden nutzen, um ihre Dokumente zu sortieren. Und da wird noch eine ganze Menge mehr kommen. Also, wir sind jetzt gerade gestern… seit gestern nutzen wir intern eine Anbindung an Slack. Das Chat-Tool, was Du wahrscheinlich auch kennst und nutzt. So ein bisschen halt Ersatz für die E-Mail Benachrichtigungen, die man bekommt, wenn neue Sendungen eingegangen oder geöffnet und gescannt wurden, wird’s in Kürze auch möglich sein, diese Benachrichtigungen dann per Slack zu bekommen. Und direkt in Slack auch dann zum Beispiel das Öffnen und Scannen der Sendungen anzufordern. Marcus: Ja, ich glaube, das ist richtig cool für digitale Nomaden, die auch schon ein kleines Team aufgebaut haben und virtuell arbeiten oder selber in dem Team drin sind und da läuft ja mehr oder weniger dieser Kaffeeklatsch oder das Socializing, was Du im normalen Coworking Space hast. Mittlerweile ziemlich oft dann über Slack, was ja auch cool ist. Irgendwo gehört’s ja auch dazu. Man rät ja auch gerne mal über andere Sachen, als den ganzen Tag über Arbeit oder arbeitet irgendwelche Tasks in Trello ab und so sehe ich Slack im Moment noch irgendwie so als Tool irgendwo dazwischen, als Socializing Tool. Aber, weil man da ja auch ständig on ist, macht es ja super viel Sinn, dass man dann angepingt wird und sagt “Du hast eine neue Briefpost” und wenn man möchte, dann direkt auch den Scan dabei. Also richtig sinnvoll. Christian: Ja, kommt auf jeden Fall. Wir nutzen’s wie gesagt schon intern und uns macht das sehr viel Spaß. Von daher können wir es kaum erwarten, das auch endlich unseren Kunden zur Verfügung zu stellen. Es gibt eine Menge weitere Sachen. Gerade Anbindung an andere Cloudstorage Services, wie box.com, One Drive und verschiedene andere, die wir vorstellen werden. Das letztendliche Ziel dahinter ist, dass wir wirklich eine vollkommen offene Plattform werden, wo es dann über eine generelle API, so eine Programmierschnittstelle letztendlich die Möglichkeit gibt, für externe Services sich direkt bei uns anzuflantschen. Und die digitalen Dokumente, die wir jeden Tag aus den riesigen Mengen an Papier bei uns produzieren, dann automatisiert in anderen Systemen landen und dort weiter verarbeitet werden können. Das ist sicherlich auf der einen Seite interessant für unsere Privatkunden. Viel spannender ist es aber für unsere gewerblichen Kunden, die letztendlich dann das in ihre internen Dokumentmanagementsysteme bis hin zu ihrem SAP System dann diese digitalen Dokumente weiter verarbeiten können. Und das bietet natürlich für uns dann auch weitere Möglichkeiten zu Wachstum. Einfach, weil wir dadurch noch ein ganzes Stück weit mit sicher werden für unsere Kunden. Marcus: Mh. Du sagst gerade Wachstum. Was sind die Pläne longterm, bzw. midterm? Die nächsten drei Jahre, wenn man sie überhaupt schon absehen kann oder was steht alles noch, ich sag mal dieses Jahr und nächstes Jahr an? Ist vielleicht Internationalisierung irgendwann auch ein Thema? Christian: Du, ganz ehrlich? Wir haben da überhaupt keinen in den Stein gegossene Businesspläne. Wir haben eigentlich überhaupt keinen Businessplan, ja? Wo jetzt drin steht: Dieses Jahr, nächstes Jahr und die nächsten fünf Jahre müssen wir die und die Ziele erreicht haben und die Umsätze machen oder sonst irgendwas. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass wir keine Investoren an Board haben, die uns da entsprechend pushen. Uns liegt in erster Linie der Service und das Produkt am Herzen. Wir freuen uns natürlich über jeden neuen Kunden, den wir gewinnen und wir freuen uns auch, wenn unsere Umsätze jeden Monat steigen. Aber letztendlich ist das nicht das eigentliche Ziel. Sondern uns macht es Spaß am Produkt zu arbeiten und das kontinuierlich weiter vorwärts zu bringen und wenn dann im Ergebnis da auch, ich sage mal, finanziell was interessantes bei rauskommt, auch über die nächsten Jahre hinweg, dann sind wir da auch glücklich letztendlich. Aber das heißt nicht, dass wir uns da jetzt super aggressive Wachstumsziele für die nächsten Jahre gesteckt haben, wie wir dann auf Teufel komm raus, erreichen müssen bei der ganzen Sache. Marcus: Mh. Ja so habe ich Dich auch kennengelernt und so nehme ich Dich auch immernoch wahr. Dass das ganze sehr organisch, glaube ich, bei euch wächst und auch mit viel Freude. Gibt es überhaupt Marketingaktivitäten oder sagt ihr, ihr versucht über diesen Pooleffekt, dadurch dass das Produkt so gut ist und die Leute von selbst anfangen darüber zu reden, so wie wir es gemacht haben, Feli und ich, und dann ich darüber auf dem Blog geschrieben habe, ohne irgendwie von außen einen Anschub dazu bekommen zu haben, so zu wachsen? Oder habt ihr irgendwelche Channels, die ihr auch immer wieder testet, um an neue Kunden zu kommen? Christian: Ja, das ist schon richtig. Also unser Hauptchannel ist wirklich, sage ich mal, ein funktionierendes, qualitativ hochwertiges Produkt oder Service anzubieten und dann über Empfehlungen letztendlich unserer Kunden darüber weiter zu wachsen. Wir nutzen aber auch andere Kanäle. Also wir machen einiges beim Thema AdWords letztendlich. Viele Leute, die nach Briefpost digitalisieren suchen, die wir dann entsprechend darüber abgreifen. Wir haben mal was zum Thema PR versucht. Das hat aber nicht wirklich funktioniert. Wir haben mal Messen ausprobiert. Wir haben sogar mal einen Stand bei der CeBIT gehabt und verschiedenen spezielleren Messen. Hat teilweise funktioniert, teilweise nicht. Von daher müssen wir immer gucken, passt das letztendlich. Die ganze Sache hängt auch immer mit der konkreten Veranstaltung zusammen. Also wir probieren schon andere Sachen aus, aber sicherlich nicht so aggressiv, wie andere Startups das hier mit der entsprechenden Finanzierung in Berlin machen. Sondern wir gucken uns immer ganz genau an. Wir überlegen uns, macht das Sinn tatsächlich für uns? Spricht das unsere Zielgruppen an, die wir kennen? Von denen wir wissen, dass die einen Nutzen haben von dem Service und letztendlich, ab und zu machen wir da auch mal einen Versuch, aber wie gesagt, unser Hauptfokus liegt eigentlich darauf, ein tolles Produkt abzuliefern. Marcus: Okay, cool! Christian, vielen Dank für dieses mega, mega spannende Interview! Es waren viele Insides und ich glaube, auch sehr hilfreich für die Hörer. Danke für Deine Zeit und wir hören uns bald wieder! Christian: Ja Marcus, vielen Dank für das Gespräch! Yeah, das war eine kurze, aber knackige Folge von der LIFE HACKZ Show. Mittlerweile war das jetzt schon die Folge 28. Wenn euch das gefällt, dann hinterlasst mir doch eine Sprachnachricht auf lifehackz.de. Checkt dann direkt die Shownotes zu dieser Folge. Dort findet ihr alle Links. Gebt mir eine Bewertung auf iTunes oder unterstützt Felicia und mich bei unserer Charity-Aktion für Straßenkinder in Brasilien. Mehr Infos dazu unter www.lifehackz.de/charity. Ich hoffe, euch hat’s genauso viel Spaß gemacht wie mir und wir hören uns beim nächsten Mal. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Oct 9, 2015

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Interview mit Till Gross von Comfort Zone Crusher

Hey Leute, willkommen zu einer neuen Folge der LIFE HACKZ Show! LIFE HACKZ gibt Dir die besten Tipps und Hacks für Dein bestes Ich. Dein bestes Ich im Bereich Sport, gesunde Ernährung, Produktivität, Online Business, ortsunabhängiges Arbeiten oder auch mehr Selbstwertgefühl. Heute habe ich mir Tilll Groß aus Österreich vor die Kamera geholt. Und der Till ist ein DNX Speaker, der zuletzt auf der DNX GLOBAL performed hat. Er hatte die undankbare Aufgabe als letzter auf die Bühne zu müssen, um kurz vor 18:00 Uhr, nachdem die Leute acht Stunden Input gekriegt haben; ist dann vor 500 Mann internationalem Publikum auf die Bühne und hat das Ding mega, mega gerockt. Und das nicht ohne Grund: Till hat von den besten Therapeuten in den Staaten gelernt, ist super wissbegierig auf seinem Themengebiet. Er ist Gründer des Startup “Comfort Zone Crusher” und verhilft Menschen zu mehr Selbstbewusstsein und den richtigen Handlungen in den entscheidenden Momenten. Checkt das Interview aus, viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Warum du dich einfach mal mitten in der Fußgängerzone auf den Boden legen solltest.
  2. Warum es viel schwerer ist als du denkst ein Nein zu bekommen.
  3. Wie ein Selfie dir hilft deine Ziele zu erreichen.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Comfort Zone Crusher

5 Minute Journal

Headspace

https://www.youtube.com/watch?v=p7z6mcdXVvQ [su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Till Groß   Marcus: Okay cool! Hey, willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ und willkommen Till! Cool, dass Du am Start bist! Till: Vielen Dank, ich freue mich, dass ich da sein darf! Marcus: Wo erwischen wir Dich denn gerade und was machst Du da? Till: Jetzt bin ich gerade in Wien. Ich bin vor knapp… also genau, als die DNX GLOBAL war, bin ich gerade aus Chicago zurückgekommen. Da bin ich für einen Monat mit einer Freundin so ein bisschen durch Europa gereist und jetzt seit knapp dreieinhalb Wochen bin ich in Wien und bin jetzt hier für drei Monate und habe halt ein Team - ich habe jetzt zwei Leute, die hier Vollzeit für mich arbeiten - und jetzt bin ich für drei Monate mit meinem Team hier in Wien. Die Sonne scheint auch noch gerade, obwohl es schon fast Oktober ist. Also es ist alles perfekt, denke ich. Marcus: Ja sehr geil, das ist cool! Ich hab’s ja eben gesehen, da haben wir noch kurz das Video angehabt, bevor wir hier aufgenommen haben auf Skype. Bei Dir scheint die Sonne, hier scheint die Sonne, so schlimm ist es doch nicht in Deutschland, solange die Sonne scheint. (beide lachen) Till: Genau das habe ich auch gedacht. Allerdings November und Dezember kommen bald ne? Marcus: Ja, das auf jeden Fall, da wird’s wieder härter. Du sagst gerade, Du arbeitest mit Deinem Team jetzt - ähm die Vollzeit für Dich arbeiten an Deinen Projekten. Was genau ist das? Und was machst Du? Und wofür stehst Du? Wofür willst Du stehen? Till: Genau, also Comfort Zone Crusher. Im Grunde, was wir machen dort ist, dass wir wirklich so evidenzbasierte Psychotherapiemethoden nehmen und Research aus der Psychologie. Und das ist so eine unterhaltende, lustige und spielerische Art und Weise aufbereiten und damit Leuten helfen vor allem im sozialen Kontext: wie kann man Ängste überwinden? Wie kann man lernen besser mit Angst, Nervosität und Unsicherheit umgehen, um dann in verschiedenen Lebensbereichen besser zu performen, das heißt im Businesskontext, aber auch im privaten Bereich einfach soziale Interaktionen mehr zu genießen und da sozusagen auch sein Sozialleben besser auszubauen. Und das hat begonnen vor eineinhalb Jahren ungefähr, als so ein kleines Seitenprojekt bis sich das nach und nach halt immer mehr zu einem Vollzeitbusiness gewachsen, bis jetzt dahin, dass ich halt auch zwei Leute habe, die jetzt auch Vollzeit für mich arbeiten. Marcus: Cool, das klingt sauspannend. Das Projekt nennt sich Comfort Zone Crusher und ist zu finden auf comfortzonecrusher.com oder wie ist die URL? Till: Ganz genau ja. Also www.comfortzonecrusher.com. Marcus: Okay und was genau bietet ihr an über die Website? Till: Genau, also am habe ich angefangen mit ganz kleinen Sachen zu testen und nach und nach haben wir uns hinentwickelt. Auf der einen Seite gibt’s so eine Free 7 Day Challenge. Da bekommt man umsonst obviously für sieben Tage immer so kleine Komfortzonen Challenges. Das heißt, das sind Videos von mir und Leuten aus meinem Team, wo wir immer wieder verschiedene kleine Comfortzone Challenges machen. Und da ist auch so eine Community entstanden von Leuten aus der ganzen Welt mehr oder weniger, die eben auch diese Comfortzone Challenges machen. Das ist auch so der Einsteigerkurs, den die meisten Leute machen. Und auf der anderen Seite haben wir dann Ende April, März diesen Jahres haben wir den ersten richtigen Online Kurs entwickelt. Und am Anfang war ein 30-Tage Online Kurs. Mittlerweile gibt es vielmehr Content noch dazu und der heißt Make Yourself Through Anything. Und da habe ich wirklich all mein Wissen, was ich mittlerweile von allen möglichen Therapeuten und Coaches und Psychologen gelernt habe, in Richtung: Wie kann man effektiv mit Angst umgehen? Wie kann man sich selber dazu bringen Dinge zu tun, die einen nervös machen; die einem Angst machen? Oder wenn man immer wieder wichtige Dinge aufschiebt, wie kann man die Sachen konstant immer wieder umsetzen? Und halt lernen auch mit der eigenen Psychologie und seinen eigenen Emotionen besser umzugehen. Das ist also das, worum es in dem Kurs geht. Marcus: Mh. Was kann so eine typische Comfortzone Challenge dann sein? Till: Also die allertypischste Comfortzone Challenge ist, dass man sich 30 Sekunden mitten in der Öffentlichkeit auf den Boden legt. Es kam ganz am Anfang, Original eigentlich von Tim Ferris, der das auch natürlich auch von woanders hat. Aber das ist so die allererste Challenge, dass man für 30 Sekunden einfach in der Öffentlichkeit sich auf den Boden legt. Und dann da heraus sind dann ganz, ganz viele andere Challenges noch entstanden. Mittlerweile haben wir eine Liste von knapp 100 Challenges. Marcus: Wow krass! Till: Und das sind solche Sachen wie: Versuche zehn Mal abgewiesen zu werden, so schnell wie möglich. Marcus: Das ist glaube ich, gar nicht mal so einfach, oder? Till: Ja genau! Also das ist das Spannende. Ich war Anfang letzten Monats in London und da haben wir so ein kleines Meetup gemacht. Das heißt mit unseren Lesern und Zuschauern habe ich in die Facebook-Gruppe gepostet - wir haben auch so eine Facebook-Community mit fast 1000 Leuten mittlerweile - da habe ich gesagt “Hey ich bin in London! Wie sieht’s aus? Machen wir so ein kleines Meetup?” Da sind dann mehrere Leute zusammengekommen und da war ein Typ dabei gewesen. Und er meinte “Ja passt”. Und da haben wir alle Challenges zusammen gemacht und da meinte der eine Typ: Ja, er würde die Ten Times Rejection Challenge machen. Also dass er möglichst schnell zehn Mal abgewiesen wird. Und er geht dann so weg und das war an der Themse gewesen und er geht so weg. Wir warten und warten… 10 Minuten… 15 Minuten… andere machten andere Challenges… 20 Minuten… er ist immer noch nicht wieder da. Und da dachte ich, ich gehe mal nach ihm schauen und er war vollkommen verzweifelt. Er kommt auf mich zu und sagt: Till, niemand von den Leuten sagt nein! Die geben mir alles was ich will. Marcus: (lacht laut) Till: Er hat ein Stück Pizza bekommen und hat einen Schluck vom Bier bekommen und hat von irgend so einem großen Bodybuildertypen durfte seine Musik anhören mit seinen Kopfhörern. Marcus: (lacht laut) Till: Ein Mädchen hat ihm einen Blazer gegeben. Also wirklich… war echt verrückt, was der alles bekommen hat. Marcus: Crazy, crazy, crazy! Ich habe nämlich genau von der Challenge auch gehört vom Alex, glaube ich. Da haben das die Leute gemacht, die zusammen mit dem Ben, der ja auch ein guter Kumpel von Dir ist, der auch mal so einen Workshop im Rahmen der DNX gegeben hat zum Thema Selbstbewusstsein steigern, Angst, Nervosität aufbrechen. Also quasi auch dieses Comfortzone Challenge Ding. Und ich glaube die waren auf dem Alex unterwegs und mussten dann auch diese zehn Neins reinholen. Und ich konnte es gar nicht glauben, aber die waren total aufgebracht, sind dann wiedergekommen vom Alexanderplatz ins Betahaus und meinten so: Boah, ey Marcus, das ist so schwer so irgendwie… Die Leute, die sagen nicht nein. Die haben mir ihr Getränk gegeben, ich durfte die Brille von dem einen aufsetzen und die Dritte hat mir dann noch ihr Brötchen abgegeben (lacht). Und da dachte ich so: Vielleicht ist die Welt ja doch gar nicht so schlecht, wie jeder denkt. Till: Ja ganz genau. Genau den Workshop, das war letztes Jahr oder? Marcus: Ja, oder letztes Jahr, Tschuldigung. Till: Ja genau, die habe ich mit Ben zusammen gegeben… Ja genau! Die Leute sind immer erstaunt. Wenn man solche Sachen macht oder auch diese Laydown Challenge macht, all diese verschiedenen Challenges macht. Was immer diese eine Sache ist, die Leute auch merken und lernen ist einfach auf der einen Seite: Den Leuten sind ziemlich viele Sachen komplett egal was Du machst. Auf der anderen Seite: Wenn Du sozusagen auch Interaktionen mit anderen Leuten triffst, meistens sind diese Interaktionen wirklich, wirklich, wirklich nett und oft kommen da auch wirklich so nette sozusagen Begegnungen zustande. Marcus: Ja. Was meinst Du denn? Woher kommt das, dass man zum Beispiel, weiß ich nicht, als kleiner Junge so mit fünf, sechs Jahren, sieben, acht hätte man wahrscheinlich überhaupt kein Thema damit gehabt, sich auf den Alex zu legen für zehn Minuten oder fünf Minuten und einfach zu genießen, was da abgeht. Dass man im Mittelpunkt steht. Und das ganze irgendwie zehn Jahre später mit 17, 18, 21 ist es für viele, für die meisten glaube ich, ein riesen Problem und eine große Challenge. Was passiert da genau? Oder was sind da die Hintergründe? Wer nimmt da Einfluss auf einen? Till: Ja, also da spielen verschiedene Sachen rein. Auf der einen Seite: Je älter man wird, desto mehr wird man sich auch seiner selbst bewusst. Dass man halt, am Anfang, wenn Kinder oder Babys noch ganz, ganz klein sind, dann merken sie nicht mal, dass sie selber in der Welt existieren, sondern alles ist so im Grunde so Welt für sie. Und nach und nach merken sie dann, oh, im Grunde bin ich ein eigener Organismus, der in der Welt existiert. Und das nimmt bei Kindern, wenn sie älter werden, mehr und mehr zu. Das ist halt auf der einen Seite der Prozess, dass man sagt: Okay, hier bin ich und um mich herum ist die Umwelt. Und wir können miteinander interagieren. Auf der anderen Seite, der andere Prozess ist dann noch so was, was man Sozialisierung nennt. Das heißt, damit unsere Gesellschaft funktionieren kann, ist so was wie soziale Angst oft extrem hilfreich, damit wir nicht uns alle verhalten wie Arschlöcher oder dass wir einfach alles machen wollen würden, was wir wollen. Ganz gleich, wie es anderen Menschen dabei geht oder was andere Menschen von uns denken. Das heißt, diese Angst, dass man ab und zu denkt “Oh mein Gott, was denken jetzt die anderen?” oder wenn jemand den Kopf schüttelt, hilft einfach auch der Gesellschaft, dass sie existieren kann, so wie es nunmal funktioniert. Denn ganz, ganz früher, was mittlerweile schon jeder weiß, ganz, ganz früher, wenn wir in so Tribes, in so Stämmen gelebt haben und da sozusagen exkludiert wurden, hat das meist bedeutet, dass wir dann auf der einen Seite uns nicht fortpflanzen können und auf der anderen Seite, dass wir vermutlich auch sterben. Weil wir gemeinsam auf die Gruppe auch uns verlassen mussten, dass wir halt Schutz finden, aber auch Nahrung und dergleichen. Das heißt, daher kommt das relativ tief in uns drinnen, dass uns aber schon wichtig ist, was andere Menschen von uns denken und angenommen, wir würden ausgegrenzt werden: Auf der einen Seite gibt es da auch so einen psychologischen Schmerz, der da im Gehirn stattfindet und auf der anderen Seite ist es einfach so, dass durch die Sozialisierung wird uns immer wieder beigebracht, dass man eben das versuchen sollte zu vermeiden sozusagen, da negativ aufzufallen. Und das sind auf der einen Seite positive Aspekte, dass auf diese Art und Weise unsere Gesellschaft so funktionieren kann. Auf der anderen Seite, wenn das zum Beispiel Überhand nimmt und man nicht lernt damit effektiv umzugehen, steht man sich immer - und das kennen wir alle irgendwie - steht man sich ganz oft selber im Weg und kann dann nicht die Dinge tun, die man gerne tun würde. Marcus: Ja genau die Balance, die finde ich glaube ich oder denke ich, ist glaube ich schwierig für viele zu finden. Dass man denkt, okay zum einen die ganzen Aspekte, die wahrscheinlich sinnvoll sind im Rahmen von einer Gesellschaft oder dass ein System funktioniert. Dass man eine natürliche Angst entwickelt, nicht einfach sich wie die Axt im Walde zu benehmen und alles das zu tun, worauf man gerade Bock hat. Auf der anderen Seite sich vielleicht aber auch nicht zu sehr zurückzunehmen. Ich find’s mega schwierig, da immer so ein Empfinden für zu entwickeln, je nach dem wo man gerade unterwegs ist, mit wem man unterwegs ist, was für einen Background man selber hat, was für einen Background die anderen haben, mit denen man unterwegs ist. Das sind ja manchmal glaube ich Nuancen, die dann entscheiden, ob man irgendwas tut oder nicht tut ne? Till: Ja vollkommen. Marcus: Und ich glaube, deshalb ist das Thema auch so spannend, sich selbst zu educaten oder disziplinieren in bestimmten Situationen dann doch aus sich rauszugehen, weil es wahrscheinlich das bessere für einen wäre und dann und dann vielleicht manchmal mal nichts zu sagen und einfach mal es geschehen zu lassen, dass man nicht zu jedem Thema ne Meinung haben kann. Ich glaube, das fällt vielen Leuten auch schwer. Till: Ja, ich kenne da auch ein paar Leute, ja. (beide lachen) Marcus: Wie macht ihr das? Weil, ich meine, ihr seid ja noch so ein Metalevel da drüber, oder gerade Du mit Deinem Background und der ganzen Ausbildung in den Staaten von den besten Psychologen, die man hier finden kann auf der Erde? Wie findet man da immer den richtigen Ansatz bei der jeweiligen Person, um die dann zu educaten und zu sehen, was braucht derjenige jetzt? Ist der schon zu weit oder braucht der noch ein bisschen mehr Selfesteem oder muss der sich in manchen Situationen mehr zurücknehmen? Till: Also ich sage mal, was solche Sachen angeht, bin ich immer ein ganz, ganz großer Fan von Workability. Also im Grunde, was funktionert? Und im Sinne: Was funktioniert? Messe ich vor allem meine Klienten immer daran: Was sind Deine Werte und Ziele im Leben? Und: Ist das, was Du tust hilfreich im Sinne des Erreichen Deiner Ziele oder im Einklang Leben mit Deinen Werten? Das heißt, es gibt da einen gewissen Kontext, wo man vielleicht jetzt die Chance hat mutig zu sein oder der Mund aufzumachen. Aber wenn man darüber nachdenkt und ich denke “Howow, im Grunde ist das jetzt für meine Wertung vollkommen egal, ob ich jetzt meinen Mund aufmache oder nicht oder es hat auch nichts mit meinen Zielen zu tun”, dann muss man in der Situation nicht den Mund aufmachen. Man muss jetzt nicht mutig sein und aus sich herausgehen. Allerdings in einer anderen Situation: Wenn dann Angst da ist, dann denkst Du “Okay gut, hat das was mit Deinen Werten oder Zielen zu tun?” Sei es zum Beispiel: man will reisen und irgendwie ein Teil davon ist halt, keine Ahnung, was man seinen Eltern sagen muss. Kann ich jetzt… keine Ahnung, mir fällt gerade kein gutes Beispiel ein. Aber sagen wir ein dummes Beispiel, irgendwie Du musst irgendwie Deine ganzen Klamotten irgendwo unterstellen und das willst Du bei Deinen Eltern machen, weil Du jetzt irgendwie reisen gehen willst. In dem Moment dann sozusagen, Deinen Eltern zu sagen, was Du jetzt vorhast, kann zum Beispiel schon unangenehm sein. Das ist ein komisches Beispiel… aber dann in dem Kontext ist es halt wichtig, weil es eines Deiner Werte ist, die Welt zu sehen und auch Dein Ziel ist, zu reisen, dann in dem Kontext für Dich selber einzustehen und dann Deinen Eltern zu sagen “Hey, ich muss meine Sachen bei euch unterstellen” in so einem Kontext würde es halt Sinn machen, weil’s halt im Einklang mit Deinen Zielen und Werten ist. Sozusagen für Dich selber einzustehen und sozusagen Deinen Eltern in der Hinsicht zu konfrontieren. Wenn das jetzt irgendwas wäre, was so zwischenmenschlich Probleme gibt. In einem anderen Kontext könnte es sein, dass Du auch mit Deinen Eltern…. komisches Beispiel… mit Deinen Eltern jetzt irgendein Problem hast, allerdings, weil es nicht mit Deinen Zielen und Werten zu tun hat, dann dass Du nicht für Dich selber einstehen musst sozusagen und es dann einfach sozusagen vorbeiziehen lassen kannst. Das ist so ein Punkt sozusagen. An dem ich mit Leuten, wenn ich mit einem Coaching Sessions mache und mit ihm mal ganz spezifisch dran arbeite, ganz am Anfang, erstmal zu schauen: Okay, was sind Deine Werte und Deine Ziel? Und das immer sozusagen als Messurement zu nehmen. Funktioniert gerade, was Du tust? Im Sinne davon: Erreichst Du Deine Ziele oder kommst Du näher in Richtung Deiner Ziele? Marcus: Okay, also kann es ganz am Anfang oft der Fall sein, dass ihr erstmal das Wertesystem und die Ziele definiert mit demjenigen im Coaching. Till: Ja genau, vollkommen. Weil ansonsten so … wer hat das gesagt? - Ich glaube dass das Steven Hayes gewesen ist, so ein Therapeut aus den USA. Und er meinte halt, dass sozusagen Werte sind im Grunde der Kompass in dem Dein Leben sich bewegt. Also der Wert ist ein Kompass und Ziele sind so Wege. Also der Kompass zeigt Richtung Norden zum Beispiel. Und da ist für mich jetzt von Wien heraus, zum Beispiel Berlin mein Ziel. Das heißt, das musst Du als erstes definieren, damit Du dann anfangen kannst zu laufen in eine Richtung oder den Bus zu nehmen oder zu fahren in eine Richtung. Und dann basiert darauf, wo Dein Ziel ist oder was Dein Wert ist, in welche Richtung Du gehen willst, basierend darauf kannst Du merken, oh, ich muss mehr nach links gehen oder ich muss mehr nach rechts gehen. Und das heißt für manche Leute, um wieder zu diesem Axt im Walde Ding zurückzugehen, für manche Leute kann es heißen, oh wow, andere fahren immer über mich hinweg, ich werde immer untergebuttert oder ich komme nie zu Wort, dann heißt es für Dich jetzt, sozusagen umzuschwingen und mal ein bisschen lauter zu werden. Auch mal anderen Leuten sozusagen ein bisschen auch sie anzurempeln so in der Richtung. Auf der anderen Seite, wenn Du zum Beispiel viel zu überschwänglich bist und oft andere Leute verletzt oder andere unwohl fühlen lässt in der Gegenwart, dann kannst Du wieder schauen, was Deine Ziele und Werte sind. Wenn eines Deiner Ziele und Werte ist sozusagen mit anderen Leuten gut zurecht zu kommen, dann heißt es da in die andere Richtung umzuschwingen und auch da ein bisschen ruhiger und ein bisschen leise zu sein. Sozusagen auch mal andere Comfortzone Challenges zu machen. Zum Beispiel, da mal auszuprobieren “Hey, schaffe ich es mal einen Abend so unsichtbar wie möglich zu sein, während ich auf einer Party bin?” Anstatt derjenige zu sein, der immer in dem Mittelpunkt steht. Und da kann man auf verschiedene Art und Weise so austesten und auch unterschiedliche Dinge ausprobieren, die jetzt außerhalb Deiner Komfortzone sind. Und Dich am Ende vielleicht immer näher Richtung Deiner Werte oder Ziele bringt. Marcus: Mh mh, macht Sinn, krass! Also das heißt, die Komfortzonen Challenges gehen nicht immer in die Richtung - darauf wollte ich eben auch so ein bisschen hinaus - ich muss noch selbstbewusster werden, ich muss irgendwie noch mutiger werden und noch lauter und mich noch mehr bemerkbar machen, sondern das kann auch ein ganz guter Ansatz oder eine Hilfe sein für Leute, die sagen “Ich weiß nicht, ich komme mit anderen Leuten nicht gut klar, weil ich vielleicht immer ein bisschen zu weit über’s Ziel hinausschieße. Ich möchte mich eigentlich zurücknehmen, aber weiß noch nicht genau wie. Kann mir da jemand helfen”? Till: Ja genau, also genau, das ist nicht direkt was wir in unserem Programm ansprechen. Sondern in unseren Online Kursen sprechen wir schon eher die Leute an, wo es eher darum geht, selbstbewusster zu werden. Allerdings, in meinem One on One Coaching habe ich öfters in der Hinsicht Klienten. Wir haben auch letztens ein Video darüber aufgenommen. Viele Leute versuchen immer so das Alpha-Tier - vor allem Männer - zu sein und übermäßig cool zu sein. Und was dann oft passiert ist, dass die dann bei anderen Leuten nicht so gut ankommen. Und dann sozusagen anstatt zum Beispiel zu versuchen cool zu sein und das Alpha-Tier zu sein, kann da der erste Schritt sein, einfach mal nett zu sein, aufmerksam zu sein und so liebevoll und respektvoll im Umgang mit anderen Menschen zu sein. Und erst dann sozusagen, wenn man das geschafft hat und man dann auch so eine Gruppe von Leuten, die einen gern haben und wo man auch eine gute zwischenmenschliche Beziehung hat, dann den nächsten Schritt zu gehen und dann mal gucken “Okay, wie kann ich doch ein bisschen selbstbewusster werden?” Marcus: Mh, ja ich habe das auch gemerkt, beispielsweise wo ich jetzt vor eineinhalb Jahren oder so ist das schon her, dass ich angefangen habe, dieses 5 Minute Journal auszufüllen. Das ist ein Daily Journal... Till: Ja, das mache ich auch. Marcus: ...Gratitude Journal, wo dann auch manchmal so Hilfefragen bei waren oder irgendwie in dem Zusammenhang kann dann auch mal so das Tagesziel - irgendwo habe ich das gelesen - höre mehr zu, als dass Du selber redest. Dann dachte ich mir im ersten Moment “Ja pff, easy. Was ist denn daran irgendwie schwer?” ne? Und wenn man sich dann aber mal selber hinterfragt und dann auch selber abcheckt, während dieses Tages, ist es mega schwer, weniger zu sagen als anderen zuzuhören. Und das war für mich dann auch wieder so ein Moment, wo ich dachte so: Mh cool. Also irgendwie, man kann ja immernoch in alle Richtungen wachsen und nur wenn Du anderen zuhörst, kannst Du ja auch selber wieder was lernen. Weil alles was Du anderen erzählst, weißt Du ja schon. Till: Ja genau. Ich finde, das ist ein super Beispiel. Es gibt das Buch von Brené Brown. Und viele haben vielleicht den TED Talk von ihr gesehen. Und da geht es halt auch viel um Mut. Und sie sagt zum Beispiel, dass Mut nicht immer bedeutet, dass man jetzt laut ist und den Schritt nach vorne geht, sondern vor allem für manche Menschen kann auch so die mutige Handlung mehr oder weniger sein, mal einen Schritt zurück zu tun, so ein bisschen mehr Verletzlichkeit zu zeigen und wenn Du zum Beispiel wütend bist und normalerweise, wenn Du wütend bist, immer auf andere Menschen drauf gehst und sie anschreist, dann wäre das Mutige sozusagen für Dich, wenn Du wütend bist, nicht jetzt auf andere Leute draufzugehen und anzuschreien, sondern einen Schritt zurückzugehen und bewusst was nettes für die andere Person zum Beispiel zu tun. Also wenn die Person etwas richtig doofes macht, natürlich kannst Du dann wütend sein und musst jetzt nicht was nettes machen, allerdings hat jeder sozusagen so Grundverhaltensweisen, wie Du auf bestimmte Situationen reagierst und oft, was wirklich viel Mut verlangt oder wo Du dann auch aus Deiner Komfortzone rausgehen musst, ist einfach sozusagen einen Schritt zurückzugehen und da mal einen anderen Weg einzuschlagen. Das heißt für manche anstatt leise zu sein und das sTillle Mäuschen in der Ecke zu sein, laut zu sein und seine Meinung zu äußern. Für andere, was Du gerade beschrieben hast, kann es sein, den Schritt zurückzugehen und zu merken “Oh wow, ich bin immer der, der spricht. Jetzt gehe ich mal einen Schritt zurück. Jetzt höre ich mal eher zu und gebe der anderen Person Bestätigung anstatt jetzt selber immer das Gespräch zu führen.” Marcus: Mh, und bei den Leuten, die eher stilll und leise sind und sich dann an euch wenden, irgendwie zu euch finden und das cool finden, was ihr macht, kannst Du das irgendwie prozentual einschätzen, aus welchen Beweggründen die kommen? Sei es jetzt aus dem privaten Bereich “Ich möchte jetzt endlich mal ein nettes Mädel kennenlernen” oder fühlen sich irgendwie gemobbt von... vielleicht auf der Schule oder im Studium oder in der Ausbildung oder wollen im Business weiterkommen. Oder ist es oft so ein Mix aus allen verschiedenen Facetten des täglichen Lebens? Till: Ja, also verdammt tolle Frage und wir haben heute erst wieder… David, einer aus meinem Team, hat heute wieder die Ausrechnungen gemacht und sich angeschaut, was genau bringt die Leute dann dazu, auch unsere Produkte zu kaufen und so Kurse mitzumachen. Und es ist vor allem, dass die eine Sache immer wieder genannt wird. Dass Leute oft dieses Problem habe, dass die sich so sehr Gedanken darüber machen, was andere über sie denken oder einfach in so eine Angst oder Unsicherheit besteht, was andere denken könnten. Und was wir ganz oft sozusagen erleben bei Leuten ist, also dass sie einfach gewisse Gelegenheit verpassen. Und das ist so mit einer der größten Pain, also Schmerzen, die diese Leute haben, die zu uns kommen. Dass sie einfach wissen, ihr Leben könnte deutlich besser sein, ohne dass sie jetzt viel machen müssen. Einfach nur indem sie die Gelegenheiten, die sich ihnen darbieten, einfach wahrnehmen würden. Und sie wollen sozusagen da den Mut und das Selbstvertrauen haben. Solche Dinge einfach wahrnehmen. Sei es zum Beispiel, dass ein nettes Mädchen vorbeiläuft. Oder sei es zum Beispiel, dass man schon mit einer Person spricht und dann einen Schritt weitergeht. Oder sei es, dass man sozusagen eine Idee hat und dann den Schritt hingeht und die Idee umsetzt. Oder sei es, dass man sozusagen seinen Boss nach einer Gehaltserhöhung fragt. All solche kleinen Sachen, die sozusagen greifbar sind, die bereits schon da sind, aber wo man nicht diesen einen Schritt, um es wirklich sozusagen greifen zu können. Marcus: Ich hatte das ehrlich gesagt, früher auch so ein bisschen, dass ich ziemlich oft verpassten Chancen hinterher getrauert habe. Und in diesem Abwärtscircle dann die neuen Chancen gar nicht mehr gesehen habe, weil ich noch viel zu sehr damit beschäftigt war “Hättest Du doch damals irgendwie so und so reagiert oder auf die E-Mail anders geantwortet” oder also manchmal war es dann soweit, dass ich mich dann… obwohl man es nicht mehr ändern konnte, so weit reingesteigert habe, dass ich dann noch 20.000 Szenarien durchgespielt hätte und mich gefragt habe, ob es dann zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre. Hätte ich in der Situation irgendetwas anders gemacht. Aber das ist ja so … Das wird ja keiner mehr herausfinden können, ob es wirklich so ist, außer dass Du es dann im nächsten Fall dann vielleicht mal anders versuchst oder die Chance dann ergreifst. Ich habe aber dann die Chancen gar nicht mehr gesehen, weil ich immernoch so den alten Sachen nachgetrauert habe und noch viel zu sehr auch damit beschäftigt gewesen bin, was denken dann vielleicht andere über einen, ne? Till: Ja, vollkommen. Marcus: Und ähm, genau dieser Punkt: Was denken andere über einen? - Würdest auch sagen, dass es oftmals für einen selber ein viel größeres Problem ist, als dass es eigentlich ist für die anderen? Till: Ja, auf jeden Fall. Marcus: Also ich weiß jetzt nicht genau, wie ich es ausdrücken soll, aber so dass die eigene Wahrnehmung meistens irgendwie Sachen dann größer erscheinen lässt oder Probleme, als dass sie es eigentlich sind? Dass es für andere eigentlich total unwichtig ist, was Du da irgendwie gemacht hast? Till: Also vollkommen. Auf der einen mittlerweile durch die ganzen Erfahrungen mit unseren Teilnehmern wurde das sozusagen bestätigt. Auf der anderen Seite gibt es dazu einige psychologische Studien. Es geht so Richtung… Es heißt Spotlight Effekt. Das heißt, da gibt es eine Studie, wo -  ich glaube es war Cornell University - den Versuchsteilnehmern wurden so auffallende orangene T-Shirts angezogen und dann mussten sie in ein Zimmer reingehen, wo ganz viele Leute saßen. Und da mussten sie nacheinander rausgehen und schätzen, wie viele Leute gemerkt haben, dass sie dieses komische orangene T-Shirt getragen haben. Die meisten Leute sind rausgekommen “Oh mein Gott” von wegen, dieses lächerliche T-Shirt anzuhaben. Es wurden dann die Leute befragt “Wieviele von euch haben gemerkt, dass der Typ reinkommen ist, mit einem komischen orangenen T-Shirt?” Und da waren es irgendwie 10% oder vielleicht 15% der Leute, die das gemerkt haben. Da hat man auch gesehen, wieviel andere Leute mitbekommen und wieviel andere Leute wirklich mitbekommen bemerken. Und das ist wirklich ein großer Punkt. Und wenn man so eine Challenge macht, wie zum Beispiel sich für 30 Sekunden auf den Boden zu legen… wir haben am Samstag das erste Meetup hier in Wien gehabt, da waren knapp 30 Leute da und das ist auch eine Sache, die ich anfange auf der ganzen Welt zu machen und auch in Berlin, deshalb überall so kleine lokale Meetups von Comfort Zone Crusher Leuten, die jetzt da ankommen. Auf der einen Seite auch so auf Bühne Persönlichkeitsentwicklungssachen machen, aber auch halt rausgehen und Comfortzone Challenges noch machen. Und da haben wir es dann auch wieder gemacht und manche Leute haben ihre ersten Challenges jetzt am Samstag gemacht und danach meinten die “Oh mein Gott! Das war echt wirklich erstaunlich, wievielen Leuten es komplett egal war, dass ich da mitten auf dem Boden gelegen bin in der Haupteinkaufsstraße in Wien”. Und Du liegst dann halt da und da laufen 50 Leute an Dir vorbei und 30 Leute davon schauen Dich noch nichtmal an. Die bemerken noch nichtmal, dass Du da am Boden liegst, weil, vermutlich, die laufen halt gerade durch die Straße und denken sich wahrscheinlich selber “Oh mein Gott, jeder wird bemerken, dass meine Brille ein bisschen schief ist” oder “dass ich heute einen komischen Mantel anhabe” oder “dass ich hier einen Fleck auf meiner Hose habe”. Weil jeder ist sozusagen mit sich selber beschäftigt meistens, dass die meisten Leute gar nicht mitbekommen, was Du eigentlich machst oder wenn bei Dir irgendetwas schief geht oder so. Marcus: Mh, was würdest Du sagen, sind coole Hacks oder Life Hacks für den Alltag für mehr Selbstbewusstsein, die jeder irgendwo einbinden kann in sein tägliches Leben? Till: Eine Sache, wenn man sich generell… jetzt nicht direkt Selbstbewusstsein, allerdings da mit dieser Technik kannst Du Dich wirklich dazu bringen, alles zu tun, was Du willst _____. Das hat bisher jedes Mal funktioniert und das geht auf Studien zurück von Ed Diener, das ist so ein relativ berühmter Social Psychologist, und im Grunde, was man machen muss, im Grunde was die Studien gezeigt haben ist, wenn Du in den Spiegel schaust, das heißt, Dir selber in die Augen schaust oder heutzutage kann man eine Handykamera nehmen und jede Kamera nehmen und ein Video von sich selber aufnehmen. Das heißt, wenn Du sozusagen Dein eigenes Gesicht siehst und Dich selber sozusagen wahrnimmst, was passiert ist, Du wirst Dir Deiner selbst bewusst auf so einer positiven Art und Weise. Denn Du wirst Dir ebenfalls bewusst, was eigentlich Deine Werte und Deine Ziele sind. Auch wenn es auf so einer unbewussten Ebene ist. Marcus: Das heißt, wenn Du in den Spiegel guckst jetzt einfach nur oder was? Till: Ja genau. Und die haben das zum Beispiel gemacht mit so Kleinkindern, die so Süßigkeiten aus ner Büchse rausnehmen. Wenn ein Spiegel vor der Süßigkeitenbox ist und die sich selber sehen, nehmen sie weniger Sachen raus, als wenn kein Spiegel da wäre. Es wurde auch gemacht mit Leuten, wenn da ein Spiegel vorne ist, lügen Leute weniger und solche Geschichten. Das heißt, Leute verhalten sich mehr im Einklang mit den eigenen Werten und Zielen. Und wenn das mal machen will. Man steht zum Beispiel vor einer Situation, die einem vielleicht Angst machen wird. Sei es zum Beispiel das Social Networking wenn Du bei einem Event bist und da kommt irgendwie ein berühmter Blogger vorbei oder was auch immer und Du willst die Person ansprechen, aber Du hast Angst, aber eigentlich willst Du es tun, aber Du hast Angst. Und was Du machen kannst: Du kannst, also Frauen können so einen Spiegel rausnehmen aus der Handtasche oder Du kannst aber auch Deine Handykamera rausnehmen und ein Foto von Dir selber machen und indem Du Dir selber in die Augen schaust, wirst Du Dich Deiner selbst bewusst und dann war es oft sozusagen…. es gibt auch diesen Spruch so in der Alltagssprache “Man kann sich selber danach nicht mehr in die Augen schauen”, weil man irgendwas macht, was man eigentlich selber nicht mag. Und auf diese Art und Weise kannst Du halt selber so Deine Motivation nach oben pushen und dann den Schritt gehen, um zum Beispiel die Person anzusprechen. Und das ist wirklich erstaunlich, ich empfehle das jedem, aber ich finde es wirklich erstaunlich, wie gut das funktioniert. Also das ist so eine Sache, die Du machen kannst, um Deinen Mut so nach oben zu bekommen, um in der Situation wirklich eine Minute vorher oder 30 Sekunden vorher, direkt vorher, wirklich so den letzten Schritt zu gehen und dann die Sache zu machen. Das ist so ein Punkt. Und vermutlich die beste Übung, um in der Situation innerhalb von kürzester Zeit wirklich 30, 40 Sekunden seinen State, also Selbstbewusstsein  es gibt psychologische Trades und States. Ein Trade ist so eine Charaktereigenschaft, die ist relativ stabil über die Zeit. Selbstbewusstsein allerdings ist ein psychologischer State. Das heißt, es variiert relativ stark über die Zeit und man kann es relativ leicht beeinflussen. Die beste Art und Weise momentan selbstbewusster zu werden ist es - und da gibt es auch wieder einige Studien dazu, die ich jetzt nicht zitieren werde - da wurde vergleichen, was der Unterschied ist zwischen sozialen Ängsten von Leuten und selbstbewussten Leuten ist. Und der größte Unterschied ist einfach, dass sozial selbstbewusste Leute vor einer Interaktion sich auf drei Sachen fokussieren. Nr. 1: Was sind Situationen, die in der Vergangenheit wirklich, wirklich gut gelaufen sind. Nr. 2: Was sind Gründe, warum sie gleich erfolgreich sein werden? Und Nr. 3 generell: Sie haben eher Erinnerungen daran, an Sachen auf die sie stolz sind oder die gut über sie selber sind. Das heißt, bevor Du einen Vortrag halten musst oder bevor Du jemanden ansprechen willst oder bevor Du ein Interview hast oder bevor Du gleich im Fernsehen auftreten musst, was auch immer relevant für Dich ist. Was Du machen kannst ist, Du machst Dir eine Liste von fünf Sachen, auf die Du stolz bist. Fünf Situationen in der Vergangenheit, wo die Situation bereits einigermaßen gut funktioniert hat oder wo Du gute soziale Ergebnisse erzielt hast. Und Nr. 3: Fünf Gründe, warum Du jetzt gleich in der Situation die gleich kommen wird, gut performen wirst. Und das kann irgendwas sein. Und was Du dann machst, vorher 40 Sekunden lang, liest Du Dir diese 15 Sachen immer wieder und wieder zu Dir selber. Du wiederholst das auch immer wieder. Was passiert ist, Dein ganzer Geist, Dein ganzer Mind shiftet und ist nur darauf fokussiert: Warum wirst Du gleich gut performen? Warum wirst Du gleich gewinnen? Oder bzw. ich habe all diese Ressourcen in meiner Vergangenheit, das heißt, Du bist nur positiv fokussiert und dadurch hast Du 1. keine Zeit Angst zu haben. Du hast keine Zeit Dir Sorgen zu machen, warum es jetzt schief gehen wird und Du richtest es generell darauf aus, sozusagen zu gewinnen. Das sind so die zwei Sachen. Die zwei Hypes, relativ kurz, dauern 30 bis 40 Sekunden und damit kann man wirklich in kürzester Zeit mutiger werden, aber auch in dem Moment extrem viel selbstbewusster. Marcus: Glaubst Du denn auch an dieses Law of Attraction. Das heißt, wenn Du Dich selber in einem positiven State, in einen positiven Mind bringst, dass Du dann auch eher positive Sachen anziehst und positive Sachen erreichst, so wie gerade bei Deinem Beispiel? Oder, ich erinnere mich zurück, dass viele erfolgreiche Fußballtrainer vor einem ganz wichtigen Spiel in einem WM-Finale oder so, ein Videoband laufen lassen von den besten Toren von dem Team, was es erzielt hatte oder was da gerade für eine Stimmung in Deutschland ist, irgendwelche Schalten dann in Kneipen oder… also nur positive Geschichten, wer alles hinter einem steht, um gar nicht irgendwie den Gedanken aufkommen zu lassen, es könnte ja nicht funktionieren. Till: Ja, dieses Law of Attraction, da bin ich teilweise ein bisschen skeptisch, weil generell die Idee, dass wenn Dich in ein positives State begibst, dass Du besser performst - auf jeden Fall, 100%! Und dann gibt es auch, wie gesagt, wirklich zig Studien, die das sozusagen unterstützen aus mehreren Aspekten. Auf der anderen Seite auch dem Aspekt heraus, weil Du keine Zeit hast, Angst zu haben. Und da gibt’s viele Studien zu, die zeigen, wenn Du in einem positiven State bist, öffnet sich der Fokus mehr. Das heißt, dadurch dass sich Dein Fokus öffnet, bist Du halt auch sozusagen, oft schaust Du eher nach oben. Dein Fokus ist offener und dann kannst Du natürlich auch mehr Sachen wahrnehmen, die in der Außenwelt passiert und sozusagen auch mehr Ressourcen in Dich aufnehmen. Auch dann wenn Du Angst hast, wenn Du Nervös bist… Das Wort Angst  hat … die Etymologie des Wortes Angst kommt auch von Enge und was passiert ist, Dein Fokus verengt sich, wenn Du Angst hast. Vor allem deswegen, weil normalerweise in der Vergangenheit ist es oft so gewesen: Negative Gefühle sind oft darauf ausgerichtet, dass Du spezifische Sachen findest, die gerade dafür sorgen, dass Du nicht optimal performen kannst oder die dafür sorgen, dass Du schauen kannst “Oh gut, was ist hier gerade falsch?” Damit Du es sozusagen überleben kannst. Marcus: Okay cool. Till: Das heißt, Angst kommt von Enge. Dein Fokus schränkt sich ein. Und deswegen geht’s halt dahin, wenn Du im positiven State bist, bist Du offener, Dein Blickfeld erweitert sich, Du schaust weiter nach oben und dann, ja. Dann siehst Du einfach mehr. Ich weiß nicht, ob Du die Sache anziehst, aber zumindest siehst Du einfach dann die positiven Sachen, die um Dich herum passieren. Marcus: Mh, um da nochmal kurz auf das Law of Attraction zu kommen: Dann habe ich das vielleicht auch nicht ganz sauber getrennt von einfach positive Einstellung und Mindset und erweiterter Horizont. Was genau findest Du an diesem Ansatz nicht ganz so rund und smart? Till: Dieses Law of Attraction, ich muss ehrlich sein, ich weiß nicht so viel darüber. Aber wenn Du da meine Erinnerung nochmal auffrischen kannst. Aber was ich in der Vergangenheit darüber gehört habe, ist die Sache, dass halt, Du musst einfach an irgendetwas positives denken und dann wird’s passieren. So war’s ein bisschen. Marcus: Ja… über Spitz gesagt genau. Till: Positive Einstellung verbessern. Marcus: Ja ja klar, nee. Ähm, so tief ehrlich gesagt, bin ich in dem Thema auch nicht drin. Vielleicht hole ich mir da mal jemanden auf den Podcast, der wahrscheinlich noch mehr dazu sagen kann. Aber so wie ich das verstanden ist, geht es eher darum auch in dem Moment dann ready zu sein. Dass Du irgendwie eine riesen Challenge oder ein riesen Ziel in kleine Einzelteile zerlegst und Dich damit beschäftigst. Wie beispielsweise jetzt, Feli und ich jetzt mal haben droppen lassen, dass wir irgendwann mal eine Insel besitzen wollen und demnächst eine Island haben wollen, wo wir dann Konferenzen drauf machen. Am Anfang haben alle, die Leute, die Augen verdreht und gesagt “Ihr seid ja total wahnsinnig, was? Geh mal wieder schlafen und werd mal wieder nüchtern”. Aber je mehr Du Dich dann mit diesem Thema beschäftigst und dann erstmal ein bisschen recherchierst und wieviel Geld braucht man dafür? Wie groß muss eine Insel sein? Worauf muss man Acht geben? Sind da irgendwelche Piraten im Umkreis? Und wie ist die Infrastruktur? und so. Und auf einmal wird das ganze irgendwie immer greifbarer. Man macht sich dann ein Logo. Ist immernoch ultra weit weg, aber ich meine, wenn irgendwann mal die Chance da wäre, wären wir dann wenigstens schon ready und soweit, dass wir uns schonmal damit befasst hätten in dem Moment und nicht zu sagen “Okay nee sorry, das … irgendwie… ist total crazy. Das kriegen wir nicht hin”. Darum geht’s ja eigentlich auch eher. Till: Also bei so was stimme ich vollkommen zu. Und mir macht es ja auch mehr… Ich bin auch immer skeptisch, weil es gibt halt die Sachen. Alles was Du machen musst, ist positiv denken und Dir jeden Tag selber morgens sagen, dass Du schlank, attraktiv und schlau bist. Aber sozusagen was ihr jetzt gemacht habt, das ist sozusagen ja klar. Auf der einen Seite habt ihr die positive Einstellung, vielleicht wird’s funktionieren. Aber ihr macht ja sozusagen. Ihr handelt ja auch. Ihr sprecht mit anderen Leuten drüber. Ihr habt ein Logo entworfen. Ihr habt research gemacht. Ihr habt geschaut, worauf muss man achten? Und das ist halt für mich schon deutlich mehr, als einfach nur dieses positiv denken. Sondern ihr handelt ja auch. Allerdings, die Grundlage dafür ist halt dieses positive Denken und da bin ich ein extrem großer Fan von. Dass man halt da schaut, wie kann man sozusagen, einfach durch so psychologische Verbesserung indem Du zum Beispiel Dein Denken änderst, dann noch wirklich eine große Verhaltensänderung bewirken. Marcus: Mh. Wie war das denn bei Dir? Hast Du… oder was für einen Background hast Du? War es bei Dir so, dass Du dann eher der schüchterne Typ warst und genau diese Komfortzonen Challenges gebraucht hättest, als Du jünger gewesen bist? Oder warst Du schon immer der Überflieger und hast gedacht “Okay, das coole Wissen, was ich jetzt habe, irgendwie funktioniert das alles bei mir, das gebe ich jetzt mal an andere weiter.” Till: Also ich würde ganz ehrlich sagen: weder noch. Auf der einen Seite, es gab Kontexte, wo ich extrem selbstbewusst war und ich habe zwar schon immer externiert Vorträge gehalten und präsentiert. Das war immer eine Sache, die immer sozusagen so natural zu mir gekommen ist. Auf der anderen Seite, wenn ich mit bestimmten Leuten zusammen war, war ich auch so der Klassenclown und laut und lustig gewesen. Allerings in anderen Situationen, vor allem, wenn ich halt umgeben war von Leuten, die älter waren als ich, die schlauer waren als ich, die cooler waren als ich. Vor allem damals als Jugendlicher, vor allem Leute, die cooler waren als ich sozusagen, da bin ich ausdrücklich schüchtern und ruhig geworden. Heutzutage ist es halt teilweise so... Marcus: Sorry, wenn ich Dich unterbreche. Da wo Du aufgewachsen bist ging’s dann in Deiner Jugendzeit oft auch darum, wer ist cooler? Wer ist der geilste hier in der Clique? Wer spielt am besten Basketball? Und wer sieht am besten aus und hat die coolsten Klamotten? Till: Genau. Also das auf jeden Fall. Wer ist der coolste? Wer ist so ein bisschen der meiste Gangster und so was. Und ja, das war ein großes Ding. Und wenn ich dann Zeit mit gewissen Leuten verbracht habe, war es dann auch so, dass Du bei so gewissen Maßstäben halt deutlich cooler waren und da bin ich halt einfach teilweise schüchtern oder ruhiger geworden. Allerdings gab’s halt auch so einen. Und da habe ich halt nach und nach gemerkt, als ich dann älter geworden bin, meiner selbst mehr bewusst geworden bin. Weil als ich 15, 16, 17,18 war, war ich mir dessen gar nicht bewusst, dass es Angst war oder die Nervosität, die mich da zurückhält. Sondern für mich war es dann so “Ah okay, die Welt ist so. Es gibt Situationen, da kann ich nicht sprechen und es gibt Situationen, da kann ich was sagen.” Und dann bin ich älter geworden. Dann habe ich gemerkt “Hey, rein theoretisch kann ich im Grunde überall sozusagen auch den Mund aufmachen und Dinge tun und Dinge sagen.” Allerdings war da Angst, die mich zurückhält. Und für mich habe ich gedacht “Okay, was sind meine Werte und Ziele?” Ich habe es nicht ganz so strukturiert und bewusst gemacht wie heutzutage. Aber da habe ich halt so ein bisschen geschaut, was sind meine Werte und Ziele. Und eines meiner Ziele war es, von den besten Leuten der Welt zu lernen. So in verschiedenen Kontexten mit den Top 1% von den Leuten zu lernen, mit den Leuten Zeit zu verbringen. Marcus: Wann war das? Wann bist Du zu der Erkenntnis gekommen, dass Du richtig, richtig, richtig gut werden willst auf dem Gebiet? Till: Ähm, ich habe letztens mit meinem Team darüber gesprochen. Die haben mich dann auch gefragt haben, wann es dazu gekommen ist. Und ich habe halt damals …. da war ich Basketball gewesen und damals als ich jünger war, wollte ich halt im Basketball so zur Top der Welt gehören. Da habe ich von der NBA geträumt und solche Geschichten. Und als der Traum sozusagen vorbei war, da war ich 17, 18, so in dem Dreh. Und da habe ich mich echt entschieden, so hey…. so, ich habe da noch so Tagebucheinträge von der Zeit. Ich will so der beste Psychotherapeut der Welt werden. Auch wenn es sich so ein bisschen eingebildet anhört, aber das war damals mein Ziel: Ich werde der beste Psychotherapeut der Welt. Marcus: Also Mitte 18, 17. Krass! Dass da Psychotherapie schon so ein großes Thema bei Dir war. Till: Ja, verrückt wa? Marcus: Gerade, weil Du ja so aus den Gangster Hoods irgendwie rauskommst (lacht), was Du gerade erzählt hast. Hast Du dann schon ziemlich früh wahrscheinlich erkannt, diese Power und Stärke von Psychologie, wahrscheinlich auch gerade im Zusammenhang mit Sport oder Basketball. Hat das bei Dir da auch schon eine Rolle gespielt? Till: Ja also auf der einen Seite: Mein Vater ist ja Psychotherapeut. Das heißt, ich war immer schon so mit Psychologie, Psychotherapie sozusagen so umgeben. Und dann war es halt wirklich so, anfangs habe ich gar nicht so das erste Buch in die Hand genommen und da wusste ich “Okay, das ist was ich machen will” sondern ich habe mich damals verletzt beim Basketball. Dann konnte ich ein halbes Jahr kein Basketball spielen und da hat mein Vater mir angeboten, dass ich halt für ihn Bücher auf CD lese, über Psychotherapie. Und am Anfang hat er mich dafür bezahlt, dass ich halt für ihn sozusagen seine Hausaufgaben übernehme und für ihn die Bücher auf CD lese, damit er sich es dann anhören kann auf dem Weg zur Arbeit. Und so bin ich sozusagen darauf gekommen. Und dann ein halbes Jahr später, nachdem ich zig Bücher gelesen habe, habe ich gemerkt “Oh wow” Nr. 1 ich verstehe die Sachen und ich habe dann auch so eine Psychologieklasse in der Schule damals gehabt. Damals war ich so 17 und bei den Lehrern… ich stand da vorne - ich kann mich noch bis heute erinnern - und sie hat dann auch so Sachen erzählt, und ich habe auch gemerkt, dass sie keine Ahnung hat und dass sie einfach gewisse Daten nicht weiß. Und da habe ich gemerkt “Wow, ich bin jetzt 17 und ich weiß halt Sachen, die meine Lehrerin noch nicht mal weiß”. Und das hat mich in dem Moment auch begeistert. Und ich habe es aber auch gerne gemocht dann was sozusagen… ich habe so ein Mastery, also wirklich gut zu werden, hat mich schonmal begeistert. Und dann dachte ich “Hey, jetzt bin ich so jung und es macht mir auch Spaß, jetzt mittlerweile finde ich es interessant” und dann bin ich diesen Weg immer weiter hinabgegangen oder hinaufgegangen, je nach dem. Marcus: Krass! Du warst ja jetzt auch Anfang des Jahres mehrere Monate in den Staaten unterwegs und hast die besten Therapeuten der Welt besucht oder? Till: Ja genau. Also da habe ich am Anfang mit Steffi, die auch die Moderation bei der DNX gemacht hat, im November und Dezember haben wir jetzt einen Roadtrip gemacht, wo wir hunderte Leute darüber interviewed haben, was sind die besten Methoden um mit Angst umzugehen, mit Nervosität umzugehen? Aber auch: Wie wirst Du mutiger? Und dann die letzten neun Monaten von Januar bis Anfang August habe ich halt an der University of Chicago studiert, was halt momentan eine der besten Psychologieunis der Welt ist. Und genau da habe ich von extrem vielen wirklich, wirklich fantastischen Therapeuten lernen dürfen, ja. Marcus: Und würdest Du sagen, dass die Therapeuten in den Staaten andere Ansätze oder besser sind, als beispielsweise in Europa? Till: (lacht) Das ist …. ah…. das ist eine schwere Frage. Marcus: (lacht) Till: Du weißt es ja selber. Die USA sind immer in so ganz vielen Kontexten Europa so weit voraus. Marcus: Ja deshalb frage ich, ob das in dem Gebiet auch so ist. Till: Ja, das ist da ganz anders. Also wenn ich mir anschaue, teilweise was hier ein Therapeut macht oder … Und natürlich hatte ich auch noch so einen kleinen Einblick, weil ich habe, glaube ich, hier schon so ein breiteres Spektrum gesehen und in den USA, was halt sehr spezifisch bei sehr sehr guten Leuten, aber generell würde ich schon, seitdem ich gesehen habe, dass USA schon noch was anderes ist und ein anderes  Kaliber ist wie weit die jetzt sind. Und ja. Auch deswegen werde ich auch im Februar, März wieder zurück in die USA gehen und dann da langfristig studieren. Weil einfach Amerika ist doch nochmal ein ganz anderes Level. Vor allem, wenn man da bei wirklich, wirklich guten Leuten ist. Die sind Deutschland schon bestimmt drei, vier Jahre voraus. Marcus: Mh. Ja strange ne? Dass es so Teilbereiche gibt, gerade wie jetzt Online Business, wo ich mich dann sehr tief drin bewege oder bei Dir jetzt die Psychologie oder so. Dass … ja… die Amis uns da immer ein, zwei, drei, vier Jahre voraus sind und das dann erst rüberkommt und irgendwie hier so - obwohl man ja sagt, in Deutschland gibt’s auch so viel gute ... Marcus: Okay krass. Also ist es dann nicht nur im Bereich Online Business oder anderen Online Geschichten so, sondern auch durchaus in Bereichen wie Psychologie. Dass die Staaten, die Amis da immer so ein, zwei, drei, vier Jahre uns voraus sind. Was meinst Du, woran kann das liegen? Haben die vielleicht mehr Zeit und Geld für die Wissenschaft? Till: Boah, das ist eine echt gute Frage. Auf der einen Seite, also wie gesagt, das ist jetzt meine persönliche Ansicht, aber es ist schon einfach so, dass in den USA einfach mehr Drive ist. Dass Leute einfach mehr Drive haben in allen möglichen anderen Bereichen auch, einfach erfolgreicher zu sein. Zu gucken, wie kann man noch bessere Möglichkeiten finden? Wie kann man noch bessere Lösungen finden? Und das habe ich im deutschen Raum einfach nicht so gesehen. Vor allem allgemein sind Psychologen und Therapeuten allgemein nicht sehr unternehmerisch. Allerdings in den USA sind sie deutlich unternehmerischer veranlagt, als zum Beispiel in Europa. Und das spielt aber auch eine große Rolle. Weil wenn man auch unternehmerisch veranlagt ist, kommt natürlich auch mehr Geld rein. Dann hast Du mehr Geld, kannst mehr Dinge ausprobieren. Zusätzlich, die Universitäten dort haben viel, viel mehr Geldquellen als die europäischen oder die deutschen Universitäten. Das spielt natürlich auch mit rein. Und ja, das kommt halt alles so zusammen und dann im Endeffekt sind sie uns einfach einige Jahre voraus. Marcus: Mh. Okay, zum Abschluss würde ich Dich gerne noch fragen: Du hast ja eben schon davon gesprochen, dass Du auch das 5 Minute Journal kennst und machst oder nutzt. Hast Du sonst noch irgendwelche Routinen, die Du jeden Tag machst und wie sieht bei Dir ein typischer Tag aus, gerade so am Morgen? Till: Ich habe heute bereits schon ein Interview gegeben und gestern auch, wo ich genau darüber gesprochen habe. Und ich liebe das Thema! Also mein Tag im Moment, weil es einfach gerade vollkommen focussed bin.  Ich habe gerade alles andere sozusagen aus meinem Leben so ein bisschen rausgeschmissen, entfernt. Marcus: Zum Beispiel? Till: Ich trinke keinen Alkohol im Moment, ich esse keinen Zucker, ich mache keine Party und ich gehe nur zu Networking, wenn überhaupt. Ich habe keine Meetings außer Interviews halt. Sonst habe ich keine Meetings vor 18:00 Uhr. Außer es sind halt wirklich, wirklich, echt wichtige Leute oder wichtige Meetings, die sonst gar nicht anders gehen. Aber wie gesagt, sonst ist der ganze Tag einfach nur darauf optimiert zwischen 6:00 Uhr und 18:00 Uhr, in der Zeit wirklich Vollgas, 100% einfach nur zu arbeiten. Das heißt, ich habe Dir ja vorhin unser Zimmer gezeigt. Das heißt, ich teile mir im Moment ein Zimmer. Weil wir nur für drei Monate hier sind und weil es das alles… Eine Freundin von mir hat mir das Appartement jetzt gegeben und das heißt, wir haben nur zwei Zimmer. Ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer. Das heißt im Schlafzimmer schlafen wir zu Dritt. Das heißt, da sind drei Matratzen am Boden und um 6:00 Uhr stehen wir auf und danach zwei große Gläser Wasser trinken, dann entweder Joggen oder einen Workout. Danach 10 bis 20 Minuten meditieren mit Headspace. Danach das 5 Minute Journal und dann an den meisten Tagen habe ich auch noch so ein längeres Journal, wo ich halt wirklich ausführlich noch ein paar Sachen schreibe, jeden Donnerstag, Dienstag und Samstag mache ich das. Und danach ist Frühstück angesagt. Frühstück sind immer dreieinhalb Eier mit Speck und dann noch ein bisschen Gemüse dazu und einen Salat. Danach ist duschen angesagt. Ich weiß, man soll ja eigentlich vor dem Frühstück duschen, das wäre dann ein bisschen hygienischer. Allerdings haut es mit der Zeit immer nicht ganz so hin, deswegen nach dem Frühstück duschen und dann haben wir unser Whiteboard Meeting. Am Whiteboard Meeting, das haben wir jeden morgen, da trifft sich das ganze Team und dann schreiben wir halt auf, was sind die To Do’s für den Tag? Was ist das Wichtigste? Und jeder muss dann eine Sache definieren. Was ist das wichtigste für den Tag. Wenn Du das geschafft hast, ist alles andere im Grunde egal. Und das wird dann halt am Vormittag gemacht. Wenn  wir das Whiteboard Meeting fertig ist kommt das Review. Ich habe immer so Notizkarten, wo ich immer Sachen aufschreibe, die ich lernen will, an die ich mich erinnern will. Das sind oft so Zitate aus Büchern und dergleichen. Dann schaue ich meine Notizkarten durch. Das dauert ungefähr 10 bis 15 Minuten und dann lese ich eine Stunde. Und dann ist es ungefähr 8:30 Uhr oder 9:30 Uhr und dann fange ich an mit den wichtigen Sachen des Tages. Meistens drei bis vier Stunden, dass ist so ein Chunk an Zeit, wo ich nichts anderes mache, alles ausmache und dann bis zum Mittagessen. Und nach dem Mittagessen wird so ein bisschen entspannt. Da kann jeder verschiedene Tasks machen, bisschen mehr Task Switch machen. Da checke ich meine E-Mails, checke mein Facebook und so weiter. Oh ja, und ganz am Anfang, wenn ich aufwache ganz am Anfang, nehme ich mein Handy und schreibe meiner Freundin eine Gute-Morgen-Nachricht. Das ist auch noch mit dabei. Marcus: Ja, das ist cool, dass das nicht auf der Strecke bleibt bei all der Disziplin. So wie sich das gerade anhört, echt ziemlich straight und ziemlich tough, wenn Du das jeden Tag so hinkriegst und durchziehst. Till: Ja, also eine ganz kurze Sache sozusagen: Ich habe so oft probiert das zu machen und ich habe es nie geschafft. Und was wirklich geholfen hat ist, dass Du mit anderen Leuten so eine accountability hast. Das heißt, andere werden dann wirklich dafür verantwortlich was Du vorhast. Und wir haben zum Beispiel jeden Samstag ein einstündiges Meeting, ich und der Rest des Teams, wo wir uns hinsetzen und besprechen, was hast Du Dir die Woche vorgenommen? Was davon hast Du gemacht und was nicht? “Okay gut, was kannst Du nächste Woche anders machen, damit Du mehr von Deinen Habits machst, damit Du früher aufstehst, früh ins Bett gehst, mehr Wasser trinkst usw.?” Und dann entwerfen wir jede Woche neue Strategien, damit Du all diese Sachen machen kannst. Denn ich glaube, nur wenn Du wirklich kontinuierlich immer wieder drauf schaust, was hast Du letzte Woche gemacht? Was willst Du nächste Woche anders machen? Wenn man das nicht macht, dann nach und nach vergeht das immer ein bisschen so und dann macht man es nicht mehr und dann “Ach ja, ich werd’s morgen wieder machen. Aber wenn man wirklich einmal die Woche so Termine hat, wo Du anderen Leuten sagen musst, das habe ich gemacht und das will ich nächste Woche anders machen, damit es besser funktioniert. Das ist, glaube ich, ein wirklich ganz wichtiger Faktor. Marcus: Ja, glaube ich auch. Also in vielen Bereichen hilft Accountability und Check-Ins mit anderen Leuten, dass man sagt: Was willst Du heute erreichen? Was hast Du erreicht? Warum hast Du das nicht erreicht? War was anderes wichtiger? Und was willst Du morgen erreichen? Ja saucool! Till, das war super spannend, vielen Dank für Deine Insides und für die Hacks auch zu mehr Selbstbewusstsein oder seine Ängste abzubauen. Gerade das mit der Selfie iPhone Kamera, wenn man dann vielleicht kurz davor ist, die Traumfrau anzusprechen oder zum Chef zu gehen, um um mehr Gehalt zu bitten oder whatever! Vielleicht den Blogger anzusprechen, der da auf dem Networking Event rumrennt und von dem Du schon immer mal gerne einen coolen Tip haben wolltest. Vielen, vielen Dank! Dein DNX Talk ist ja auch bald verfügbar auf Youtube. Den werden wir auch noch in den Shownotes verlinken. Den Comfort Zone Crusher verlinken wir, alle anderen Links oder Sachen, über die wir gesprochen haben natürlich auch. Und ich freue mich schon, wenn wir uns das nächste Mal wiedersehen. Till: Alles klar! Ey, es war ne Freude! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ja, alles klar. Marcus: Okay, Till hau rein, ciao! Wow, das war auch schon wieder die nächste LIFE HACKZ Folge. Ich glaube, dieses Mal war es Folge Nr. 27! Ich check das mal eben - genau, Folge 27 schon. Und wenn euch der Shit gefällt, den wir hier machen, dann würde ich mich mega freuen, wenn ihr mir eine Bewertung auf iTunes gebt, falls das noch nicht geschehen ist oder auch bei der Charity Aktion mitmacht, die Feli und ich gestartet haben für Straßenkinder in Brasilien. Checkt die Infos dazu aus unter www.lifehackz.de/charity. Ich würde mich mega freuen. Peace and Out! 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Oct 2, 2015

  itunes-button DNX LIFE HACKZ on SoundCloudDNX LIFE HACKZ on Stitcher    

Interview mit Sebastian Canaves von Off the Path

Hey Leute! Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ! Und diesmal mit dem Tausendsassa und Multipreneur, multi skilled talent Sebastian Canaves. Bevor ich zum Sebastian komme, möchte ich aber gerne nochmal auf unsere Charity Aktion hinweisen, die am Montag angelaufen ist. Wir unterstützen Straßenkinder in Brasilien und besuchen dort live das Projekt, wenn wir mit der Cruise von Gran Canaria nach Bahia oder Salvador de Bahia gefahren sind. Das würde uns mega freuen, wenn ihr uns da unterstützt. 1 Euro, 3 Euro, 5 Euro, 10 Euro, whatever. Alle weiteren Infos über www.lifehackz.de/charity. Und mein heutiger Gast, Sebastian Canaves, ist vielen wahrscheinlich schon bekannt als einer der Köpfe der digitalen Nomadenszene, aber auch als Schreiber einer der größten Reiseblogs in Deutschland und auch außerhalb von Deutschland unter www.off-the-path.com. Ihr merkt schon, der Typ hat viel gemacht, hat noch viel mehr zu erzählen, also viel Spaß mit der Folge! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du wieder für dein Projekt brennen kannst.
  2. Warum Berlin super produktiv macht aber auch gefährlich ist.
  3. Wie man die Balance zwischen Privatleben und Business behält.
  4. Wie man mit der Skepsis von Freunden und Familie umgeht.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

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FastBill

DNX CAMPS

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Periscope

Kultreiter

BlogFabrik

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Okay Leute, willkommen zu LIFE HACKZ, diesmal direkt aus Kreuzberg, der Blogfabrik, zusammen mit Sebastian Canaves. Sebastian, cool dass Du am Start bist! Sebastian: Ja danke, dass ich hier sein darf! Marcus: Wie soll man Dich vorstellen? Ich hatte das eben schonmal so ein bisschen im Pre-Intro überlegt, wie kündige ich Dich überhaupt an? Was bist? Bist Du ein Multipreneur? Bist Du ein Blogpreneur? Bist Du ein pfff… Tausendsasser irgendwie? Sebastian: Ja also ein Multipreneur würde das ganze schon ein bisschen passender beschreiben, weil … also Blogpreneur auf jeden Fall. Verschiedene Blogs. Aber halt eben auch Plugin, iOS App, Online Kurse, was weiß ich. Also richtig viel. Marcus: Ja. Ich glaube, dafür stehst Du auch, dass Du viele Sachen probierst, angehst, machst, nicht so viel drüber redest, sondern wenn man Dich trifft freue ich mich eigentlich immer drauf, weil ich dann immer weiß, dass irgendetwas neues dabei ist. Und eine coole Story und meistens dann auch Inspiration für uns: Was könnte man denn mal machen und ausprobieren? Wie ist das, wenn Dir eine neue Idee kommt? Bist Du da sehr strukturiert und schreibst vielleicht einen Businessplan oder hast Du eine Zielgruppe? Also da fehlt’s Feli und mir auch so ein bisschen, noch sortierter und durchdachter Projekte anzugehen Das ist uns gestern wieder aufgefallen, nachdem wir zu unserem neuesten Projekt mit jemandem geskyped haben und der hat dann tausend Fragen gestellt: Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht und darüber und darüber? Hatten wir natürlich nicht. Wir machen’s meistens nach dem Bauchgefühl. Bisher hatten wir immer Glück gehabt. Vielleicht sollten wir da mal ein bisschen strukturierter werden. Wie ist das bei Dir? Hast Du da bestimmte Tools? Sebastian: Nein. Also ich habe überhaupt gar keine Struktur. Wenn ich eine Idee habe, wahrscheinlich wie ihr auch: Ich brenne dann erstmal voll und mache erstmal gar nichts und setze mich nur hin und schaue nach, was andere vielleicht gemacht haben. Gibt’s das ganze überhaupt schon? Wenn nein: Warum? Wer könnte meine Zielgruppe sein? Und diese ganzen Sachen, die man halt eben machen muss. Und von der Idee zur Umsetzung kann es manchmal nur ein paar Stunden sein. Also ich bin da recht schnell. Der Vorteil ist, ich bin mittlerweile in einer Position, wo ich’s mir leisten kann. Der Nachteil ist, dass ich halt auch nach wie vor noch echt oft auf die Fresse falle damit. Und viele Projekte halt einfach nicht klappen. Marcus: Was war denn zum Beispiel ne Sache, die nicht funktioniert hat? Sebastian: Ähm, die iOS App. Also Swapp App letztes Jahr meine eigene Schuld. Eigentlich eine sehr gute Idee, einfach eine ganz normale App, wo man Notizen sich selbst schicken kann in die eigene Inbox, um die halt abzuticken. Marcus: Also, ich habe es auch gerne genutzt und hab’s immernoch bei mir installiert. Sebastian: Genau. Wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren, weil ich sie mittlerweile aus dem App Store genommen haben nach einem Jahr. Aber da der einzige Fehler war halt einfach: Ich habe dann irgendwann keine Lust mehr gehabt bzw. ich habe kein Marketing betrieben. Die Idee war erst richtig gut. Die Idee kam auch richtig gut an. Ich habe - keine Ahnung - über 4.000 Downloads, glaube ich, in den ersten 24 Stunden gehabt damals. Marcus: Da hast Du noch ein bisschen Marketing gemacht ne? Sebastian: Genau, am Anfang da brennt man noch dafür, aber dann irgendwann gehen die Zahlen runter und dann hat man irgendwann die nächste Idee und man konzentriert sich auf das andere oder halt eben auf andere Projekte, die man sonst so am Laufen hat. Und es ist halt eben kein… es läuft nicht automatisch. Und man muss halt am Anfang was machen. Und das habe ich nicht gemacht bei der Swapp App. Alles andere habe ich richtig gemacht, nur das nicht und dementsprechend ist das ganze irgendwann in den Keller gegangen. Und Apple hat mich jetzt vor zwei, drei Monaten nochmal gefragt: Diese 99,00 Euro Aufnahmegebühr für den App Store nochmal zu bezahlen und dann habe ich mir die Einnahmen angeschaut, habe gesehen, okay, das lohnt sich nicht mehr. Soviel bringt die jetzt nicht mehr ein und habe sie dann quasi löschen lassen. Marcus: Okay cool, Du bist dann aber wenigstens auch so einer, der emotionslos seine Projekte beleuchtet und sagt: Okay, das bringt’s grad nicht. Ich habe nicht den Drive. Es kommt nicht der Revenue rein, der es noch lohnenswert machen würde das weiterlaufen zu lassen. Ich kille das Ding jetzt. Sebastian: Genau, also ich hatte auch nochmal überlegt und hatte Googlemail, weil das halt über… der E-Mailversand von diesen Notizen über Gmail läuft. Marcus: Über Dein privates Gmail Konto? Sebastian: Nee, ich hatte nochmal ein extra Konto, was dafür funktioniert. Es ist sehr kompliziert, ich kann’s jetzt nicht ganz genau erklären, weil das die Programmierer gemacht haben, aber die hatten dann diese 2 Step Authentification eingeführt und dadurch kam es zu einem kleinen Glitch in der App. Und da hätte ich irgendwie nochmal 200,00 € oder 300,00 € investieren müssen, um das zu verbessern und ein Update auf den App Store hochzuladen. Und das war mir der Stress überhaupt nicht wert. Das ganze war von Anfang an ein Experiment. Ich bin am Ende mit mehr Geld rausgegangen, als ich investiert habe. Also es war positiv. Marcus: Plus die Learnings. Sebastian: Plus die Learnings. Ich kann jetzt Dir erzählen, wir man eine App in den iOS Store reinbringt, ohne hunderttausende Euro auszugeben. Ich habe für das Ganze 2.500,00 € ausgegeben für diese App zu entwickeln, ne? Marcus: Gibt’s dazu nicht auch ein Ebook? Sebastian: Damals gab es noch kein Ebook. Ich habe alles so über Goolgesuchen und so weiter... Ich habe dann auch ein Ebook geschrieben. Marcus: Das meine ich ja. Sebastian: Ja ja. Ich habe ein Ebook geschrieben. Ich habe das aber auch nie veröffentlicht… (beide lachen) Marcus: Ich wusste, da war irgendwas. Sebastian: Ich glaube, ich habe 24.000 Wörter über dieses Ebook geschrieben und es ist eigentlich fertig. Es müsste nur noch ein Editor drüber gehen und dann hat man meine ganzen Learnings drin. Und dann kam wahrscheinlich wieder das nächste Projekt und ich habe vergessen es dann abzuschicken. Marcus: (lacht) Sebastian: Also, ja… so funktioniere ich oftmals und äh ja… Dadurch habe ich jetzt ein Learning mehr. Marcus: Auf jeden Fall. Sebastian: Ich bin reich an Erfahrung und ja. Marcus: Aber das macht Dich glaube ich auch aus. Dadurch dass Du schon so viel probiert und getan hast, hast Du natürlich auch mega viel Erfahrung und bist ein gefragter Speaker bei Unternehmen, wie ich weiß, gerade aufgrund dessen, dass Du so einen breiten Background hast. Was ist denn, man weiß ja nie ganz genau bei Dir, Dein aktueller Fokus oder wofür brennst Du mal, war es Off the Path, dann war es nicht mehr Off the Path, dann war es Blogpreneur, dann waren es die Online Kurse. Gibt es jetzt gerade irgendwas, sagen wir mal was vielleicht bis heute Abend noch Dein Fokus ist (beide lachen) und worauf Du gerade Bock hast? Sebastian: Also heute Abend und morgen auch noch und wahrscheinlich noch nächste Woche und nächsten Monat ist Off the Path nach wie vor. Also Off the Path ist jetzt seit vier Jahren mein Fokus und es war in den letzten… also zwischen November 2014 und März 2015, April 2015 war es nicht so ganz mein Fokus. Da habe ich so kurz das Gefühl, dass ich mich da verrenne, dass es nicht mehr so läuft, dass es vielleicht nicht mehr das ist, was ich machen möchte, weil es halt eben dieses multilingual ist und Facebookmarkt multilingual, Googlemarkt multilingual und dementsprechend hänge ich immer so ein bisschen hinterher. Ich könnte viel größer sein, als ich eigentlich bin. Und das hat mich halt so ein bisschen bedrückt. Marcus: Größer in Terms of Reichweite? Sebastian: Zahlen, Reichweite, Einnahmen, alles drum und dran. Wenn ich mich nur auf eine Sprache konzentrieren würde, dann wäre ich… könnte ich weniger arbeiten und mehr einnehmen. Das weiß ich. Aber ich habe jetzt vier Jahre so weiter gemacht und wir sind jetzt gerade dabei ein Rebranding durchzuführen. Und ich investiere gerade fast mein ganzes Geld in Off the Path, um diesen Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Es kommt ein neues Design nächsten Monat, wir haben jetzt einen neuen Online Shop, wir haben auch Kleidung, also Klamotten entwickelt, die wir als Print on Demand anbieten und das wird so das große Ding und ich möchte mit Off the Path wieder zurück an die Spitze. Und das wird mein Fokus für … zumindest noch für die nächsten 12 Monate mindestens, aber auch länger. Off the Path wird immer bleiben. Marcus: Ja, ja denke ich auch. Also ich glaube, das habe ich bei vielen schon gesehen, dass sie so ihr Vorzeigeprojekt, irgendwann wurde es dann ein bisschen langweiliger, dann “Ach komm, jetzt habe ich hier zwei, drei Jahre nur in diesen Blog reininvestiert und jetzt habe ich mal wieder Bock auf was neues” und merkst dann aber irgendwann kommt - das ist so ein kleiner Trigger - dann kommt vielleicht wieder eine Anfrage darüber, ne richtig geile Kampagne von ner fetten Firma und dann Du wirst als Speaker angefragt über diesen Blog und denkst so “Ach, eigentlich ist das Ding gar nicht so schlecht”. Sebastian: Genau, bei mir war das ganz genau so. Also ich habe vor zwei Monaten oder vor drei Monaten bei euch auf DNX JOBS ne Anzeige reingeschaltet. Ich hatte Mastermindfolgen gemacht mit richtig coolen Leuten und mein Problem war halt eben dieses Off the Path. Was soll ich damit machen? Die Empfehlung von diesen ganzen Online Unternehmern war: Stell jemanden ein. Nen Blog Manager. Und das habe ich dann auch gemacht, bei euch auf der Seite. Habe einen - keine Ahnung - Blog Manager Off the Path, Abenteuer/ Reise Blog, keine Ahnung, … Und daraufhin habe ich richtig viele Bewerbungen bekommen, habe jemanden eingeladen. Die war dann nicht so gut. Und dann die zweite Einladung, das war dann Nina, das war super. Und dann habe ich ihr so erzählt, was wir so vorhaben und was sie so alles machen würde. Dann dachte ich so “Boah ey, das müsste ich ja eigentlich selber machen”. Da habe ich dann so wieder so richtig Feuer gefangen und jetzt sind wir ein Team von drei Personen. Also wir haben Nina dann eingestellt. Die arbeitet bei uns mehr oder weniger Vollzeit für Off the Path, kümmert sich um die ganze PR, weil wir unglaublich viele Anfragen bekommen, wie bei Feli bei Travelicia auch. Und jetzt sind wir halt voll dabei, haben ne 12 Monatsplanung gemacht mit verschiedenen Produkten, die wir erstellen. Auch so kleine Redempts die wir jetzt vorhaben. Halt eben nächsten Monat den Relaunch, der wird richtig, richtig geil. Da freue ich mich so mega drauf, das der Welt zu präsentieren, weil wir auch richtig viel Zeit darein investiert haben. Marcus: Aber es bleibt trilingual? Sebastian: Es bleibt nicht trilingual, Französisch kommt raus. Es wird Deutsch, Englisch, in der Reihenfolge. Bisher ist es immer Englisch, Deutsch gewesen. Wir arbeiten gerade mit Dennis dabei, dass Deutsch die Hauptsprache wird und Englisch halt - weil wir es halt immer gehabt haben - nach wie vor da ist. Wir haben da jetzt auch eine Übersetzerin mit am Team. Das ist einfach so dieses, es bringt immer mehr Struktur rein in das ganze, damit es die Arbeit leichter macht, aber auch damit es weiterhin richtig viel Spaß macht. Weil es ist immer sehr nervig gewesen erst immer alles zu übersetzen. Es ist am Ende immer doppelte Arbeit. Und Du könntest halt die Zeit, die Du halt diesen Beitrag übersetzt, investieren um mal einen neuen zu schreiben ne? Und dementsprechend haben wir jetzt noch einen Übersetzer mit im Team, die das Halbzeit macht und dadurch die Prozesse besser optimiert. Jeder hat mega Bock an der ganzen Sache und es macht wieder richtig, richtig Spaß. Marcus: Ja, das ist geil. Ja manchmal fehlt da irgendwie so ein kleiner Turn nach links oder rechts, dass das Projekt wieder richtig viel Spaß macht. Das hatten wir auch schon mit Travelicia natürlich. Das hatten wir dann auch noch mit der DNX. Und wir können jetzt nicht zum fünften Mal wieder die Speaker auf die Bühne holen und diese Motivationstalks machen. Lass uns doch mal was anderes machen und nochmal durchgescannt, was war das Feedback, offen für andere sein. Und sobald Du dann was veränderst, hast Du wieder total viel Bock drauf. Sebastian: Ja, ganz genau. Marcus: Oder was man auch oft vergisst, weil man so tief in seinem eigenen Ding drin ist, wie bei Dir, als Du dann die Stellenausschreibung geschrieben hast oder das Interview hattest mit der Bewerberin, wo Du selber wieder gemerkt, wie geil ist das eigentlich?! Sebastian: Ganz genau, ja. Marcus: Das passiert uns dann auch manchmal, wenn wir mal wieder ein Interview für irgendjemanden geben, wo wir dann kurz erklären müssen, was machen wir denn überhaupt? Ey, dann gucken wir uns nur an und denken: Was haben wir eigentlich? Eigentlich ist es doch voll cool, was wir machen. Leider verliert man sich da manchmal zu sehr im Detail und seinen Wust. Und das ist halt auch so eine kleine Downzeit von dem Unternehmertum. The Sky is the limit. Es gibt keinen Deckel mehr. Man könnte alles machen, wenn man wollte und wenn man so ein Typ ist wie Du, ich, Line, Feli oder so, dann macht man auch alles und vergisst darüber dann manchmal, wie cool es eigentlich ist ne? Sebastian: Ja ganz genau. Also man verliert sich halt einfach in dieser Alltagsarbeit mehr oder weniger ne? Und man vergisst dann halt auch irgendwann so zu groß zu planen und all das drum und dran. Und als wir uns jetzt hingesetzt haben, Line, Nina und ich und halt diese 12 Monatsplanung gemacht haben, so okay: Dann und dann kommt dieses Ebook raus. Dann und dann machen wir dieses Event, dann und dann machen wir das und dann kamen diese Reisen dazwischen, die richtig geil werden und das war ein fach geil. Und da haben wir uns halt auch wieder so daran erinnert, wie es halt war damals anzufangen und… In zwei Wochen verlassen wir jetzt Deutschland und kurz davor habe ich noch einen Talk bei Google. Marcus: Geil! Sebastian: Also geil! Hammer ne?! Das ist für mich… also als ich die Einladung von Google bekommen habe, war so das größte Unternehmen der Welt möchte, dass ich denen irgendwie erzähle wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen sollen. Wie geil ist das denn bitte? Marcus: Ja, ja. Sebastian: Und deshalb macht man das auch. Das vergisst man dann einfach irgendwie kurz. Man muss sich halt immer nach wie vor… und das ist halt eben auch das, was wir als Unternehmer und Selbstständige halt, immer wieder machen müssen. Wir müssen uns selbst motivieren. Weil für uns ist halt Geld kein Motivator. Es sind halt immer diese krassen Erlebnisse, die wir halt immer wieder zwischendurch haben. Und das ist halt immer wieder schwer, das mal wieder vor Augen zu führen und alles drum und dran. Marcus: Ja, das ist glaube ich gleichzeitig auch so nicht die größte Herausforderung, aber das was es so schwer macht, wenn man immer wieder keine Erlebnisse hat und immer wieder unterwegs ist, das ist ja wie eine Droge in dem Sinne. Sebastian: Genau! Es ist ne ganz krasse Droge. Eigentlich die schlimmste Droge die man haben kann, weil man nie mit sich selbst zufrieden ist. Das ist das Schlimme daran. Ich meine, ich habe jetzt vor nem Monat mein Buch rausgebracht, wie geil ist das denn bitte? Ne? Also, ein eigenes Buch mit dem Ullstein Verlag, alles drum und dran. Und naja… Ungelogen? Vier Tage später war das vergessen. Marcus: Ja, ja! Sebastian: Weil dann halt eben das nächste kam. Und dann kam halt eben diese Einladung von Google und alles drum und dran. Und dann war halt dieses Buch, für das ich halt fast ein Jahr gearbeitet habe und geschrieben habe, wieder … naja nicht irrelevant, aber halt im Hintergrund ein bisschen geschoben. Marcus: Naja ein Buch ist ja ganz cool, aber das wäre noch cooler. Sebastian: Genau, ich habe mich vorgestern… also es ist wirklich seit einem Monat draußen oder eineinhalb und ich habe mich vorgestern ertappt, wie ich fast drei Wochen die Zahlen nicht angeschaut habe. Weil halt eben schon wieder was neues dazwischen war. Und es ist halt eben eine Droge. Genau, und man will halt immer wieder das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight... Marcus: Ja das ist echt eine Droge. Und wir fragen uns dann manchmal, wo soll das aufhören. Weil wenn Du denkst, wie bei Dir, so ein fettes Projekt, das Buch, dann denkt man sich wahrscheinlich so “Boah, wenn ich das habe, ey, dann feiere ich erstmal fünf Tage und mache Pause und lege mich in die Hängematte”. Aber es passiert ja nicht. Sebastian: Keine einzige Flasche haben wir aufgemacht... Marcus: Nee. Und das vergisst man leider manchmal auch so ein bisschen, so seine eigenen Erfolge zu feiern. Sebastian: Absolut, also wenn ich so eine meiner Empfehlung, die ich neuen Unternehmern immer geben würde: Feier Deine Erfolge! Ich weiß noch am Anfang haben wir jeden kleinsten Erfolg gefeiert. Das haben wir schon gemacht damals. Also ich weiß noch als Conni und ich damals das Blog Camp gestartet haben. Und die allererste Bestellung von Stefan Hohenhaus… ähm ich weiß nicht, Stefan hieß er mit Vornamen. Die Seite war um 12:00 Uhr online und um 12:30 Uhr kam die Bestellung. Ich bin mit dem Fahrrad Conni hinterher gefahren und wir haben bis um 4:00 Uhr nachts getrunken und gefeiert und fanden uns halt total geil. Und heutzutage bringst Du halt so ein mega krasses Buch raus und legst es halt irgendwie so ab, so okay, super, next. Und das sollte eigentlich nie sein und das weiß ich und trotzdem ... Marcus: ...passiert’s immer wieder ne? Sebastian: … passiert’s immer wieder, ja. Marcus: Ja, also wir haben da auch noch keine ultimative Lösung gefunden. Wir wissen, dass es so ist. Wir wissen, dass es anders sein sollte, aber wir ertappen uns da auch immer wieder. Sebastian: Ja, eben noch ne DNX. Super geil, geiles Feedback. Und dann nächster Tag, zack hinsetzen, Feedbackbögen checken und weiter und dann ist man sofort wieder in der Routine und hat überhaupt keine Zeit gehabt, das wirklich richtig zu genießen und sacken zu lassen und es steht sofort wieder das nächste an. Marcus: Null! Aber DNX ist zum Beispiel auch so ein gutes Beispiel von immer wieder neue Eindrücke und dass es eine Droge ist, dieses Adrenalin zu spüren. Das ist natürlich mega komprimiert dann auf diese beiden Tage, Du stehst total im Mittelpunkt, alle feiern Dich ab, finden es cool was Du machst. So und wir haben jetzt jedes Mal nach jeder DNX, wir haben jetzt mittlerweile schon drei deutsche und eine internationale gemacht, fällst Du dann in so ein tiefes Loch. Weil wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Auch wenn wir es wissen und auch vorbereitet sind, ist der Aufprall immer wieder so hart. Sebastian: Wenn dann aber keine Anfragen oder nix kommt und alle sind irgendwie so gesättigt mit dem was sie haben und Du dann irgendwie nicht mehr im Mittelpunkt auf einmal stehst. Marcus: Ja genau und nicht mehr so die… ich weiß nicht, das Gefühl wichtige Sachen zu machen in dem Moment. Wenn Du dann auf einmal nen halben Tag Buchhaltung machen musst und im schlimmsten Fall noch in der gleichen Stadt geblieben bist. Sebastian: Das ist richtige Arbeit. Marcus: Und dann denkst Du so “Ey Leute, es passiert nix mehr!” So, Du würdest dann irgendwann verrückt, was man auch niemals machen sollte als Unternehmer. Du checkst die ganze Zeit Deine Inbox und hängst da irgendwie drin oder guckst was auf Facebook passiert, was eigentlich total bescheuert ist. Deshalb haben wir uns jetzt angewöhnt direkt danach auch in einen anderen Ort zu gehen und wieder neue Eindrücke zu haben und das hat bis jetzt ganz gut funktioniert und dann wieder die neuen Projekte, aber… ja. Das ist zum Beispiel echt … andere würden gerne tauschen, weiß ich natürlich. Ich würde auch nie wieder zurückgehen wollen, aber es ist trotzdem eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist. Sebastian: Nee absolut, ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum ich ständig mich irgendwie mich neu erfinde oder neue Sachen erfinde, weil ich dann - ja keine Ahnung - wenn ich halt irgendwie merke “Och, jetzt ist’s aber ruhig, dann habe ich ja Zeit und dann könnte ich ja ein Plugin entwickeln lassen” oder ne 30-Tage Challenge für Blogpreneru erstellen oder sonst irgendwas, weißt Du? Und das ist wahrscheinlich auch eben halt der Grund und das ist gefährlich. Marcus: Bei Dir persönlich hat sich ja seit, ich glaube, eineinhalb Jahren bist Du jetzt mit Line zusammen? Sebastian: Zwei. Marcus: Zwei Jahre, auch ein bisschen was verändert, in der Art und Weise, wie Du arbeitest. Vorher warst Du doch sehr einzelkämpferisch unterwegs, bis Du dann als Team aufgepartnert hast mit Conni. Wie würdest Du sagen ist so die Rollenverteilung businesswise mit Line? Ist die genau so unter Strom wie Du? Das ist das Gefährliche bei Feli und mir. Wir pushen uns und pushen uns dann hoch, hoch, hoch, hoch bis wir mal wieder völlig übertrieben haben und dann beide deprimiert sind, dass wir nicht auf die Warnsignale gehört haben oder ist es bei euch besser verteilt? Ich meine, was auch viele Vorteile haben kann so Feli und ich, aber bei uns fehlt manchmal so der Moderater, der ein bisschen auf die Bremse drückt. Sebastian: Ja so… ich… die Distanz fehlt uns schon auch bei den Sachen, die wir machen. Weil sie an all meinen Projekten, die ich gestartet habe, 100 % beteiligt ist und auch einfach ein voller Partner halt ist. Also nicht nur im echten Leben sondern auch im Businessleben. Marcus: Ihr verbringt dann wahrscheinlich auch fast 24/7 miteinander. Sebastian: Also seit zwei Jahren sind wir eigentlich unzertrennlich. Immer wenn wir irgendwo hingehen, sage ich immer so, ja wir sind eine Person, auch wenn es nur … es gibt nur eine Einladung. Ich so: Ja, wir sind mehr oder weniger eine Person. Genau. Und ja, es ist schon auch sehr, sehr schwer. Also jetzt gerade sind wir auch an einem neuen Projekt. (lacht) Darum kann ich noch nicht so viel erzählen, aber Marcus: Ich hätte mich gewundert, wenn da kein neues Projekt kommen würde. Sebastian: (lacht) Nur für 2017 ist das geplant. Es ist halt einfach total bekloppt. Wir sitzen die ganze Nacht da bis um 1:00 Uhr nachts. Und dann stehen wir halt um 6:00 Uhr wieder auf und sind unter Strom und “Och, wir können das machen und das machen und schau mal, das habe ich gefunden” und das ist einfach total krass. Es funktioniert gut. Das Gefährliche auch hier ist aber die Distanz zwischen Business und privatem Leben. Wir versuchen da immer so ein bisschen die Balance zu halten und wir neigen, und mich würde auch ganz stark interessieren zu hören, wie es bei euch ist. Wir neigen immer mehr zu mehr Business zu machen, als eigentlich Beziehungen. Und das versuchen wir immer wieder so ein bisschen auszubalancieren. Auf Reisen funktioniert’s immer ein bisschen besser als hier in Berlin. Also ich habe… keine Ahnung, Berlin ist geil und ich finde Berlin im Sommer auch total toll. Aber ich habe langsam die Schnauze voll (lacht) und ich muss hier raus, weil es ist immer so, das ist der einzige Ort, wie ich so was wie einen Alltag habe und Routine. Was gut ist, eine Routine. Aber, die sich immer recht negativ bei uns auswirkt. Und wir hier von morgens um 8:00 Uhr - also wir sind heute morgen um 8:00 Uhr hier gewesen in der Blogfabrik - und wir sind bis abends um 21:00 Uhr hier drin. Und dann gehen wir nach Hause, essen - entweder auf dem Weg oder zu Hause was - und dann sitzen wir nochmal zwei Stunden dran bis 23:00 Uhr, 0:00 Uhr und arbeiten. Und da kommt dieses Beziehung hier in Berlin echt kurz. Was auf Reisen ein ganz anderes Thema ist, da ist es sehr balanciert, aber ja… Wie ist das bei euch? Marcus: Ähnlich muss ich sagen. Wir haben da eben im Vorgespräch auch kurz gesprochen, wo ich gesagt habe, gestern war wieder so ein Tag, da haben wir einen kleinen Kollaps gekriegt und ganz ehrlich sind da auch ein paar Tränen geflossen, weil man manchmal sich zu viel zumutet und gerade in Berlin, wo … ich habe immernoch nicht raus, warum das hier schlechter funktioniert als unterwegs. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wenn man unterwegs ist, sich auch mal so ne Activity reinbauen kann, wie heute gehen wir Surfen. Man weiß genau, ich kann nur bis 12:00 Uhr arbeiten oder 14:00 Uhr, dann muss der Rechner zu sein und man ist den halben Tag an der frischen Luft, fühlt sich erfüllt. Denkt so: Ich habe mal außerhalb vom Computer auch was gesehen von der Welt und dann... Sebastian: Ich glaube, der Grund in Berlin ist, dass wir denken, dass wir Berlin kennen und deshalb nichts erkunden müssen. Ich glaube, dass einer der … also zumindest ist es bei uns einer der Gründe, weil wir denken so: Naja wir leben ja hier. Ich bin seit drei Jahren in Berlin. Ich war noch nie oben auf dem Fernsehturm. Den Reichstag habe ich wohl schon gesehen, aber ich kenne Berlin nicht. Weiß ich. Und trotzdem fehlt mir die Motivation da was zu sehen. Also da weiß ich, dass das meine eigene Schuld ist. Und dann aber bei Reisen funktioniert’s ne? Also letzte Wochen, wir waren in Marokko in Taghazout da in der Nähe, eine Woche Surf Camp und wir sind morgens um 9:30 Uhr an den Strand gefahren und sind nachmittags um 16:00 Uhr zurückgekommen. Und ich habe gestern meine Rescue Time Benachrichtigung bekommen, ich habe trotzdem 50 Stunden gearbeitet, obwohl ich mehr oder weniger den ganzen Tag am Strand war und keinen Laptop dabei hatte.   Marcus: Das ist ja das krass! Sebastian: Da habe ich mehr als ein Festangestellter gearbeitet und habe auch viel viel mehr erlebt und eine richtig geile Zeit gehabt. Marcus: Ja, das ist ja genau das Ding was Du auch eben meintest: Quality Time mit Deiner Freundin. Hier geht’s dann total unter. Das ist gestern auch mal wieder auf den Tisch gekommen. Ich bin abgelenkt am Rechner, höre ihr noch nicht mal richtig zu oder sie merkt gar nicht, wenn ich die Wohnung verlasse und sage “Ich gehe zum Sport”, weil sie so… das ist noch nicht mal böse gemeint, aber man ist so tief in diesen Projekten, dass man nur noch arbeitet, arbeitet, arbeitet, dann seine Prinzipien vergisst, morgens schon in die E-Mails geht, in Social Media, auch abends sich nicht die Zeit nimmt, was zu lesen und das leidet dann irgendwie total da drunter und das passiert, gerade wenn man in Berlin ist. Und wenn man unterwegs ist, finde ich, dann, weiß ich nicht, ist man irgendwie auch zufriedener. Das ist auf jeden Fall bei Feli ganz stark so, bei mir auch. Weil man mehr erlebt und offener ist. Die Menschen vielleicht auch eher das Mindset haben, was Du auch hast, wenn Du reist und wenn Du offene Menschen triffst, als hier in Berlin. Was jetzt auch nicht unbedingt als Vorwurf zu meinen ist. Aber da passt man sich dann eher wieder hier diesem 9 to 5 an, den die Leute hier arbeiten. Ich will dann auch mal was mit meinen Freunden machen, gehe Samstag dann raus, bin Sonntag im Arsch. Und da fühle ich mich an die alte Zeit erinnert, bin sauer über mich selber, dass ich so unproduktiv  gewesen bin und das ist irgendwie… Sebastian: Ja, das ist auch der Grund, warum meine Abmeldung aus Deutschland morgen im Briefkasten liegt. Ich habe vorhin schon mit dem Bürgeramt gesprochen und wir ab nächster Woche Mittwoch keine deutschen Staatsbürger mehr sind und dann halt ohne festen Wohnsitz. Marcus: Dann bist Du aber deutscher Staatsbürger noch. Sebastian: Ja, entschuldige, deutscher Staatsbürger aber ohne Meldeadresse. Genau. Ich… behalte natürlich meinen Pass Marcus: Staatenlos ja. Sebastian: Ja Staatenlos, dann hätte ich noch nen spanischen, aber ja… und wir jetzt dann erstmal nach, nur ganz kurz nach Bali. Da gehen wir mit Christian Häfner und seiner Heidi surfen. Marcus: Von FastBill ja. Sebastian: Genau. Für 12 Tage. Dann gehen wir nochmal nach Hongkong, unternehmen anmelden, Thailand und aber langfristig wollen wir jetzt halt im Winter vier Monate in Afrika verbringen, in Kapstadt. Und dann bin ich jetzt mal gespannt, wie das dann so ist, so nach nem Monat, wenn wir in Kapstadt gewesen sind, ob da auch eine Routine reinkommt, wie hier, oder ob wir dann die Qualität des Lebens dann auch noch ein bisschen besser ist als hier. Das wird jetzt einfach spannend, weil ich weiß, dass ich dazu neige, sobald ich meine etwas zu kennen, in diesen Trott reinfalle. Und äh, da bin ich mal gespannt, wie das dann in Zukunft… weil wir wollen ja wirklich mal länger irgendwo bleiben. Marcus: Muss ja auch irgendwie gehen oder? So nach zwei, drei Jahren muss ja auch mal Ende sein mit dem Reisen und dass man immer neue Sachen macht. Sebastian:  Also wir haben jetzt mal gesagt: Noch eine große Reise, mal schauen, wie lange die jetzt geht. Ich habe mal, so zwei Jahre haben wir mal die Auslandskrankenversicherung jetzt abgeschlossen, können sie noch auf fünf Jahre erweitern und dann sollten wir irgendwo einen Ort finden, wo wir leben wollen. Ich weiß aber, dass es nicht Deutschland sein wird. Aber Europa wäre schon ganz cool, aber mal schauen. Marcus: Ja, man weiß es nicht. Ist vielleicht spannend. Sebastian: Irgendwo, wo Sonne ist und Meer und warm , das ganze Jahr. Marcus: Ja, das ist ja irgendwie auch das geile an dem Lifestyle. Dass man eigentlich die Flexibilität hat, Pläne immer wieder umschmeißen zu können. Mal war es bei uns dann auch so. Wir wollen eine Homebase auf jedem Kontinent. Dann waren es bei uns die DNX CAMPS, wo wir dann den Anspruch hatten, auf jedem Kontinent, es wird wahrscheinlich jetzt funktionieren, weil wir gerade immer mehr Anfragen auch von anderen Coworking Spaces bekommen, ob wir nicht da mal ein Camp machen wollen, sodass wir am Anfang voll um diese Aufmerksamkeit gekämpft haben. Das wo Du meinst, dieses Marketing, da hört’s ja dann oft auf. Also wir hatten auch die Idee von den Camps und haben gedacht, die sind voll cool und dann war es halt schwer, weiter Marketing zu machen. Jetzt haben wir uns da echt reingekniet und auch viele Fotos gepostet von unserem letzten Camp in Lissabon und viele Videos aufgenommen. Aber es war harte Arbeit. Aber ich denke, es lohnt sich irgendwann am Ende des Tages auch. Man muss sich 100% committen und das haben wir zum Glück geschafft, als wir in dem Camp waren und haben uns dann die ganze Wunderlist, worüber Feli und ich uns koordinieren, und Trello leergeräumt, dass wir da nur Zeit hatten für die Teilnehmer und vielleicht einen Hauptfokus haben zu sagen, wir nehmen geile Bilder auf. Geile Fotos, wir machen Interviews mit den Participants. Wir sind für die da, wir hören denen zu, wir geben denen Feedback. Das hat uns halt komischerweise überhaupt nicht gestresst. Aber jetzt in Berlin gerade wieder, wo man sich denkt “Ach das könntest  Du noch schaffen” und kennst Du das? Man geht immer vom perfekten Tag aus und rechnet sich... Sebastian: Die wenigsten Tage sind eigentlich wirklich perfekt ne? Marcus: … und rechnet sich nie ein, dass auch mal jemand anrufen könnte, neben Dir steht oder Du doch mal schnell noch was einkaufen musst, kochen musst. Komischerweise blendet man das als Unternehmer alles aus und denkt so “Ach komm, das schaffst Du auch noch und das auch noch” und bist dann irgendwie enttäuscht, wenn Du nicht alles an dem einen Tag schaffst ne? Sebastian: Ja nee, ganz genau. Das ist bei uns haargenau so. Also heute morgen ist das beste Beispiel: Ich hatte eigentlich eine To Do Liste von hier zurück nach Marokko und ich habe zwei Punkte geschafft und dann kam halt hier ein Anruf und dann musste ich hier was koordinieren und... Marcus: ...und das habe ich noch vergessen... Sebastian: ...genau! Mein Kalender hatte sich irgendwie nicht synchronisiert und die Podcast stand da nicht drin. Also auch “Fuck!” Zum Glück, als ich jetzt rausgegangen bin war die schon da, sonst hätte ich das total vergessen gehabt. Und ja… solche Tage gibt es halt eben auch, dann ist man irgendwie nicht so produktiv, wie man gerne hätte. Marcus: Ja. Und ihr seid ja jetzt mitten im Vorgang eure Wohnung aufzulösen. Ihr seid dabei die Sachen zu verkaufen über Ebay Kleinanzeigen und Dich so komplett in Deutschland abzumelden. Wie hat da Dein Umfeld reagiert, wenn Du überhaupt noch irgendwelche Stränge zu sagen wir mal Leuten hast, die hier in Deutschland ein 9 to 5 Leben leben? Ich glaube, der Rest versteht das vielleicht mehr oder weniger oder vielleicht gerade Deine Familie, Eltern von Line, Deine Eltern? Sebastian: Also, Freunde, die 9 to 5 sind, also Bekannte aus dem alten Leben, aber aus dem Leben von vor vier Jahren, die es nicht wirklich mehr in das neue Leben geschafft haben. Dementsprechend habe ich nicht so viele. Marcus: Ja, das ist bei uns auch so. Sebastian: Dementsprechend musste ich nicht viel erklären. Da bin ich einfach weg. Und aber Familie. Es verändert sich ja eigentlich nichts. Nur weil ich keinen Wohnsitz in Berlin habe, heißt es nicht, dass ich nicht genauso oft oder sogar öfters in Deutschland bin. Weil ich habe ja immernoch diese 183 Tageregelung, ne? Und ich war die letzten drei Jahre, wenn es hinkommt, ein halbes Jahr in Deutschland. Also ständig am Anfang waren’s besonders viele Pressereisen mit dem Reiseblog und jetzt letztes Jahr waren wir halt in Neuseeland, in Australien, Bali, Thailand, ich weiß nicht, wo wir …. Hongkong, Macao… sind wir auch viel gereist. Nur zwischendurch mal ein paar Tage hier gewesen, aber - keine Ahnung - der Fakt, dass ich gesagt habe, wir melden uns ab, das ist für die meisten Leute so, das … das verstehen die nicht. Das ist für die so: Wir sind weg. Das sind wir ja gar nicht. Also wir sind ja…. Wir werden wahrscheinlich noch in der Nähe sein und keine Ahnung… Meine Familie, mit der habe ich schon geplant. Keine Ahnung, meine Eltern kommen … Also wir gehen nächste Woche nach Hannover und dann sehen wir uns im Januar in Südafrika und im März heiratet meine Cousine in Miami. Da sehen wir uns auch alle wieder und dann im Sommer sind wir sowieso in der Nähe und sehen uns die ganze Zeit. Also sehen wir uns effektiv öfters, als im letzten Jahr. Aber nur weil ich gesagt habe, ich habe dann keine Wohnung mehr in Berlin, damit haben sie alle ein Problem. Und es ist auch sehr, sehr lustig, weil meine Mutter hatte ja eigentlich genau das selbe damals gemacht. Meine Mutter ist ja nach Mallorca ausgewandert mit 20 und eigentlich nach wie vor… ich bin viel später ausgewandert. Sie hat genau das selbe gemacht, aber sie hat auch trotzdem ein großes Problem. Also, es ist vielleicht einfach der Fakt, dass man sagt, man ist ohne festen Wohnsitz und was weiß ich, aber der Rest der Familie… ja, die sind auch alle so. Die haben eine Augenbraue so hochgeschoben und sagen “Öh? Was machst Du da? Weißt Du eigentlich, was Du da tust?” Aber das gleiche haben sie auch gesagt, als ich gesagt habe, ich mache mich selbstständig. Und mittlerweile schieben sie den zweiten Satz dann immer hinterher “naja ich weiß ja, dass es keine Veränderung” und alles drum und dran und “das machst Du schon alles richtig” und so weiter und so fort. Aber Skepsis ist immer ein bisschen ein Begleiter. Und es ist aber auch okay. Ich meine, die Leute die lieben uns. Marcus: Klar! Sebastian: Wir sind denen halt viel Wert ne? Marcus: Ja, sonst würden sie ja gar nicht drauf reagieren. Sebastian: Und es wäre schlimm, glaube ich, wenn meine Mutter sagt “Alles klar Junge, dann tschüss und wir sehen uns dann irgendwann!” Also das wäre ja - weiß ich nicht - viel schlimmer, als diese Skepsis die halt einem entgegenkommt ne? Marcus: Ja, am Ende des Tages ist es glaube ich nur gut gemeint. Sebastian: Genau. Marcus: Es ist halt von deren Standpunkt aus so, die Erfahrung die sie selber haben, können sie einbringen und vielleicht würden sie es anders machen, aber ich glaube, mittlerweile sind sie auch zu sehen, dass was Du bis jetzt angegangen bist und gemacht hast, hat ja im Grunde immer funktioniert. Sebastian: Irgendwie am Ende des Tages lebe ich noch und ich kann mich selbst ernähren und es funktioniert. Und ich glaube auch… ich weiß auch, dass die meisten es genauso tun würden. Also wenn sie könnten und wenn sie nochmal in dem Alter wären, würden die auch irgendwie ihre Sachen packen und abhauen. Ganz klar. Marcus: Okay. Was motiviert Dich jeden Tag Deine Sachen zu machen? Sebastian: Mich motiviert anderen Leuten zu helfen. E-Mails zu bekommen, wo drin steht, dass mein Ebook denen unglaublich geholfen hat. Also mein Bangkok Ebook, dass wir irgendwie von einer ganz anderen Seite gesehen haben. Und die irgendwie skeptisch waren und ja total offen für’s Reisen sind. Also bei Off the Path. Das muss ich wirklich schon sehr… Oder bei Blogpreneure der Blog Camp motiviert es mich, wenn die Leute mir schreiben oder ich mich … ich treffe mich ja regelmäßig mit Leuten on the Road oder hier in Berlin. Marcus: Wie machst Du das? Machst Du dann spontane Meetups für Deine Fans? Sebastian: Spontan, auch One on Ones. Die sind auch nicht großartig irgendwo angekündigt. Wenn mir jemand schreibt und ich gerade wirklich Zeit habe, dann nehme ich mir immer gerne mal, nicht nen ganzen Tag oder nen halben Tag, sondern so 10 Minuten einen Kaffee trinken, bisschen quatschen. Marcus: Ich finde, das ist auch irgendwie sauwichtig um weiter so ein Gefühl dafür zu bekommen, wer sind eigentlich meine Zielgruppe oder wer sind die Leute? Sebastian: Genau, genau. Wer ist diese Person, die dahinter ist, weil ... Marcus: … wer kauft mein Ebook? Sebastian: Genau. Das finde ich schon sehr wichtig, dieses Persönliche zu halten und ich beantworte, obwohl ich meine 100 E-Mails oder 200 E-Mails am Tag bekomme schon noch 95% von allem persönlich. Es ist meistens immer nur ein Zweizeiler. Wenn ich - keine Ahnung - vier DIN A4 Seiten bekomme, dann bekommt er trotzdem nur drei, vier Zeilen von mir zurück “Danke, hat mich sehr gefreut, hier vielleicht noch ein kleiner Tipp…..” Also ich antworte keine DIN A4 Seite zurück, weil die Zeit mir dafür fehlt, aber es ist mir schon wichtig, dass wenn sich jemand die Zeit nimmt mir zu schreiben, dass ich mir die Zeit nehme zu antworten. Und das ist schon ein großer Motivator, diese ganzen E-Mails die ich bekomme. Ich hatte ja vorhin glaube ich schon erwähnt, also, Geld ist ein Null Motivator. Marcus: Ja ich glaube aber erstmal so bis zu einem gewissen Punkt, wo man weiß, man hat jetzt ein, zwei Jahre einen Puffer. Sebastian: Früher, klar. Also Geld war früher mein Antrieb. Das hat mich gefüttert. Also wenn ich gesehen “Boah, hier kommt Auftrag X rein” oder “Hier kauft jemand das Ebook und wenn ich so viele verkaufe, dann verkaufe ich so viel” ganz klar! Das war ein sehr, sehr starker Motivator, der sehr, sehr wichtig war, weil schon Existenzängste - besonders die ersten zwei Jahre - Alltag waren. Schlecht schlafen und alles drum und dran. Mittlerweile aber ist man halt in dieser glücklichen Position. Dass ich halt sagen kann: Geld ist es halt eben nicht. Und ich möchte Leuten helfen und das war schon immer gewesen. Heute ist dieses Helfen mir in den Vordergrund gekommen, weil halt eben dieser Geldfaktor nicht mehr so wichtig ist. Marcus: Aber wahrscheinlich auch deshalb, weil jetzt das Geld erstmal da ist, um vielleicht für ein, zwei Jahre - keine Ahnung - wo Du weißt, okay da habe ich jetzt erstmal Ruhe. Sebastian: Genau. Marcus: Und wenn es dann mal wieder knapp werden sollte, vielleicht nur noch für ein halbes Jahr reicht, dann haben wir vielleicht wieder andere Gründe. Sebastian: Also ich bin da eigentlich auch recht konservativ, was das angeht … äh Kohle. Und ich habe mir ein sehr, sehr gutes Puffer aufgebaut und zur Seite gelegt. Weil Leute immer dieses Thema, wie machst Du Altersvorsorge und so weiter und so fort. Und ich bin sehr gut aufgehoben. Ich bin jetzt gerade “nur” 26 ne? Und ähm... Marcus: Wie machst Du Altersvorsorge? Sebastian: Also ich habe jetzt erstmal einen ordentlichen Batzen bei Seite und wir kaufen jetzt demnächst halt ein schönes cooles Ding irgendwo. Ich kann Dir nicht sagen wo es ist und was es wird. Aber es wird auch so ein Business, aber Offline. Das wird auch richtig, richtig cool. Und das ist Teil meiner Altersvorsorge, ganz klar. Und weitere Businesse aufbauen. Also wir haben jetzt... Off the Path läuft sehr gut. TravelWorkLive läuft gut. Blog Camp ist noch nebenbei, das betreiben wir ja nach wie vor noch. Marcus: Wie viele Visitor hast Du auf den beiden Seiten? Sebastian: Auf Off the Path sind’s jetzt letzten Monat 87.000 gewesen. Marcus: Uniques? Sebastian: Ja. Und auf TravelWorkLive sind’s 25.000. Marcus: Cool. Sebastian: Ja, alles was ich SEO mäßig bei Off the Path falsch gemacht habe, habe ich bei TravelWorkLive richtig gemacht. Und dadurch kommen jetzt jeden Tag so 500, 600 Organic dazu. Und es wird immer jeden Tag mehr. Und das ist richtig, richtig gut. Und da laufen halt auch die Affiliate Produkte und so weiter und so fort. Da habe ich mich halt sehr gut darauf spezialisiert und das auch aufgebaut. Marcus: Da hast Du auch richtig viel Effort reingehauen. Sebastian: Ja ja richtig. Also ich habe es im November gelaunched, also vor fast genau einem Jahr, also vor 10 Monaten. Marcus: Da hattest Du ja auch diese krasse Vlog Serie angespielt. Sebastian: Genau, ich habe nach wie vor noch meinen Daily Vlog. Ne? Jeden Tag ein Video auf YouTube hochladen. Was mir keine Kohle bringt. Das bringt mir einfach nur Freude. Ich liebe es, dieses ganze Live Feedback von den Leuten zu bekommen und mit denen halt immer in Interaktion zu stehen und wirklich live mit denen zu quatschen. Deshalb liebe ich auch so Periscope. Marcus: Ja ja, jetzt wo Du es sagst, ich wollte es nämlich gerade anmachen, rede ruhig weiter. Sebastian: Ja ja, genau. Das man das Periscope macht und alles drum und dran und das ist halt richtig cool. Und ja… jetzt haben wir glaube ich, zwei Fragen so durcheinander gebracht. Also einmal die Motivation und halt eben auch die Altersvorsorge ne? Und ja, also diese verschiedenen Businesses, also Unternehmen, die wir halt führen sind ganz klar eine Altersvorsorge, aber das Ding bei einem Online Business ist halt eben so, dass Du halt nie weißt, wann Google das nächste Update rausbringt und wann Du richtig im Arsch bist ne? Und deshalb versuche ich jetzt in Zukunft halt auch ein paar andere Sachen zu machen und möchte mich halt auch auf Offline Businesses halt konzentrieren, genau. Marcus: Genau, ich kann’s nur empfehlen. Auch mal Offline ein bisschen was zu machen. Wir machen ja sehr viel im Verhältnis, oder anteilsmäßig im Vergleich zu unseren Online Sachen, wir müssen da vielleicht noch ein bisschen besser im Online und in... Sebastian: Ja, demnächst natürlich total Offline… natürlich, natürlich. Aber das funktioniert aber auch nicht ohne den Online Faktor. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Die ganze Reichweite, die Aufmerksamkeit. Das Thema ist ja schon Online, aber das Event an sich und jetzt auch die Camps, wo manche dann auch die Augen verdreht haben, gerade diese Verfechter des passiven Einkommens sind und so sagen “Ey, das ist doch nur skalierbar, das ist doch überhaupt nicht passiv, was ihr da macht”. Aber auf der anderen Seite gibt uns das so viel Benefit und so viel Feedback von den Leuten, dass uns das dann auch wieder hilft vielleicht coole Online Projekte zu unternehmen. Sebastian: Ja, scheiß auf passives Einkommen. Nein, also ich bin da ja ganz anderer Meinung. Also ich finde passives Einkommen geil. Das habe ich mir zum Beispiel mit Blog Camp aufgebaut und wir arbeiten nicht intensiv, aber in Zukunft ein bisschen mehr an Blogpreneur. Das wird natürlich auch ein gutes…. das wird auch nie ein passives Einkommen sein, denn ich möchte ja für meine Community da sein. Und ich werde ein Forum haben und eine Facebook-Gruppe und so fort. Und da musst Du Dich mit den Leuten natürlich auseinandersetzen. Marcus: Ja absolut. 100% passiv wird auch nie funktioniert, dass selbst irgendwie eine gut rankenden Seite muss ja weiter… Sebastian: ...muss nach wie vor noch… ganz genau, ganz gemacht werden. Es geht zu einem gewissen prozentualen Anteil. Also TravelWorkLive zurzeit ist komplett passiv. Und das sind 1.000,00 Euro, die ich jetzt jeden Monat habe, die mehr oder weniger passiv sind, weil ich jetzt seit zwei Monaten eigentlich schon wieder nichts gemacht habe. Marcus: Keinen Beitrag mehr geschrieben. Sebastian: Keinen Beitrag mehr geschrieben habe und nichts und trotzdem kommt nach wie vor Traffic und so weiter und so fort. Aber ich werde wieder etwas machen müssen, gar keine Frage! Aber, deshalb bin ich auch kein Freund von passiven Einkommen und ich mag das Wort auch nicht, weil ich gerne für mein Geld arbeite. Und ich sehr, sehr gerne mit den Menschen zusammen arbeite. Das ist auch der Grund warum ich Coachings anbiete. Mein Mentoren Programm, wo ich zwei Leute im Monat drin habe. Wo ich immer so regelmäßig mit denen Skype. Das ist auch der Grund, warum ich Masterminds gerne organisiere oder Retreats wieder mal halt auch Bali und wir wollten eigentlich auch eins in Kapstadt machen. Das schaffen wir aus Zeitgründen nicht. Aber ich möchte mit den Leuten arbeiten. Das ist mir wichtig den Leuten halt zu helfen und sie weiter zu bringen und deshalb... Marcus: Deshalb kann ich Dich da nur motivieren und unterstützen, das auf jeden Fall so weiter zu machen. Wir haben es jetzt selber in Lissabon erlebt. Wir hatten 17 DNX CAMP Teilnehmer und wir waren einfach so happy zu sehen, was für nette, freundliche, positive Menschen unsere Zielgruppe sind, was einen dann auch wieder motiviert hat “Ey, eigentlich machen wir schon wahrscheinlich coole Sachen für die Leute und ziehen auch die richtigen Leute an”. Und manchmal vergisst man das so ein bisschen und verliert dafür so den Blick. Sebastian: Spätestens wenn der erste negative Kommentar reinkommt. Dann denkt man sich so “Oh, sind die alles so?” Marcus: Ja, “sind die alle so schlimm und schrecklich” Und irgendwie “verstehen die nicht, das was Du hier eigentlich rüberbringen willst im Way of Life” und dann hast Du aber wirklich so 17 super geile Menschen um Dich rum, die dann von selbst so motiviert sind, eigene Workshops zu machen. Breakout Sessions in einem Park oder Masterminds oder Ausflüge organisieren und am Ende ist es fast wieder so, “eskaliert” wie auf einer normalen DNX, dass keiner mehr zur Ruhe gekommen ist, weil so viel angeboten wurde und gemacht wurde und natürlich niemand irgendwie was verpassen möchte, waren die Leute fast so ein bisschen, ja nicht gestresst aber positiv gestresst, sodass sie danach erstmal durchatmen mussten. Aber egal, ich meine dafür steht dann aber auch so ein bisschen DNX. Wir wollen immer ein bisschen mehr geben als dass wir vorher versprechen. Meistens wollen wir dann zu viel und zu gut sein und so viel geben, dass oft im Feedback dann auch steht “Leute macht mal irgendwie einen Gang zurück und das würde für uns auch reichen”. Sebastian: Ja ja, ich bin auch ein ganz großer Verfechter von under promise, overdelivery. Marcus: Das ist schon cool. Nee, das ist wichtig, dass man da an der Zielgruppe dran bleibt. Ja, kommen wir jetzt langsam zum Ende. Du sagtest, das Design Off the Path steht gerade ganz oben auf Deiner Prio-Liste. TravelWorkLive müsstest Du mal wieder was machen. Wonach gehst Du da? Ist das ein Gut Feeling oder Dein Bauchgefühl? Wo müsste, hätte, würde man wieder was tun können? Oder ist es dann so ein Springen, wenn dann eine Anfrage von Google kommt über Off the Path, dass Du dann denkst “Boah, eigentlich ist der Blog voll geil, lass uns mal wieder mehr mit Off the Path machen um noch mehr Speaker Anfragen zu bekommen”? Sebastian: Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage. Also wir haben mittlerweile eine Prioritätenliste. Off the Path ist unser Hauptunternehmen. Das ist unsere Nummer 1. Da haben wir auch eine Struktur mittlerweile reingebracht. Auch in den letzten zwei Monaten. Aber da ist für die nächsten 12 Monate richtig gut getaktet, an welchem Tag was gemacht wird. Wir arbeiten auch schon so zwei, drei Monate vor. Marcus: Bis auf welches Metalevel, dann geht der Newsletter raus, dann muss der Content geschrieben sein. Sebastian: Dann ja, also der Newsletter… den planen wir nicht ein. Das wird immer so einmal die Woche, da schreibe ich einen Newsletter, aber wir schreiben heute für in zwei Monaten.   Marcus: Mh cool. Sebastian: Das ist schon sehr wichtig. Oder wir wissen zumindest, wir haben einen Historial Plan für zwei Monate, sagen wir mal so. Und wir haben den Content für drei, vier Wochen schon fertig. Ab und zu schieben wir noch einen rein und schieben ein bisschen rum, aber wir haben die Struktur. Die haben wir auch erst, seitdem wir jetzt Nina mit im Team haben, weil ich gesagt habe: Jetzt haben wir auch ein neues Teammitglied und da müssen wir Struktur reinbringen. Also ich alleine kann unstrukturiert mit mir arbeiten. Aber das heißt nicht, dass eine fremde Person quasi mit meiner Unstrukturiertheit und meiner Spontaneität arbeiten kann. Und dementsprechend habe ich mich dazu gezwungen, alles aufgesetzt, wir haben ein richtig gutes System mit Trello, Evernote und Slack aufgebaut für die Teamkommunikation. Und das funktioniert jetzt auch richtig gut. Da musste ich nicht mehr so viel machen und mehr eingreifen. Jeder weiß, worin er gut ist und was er machen muss. Und da gibt es wenige Diskussionen. Das ist super. Marcus: Ihr arbeitet jetzt auch immer, wenn ihr in Berlin seid, eng mit Nina zusammen ne? Jetzt gerade ist sie auch hier. Sebastian: Genau, also wenn wir in Berlin sind, dann sitzen wir quasi die ganze Zeit zusammen. Also wir sind jetzt noch bis nächste Woche Mittwoch, also wir sind jetzt noch zehn Tage da. Das heißt wir sitzen hier jeden Tag zusammen. Und da wird dann gearbeitet und da wird strukturiert gearbeitet. Und wenn wir dann getrennt sind, ist es natürlich echt schwer da diese Motivation beizubehalten und alles drum und dran. Aber das funktioniert ganz gut. Wir waren ja jetzt letzte Woche in Marokko, auch mit ihr. Wir haben sie halt auch mitgenommen, wir haben das ganze Team quasi mitgenommen. Was auch für’s Teambonding richtig gut war und wichtig. Also um nochmal eigentlich zurück zur ersten Frage, das ist die Priorität Off the Path. TravelWorkLive ist so ein bisschen in den Hintergrund geschoben worden, weil wir uns halt eben da auf diesen Blog so sehr konzentrieren und ich wenig Zeit habe zurzeit, um mich da intensiv drum zu kümmern. Hier und da mache ich mal was, aber kann man erstmal getrost ignorieren und zur Seite legen. Da wird bestimmt irgendwann wieder etwas kommen und auch wieder viel. Aber dafür muss ich vorarbeiten. Und dann habe ich ja auch noch den Daily Vlog. Der Teil von beiden Blogs eigentlich ist. Er sollte mal für TravelWorkLive sein, aber mittlerweile ist er Teil für Off the Path. Marcus: Auf Deutsch oder Englisch. Sebastian: Auf Deutsch. Marcus: Deutsch. Da bist Du aber wieder täglich dran jetzt? Sebastian: Da bin ich täglich dran. Da mache ich jetzt seit 240 Tagen jeden Tag einen Vlog von meinem Leben. Wie wir gerade eben auch so immer so “Ah jetzt mache ich einen Podcast mit Marcus” und alles drum und dran. Und das macht richtig Spaß. Also es ist…. Marcus: Den schneidest Du auch selber? Sebastian: Den schneide ich auch selber jeden Abend. Ich brauche dafür ungefähr so, je nach Länge, zwischen 30 und 45 Minuten. Marcus: Wie lange hast Du für Deine ersten fünf Vlogs gebraucht? Sebastian: Ja ja, also ich glaube ganz am Anfang habe ich über eine Stunde gebraucht. Ich habe es runter auf einen Durchschnitt von 35 Minuten pro Episode, was okay ist. Also eine halbe Stunde jeden Tag finde ich immer Zeit um das zu schneiden. Und dann haben wir natürlich noch ein paar einzelne Projekte. Ich habe den Survey Lead Generator, wo ich gerade quasi einen Relaunch ein bisschen vorbereite. Ich habe den ganz neu programmieren lassen mit Klick Tip Integration. Das kommt irgendwann. Ich habe es fertig. Ich habe noch keine Zeit gehabt, mich da intensiv zu kümmern. Das ist halt einfach so ein Projekt, das liegt fertig da. Die neue Version ist da, aber ich konnte es noch nicht kommunizieren. Also das sollte irgendwann langsam an Prio gewinnen. Marcus: Irgendwann dann. Sebastian: Genau. Aber das dauert noch. Und dann habe ich noch Support Camp, wo wir für November einen Relaunch planen, was sehr gut läuft. Das ist richtig gut optimiert und läuft mehr oder weniger automatisch, weil ich ein ganz gutes Team dahinter habe. Ich habe jetzt den Martin, der ist neu mit dabei, der die Programmierung und den Support macht. Und ich kümmere mich hier und da noch für das Marketing. Und ja, das funktioniert. Und dann haben wir noch Blogpreneur irgendwann und noch ein neues Projekt, was wir gerade planen. Und da aber, die gewinnen dann irgendwann so ein bisschen an Priorität, sobald ich mich aus Off the Path halt ein bisschen rausnehmen kann und ein bisschen mehr Zeit habe. Marcus: Ja. Sebastian: Ich versuche jetzt da wirklich nicht mehr so viel zu arbeiten und meine Zeit entsprechend einzuteilen. Denn wenn wir jetzt ab in zwei Wochen halt auch wieder mehr oder weniger auf “Weltreise” gehen, diese verschiedenen Länder und Afrika so lange und so weiter und so fort, will man natürlich auch Zeit haben, etwas zu sehen. Und dann muss ich mich dann quasi aus Off the Path ein bisschen rausnehmen, um dann halt mehr Zeit für andere Sachen zu haben. Marcus: Ja cool. Ich merke, euch wird nicht langweilig, auf keinen Fall. Sebastian: Wir haben ja noch Kultreiter, das ist der Blog von Line. Den betreiben wir ja auch noch. Der muss ja auch noch jeden Monat mit drei, vier Beiträgen gefüttert werden. Marcus: Ja, aber da bleibt ihr dran. Und das macht Line auch noch sehr viel Spaß. Sebastian: Du, das ist mittlerweile einer der größten Reitblogs Deutschlands. Innerhalb von einem Jahr hat sie es geschafft da echt krass was aufzubauen. Der hat auch irgendwie so 50.000 Uniques im Monat und alles drum und dran. Und bringt auch ordentlich Einnahmen. Die Pferdeleute sind echt verrückt, wie sie auch in ihrem Engagement und alles drum und dran nochmal viel toller eigentlich, als andere Nischen. Richtig cool. Und ja… also wie Du gerade sagtest: Uns wird nicht langweilig. Wir haben einiges zu tun. Marcus: Okay cool. Und an dem Kultreiter bist Du dann auch beteiligt bei Line? Oder hilft sie bei euch und den neuen Projekten? Sebastian: Ja, also ich bin da jetzt nicht so dran beteiligt. Also das ist schon ihr Ding. Ich verstehe davon nicht viel. Ich bin in dem Sinne dran beteiligt, dass ich halt immer sage, “Du musst das jetzt so und so machen” und “wir müssen jetzt hier Optin und hier einen Freebie halt erstellen, damit wir halt ein bisschen die E-Mail Liste steigern können”. Aber was die Inhalte und so weiter angeht, da würde ich niemals was zu sagen, weil ich mich einfach nicht mit Pferden so gut auskenne oder gar nicht auskenne. Marcus: Dafür bei anderen Sachen um so mehr. Sebastian: Genau. Marcus: Ja, Sebastian, vielen Dank für Deine Zeit. Sebastian: Ich danke Dir! Marcus: Und wir hören und sehen uns bestimmt immer mal wieder überall auf der Welt. Sebastian: Ganz genau. Weil man sieht sich ja immer entweder hier oder auf Bali oder Südafrika, Bangkok - auf der DNX in Bangkok. (beide lachen) Marcus: Ah ja! Alles klar, bis dann! Ciao! Sebastian: Tschüss! Yeah, das war eine weitere Folge der LIFE HACKZ Show. Diesmal Live produziert in der Blogfabrik in Berlin Kreuzberg. Die Blogfabrik ist ein neues Projekt. Ich glaube das läuft erst seit drei oder vier Wochen, in dem verschiedene Content Creators im weitesten Sinne, sprich: Blogger, Autoren, Publisher, Podcaster zusammen kommen und zusammen Coworken. Das ganze funktioniert aber eher als Verein oder quasi geschlossener Verbund oder Mitglieder, die dort zusammenkommen. Also es ist nicht offen für jeden zugänglich. Man muss aufgenommen werden. Und der Deal ist, dass man eine bestimmte Anzahl von Artikeln oder Content pro Monat produziert für das Blogfabrik Magazin und dann dort quasi seinen Platz in dem Coworking Space oder Office hat. Auf jeden Fall super cool. Sehr nett eingerichtet, nette, freundliche Menschen. Der Sebastian ist hier noch bevor er das nächste Mal wieder nach Thailand losfliegt und ja… ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ja, und ihr sagt, ihr möchtet auch gerne mal was zurückgeben für den kostenlosen Content, den ich hier über den Podcast raushaue, dann lege ich euch unsere Charity Aktion ans Herz unter www.lifehackz.de/charity, mit der wir Straßenkinder in Salvador de Bahia unterstützen. Vielen Dank und Peace Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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