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DNX LIFE HACKZ ist die Show zu den Themen Digitale Nomaden, Produktivität, Persönlichkeitsentwicklung, Lifestyle Design, Lifehacking, ortsunabhängiges Arbeiten, Sport, gesunde Ernährung und geistige Fitness.
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Interview mit Thomas Mangold

Hey Leute, was geht ab? Hier scheint die Sonne, hier ist blauer Himmel, das heißt, ich bin gerade richtig gut drauf und bin happy. Und ich habe mir heute Thomas Mangold geschnappt, den Guru in Sachen Effizienz und Produktivität und ja... wie ihr vielleicht wisst, sind das auch genau meine Themen. Von daher habe ich mich mega auf das Interview gefreut. Wir sind richtig tief eingestiegen in verschiedene Techniken, in Tools. Und ja... ich würde am liebsten mit dem Thomas noch zwei Stunden weiter labern, aber bevor ich jetzt hier zu viel rede, steigt besser ins Interview ein. Viel Spaß und haut rein! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du dich besser fokussierst und deine Aufgaben erledigt bekommst.
  2. Wie du deine ToDos in vier Prioritätenstufen einteilst.
  3. Was gegen akute Aufschieberitis hilft.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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Self Control

Antisocial

Freedom

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Thomas Mangold   Marcus: Hey Thomas, willkommen auf dem LifeHackz Podcast! Thomas: Hallo Marcus, freut mich, danke für die Einladung! Marcus: Ja sehr gerne. Wo bist Du gerade, was machst Du? Thomas: Ich sitze gerade in Wien in meinem Home Office und ja... bin im Bereich Selbstmanagement tätig, blogge auch über das Thema und ja... im Großen und Ganzen geht es bei mir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das ist mein großes Überthema, sage ich mal. Und damit beschäftige ich mich. Marcus: Okay, das heißt, am Ende soll dann der Impact sein, Du hast mehr Zeit für was auch immer? Thomas: Ja genau, für das, was Dir eben Spaß macht. Familie, Freunde oder Essen, wie auch immer und weniger halt an Deiner Arbeit oder Deinen Projekten arbeitest. Oder eben die Arbeit durch die Projekte eben schneller und produktiver über die Bühne bringst und dann eben mehr Zeit für diese Dinge zu haben. Marcus: Mhh. Das Thema Produktivität ist ja ein ziemlich wichtiges Thema, gerade bei uns Selbstständigen. Und gerade als Selbstständiger, der noch Online unterwegs ist und dann so Fallen, wie Facebook und Social Media ausgesetzt ist. Das ist für mich irgendwie immernoch die größte Challenge, da fokussiert zu bleiben. Merkst Du, dass der Bedarf oder die Nachfrage nach Dir und Deinen Kursen oder Deinen Produkten, oder speziell zum Thema Produktivität wächst und größer wird? Empfindest Du das auch so, dass es zum echten Problem werden kann? Thomas: Ja auf alle Fälle. Also, ich kenne mittlerweile so viele Menschen, die wirklich Probleme damit haben ihre Aufgaben, die ihnen gestellt werden, egal ob man jetzt selbstständig ist oder unselbstständig arbeitet, die noch über die Bühne zu bringen und die noch zu schaffen in der vorgegebenen Zeit. Das wird halt immer, immer schwieriger. Die Anforderungen werden immer höher und andererseits auch die Ablenkungen natürlich. Wie Du schon gesagt hast: Facebook, Twitter, Google, was da auch immer wartet, Youtube. Die werden auch immer größer und damit braut sich irgendwas zusammen dann, wo man dann mit den Aufgaben eben nicht mehr fertig wird. Und da muss man eben Strategien und Lösungen finden, damit man das doch schafft und ja... da setzt eben mein Blog, meine Kurse, meine Bücher setzen da an, genau. Marcus: Okay, das heißt, Du selber warst schon immer ein total effizienter, strukturierter und optimierter Mensch oder was für einen Background hast Du? Thomas: Ähm naja, ich war jetzt nicht der totale Chaot, das würde ich nicht sagen, aber ich war jetzt nicht so strukturiert und gut, wie ich jetzt arbeite und produktiv wie ich jetzt arbeite. Das war ich mit Sicherheit nicht. Also, ich habe mich mit dem Thema begonnen, schon während meines Studiums, mich zu beschäftigen und ja, es wurde dann immer mehr und irgendwann habe ich mir gedacht „Okay, da kannst Du mehr draus machen. Du weißt jetzt schon so viel über das Thema, da startest Du jetzt mal mit einem Blog“ ja. Und das war eigentlich der Beginn, aber ich war... als Schüler war ich nicht so gut strukturiert, sage ich jetzt mal (lacht). Da hat es eher gehapert an diversen Dingen, obwohl es da ja noch keine Ablenkungen wie Facebook und Smartphone oder so gegeben hat, aber trotzdem. Da waren dann halt die Ablenkungen anders. Ich war immer begeisterter Fußballspieler, begeisterter Sportler und habe halt lieber Sport getrieben als gelernt und ja... das hat sich dann auch oft in den Noten niedergeschlagen. Marcus: Ja, wir sind ja ungefähr fast gleiches Baujahr. Ich bin 77er und wenn ich mich zurück erinnere, eigentlich muss es ja voll die Oase gewesen sein ohne Smartphone, ohne Ablenkung, ohne Handys. Aber dann gab es halt andere Sachen ne? Dass man Sport gemacht hat oder sich mit Freunden getroffen hat, keine Ahnung. Also man konnte auch so seine Zeit irgendwie vertrödeln und sich um die Hausaufgaben drücken. Thomas: Genau! Das hat immer geklappt. (beide lachen) Marcus: Wie auch immer. Und was war dann der Trigger während des Studiums, Dich damit mehr zu beschäftigen? Thomas: Ja, dass ich einfach gemerkt habe... also in der Schule war es noch so, dass man halt einen klaren Stundenplan gehabt hat. Man hat gewusst, man muss hingehen. Und dann kam man auf die Uni und da war es eigentlich vollkommen egal, ob man anwesend war oder nicht - bei den meisten Kursen zumindest. Und ja... ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass ich da eigentlich viel Zeit vertrödele und nicht hingehe oder etwas anderes mache. Und dann kam die große Prüfung. Ja, und dann war es halt nicht so leicht wie in der Schule, dass man da halt noch ein, zwei Tage davor zu lernen beginnt und das schafft. Und dann kamen die ersten negativen Noten. Und das war so der Trigger wo ich gesagt habe „Okay, das kann so nicht weitergehen. Ich muss da vieles ändern.“ Und da habe ich eigentlich wirklich intensiv begonnen, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Marcus: Mhh, also das war für mich ehrlich gesagt auch eine ganz neue Erfahrung, als ich dann frisch an die Uni gekommen bin, an der Uni Münster, und mir den Stundenplan dann selber zusammenstellen musste. Das konnte man dann ja noch irgendwie ein bisschen schieben und machen und tun, aber Du bist das erste Mal halt auf Dich selbst gestellt und für Dich selber verantwortlich, ob Du dahin gehst - bei uns gab es auch kaum Anwesenheitspflicht – oder nicht. Und wann Du anfängst zu lernen und womit Du lernst. Wichtig war eigentlich nur, dass Du zu den Klausuren erschienen bist. Und am Anfang habe ich dann auch viel zu spät angefangen und dann irgendwie mit Biegen und Brechen das gerade noch bestanden. Weil ich glaube, die meisten Menschen ticken so, dass sie erst loslaufen, wenn sie müssen. Thomas: Ja, so isses. Und das ist einer der größten Fehler und den habe ich jetzt versucht auszumerzen, eben durch gute Planung. Da kommen wir schon ins Thema Planung ein bissl hinein. Wenn Du Dir das gut einbläust und gut planst, Deine Aufgaben gut verteilst über die Zeit, die Du zur Verfügung hast, dann lebt es sich auch wesentlich entspannter. Das einzige, was man halt entwickeln muss, ist die Disziplin, das dann auch wirklich durchzuziehen und nicht so, wie gesagt, früher war ich... ich habe damals natürlich schon mit To Do Listen und Aufgabenlisten, damals noch in handschriftlicher Form auf irgendeinem Blatt Papier gearbeitet. Und das ist dann immer wieder auf den nächsten Zettel übertragen worden und so weiter und so fort. Und erledigt ist es nie worden, also ja, mittlerweile glaube ich, dass ich ganz gut in der Planung bin. Dass ich ganz gut darin bin auch zu wissen, was ich an einem Tag so erledigen kann. Also, dass ich mir nicht zu viel vornehme. Auch das ist ja oft eine Gefahr, dass man sich viel zu viel vornimmt und das dann nicht schafft und dann frustriert ist. Also da nehme ich mir lieber ein bisschen weniger vor und schaffe das dann und freue mich, dass ich dann am Ende des Tages meine To Do Liste abgearbeitet habe. Ja und eben was glaube ich noch ganz wichtig ist, sich in diesem Bereich noch ein bisschen Pufferzeiten zu lassen, weil ja immer wieder unvorhergesehene Dinge kommen. Mit denen arbeiten die wenigsten. Also die meisten die zu mir kommen, haben eben nicht diese Pufferzeiten, sondern den Tag von in der Früh bis Spätabends durchgeplant. Und wenn dann mal irgendetwas außergewöhnliches passiert, dann kommt’s eben dazu, dass man Aufgaben verschieben muss und das ist glaube ich, nicht optimal. Marcus: Ja dann kollabiert so das ganze System, was man sich vorher aufgestellt hat in seiner Wunderlist oder Evernote oder welchem To Do Planer auch immer. Thomas: Genau, so isses. Dann drückt man auf morgen, morgen, morgen, morgen und dann wird die morgige Liste wieder elendslang und das ist dann ein Riesending, das man dann irgendwann nicht mehr bändigt und irgendwann macht man den To Do Planer dann gar nicht mehr auf vermutlich. Marcus: Ja, das musste ich auch erstmal lernen. Also am Anfang bin ich auch immer davon ausgegangen, was ist der optimale Tag? Ich stehe dann und dann auf. Okay, dann bleiben mir vielleicht vier Stunden zum Arbeiten, später nochmal fünf, am Abend nochmal drei, wenn ich richtig viel weghauen will. So, und entsprechend habe ich dann die Tasks da reingehauen, aber ohne daran zu denken, dass auch mal jemand anrufen könnte oder eine E-Mail reinkommt, die dann doch so wichtig ist, dass sie da reingeschoben werden muss. Oder was auch immer passiert. Und dann ist Dein ganzer Plan eigentlich wieder für die Katz´ und Du bist wieder nur am Schieben: morgen, morgen, morgen. Wenn Du überhaupt ein Datum assigned hast. Das ist ja noch schlimmer. Ich habe mir da mittlerweile angewöhnt für alles dann auch ein Datum zu assignen in der Wunderlist. Aber wenn Du gar kein Datum hast, dann verrottet es irgendwie da, so in den Unterordnern ne? Thomas: Genau, so isses. Dann “Aus den Augen, aus dem Sinn” und ja… es ist so die Eisenhauer Matrix, wo man dann sagt, irgendwann wird es dann wichtig ja? Und dringend. Das ist ja das Problem ne? Wichtig und dringend. Und man sollte sich halt eher in dem Quadranten wichtig und nicht dringend bewegen und das versuche ich. Und seit ich das mache, ist wirklich… die Lebensqualität ist wesentlich höher dadurch. Man hat mehr Zeit die Dinge zu erledigen auch und es macht wesentlich mehr Spaß. Ja, wirklich geniale Sache. Aber wie gesagt, die meisten Leute warten dann eben, bis das wichtig und dringend wird und dann kommt eben die große Panik, dann kommt der Stress und ja… dann kommen viele Faktoren zusammen, die dann eben nicht schön sind. Marcus: Ja, das heißt, wenn Du Aufgaben angehst oder Tasks, teilst Du dann die Aufgaben in die beiden Teilbereiche wichtig und nicht wichtig und dringend und nicht dringend oder gibt es noch eine dritte Ebene? Thomas: Ich habe im Prinzip vier Stufen von Prioritäten: Die erste Priorität ist die sogenannte Eat that Frog-Aufgabe oder MIT sagt man glaube ich noch dazu: Most Important Thing. Genau ja, also das ist Priorität eins, die wir doch immer als erstes erledigt. Das ist halt so meistens die unangenehmste, wichtigste, ja… eine Mischung aus den beiden. Weil sie unangenehm und wichtig sind, erstens. Die versuche ich gleich als erstes am Tag zu erledigen, weil wenn die mal weg ist, dann ist man auch mental im Kopf viel, viel freier. Wenn man die dann mitschleppt über den ganzen Tag und erst am Schluss erledigt, hat man die immer irgendwie im Hinterkopf: “Ah dieses komische Ding da muss ich noch machen”. Und das ist dann ja… meistens nicht so gut. Das heißt Priorität eins bei mir. Priorität zwei sind dann die wichtig und dringenden Aufgaben. Die kommen halt rein. Die kann man nicht verhindern. Ich versuche halt, dass die immer ja… relativ gering gehalten werden. Aber wenn mir im Blog irgendein technischer Fehler auftritt oder irgendeine Mail reinkommt, wo etwas wichtiges zu erledigen ist, dann muss das natürlich Priorität haben, das ist ganz klar. Und ja, Priorität drei ist dann eben die wichtigen Dinge, aber die sind noch nicht dringend. Und da versuche ich eben die meisten meistens in dieser Kategorie drinnen zu sein. Und Priorität vier, wenn da noch so administrative Dinge, die weder wichtig noch dringend sind, sage ich mal. Aber eben auch erledigt werden irgendwann. Und ja… das sind so meine vier Prioritätenstufen, mit denen ich arbeite. Marcus: Mhh. Und ich glaube, viele fragen sich jetzt: Genau, wichtig und dringend ist Stufe eins, richtig? Thomas: Ja, der Eat that Frog ist Stufe eins und wichtig und dringend ist dann Stufe zwei, genau. Marcus: Ah, Eat that Frog, genau. Und Du sagtest gerade, das sind meistens die unangenehmsten Dinge. Gibt es noch ein paar Symptome, woran man so einen Task dann definieren kann oder festmachen kann? Womit man dann in den Tag starten sollte und warum sollte man den gerade am Anfang des Tages machen? Thomas: Ja, meistens sind das halt diese Dinge, die würde man gerne gar nicht erledigen. Oder es sind so unangenehme Dinge, die man am liebsten aufschieben, aufschieben, aufschieben würde. Und ja… wenn man die am Anfang des Tages erledigt, ist das eben ein befreiendes Gefühl, wenn man die mal erledigt hat ja? Weil das ist dann extrem motivierend. Weil dann denkt man sich “Ja, woah, jetzt habe ich dieses unangenehme und wichtig Ding hinter mir und jetzt bin ich voller Energie und kann weiter arbeiten. Also bei mir ist das zumindest so und bei vielen, vielen, denen ich diese Vorgehensweise vorgeschlagen habe, ist das ebenso. Man ist einfach top motiviert, wenn dieses Ding erledigt ist und hat es eben nicht mehr im Hinterkopf. Und das sind die zwei wichtigen Dinge für mich, die jedes Mal wieder… also ich bin jedes Mal wieder überrascht. Ich mache das jetzt schon extrem lange so. Also sicherlich über zwei, drei Jahre mit dieser Eat that Frog Aufgabe, und noch immer ist man nachdem man sie erledigt hat - immer gibt es auch keine, muss man auch dazu sagen - aber wenn es eine gibt, nachdem man sie erledigt hat, ist man dann total happy und glücklich, ja? Klingt komisch, ist aber so. (lacht) Marcus: Ja, also ich kann das voll bestätigen, weil ich arbeite auch nach einem ähnlichen Prinzip. Ich suche mir am Vorabend immer diesen so genannten - ich nenne den MIT “Most Important Task - raus und markiere den dann auch mit einem Sternchen in der Wunderlist. Also ich arbeite noch mit Wunderlist für mich selber. Wenn ich mit dem Team zusammenarbeite, dann über Trello. Und mir hilft dann immernoch die Zusatzfrage: Welche Aufgabe oder welcher Task hätte den größten Impact auf Dein Business oder auf Dein Leben? Und welcher Task würde Dein Leben irgendwie zum Besseren verändern? Das sind aber meistens, wie Du sagst, genau diese unangenehmen, diese fetten Monster, die man dann immer vor sich herschiebt. Und wenn man den dann trotzdem angeht und macht, wie Du schon sagst… und weil ich immer ziemlich früh aufstehe, habe ich den dann meistens schon um 9.00 Uhr oder um 10.00 Uhr fertig. Dann ist der Tag, der kann gar nicht mehr schlecht werden. Der ist dann schon so geil, weil Du denkst, Du hast mega was weggeschafft. Thomas: So ist es. Also es ist wirklich ein erhebendes Gefühl und wirklich genial. Und das was Du jetzt gerade gesagt hast mit dem größten Impact auf mein Leben in drei, vier, fünf Jahren, das ist natürlich dann auch eine coole Sache. Das versuche ich auch reinzubringen, aber das versuche ich eher in der Wochen- und Monatsplanung schon reinzubringen, dass ich da wirklich mich nur auf diese Dinge konzentriere. Und dass ich mich dann wirklich auf das Wesentliche konzentriere, was dann wirklich in meinem Leben dann den meisten Impact dann in Zukunft hat, ja. Aber mache ich auch. Marcus: Und wenn Du Dir dann… Machst Du das auch so, dass Du am Abend vorher Dir die To Do’s anschaust für den nächsten Tag, um schonmal zu wissen, was abgeht, oder planst Du dann morgens mit frischem Kopf? Thomas: In der Regel mache ich’s am Abend. Da ist es die letzte Aufgabe vorm Computer. Manchmal ist es aber auch die Erste in der Früh. Ich bin jetzt nicht ganz so streng mit mir, wenn ich am Abend dann… wenn der letzte Termin jetzt außerhalb ist, dann drehe ich den Computer jetzt nicht mehr extra auf und mache das. Aber mit Todoist, ja… dann mache ich das am nächsten Tag in der Früh. Aber in der Regel passiert’s auch am Vorabend, ja. Marcus: Ja, Todoist ist auch ein sehr cooles Tool, das verlinken wir auch in den Shownotes. Und ich habe gestern mit dem Holger Grethe vom Zendepot ein richtig spannendes Interview gemacht für den Podcast. Und er macht das beispielsweise so, dass er die Tasks immer projektbasiert angeht, das heißt, dass dann eine Woche oder je nach dem wie lange es dauert, dann nur um seinen Blog geht und dann geht es eine Woche nur um Business Development und dann geht es eine Woche nur um Online Kurse. Bei mir ist es so… ich weiß nicht… dafür spielt mein Kopf zu oft verrückt und ich brauche auch zu viel verschiedene Impressions, dass ich mir eigentlich den Tag immer so bunt zusammenwürfele. Würdest Du sagen, das ist nicht so cool oder was ist da Dein Tip? Thomas: Ich glaube, das muss jeder selbst für sich entscheiden. Beides probieren würde ich sagen. Ich bin da auch der Typ, der eher in Deine Richtung geht und sage “Okay, den ganzen Tag nur an einem Ding zu arbeiten, das ist mir irgendwie zu fade. Also ich brauche da auch mehrere verschiedene Dinge. Mal nen Blogartikel, dann vielleicht an einem Online Kurs arbeiten, dann wieder administrative Dinge erledigen und so. Also da bin ich auch eher in Deiner Richtung. Aber ich glaube, das muss - generell im Selbstmanagement ist es ja so - ausprobieren, was Du selbst für gut empfindest, das behalte bei. Und wo Du sagst, nein, das ist nichts für mich, das verwirft einfach wieder und schau das nächste Ding an. Das ist immer der Tip, den ich meinen Klienten gebe. Und das funktioniert in der Regel recht gut. Ich glaube, da muss jeder sein eigenes System finden. Jeder von uns ist ein bissl anders gestrickt und den Holger kenne ich auch sehr, sehr gut und habe mich schon oft mit ihm getroffen auch. Und ja… der macht das wirklich genial so und das passt für ihn so. Für mich würde das weniger passen.   Marcus: Okay, wie so oft: es kommt drauf an und ist ne Typ-Sache. Thomas: Genau, auf alle Fälle. Marcus: Aha und wenn Du dann die Tasks angehst, beispielsweise den MIT, ist das dann immer so ein Brocken, dass das auch mal vier, fünf, sechs Stunden dauern kann oder filetierst Du quasi Aufgaben, wenn Du weißt, sie würden von der Zeit her zu lange dauern? Thomas: Also, ich versuche das mehr zu filetieren. Aus dem ganz einfachen Grund, weil man so… also ich habe so das Gefühl produktiver zu sein. Ich versuche meine Aufgaben im Todoist relativ klein zu halten. Die gehen selten über ne Stunde drüber. Und so kann ich immer wieder dazwischen abhaken, abhaken, abhaken und sehe da mehr Fortschritt, als wenn ich da fünf Stunden an meinem MIT arbeiten würde und nach fünf Stunden da erst abhaken könnte. Das ist so ein bissl eine psychologische Geschichte von mir. Deswegen mache ich lieber die kleineren Tasks ja. Marcus: Ja, ich glaube bei vielen Menschen, bei mir auch, funktioniert dieses Belohnungssystem richtig gut. Und wie Du schon sagtest: Je mehr Du dann abhaken kannst und dann vielleicht noch so ein cooler Sound dazu kommt und dieses Checkmark irgendwie durch Deinen Fingerwisch entsteht… ich weiß nicht… ist ne coole Belohnung. Thomas: Ja auf alle Fälle ja. Es ist irgendwie jedes Mal so ein mentaler Kick und Du bist wieder frisch motiviert das nächste anzugehen. Das ist einfach genial, deswegen versuche ich möglichst oft abzuhaken. (lacht) Marcus: Ja, mir geht´s genauso. Und ich bin auch so ein Typ, wenn da irgendwelche Farbmuster sind und Du musst auf grün kommen oder Du musst auf 100% kommen oder Du musst irgendwie in einer App noch etwas dazukaufen, damit der Balken irgendwie komplett ist, dann lasse ich mich dadurch total triggern und mache das und versuche da irgendwie dranzubleiben. Thomas: Sehr gut, ja. Also es geht mir ähnlich. (lacht) Marcus: Okay, cool. Und wenn Du in dem Task selber drin bist, verwendest Du dann noch bestimmte Techniken wie Pomodoro? Vielleicht erklärst Du mal kurz, was das ist und ob das Sinn macht für Dich? Thomas: Ja, Pomodoro ist halt dass Du möglichst kleine Einheiten machst, ich glaube, 25+5 ist Pomodoro. Das heißt also 25 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause. Nein, das mache ich nicht, weil ich habe es probiert auch. Es ist an und für sich eine coole Sache, weil man wirklich länger konzentriert arbeiten kann, das schon. Aber mich hat das irgendwie gestört, dass ich dann mittendrin irgendwie da jetzt aufhören soll, Pause machen soll, wo ich gerade im Flow bin vielleicht, wo ich dann einen Artikel schreibe und gerade gut drauf bin und dann läutet dieses Pomodoro und reißt Dich irgendwie raus. Also mich hat das eher gestört dann am Ende. Deswege mache ich es nicht so. Also ich mache in der Regel regelmäßig Pausen, das auf alle Fälle. Ich versuche meine Aufgaben so im stummen Bereich anzusetzen und mache dann nach jeder Aufgabe eine kurze Pause und das funktioniert dann auch sehr gut, ja. Marcus: Mhh, ja mir geht es ähnlich. Ich habe auch schonmal Pomodoro getestet, war dann ein großer Verfechter davon, weil, das Gute an dem Pomodoro ist ja, das hat ganz strenge Regeln. Du musst dann diese 25 Minuten sitzen bleiben und nur an der Aufgabe arbeiten. Und sobald Du irgendwie rausgerissen wirst oder da einmal aufstehst und zur Toilette gehst oder was anderes, dann musst Du den Pomodoro wieder starten und reseten und von vorne machen. Was mich dann aber auch irgendwann gestört hat ist, manchmal bist Du in so nem Flow-Modus und Du bist richtig produktiv und auf einmal klingelt der Wecker und Du musst dann aufstehen und 5 Minuten etwas anderes machen. Thomas: Ja, das kann nix. Also für mich hat das halt… hab´s gut getestet. Das ist so eine Sache, die habe ich getestet und ist dann eben nix für mich gewesen, aber für manche passt das vielleicht. Manche arbeiten damit hochproduktiv. Für mich ist das eher weniger was. Marcus: Okay. Thomas: Wenn Du vorher gesagt hast, dieser Balken… Da habe ich noch einen coolen Tip mit dem ich auch arbeite. Bei großen Projekten mache ich mir auch solche Balken und unterteile die meistens so in 5%-10% Schritte auf meinem Whiteboard hier. Und dann male ich immer dazu. Je nach dem wie weit ich bei einem Projekt bin, male ich da immer dazu und das ist auch extrem motivierend und deswegen, die Idee mit den Balken gefällt mir sehr sehr gut, weil ich das selber verwende und da siehst Du halt, wie weit bist Du? Wie viel hast Du noch? Und das ist wirklich sehr, sehr motivierend so vorzugehen. Und es schützt auch noch ein bisschen so vor Aufschieberitis. Marcus: Ja, was gibst Du den Leuten für nen Tip, die an akuter Aufschieberitis leiden? Thomas: Ja, genau solche Dinge zu machen. Eben das ganze so ein bisschen zu visualisieren, darzustellen wie weit bin ich? Wohin muss ich noch? Ja? Das ist der eine Punkt. Der zweite Punkt, wo die meisten einen großen Fehler machen ist - jetzt ganz egal ob das mit Abnehmen zu tun hat oder irgendeine Todoist, die nicht erledigt wird - man plant ja zu wenig. Also ich muss mich genau hinsetzen und muss einen Plan erstellen, muss mir ne Strategie überlegen, wie will ich das machen? Und das machen die wenigsten, ja? Das heißt zu wenig Zeit in die Planung investiert und dann geht es meistens schief. Das ist der große, große Fehler beim Aufschieben meistens ja. Marcus: Ja, oder was ich auch gemerkt habe: Viele denken, dadurch dass sie eine App benutzen, ist das Problem schon gelöst. Thomas: Genau. Marcus: Es gibt richtig gute, coole Apps und dadurch kann man sich dann auch die Inbox 0 irgendwie leer machen, den Posteingang, wenn man alles in die App schiebt und dann ja… dann verrottet´s halt an nem anderen Ort. Also nicht mehr in Deiner Inbox, sondern liegt dann in Evernote oder Wunderlist. Also ich glaube, wichtig ist ja… irgendwie sich so motivieren zu können, dass man die Tasks dann auch angeht und im besten Fall dann auch so nen MIT dann irgendwann mal angeht ne? Thomas: Ja genau, das ist am optimalsten. Meistens sind ja genau das, diese MIT-Tasks dann ne? Diese Aufschieberitis-Dinger sind meistens MIT Sachen bei mir und wie gesagt, wenn es dann mal erledigt ist, ist es ein erhebendes Gefühl und man gewöhnt sich dann dran und freut sich zum Teil schon auf die MIT Sachen, weil man eben schon weiß, dass man sich danach gut fühlt ja? Das ist wichtig! Marcus: Mhh, also was bei mir richtig gut funktioniert, wenn ich nen MIT angehen will und das ist eigentlich jeden Tag jeden Morgen, ja nicht in den Posteingang gehen und ja nicht auch irgendwie Facebook oder so aufmachen. Weil bei mir ist so, sobald ich das Ding einmal aufmache, hat´s mich gecatcht und die Gedanken sind woanders und man verliert sich. Thomas: Ja absolut. Also mir geht’s bei Facebook so. Ich mache Facebook auf, weil ich eine Werbeanzeige erstellen will und finde mich 10 Minuten später im Newsfeed wieder (lacht). Das ist Wahnsinn. Also das ist unglaublich. Deswegen versuche ich das auch zu vermeiden, arbeite sogar mit Apps daran. Also Antisocial heißt das eine, wo Du das Facebook ausschalten kannst für gewisse Zeit, sodass Du einfach nicht drauf zugreifen kannst. Also generell alle Social Media Seiten. Und das andere heißt Freedom. Also auch recht cool, weil da kannst Du das ganze Internet kappen. Und gerade wenn ich an meinen Büchern schreibe oder Blogartikeln schreibe, da brauche ich das Internet ja nicht. Und so verhindere ich, dass da irgendwelche Ablenkungen kommen könnten. Marcus: Ja, man muss schon sagen: Das ist verdammt gut, der Algorithmus ne? Thomas: Ja, der ist Wahnsinn (lacht) Marcus: Und für’s MacBook gibt’s glaube ich noch Self Control als App für Social Media Blocking. Thomas: Genau ja, gibt’s auch. Und für’s Handy, für die, die kein iPhone haben, weil Apple das verhindert offensichtlich, gibt’s noch die App Offtime, die sehr, sehr cool ist. Da kann man verschiedene Profile erstellen. Also zum Beispiel das Profil Sport. Und da sage ich im Profil Sport, da kann ich zugreifen meinen Musik App, auf meinen Runtastic mit dem ich meinen Lauf eben triggere und auf Deine Sport Apps halt noch und alle anderen sind gesperrt und auch alle Anrufe oder SMS sind gesperrt. Und das ist echt ein cooles App, weil da kann man auch Arbeitsprofile machen und vieles, vieles mehr … Familie. Da kann man genau einstellen, wer kann auch von den Anrufern zu Dir durch und wer wird abgeblockt. Und das ist halt eine coole Sache. Gibt’s leider nur für Android im Moment. Aber ist wirklich eine coole App mit der ich sehr, sehr arbeiten auch. Marcus: Ja, klingt supergut auch. Danke für den Tip! Thomas: Gerne, gerne. Marcus: Was gibst Du Leuten mit auf den Weg, die ganz am Anfang stehen und jetzt das erste Mal ihre To Do Listen bauen und vielleicht auch es schaffen im MIT anzufangen und dann nicht wissen, wieviele Tage soll ich eigentlich arbeiten oder am Rechner verbringen? Gibt es da einen allgemeingültigen Hinweis oder Tip von Dir? Thomas: Ja, das kommt natürlich wieder sehr auf die Person an. Also ich bin ja generell auch jemand, der sehr, sehr gerne das tut, was er tut. Deswegen setze ich mir da keine Zeitlimits, aber ich versuche da natürlich schon… ich fange auch in der Regel sehr, sehr früh an. Also mein Tag beginnt… Mein Arbeitstag beginnt meistens schon um 6:00 Uhr. Arbeitstag unter Anführungszeichen. Ich bin ein Frühaufsteher auch. Und ja, ich versuche dann schon in der Regel bis 16:00 Uhr arbeite ich, allerdings mit Sport dann halt dazwischen natürlich und versuche dann einfach Freunde zu treffen. Die große Gefahr ist halt, dass viele dann vorm… gerade wenn man alleine arbeitet… daheim arbeitet… dass man dann daheim verhungert irgendwie, sage ich immer. Und die Sozialkontakte nicht mehr wahrnimmt und so. Und das ist eben absolut nichts für mich. Deswegen ja, wenn meine Freunde in der Regel mit ihrem normalen Job aufhören, dann höre ich auch auf vor’m Computer zu sitzen. Da treffen wir uns, machen irgendetwas, machen Sport oder treffen uns und gehen weg. Und das ist glaube ich, ganz, ganz wichtig. Aber im Prinzip muss es jeder für sich selbst wissen, wieviel er da investieren muss. Mein Ziel ist es halt irgendwann soweit zu sein, dass ich gerade mal vier Stunden, also den Vormittag da vor’m Computer verbringen muss und den Rest des Tages dann so gestalten kann, wie ich will. Also das ist mein großes Ziel. Und da bin ich noch nicht, aber ich bin auf dem guten Weg dahin. Marcus:  Perfekt. Und das, was Du gerade sagst, ist total interessant - auf mich bezogen. Weil immer wenn ich in Berlin bin und Du sagtest dann, irgendwann wenn Deine anderen 9 to 5 Freunde quasi frei haben und Du Dich Abends mit denen triffst, dann hörst Du auch auf und hast irgendwie ein bestimmtes Muster bis wann man arbeiten kann und dann ist auch Schluss. Und wenn ich unterwegs bin und die Tage noch viel länger sind und ich noch viel mehr Zeit habe für alles, erwische ich mich immer wieder, auch heute noch oder ich glaube letzte Woche oder so, dass ich mehr oder weniger vor’m Rechner dann verhungere und denke “Ja, Du könntest ja noch was machen”, aber so richtig effektiv ist man nicht mehr. Aber ich verpasse dann immer den Moment, einfach diesen Scheiß Deckel runterzuklappen und zu sagen “So, heute geht nix mehr. Ende.” Thomas: Ja, also, da erwische ich mich auch noch ab und zu dabei, muss ich ehrlich sagen. Wenn man dann so merkt, man ist überhaupt nicht mehr produktiv und so weiter. Und dann klappe ich ihn einfach zu und sage “Aus für heute”. Ja… Ich glaube, das perfekte Selbstmanagement wird es nie geben. Man wird immer wieder in irgendwelche Fallen tappen, aber das ist auch okay, solange es nicht regelmäßig passiert. Ich glaube ganz, ganz wichtig ist … ab und zu darf es passieren, aber wenn man regelmäßig immer Facebook aufmacht und dann 20 Minuten, 30 Minuten im Newsfeed drinhängt, dann muss man was ändern. Wenn das ab und zu mal passiert… Mein Gott, wir sind alle Menschen, sage ich immer. Das ist auch okay. Marcus: Ja auf jeden Fall. Und man hört es ja auch von den richtig effizienten Menschen in den USA, wie den Pat Flynn oder Tim Ferris oder so. Denen passiert das auch immer wieder, dass sie dann in so nem Rattenloch verschwinden und auf einmal immer wieder auftauchen und dachten “Ey Scheiße, was wollte ich jetzt eigentlich auf Facebook machen?” Also denen passiert das genauso und es soll ja auch nicht zur Selbstkastanei ausarten. Aber ich glaube gerade bei mir ist noch so geprägt so, von der alten 9 to 5 Mentalität “Zeit gegen Geld”. Solange Du am Rechner sitzt, verdienst Du Geld, solange der Deckel oben ist, scheint es ja irgendwie gut zu sein, was Du machst. Und das ist immernoch nicht ganz angekommen, dass ich selber bestimmen kann, wann ich aufhöre und wann ich wieder anfange zu arbeiten. Thomas: Ja, das stimmt. Da hilft vielleicht, dass Du Dir wirklich einen Terminplan machst und wirklich sagst “Okay, ich stelle mir jetzt das Smartphone auf 14:00 Uhr, 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr” und wenn das Smartphone läutet, dann ist Schluss für heute. Also mit dem habe ich auch eine Zeit lang gearbeitet und das hat auch gut funktioniert, weil ich mich auch immer wieder dabei erwischt habe. Gerade wenn, weiß ich nicht, wenn ich unterwegs war oder so, wie Du richtig sagst, dass man dann eben vor’m Computer noch rumsitzt und um 22:00 Uhr noch immer sitzt, ja. Und dann habe ich mir einfach gesagt “Nein, das geht nicht” und habe dann mein Arbeitsende in der Früh festgelegt und habe meinen Alarm programmiert. Und da habe ich dann tatsächlich auch zugeklappt, weil das dann wirklich… erstens Mal ist es unproduktiv. Es passieren viel zu viele Fehler dann schon, weil man ja unkonzentriert ist und nicht mehr so die mentale Energie hat und deswegen hat es meistens eh kaum etwas gebracht. Ja, da gehe ich dann lieber auf ein Bier irgendwohin und ja… schließe den Tag so. (lacht) Marcus: Ja, es gibt ja auch so ein Gesetz, dass man sich die Aufgaben, die man zu tun hat, immer - egal wie lang oder kurz der Zeitraum ist - genau in diesen Zeitraum legt. Ich komme gerade nicht auf den Namen. Thomas: Arkins Rogers Gesetz ist das glaube ich. Marcus: Genau. Thomas: Ja genau, das besagt halt: Je kürzer die Zeit ist, in der Du die Aufgabe erledigen kannst, um so produktiver bist Du natürlich. Und umso mehr konzentrierst Du Dich eben auf die wichtigen Dinge. Marcus: Ja, das ist echt krass. Wenn wir nen Ausflug machen und dann den ganzen Tag unterwegs sind. Und heute leihen wir uns wieder einen Roller und fahren über die Insel und dann weiß ich abends “Woah, ich habe jetzt nur noch drei Stunden oder ne Stunde für meine E-Mails oder ne halbe.” Du rast da durch, bist richtig effektiv, produktiv, auf dem Punkt, ähm ja… verschwendest keine Zeit. Und wenn man aber weiß “Oh ich habe den ganzen Tag hier, ich habe gutes Internet”. Weil wenn wir unterwegs sind haben wir manchmal auch nur so kurze Phasen, wo wir richtig gutes Internet haben, das hilft dann auch. Dann vertrödelt man soviel Zeit, immer wieder. Thomas: Ja, das stimmt, kenne ich auch. (lacht) Marcus: Also, wie man glaube ich merkt, das ist ein Riesenthema: Produktivität. Und eins, was mich auch sehr beschäftigt und sehr viel Spaß macht, mich immer wieder neu zu challengen und neu zu strukturieren, Routinen aufzusetzen. Thomas: Super ja. Ich glaube, gerade am Anfang, wenn man vielleicht startet mit diesen To Do Listen, dann macht’s vielleicht auch Sinn, das man sich daneben hinschreibt, neben jedem To Do: Wieviel Zeit will ich dafür investieren. Und sich dann vielleicht auch da den Wecker stellen. Also nicht Pomodoromäßig, sondern dass man einfach sagt “Okay, für diese Aufgabe möchte ich eine Stunde brauchen, und nicht mehr” und sich dann vielleicht irgendwo eine Uhr oder einen Countdown hinstellt und dann immer wieder sieht “Oh, soviel Zeit habe ich nur noch. Jetzt muss ich Gas geben”. Also das hilft auch am Anfang sehr. Marcus: Hast Du eine bestimmte Routine oder Struktur am Tag, die Du immer wieder abarbeitest? Und wie sieht ein typischer Tag bei Dir aus? Thomas: Ja wie gesagt, dieser typische Tag, den gibt’s für mich eigentlich nicht, weil ich das eher immer wieder durchwürfele. Aber im Prinzip habe ich schon immer meine Hardfakts. Also mit meinem MIT beginne ich natürlich dann. Dann kommt in der Regel nach dem MIT, da bearbeite ich zum ersten Mal meine E-Mails ab. Das mache ich nur zweimal am Tag, dass ich meine E-Mails abarbeite übrigens. Marcus: Ah cool. Thomas: Und sonst bleibt’s geschlossen, weil sonst kommt immer wieder was rein und man ist abgelenkt. Deswegen habe ich mir das angewöhnt, wirklich nur zweimal am Tag, vielleicht auch ein drittes Mal am Abend - aber das ist eher selten ... Marcus: Ja, das hatte ich auch mal drauf, das ist auch ganz witzig. Und jetzt bin ich wieder zurückgefallen quasi, dass ich dann auch, wenn ich unterwegs bin und mir langweilig ist mal auf dem iPhone die Inbox checke. Und ich ärgere mich selber darüber. Ich glaube, das zeigt, es kann immer wieder passieren, dass man eine Routine oder einen Habit wieder neu aufbauen muss ne? Thomas: Genau ja, das passiert. Man hat den Fokus einfach nicht mehr drauf und dann kommt das eben neu. Aber dann muss man sich eben wieder neu drauf fokussieren und dann funktioniert das schon ja. Ich gebe halt den Tipp auch, immer alle Benachrichtigungen auszuschalten. Also Facebook- oder Mail-Benachrichtigungen. Bei vielen bimmelt ununterbrochen das Handy, weil Mails reinkommen. Also das ist halt ein Horror dann natürlich ja. Marcus: Ja, das hilft super. Das hilft ungemein. Also ich habe eh das Handy immer auf lautlos. Aber ich habe jetzt auch angefangen auf dem iPhone diese ganzen Bubbles auszuschalten, wo Du dann siehst… auch optisch einfach: 1, 2 neue Mails und dann ist man halt geneigt da reinzugehen. Und wenn Du das alles ausschaltest, alle Notifications die es gibt. Also dieses Vibrieren, den Ton, die Bubbles oben - Du lebst auf einmal viel entspannter. Thomas: So ist das, absolut. Das kann ich auch nur empfehlen. Also ich habe das auch alles ausgeschaltet zum Glück ja. Marcus: Okay cool. Thomas: Genau ja und was bei mir noch hinzukommt ist die Sporteinheit, die tägliche. Fast täglich sage ich jetzt mal. Ähm ja, entweder Fitnesscenter: Laufen, Radfahren, das baue ich dazwischen irgendwo ein, wenn ich sehe, ich brauche mal einen Time Out, dann passiert das zwischendurch irgendwie. Das kann sein am Vormittag, das kann sein am Nachmittag. Also ich bin jetzt nicht so einer, der jetzt jedes Mal den gleichen Stundenplan hat, weil ich die Abwechslung eben sehr, sehr gerne habe, aber ja… im Prinzip gehört dazu eben die MIT, dann gehört das Sportmachen dazu und ja. Zum rechten Zeitpunkt dann wirklich auch den Computer auch abdrehen. Das gehört auch noch dazu. Das sind so meine Ankerpunkte, die ich dann halt irgendwie verteile über den Tag. Marcus: Ja und wenn Du ins Fitnessstudio gehst - gestern erst habe ich eine App empfohlen gekriegt, hier in Mallorca im Gym von nem anderen Pumper - hast Du da eine Empfehlung für ne coole App? Oder bist Du da genauso hart und strukturiert zu Dir oder machst Du einfach Freestyle irgendwelche Geräte? Thomas: Nah, ich habe mein Programm… habe ich. Und Split-training und ja, da habe ich mein Programm zusammengestellt bekommen von nem befreundeten Fitnesstrainer und das ziehe ich durch. Ich versuche mindestens drei Mal in der Woche ins Fitnesscenter zu gehen und drei Mal laufen. Das ist so meine Minimumanforderung, gelingt auch meistens und an einem Tag ist dann dann Cheatday. da darf ich mich ausrasten und fertig. Das funktioniert sehr gut, da habe ich eigentlich keine Apps oder Tools, die ich empfehlen könnte für’s Fitnesstraining. Ähm, einzig die Ernährung vielleicht. Die tracke ich, weil das ganz gut funktioniert, dass man nicht zu viel zu sich nimmt, weil ich bin ja ein großer Fan von gutem Essen (lacht) und da habe ich eben mein Fitness Pale, das ich empfehlen kann, wo ich eben die Ernährung tracke und dann auch sehe “Okay, jetzt musst Du aufpassen. Jetzt hast Du schon zu viele Kalorien verbraucht. Jetzt gehst Du es wieder langsamer an”. Aber ansonsten verwende ich für’s Fitnesstraining… Ja und Runtastic eben verwende ich für das Tracken meiner Laufzeiten. Aber jetzt direkt im Studio nix. Was hast Du da empfohlen bekommen im Studio? Marcus: Äh, ich schau mal eben nach. Ich habe nämlich vorher auch immer Pläne gekriegt von nem Kumpel von mir, der auch Personal Trainer ist, aber irgendwie meldet der sich in letzter Zeit gar nicht mehr und kriege keine neuen Plände. Und die alten machen keinen Bock mehr. Loox heißt das. Und das ist ganz cool insofern, dass man … Da gibt es dann glaube ich, über 300 Pläne, je nach dem was man machen will: Kraftaufbau oder athletischer Körper oder Gewicht abnehmen oder Gewicht abbauen, Männer, Frauen… also man muss vorher sein Profil anlegen und kriegt dann entsprechende Pläne vorgeschlagen, auch von wirklichen Experten. Und kann dann aber diese Pläne auch immernoch individuell anpassen. Und das wollte ich jetzt mal ausprobieren, zumal da auch immernoch ne ganz gute Videoanleitung dazu ist, wenn man nicht genau weiß, welche Übung das ist. Und das ganze wird, sobald Du diesen als Mein Trainingsplan aktivierst, dann auch offline runtergeladen, dass Du dann gar nicht mehr Netz brauchst, wenn Du in irgendeinem Studio bist. Thomas: Okay, das ist cool ja. Sehr gut. Lade ich schon herunter. (beide lachen) Marcus: Und was ich noch empfehlen kann, was ich jeden morgen mache, ist die sogenannte 7-Minuten-App. Hast Du davon schonmal was gehört. Thomas: Das habe ich gehört ja. Marcus: Genau und das ist so 7 Minuten very intens, also sehr intensives Intervalltraining, funktionales Training. Was Du also überall machen kannst ohne Geräte oder ohne Fitnessstudio. Und das sind glaube ich 12 Übungen in die 7 Minuten reingepackt. Und ja… wenn Du das regelmäßig machst, hat das auch echt nen Impact auf Deinen Body und auf Deine Gesundheit. Das funktioniert ziemlich schnell und ziemlich gut. Thomas: Cool, muss ich probieren ja. Marcus: Kann ich nur empfehlen. So, und wenn Leute auf Deine Webseite selbst-management.biz kommen, was können die dort erwarten? Und was würdest Du empfehlen? Wo soll man einsteigen? Thomas: Ja, Einstieg ist immer schwierig. Also, einfach mal auf die Ressourcenseite schauen. Dort sind alle Artikel, die ich jemals geschrieben habe, zusammengefasst. Dort einfach mal drüberlesen und einfach dort einsteigen, was derjenige am spannendsten findet. Also da geht’s über Produktivität, Selbstmanagement, ich habe diverse Videos drinnen, meine Podcasts sind drinnen. Also da gibt’s wirklich viel zu sehen. Einfach einmal einsteigen, mit dem was Spaß macht. Ich empfehle das immer wieder. Auch wenn man mit Sport beginnt, nicht jetzt mit irgendwas einsteigen, was einem keinen Spaß macht, sondern mit dem einsteigen, was man gern tut. Es gibt jede Menge Tooltipps, Buchtipps; Zeitmanagement ist drin; Produktivität; Zero Inbox ist natürlich auch Thema; Lernen und Austauschen. Auch da habe ich sehr, sehr viel über Lernen geschrieben; um Energie; Gesundheit; Lifestyle gibt’s ein paar Artikel; wie man Ordnung schafft; mentale Stärke ist auch dabei; Evernote natürlich - ich bin ja ein großer Evernote Fan. Ja und diverse Videos und dergleichen mehr. Also einfach mal durchschauen auf der Ressourcenseite und sagen “Okay, das interessiert mich, damit fange ich an”. Und sich dann von dort aus weiter durcharbeiten und immer wieder was neues holen, würde ich sagen. Marcus: Mhh, wie lange gibt es die Seite jetzt schon. Thomas: Diese Seite gibt’s jetzt schon über zwei Jahre. Also es hat sich schon einiges angesammelt. Es kommen auch immer wieder neue Artikel hinzu natürlich. Zweimal im Monat kommt ein Artikel und einmal im Monat kommt ein Video dazu. Immer zu einem gewissen Thema und ja. Ich freue mich auch immer wieder, wenn Leute mich anschreiben und gewisse Themenwünsche äußern natürlich. Und sagen: “Da und da und da bräuchte ich Hilfe. Hast Du da was?” Und dann kümmere ich mich darum und das ist immer ein recht reger Austausch mit meinen Lersinnen und Lesern. Das ist immer spannend für mich auch. Marcus: Cool, das funktioniert immer am besten ne? Wenn Du mit Deinen Leuten redest und dann quasi das lieferst, was die Leute auch interessiert und nicht wo Du denkst, so das wäre jetzt ein wichtiges Thema ne? Das merken wir auch immer mehr. Thomas: Genau ja, ja. Auf alle Fälle. Marcus: Wieviel Traffic hast Du da jetzt so über die letzten Monate generiert? Thomas: Es haben sich jetzt in den letzten Monaten so 25.000 Lerinnen und Leser pro Monat eingependelt. Da stehe ich jetzt im Moment (lacht). Marcus: Cool. Thomas: Ja, aber ich bin zufrieden damit, also das passt. Marcus: Nee, richtig cool. Weil ich habe mich auch gewundert, ich komme aus dem SEO-Bereich. Ob zum Beispiel so eine biz-Domain - da streiten sich im SEO-Bereich ja immernoch die Geister so, ob man so eine gut zum Ranken kriegen kann oder ob man lieber auf eine .com oder .org oder .de gehen soll. Bei Dir, Du bist ein gutes Beispiel. Ich glaube, Du kriegst auch ganz gut SEO-Traffic oder? Thomas: Genau ja. Ich habe dann Experten mal, muss ich auch dazu sagen... vor nem halben, dreiviertel Jahr hat er sich um den SEO sehr genau gekümmert und da ist wirklich dann sehr, sehr viel weiter gegangen. Aber ich kriege sehr, sehr viel über Google ja. Der Großteil kommt über Google bei mir ja. Marcus: Mhh perfekt, und das kann ja nur besser werden. Das spricht aber dann auch für die Qualität des Blogs und wahrscheinlich der Trust und das Alter, was dann immer weiter in Deine Karten reinspielt, wenn Du dran bleibst und Content erstellst. Thomas: Genau, so isses. Also dranbleiben ist glaube ich, das Wichtigste beim Bloggen. Wie generell im Leben. Am Anfang habe ich mich lange herumgeschlagen mit wenigen Besuchern. Ja und dann sind’s immer mehr und mehr geworden und ja… wenn man da aufgibt in dieser Phase, ist das glaube ich schlecht. Also dranbleiben ist ganz, ganz wichtig. Marcus: Ja, ich glaube ich habe das schonmal auf dem Podcast gesagt. Es gibt auch so ne Erhebung oder Untersuchung: Was wäre passiert, wenn diejenigen den Blog weitergemacht hätten, wo sie genau aufgehört haben? Und in ganz, ganz vielen Fällen ist das genau der Punkt, wo die meisten Leute dann genervt drangehen und sagen “Nee, das bringt alles nix, ich steige jetzt hier aus. Ich höre auf” und kurz danach wäre dann dieser Big Point gewesen und gekommen. Thomas: Okay (lacht)  Das ist bitter, ja. Marcus: Ja, zum Glück wissen das dann die Leute nicht mehr, aber das zeigt nochmal, wie wichtig einfach das Durchhaltevermögen ist. Das Standing und klar, auch wenn man alleine ein Online Business angeht, ist es glaube ich noch schwieriger und dann passiert nichts auf dem Blog. Und dann ist es glaube ich um so wichtiger, sich mit gleichgesinnten zu umgeben oder beispielsweise in ne Mastermindgruppe zu gehen. Du selber bist auch in ner Mastermindgruppe, oder? Thomas: Ja genau. Also das ist ein ganz, ganz wichtiges Thema für mich. Mastermind ist extrem wichtig, weil dort eben Leute sind, die verstehen was Du tust ja? Die wenigsten verstehen ja, was wir da wirklich tun. Wenn ich das normalen Freunden oder so erzähle, dann greifen die sich immer an den Kopf. Dass man damit Geld verdienen kann (lacht). Und ja, Mastermindgruppe hat mir wirklich auch einen Schub gegeben. Ich war zeitweise in drei Mastermindgruppen gleichzeitig, weil es mich wirklich inspiriert hat. Mittlerweile bin ich nur noch in einer, aber es ist wirklich eine sehr, sehr geniale Sache, weil Du Dich da austauschen kannst, neue Tipps bekommst, siehst was die anderen so machen und das wirklich sehr offen gehandhabt wird und da überhaupt kein Konkurrenzdenken ist oder so, sondern sich da gegenseitig weiterhelfen will. Und das ist wirklich… also, ich kann das nur jedem empfehlen, unbedingt eine Mastermind suchen oder selbst gründen und da dann glücklich werden. (lacht) Marcus: Auf jeden Fall. Ich kann es auch nur jedem empfehlen. Ich war da vorher immer so ein bisschen skeptisch und dachte “Wo kriege ich das denn jetzt noch reingebaut in meinen Kalender” und ja… Jetzt vor zwei Monaten war ich in Barcelona. Vom Dynamite Circle auf nem großen internationalen Event und da wurden dann auch Masterminds zusammengemischt und ich war in einer richtig, richtig guten Mastermindgruppe, wo es dann darum ging, sein Business auf’s nächste Level zu heben. Und das ist einfach so inspirierend. Erstmal so tiefe Insides in andere Businesses zu kriegen und dann diese Hilfsbereitschaft von den anderen für Dein eigenes Problem ne? Thomas: Genau ja, so isses. Also wie gesagt, ich habe sehr, sehr viel profitiert und ich wäre sicherlich nicht dort, wo ich jetzt bin ohne diese Mastermind. Das kann ich fix unterstreichen. Marcus: Und auf Deinem Blog gibt’s ja neben Deinen Blogartikeln, glaube ich, auch noch einen Videokurs und verschieden Bücher oder wie sieht das aus? Wie hast Du Dich da aufgestellt? Du hast auch noch einen eigenen Podcast? Erzähl mal ein bisschen. Thomas: Genau. Also der Podcast geht über dasselbe Thema. Also die Podcasts sind jetzt immer Artikel. Das gibt’s in geschriebener Form und gibt in Podcastform, weil manche hören lieber, manche lesen lieber. Marcus: Okay, wie machst Du das? Liest Du dann den Artiekl 1:1 ab oder änderst Du den ein bisschen? Thomas: Nein, nein, nein. Also der Podcast ist wesentlich ausführlicher. Also ich schreibe zuerst den Artikel und spreche dann im Podcast. Wenn ich ablesen würde, würde das kein Schwein hören wollen. (lacht) Also ich muss frei sprechen. Und ja… Das ist immer zu dem Thema des Artikels natürlich. Ich gehe ein bisschen mehr ins Detail im Podcast natürlich, weil man mehr Platz hat, mehr Raum hat, wenn man sprechen kann, als wenn man schreiben kann. Ich glaube, niemand würde 10.000 Wörter in einem Blogartikel lesen. Also der Blogartikel ist recht komprimiert, ich versuche da meistens so um die 1.000 Wörter zu halten und der Podcast ist eben dann für die Menschen, die genaueres erfahren wollen oder die ohnehin nur den Podcast hören. Also das passt dann schon. Dann haben wir da meine Bücher…. Marcus: Ganz kurz noch zum Podcast, weil das interessiert mich besonders, weil ich gerade erst am Anfang stehe und Du immer sehr weit oben auch in den Rankings zu finden bist. Also wahrscheinlich echt gute Inhalte da ablieferst: War das ähnlich, wie beim Bloggen, dass das erstmal ein bisschen gedauert hat, bis Du die Aufmerksamkeit hattest von den Leuten? Oder ging das direkt ab, wie eine Rakete? Thomas: Also der Podcast ist direkt abgegangen wie eine Rakete muss ich sagen, weil…. ja, Podcasts gibt’s jetz auch schon gut eineinhalb Jahre sicher. Und ja… ich habe damals halt schon ein paar Leser gehabt und man ist ja dann schnell in dieser Neukategorie oder wie heißt die? Marcus: Ja, ich hab’s auf englisch. Bei mir heißt sie “New & Noteworthy” oder so. Also Neu und Bemerkenswert oder so. Thomas: Ja, wenn man da mal drin ist und da vorne rankt, dann kommen extrem viele Leute dazu. Und das ist schonmal cool. Da kann man glaube ich, 10 oder 12 Wochen ist man da drin. Und da ist wirklich die Post abgegangen. Und ja, ich bin dann auch in den normalen Kategorien immer weiter nach vorne gewandert. In der Wirtschaftskategorie und es kommen immer wieder neue Hörer von Podcasts und das ist wirklich ein cooles Marketingtool. Das einzige, wo ich Probleme damit habe ist, die Leute dann auch auf die Webseite zu bekommen. Also da, weiß ich nicht, mache ich entweder was falsch oder die Leute einfach nicht. Gut, ich merk’s auch bei mir selbst, ja? Ich höre das im Fitnessstudio oder höre das in der U-Bahn oder im Auto und ja… Du gehst halt dann selten auf den Blog oder auf die Webseite. Da muss Dich schon was sehr, sehr spannendes dorthin locken, sage ich mal. Marcus: Ja es ist wirklich so, dass da ein Medienbruch ist. Das merke ich ja selber. Ich versuche es ja auch bei meinem Podcast, dass ich am Ende immer sage “Hinterlasst mir mal einen Kommentar irgendwie auf der Webseite oder schreibt mir an marcus@lifehackz oder hinterlasse mir eine Sprachnachricht”. Ich habe da alles eingebaut auf meiner Webseite, aber es kommt irgendwie kaum Interaktion, obwohl die Leute die Podcasts hören. Das sehe ich ja in den Stats bei Soundcloud. Aber ich kenne es von mir selber. Wenn ich den Podcast dann höre und ich bin im Bett oder so, dann habe ich keinen Bock mehr an meinen Rechner zu gehen, den anzumachen und demjenigen dann noch ne Nachricht zu schicken. Auch wenn’s vielleicht cooler wäre. Thomas: So isses, genau, ja. Also, das ist das Problem, aber gut… Das ist schön, ich freue mich über jeden Podcasthörer und es ist okay so. Ja, es ist halt ein zusätzliches Marketingtool auch für mich und ja, es funktioniert sehr, sehr gut. Marcus: Und es macht sauspaß oder? Thomas: Ja mörderisch. Also ich liebe Podcasten ja. Da kann ich mich so richtig auslassen und ja… ich glaube, das merkt man auch. Auch bei Dir merkt man das, dass es Dir ein Riesenspaß macht, als wenn man da vielleicht fade vorm Mikro sitzt und irgendetwas rein liest. Ich glaube, die Leute merken das einfach und deswegen glaube ich… ja… das ist auch ein Erfolgsrezept vom Podcast, dass Du da wirklich authentisch bist und Dir das wirklich Spaß macht. Marcus: Ja klar. Und wer so viele Folgen wie Du hat, ich glaube über 100 Stück oder so, solange kann man ja nicht irgendwas anderes vorgeben, als man ist. Man ist halt 100% authentisch auf’m Podcast und das ist ja auch das coole. Die Leute erleben Dich dann so wie Du bist und können dann entscheiden: Das gefällt mir oder das gefällt mir nicht.   Thomas: Genau so isses. Ja, das zum Podcast. hast Du noch ne Frage dazu? Marcus: Nee, zum Podcast. So! Und dann wolltest Du gerade noch so Deine anderen Produkte... Thomas: Ja, an anderen Sachen habe ich so ne Art Campus, ähn so nenne ich’s, TM Campus gelauncht. Das ist ThomasMangold.me. Und da habe ich eben meine Bücher; meine Kurse; meine Webinare, die ich auch mache ab und zu; meine Seminare, wenn ich welche gebe... die sind dann alle dort zu finden. Das habe ich dann vom Blog ein bisschen losgelöst jetzt. Oder bin gerade dabei, das loszulösen. Also vom Blog wird das alles verschwinden in nächster Zeit. Und da ist eben das alles zu finden. Und ja… funktioniert sehr, sehr gut diese Trennung. Und die Leute, die eben diese Produkte haben wollen, können auf diese Seite gehen und alle anderen sind mit dem Blog glücklich und das passt optimal. Marcus: Cool, das klingt nach einer logisch aufgebauten Welt, aber so was entwickelt sich ne? Thomas: Ja absolut, also natürlich habe ich einen Blog angefangen. Teilweise sind die Kurse auch noch in der Sidebar im Blog. Die werden jetzt alle verschwinden dort und es wird nur noch auf den Campus verwiesen. Aber ich glaube, gerade in unserem Business entwickelt sich wahnsinnig viel. Also, wenn ich meine Jahresplanung mache und jetzt schon zurückschaue auf meine Jahresplanung, dann überlege ich mir, ob ich nächstes Jahr überhaupt noch eine machen soll, weil sich einfach so viel ergibt dazwischen und man relativ kurzfristig dann halt Dinge ändert und ja, es macht halt Riesenspaß. Marcus: Ja, da ist einfach viel zu viel Musik drin bei uns, in den ganzen Online Businesses ne? Als dass man da zu lange im Voraus planen kann. Das ist echt zu Oldschool. Ich hab’s auch mal versucht, ne Jahresplanung oder Dreijahresplan… Fünfjahresplan, fragen auch immer gerne die Journalisten, aber ich kann da immer nur sagen “Ich lebe im Jetzt und es passiert viel zu viel, als dass ich jetzt sagen könnte, was in zwei Jahren ist, in drei Jahren… Ob ich dann noch digitaler Nomade bin? Wer weiß?” Oder ob ich dann vielleicht schon ne Insel besitze oder irgendetwas anderes mache… Kein Plan! Thomas: Genau, so isses. Also ich auch nicht. Mein großes Ziel ist es natürlich vom passiven Einkommen leben zu können. Das auf alle Fälle. Das ist meine große Vision, an der arbeite ich. Und da bin ich auf einem guten Weg, aber dass ich jetzt sage “In sechs Monaten kommt der und der Kurs und dieses und dieses Buch raus” das mache ich auch nicht mehr, weil da ergeben sich dazwischen so viele spannende Dinge, wo Du sagst “Okay, das machst Du”. Und das ist der große Vorteil von unserem Business. Wir machen einfach das, was uns Spaß macht und das möchte ich auf gar keinen Fall missen. Und das, was mir heute Spaß macht, muss mir in sechs Monaten keinen Spaß mehr machen und dann kann ich es ändern noch. Das ist das coole da dran. Marcus: Ja absolut unterschrieben. Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank Thomas für Deine Zeit! Thomas: Danke für die Einladung, hat mich sehr gefreut! Marcus: Mich auch! Es war mega spannend. Wir können uns gerne auch noch ein paar Mal öfter austauschen, gerade auch zum Thema Produktivität, ich bin da auch ein totaler Freak. Von daher habe ich mich mega drauf gefreut, dass wir jetzt endlich mal miteinander gesprochen haben. Es war sehr cool, es hat mir total viel Spaß gemacht und wir bleiben auf jeden Fall in touch! Thomas: Super! Machen wir auf alle Fälle, freut mich sehr. Marcus: Dann wünsche ich Dir noch einen produktiven Tag! Thomas: Danke, Dir ebenso, ciao! Marcus: Danke, ciao!   Wow, vollgepumpt mit Motivation und Produktivitätsantrieb spreche ich hier direkt das Auto ein, dann geht die Folge auch schon zum Transkribieren und zum Mastern, so dass ihr sie möglichst schnell hören könnt. Ich hoffe, euch hat die Folge genauso viel Spaß gemacht, wie mir. Wir hören uns beim nächsten Mal. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Sep 7, 2015

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Interview mit jahn sterley von fitvolution

Hey Leute, was geht? Ich bin immernoch in Mallorca im Coliving und Coworking Space Bedndesk bei bestem Sonnenschein, blauen Himmel, Meer, Strand, schnellem Internet, was will man mehr? Am Freitag ziehen wir weiter nach Lissabon, wo wir dann unser nächstes DNX Camp starten. Aber davor habe ich die Zeit noch genutzt ein weiteres Interview für LifeHackz aufzunehmen. Und dieses Mal mit dem lieben Jahn Sterley. Jahn ist Unternehmensberater, der nebenbei gerade sein Online Business aufbaut, begeisterter Sportler ist und sein Blog lautet fitvolution.de. Und auf fitvolution.de gibt Jahn Tipps, wie man sich, gerade auch unterwegs oder mit wenig Zeit oder wenn man viel in Hotels unterwegs ist, sprich also nicht die Zeit hat regelmäßig ins Fitnessstudio gehen zu können, wie man sich auch so fit halten kann. Mit funktionalem Training, ohne dass man auf Geräte angewiesen ist. Ja, checkt das Interview aus, viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie Jahn in sechs Monaten 13 Kilo abgenommen hat.
  2. Warum auch eine 80 Stunden Woche keine Ausrede ist keinen Sport zu machen.
  3. Wie die Idee zu Fitvolution auf der DNX BERLIN geboren wurde.
  4. Warum du dein Projekt auch unperfekt auf den Markt bringen solltest.
  5. Wie du auch unterwegs ohne Fitnessstudio und Geräte Muskeln aufbauen kannst.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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SHOWNOTES

Fitvolution

DNX BERLIN

Stumple Upon

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Jahn Sterley Das ist die LifeHackz Show Folge Nr. 19 (Intro) Marcus: Hey Jahn, cool dass Du am Start bist bei LiveHackz! Jahn: Hi Marcus, sehr schön, dass ich dabei sein darf! Marcus: Ja cool, danke für Deine Zeit. Und sag mal: Wo bist Du und was machst Du gerade? Jahn: Ich bin gerade in der Wohnung von meiner Freundin und wir sind jetzt am Wochenende gerade von unserer Ostseeumrundung wieder zurückgekommen. Marcus: Okay cool, das heißt wir haben heute Montagnachmittag, Du musst nicht arbeiten oder arbeitest Du noch oder hast Du jetzt gerade frei? Wie sieht das aus? Jahn: Ja, also ich muss gerade nur noch arbeiten, aber ich kann das gerade remote tun und bin gerade auch so ein bisschen zwischen zwei Projekten, mache etwas Akquise und mache halt viel für meinen Blog jetzt. Marcus: Okay cool, das heißt, Du bist eigentlich noch Unternehmensberater und hast aber die Freiheit für diesen Job von überall zu arbeiten? Jahn: Theoretisch geht das manchmal, aber meistens ist es tatsächlich noch so, dass der Kunde erwartet, dass man vor Ort ist, wenn man für ihn arbeitet. Aber wie gesagt, gerade machen wir eher Themenentwicklung und dann habe ich da ein bisschen mehr Freiheit. Marcus: Okay und in dieser Freiheit weiß ich von Dir, arbeitest Du mit Hochdruck an Deinem Fitenssprojekt fitvolution. Vielleicht kannst Du dazu mal ein paar Worte verlieren, wie das alles entstanden ist, was die Motivation dahinter ist und ja, wo ihr jetzt steht und wo ihr angefangen habt? Jahn: Genau, also fitvolution ist so mein Herzensprojekt gerade. Der Hintergrund ist einfach der: Ich habe schon immer unheimlich gerne Sport gemacht. Also, das war schon immer eins meiner großen Leidenschaften. Und zu Studienzeiten war ich eher so ein klassischer Pumper, also fast jeden Tag im Fitnessstudio eigentlich. Und als ich dann mit meinem Studium fertig war, habe ich eben angefangen als Unternehmensberater zu arbeiten. Marcus: Ja und wann hast Du mit dem Fitnesssport angefangen? Sprich, als Du angefangen hast zu studieren oder schon vorher? Jahn: Also im Prinzip so ein bisschen trainiert habe ich schon so zu Abizeiten, aber so richtig ins Fitnessstudio gegangen bin ich erst als Student und dann auch so. Marcus: ...klassisches Pumperstudio mit irgendwie bunten Neon-Klamotten und glatzköpfigen Türstehern oder wie muss man sich das vorstellen? Jahn: Ja volles Programm, absolut. Nee, also ehrlicherweise war das Budget Studentenstudio, wo dann eben die ganzen Studis hingerannt sind, weil’s billig war und auch in der Studentenstadt. Ich habe meinen Master in Gießen gemacht. Da ist außer Studenten nicht viel an sonstigem Volk da. Marcus: Okay, aber trotzdem hat es gereicht, um da Feuer zu fangen und zu sagen: Ey Fitness, das ist irgendwie der richtige Sport für mich, auch wenn er jetzt nicht so wirklich… ja, so im Team stattfindet. Aber, wenn ich von mir selber spreche, ich will das nicht missen auch mal alleine für mich zu sein und gerade beim Sport und ich bin da auch oft einer, der über Sachen nachgrübelt und das kann ich supergut, wenn ich pumpen gehe und im Fitnessstudio bin oder woanders Sport mache. Jahn: Ja genau. Also, ich bin tatsächlich… eigentlich komme ich ja aus dem Vereinssport. Ich habe insgesamt knapp 12 Jahre lang Fußball gespielt und auch andere Mannschaftssportarten ausprobiert. Aber dadurch, dass ich immer schon so ein bisschen Hummeln im Hintern hatte und ein dringendes Bedürfnis, meinen Wohnort zu wechseln, war es dann irgendwann schwierig, dann immer in einem neuen Verein den Anschluss zu finden. Also ich bin direkt nach dem Abi umgezogen und dann bin ich wieder umgezogen und im Studium und danach. Dann habe ich einfach den Fitnesssport für mich entdeckt und das ist jetzt so mein Ding. Marcus: Mhh und wie war dann die Entwicklung von Muckibudenpumper zu dem, was Du jetzt machst? Jahn: Genau. Das ist im Prinzip nach dem Studium passiert, weil ich dann eben als Unternehmensberater angefangen habe zu arbeiten. Und da hat man ja jetzt nicht so ne klassische 40 sondern eben eine 60, 70, manchmal 80 Stundenwoche und ist eben ständig unterwegs. Als ich damit angefangen habe, habe ich es im Prinzip gemacht, wie die anderen Kollegen. Sprich: Ich habe mich unterwegs dann primär von Lieferessen und Room-Service und in Restaurants ernährt und habe das Training so ein bisschen schleifen lassen, weil das Fitnessstudio ist dann immer weit weg. Und die anderen machen irgendwie auch keinen Sport und man hat permanent zuviel Stress. Ja und nach zehn, elf Monaten ungefähr hatte ich dann knapp 10 kg mehr auf der Waage und deutlich an Muskeln verloren. Und dann hatte ich irgendwann so nen Aha-Moment, in dem ich dann eben festgestellt und beschlossen habe, dass es so nicht mehr weitergeht. Dann habe ich eben nach Mitteln und Wegen gesucht, wie ich eben unterwegs mich trotzdem gesund ernähren kann und ... Marcus: Sorry, dass ich Dich unterbreche. Gab es da irgendwie einen ausschlaggebenden Moment, wo Du gesagt hast, so geht’s auf keinen Fall weiter oder war es so ne schleichende Entwicklung und irgendwann hast Du gesagt “Boah nee, ich kann mich nicht mehr sehen und jetzt muss ich etwas ändern”? Jahn: Tatsächlich habe ich das so gar nicht aktiv realisiert, sage ich mal, sondern es gab einen bestimmten Moment, an den ich mich noch ganz gut erinnern kann. Und zwar waren zwei von meinen Hosen kaputt und ich musste dann neue Hosen kaufen gehen. Und ich habe immer Hosen in Größe 34/32 getragen. Und dann bin ich da in das Klamottengeschäft gegangen und habe so ein paar Hosen anprobiert und bin da nicht mehr reingekommen. Und dann kam so ne freundliche Verkäuferin zu mir her und hat mir dann mitgeteilt, dass ich wahrscheinlich einfach 36/32 Hosen kaufen soll. Ich hab dann zwei 34/32 Hosen gekauft... Marcus: Aus Trotz ne? Jahn: ...hab die mit nach Hause genommen und habe beschlossen, so spätestens in nem halben Jahr passe ich da wieder rein. Marcus: Mhh, cool. Jahn: Und dann habe ich eben in knapp sechs Monaten um die 13 kg abgenommen und habe viele Bücher gelesen und…. Marcus: Wie hast Du das geschafft? Wahrscheinlich über Cardio oder so, dass Du dann in so kurzer Zeit soviel abgenommen hast? Jahn: Ganz viel Ernährung. Ich habe viel Tabata gemacht, habe eben dieses Bodyweighttraining für mich entdeckt. Hatte überhaupt einfach meinen Sport wieder entdeckt. Marcus: Cool und was ist Tabata zum Beispiel? Jahn: Tabata ist High Intensity Intervalltraining. Das extrem kompakt in vier Minuten eben die Fettverbrennung maximiert. Also, damit wird der Stoffwechsel angekurbelt durch eine extreme Schwankung zwischen hochintensiven Intervallen und Pausenintervallen und damit lässt sich eben in minimalem Zeitaufwand unheimlich viele Kalorien verbrenen. Marcus: Krass! Und das ist dann funktional oder geht man dafür irgendwo hin ins Studio und braucht Geräte. Jahn: Nee, das Coole am Tabata Workout ist, dass man es eben tatsächlich immer und überall machen kann und man braucht nichts dafür. Der Klassiker ist Sprinten, sprich, kurze Sprints mit Laufunterbrechung und was man auch sehr gut machen kann ist zum Beispiel Burpees, weil das auch ne Übung ist, die man ganz cool für den Körper machen kann. Marcus: Boah, die machen einen tot ne? Jahn: Ja und dann mach mal 20 Sekunden Burpees so schnell, wie Du kannst und  dann 10 Sekunden Pause und dann wieder 20 Sekunden so schnell, wie Du kannst. Wenn Du das dann in 4 Minuten gemacht hast, dann biste echt am Kotzen. Marcus: Das glaube ich Dir, dass Du dann im Strahl kotzt. Ähm, ich hatte Burpees ehrlich gesagt vorher noch nie so oft im Schirm, weil ich neben diesem Fitnessstudio eigentlich Jahre lang nicht mehr viel anderen Sport gemacht habe, bis ich dann wieder auf’s funktionale Training umgestiegen bin und dann auch mit dem Krav Maga angefangen habe. Und da sind Burpees auch super beliebt. Gerade im letzten Drittel des Trainings. Bei uns ist immer so ein Drittel aufwärmen, ein Drittel Technik und das letzte Drittel ist dann Drill mit Anwendung von den Techniken und da zwischendurch dann diese Burpee einheiten. Du gehts kaputt! Das ist echt…. Jahn: Aber es ist eine super effektive Übung auf jeden Fall. Marcus: Mhh okay und dann hast Du innerhalb von nem halben Jahr hast Du gesagt? Jahn: Ja genau. Marcus: 13 kg abgenommen? Jahn: Vor nem halben Jahr habe ich ungefähr 13 kg abgenommen. Am Ende von meiner Anstellung habe ich dann glaube ich 15 oder 16 kg verloren gehabt. Dann bin ich dann auch meinen ersten Marathon gelaufen. Dazu ist noch zu sagen, bevor ich damit angefangen habe, bin ich überhaupt nicht gelaufen. Das ist vielleicht auch ganz interessant. Ja, da waren eben ganz viele Leute in meinem Umfeld, also Kollegen, Freunde, Bekannte, Geschäftspartner, eben sehr beeindruckt von, wie ich eben in so kurzer Zeit und obwohl ich so viel Stress habe und ständig unterwegs bin, das geschafft habe. Marcus: Ja, höchsten Respekt. Gerade als, ich glaube, Unternehmensberater steht man auch ganz schön unter Strom oder auch unter Druck ne? Jahn: Ja, auf jeden Fall, ja. Deswegen, ich sagte ja schon, bei mir ist nicht 40, sondern eher 60, 70, manchmal 80 Stundenwoche und das ist glaube ich, für viele auch dann eine willkommene Ausrede, um gar keinen Sport mehr zu machen und gar nicht mehr nach ihrer Ernährung zu gucken. Marcus: Klar und wie sehen die das? Sehen die das dann eher so “Ich gebe jetzt hier 20 Jahre als Unternehmensberater Gas und bin dann durch” und dabei bleibt es ja meistens nicht, oder ist denen das gar nicht so bewusst und die sind einfach irgendwann so tief da drin, dass man gar nicht mehr über den Tellerrand guckt? Jahn: Das ist ganz unterschiedlich. Also, die meisten Leute arbeiten ja nicht lange in der Unternehmensberatung. Also ich glaube, ich habe mal irgendwo gelesen, dass der Unternehmensberater durchschnittlich 4,5 Jahre in der Beratung bleibt und dann entweder nen Burnout hat oder vorher schon den Job wechselt, nach intern irgendwohin oder man steigt halt irgendwie auf und ist dann Manager oder Partner oder wie auch immer. Je nach dem, wie das eben in dem Beratungshaus, in dem man tätig ist heißt und ist dann eben eine Etage höher und hat dann eben nicht mehr ganz so viel Stress, wenn man eben die Soldaten unter sich hat, sage ich mal. Marcus: Ja, das heißt, ihr seid dann die Eingreiftruppe, die wirklich noch in die Unternehmen reingeht und da die Akten wälzt und nicht gern gesehen seid, weil die meisten haben dann Angst, dass dann irgendwie Personal gestrichen wird. Jahn: Ja, prinzipiell ist das so. Ich habe zum Glück Unternehmen, bei denen das nicht so ausgeprägt ist. Wir sind etwas gerner gesehen, weil wir nicht ganz so strategisch und stärker operativ unterwegs sind. Wir machen da viel Prozessoptimierung und Projektmanagement, ganz stark Digitalisierung gerade. Marcus: Mhh cool. Also um so krasser, dass Du dann nebenbei noch diese Erfolge erzielt hast im sportlichen Bereich. Hast Du dadurch dann andere Kollegen motivieren können, auch etwas ändern zu können? Jahn: Absolut, also ich habe ne Hand voll von Kollegen und auch Mitarbeitern von Kunden, die auf mich zugekommen sind und die Tipps von mir haben wollten, die ich auch so ein bisschen gecoacht habe inzwischen, die auch regelmäßige Blogleser sind. Und da haben einige auch schon echt gute Erfolge erzielen können. Marcus: Okay, und wann war das jetzt, dass Du so in diesen Sportmodus dann voll drin warst und den Marathon gelaufen bist und wieder dann Dein Gewicht runter hattest und wieder in die Hosen gepasst hast? Jahn: Den Marathon bin ich gelaufen... letztes Jahr im September müsste das gewesen sein. Tatsächlich hätte ich dann zwischenzeitlich mal ne Hosengröße kleiner gebraucht, weil für den Marathon habe ich dann noch ein bisschen mehr abgenommen. Aber ja, das war meine tiefste Gewichtsphase, da dürfte ich so 83 kg gehabt haben ungefähr. Marcus: Und war das okay für Dich oder bist Du dann bewusst wieder ein bisschen mit den Kilos hoch und hast gesagt “Nee, eigentlich will ich ein bisschen athletischer aussehen”. Jahn: Ja also ich habe mich dann wieder ein bisschen nach oben trainiert und pendle jetzt so zwischen 86, 87, 88 kg. Da fühle ich mich eigentlich recht wohl. Marcus: Mhh, manchmal verliert man da auch so ein bisschen das Gefühl für, wenn man gerade so ein großes Ziel vor Augen hat, gerade glaube ich, wenn man Gewicht verlieren will, dann irgendwo auch den Punkt wieder zu finden, dass man sagt “eigentlich geht es jetzt, viel mehr muss man gar nicht mehr verlieren”. Ist das bei Dir auch so gewesen? Jahn: Ja, wobei ich auch gewusst habe, dass ich mehr Gewicht verlieren sollte, als ich eigentlich ursprünglich vorhatte, einfach damit ich sicherer und in ner guten Zeit durch den Marathon durchkomme. Marcus: Okay, weil bei mir war das so, ich bin halt ein totaler Extremtyp und schon immer gewesen. Dieses Schwarz-Weiß-Muster und bin irgendwann auch im Studium dann in so ner krassen, krassen Muckibude gelandet, im Masse Gym in Münster, wo auch einige dann auf die Bühne gegangen sind und echt die Hardcore Bodybuilder. Die wollten mich dann auch heranzüchten und ich habe mich voll motivieren lassen. Ich bin auch immer schnell zu begeistern und habe dann nachts den Wecker gestellt und Kartoffeln gegessen und Superkilo Plus und dieses Mass Plus und nur Kohlenhydrate irgendwie reingestopft. Ähm, habe glaube ich, bei 83 kg angefangen und war dann irgendwann bei 96 kg. Nur sah das nicht mehr cool aus, weil ich habe zwar trainiert, aber auch gefressen, wie ein Schwein und irgendwie war ich total fett und dick und irgendwie habe ich mir dann, zum Glück, irgendwann nicht mehr selber gefallen und gesagt so “Nee, so geht’s nicht weiter.” Ich glaube, ich war da mal wieder in Düsseldorf bei meinen Kumpels und die sagten auch irgendwas “Bist Du irgendwie krank oder so? Du bist so aufgedunsen und hast soviel zugenommen” und ich dachte ja immer, das sei cool, weil ich habe mich ja immer an den Leuten orientiert, die im Studio waren, aber habe dann voll so den Blick für die Realität verloren. Dann habe ich gesagt “Okay, Du änderst was!” Und wenn ich was mache, mache ich das voll radikal und bin dann morgens immer zum Cardio Training gegangen und habe dort nichts gefrühstückt. Dann auf leeren Magen zwei Stunden Crossstepper gemacht und habe dann innerhalb kürzester Zeit auch ziemlich viel verloren. Ich bin, glaube ich, von 96 kg irgendwann auf 76 kg runter. Bis die Leute - die gleichen Leute, die vorher gefragt haben, ob ich krank bin, weil ich so fett bin - gefragt haben, ob ich irgendeine Krankheit habe oder so, weil ich auf einmal so ausgemärgelt bin. Da war dann der Punkt für mich “Okay, warte. Du musst mal wieder irgendwie in die Normalität rein”. Ich habe mich dann zum Glück irgendwann bei 80, 81, 83 kg reingependelt. Jetzt bin ich glaube ich bei 81 kg bei 1,88 m und ganz gut athletisch. Jahn: Ja auf jeden Fall. Aber da bist Du tatsächlich noch ein bisschen extremer unterwegs als ich. Also ich denke schon immer, ich renne immer jedem Ball so schnell nach, wie ich kann. Marcus: Nee nee, das Ding bei mir ist auch, und darum sind auch Feli und ich in der Kombination so gefährlich, weil wir beide uns ziemlich für irgendwas Neues begeistern lassen und dann da irgendwie voll reinsteppen und nichts anderes mehr kennen. So war es dann einmal, als ich in diese Pumpen Bodybuilding Szene da reingekommen bin und dann, wo ich dann das Ziel hatte, ich will abnehmen. Und dann ist es, glaube ich, aber immer wieder wichtig, egal was für Ziele das sind, dass man überhaupt Ziele hat. Jahn: Auf jeden Fall, ja. Das ist auch ein ganz großes Thema, was man bei ganz vielen Leuten immer wieder feststellt, wenn man sich mit denen unterhält, dass sie gar keine so richtig konkreten Ziele haben. Marcus: Meinst Du jetzt im Sportbereich oder allgemein überhaupt so? Jahn: Allgemein. Aber tatsächlich ist es oft so, wenn ich mit Leuten rede, die so Tipps haben wollen zum Thema, “wie werde ich fitter, wie werde ich gesünder, wie kann ich abnehmen?” dass sie einfach die falschen oder überhaupt gar keinen echten Ziele haben. Die sagen halt so “Ja, ich möchte halt irgendwie abnehmen. Was mache ich denn da am besten?” Und das ist halt nicht unbedingt der optimale Ansatz. Marcus: Ja, also cooler wäre es wahrscheinlich, wenn man sagt “Ich will innerhalb von drei Monat so und so aussehen” oder “so und so viel Kilo wiegen” oder “Ich möchte so einen Ärmel haben” oder… irgendwas. Jahn: Genau, da sollte man einfach konkreter sein. Also hier Stichwort: Smarte Ziele. Das macht schon ein Stück weit Sinn, auf jeden Fall. Dann ist tatsächlich der erste Schritt mit den meisten Leuten, dass man sich erstmal hinsetzt und sich überlegt, was möchtest Du eigentlich genau und warum möchtest Du das überhaupt? Und dann hat man schon den ersten Schritt geschafft. Marcus: Mhh, ich glaube, das wird auch oft übersehen, das “Why”. Warum mache ich irgendetwas? Jahn: Auf jeden Fall. Marcus: Und ich denke mal, wenn jeman zu Dir kommt und sagt, er will was ändern, dann wird er ja irgendein Why haben, nur die meisten machen sich darüber keine Gedanken ne? Jahn: Ja und viele haben auch das falsche. Marcus: Mhh, zum Beispiel? Jahn: Zum Beispiel… ähm… das Thema “Bild nach außen” und so. Also ganz oft ist es so, dass die Leute eben abnehmen wollen. Oder Jungs wollen meistens Muskeln aufbauen, weil es den Mädels gefällt. Oder weil sie denken, dass es den Mädels gefällt. Marcus: Mhh genau, ja. Wollte ich auch. Für den Strandbody ne? Jahn: Ob das jetzt das richtige Why ist, ist halt die Frage. Marcus: Ja und wann war der Zeitpunkt dann bei Dir, dass Du gesagt hast “Ich habe jetzt soviel Wissen oder soviele Leute sprechen mich an und gleichzeitig habe ich Bock, etwas eigenes zu starten” oder wie kam es überhaupt zu dem Blog? Wann hast Du fitvolution gestartet und aus welcher Motivation? Jahn: (grinst) Nach der DNX. Im Oktober letztes Jahr war ich auf der DNX und ich habe, als ich eben diese Transformation durchgemacht habe, habe ich mit immer mehr Leuten gesprochen, die alle Tipps wissen wollten und gemeint haben “Hier gerade dieses Fitness, wenn man viel durch die Gegend reist, da gibt es nicht so richtig was und wie mache ich das?” Und habe dann ganz vielen Leuten immer wieder das gleiche erzählt und die so ein bisschen gecoached und dann bin ich irgendwie auf euer Event gestoßen... Marcus: Weißt Du noch worüber? Jahn: Über Ben Paul’s Blog war das. Marcus: Okay mhh. Jahn: Und war dann da und war total geflasht von dem Spirit und was die ganzen Leute da so erzählt haben und da dachte ich, das wäre doch eine geile Möglichkeit eigentlich auf der Basis eben nen Blog zu starten. Also nen Blog hatte ich vorher überhaupt noch gar nicht gedacht. Wobei es eigentlich ganz lustig ist, weil wenn man mich fragen würde “Was sind eigentlich so Deine zwei größten Leidenschaften?” dann würde ich wahrscheinlich sagen: Sport und schreiben. Und das passt halt so wie Arsch auf Eimer, dachte ich mir. Warum nicht über Sport schreiben? Und da habe ich jetzt riesen Spaß dran, die Seite aufzuziehen und so zu gucken, wie die Lesezahlen jeden Monat mehr werden. Marcus: Cool. Wie hat sich das bei Dir entwickelt? Jahn: Ja so anfangs ist nicht so viel passiert und inzwischen sind wir jetzt den dritten oder vierten Monat über 5.000. Also jetzt im August sind wir schon bei etwa 7.000 Uniques. Das finde ich eigentlich schon ganz cool. Marcus: Ja, das ist super cool. Also es ist ja noch nicht einmal ein Jahr her und ich glaube, Du weißt das, weil Du ja auch auf der DNX gewesen bist, dass so etwas lange dauert und hast dementsprechend dann hoffentlich auch das Durchhaltevermögen gehabt. Also klar, am Anfang ist es total scheiße. Weil dann denkst Du, es passiert nichts. Ich schreibe mir hier die Finger wund und arbeite und tue und mache, aber irgendwann kommt, glaube ich, so der Point… irgendwie so ein Tipping Point, wo dann so das eine das andere wieder ergibt und so ein kleiner Domino-Effekt passiert. Hast Du das auch feststellen können bei Dir auf dem Blog? Jahn: Ja, auf jeden Fall. Also, es geht primär darum dran zu bleiben und immer weiter zu lernen und sich nicht einfach in eine Richtung dann festzubeißen, sondern immer zu sagen “Okay, das funktioniert. Jetzt mache ich das weiter und versuche aber noch etwas neues dazuzumachen, was dann vielleicht nochmal ne Verbesserung bring.” Also ich habe wirklich total blauäugig das Ding gestartet. Habe mir den Kurs direkt nach der DNX geholt von Conni und Sebastian und habe mir dann noch zwei Bücher reingezogen zu dem Thema und habe dann den Blog komplett selbst aufgezogen. Habe dann noch HTML und CSS gelernt. Marcus: Boah cool! Jahn: Total bekloppt eigentlich, aber da bin ich auch so ein bisschen wie Du, glaube ich. Wenn ich mir so eine Idee in den Kopf gesetzt habe, dann renne ich da einfach in die Richtung. Marcus: Okay und Du bist wahrscheinlich dann auch so wie ich, so ein bisschen perfektionistisch, ne? Jahn: Ähm, ehrlicherweise ist das eher der Part von meinem Geschäftspartner. Also ich mache das ja zusammen mit Dustin. Der ist Physiotherapeut. Also Dustin ist einfach ein Kumpel von mir, den ich vor ein paar Jahren mal kennengelernt habe und als ich die Idee hatte, dachte ich, geh mal auf ihn zu, um da einfach so ein bisschen Expertise reinzubringen und auch so ein bisschen ne ruhige Stimme. Weil ich mir dachte, zum einen macht es mehr Sinn zu zweit zu starten, weil man halt sich gegenseitig so ein bisschen hilft, dranzubleiben. Dann bringt er eben noch die Expertise mit rein und er ist eher der perfektionistische Typ. Manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu perfektionistisch. Marcus: Ja, das ist nicht immer cool. Man steht sich ja auch oft selber im Weg. Jahn: Ja, ich habe ja auch die Steve Jobs Biografie gelesen und so. Ich bin dann tendenziell auch eher möglichst früh raus mit was auch immer man hat. Aber manchmal macht’s halt auch Sinn und dann muss man sich irgendwo in der Mitte finden und ich glaube, das ist dann auch irgendwo die beste Lösung. Marcus: Mhh, das heißt, Dustin war schon von Anfang an mit im Boot bei fitvolution? Jahn: Ja, also es war tatsächlich… Ich hatte diese Idee, als ich… tatsächlich hatte ich schon so ein bisschen die Idee als ich zur DNX hingefahren bin und die hat sich dann auf der Konferenz eben konkretisiert und ich bin dann zu Dustin hin und habe ihm erzählt, was ich gerne machen würde. Und er hat dann gemeint “Boah, ist ja voll die geile Idee und hast Du da und daran schonmal gedacht? Und das und das vielleicht noch zu machen”. Und dann habe ich gesagt “Hey, das ist auch ne coole Idee. Und… warum machen wir das nicht zusammen?” Und dann haben wir das gemeinsam aufgezogen. Marcus: Saucool. Und wer ist eure Zielgruppe? Jahn: Also, unsere Zielgruppe sind im Prinzip Menschen, so ein bisschen wie ich. Also Leute die eben viel um die Ohren haben und auch viel unterwegs sind. Das heißt, gerade so digitale Nomaden ist sicherlich auch ein Teil unserer Zielgruppe. Tendenziell haben wir uns aber eher so in der Richtung Business People ausgerichtet. Sprich Manager und Consultants etc., weil das eben auch die sind, die wir als erstes direkt angesprochen haben. Aber vor allem haben wir einfach den Fokus der Ortsunabhängigkeit. Das ist uns sehr wichtig. Dass man die Konzepte, die wir erarbeiten überall machen kann und mit möglichst geringem Zeitaufwand auch. Weil Zeit ist das wertvollste Gut, was wir haben. Marcus: Ja absolut. Und gerade in diesem Businessbereich habt ihr beide oder Du nicht zuletzt dann auch die Reputation, dass man sagen kann “Ey der Typ hat echt viel um die Ohren und kriegt’s trotzdem hin noch neben dem Blog auch noch selber soviel Sport zu machen. Also dem glaube ich das, was er da schreibt” ne? Jahn: Genau, das macht die Sache natürlich sehr authentisch, deswegen. Und so ist die Idee ja auch entstanden, weil einfach Leute aus meinem Umfeld gesagt haben, “Da gibt es eigentlich noch nichts und Du hast das voll drauf” Dann habe ich halt gesagt, ich mache das mal. Marcus: Okay cool und Du hast die Entscheidung nicht bereut, sondern Du bist jetzt voll dabei und das ist absolut Dein Ding? Jahn: Ja, das ist großartig. Es ist auch, wie Du es auch immer wieder sagst, wenn ich etwas für fitvolution mache, dann nehme ich das gar nicht so als Arbeit wahr. Meine Freundin… wenn ich dann irgendwie bis spät nachts, weil ich ja ziemlich lange am Arbeiten bin und dann eben nachts das meistens noch machen muss, am Computer sitze und sie eigentlich schon schlafen möchte oder irgendetwas anderes. Marcus: Ja, das kenne ich noch von ganz früher, als ich nebenbei meinen ersten Blog aufgebaut habe und Feli dann auf der Couch gewartet hat oder so, bis ich dann endlich mal fertig bin, das war nicht optimal. Von daher, vielleicht kannst Du ja in irgendeiner Form Deine Freundin auch mal begeistern oder mit einbinden oder dass sie ein eigenes Projekt hochzieht. Jahn: Da bin ich tatsächlich schon dran, das sollte ich jetzt vielleicht nicht so laut sagen. Marcus: (lacht)  Sie sitzt gerade hinter Dir ne? Sonst bring sie einfach mal mit auf die nächste DNX. Jahn: Das habe ich fest vor, ja. Oh, jetzt guckt sie ganz skeptisch. (beide lachen) Marcus: Ja, weil zu zweit oder auch mit dem Partner, das kann auch richtig viel Spaß machen. Also ich erfahre das ja selber und Du hast ja jetzt schon einen Partner, von daher ist es schonmal ganz cool, dass Du das ganze nicht alleine angehst. Weil das ist, glaube ich, so wichtig, gerade wenn man dann die ersten Hürden hat und die ersten Challenges und ah…. ich weiß nicht, wie oft ich, wenn ich alleine gewesen wäre, wahrscheinlich den Gedanken gehabt hätte “nee, das bringt ja alles nichts, ich höre jetzt auf und schmeiße hin und gehe wieder zur Arbeit”. Jahn: Das dachte ich mir auch schon, ja. Mehrfach dachte ich das schon. Wenn ich jetzt allein gewesen wäre, dann hätte ich wahrscheinlich hingeschmissen. Also, den Moment hatte ich schon zwei, drei Mal. Vor allem, wenn man dann tatsächlich irgendwie drei Monate den Blog schreibt und dann lesen so nen Artikel nicht mal 20 Leute, obwohl man all seinen Freundin Bescheid gesagt hat, dass ein neuer Artikel erschienen ist. (beide lachen) Marcus: Gut, aber mittlerweile seid ihr ja wirklich an einem Punkt, wo ihr ein paar tausend Leser pro Monat habt, ne? Jahn: Genau, mittlerweile läuft das ganz gut. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir eben so das ein oder andere Social Media Netzwerk für uns entdeckt haben und so ein bisschen SEO jetzt machen, was wir am Anfang eben überhaupt nicht kannten. Also man wächst da halt auch so ein bisschen rein. Marcus: Ja genau und ich glaube, nur so geht´s. Also wie Du es gemacht hast, einfach erstmal ins kalte Wasser springen, loslaufen, alles mal ausprobieren und alle Plugins installieren, deinstallieren, in irgendwelchen Netzwerken anmelden, wieder abmelden, gucken welche Buttons funktionieren und welche nicht. Genauso haben wir es auch bei Travelicia gemacht. Jahn: Du musst Dich ja nicht wieder abmelden, Du musst die Profile am besten stehen lassen, da ist ja meistens ja noch ein mehr oder weniger sinnvoller Backlink drin. Marcus: Stimmt, stimmt und welches Netzwerk habt ihr für euch jetzt entdeckt, wo Du sagst, das funktioniert besonders gut und bringt euch Traffic? Jahn: Der meiste Traffic kommt logischerweise über Facebook, aber was jetzt vielleicht nicht so viele Leute auf dem Schirm haben ist Stumble Upon. Marcus: Ähm ja, das habe ich jetzt auch nicht auf´m Schirm. Jahn: Das ist tatsächlich mein… eigentlich ist es sehr verbreitet im englischsprachigen Raum, aber das wird auch in Deutschland immer größer und ich habe mir auch den Besucherstrom mal angeguckt, den wir über dieses Netzwerk kriegen und da sind auch 80% tatsächlich aus Deutschland und die suchen eben gerade wohl im Fitness- und Lifestylebereich ganz gerne nach Dingen, die da einfach sind und da kriegen wir schon ein paar hundert Uniques jeden Monat rein jetzt. Marcus: Cool, vielleicht erklärst Du mal kurz, was das ist. Weil ich hab das zwar schonmal gehört, aber... Jahn: Bei Stumble Upon da stumbled man quasi durch Websites oder genau… die kann man da publishen. Sprich, Du postet da nen Link zu nem Blogartikel rein und der landet bei denen dann in diesem Zufallsgenerator und dann, wenn sich da jemand einloggt und der gibt dann Interessen an und dann habe ich da zum Beispiel im Sport- und Fitnessbereich einen Artikel von mir gepostet und der hat eben bei Interesse Sport- und Fitnessbereich und stumbled da so ein bisschen, dann bekommt er immer die Seite angezeigt und kann dann Daumen hoch und Daumen runter machen. Und dann gibt es, je nach dem wie viele Daumen Du nach oben hast, wird natürlich logischerweise dann der Artikel öfter angezeigt. Marcus: Cool, also so ein Trafficverteiler, ein Aggregator. Jahn: Genau, also das ist ein ganz cooles Ding. Ich hatte am Anfang auch gedacht, mhh, ob das was ist. Aber ich wollte einfach mal alles ausprobieren und wir haben uns jetzt gegen Instagram entschieden, weil das für uns irgendwie nicht so gut funktioniert hat und wir ja auch nicht so die Fotografen sind, ehrlicherweise. Aber mal gucken, ob das vielleicht noch dazukommt. Man muss sich halt auch immer so ein bisschen fokussieren, was bringt uns am meisten mit möglichst geringem Aufwand, weil wir ja auch beide noch berufstätig sind. Weil wenn Du sagst, wir sind ins kalte Wasser gesprungen… es ist ja bei uns schon eher so, dass wir da das eben nebenberuflich aufbauen. Nicht wie viele andere, die gesagt haben “So, jetzt alles oder nichts”. Marcus: Ja ich finde, das ist auf jeden Fall eine smarte Variante. Ich habe ja auch meine ersten Blogs neben meinem Angestellten- normalem Job gestartet, um erste Erfahrungen zu sammeln, weil mir auch die Sicherheit wichtiger war. Einen festen Job zu haben und genug Geld zu verdienen. Jahn: Genau, das müsste ja eigentlich der deutsche Start ins digitale Nomadenleben eher sein. Marcus: Ja absolut. Das heißt, Du arbeitest im Moment aber noch Full Time für die Unternehmensberatung und machst das alles nur in Deiner Freizeit? Jahn: Genau. Marcus: Und der Plan ist? Jahn: Ja so mein Traum wäre es natürlich schon, dass ich irgendwann sagen kann, hier fitvolution ist jetzt so dick... Also ich habe ehrlicherweise noch zwei kleinere Projekte, die da noch nebenher laufen. Dass ich dann davon ortsunabhängig leben kann und da arbeite ich drauf hin. Ich weiß noch nicht genau, wann das jetzt der Fall sein wird. Und bislang haben wir so zwei, drei Leitanläufe schon gemacht. Sprich ich war dann jeweils so einen Monat unterwegs und für nächstes Jahr haben wir da mal nen dreimonats Exit Light geplant. Und da einfach mal sehen, wie es läuft. Marcus: Ja, finde ich genau richtig die Herangehensweise. Und nicht Vollrisiko und All-In zu gehen. Das meinte ich eben auch nicht mit ins kalte Wasser springen. Sondern eher, einfach mal den Blog live gehen lassen und gucken, was da passiert und dann die verschiedensten Sachen auszuprobieren. Jahn: Ja auf jeden Fall. Also, die beste Idee bringt da nichts, wenn man sie nicht umsetzt und eine mittelmäßige Idee ist bei einer guten Umsetzung immernoch deutlich besser, als die beste Idee, die eben nie umgesetzt wird. Marcus: Mhh, das heißt, Du glaubst, Du hast genau zum richtigen Zeitpunkt gestartet und bist jetzt irgendwie nicht der Meinung “Ich hätte das noch viel früher machen müssen” oder zu einem anderen Zeitpunkt wäre es noch besser gewesen? Jahn: Also, ganz ehrlich? Wenn ich schon zu Studienzeiten die Idee gehabt hätte, dass ich so was machen könnte, dann wäre das vielleicht alles anders gelaufen. Aber prinzipiell bin ich jetzt wirklich froh, dass ich jetzt so den Weg gegangen bin, weil… also gerade als Unternehmensberater, da lernt man Unternehmen einfach auf so eine Art kennen und man lernt eben, wie Businesses laufen. Und wie so Projektmanagement und so was funktioniert, in einem ganz anderen Kontext. Und man interagiert gleich schon mit Leuten auf sehr hohen Ebenen, sage ich mal. Also ganz oft auf der Top Manager- und Vorstandsebene auch teilweise unterwegs. Und das ist schon eine coole Erfahrung und man kann ja die Dinge auch im Nachhinein nicht ändern. Also hätte, wäre, wenn bringt ja auch nichts einfach. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Aber es gibt halt ein paar Leute die sagen “Boah Scheiße, ich habe viel zu lang rumkonzeptioniert und bin nie live gegangen”. Das war ja eher nicht der Fall. Jahn: Nee, also ich würde sagen, als ich die Idee hatte, bin ich dran und wie gesagt, Dustin hat mich da immernoch ein bisschen gebremst mit dem Livegehen. Wenn es nach mir gegangen wäre, dann wäre es schon etwas früher passiert, aber wir haben uns dann irgendwann halt ein Datum gesetzt und zu dem sind wir dann live gegangen, so wie wir dann waren und das war schon ziemlich gut, denke ich mal. Da musste man sich nicht besonders für schämen und wie gesagt, da war ja auch der Traffic noch nicht so hoch. Deswegen kann ich jedem nur raten: Bring das Ding live und die Besucher, die nicht Deine Freunde und Verwandten und Bekannten sind, die kommen sowieso erst, wenn Du die ersten Macken rausgebügelt hast. Marcus: Mhh, das ist glaube ich, ganz normal. Gerade auch unter Google-Aspekten, wo es dann darum geht, wie lange ist die Webseite schon sichtbar und im Netz, ist es eigentlich um so besser, das Ding irgendwann live gehen zu lassen, weil Du nur dadurch den Trust auch von Google gewinnst. Was jetzt nur einer von vielen Rankingsignalen ist, aber wenn man zu lange wartet, dann ist die Seite auch zu neu. Jahn: Genau, und dann bis man dann mal ins Ranking kommt. Wenn die Seite dann schon zwei, drei Jahre drin steht, dann rankt zu so nem Keyword natürlich auch gleich viel schneller. Und vor allem ist es auch so, man kann dann die Sachen nicht wirklich proben. Natürlich kann man sich auf dem Rechner so ne Dummieseite anlegen, die dann irgendwie hier mit Xampp oder so auf so einem virtuellen Server gelegt und da rumschrauben und lernen, wie man so ne Seite aufbaut. Aber wie die Leute wirklich drauf reagieren und wieviel von so nem Text, den Du geschrieben hast, die lesen, das siehst Du ja erste, wenn Du wirklich die Webseite eben live hast. Marcus: Absolut, aber komischerweise stehen gerade, glaube ich, die Deutschen - ich war da genauso - sich da selber im Weg und versuchen oftmals so das perfekte Produkt am Reisbrett zu kreieren, vielleicht vorher noch viele Ressourcen zu verbrennen und vielleicht noch Geld und Zeit darein zu stecken, bevor man denkt “Boah, jetzt kann ich´s der Welt zeigen” und dann interessiert sich keine Sau dafür. Jahn: Absolut, ja. Marcus: Ich glaube, da haben die Amis uns einiges voraus. Und wer das halt perfektioniert hat, damals mit dem Windows Betriebssystem war, glaube ich, Microsoft. Die haben das Ding dann irgendwann live gehen lassen und ich weiß nicht, wie viele Sicherheit Patches und Updates ich da alle zwei Tage wieder reinschieben musste, bis die dann endlich eine einigermaßen stabile Vollversion hatten und dann gab es schon wieder eine neue Version. Jahn: Ich habe gerade nur die Hälfte verstanden Marcus, von dem was Du gesagt hast. Marcus: Ah okay, äh ich sag´s nochmal: Also eigentlich … verstehst Du mich jetzt besser? Jahn: Ja, jetzt verstehe ich Dich wieder, aber Du warst gerade… war die Verbindung weg. Marcus: Okay, cool. Ich sagte gerade, perfektioniert haben es eigentlich die Amis und gerade dann Microsoft, die ne völlig unfertige Windows-Version auf den Markt geschmissen haben und dann alle zwei Tage ihre Sicherheitsupdates und Patches hinterhergeschoben haben. Jahn: Das ist eigentlich der Extremansatz ja. Ganz so unfertige Produkte möchte ich dann doch nicht rausgeben. (lacht) aber ja, wer hat das noch gleich gesagt? Wenn Dein erster Launch nichts ist, wofür Du Dich schämen musst, dann hast Du zu lange gewartet? Marcus: Mhh ja, der LinkedIn-Gründer. Ich komme gerade auch nicht auf den Namen, aber da hat er auf jeden Fall recht. Jahn: Auf jeden Fall ein klasse Zitat! Marcus: Ja absolut! When you´re not embarrased from your first Version, you´re too late. Oder irgendwie so was ne? Jahn: Genau, und dann ist es ja auch immer so, dass man bei seinem ersten Launch … den musste man ja auch nicht in den großen Ventilator werfen, sondern man kann da ja auch sich eben ne kleine Gruppe aussuchen. So Beta-Tests und so. Das ist ja super. Da sind die Leute auch dankbar für, wenn sie dann ausgewählt werden als exklusive Betatester. Du hast eben gleich Leute, die Dein Produkt testen und dann kannst Du die Macken rausbügeln und musst Dir nicht überlegen, was könnten die Leute besser finden. Sondern Du siehst eben wirklich, was die Leute besser finden, was Du dann verbessern kannst. Marcus: Ja, gibt es um fitvolution den Blog selber noch Produkte, die ihr erstellt und anbietet, baut oder habt ihr da eine Strategie? Jahn: Genau, also wir haben unsere vier Elemente. Und wir arbeiten da auch momentan an digitalen Produkten. Unser Ziel ist, dass wir da ein Kurs-System anbieten und jetzt Schrauben wir aber aktuell an den Ebooks-Zeilen. Vier Sück insgesamt. Ich schreibe gerade an einem zum Thema Motivation und Dustin schreibt gerade an eine Ebook zum Thema Schmerzprävention und -linderung. Da wollen wir dann unsere fitvolution Framework drauf aufbauen und in Zukunft soll es dann eben auch einen Online Kurs geben, der dann darauf aufbaut quasi. Marcus: Cool! Gibt es bei euch auch Trainingspläne oder individuelle Coachings? Jahn: Das gibt´s tatsächlich. Die Coachings, die haben wir jetzt nicht offiziell auf der Webseite ausgeschrieben, aber ab und zu mal kontaktiert uns jemand per E-Mail oder über Bekannte von Bekannten und dann machen wir sowohl Coaching, als auch Dustin macht viel Personal Training. Eben sowohl live in Persona als auch über Skype. Aber, wie gesagt, langfristig wollen wir tatsächlich das so ein bisschen automatisieren, dass wir nicht mehr da eben…. also, dass der Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Ertrag so ein bisschen sich löst voneinander. Marcus: Cool, wie hältst Du Dich jetzt aktuell fit? Jahn: Also aktuell mache ich unheimlich viel Bodyweight Training und habe auch mein TRX immer dabei. Auch jetzt auf unserer Ostseeumrundung musste meine Freundin auch mit mir dann mit dem TRX trainieren. Sie ist eigentlich ne Fitnessstudio-Anhängerin, eine überzeugte. Marcus: Kurse oder Geräte? Jahn: Sowohl als auch. Sie ist auch Kurstrainerin. Aber, da wir eben viel unterwegs jetzt waren und nicht immer ein Fitnessstudio in der Nähe ist… also wir waren auch zwei Mal in nem Fitnessstudio, sind da ganz spontan hingefahren und haben gefragt “Wie sieht´s aus? Habt ihr eigentlich Day-Passes?” und da geht dann auch meistens was. Aber wir haben auch mit TRX und mit Bodyweight Übungen trainiert und an richtig geilen Spots so. Also ich schicke Dir da auch gerne mal ein cooles Bild. Da muss ich mal eins rauskramen. Marcus: Gerne. Jahn: Ich denke, dass lässt sich da auch irgendwie für benutzen, dann so wirklich richtig schon morgens am Strand aufwachen und erstmal im Workout mit dem TRX oder irgendwie mal schnell ein Tabata-Workout auf dem Steg oder so. Da haben wir echt ein paar coole Sachen gemacht und es geht halt. Das ist halt die Message. Marcus: Es funktioniert, oder? Egal von wo. Jahn: Genau, egal von wo. Also ich würde sagen, ich bin jetzt deutlich fitter, als zu irgendwelchen Zeiten, in denen ich fünf, sechs, sieben Mal ins Fitnessstudio gerannt bin. Ich investiere deutlich weniger Zeit in mein Training und ich gehe nur noch selten ins Gym. Marcus: Da warst Du wahrscheinlich auch übertrainiert oder? Jahn: Das ist durchaus auch möglich, ja. Und ich hatte auch ein anderes Zielbild, ein anderes Ideal. Mir ging es eben primär darum, Muskeln drauf zu packen und jetzt verfolge ich da ein anderes Ziel. Ich sage immer ganz gerne, ich möchte in der Lage sein, an einem Tag einen Marathon in unter vier Stunden zu laufen und am nächsten Tag trotzdem noch 120 kg Bank zu drücken. Momentan bekomme ich´s hin und das ist so der Fitnesszustand, den ich mir erhalten möchte. Marcus: Ja. Jahn: Nicht mehr so einseitig, wie früher. Marcus: Ja, das heißt, Du hast jetzt auch keine bestimmte Trainingsform, die Du empfehlen würdest, sondern Du würdest sagen, das muss jeder individuell für sich entscheiden, was da am ehesten in Frage kommt? Jahn: Auf jeden Fall. Also, es kommt ja immer auf Dein Ziel an. Aber auch wenn jetzt viele sagen, wenn Du Muskelmasse aufbauen möchtest, dann geht das nur im Fitnessstudio… Ich habe tatsächlich in meiner letzten Massephase fast ausschließlich mit dem TRX und Thera Bändern trainiert und auch innerhalb von vier, fünf Monaten bestimmt 6 kg Muskelmasse draufgepackt. Da gelten ein bisschen andere Regeln, weil es bei mir im Prinzip Regains waren und die Muskelmasse war auch schonmal da. Aber dennoch ist es so, dass man auch ohne ins Fitnessstudio zu gehen und ohne jetzt irgendwie ständig schwere Hanteln zu bewegen auch Muskeln aufbauen kann effektiv. Marcus: Absolut mhh. Jahn: Da habe ich auch einige Blogartikel geschrieben in den letzten zwei, drei Monaten. Marcus: Das ist cool. Das war nämlich eine meiner größten Sorgen, ehrlich gesagt, als wir in diesen Lifestyle gestartet sind und dann ortsunabhängig gearbeitet haben und viel unterwegs waren. Da dachte ich so “Boah Scheiße ey, irgendwie… wo ist mein Gym? Ich hab Bock zu pumpen und kann hier nicht trainieren” und habe dann auch angefangen Blogs zu lesen oder wie das dann vielleicht Knastinsassen machen, mit viel funktionalem Training und Push-Ups und habe mich dann erstmal dran orientiert und die erste Maßnahme war, als ich dann wieder zurück war, mir so ein TRX-Band zu holen. Das macht den Körper total athletisch irgendwie, ne? Jahn: Auf jeden Fall, ich finde auch, dass sich meine Figur zum positiven entwickelt hat. Und wie gesagt, ich gehe auch viel Laufen inzwischen. Also ich habe so ein bisschen diese Hindernisläufe auch für mich entdeckt im letzten Jahr jetzt und bin dreimal den Tough Mudder gelaufen, war beim Spartan Race dabei und solche Dinge. Ich bin jetzt eben zwei Wochen beim Serengeti Park Laufen, in der Nähe von Hannover, dabei. Marcus: Und die Läufe sind cool? Jahn: Ja, also mir macht es super viel Spaß. Das sind so Hindernisläufe, also nicht klassisch geradeaus rennen. Also das habe ich auch mal gemacht, wie gesagt Marathon musste ich laufen. Der stand auf meiner Bucket List. Marcus: Wie lange hast Du gebraucht? Jahn: Ähm, knapp über vier Stunden. Marcus: Ah cool, ist doch ne geile Zeit. Hammer. Jahn: Und solche Hindernisläufe, das ist einfach ne ganz andere Herausforderung. Ich sage auch immer, so einen Tough Mudder sollte man mindestens einmal mitgemacht haben. Einfach, dass man das mal erlebt hat. Marcus: Meinst Du denn, jeder packt das? Jahn: Ich glaube, jeder packt das. Also wenn man sich da ausreichend drauf vorbereitet und das braucht weniger Vorbereitungszeit, als man jetzt denkt, und wenn Du so 10 km so durchgehend laufen kannst, ohne dass Du das Gefühl hast, Du kippst gleich um und machst noch ein paar Übungen für die Vorbereitung - habe ich tatsächlich auch einen Blogartikel darüber geschrieben, wie man sich in kürzester Zeit für so nen Tough Mudder fit machen kann - dann schafft das jeder. Vor allem macht man das im Team und dann ist es noch einmal ein ganz anderes Thema. Weil da geht es nicht um die Zeit, da wird keine Zeit gemessen, sonst geht es allen Leuten darum durchzukommen. Und da ist so ein Spirit dann auch dabei. Jeder hilft sich gegenseitig und wir haben Leuten über Hindernisse geholfen, die habe ich noch nie vorher in meinem Leben getroffen. Man lag dann Arm in Arm im Ziel und hat sich zusammen gefreut und gefeiert, dass man es geschafft hat. Das ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Marcus: Geil! Steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Bucket List. Jahn: Wir können gerne mal zusammen laufen, wenn wir da einen Termin finden. Marcus: Ja gerne! Wenn ich dann in Berlin bin oder in Deutschland, dann komme ich da gerne angereist und mache einen mit, wenn das so ist, wie Du sagst, dass es nicht zu viel Vorbereitung erfordert, weil ich nicht so der größte Lauffan bin. Also ich baue es immer mal wieder ein und dann bleibe ich aber nicht dabei, weil ich denke so, andere Sachen machen mir mehr Spaß. Jahn: Ja, da können wir dann ja mal quatschen. Ich stelle Dir dann mal so ein kleines Vorbereitungs-Workout zusammen und dann kriegen wir es schon hin. Marcus: Mhh cool. Und wie ist das, wenn jemand jetzt sagt “Boah, da hätte ich mal Bock drauf, aber der Jahn hat jetzt gesagt, da kann man nur im Team antreten”. Gibt es da auch zusammengewürfelte Teams, wenn Du als Alleinstreiter da irgendwie aufschlägst? Jahn: Also tatsächlich ist das überhaupt gar kein Thema. Ich habe das in Nordrhein Westfalen ausprobiert. Da bin ich tatsächlich ohne Team hingefahren, ganz alleine. Und trotzdem… also es ist wie ein großes Team, sage ich mal. Man trifft dann Leute und selbst wenn man die Leute, wie gesagt, noch nie vorher gesehen hat, helfen die sich gegenseitig und entweder hängt man sich dann irgendwo dran und läuft dann mit einer Gruppe durch oder man ist da so ein bisschen random unterwegs und an jedem Hindernis findet sich dann schon jemand. Und man hilft dann den anderen und dann helfen einem die anderen auch. Das geht absolut. Man findet auch ganz viele neuen Freunde. Also das ist ne coole Sache. Marcus: Geil. Also das hört man irgendwie jetzt gerade schon an Deinen Erzählungen, dass da wohl so ein echt einmaliger Spirit und Vibe und Kameradschaft herrscht ne? Jahn: Ja total, das auf jeden Fall. Marcus: Und wie lange braucht man so beispielsweise für den Tough Mudder, bis man da durch ist? Jahn: Ja so… wir haben so zwischen zwei und zweieinhalb Stunden gebraucht, aber da gibt es, wie gesagt, keine Zeitvorgabe und man kann sich da auch Zeit lassen. Und je nach dem wann man startet, kann es auch sein, dass man lange anstehen muss an den Hindernissen und dann kann man schon drei Stunden brauchen. Man hat auch immer die Pausen, wenn man dann mal an so einem Hindernis warten muss und von daher ist das eigentlich echt kein Problem. Wie gesagt, wenn man so ein bisschen Vorbereitung macht, was so Hangeln und Zugübungen für den Oberkörper angeht, Liegestütze und eben, wie gesagt, dann durchgehend in einem guten Tempo 10 km laufen kann, dann ist das recht unproblematisch. Das ist wirklich nur eine Kopfsache dann. Marcus: Mhh okay cool. Und wofür die Liegestütze? Jahn: Also man muss oft unter Hindernissen durchkrabbeln zum Beispiel. Und dann ist es ganz gut. Oder man muss sich auch wo hochziehen und hochdrücken. Also, das wäre ja so das typische Muscle Up Training. Aber das werden wohl tatsächlich die wenigsten Leute aus dem Stehgreif schaffen. Deshalb ein gutes Oberkörpertraining mit einbauen, braucht man aber nicht so viel. Marcus: Okay, aber das geht auch alles funktional ohne Hanteln und Stangen ne? Jahn: Das geht absolut funktional. Also, wir haben auch tatsächlich auf unserem Blog zwei Bodybuilding Trainingspläne, die man sich kostenlos runterladen kann, unabhängig von irgendwelchen Coaching Programmen etc. Und wenn man… der eine ist für Anfänger, der andere für Fortgeschrittene und ehrlicherweise, wenn man den Anfängerplan in Kombination mit einem ein- bis zweiwöchigen Lauftraining für drei Monate kombiniert, dann sollte man in den allermeisten Fällen schon absolut fit genug sein, um so nen Tough Mudder mitzulaufen. Marcus: Cool! Das klingt gut. Ja, lass uns das auf jeden Fall im Auge behalten, wann der nächste ist und Ping mich einfach mal an und schreib mir, wann der Termin ist. Ich bin ja jetzt Mitte September wieder zurück in Deutschland - ich glaube für acht Wochen oder sechs Wochen oder so. Und ansonsten 2016. Jahn: Bis 2016 kriegen wir Dich dann auf jeden Fall fit. (Beide lachen) Marcus: Ja, ich habe da auf jeden Fall Bock drauf und dann starten wir alle im Team fitvolution würde ich sagen. Jahn: Coole Sache, ja. Marcus: Okay mein lieber Jahn, das hat sehr viel Spaß gemacht. Es war sehr informativ und interessant. Ich denke mal auch für alle Hörer. Hast Du noch den ultimativen Tipp für Leute, die sagen “Boah fuck ey jetzt, diesen Sommer habe ich es nicht geschafft. Ich hätte auch gerne mal so einen Waschbrett oder ne richtig geile Strandfigur” Was würdest Du denen demjenigen empfehlen, wann soll der anfangen und womit soll der anfangen. Jahn: Ja, lest meinen Blog auf jeden Fall! (Beide lachen) Und ansonsten ist es ganz viel eine Entscheidungssache einfach. Man muss sich die richtigen Ziele setzen und dann nach dem Weg dahin suchen. Und wenn man sich dann noch die richtigen Leute sucht, wie gesagt, über so eine Community oder so einen Blog, den man dann abonniert. Das muss jetzt nicht unbedingt unserer sein, es gibt da ja auch andere gute Blogs da draußen und sich da einfach regelmäßig da Motivation abholen, sich Mitstreiter suchen, dann bekommt man das auch hin. Es ist immer schwierig, wenn man kein konkretes Ziel hat und nicht so richtig sein Warum kennt und dann auch niemanden hat, der einen auf dem Weg unterstützt. Deshalb soll man sich da immer zu aller erst mit auseinandersetzen und dann läuft das schon. Marcus: Okay, perfekt. Danke nochmal. Jahn: Ja, danke Dir! Marcus: Ja, sehr gerne und wir beide sehen uns ja bald wieder in Berlin! Jahn: Genau, mach´s gut, bis dann, ciao! Marcus:  Mach´s gut, ciao!   Jau, das war auch schon wieder eine weitere Folge von LifeHackz. Ihr findet alle Shownotes und Links zu dieser Folge unter www.lifehackz.de. Dort ist auch ein Button. Schickt mir eine Sprachnachricht. Ihr könnt mir Feedback hinterlassen oder mir auch eine E-Mail über das Kontaktformular schicken oder direkt an marcus@lifehackz.de. Ich freue mich von euch zu hören. Ansonsten hören wir uns wieder zur nächsten Folge. Peace and Out!   [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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Sep 4, 2015

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Interview mit Natalie stark von betterplace

Hey Leute, willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz! Feli und ich waren vor einigen Wochen bei betterplace.org in Berlin. Das ist ein Startup, das gemeinnützige Projekte unterstützt und auf der Plattform verfügbar macht. Wir haben uns dort mit Natalie Stark getroffen, weil wir selber ein Charity-Projekt im November starten wollen, wenn wir auf der Digital Nomad Cruise sind und haben natürlich die Chance genutzt, Natalie direkt zu interviewen, was da bei betterplace.org abgeht. Also viel Spaß bei dem Interview! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du zu deinem Geburtstag eine Spendenaktion organisierst.
  2. Wann die meisten Spenden gemacht werden.
  3. Was du am 1. Dienstag im Dezember machen solltest.
  4. Was betterplace.org mit der Digital Nomad Cruise zu tun hat.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

betterplace.org
Giving Tuesday
betterplace Solutions
betterplace Lab

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Natalie Stark Das ist die LifeHackz Show Folge Nr. 18 (Intro) Feli: Ja cool, Marcus und ich sitzen hier gerade bei betterplace.org an der Spree in Berlin. Wir sind hier vorbeigekommen und haben die Natalie besucht. Und zwar interessieren wir uns nämlich dafür, ein Charity-Projekt aufzusetzen und betterplace.org ist eine super Plattform dafür. Natalie, was macht ihr denn genau? Natalie: Hi, freut mich, dass ihr da seid! Ja, wir sind Deutschlands größte Online Spendenplattform und bei uns finden sich, sozusagen Menschen, die Hilfe brauchen treffen auf Menschen, die helfen wollen. Und wir haben über 14.000 Projekte inzwischen auf unserer Seite weltweit. Und da könnt ihr eben auch ganz zielgerichtet spenden, für bestimmten Bedarf. Also sei es für die Rutsche bei der Kita um die Ecke oder sei es für Zement für Brunnen in Afrika. Also das ist ganz zielgerichtet. Feli: Ja cool! Und wenn man selber ein Projekt aufsetzen will? Ich sage jetzt mal als Privatperson oder als Unternehmen, geht das beides, wenn man selber ein Spendenziel erreichen will? Natalie: Also wenn Du als Privatperson selbst etwas aufsetzen möchtest und nicht nur spenden möchtest, dann eignet sich sehr gut die Spendenaktion. Angenommen Du hast Geburtstag. Dann anstatt Klamotten, DVD´s und was auch immer sich zu wünschen. Weil ihr wünscht euch das glaube ich sowieso nicht unbedingt ne? Aber der deutsche Durchschnittsbürger häuft sich ja die Sachen für Haus und Hof an. Und anstatt einfach mal zu sagen “ich habe genug. An diesem Geburtstag mache ich eine Spendenaktion” dann geht es ganz einfach: Du suchst Dir ein Projekt aus und verknüpfst das bei uns mit der Spendenaktion, schreibst einen kurzen Text, lädst ein Foto hoch und dann kriegst Du eine URL erstellt und die schickst Du dann an alle Deine Freunde, Bekannten, Familie usw. Die kommen dann auf die Seite und können dann dort spenden, können auch Kommentare hinterlassen, entweder mit ihrem Namen oder Anonym, das ist ganz frei gestellt. Feli: Super, das klingt total cool. Kostet das dann etwas für Privatpersonen oder kann das einfach jeder machen? Natalie: Das kann einfach jeder machen, das ist kostenfrei. Feli: Ja cool. Wir sitzen ja hier gerade bei euch im Büro und zwar in einer voll coolen Meditationshütte. Also, so etwas habe ich auch noch nie gesehen bei einem Unternehmen. Das sieht hier super Startup Style aus, alles total locker, richtig nett. Auch in einem Gebäude, wo ganz viele andere Unternehmen noch sind. Und ja, wieviele Leute seid ihr denn hier? Was gibt es so für Abteilungen, um das hier alles am Laufen zu halten? Natalie: Also, wir sind inzwischen 40 Leute und setzen uns zusammen aus den betterplace-Mitarbeitern und haben da noch betterplace Solutions. Das ist sozusagen unser Unternehmensgeschäft und das betterplace Lab. Die forschen im digital sozialen Bereich auf der ganzen Welt nach digital sozialen Trends. Feli: Mhh, gibt es denn jetzt einen Kontinent, wo ihr besonders viele Spendenprojekte habt? Wahrscheinlich Afrika oder ist das so ganz gut auf der Welt verteilt? Natalie: Ähm, das kann ich Dir jetzt aus dem Kopf heraus gar nicht sagen, ob wir da irgendwo einen Schwerpunkt haben. Ich würde auf Afrika tippen, aber ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Feli: Ich habe eben am Eingang bei euch diesen Screen gesehen. Sieht aus wie auf dem Aktienmarkt, wo man immer in live time gucken kann, wer, wann, wo, wie gespendet hat. Also ihr trackt das ständig und beobachtet, was da passiert oder wie läuft das genau? Natalie: Ja genau, da können wir immer mal einen Blick drauf werfen sozusagen, um uns selbst auch die Bestätigung zu geben, dass das was wir hier machen auch wirklich Sinn macht und können die Entwicklung da beobachten. So für jede Minute die wir hier verbringen, was das eben für Auswirkungen hat. Feli: Und sind das hauptsächlich Projekte, die Menschen betreffen oder macht ihr auch Tierschutzprojekte? Natalie: Wir machen noch Tierschutzprojekte. Also der Schwerpunkt… Ich denke, die meisten Projekte, da handelt es sich schon um Menschen, aber wir machen auf jeden Fall auch Tierschutzprojekte, auch im Ausland. Marcus: Ja, jetzt darf ich auch mal eine Frage stellen. Erstmal gut, dass ich mit am Start sein darf. Ich finde es genau so gut wie Feli hier, auch wenn wir schon lange nicht mehr in einem Büro waren, ist es eins der cooleren Büros hier mitten in Berlin-Kreuzberg, in der Schlesischen Straße. Was mich noch interessieren würde: Wie schnell oder krass ist das Unternehmen gewachsen? Und ist es wirklich ein Unternehmen oder ist es eine gemeinnützige Organisation? Natalie: Also betterplace.org gibt es jetzt seit sieben Jahren und wir sind eine gemeinnützige Organisation und betterplace Solutions, das Unternehmensgeschäft, sowie das betterplace Lab, die Forschungsabteilung und auch wir als betterplace.org sind alle unter dem Dach der gut.org Aktiengesellschaft, gemeinnütziger Aktiengesellschaft. Marcus: Mhh cool. Und merkt ihr, dass die Spendenbereitschaft zu bestimmten Jahreszeiten steigt? Sprich zu Weihnachten beispielsweise. Oder ist das gleichbleibend? Ist das im Laufe der Jahre weniger geworden oder ist das eher mehr geworden? Kann man da irgendwelche Trends ableiten? Natalie: Also, das hat sich mit jedem Jahr gesteigert und in der Vorweihnachtszeit wird natürlich vermehrt gespendet. Da haben wir auch gerade so die Kältehilfe. Das sind so diese Projekte, die dann sehr stark ziehen, auch der Newsletter dann wirklich viel einbringt und natürlich, wenn es dann - was hin und wieder leider vorkommt - zu Katastrophen kommt. Dann wächst hier eben auch das Spendenvolumen enorm. Marcus: Cool, und wenn es dann zu so Katastrophen kommt, ist es dann so, dass die Aktion dann bis zum Ende laufen muss, bis die Leute dann erst an die Kohle kommen oder habt ihr da so Möglichkeiten, dann die Sachen direkt weiterzuleiten. Weil ich kann mir vorstellen, wenn da irgendwo ein Erdbeben war oder was, ein Taifun rüber gegangen ist, dann muss man ja schnell helfen können. Natalie: Also zum einen werden ja dazu Projekte von den Organisationen selbst angelegt. Dann ist das Geld auch schon direkt bei der Orga. Aber man kann auch Spendenaktionen anlegen. Wir selbst als betterplace.org haben zum Beispiel jetzt bei der Nepal-Katastrophe auch eine Spendenaktion angelegt, aber auch Unternehmen haben Spendenaktionen angelegt. Und da kann man das Geld auch, nicht erst wenn die Spendenaktion abgelaufen ist weiterleiten, sondern direkt. Also wir haben direkt, wenn wir gesehen haben, okay jetzt sind wieder 500,00 € und leiten direkt die 500,00 € weiter. Marcus: Also echte Soforthilfe. Natalie: Richtig. Feli: Sind auch schon mal Leute von euch vor Ort? Fahrt ihr schonmal rum in der Welt und schaut euch Projekte an? Natalie: Also ich bin jetzt seit September hier. Ich habe nicht mitbekommen, dass seitdem jemand vor Ort war und kann nicht mit Sicherheit sagen, dass es vorher nie so war, ich weiß es nicht. Aber hier in Berlin machen wir schon Projektbesuche. Wir haben zum Beispiel so zwei bis drei Mal im Jahr den frohen Freitag bei uns hier im Team. Da machen wir immer irgendeine schöne Aktion. Und jetzt im Mai haben wir zum Beispiel auch ein Projekt von uns besucht, Jonas Haus hier in Berlin. Die unterstützen auch so sozialschwache Kinde. Und da haben wir denen da im Garten einen Barfußpfad angelegt und Erdbeeren und Himbeeren gepflanzt und solche Geschichten. Also, das machen wir schon. Feli: Ach cool, ihr helft dann auch quasi mit und tut was an dem Tag? Cool! Natalie: Ja, wir packen auch mal selbst an. Feli: Ja das klingt gut. Mist, jetzt habe ich die nächste Frage vergessen, die ich eben noch im Kopf hatte (lacht) Marcus: Ja, dann kann ich ja vielleicht nochmal eine stellen. Und zwar hast Du eben, als wir gequatscht haben, noch erzählt, dass ihr eine Aktion unterstützt, die sich “Giving Tuesday” nennt. Was ist das genau? Natalie: Giving Tuesday, das ist eine weltweite Bewegung und kommt aus den USA. Die hat eine Organisation 2012 sozusagen ins Leben gerufen und das ist eine Gegenbewegung zu Black Friday und Cyber Monday. Das sind zwei Tage in den USA, an denen zu Beginn der Weihnachtszeit im Online und Offline Handel es extreme Sale Aktionen gibt und man richtig Kohle ausgeben soll. Und das ist eben die Gegenbewegung, dass man richtig viel Geld für eine gute Sache gibt bzw. nicht nur Geld, sondern einfach auch Zeit. Man kann teilen, schenken, spenden, was auch immer an diesem Tag. Das ist immer der erste Dienstag im Dezember. Dieses Jahr machen wir eben auch mit. Um mal Beispiele zu nennen und das ein bisschen zu veranschaulichen. Du kannst als Agentur sagen, ich stelle meinen Mitarbeiter zwei Tage frei und er hilft einer Organisation eine Marketingstrategie auszuarbeiten oder macht ein Erklärvideo für diese Organisation. Als Schule machst Du einen Kuchenbasar. Den Erlös spendest Du für ein Projekt, kannst aber auch einfach sagen “Hey, ich habe Oma schon ewig nicht mehr gesehen. Ich schenke ihr jetzt mal einen Nachmittag und backe ihr einen Kuchen und besuche sie”. Also ganz breit gefächert, was man da machen kann. Marcus: Mhh, ja finde ich auf jeden Fall sauspannend und auch eine gute Geschichte. Gerade wenn man weiß, was für ein Druck dann auch bei diesen Cyber Fridays Mondays aufgebaut wird und wieviel da konsumiert wird und wahrscheinlich auch wieviel gekauft wird, was man gar nicht braucht. Aber weil die so gut im Marketing sind, diese fetten Plattformen wie Amazon und Konsorten, ist das bestimmt alles nicht wirklich nachhaltig, was da passiert. Von daher ja, coole Gegenbewegung. Natalie: Genau, weil das nämlich auch der Punkt ist. Die haben richtig fett Kohle, um eben im Marketing da eine riesen Welle zu schlagen. Das haben wir als Organisation natürlich nicht. Und der Giving Tuesday, das ist eine Social Media Kampagne, also über Hashtag #givingtuesday wird das eben verbreitet und deswegen ist es einfach total wichtig, dass jeder, der eine Aktion macht oder der einfach diesen Tag unterstützen möchte, diesen Hashtag verwendet, damit so viele Leute wie möglich eben davon mitbekommen von der Aktion. Marcus: Ja, also wir werden das auf jeden Fall noch verlinken in den Shownotes, auch den Hashtag #givingtuesday. Es ist jedes Jahr der erste Dienstag im Dezember, sagst Du? Sind die Aktionen dazu schon angelaufen? Wann beginnt da so die Awareness aufzubauen und der erste Dienstag im Dezember ist dann quasi Zahltag und man guckt, was alles reingekommen ist? Natalie: Also wir haben jetzt diese Woche mit den Social Media Aktivitäten angefangen auf Twitter, Instagram und Facebook. Und haben eine Landing Page. Die Webseite auf der man sich dann groß informieren kann, die geht im August an den Start. Und es ist aber schon so, dass der meiste Impact im November stattfinden wird auf den Giving Tuesday hin. Und am Giving Tuesday selbst natürlich. Aber, wenn man tolle Ideen hat und Projekte machen möchte, kann man schon sagen “ich starte das Anfang November und Giving Tuesday ist der Endpunkt” oder “ich starte Giving Tuesday und Weihnachten ist der Endpunkt oder Ende des Jahres”, also das ist ja ein ganz gutes Datum, mit dem man ein bisschen spielen kann, gerade so in der Vorweihnachtszeit. Feli: Und die Projekte, die ihr sonst soweit auswählt, nach welchen Kriterien macht ihr das? Gibt es da bestimmte Standards, ob jetzt ein Projekt gefördert wird oder nicht oder wonach geht ihr da? Natalie: Also wir suchen die gar nicht aus. Die registrieren sich bei uns, die melden sich bei uns an und unser Team von Projekten und Organisationen prüft das dann eben, ob die auch gemeinnützig sind. Und so wird es… also es wird wie gesagt nicht von uns ausgesucht, es wird einfach geschaut, dass wir jetzt nicht sammeln… weil wir bekommen auch Anfragen “Alle meine Freunde haben Videospiele, ich nicht… Dafür möchte ich sammeln”. Also so etwas geht natürlich nicht. Feli: Wir wollen jetzt zum Beispiel auch ein Projekt anlegen für Salvador de Bahia in Brasilien, weil wir da ja mit der Digital Nomade Cruise hinfahren. Wielange vorher sollte man sowas machen? Also, ja genau, wieviel Vorlauf braucht man da, um das bei euch anzulegen? Natalie: Also das anlegen geht ganz schnell. Ihr wollt ja im November starten, am 20. November ne? Feli: Genau. Natalie: Da würde ich dann empfehlen, dass man so sechs Wochen vorher anfängt und dass man da wirklich schon die Werbetrommel rühren kann, ja. Sechs bis acht Wochen vorher. Feli: Ja super cool, das werden wir auf jeden Fall machen. Wir haben auch schon drei Projekte jetzt zur Auswahl und müssen uns da noch entscheiden, was wir genau unterstützen wollen und wollen dann natürlich in Bahia auch vor Ort dahin. Machen das auch viele Leute, die so ein Projekt starten, dass die da selber vor Ort sind und ähm ich glaube, das Video, dass Du mir eben gezeigt hattest, von dem einen der seine Geburtstagsgelder immer einsammelt, der hat ja… genau, vielleicht kannst Du das noch einmal erzählen, so ein cooles da auch vor Ort gedreht. Natalie: Wir haben schon, also, Du musst unterscheiden zwischen… das fällt den Leuten immer so ein bisschen schwer, Projekt und Spendenaktion. Also die Projekte sind dann ja meistens von den Organisationen eingestellt und die Spendenaktion, das machen auch häufig mal Leute, die dann eine Weltreise machen oder die einen Marathon laufen und in diesem Zusammenhang dann eben Spenden sammeln. Und diese Geburtstagsspendenaktion von Christoph, der seit fünf, sechs Jahren bei uns zusammen Geburtstagsspenden sammelt, die ist inzwischen richtig gewachsen. Also der hat dieses Jahr fast 13.000,00 € gesammelt und hat dazu auch mal ein Video aufgenommen, das dann oben im Banner läuft und er erklärt seine Aktion und macht dazu immer einen Spenden-Rap und nimmt dann wirklich auch vor Ort das Projekt auf. Also die Kinder dort vor Ort hat er aufgenommen. Feli: Ja super cool! Marcus: Was genau ist Deine Funktion hier bei betterplace.org? Welchen Bereich betreust Du? Natalie: Ich bin bei betterplace.org im Marketing und betreue unseren Social Media Kanäle: Facebook, Twitter, Instagram und mache auch Spendenaktionen mit Testimonials. Und ja, Newsletterversand, Marketing-Kampagnen und im Moment ist eben der Schwerpunkt auf dem Giving Tuesday bei uns im Team. Marcus: Mhh und wenn ihr Kampagnen mit Testimonials macht, dann sind das manchmal auch Youtuber oder andere bekannte Persönlichkeiten? Kommst Du vielleicht auch selber mit denen in Kontakt oder wie läuft das dann ab? Natalie: Häufig hat man den Kontakt mit den Agenturen. Das man mit den Agenturen eben im Gespräch ist, das ist eigentlich die Regel ja. Feli: Genau. Ja wir kennen uns eigentlich sogar auch von der letzten DNX, voll cool. Und ja, Du warst bei der allerersten dabei und bei der letzten ne? Natalie: Ja. Feli: Fandest Du es einen riesen Unterschied von den Leuten und wie es abgelaufen ist? Natalie: Ja klar, es war schon ein Unterschied ja. Bei der ersten DNX, das war hat ganz klein und persönlich und wobei das persönliche blieb irgendwo immernoch erhalten. Auch bei der dritten dann, finde ich schon. Und ja, man kann einfach total viele Leute kennenlernen. Das ist auch einfach super, diese gleichgesinnten kennenzulernen, sage ich mal, ja. Und es sind auch echt alte Freundschaften wieder aufgelebt und neue Freundschaften entstanden durch die DNX. Und auch durch die erste DNX hatte ich den Anstoß wirklich etwas zu verändern und bin auch dann seit letztem September hier in Berlin bei betterplace.org ja. Feli: Voll cool. Und hast Du Dich gut in Berlin eingelebt? Gefällt es Dir hier, diesen ganzen Startup Vibe? Kriegst Du davon etwas mit? Klar betterplace.org an sich, aber überhaupt die ganze City? Natalie: Ja, gefällt mir schon super hier. Es hat ein bisschen länger gedauert, als ich dachte das Einleben. Ich war 2013 schonmal hier zu einem Praktikum und habe mich super wohl gefühlt und dachte, ich knüpfe da wieder an. Das war dann doch … es hat halt doch etwas gedauert, bis man die ganzen Freundschaften dann wieder aufgebaut hat usw. aber jetzt ist es wirklich super. Marcus: Ja, ich hatte gerade eine Frage. Jetzt habe ich sie natürlich direkt wieder vergessen, wenn ich das Mikrofon habe. Ja genau! Ich wollte nochmal anmerken, wie wir den Kontakt jetzt zueinander hergestellt haben, ist nämlich dann auch über die DNX Community dann glaube ich passiert, ja? Das zeigt dann auch nochmal, dass es funktioniert, das Vernetzen. Ich glaube, Feli hat einen Aufruf gemacht bei uns in der Community, das wir gerne etwas machen würden. Ein Charity-Projekt und ja. Du arbeitest direkt bei betterplace.org. Ich meine, etwas cooleres kann gar nicht passieren. Du hast uns jetzt hier eingeladen und ich darf hier sogar eine neue Podcast Folge zusammen mit Feli mit Dir zusammen aufnehmen. Also besser geht es ja eigentlich gar nicht ne? Natalie: Ja, finde ich auch, auf jeden Fall super! Ich habe mich auch total drauf gefreut und finde ich auch echt schön, in dieser Serie dann zu erscheinen, weil ich habe mir die anderen Podcasts angehört und es sind alles Leute, denen ich schon länger folge und deren Bücher ich gelesen habe usw. Also finde ich ganz cool! Marcus: Ja gut, dann würde ich sagen: Vielen Dank für die ganzen Insides zu betterplace.org. Ich freue mich, dass Du Zeit hattest und wir sehen uns wieder bei der nächsten oder hören uns wieder bei der nächsten Folge! Danke Natalie, willst Du noch etwas loswerden? Natalie: Danke euch! Marcus: Feli, vielleicht möchtest Du noch etwas loswerden? Feli: Nee nee, ich meditiere jetzt (Alle lachen) Marcus: Ja wir meditieren jetzt eine Runde hier in der Hütte. Ich habe hier auch ein Foto von gemacht, das poste ich mit in die Shownotes. Bis dann Leute, Peace und haut rein! Das war Folge Nr. 18 von LifeHackz. Diesmal eine etwas kürzere Folge. Ich hoffe, sie hat euch trotzdem gefallen. Wenn ja, dann hört wieder rein, wenn es heißt: Welcome to LifeHackz! Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Aug 31, 2015

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Interview mit Mars Dorian

Hey Leute, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz! Heute mit einem Gast, den ihr alle schonmal gesehen habt. Nicht ihn direkt, aber auf jeden Fall seine Zeichnungen. Mars Dorian hat nämlich das Cover für die LifeHackz-Show entworfen und ja… Mars hat nicht nur Qualitäten im Sketchen und Zeichnen, sondern er ist auch unter die Schreiber gegangen und schreibt jetzt ziemlich krasse, abgefahrene Science Fiction Geschichten, Self-Publishing. Ja, checkt das Interview aus. Viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie ein Coworking Space dich produktiver machen kann.
  2. Wie du eine Karriere findest die zu deinem Lebensstil passt.
  3. Wie du Twitter zum netzwerken nutzt.
  4. Was du beim veröffentlichen deiner Bücher auf Amazon beachten solltest.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Mars Dorian

Scrivener

Coach.me

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Mars Dorian (Intro) Marcus: Hey Mars, cool dass Du am Start bist! Mars: Danke, dass Du mich dabei hast Mann. Ich bin hier in meinem Studio eingekächert. Ich habe hier die Gardinen zu, alles zugeschlossen und bin hermetisch abgeriegelt, damit das hier funzt. Marcus: Ja sehr geil. Ich wollte Dich nämlich gerade fragen: Wo bist Du und was machst Du da? Mars: Also ich bin gerade in der Oranienstraße in Berlin-Kreuzberg. Und zwar teile ich mir mit einer Künstlerin einen Studioplatz. Das ist dann da der Hinterhof quasi, in so einem Gewerbegelände und hier sind überall Startups herum und da ist immer viel am rascheln und viel am machen und arbeiten... hier gehe ich halt hin um zu arbeiten. Marcus: Okay, das heißt, Du brauchst auch irgendwie, im das trennen zu können auch in Deinem Kopf, einen eigenen Arbeitsplatz getrennt von Deiner Wohnung - Du bist nicht so der Home-Office Typ? Mars: Ja, ich meine, kann ich auch, aber ich find’s halt geiler, wenn Du wirklich in einer Umgebung bist, wo wirklich - ich sage mal - 99% der Menschen arbeiten. Das hat so eine ganz eigene Energie, wo ich denke “Shit, wenn ich jetzt irgendwie hier rumstehe oder faul bin, dann fühle ich mich schlecht”, verstehst Du? Weil hier alle um mich herum arbeiten. Das gibt mir wirklich Antrieb immer am Ball zu bleiben. Gerade weil ich ja mein eigener Boss bin, muss ich ja ein gewisses Maß an Selbstdisziplin aufbringen. Marcus: Absolut. Also ich kenne es ja von uns beiden selber, von Feli und mir, wenn wir unterwegs sind klappt das immer eine Zeit lang ganz gut, auch von zu Hause zu arbeiten oder gerade, wo wir gerade sind, dann in irgendeinem Airbnb oder so. Aber irgendwann kommt der Punkt so, wo Du dann merkst, Du wirst antriebsloser und brauchst vielleicht mal ne neue Umgebung. Also schön ist, wenn man’s selber merkt, weil meistens schlittert man da so rein, ohne es richtig zu merken. Aber wenn wir dann mal rausgehen und beispielsweise im Coworking Space sind oder so, denken wir so “Shit, warum haben wir das nicht vorher gemacht? Hier ist irgendwie…” wie Du schon sagtest, das färbt auch ab, wenn alle anderen Headsets aufhaben und konzentriert am Rechner arbeiten, dann hast Du kein Bock da der einzige zu sein, der auf Facebook seine Zeit verschwendet oder so, sondern haust dann auch gleichzeitig rein. Mars: Das funktioniert super geil. Ich sag mal ganz kurz: Wo ich in Tokio war… und Tokio ist so eine Stadt, die ist so energisch, die rennen fast. Also die laufen, aber die rennen und Du hast das Gefühl, alles ist in Bewegung, wie so ein endloser Strom von Menschen. Und ich hatte richtig Scham als ich mich mal hingesetzt habe und gegessen habe, weil um mich herum alles was machen. Selbst wenn sie irgendwo herumsitzen, arbeiten sie irgendwie an ihrem Smartphone oder machen sich irgendwelche Notizen und ich dachte “Ach, ich bin hier voll der faule deutsche Sack hier”. (beide lachen) Geht ja gar nicht klar! Marcus: Krass! Tokio steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Bucket-List, wo ich unbedingt mal hin will. Also Du sagst es ist cool da? Mars: Also, es ist halt ganz anders als europäische oder westliche Kulturen. Da ist ein ganz anderer Kulturzweig. Die denken anders, die sprechen anders, aber es ist halt in dem Sinne exotisch und ich mag halt japanische Kultur. Ich mag die Popkultur, also Videospiele, Comics, das Essen und all so was. Deswegen hat’s mich dahingezogen. Marcus: Cool! Du selber machst ja auch viel mit Comics und Videospielen, Zeichnungen. War das ein Grund, weswegen Du nach Tokio gegangen bist? Mars: Auf jeden Fall! Ich mach ja jetzt hauptberuflich Illustrationen und die japanische Popkultur hat ja einen Rieseneinfluss. Also ich mache nicht den japanischen Stil mit diesen großen Mangaaugen und so, aber bestimmte Einflüsse hat die Kultur auf mich und das war halt der Hauptgrund, warum ich dahin gegangen bin. Weil ich dachte “Wie kann so ein kleines Land…”, was relativ klein ist im Vergleich zu Amerika oder China oder Europa “...so eine fette Kultur haben und solche Videospiele kreieren, die so kreativ sind und solche Comics und Zeichentrickfilme?”. Das hat mich einfach umgehauen. Und ich wollte dem auf den Grund gehen. Marcus: Mmh, das heißt, Du hast Dich schon immer bewusst irgendwie daran orientiert oder kam das irgendwann unbewusst, dass Du, wenn immer Du irgendetwas gezeichnet hast, ging es so in die Richtung. Und dann hat man so gemerkt, irgendwie ist das so wahrscheinlich das Land, was Dich am meisten beeinflusst? Oder die Kultur dort? Mars: Nee, das lag… als ich noch klein war, habe ich noch hauptsächlich amerikanische und europäische Comics gelesen. Also aus dem europäischen Raum waren es so französische, franco-belgisch nennt sich das. So Spirou, Fantasio und Marsupilami und Asterix und Obelix und die ganzen Klassiker, ne? Dann kamen die Amis mit ihren Superhelden Marvel und DC. Aber dann kam das langsam mit diesen japanischen Einflüssen. Und wo das ganze populär wurde, auch in Berlin… und als ich dann in die Comicshops gegangen bin, war ich halt total fasziniert, weil die völlig anders. Also die waren völlig anders gezeichnet. Die Charaktere waren völlig anders. Es gab keine Superhelden und keine Detektive. Es waren völlig andere Welten und das hat mich so fasziniert, da musste ich mich halt mehr damit beschäftigen. Und dann kam der Einfluss halt. Marcus: Mmh, genau. Und wie kam das dann, dass Du so da reingeschlittert bist in diesen Comic… Manga ist ja nicht in diesem Comic-Style… Gab es da spezielle Kundenwünsche, die gesagt haben “Ey, ich brauche ein neues Cover, das soll genau so und so aussehen? Oder war es eher so, dass Du Dich selber ausgetobt hast und irgendwann gemerkt hast so “Das ist mein Ding! Hier bleibe ich, das mache ich jetzt”? Mars: Ja also als ich noch zur Schule ging, habe ich quasi Videospiele gespielt und dann versucht, das in Comicform umzusetzen ne? Und das war Haupthobby. Das war mit Leidenschaft. Ich habe einfach Comics nach Laune gemalt ne? Und irgendwann habe ich dann für die Jugendzeitung gemalt, hab damit ein bisschen Geld verdient. Und dann hatte jemand das gesehen und hat gesagt “Ey, kannst Du nicht Comic-Strips für ein Magazin machen, so für ne Handwerkszeitung?” Da habe ich gesagt “Ja mach ich, cool”. Dann habe ich auch ein bisschen Geld mit verdient, so 100,00 Euro im Monat. Marcus: Damals noch in der Schule als Schüler? Mars: Genau in der Schule als Jugendlicher. Da war ich - keine Ahnung - 15, 16 oder so. Dann hab ich da ein paar hundert Euro mal extra im Monat in der Tasche gehabt und da dachte ich “Ey, das ist richtig geil”. Und ich bin halt so ein Riesen-Fan, also das wusste ich damals noch nicht, aber im Prinzip, dass Du Dein Business um Deinen Lebensstil herum baust ne? Und ich hatte auch mal damit gespielt, weil ich auch so Filme gemacht habe, Filmregisseur zu werden. Aber das habe ich dann irgendwann aufgegeben, weil ich gemerkt habe, ich bin absolut introvertiert und ich kann nicht mit Menschen jeden Tag arbeiten und früh aufstehen und immer so ein riesen Set um mich herum zu haben ja? Ich will so lange schlafen wie ich will. Ich will rumreisen und ich will nur quasi meinen Computer haben und dann meine Karriere aufbauen. Und weil ich halt Comics gemacht habe, habe ich das versucht halt zu verbinden ne? Also wie kann ich diesen Lebensstil haben und wie kann ich aber trotzdem damit Geld verdienen. Dann ist das halt in diese Illustrationsecke hingekommen. Marcus: Ja, saucool. Und das Internet bietet sich ja dann, gerade auch für Typen wie Dich, die eher introvertiert sind, dann auch mega gut an, dass man sagt “Ich entscheide selbst, wann ich jemanden an mich heranlasse und auf wen ich reagiere”. Mars: Ja also das Internet… Ich hab mal ganz früher am Anfang meines Blogs vor fünf Jahren oder so geschrieben: das Internet ist meine liebste Religion. Ich habe sogar quasi… mich bedankt, wenn ich einen Auftrag hatte so an meinen Mac. So “Danke für den Kunden!” So als ob das so eine Statue… So eine Buddha-Statue wäre. Ich hatte mal richtig krasse Probleme, weil ich nicht studiert hatte und ich wusste halt meinen Weg nicht in der Welt ne? Und mit dem Geld verdienen und kreativ sein hat auch nicht so geklappt. Marcus: Wann war das? Mars: Das war…. also ich bin gleich nach der Schule halt um die Welt gereist für vier Jahre. Bin dann immer zig Monate nach Berlin zurückgekommen und dann wieder rumgereist. Ich war in Japan, Amerika, Mexico und um Australien habe ich auch gelebt und innerhalb Europa. Marcus: Cool! Also immer mit nem Backpack, als Backpacker oder hast Du auch lokal irgendwie gearbeitet? Mars: Also immer unterwegs, aber ich habe immer schon so kreative Services so gemacht mit dem Computer. Aber es war noch keine Karriere. Also ich habe dort als Barkeeper meistens gearbeitet oder in Australien auf’m Feld und solche Jobs halt. Ähm, und dann immernoch so ein bisschen auf’s Internet geschielt, weil ich dachte “Oh Mann”. Ich muss immer, wenn ich in ein neues Land gehe, neue Arbeit suchen. Das ist ja schön, wenn ich mir irgendwie etwas aufbauen könnte, was unabhängig ist. Was, egal ob ich in Thailand bin oder in Australien, dass ich mir so was trotzdem aufbauen kann und das nicht immer von vorne anfangen muss. Und dann kam ich dann aber irgendwann zurück, weil ich dann keinen Bock mehr hatte, nach den ganzen Reisen, und dann war ich 24 glaube ich. Und da hatte ich eine richtig Hardcore-Phase, wo ich echt depressiv war. Da bin ich zu meiner Mutter…. musste ich da zurückziehen, weil ich ganz wenig Geld verdient habe. Und ich hatte ne kleine Ausbildung gehabt in dem Sinne und da war ich echt frustriert. Ich wusste einfach nicht, wie es weitergeht. Wie mache ich jetzt ne Karriere, die zu meinem Lebensstil passt. Und das ging - sage ich mal - eineinhalb Jahre so. Und es waren die dunkelsten Zeiten mit Abstand in meinem ganzen Leben. Und das war so schlimm, ich war sogar mal auf so einer Suizid-Intensivstation, ich glaube das war in Prenzlberg irgendwo. Und das war nur noch Schwarz bei mir. Ich wollte nicht aus meinem Bett rauskommen. Ich dachte, ich hab mein Leben verkackt. Ich habe es verschwendet , anstatt etwas ordentliches zu machen und jetzt weiß ich überhaupt gar nicht, wie es weitergeht ne? Und dann habe ich irgendwann, quasi um das zu bewältigen, habe ich mir so ein Grafik-Tablet geholt und habe das an meinem Computer angeschlossen, einfach damit ich kreativ bleibe. Damit ich noch irgendwie meinen Kopf beibehalte, verstehst Du? Als Bewältigung quasi der Probleme... Marcus: Ja auf jeden Fall! Das ist auch wichtig. Mars: Ja genau. Das war reine Therapie eigentlich. Und da habe ich gedacht “Fuck, das ist so geil”. So mit dem Grafik-Tablet kannst Du alles digital machen, geht sauschnell, musst nicht rumradieren und so. Und da hat mich das so ein bisschen abgelenkt und dann habe ich es halt auf ner Webseite dann gepostet und gebloggt dazu immer. Und dann hat irgendwann mal ein Australier gesagt “Hey, ist richtig cool was Du machst. Kannst Du für mich einen Avatar machen?” Und da habe ich gesagt “Äh… klar”. Und dann hat er noch gefragt “Du bist doch professioneller Illustrator oder?” Und da sagte ich “Ja, ich habe Aufträge aus aller Welt”. (beide lachen) Aber einer war halt aus Amerika und der Antrag von ihm aus Australien und ich war aus Deutschland, also war es ja schon international. Marcus: Auf jeden Fall. Mars: (lacht) So ein bissche so “Fake it until you make it” ne? Und nee… und dann hat der mir irgendwie - keine Ahnung - 150 $ dafür gegeben und da dachte ich, wenn ich das jetzt richtig mache, dann kann ich jetzt meine eigene Karriere daraus machen. Naja und dann habe ich quasi wie ein besessener immer gebloggt über Kreativität und da meine Zeichnungen digital gezeigt... Marcus: Auf Deiner eigenen Domain oder war das noch damals irgendwie so ein Tumblr oder Blogger oder so? Mars: Also ich bin gleich am allerersten Tag sag ich mal zu Wordpress… ist das .org? Marcus: Ja, es gibt irgendwie beides. Das eine sind die Themes und das andere ist so der Hoster ne? Mars: Genau. Ich verwechsle immer… das ist ja die Abkürzung. Aber nee, ich wollte von Anfang an gleich meine eigene Domain haben. Ich habe dann Marsdorian. Weil das Mars war immer mein Spitzname, den ich als… also Marius ist ja der Hauptname, aber Mars habe ich dann immer gehabt und habe dann meinen Namen gleich gemacht mit .com. Hab mich da gleich reingefitzt, weil Leute gesagt haben “Vergiss diese ganzen Free Templates, Du musst Deine eigene Domain haben, dann kannst Du Dein eigenes Business bauen”. Marcus: Und woher hattest Du dieses Wissen zum Beispiel? Mars: Ähm, ich hab… ich hab mal einen Amerikaner getroffen in Berlin, der davon erzählt hat, dass er mit dem Internet Geld verdient. Und das hatte ich damals noch nicht verstanden und der hat mir das gezeigt irgendwie. Der hat so Online Marketing gemacht, also dieser Klassiker. Anderen Leuten… also das Hauptgeld zu verdienen, indem man anderen Leuten erklärt wie man Geld verdient, verstehst Du? Marcus: So Internet Marketer. Mars: Genau, also so Hardcore. Wenn Du so einen Klischeefilm machen würdest, dann würdest Du ihn nehmen. Und der hat es mir gezeigt  und dann bin ich auf amerikanische Internet Marketing Seiten gegangen. Und ich muss sagen, das war ziemlich…. das wusste ich damals noch nicht, aber die waren schon ziemlich… wie soll ich sagen? Es war richtig suspekt, ne? Für mich waren das schon kleine Gauner irgendwie. Die haben dann so pyramidenmäßig solche Schemes gemacht und haben gesagt “Ja, ich sage Dir, wie man da irgendwie für 197 $ für den Kurs, sage ich Dir halt, wie man richtig Geld verdient”. Und dann habe ich herausgefunden, das Business was die da promoten ist wie man Geld verdient, verstehst Du? Marcus: Ja ja, und meistens dann auch ohne Background. Also so den Leuten erklären zu wollen, wie man ein Business aufzieht, aber selber noch nie eins hochgezogen zu haben. Mars: Ja genau! Und dann so Business Consulting von Leuten, die noch nie ein Business aufgebaut haben. Dann ist das Business das Business Consulting. Marcus: Ja. Mars: Und da habe ich gedacht “Ah Mann, aber so was will ich ja irgendwie nicht machen. Da fühle ich mich… das passt nicht zu mir”. Aber ich halt… das Gute daran war, ich habe gelernt “Aha, also man kann Geld online verdienen, was schonmal richtig geil ist”. Und dann bin ich erstmal in diese Szene reingerutscht… Reingerutscht - wie das klingt (lacht) Voller Scham und dann habe ich Internet-Marketing gemacht. Marcus: Ja, also ganz ehrlich: Als ich die ersten Touchpoints so mit dem Internet hatte - jeder stößt ja irgendwann drauf so, sei es über irgendeinen App und dann über Nacht reich werden oder irgendwie Geld im Schlaf verdienen - und dann denkst Du Dir “Scheiße, was ist das denn Cooles?! Mal gucken was da so hintersteckt”. Und dann kriegst Du so ein, zwei, drei Teaser-Videos und wirst mit E-Mails kaputt gebombt und musst dann immer mehr Geld zahlen. Und die meisten raffen dann ziemlich schnell, dass da nicht viel hintersteckt. Aber für den ersten Aha-Moment, um selber zu merken so man kann im Internet wahrscheinlich auch Geld verdienen, war es in dem Fall für mich richtig und in Ordnung. Und glücklicherweise habe ich dann schnell erkannt, wie substanzlos das ist. Mars: Ja, und wie Du schon gesagt hast, das ist ein bisschen so wie beim Hubschrauber, wo Du so Kurskorrektur machst ne? Da gehste mal vom Weg ab und dann “Ah, jetzt muss ich in die Richtung” “Ah nee, jetzt bin ich wieder falsch - muss ich in die Richtung”. Immer so Crash und Burn, wie man das auf Englisch sagt. Und es war aber für mich der Einstieg. Und dann habe ich halt aber trotzdem sehr viel gelernt. So ein bisschen so von Marketing, so ein bisschen mit den Keywords, ähm, wie man interessante Blogartikel schreibt, wie man mit anderen Bloggern in Kontakt gerät und so. Und ich hatte mir dann halt so eine Base aufgebaut von Leuten, die halt hauptsächlich Blogger oder Online Marketer waren oder wirklich in diesem Bereich tätig waren. Aber die Leute wo ich wusste, okay, die hatten auch was drauf und die hatten eigentlich ein anderes Business davor noch... Marcus: Und über welchen Kanal? Mars: Halt Twitter hauptsächlich. Marcus: Okay. Also Twitter hat für Dich in dem Moment richtig gut funktioniert. Mars: Ja also für mich ist nach wie vor Twitter das beste Netzwerking-Tool, was ich überhaupt kenne. Ich habe da richtig so ein bisschen in diese Network Schiene gefahren. Da habe ich mir gedacht “Okay, also jetzt jede Woche will ich zwei, drei coole neue Leute adden und dann will ich irgendwie gucken, ob ich mit denen klarkomme, ob die geile Sachen schreiben, ob ich mich mit denen verbinden kann.” Und hab mir dann wirklich dann so - ich sag mal - systematisch dann so ein Netzwerk aufgebaut und nebenbei halt meinen Blog gemacht, meine ganzen digitalen Zeichnungen gezeigt. Und weil die meisten Leute dann in meinem Netzwerk so technisch versiert waren und so blogger- und marketingtechnisch unterwegs waren, aber keine Ahnung von Zeichnung und Kreativität hatten ne? Wann immer dann irgendwie jemand nen Auftrag braucht der irgendwie “Ey, kannste den Blog für mich designen oder kannst Du ne Slide-Show für mich machen oder so”, dann sind sie irgendwie zu mir gekommen oder haben mich weiter empfohlen. Und so habe ich es mir dann aufgebaut. Marcus: Cool. Also richtig cool! Ähm, ich muss ja sagen, ich bin auch ein großer Fan von Deinen Bildern und deswegen habe ich Dich ja gefragt, ob Du Bock hast, das Cover zu machen hier für die LifeHackz-Show. Also alle Hörer, die jetzt zuhören, werden wahrscheinlich auch schon das Cover gesehen haben, wo ich in Comic-Version drauf bin. Das kommt auch aus Deiner Feder und ja… also das Coole bei Dir ist irgendwie, ich finde, das sieht sehr Unique aus. Man erkennt direkt so Deinen Style, dass man weiß “Ey, das ist Mars Dorian!” Du hast ja auch ein Cover, glaube ich, für Patrick Hundt mal gemacht für ein Ebook oder so... Mars: Ja zwei. Marcus: Ja zwei sogar. Ohne zu wissen so, wer es wirklich gemacht hat, konnte man direkt sehen: das warst Du! Und ich glaube, das ist auch total wichtig in der Online Welt. Sich da irgendwie abzugrenzen und seinen eigenen Style zu verfolgen und weiterzugehen. Mars: Ich denke, das ist so eine Lektion die ich gelernt habe. Du willst Dich ja von der Masse ausgleichen und zeigen…. Marcus: ...unterscheiden ja. Mars: ...unterscheiden genau! Ah manchmal… Weil ich alles auf Englisch mache… Mein Deutsch ist so verkommen, das ist richtig peinlich. Marcus: Ja, aber das ist krass, also das finde ich cool. Bei mir ist es ja genau anders herum. Ich starte die Sachen ja eher auf Deutsch erstmal so. Da fühle ich mich sicherer in meiner native language, wie die DNX Conference oder jetzt auch den LifeHackz Podcast oder alle anderen Sachen, die wir dann irgendwann international skaliert haben, habe ich erstmal im Deutschen getestet. Ja… und um so cooler, dass Du den Mut hattest… oder wahrscheinlich war es für Dich in dem Fall einfacher. Deswegen bist Du den Weg gegangen alles auf Englisch direkt anzuschieben und zu machen. Mars: Ja, ich meine ich war halt immer schon Fan von der englischen Sprache. Und ich wollte halt auch, dass meine erste Seite so einen internationalen Flair hat. Ich mag es einfach auch auf englisch zu bloggen. Ich habe aber auch gehört von Illustrator-Freunden dann, dass sie gesagt haben, dass die Hauptaufträge meistens dann aus der westlichen Welt aus Amerika oder Nordamerika kommen. Dass da in Deutschland noch nicht dieser große Bedarf ist. Und da habe ich gedacht “Ja, da mache ich mich gleich international” in dem Sinne. Marcus: Also nen geilen Künstlernamen: Mars Dorian. Wer hat Dir den gegeben? Mars: Also mein Hauptname ist…. ahhh ich zittere! (lacht) nee der Hauptname ist also Marius Dorian Schmidt. Marcus: (lacht laut) wie geil! Ja? Mars: Und ich habe äh… Schmidt hat mir halt nie gefallen, weil für mich halt Schmidt das Mittelmaß schlechthin ne? Entweder ist es der häufigst deutsche Name oder der zweithäufigste neben Müller. Und da dachte ich, das passt einfach nicht zu meiner Persönlichkeit und zu meinem Stil. Da habe ich den halt weggelassen und hatte schon früher als ich Jugendlicher war, habe ich dann immer so Marius Dorian geschrieben. Marius Dorian ist eigentlich dann der Hauptname, ist nicht mal der Mittelname Dorian. Eigentlich müsste ich immer Marius Dorian angeredet werden, aber ist halt zu lang. Und dann habe ich aber mal die… weil damals habe ich mal einen geilen Film gesehen. Irgendwie ging es um den Planeten Mars und weil Rot meine Lieblingsfarbe war, habe ich gedacht “Hey, wenn ich nur das i und das u von Marius rausstreiche, dann habe ich Mars Dorian”. Marcus: Ja, sau geil. Mars: Und wirklich, es sind ja nur zwei Buchstaben, die ich da verändere und da komme ich auf den Namen und den habe ich halt für alles benutzt. Ich glaube, das hat echt meiner Karriere geholfen. Marcus: Glaube ich auch. Also ich glaube auf jeden Fall, dass Du jetzt cooler als Mars Dorian unterwegs bist, als Marius Dorian-Schmidt. Mars: Ja (lacht) Herr Schmiiiihiidt, Schmitty... Marcus: Nee, könnte ich mir Dich auch gar nicht mehr vorstellen. Also ich habe Dich als Mars Dorian kennengelernt und von daher bist Du Mars Dorian. Und überall wo Du auftrittst bist Du ja auch Mars Dorian. Insofern cool, dass Du es hier mal quasi announced hast oder enthüllt hast (lacht) wie Dein echter Name ist, aber bleib lieber bei Mars Dorian. Da bist Du mir sympathischer mit.   Mars: Ja kein Problem. Marcus: Ok cool! Und dann warst Du quasi beim Start so ein bisschen in dieser Multi Level Marketing, Internet Marketing Szene, Reichwerden über Nacht Geschichte irgendwie gelandet und hast dann aber zum Glück im Helikopterflug gesehen “Aha, ich muss ein bisschen justieren meine Richtung. Ich will ja auch irgendetwas machen, worauf ich stolz sein kann und irgendwie morgens in den Spiegel gucken kann” und bist dann so weiter geflogen. Mars: Genau, also ich hatte da halt dann mehr Auftrag… durch mein Netzwerk auf Twitter habe ich da mehr Aufträge bekommen, halt in dem zeichnerischen Bereich. Und irgendwann habe ich gesagt… ich bin da manchmal ein bisschen extremer ne? Ich sage mal, wenn ich etwas gut finde, dann mache ich das jetzt auch 150%. Und da habe ich mich halt darauf voll konzentriert bis ich das quasi im Laufe von dann ein, zwei Jahren dann zu einer Hauptkarriere gemacht habe, wenn man es so nennt. Und ähm ja… Und das mache ich halt nach wie vor immernoch. Also ich liebe halt zu zeichnen und zu designen. Und ich habe aber auch es gemocht zu schreiben in Englisch. Und irgendwann habe ich dann gemerkt, ich will… das Problem ist immernoch bei diesem Business, dass Du ein Freelancer bist, verstehst Du? Marcus: Mmh. Mars: Das heißt, ich muss auf Aufträge warten. Und das geht mir so…. Ich bin ein Typus, der nicht gerne auf andere wartet. Ich fühle mich dann so, wie so ein Kleinkind, was die Eltern so um Erlaubnis fragen muss “Mami, darf ich das machen? Papa, darf ich das” und dann so “NEIN das will ich nicht!” Und dann habe ich gedacht, ich würde gerne irgendwie etwas haben, was man skalieren kann, ne? Scalable wie die Amis das so sagen. Also digitale Produkte. Und da dachte ich “Wie kann ich das mit meinem Wissen verbinden?” Weil ich dann halt schon hauptberuflich Illustrator gemacht habe international mit hauptsächlich britischen und amerikanischen und kanadischen Kunden, habe ich dann ein Ebook gemacht, was ich dann voll illustriert habe, wie man halt sich so eine Online Indie Illustrationskarriere aufbaut. Basierend auf allem was ich da gewusst habe ne? Und den habe ich dann “Outstander Guide” genannt. Mit PDF alles selbst designed, es gab, glaube ich, 90 Illustrationen und da wollte ich halt etwas ganz anderes machen. Die anderen PDFs waren immer so hässlich, immer so viel Text. Und ich wollte genau das perfekte…. also perfekte Verbindung zwischen Illustrationen und unterhaltsamen Informationen, die den Leuten aber auch wirklich helfen. Und da habe ich halt alles cool designed und etwas völlig neues dann gemacht, wie ich gedacht habe, und habe dann meine Sales Page geschrieben auf meinem Blog. Das habe ich ja auch alles gelernt: Copywriting, 1 on 1 und so. Und dann habe ich das verkauft. Und dann habe ich halt dadurch, da diesen 44 $ oder so und hatte da ein paar hundert Seiten. Dann habe ich das verkauft und dann habe ich dann immer dadurch… ähm also ein paar pro Monat verkauft, so vier oder 5. Und das sind dann auch 200 $, 300 $, 400 $ dann mal gewesen. Und dann habe ich gedacht “Wow, das funktioniert richtig geil”. Und nach zwei oder drei Jahren verkaufe ich immernoch ein paar Exemplare immer mal. Da denke ich, das ist so ein cooles Prinzip, dass Du etwas machst und es verkauft sich von selber. Du musst nicht immer Deine Zeit aktiv tauschen, verstehst Du? Aber ich wollte auch langsam von dieser Online Marketing Sparte wegkommen und dann habe ich mich dann auf Self Publishing gestürzt. Das war dann das nächste große Abenteuer. Marcus: Okay cool. Das ist noch gar nicht solange her oder? Mars: Nee, also ich habe vor zweieinhalb Jahren angefangen, mich damit zu beschäftigen und zu schreiben, aber nur als Training. Und erst seit einem Jahr mache ich das, ich sage mal konzentrierter, fast jeden Tag. Ich mache erstmal die Klientenarbeit und dann schreibe ich ein paar Stunden, um mir da etwas nebenbei aufzubauen. Marcus: Ja und Dein erstes Werk, wann ist das bei Amazon live gegangen? Mars: Also genau im Juli 2014. Also knapp ein Jahr. Marcus: Knapp ein Jahr, ja meins nämlich auch. Und davor hatten wir uns, glaube ich, mal unterhalten wo Du sagtest, Du trainierst das gerade und Du bist, glaube ich, auch großer Fan von Online Kursen und sich da 1000%-ig reinzufuchsen in irgend ein Thema bevor Du dann konfident genug bist und sagst “Okay jetzt ist es ready for public und jetzt gehe ich live” ne? Mars: Genau. Ich habe mich schon vor drei Jahren zum ersten Mal damit beschäftigt. Alles gelesen: Ebooks, wie man bessere Stories schreibt - ich bin halt ein riesen Science-Fiction und Thriller Fan, das heißt es ist alles Fiction - und dann habe ich aber auch, wie man das online macht, wie man online eine Karriere aufbaut. Und habe mich bis zum geht nicht mehr da reingekniet und jeden Tag tausende Wörter auf Englisch geschrieben. Ich wollte das alles bootstrappen. Ich weiß nicht, wie das auf Deutsch heißt. Also, so günstig wie möglich aubauen ne? Und da habe ich Blogleser gefunden, die mir das Probelesen, auf Fehler durchsuchen und so. Und dann habe ich meine ersten zwei Bücher rausgebracht und die haben halt gnadenlos gefloppt. Marcus: Weißt Du auch, woran das lag? Mars: Ja also das erste Buch, da hatte ich glaube ich fünf am ersten Tag verkauft und dann ein oder zwei Bücher pro Monat, was nichts ist. Ja. Und das hat mich echt… also ich muss schon sagen, das hat mich echt im Ego verletzt, weil ich mich da so reingekniet habe. Und der Grund war einfach, im Publishing musst Du Dein Genre kennen. Du musst, also eigentlich wie in jedem Business, Deine Zielgruppe kennen. Und ich habe gedacht, wenn ich etwas schreibe, was ich cool finde, dann wird das schon irgendjemand anderes cool finden. Aber so läuft die Welt nicht ne? Die Leute, die dort erfolgreich sind, die gucken sich genau an, was die Leute mögen und dann sagen die, was mag ich und wie überschneidet sich das dann? Die gucken dann Science-Fiction - Aha! Apokalypse, dann mache ich das, dann benutze ich diese Keyword da und dann blablabla und dann... Marcus: Mmh, das ist auf jeden Fall auch eine eigene Wissenschaft für sich, dieses ganze Ranking auf Amazon Selfpublishing Listen denke ich mal. Und ja, wie Du schon sagtest, die meisten vergessen leider, dass die richtige Arbeit erst anfängt, wenn der Blogpost geschrieben ist oder das Video aufgenommen ist oder die Podcasting Folge aufgenommen ist oder der Podcast live ist. Ich habe mir so den Arsch aufgerissen, dann die Bewertungen auf iTunes zu kriegen und dann da alle Leute wieder genervt und ... Mars: (lacht) Marcus: … ähm, sodass es mir selber peinlich war, aber anders geht es leider nicht. Und das vergessen viele oder ich kann es auch verstehen, da haben viele keinen Bock drauf, weil es harte Arbeit ist und auch echt nervend sein kann, aber das macht glaube ich am Ende des Tages auch den Unterschied. Mars: Ich meine, Du musst Dich wirklich vorbereiten. Du musst Deine Zielgruppe vor allen Dingen kennen. Das ist wie bei jedem anderen Business auch. Und ganz ehrlich Indie Publishing ist wie ein normales Online Business. Du musst genau das Package, das richtige haben, die richtige Sprache benutzen für Deine Zielgruppe, die richtigen Keywords auf Amazon und so. Das ist wie Google. Amazon funktioniert fast genauso wie Google. Mittlerweile wurde der Text in der Bookdescription, die ganzen Keywords haben muss und dann extra noch die Genre. Da gibt es dann noch zig Unterkategorien, die Du auch kennen musst. Und dann habe ich es gemacht. Dann habe ich mein zweites Buch herausgebracht im Dezember und da habe ich gedacht “Ah, das muss jetzt aber besser laufen”. Und es ist marginal besser gelaufen, da hatte ich dann irgendwie fünf oder zehn Kopien verkauft im Monat. Und dann ist es aber auch so ein bisschen runtergegangen. Und dann war ich so frustriert Mann. Ich wollte fast mein MacBook erschlagen. Da dachte ich, ich mache mir sooo viel Arbeit verstehst Du? Und ich bin wegen Fehler alles durchgegangen, hatte Leute, die mir dabei helfen. Und dann habe ich gedacht, ich bin halt so ein Fighter Typ, ich kann nicht aufgeben. Ich finde das so geil, es macht so Spaß. Ich mag auch die Cover zu designen und dann habe ich vor einem Monat mein drittes Buch herausgebracht. Marcus: Wo Du gerade Cover erwähnt hast - machst Du in den Büchern selber dann auch nochmal Illustrationen rein, alle X Seiten? Mars: Habe ich vor in der Zukunft, aber erstmal nicht. Also erstmal will ich das klar trennen. Marcus: Mmh okay. Mars: Weil, dann werden auch die Dateien riesengroß und dann musst Du quasi eine Gebühr an Amazon bezahlen für jedes extra Megabyte und so. Nee, ich will das erstmal wirklich so auf das Genre genau adressieren und dann genau wissen, wie das funktioniert und das mit meinem einzigartigen Stil dann verbinden. Marcus: Genau, willst Dir auch erstmal als Texter Anerkennung holen. Mars: Genau! Und dann habe ich halt… ich hatte so einen leichten düsteren Moment im Januar, Februar, wo ich dann gemerkt habe, dass die zwei Bücher überhaupt nicht laufen und da haben die Leute gesagt “Hey, aber Du schreibst so cool”. Und dann hatte ich dann trotzdem so zwei, drei kleine Fans, die mir gesagt haben “Hey, Du schreibst so geil. Das ist so anders und Deine Covers sehen so geil aus”. Und dann habe ich gesagt “Ja, aber die laufen nicht so gut”. Und da haben die gesagt “Ah weitermachen! Ich kaufe Dein nächstes Buch, versprochen!” Und dann haben die sich bei mir auf der E-Mail Liste eingetragen. Ja, und dann habe ich halt noch viel mehr gelernt, wie das alles funktioniert und wie ich mich verbessern kann. Ich mache ja alles auch auf Englisch ne? Das ist ziemlich schwer, so ein richtig professionelles Buch dann noch auf Englisch zu schreiben. Und dann habe ich mich aber noch mehr reingekniet und dann war ich richtig unruhig und dachte “Nein, die Welt muss mich beachten” verstehst Du? Ich finde das so geil. Und dann habe ich alles, was ich gelernt habe in den letzten zwei, drei Jahren dann in das neue Buch reingesteckt. Marcus: Wie heißt das? Mars: Fear the Liberator Marcus: Cool! Und was ist da passiert? Mars: Ja und das… Ich meine, ich habe jetzt im ersten Monat kanpp 1000 $ damit verdient. Marcus: Cool! Mars: Und, also es läuft, es ist kein Bestseller, aber ich verkaufe im Schnitt 20 Kopien am Tag. Und dann kriege ich noch die ganzen Ausleihen von Amazon. Und da kriegst Du einen halben Cent pro Seite, bezahlen die Dir, der gelesen wird auf dem Kindle. Marcus: Mmh, okay das ist das Abrechnungsmodell. Das ist erstmal kostenlos oder was? Mars: Also äh, Du kannst das zum Preis angeben ne? In meinem Fall erstmal 3 $, also 2,99 $ und dann sind die Leute, die aber auf Amazon, sage ich mal, diesen Amazon Prime Account haben und irgendwie 150 $ pro Jahr bezahlen oder so. Und dann kriegen sie bestimmte Vorteile. Schnellere Lieferung, Serien und kostenlos Bücher. Aber Amazon bezahlt Dich dann dafür, für jede Seite die die dann kostenlos lesen - einen halben Cent. Marcus: Ah, ich habe mich immer gefragt, wie das funktioniert. Wie die dann die Autoren daran beteiligen, wenn Amazon die Bücher kostenlos herausgibt. Ob die Dir das Buch quasi komplett abkaufen oder dann so einen ja… so eine Leistungsabrechnung machen und das ist ja genau der Fall ne? Mars: Genau, also Amazon will, dass Du halt wichtige Bücher schreibst, weil je mehr die lesen, desto mehr wirst Du dann bezahlt und ein halber Cent klingt halt nach nichts ne? Aber an dem ersten Tag wurden 50 Seiten gelesen. Und da dachte ich “Was ist denn des, das sind dann 25 ct. oder keine Ahnung” dachte ich “das ist ja armselig”. Und am zweiten Tag waren dann 540. Und da dachte ich “naja,  3 € ist ja auch nicht die geile Bombe. Aber jetzt im Schnitt werden so zwischen 10.000 und 14.000 Seiten am Tag gelesen. Marcus: Nur über diese Prime Accounts ne? Mars: Extra. Und das kommt noch zu meinen Verkäufen hinzu ne? Und da kommen alleine durch die Ausleihen pro Tag 50 $ bis 70 $ zustande. Marcus: Wow, wow, respekt! Mars: Ja es summiert sich und nur von dem einen Buch. Und jetzt entdecken die Leute dann auch meine anderen beiden Bücher. Marcus: Ja ja klar, das ist natürlich dann so ein Domino-Effekt ne? Mars: Ja. Und da habe ich endlich mal … ich dachte so “Jaaa, erhört! Die ganze harte Arbeit”. Ich bin ja nicht reich dadurch, aber es ist geil halt, dass Du schonmal so ordentlich eine … Ich meine, 1000 $ sind halt nicht ohne pro Monat ne? Und dass Du das auf einmal verdienst, weil sich endlich Deine Arbeit auszahlt ne? Und jetzt habe ich richtig Motivation dann halt noch mehr zu schreiben und es noch besser zu machen. Marcus: Nee, das braucht ja jeder Künstler und jeder, der irgendwie selbstständig ist oder so. In gewisser Weise die Bestätigung, dass das was Du machst auch cool ist und bei den Leuten ankommt und in dem Fall läuft es ja dann über die Leute, die das Buch dann kaufen oder lesen. Mars: Genau. Und es ist richtig. Du willst halt auf der einen Seite etwas richtig geiles kreieren. Aber auf der anderen Seite willst Du auch, dass die Welt - ich … keine Ahnung, Künstlerego oder so. Ich meine, das will doch eigentlich jeder Unternehmer. Du willst ja Kunden haben, die Dein Produkt geil finden. Marcus: Klar. Mars: Und ja, dann kriege ich auch immer mehr… Ich mache auch E-Mail Subscribers, damit ich denen das neue Buch dann schicke und so. Marcus: Das baust Du dann in die Bücher mit ein, diese E-Mail Subscription? Mars: Genau. Ich habe am Anfang eine Aufforderung, Call-to-Action heißt es ja. Und dann am Ende des Buches. Und das geht dann ungefähr so “Hey, wenn Dir die Geschichte gefallen hat, dann kannst Du Dich bei meinem Newsletter eintragen” oder so. Da schicke ich dann kostenlos eine Beta-Version. Also das sind so Vorversionen und da kannst Du bei Cover-Entscheidungen mitmachen und all so was. Und da kriege ich auch immer so 30 bis 40 Subscriber pro Woche mittlerweile. Marcus: Wow. Mars: Und wenn Du dann das nächste Buch rausbringst, dann kannst du zum Beispiel kostenlos eine Version rausbringen. Dann lesen die das und können Dir dann ein ehrliches Review auf Amazon oder so geben, was dann wieder den Verkäufen hilft. Und es ist auch super, um mit Deinen Lesern quasi in Kontakt zu treten und im Austausch zu bleiben. Ich finde das hammer geil. Marcus: Ja ich finde das auch super wichtig, so ein bisschen ein Feeling dafür zu kriegen: Wer sind meine Kunden oder meine Leser? Mars: Ja, ich meine, die traditionellen Autoren, die sind da sooo - keine Ahnung - konsverativ oder die leben noch in nem alten Jahrhundert. Die bauen überhaupt kein Verhältnis zu ihren Lesern auf. Die sind in nem Elfenbeinturm, produzieren und irgendwo unten sind die Bauern und die kaufen’s dann. Und ich finde gerade im Indie-Bereich, also im Online Bereich sind die Leute relativ nah digital ne? Und ich finde es cool, wenn dann Leute kommen “Hey, ich habe Dein Buch gelesen. Finde ich super geil. Was war das oder was war mit dem los?” Und dann beantwortest Du die Fragen und folgst ihm auf Twitter oder so. Ich finde, das ist cool. Marcus: Das ist mega cool. Weißt Du denn, woher die Leser kommen, aus welchen Ländern bei Dir? Mars: Äh, also hauptsächlich kann ich bei Amazon ja sehen, wo die Verkäufe stattfinden. Und die sind - ich sage mal - 95% oder 98% aus Amerika. Marcus: Cool! Mars: Und da kommen quasi alle englischsprachigen Länder. Da kommt Großbritannien, Australien und Kanada. Marcus: Mmh, alle native speakers mehr oder weniger. Und brauchst Du da einen amerikanischen Account, um auf dem US Amazon Market publishen zu können? Oder kannst Du das als … egal wo Du her bist und dann einfach anchecken? Mars: Du kannst überall da wo Amazon quasi ne Zentrale hat, kannst Du Deine Bücher hochladen und dann fragt Dich Amazon, wo Du die verkaufen willst. Das ist ja das geile. Also es ist egal, ob Du in Mexico bist, in Japan, Frankreich oder Deutschland, da wo es überall Amazon gibt. Da können dann überall Deine Bücher verkauft werden. Also Du hast… ein Amerikaner hat jetzt keinen Vorteil gegenüber, wenn er in Amerika ist und Du in Deutschland. Marcus: Okay, das wollte ich wissen. Oder ob Du einen extra Account irgendwie dann aufsetzen musst. Mars: Nö, also Du kannst es wirklich unabhängig davon machen. Wenn Du da auf englisch schreibst, dann ist wirklich das Buch dann qualitativ das Entscheidende. Das ist halt freier Kapitalismus mehr oder weniger. Ein Unterschied ist nur, dass die wunderschöne amerikanische Finanzbehörde Dir automatisch 30% abziehen will von jedem Verkauf. Marcus: Was?! Und das machen sie auch? Mars: Naja, also die wollen halt, dass Du für jedes Buch, was Du in Amerika verkaufst, auch wenn Du in Deutschland bist, denen nochmal extra 30% zahlst. Aber, da gibt es halt diese ganzen … weil viele Konzerne in Deutschland und Amerika in beiden Ländern aktiv sind, gibt es so eine Regelung, dass man nicht doppelt besteuert wird. Und da muss man sich … und da haben die meisten Leute Schiss. Ich hatte soviel Schiss, ich habe fast zwei Jahre damit gewartet, Du musst dann wirklich die amerikanische Steuerbehörde anrufen und mit denen diskutieren über ein Telefon, dass sie doch bitte…. Und dann musst Du Formulare hinschicken. Marcus: Doppelbesteuerungsabkommen ne? Mars: Genau. Ist ein bisschen aufwändig und Du musst die echt anrufen und … ich will schon nicht mit der deutschen Steuerbehörde reden, aber dann musst Du mit den Amis und die behandeln… die sagen dann wirklich äh, Du bist dann ein Alien. Die bezeichnen Dich da als Alien. Marcus: (lacht) Ja krass, dass es da noch so Oldschool ist. Dass man da noch anrufen musst und so verfahren wie mit dem Doppelbesteuerungsabkommen, ich meine, das Wort an sich ist ja schon… trieft ja nur so vor Bürokratie. Aber in dem Fall ja endlich mal was gutes, also was heißt gutes. Sollte ja eigentlich normal sein, dass man nur einmal Steuern zahlt, aber in dem Fall muss man sich da befreien lassen. Und man muss selber aktiv werden, was schon wieder uncool ist. Mars: Genau. Und es wird ja irgendwie jetzt leichter werden, habe ich gehört. Das war vor ein, zwei Jahren noch ein bisschen aufwändiger, aber ich wollte es halt machen und jetzt ist es halt auf 0% herunter gestuft. Marcus: Cool. Und Dein Einkommen versteuerst Du ja ganz normal hier in Deutschland, was Du dann selbstständig einnimmst. Mars: Genau. Marcus: Von daher Doppelbesteuerung ansonsten. Arbeitest Du aktuell an Deinem nächsten Buch? Mars: Ja, also ich mache halt noch Illustration nach wie vor. Aber ich merke jetzt gerade, wo die Leidenschaft jetzt immer mehr hingeht. Und es läuft langsam durch diese relativ guten Verkaufszahlen und durch das Feedback… äh… verwende ich immer mehr Zeit mit dem Schreiben quasi. Und ich bin gerade dabei drei neue Bücher zu schreiben. Das nächste in zwei Wochen wieder raus. Marcus: Mmh krass. Was heißt drei neue. Schreibst Du die Parallel immer so, wie Du gerade Bock hast und wie die Story dann weiter in Deinen Kopf kommt? Mars: Ja also ich mache immer einen ersten Draft quasi. Den mache ich in zwei Wochen. Da schreibe ich wie ein Berserker so 5000 Wörter am Tag. Und dann so richtig bäm bäm bäm. Marcus: Krass. Hast Du da ein Tool? Mars: Also ich benutze Scrivener. Ich weiß nicht, ob Du es kennst? Marcus: Ja, es ist sehr bekannt ne? Das benutzen viele Blogger und Feli auch gerade, die an ihrem Ebook schreibt. Mars: Also für längere Bücher ist das ideal. Und ich habe halt diesen… Du kannst ja… das ist so geil, so ein bisschen videospielmäßig. Da hast Du diese Statusleiste. Hast Du schonmal gesehen oder? Marcus: Ja mit den Wörtern ne? Mars: Genau. Und dann füllt die sich auf, wie bei so einem Streetfighterspiel ne? Am Anfang ist es rot, dann wird es so gelblich… nee orange, gelblich und dann wird’s so langsam grün. Und dann kannst Du es wirklich auffüllen mit Deinem täglichen… wenn Du sagst, heute will ich 3000 Wörter schaffen, dann schreibst Du es rein, da hast Du diese Statusleiste und dann füllt die sich langsam auf mit jedem Wort, das Du schreibst. Und das tracke ich dann über halt jeden Tag. Und dann macht es halt süchtig. Du willst Dich immer selber irgendwie überbieten. Und das ist für mich halt schon die Nummer 1 Produktivität im Schreiben dann. Marcus: Ja ja, auf jeden Fall. Und so Trigger funktionieren nicht bei jedem, aber bei mir auch total gut. Also kleine Belohnungsdinger. Sei es so eine Skala oder Du kannst irgendetwas abchecken oder ne Checkbox oder es kommt ein Klingelton, wenn Du irgendetwas erreicht hast. Also mir helfen so kleine Tools auch immer saugut. Mars: Ja ja, das ist so ein bisschen diese Spielmechanik, die die da reinbringen ne? Und die funktioniert aber wirklich und das gekoppelt einfach… äh, ich meine, das ist schon ein bisschen krank… ich gehe jeden Tag auf mein Amazon-Konto, alle 10 Minuten und gucke nach, ob die Sales sich erhöhrt haben. Marcus: Das ist glaube ich normal. Gerade wenn Du anfängst oder so. Oder ich freue mich auch immernoch über jeden kleinen Affiliate Sale oder so, der reinkommt. Und da habe ich auch noch nie die Notifications abgestellt. Also das ist das einzige, was mehr oder weniger gerne in meine Inbox kommen darf per E-Mail. Mars: Das stimmt, aber ich meine, ich glaube das bricht mir so in die Produktivität rein. Weil ich kann manchmal mitten in einer Story sein und die Szene ist hammer geil und dann denke ich “Hey, ich habe mindestens schon 20 Minuten nicht mehr in mein Amazon-Konto reingeguckt.” Marcus: (lacht) Fuck, nee. Mars: So ein süchtiger! Marcus: Ja krass, aber da gibt es ja auch Tools für ne? Mars: Hah, Du meinst, wo man sich irgendwo das Internet verbietet oder so? Marcus: Ja, mehr oder weniger. Man sich ja Seiten sperren, wie Facebook. Aber … Selfcontrol heißt das glaube ich für den Mac. Und da kannst Du dann auch Dein Amazon-Konto temporär sperren. Mars: Wow. Ich glaube... Marcus: Ja… weil wahrscheinlich ist es viel cooler, wenn Du da einmal am Tag Abends reinguckst und die Zahl dann exorbitant gewachsen ist, als wenn man da alle 10 Minuten trackt und da vielleicht alle 40 Minuten ein mini Erfolgserlebnis hat. Mars: Das stimmt absolut, aber ich muss auch sagen, es verbessert auch meinen Tagesablauf. Ich war früher immer… wie sagt man? - Nachtaktiv. Hab nur nachts gearbeitet und tagsüber habe ich die ganze Zeit gepennt. Was katastrophal erstmal für die Gesundheit ist. Für manche Menschen, für mich war es das. Ich war immer schlaff. Hab irgendwann nicht mehr viel mitbekommen. Marcus: Tagsüber meinst Du? Mars: Genau. Wenn ich dann irgendwann mal mit Leuten unterwegs war. Ich hatte immer so eine Barriere um mich ne? Und da habe ich mir so richtig so, sage ich mal, den Rhythmus versaut. Und dann musste ich mich halt zwingen, früh ins Bett zu gehen, damit ich dann tagsüber noch aktiv bin, damit ich auch was von meinem sozialen Leben habe. Marcus: Ja ich kenne das noch so ein bisschen aus meiner Studienzeit. Da bin ich auch voll da reingerutscht. Gerade vor Klausuren oder wenn ich lernen musste. Es ist schwer da wieder rauszukommen irgendwann. Mars: Das stimmt und deswegen muss man sich so, wie Du gesagt hast, so kleine Tricks geben, wie man das irgendwie schafft. Und bei mir ist Amazon KDP, dieses Konto, der Trick. Weil am Abend bin ich dann so schlaff und dann schlafe ich nicht mehr so lange, weil ich das erste was ich mache, wenn ich aufwache ist, ich gehe in mein Konto rein. Marcus: Mh geil. Mars: Weil die meisten Sales kommen ja aus Amerika. Das heißt, wenn ich penne, passiert eigentlich am meisten was. Marcus: Das heißt, Du hast schon richtig Bock dann morgens um 8 oder um 7 aufzustehen, um ... Mars: Auf jeden Fall. Und weil ich weiß, da muss irgendetwas passiert sein in den letzten sieben Stunden. Weil da sind die meisten dann aktiv, wegen der Zeitzonenverschiebung. Und das stimmt dann auch, dann habe ich die meisten Sales an Ausleihen. Und es ist süchtig, aber es hilft mir auch nicht mehr so lange zu schlafen. Also man muss kreativ damit umgehen können. Marcus: Ja, man muss auch die Vorteile sehen und in Deinem Fall, wenn das hilft endlich mal aus so nem alten Habit auszubrechen... Mars: Also ich schlafe nie mehr als 9:00 Uhr morgens mittlerweile. Nie mehr! Marcus: Und früher bist Du um 17:00 Uhr aufgestanden oder so ne? Mars: 17:00 Uhr, 16:00 Uhr, 18:00 Uhr manchmal. Ich hatte zwei Monate, das war richtig krank… also wir...also krank. Ich war auch krank dadurch. Ich hatte für zwei Monate mal kein Sonnenlicht gesehen. Marcus: Mmh heftig, alter. Ich hatte das aber dann auch während des Studiums, dass ich manchmal solange… also ich hatte dann immer bis morgens durchgelernt bis 8:00 Uhr, 9:00 Uhr morgens, bin dann schlafen gegangen, wenn alle aufgestanden sind und musste mir dann den Wecker stellen, damit nicht der Supermarkt um 20:00 Uhr zu macht und ich mir Lebensmittel holen konnte um 19:30 Uhr oder so. Dann habe ich mir echt den Wecker - ungelogen - auf 19:00 Uhr oder 19:20 Uhr gestellt, um noch schnell in den Supermarkt gehen zu können. Mars: Es ist unglaublich, wie die Gesellschaft daraus ausgerechnet _____ Normalschläfern ne? Ich weiß noch, wie ich dann immer so irgendwie irgendwelche Arzttermine hatte und die haben gesagt “Ja, da können Sie um 16:00 Uhr vorbeikommen”. Da sage ich “Ist ja viel zu früh!” Marcus: (lacht laut) Mars: Ich meine, “nicht 4:00 Uhr morgens, 16:00 Uhr nachmittags” - “Ja, es ist viel zu früh! Da bin ich noch im Tiefschlaf!” Marcus: (lacht) Mars: Und die haben gedacht, ich verarsch’ die alle. Marcus: Mhh, ja das ist schon krass. Und ich fand’s noch krasser, wie schnell man sich daran gewöhnen kann. Wie schnell man denkt, so “Ja fuck, das ist jetzt halt mein Rhythmus.” Und alles andere passt man dann irgendwie daran an. Mars: Ja, das ist halt die Power und die Gefahr des Menschen. Du kannst Dich an fast alles gewöhnen, wenn Du Dich konditionierst. Aber für mich war es dann irgendwann… ich war halt so schlaff und bin dann echt zum Arzt gegangen und die hat dann echt gesagt “Kannst Du nicht machen. Also Dein Immunsystem ist schon runter deswegen.” Marcus: Mhh krass, also der Mensch braucht ja, das ist ja nachgewiesen, auf jeden Fall Sonnenlicht. Sonst geht er irgendwann zugrunde. Und genau das ist dann wahrscheinlich bei Dir passiert ne? Mars: Ja und wir sind auch nicht dafür ausgerichtet, nachts aktiv zu sein. Sind wir einfach nicht - biologisch. Es gibt manche Menschen, die können es gut verkraften - ob es Genetik ist oder keine Ahnung - aber bei mir war es halt nicht so der Fall. Ich hatte halt immer Einbußungen. Ich war immer benebelt gewissermaßen, wenn ich dann mal wach war. Marcus: Mhh, ja mittlerweile bin ich auch richtig happy irgendwie und versuche gerade, wenn ich unterwegs bin, total nach der Natur zu leben. Sprich: Wenn die Sonne aufgeht, versuche ich aufzustehen. Wake up with sunrise. Das ist auch so ein Habit, was ich mir jetzt angewöhnt habe. Und dann … ja, wenn Du den ganzen Tag unterwegs bist, ist man abends automatisch müde, wenn die Sonne untergeht. Und man ist einfach irgendwie fitter und aufgeweckter und kriegt auch mehr geschafft. Mars: Auf jeden Fall! Marcus: Auch wenn ich mir das immer eingebildet habe, dass ich nachts besser lernen kann. Vielleicht war es dann auch so beim Studium. Weil ich liebe es ehrlich gesagt, auch wenn alles um mich herum still ist und irgendwie keine Ablenkung ist oder irgendjemand was von mir will. Aber das sind jetzt die ersten paar Stunden am Tag so. Wenn ich dann… in Berlin ist die Sonne voll früh aufgegangen, als ich noch vor ein paar Wochen da war. Ich glaube um 5:00 Uhr oder so. Wenn ich dann um 5:00 Uhr aufgestanden bin, hatte ich bis 8:00 Uhr oder 9:00 Uhr morgens meine Ruhe. Jetzt hier auf Mallorca geht die Sonne um 6:00 Uhr auf, aber ich habe dann trotzdem noch ein paar Stunden für mich, um die Sachen zu schaffen, die ich dann früher vielleicht nachts gemacht hätte. Mars: Ja. Nee, also ich denke schon, ich will auch mehr im biologischen Rhythmus bleiben und bis jetzt funktioniert es prächtig. Also, ich kriege viel gebacken. Illustrationsarbeit, Schreiben kriege ich im Schnitt 3.000 bis 5.000 Wörter am Tag raus, abends treffe ich mich dann ab und zu mal mit Leuten, wie Dich, also Online Entrepreneure, sehr viele Amis, die mittlerweile nach Berlin kommen und so. Und ja, da versuche ich da halt noch so nen Lifestyle Rhythmus reinzubringen, wo Du die Balance hast. Weil ich habe gemerkt, Du kannst … Ich fand es immer geil, dieses zu Tode arbeiten fast schon. Jeden Tag so 10-12 Stunden. Ich meine so hart “Ich bin so männlich, ich kann alles abarbeiten” verstehst Du? Marcus: Mhh so _____-mäßig? Mars: Oh Mann! Ich war so süchtig nach dem. Der ist immer so “Hustle, hustle, hustle”. Der ist ja auch so extrem ne? Aber ich habe gemerkt, die Qualität der Arbeit leidet auch darunter. Marcus: Das habe ich auch gemerkt. Irgendwann geht der Output…. Du kannst halt nicht irgendwie zehn Stunden am Stück produktiv und richtig gut sein. Und wenn Du dann mal gezwungen bist, den Rechner zuzumachen und hast nur noch drei Stunden. Auf einmal kriegst Du viel mehr gebacken, als wenn Du vielleicht sechs hättest, weißt aber dass Du sechs Stunden hast. Mars: Genau, das ist dieses Prinzip, wo ich den Namen nicht aussprechen kann, aber dass die Arbeit sich immer so ausbreitet, je nach dem wieviel Zeit Du zur Verfügung hast. Zwei Stunden kannst Du auf zehn Stunden ausbreiten. Marcus: Ja genau. Und das ist das verheerende. Wenn Du vorher genau weißt, wieviel Zeit Du dafür hast, wie beispielsweise im normalen Job, wenn Du um 9:00 Uhr morgens dahin gehst und um 17:00 Uhr gehst Du nach Hause und weißt genau in der Zeit musst Du das schaffen, dann streched Du Dir das so genau in kleine Häppchen, dass das genau reinpasst. Und das gleiche würde wahrscheinlich auch funktionieren, wenn Du weißt, Du hast nur einen halben Tag zur Verfügung und auf einmal gibst Du mega Gas. Mars: Ja, wir brauchen wirklich den Druck. Marcus: Ja, oder beispielsweise beim Bodybuilding haben wir da früher, als wir da angefangen haben mit Bankdrücken und so. Das funktioniert fast immer wieder bei Leuten so, die dann trainieren und wissen 60 kg ist mein Gewicht, das schaffe ich locker zehn Mal oder so. Und dann macht der das 3, 4, 5, 6 Monate und irgendwann legt der Trainingspartner, ohne dass der Typ das weiß, 2,5 kg mehr drauf rechts und links. Dass Du bei 65 kg bist. Und der Typ schafft das total locker. Und dann sagst Du ihm “Ey Junge, das waren jetzt 65 kg” und dann fallen die meistens vom Glauben ab, weil wenn Du denen das vorher gesagt hättest, dann hätten sie es nicht gedrückt. Aber in dem Glauben, dass es nur 60 kg sind und Du ja schon immer mit 60 kg keine Probleme hattest, schaffst Du auf einemal auch diese 65 kg. Also Du kannst… Dein Gehirn ist irgendwie so, ich weiß nicht, so ein Muskel, der auch immer wieder gechallenged werden muss, ansonsten wird er einfach lahm und schläfrig. Mars: Das ist eigentlich echt skuril ne? Du musst Dein Gehirn permanent selbst verarschen. Marcus: Ja, oder immer wieder neu challengen oder so. Ansonsten ja, ein Mensch ist ein Gewohnheitstier, wie Du schon sagst. Man adaptiert ziemlich schnell Gewohnheiten und findet sich darin auf einmal mega gut zurecht. Mars: Ich glaube, es ist auch einer der wichtigsten Sachen als selbstständiger Unternehmer, dass Du halt diese Gewohnheiten hast, diese Disziplin ne? Weil Willensstärke reicht irgendwann nicht mehr aus. Also mit Willensstärke bist Du irgendwann am Ende. Aber Rituale ne? Angewohnheiten. Wenn die erstmal sind, dann ist es sehr sehr leicht, da drauf zu bleiben. Ich kann mich noch daran erinnern, vor drei Jahren da hatte ich Probleme 500 Wörter auf Englisch zu schreiben. Jeden Tag hatte ich echte Probleme. Und dann wollte ich immer eine Pause machen pro Tag und sagen “Aach, kann ich auch nächste Woche machen” verstehst Du? Aber irgendwann habe ich mich “gezwungen” immer 500 Wörter zu schreiben. Und dann habe ich das immer ein bisschen höher gedreht und mittlerweile sind es bei mir wirklich zwischen 3.000 und 5.000 Wörter am Tag. Und in dem gleichen Zeitraum wohlgemerkt. Also ich schreibe heute nicht länger als früher, aber es ist einfach, weil Du es so perfekt trainiert hast. Und ich war mal mit der Familie hier in der Ostsee für eine Woche. Und ich hatte nach drei, vier Tagen schon so Entzugserscheinungen gehabt. Weil ich nichts mitgenommen hatte. Ich wollte mal weg vom Internet. Und ich habe echt schon angefangen. Als ich gelesen habe, wollte ich schon mit dem Zeigefinger in meinem Buch Sachen markieren, so wie beim Kindle quasi. Hab mich gewundert: Wieso wird das jetzt nicht schwarz - ach fuck, ist ja ein echtes Buch! ne? Und ich habe echt schon so ein bisschen mit den Fingern geklimpert, weil ich immer irgendwas schreiben wollte vom Keyboard her und da habe ich gesagt “Wow, wie ein Süchtiger”. An sich schlecht, aber gut, weil es ein Ritual war. Und sofort als ich nach Hause kam dann nach eineinhalb Wochen, bin ich sofort ans Keyboard gegangen und habe meine 2.000 Wörter geschrieben. Ich musste es! Da war ich dann wieder mal High. Marcus: Ja perfekt. Also bei mir war es auch so. Anfang des Jahres habe ich versucht, viele Strukturen einzuführen in meinen Tagesablauf, besonders die Morning Routine habe ich da irgendwie versucht zu implementieren. Wie irgendwie jetzt 7 Minuten App. Das ist ein funktionales Training mit so ner App. Oder das 5 Minute Journal, wo man so ein Tagebuch morgens ausfüllt, für was man dankbar ist, was man heute erreichen will, was den Tag zu nem guten Tag machen würde, also in einen positiven Mood kommt. Und ein Beispiel ist noch Meditation und dann mit dem most important Task anzufangen. Und je öfter Du das wiederholst und umso mehr Du etwas machst, irgendwann denkst Du gar nicht mehr drüber nach. Wie beim Zähneputzen oder so. Und das hat mir nochmal so nen Produktivitätsschub gegeben auf meinem gesamten Business, dass es echt auf allen Ebenen aufs nächste Level gekommen ist. Dadurch dass ich viel strukturierter war und viel geordneter und nicht mehr so viel Zeit verplempert habe, habe ich in der gleichen Zeit viel mehr geschafft, so wie Du mit Deinen Wörtern. Mars: Ja, es ist unglaublich was man damit erreichen kann. Du kannst Dich da richtig systematisch aufbauen dadurch. Marcus: Mhh und das würde ich jedem Unternehmer empfehlen. Also vielleicht nicht gerade zum Anfang. Da ist es einfach viel zu geil mal endlich alles machen zu können und dürfen ohne um Erlaubnis zu fragen, was man möchte. Solange man dann immernoch den Fokus so auf’s Business hat und gute, coole Sachen machen will und viel Output hat. Aber irgendwann ist so der Punkt gekommen, glaube ich, wo genau dieses Routinenaufsetzen und Struktur an den Tag bringen, ein riesen Gamechanger sein kann, um nochmal weiter vorwärts zu kommen. Mars: Vor allen Dingen, was auch passiert ist, irgendwann ist es nicht mehr dieses Disziplinhaben. Das hört sich immer so hart an, das ist so zwanghaft ne? Aber wenn Du diese ganzen Rituale, es ist ja nicht ein Ritual, es sind ja mehrere Rituale ne? Früh aufzustehen ist ein Ritual. Gleich ein bisschen Sport zu machen ist ein Ritual. Deine 2.000 Wörter zu schreiben ne? Und diese ganzen Rituale machen Dich dann mehr oder weniger dann automatisch erfolgreicher, verstehst Du? Weil Du das dann jeden Tag machst und Du musst Dich aber nicht mehr dazu zwingen oder Willenstärke aufbringen. Du machst es einfach, weil Du konditioniert bist. Marcus: Genau, das ist der Trick. Dafür ist es am Anfang schwierig, aber man sollte erstmal mit kleinen Sachen loslegen. Und wenn Du so jeden Morgen vielleicht Liegestütze machen willst, dann reicht erstmal eine Liegestütze pro Tag, das kriegt jeder hin! So, und wenn Du das eine Woche lang durchgezogen hast, dann machst Du zwei pro Tag. Und wenn Du das ne Woche lang durchgezogen hast, versuchst Du jeden Morgen drei zu machen. Das funktioniert. Man soll auf jeden Fall nicht irgendwie die Ziele zu hoch stecken, weil sonst ist man zu enttäuscht, wenn man es nicht schafft und lässt es dann ganz bleiben. Und genau. Aber wenn man das dann einmal geschafft hat… es gibt Studien, die sagen, wenn Du es 30 Tage hintereinander geschafft hast, dass es vom Habit zur Gewohnheit geworden. Bzw. vom Habit ist ja ein Gewohnheit - vom Habit zur Routine. So, dass Du gar nicht mehr darüber nachdenkst, wie beim Zähneputzen oder so. Mars: Genau. Das habe ich auch gehört: 30 Tage. Und stell Dir mal vor, das machst Du dann ein oder zwei Jahre ne? Dann bilden sich richtig diese Synapsen in Deinem Kopf, verstehst Du? Und dann geht das wirklich ins Fleisch und Blut über und das ist großartig. Ich finde das großartig! Marcus: Ja ich auch, absolut! Und eine richtig gute App, wer neue Habits implementieren will oder so, ist Coach.me. Ich weiß nicht ob Du die kennst? Mars: Nee, kenne ich nicht. Marcus: Die hieß früher Lift, hat sich jetzt umbenannt in Coach.me. Da sind auch ein paar Coaches unterwegs, wo Du dann das buchen kannst, wenn Du nichts zum Sticks … und irgendwie Probleme hast. Ich weiß nicht, wie gut das mit den Coaches funktioniert, aber ich nehme die App nur, um halt täglich zu tracken, was ich geschafft habe und was nicht. Mars: Mhh ja cool, ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren, weil ich bin leidenschaftlich dabei immer alles zu tracken. Ich mache immer die Pommodore Technique, hast Du vielleicht auch schonmal gehört. Also diese 25 Minuten konstant arbeiten ohne Unterbrechung, dann 5 Minuten Pause, dann wieder 25 Minuten konstant arbeiten ohne jegliche Unterbrechung. Das versuche ich mir wieder anzueignen, damit ich einfach mehr schaffe. Marcus: Funktioniert das bei Dir? Also gerade, wenn Du so im Schreib-Flow bist oder so, dass Du dann nach 25 Minuten sagst “Okay cut, ich darf nicht mehr weiter”? Mars: Ja, also bei mir ist Schreib-Flow wirklich… ich kann den selber herbeiführen. Ich bin nicht auf diesem New Agy Trip, wo ich sage “Och, die Muse muss mich da besuchen” und so. Ich kann das mittlerweile. Das ist für mich Training, ne? Wenn ich eine bestimmte Musik höre und ein paar Sachen schreibe, komme ich in den Schreib-Flow. Und dann kann ich wieder raus und dann komme ich wieder rein. Das ist kein Problem für mich. Marcus: Cool, da bist Du auf jeden Fall schon sehr konditioniert. Mars: Ey ich mache das jetzt schon, ich meine Semi-Professionell seit einem Jahr, aber Bloggen habe ich ja schon seit fünf Jahren gemacht und da musste ich auch immer so mein Schedule haben jede Woche oder alle zwei Wochen. Und da habe ich mir das über Jahre hinweg aufgebaut. Das musst Du einfach. Ich will nichts dem Zufall überlassen. Marcus: Ja und gerade jetzt was Deine nächsten Pläne angeht weiter beim Buchschreiben zu bleiben, nicht der Schlechteste. Mars: Ja, auf jeden Fall. Ich will noch zwei Bücher rausbringen bis zum Ende des Jahres. Das nächste ist schon fertig, das bringe ich in ein paar Wochen raus und … Marcus: Und wie heißt das? Mars: Das nenne ich “The Dust Crusade”. Da geht es so um postapokalytisch um die Zukunft. Wie sich neue Communities bilden und wie sich dann so die Menschen versuchen, wieder einzugliedern und was schief geht und was klappt und was nicht klappt und so. Ich mag halt immer die Systematik, was in der Zukunft passieren kann und wie der Mensch damit umgeht. Marcus: Mhh spannend. Es ist vielleicht spannend mal irgendwann, wahrscheinlich werden wir es nicht mehr erleben, dann Deine Bücher daneben zulegen, was dann wirklich in der Zukunft alles passiert ist. Mars: Oh ja, das wird keiner mehr von uns überleben. Aber ich hoffe, es wird nicht so düster, wie meine Geschichten. Marcus: Ja, das hoffe ich auch nicht. Okay cool! Okay Mars, tausend Dank für Deine Zeit! Es war mega spannend mit Dir zu quatschen und mehr über Deine aktuellen Projekte zu erfahren, wie Du von dem Design Sketch-Ding zum Buchschreiben gekommen bist. Saucool! Ich verfolge es auf jeden Fall immer sehr gespannt. Ich werde Deine Seite in den Shownotes verlinken und vielleicht sagst Du nochmal, wie man Dich am besten erreicht oder findet, gerade auch auf Twitter? Mars: Genau, also die beste Adresse ist quasi meine Mutterschiffbasis. Das ist meine Website: marsdorian.com. Und auf Twitter, das ist mein Lieblingsnetzwerk, da bin ich dann @marsdorian. Marcus: Perfekt! Cool, danke für Deine Zeit. Mars: Vielen Dank und ich hoffe, Deine Zuhörer werden etwas lernen und hoffentlich wird das Gespräch deren Leben bereichern. Marcus: Auf jeden Fall, da bin ich stark von überzeugt. Also, bis dann und hau rein! Mars: Tschüssikowski! Marcus: Ciao! Das war die LifeHackz-Folge mit Mars Dorian vom anderen Stern. Falls euch die Folge gefallen hat, gebt mir eine Bewertung bei iTunes und lasst mir mal Feedback zukommen an marcus@lifehackz.de. Bis zum nächsten Mal, ciao, haut rein! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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Aug 28, 2015

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Interview mit Gordon Schönwälder von Podcast-Helden

Jo Leute, willkommen zur LifeHackz, willkommen zu einer neuen Folge mit Gordon Schönfelder! Gordon ist der Mann im Hintergrund von der LifeHackz-Show, der die Folgen abmastert und mixed. Sprich: Meine Stimme schön macht, die Stimme von meinem Gast schön macht, die Lautstärke angleicht und alles weitere Technische. Gordon ist gerade auf dem Weg dahin, sich aus dem 9 to 5 Job zu verabschieden und sich selbstständig zu machen. Er hat außerdem mega viel know-how zu diesem ganzen Podcasting Thema. Grund genug ihn in die Show zu holen. Viel Spaß mit dieser Folge mit Gordon! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie Gordon vom Mediziner zum Podcast Experten geworden ist.
  2. Wie man als Existenzgründer mit Ängsten umgeht.
  3. Warum Interviews in Podcasts so cool sind.
  4. Warum du den Perfektionismus auch mal bei Seite lassen solltest.
  5. Wie man als Podcaster authentisch bleibt.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Wie du noch heute deinen eigenen Podcast erstellen kannst

Facebook Gruppe Podcastliebhaber

Podcast-Helden

Affenblog

DriveNow

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Gordon Schönfelder (Intro) Marcus: Hey Gordon, cool dass Du bei LifeHackz am Start bist! Gordon: Ja vielen Dank, dass ich da sein darf! Super cool! Marcus: Ja erzähl mal ein bisschen über Dich. Du hast die größte Community auf Facebook. Deusprachige Community zum Thema Podcast. Wie bist Du dazu gekommen und was war so Dein Einstieg in die Podcast-Welt? Gordon: Puhh, ich weiß gar nicht ob ich die größte Community habe, aber es gibt mit Sicherheit noch ein paar Leute, die schon früher am Markt waren als ich, aber ich habe schon relativ lange Podcasts gemacht und ja… Vielleicht hole ich ein bisschen aus, wenn ich darf? Marcus: Ja klar. Gordon: Also ich komme aus dem Gesundheitswesen eines der furchtbar durchstrukturiertesten Art und Weisen zu arbeiten, die es gibt. Ich glaube Markus, da würdest Du das blanke Kotzen kriegen, wie durchstrukturiert das ist und wie unflexibel man dann ist. (lacht) Marcus: Ja wahrscheinlich würde ich kotzen wegen Unflexibilität. Ich meine, Struktur an sich ist manchmal auch ganz gut. Gordon: Ja jedenfalls… Ich habe immer so viele chronische Patienten gehabt. Und wenn da keiner die Praxis wechselt oder verstirbt - leider Gottes - dann hätte ich Dir sagen können, wen ich Dienstags um 14.00 Uhr in drei Jahren behandele. Das war für mich eine ganz grausame Situation. Ich habe eine Coaching-Ausbildung gemacht, NLP und systemische Beratung und so Sachen. Und da habe ich irgendwann als Coach zu arbeiten und war erstaunlich erfolglos. Das lag unter anderem daran, dass ich so überhaupt gar keine wirkliche Zielgruppe hatte, mit der ich arbeiten wollte oder konnte. Da habe ich mich  also irgendwie als Coach für jeden positioniert und habe dann irgendwann angefangen - weil ich schon lange Musik mache und irgendwie mit Rockbands am Start bin als Sänger und so, also ich habe keine Scheu vor dem Mikro gehabt. Da ich ja eigentlich schon immer so ein Apple-Junky, Apple-Jünger war, hatte ich auch recht früh Kontakt zu Podcasts. Da habe ich mir gesagt “Okay, wenn Du mal als Coach arbeitest, dann hast Du auch Deinen eigenen Podcast”. Und dann habe ich mich hingesetzt - hochmotiviert - und habe gedacht... Marcus: Wann war das? Gordon: Wann war das? - 2012. Marcus: Wie war da so die Podcast-Szene aufgestellt? Gerade in Deutschland oder Amerika oder so überhaupt? Gordon: Die amerikanische Szene hatte ich damals noch nicht auf dem Schirm, muss ich gestehen. Aber wenn ich mir so die Pat Flynns und so anschaue, dann hatten die da auch ihre Beginne. Beziehungsweise Pat Flynn nicht, der kam später. Aber es gab schon einige bekannte Podcasts. Es gab so, ich sag mal so, die erste deutsche Welle der Podcast-Szene. Die waren da schon mächtig aktiv. Es gab da “Das Abenteuer Leben”. Das ist so eine Sendereihe quasi und da gab es einige Coaching-Podcasts, die ich mir immer gegeben habe, wenn ich zur Arbeit bin. Die haben mich da immer so ein bisschen hoch gehalten, wach gehalten, motiviert gehalten, dass ich irgendwann halt aus diesem Hamsterrad rauskomme und dann habe ich halt da irgendwie mit Podcasting angefangen. Also wie gesagt, mir die erstmal anzuhören. Und 2012 wollte ich dann halt, als ich mich neben dem Therapeutenjob selbstständig gemacht habe, dann halt ein bisschen Marketing machen. Ich hatte einen Blog und so, war auch ganz okay und dann dachte ich, “dann nutzt Du die Gunst der Stunde, schnappst Dir Dein Mikro und machst einen Podcast”. Und dann habe ich da gesessen und hatte drei Stunden Kopfschmerzen, weil das so ätzend war. Ich wusste nicht, wie das funktioniert. Ich musste mich da so reinfuchsen. Es gab keine richtigen Tutorials. Es gab - keine Ahnung - ich habe da jetzt gelesen, Du brauchst einen Feed. Einen Podcast-Feed. Ich habe keine Ahnung was ein Feed ist so. Ich wusste gerade mal, wie ich einen Beitrag schreibe auf Facebook oder bei Wordpress. Und ich hatte ein Riesenproblem damit, ich hatte Kopfschmerzen, ich hab es halt einfach sein lassen. Dann habe ich das Mikrofon weggelegt und habe gesagt “Scheiß drauf, sollen das die anderen machen!” Aber es hat mich nie losgelassen. Und irgendwann hatte ich mir mal die Hand verstaucht, konnte also nicht arbeiten und dann habe ich gesagt “Komm, Scheiß drauf! Jetzt hast Du eine Woche Zeit, bist jetzt krankgeschrieben, jetzt setzte Dich mal dran”. Und dann hat mir irgend so ein verpickelter 14-jähriger bei Youtube gezeigt, mit seinem kleinen Filmchen mit so einer Fistelstimme im Stimmbruch, wie man nen Feed macht. Und ich bin diesem Typen auf Ewig dankbar, weil in dem Moment hab ich’s verstanden, wie’s funktioniert. Dann habe ich tatsächlich irgendwie am nächsten Tag dann auch händisch diesen Feed geschrieben so. Also so HTML und gib ihm, ne? Marcus: Boah, krass! Gordon: Ja und es gab halt - zumindest meines Wissens - noch nicht so Services, wie Libsyn oder sowas, ne? Und ja, dann habe ich da angefangen und habe mich dann da hingesetzt und den ersten Podcast aufgenommen. Marcus: Alleine? Gordon: Alleine, ja genau. Das war eine richtige Solo-Show. Der ist tatsächlich manchmal immernoch in Karriere in den Charts - vollkommen verrückt - obwohl ich den seit Jahren nicht mehr mache. Marcus: Wie heißt der? Gordon: Der “Lösungsmittel Podcast”. Ja ja, Oldschool, aber in den ersten Episoden habe ich auch noch fleißig gesiezt und so, also das ist schon etwas länger her. Ja dann kam irgendwann meine Mastermind-Gruppe mal so auf die Idee “Sag mal Gordon, so als Coach bist Du ja erstaunlich erfolglos, vielleicht solltest Du etwas mit Podcasts machen”. Weil die ersten Leute ankamen, ja irgendwie “Cool, dass Du das machst, wie geht denn das?” und so. Ja und dann war es letztes Jahr im Mai, glaube ich, Mai 2014 genau. Da habe ich dann als Projekt, so als Nebenprojekt “Podcast-Helden” gegründet. Und ja, aus diesem Projekt ist dann tatsächlich jetzt mein Business geworden. Jetzt zeige ich Menschen, Bloggern, Marketern, wie sie halt ihr Marketing verbessern, ihre Sichtbarkeit verbessern - durch Podcasting. Marcus: Sehr cool! Ja, ich habe eben gesagt größte Community, weil Du warst so die erste, die aufgepoppt ist bei Facebook, als ich mich dann da reingefuchst habe und geguckt habe, gibt es auch deutschprachige Communities. Wer kann mir da helfen? Hatte schon ein ganz cooles Tutorial bei Pat Flynn gefunden, aber es gibt ja immernoch Sachen, die sind da noch nicht 100%-ig klar. Und dank Dir wurde das dann immer klarer, hab dann auch jemanden gesucht, der mir das mastert und schneiden kann. Weil ich hatte dann nicht genug Zeit, mich dann auch noch damit zu befassen. Energie und Zeit verbrennen und dann zum Glück dann Dich auch gefunden über einen gemeinsamen Kontakt. Also insofern hast Du großen Anteil an dem LifeHackz-Podcast hier. Gordon: Ja vielen Dank! Sehr geil! Marcus: Nicht nur für den Start, sondern jetzt auch Folge für Folge. Das hat sich ja ganz gut eingespielt bei uns. Also alles, was ihr hier hört, jede Folge wurde vorher einmal von Gordon in schön gemacht. Darum klingt meine Stimme glaube ich auch ganz gut. Gordon: (lacht laut) Ja cool! Marcus: Ja, und so ist eigentlich unser Touchpoint, ne? So haben wir uns kennengelernt. Gordon: Ja genau. Wir haben irgendwann festgestellt, dass wir beide Düsseldorfer Jungs sind. Marcus: Ja genau, das kam dann ja noch dazu. Da warst Du mir noch sympathischer. Ich bin da ja immer erst skeptisch, wenn einer fragt “Ja hier, kennst Du auch Fortuna? Gehst Du zur Fortuna?” Und viele wissen, dass ich eingefleischter Fortuna Fan bin und dann kommt das aber oft, aus der Kölner Ecke. Gordon: Ah, ja okay. Marcus: Ich weiß gar nicht, ob ich Dir gesagt habe “Bist Du Kölner oder so?” Gordon: (lacht) Marcus: Da gehen bei mir ja auch oft die Alarmglocken an, aber dann kommst Du ja aus Langenfeld, direkt in der Nähe von Düsseldorf. Gordon: Genau. Marcus: Also schöner. Genau, und dann hast Du gesagt, Du startest das Projekt “Podcast-Helden”? Gordon: Genau. Marcus: Was ist das genau? Ist das eine Community? Ist das ein Podcast? Ist das ein Service? Ist das alles? Gordon: Es ist… ja, ich habe das Ganze ja neben meinem Angestelltenjob aufgebaut. Ich habe dann irgendwann um Zeit zu finden, habe ich mich dann, ich glaube das war sogar schon vor Podcast-Helden, dass ich von 40 auf 30 Stunden runter gegangen bin, um halt Zeit für mein eigenes Business zu haben. Bin dann im Sommer 2014 auf 20 Stunden runter gegangen und jetzt haben wir - ich weiß ja nicht wann Du, lieber Zuhörer, das jetzt hier hörst, aber wir haben jetzt den 13. August 2015 - und im Oktober werde ich die Griffel fallen lassen, das Therapiewesen verlassen und mich voll und ganz auf Podcast-Helden konzentrieren. Und es soll, beziehungsweise bisher ist es, um die Frage schlussendlich noch zu beantworten: Es ist ursprünglich ein Service gewesen. Ich habe einen Kurs gemacht. Der nennt sich “Mein erster Podcast”. Und da ist halt mein komplettes Wissen drin gewesen oder ist drin. Zum Thema Podcasting von den ersten Dingen, vom Mikrofon einstecken bis zum Erfolg bei Neu und Beachtenswert, also New & Noteworthy bei iTunes ist da alles drin und mein gesamtes Wissen im Endeffekt. Das war so das erste Produkt was ich verkauft habe. So startete das als Produkt. Marcus: Das ist ein Online-Kurs? Gordon: Das ist ein Online-Kurs beziehungsweise ein Selbstlern-Kurs. Also er ist Online basiert, genau. Also den begleite ich nicht, sondern der ist tatsächlich so, dass man da Schritt für Schritt durch den Prozess durchgeführt wird. Ich mache daraus jetzt eine Art Membership-Bereich. Ich gucke mal, vielleicht mache ich da auch ein Forum zu. Auf jeden Fall wird es jetzt ein bisschen aufgehübscht und er wird jetzt auch ein bisschen teurer, weil jetzt noch ein bisschen mehr Content dazu kommt, ich auch immer professioneller werde und natürlich ja, immer erfahrener. Jetzt mit meinem eigenen Podcast, der für einen Nischenpodcast ziemlich gut läuft. Also Podcast-Helden on Air und ich mache jetzt zusammen mit dem Vladi Melnik vom Affenblog auch Affen on Air. Also immer so ein ziemliches Charts-Ding. Markus und ich ne? Wir verfolgen uns immer. (beide lachen laut) Marcus: Ich habe gerade mal geguckt, das ist voll witzig. Hier im… was ist das für ein Bereich… Businessbereich, deutschsprachig, ist gerade Tim Ferris auf 1, Affenblog auf 2 und LifeHackz auf 3. Gordon: Ja geil oder? So geht´s! Marcus: Ja, alles immer ein ganz guter Race, den wir uns da liefern. Gordon: Ja genau. (lacht) Marcus: Ja mega spannend, dass ich Dich quasi jetzt am Mike habe, weil ich ja mit vielen spannenden Menschen spreche, die es quasi schon geschafft haben oder diesen Sprung ins kalte Wasser hinter sich haben in der kompletten Vollständigkeit. Du bist ja erstmal den Weg gegangen, glaube ich, von Vollanstellung auf Teilzeit, Stunden reduziert. Gordon: Ja. Marcus: Was auch ziemlich ein cooler Weg ist, wenn man nicht direkt All-In will, kann, aus verschiedensten Gründen, lässt einen das wahrscheinlich auch ruhiger schlafen. Gordon: Ja, man hat dann aber keine coole Story zu erzählen später. Das ist halt ein sehr langweiliger, sicherer Weg. (lacht laut) Marcus: Sorry, Scheiß auf die Story, echt. Es geht ja um das Ziel, was Du erreichst. Da ist die Story nebensächlich. Aber, vielleicht erzählst Du mal so ein bisschen, was so gerade in Deinem Kopf abgeht. Ich meine, Du hast jetzt nur noch ein paar Wochen zu arbeiten ne? Und weißt das. Zählst Du schon die Stunden? Hast Du Angst? Hast Du Alpträume? Freust Du Dich? Spannt das immer wieder? Gordon: Okay, das ist jetzt ein bisschen Seelenstrip, aber es ist okay für Deine Zuhörer. Wie so ein kleines Inside in meinen Kopf. Also ist nix dramatisches, keine Sorge. Also es ist natürlich… freue ich mich, wie ein kleines Kind auf der einen Seite, dass ich endlich Zeit habe, mein eigenes Business so aufzubauen, wie ich’s gerne hätte. Dass ich mich komplett drauf konzentrieren kann. Es ist halt mittlerweile so, dass die Menschen zu mir kommen und sagen “Gordon, lass uns was tun”. Irgendwie, dankbarerweise ist es eine ziemlich geile Situation für mich. Marcus: Ja mega, bei mir ist es ja auch direkt eingefallen, so das läuft irgendwie so cool mit Dir, kann man noch mehr draus machen. Gordon: Ja, also ich bin sehr gespannt. Also ich glaube, wir verstehen uns ganz gut so. Gucken wir mal, was die Zukunft noch bringt. Die … jetzt habe ich den Faden verloren…. ja genau: und ich habe dann immer mehr Aufträge bekommen, immer mehr - was ich dankbarerweise machen darf mit Menschen, um sie halt beim Podcasting zu begleiten und das Ding richtig geil zu machen. Ja, sah es so aus die letzten Monate, dass ich dann meinen Therapeutenjob gemacht habe, so meinen Therapeutenscheiß so zwischen den Hausbesuchen habe ich dann irgendwie in meinem Smartphone E-Mails beantwortet. Hab dann in der Pause noch irgendwelche Sachen geschnitten oder irgendwie einen Blog-Artikel geschrieben. Dann habe ich wieder weiter gearbeitet in meinem Therapeutenjob, kam nach Hause. Da wartet dann meine Tochter auf mich. Ich habe eine 1-Jährige Tochter und die will auch ein bisschen Zeit haben. Dann ist die im Bett, dann mache ich noch irgendwie was. Dann schicke ich nochmal eben den Newsletter raus und das habe ich dann auch eine ziemlich lange Zeit gemacht. Dann kam irgendwann auch mal mein Erfolgsteam auf mich zu, da meine Mastermind-Gruppe und sagte “Gordon, irgendwie Du gefällst uns gerade mal so gar nicht”. Da habe ich das Gefühl gehabt, ich bin auch so kurz vorm Ausbrennen. Ne? Weil da kommt gar keine Ruhe mehr auf. Du hast die Selbstständigkeit, dann hast Du den Angestelltenjob, Du hast da einen Job als Vater irgendwo. Dann hast Du auch noch ein Hobby, dann willst Du auch nochmal in die Mucki-Bude und das ist einfach viel gewesen. Und ich freue mich jetzt tierisch drauf, mich wirklich nur noch um meinen Job zu kümmern. Ich stehe morgens auf, gehe pumpen, setz mich an den Rechner und bin den ganzen Tag in meinem Business so. Da freue ich mich wie ein kleines Kind drauf. Auf der anderen Seite ist natürlich auch eine Menge Angst da, das gebe ich zu. So diese typischen Versagensängste: Was ist, wenn das nicht klappt. Da kommt auf einmal irgendwie ein neuer Konkurrent, ne? Wenn man das böse Wort mal benutzen will. Da kommt ein Mitbewerber auf den Markt und so. Also all so diese Dinge, mit denen man sich dann glaube ich einfach beschäftigen muss. Wir haben ja auch ganz kurz darüber gesprochen, Markus, vor ein paar Tagen. Du hast auch gesagt, irgendwie jeder hat das. Jeder hat diese Ängste, diese Furcht, dass das nicht funktioniert und so. Ich glaube, da muss jeder einfach durch und Arschlecken. Marcus: Absolut, aber leider ist es gerade in Deutschland so. Dass es immernoch dieses Scheitern oder so, verurteilt wird und ganz schlimm und böse ist. Und dann bist Du verbrannt und keine Ahnung, kriegst nie wieder einen Job oder so. Was totaler Quatsch ist. Zum Beispiel in den Staaten, sind die Leute, die ein Business gegen die Wand gefahren haben mega beliebt bei anderen Unternehmen, weil die Leute gelernt haben, wie man’s genau nicht macht. Und das werden die kein zweites Mal machen, diese Fehler. Und beispielsweise, ich glaube, Microsoft… oder doch, Microsoft war es glaube ich, ist erst im fünften, sechsten Anlauf zu dem geworden, was es jetzt ist und dann immer wieder das Businessmodell geändert. Und insofern ist es halt schwer da nicht hinzuhören auf die Stimmen im Kopf, aber die Beispiele, gerade in den Staaten, zeigen, dass die Welt nicht unter geht und dass alles halb so wild ist. In Deutschland wird keiner verhungern, weil wenn Du dann immer so hörst Existenzangst. Was heißt das denn? Existenzangst heißt ja, wenn man es wortwörtlich nimmt, nicht mehr zu existieren. Und dass in Deutschland keiner mehr existiert und man an Hunger stirbt, ist relativ unwahrscheinlich. Das muss man dann einfach mal zerlegen in die Einzelteile. Gordon: Da bin ich ganz bei Dir. Also dass ist dann auch irgendwo diese Angst, diesen extrem hohen Lebensstand zu verlieren. So irgendwie sich alle zwei Jahre oder jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen, den dicksten Fernseher. Wir leben hier auch schon in einer verdammt guten Situation und ähm, bei mir ist es auch so. Ich bin halt in der Situation, dass ich als Therapeut eh nicht viel verdiene. Willkommen im Gesundheitswesen! Also von daher ist der Step zur Selbstständigkeit gar nicht so groß ja. Also wenn ich jetzt in einer Bank arbeite oder arbeiten würde, mit 100.000 im Jahr nach Hause gehe, dann ist das natürlich schon eine Hausnummer, die muss man erstmal erwirtschaften. Aber die paar Kröten, die ich so als Therapeut verdiene, die kriege ich auch so. Von daher: alles cool. Marcus: Oder man kriegt den Switch im Mindset hin, dass man das dann vielleicht gar nicht mehr erwirtschaften will. So ist es ja bei vielen digitalen Nomaden. Die dann bewusst auf diese ganzen Luxusgüter oder Statussymbole verzichten und dass ist mir mittlerweile so wenig wert, ob ich einen Fernseher habe oder nicht, ich bin happy, dass ich keinen habe, weil ich über mein MacBook halt alles on Demand gucken kann. Bei Youtube, wenn ich mal irgendetwas brauche oder ein Auto brauche ich nicht. Ich habe über DriveNow immer die fettesten BMWs vor der Tür stehen in der ganzen Stadt und fahr dann mit meinem DriveNow von A nach B. Und ein Job Title ist mir auch total Latte. Aber wenn man da irgendwie einmal loslassen kann, dann hilft das umso mehr irgendwie in dem Lifestyle oder in der Selbstständigkeit zu starten. Gordon: Ja genau. Also ich denke auch, das wird auch klappen. Das wird auch. Und wenn es nicht in der Form ist, dann wird Podcast-Helden irgendwie anders funktionieren oder es kommt ein ganz anderes Unternehmen bei raus. Ich weiß es nicht. Aber ich bin auf jeden Fall sehr zuversichtlich. Das ist so die Quintessenz des Ganzen. Aufgeregt: ja, ein bisschen Furcht: ja. Aber Zuversicht: auch. Marcus: Ja, also ich bin absolut zuversichtlich, dass es funktionieren wird. Dadurch dass Du schon Erfahrung in dem Bereich hast, hast Dir ne coole Community aufgebaut, bist mega hilfsbereit. Das wissen die Leute, glaube ich, zu schätzen. Hast einen eigenen Podcast. Dadurch hast Du dann auch Vertrauen aufgebaut, mehr oder weniger. Und Du wirst in Zukunft noch viel mehr Zeit haben, Dich 100% auf Dein Business zu konzentrieren und nur wer irgendwie agil ist, dynamisch, unbequem, 1000 Sachen probiert und macht und einfach präsent ist, dann funktioniert irgendwann etwas. Das geht gar nicht anders. Gordon: Ja, das denke ich auch. Das beruhigt mich, dass Du das sagst und genauso sehe ich es. Cool, ja. Marcus: Nee, auf jeden Fall. Zu Deinen Podcast-Shows, die Du machst: Sind das Einzel-Single-Shows oder machst Du das so im Interview-Format, wie ich es mache? Gordon: Da macht’s die Mischung. Also bei Podcast-Helden on Air, das ist so mein Haupt-Business-Podcast, sage ich mal, da ist es ne Mischung aus Solo-Show und Interview-Show. Es ist dann so, dass ich meistens die Blog-Artikel, die ich schreibe vertone. Das heißt, ich spreche den danach nochmal ein und auf der anderen... Marcus: Wort für Wort oder wie machst Du das? Gordon: Äh, ich habe es mir mittlerweile angewöhnt so zu schreiben wie ich spreche. Und ich habe eine Sprecherausbildung hinter mir und bin dankbarerweise in der Lage, wenn es jetzt nicht zu akademisch geschrieben ist, tatsächlich so zu klingen, als würde ich es frei sprechen. Das ist vielleicht auch ein bisschen Gabe, ich weiß es nicht. Aber das auf der einen Seite, dass ich die Sachen halt Solo mache und auf der anderen Seite hole ich mir dann halt die Interview-Partner mit ins Boot, die eine spannende Story zu erzählen haben. Und ja, der Podcast-Szene etwas gutes tun können. Von daher ist es eine gesunde Mischung aus diesen beiden Varianten. Also Interviews sind immer cool. Ich weiß nicht, wie Du das siehst? Interviews sind ja immer cool, weil man sich als Podcaster gar nicht so sehr auf den Inhalt konzentrieren muss, sondern man kann einfach dem Interview-Partner die Bühne geben und der macht das schon. Da brauchst Du drei, vier Fragen um das Ganze zu steuern und dann ist das Ding durch. (lacht) Marcus: Ja, das finde ich auch so cool bei den Interviews. Ja, wenn ich mich da jetzt noch Stunden drauf vorbereiten müsste… Ich habe auch noch vor irgendwann mal so eine Single-Session zu machen. Zum Beispiel so eine AMA - Ask me anything. Mit meinen Hörern oder so, wo ich dann nur alleine bin und sprechen muss. Aber so sind Interviews, wie Du schon sagst, irgendwie schon ganz dankbar. Weil ich von Natur aus sehr neugierig bin bei Menschen, die ich irgendwie neu kennenlerne oder mir fallen halt immer wieder neue Fragen oder Punkte ein. Da fällt mir das auch relativ leicht, so ne Folge aufzunehmen. Gordon: Ja, also so mal zwischendurch so eine Solo-Show ist immer ganz spannend irgendwo. Um auch mal zu erleben, wie ist der Typ so, wenn er alleine ist? Das ist zumindest die Rückmeldung, die ich immer kriege. Dass ich irgendwo immer ein Stück weit anders bin, als wenn ich im Interview bin. Das ist, glaube ich, auch normal und bei jedem so. Und wenn man sowohl alleine als auch im Gespräch sympathisch rüberkommt, dann hat man, glaube ich, auch schon gewonnen. So zum Thema Sichtbarkeit und Vertrauen aufbauen. Marcus: Ja und die Sympathie kommt, glaube ich, auch durch die Authentizität und dass man nicht der perfekte Mensch ist. Dass man dann vielleicht erwartet wie man dann früher vielleicht sein wollte oder erzogen wurde. Und ehrlich gesagt, musst ich das auch erstmal lernen bei den Einspielungen, die ich dann immer vor den Folgen einspreche oder so. Bei den ersten habe ich ungelogen eineinhalb bis zwei Stunden gebraucht für diese 30 Sekunden, eine Minute Text, weil ich nie zufrieden war. Und Feli hat dann schon immer wieder die Augen verdreht, ist einkaufen gegangen und auch schwimmen und beim Sport und ist dann nach Hause gekommen und ich saß da immernoch an meinem 30 Sekunden-Track... (beide lachen laut) Und dachte so “Ey Fuck! Ich schneide doch sonst auch nichts bei den normalen Episoden und die Leute scheinen das zu mögen. Da muss man erstmal loslassen können. Das ist ganz komisch, dass das noch so tief verwurzelt ist. Selbst bei mir ne? Ich habe ja erst vor zwei, drei Monaten den Podcast gestartet oder letzten Monat, keine Ahnung. Und da müsste ich es eigentlich besser wissen, aber war trotzdem dann auf einmal wieder in diesem Modus. Gordon: Ja aber da ist wieder eine neue Situation und du guckst halt mit den Werkzeugen drauf, die Du hast. Und die ersten die wir haben meistens als Menschen, sind die, die so ganz tief in uns eingebrannt sind. Und dann kommt da auch vielleicht der Perfektionist durch und dann muss es richtig sein und so. Und irgendwann kommt der Punkt, wie Du schon sagst, “Scheiß drauf” ne? Unperfekt und einfach loslegen. Und ich denke, das ist doch einfach sympathisch so. Und das muss so sein. Ich habe Podcaster gesehen, die haben den Kurs bei mir gekauft vor zwei Jahren, so. Und dann frage ich die so nach, in jedem Quartal mal so, “wie sieht’s ‘n aus? ne? so! Wann kommste denn in meine Show?” Und dann höre ich so “Ja, ich habe noch nicht angefangen” und “mmmmhh, was fehlt denn noch?” “Ja, ich komm… das und das ist noch nicht perfekt” und so. Und weißt Du, dann sage ich meistens gar nichts dazu, weil ich meine, das muss jeder für sich selber wissen. Ich bin nicht der Typ, der die an die Hand nimmt, aber das ist der größte Erfolgsverhinderer schlechthin, einfach zu warten bis man fertig ist. Weil: Man ist nie fertig. Marcus: Man ist nie fertig, es gibt nie den perfekten Tag. Gordon: Eben. So. Und von daher, einfach loslegen! Marcus: Ja, es gibt ja auch einen ganz guten Quote, glaube ich, von einem der LinkedIn-Gründer “When you’re not embarrased by your first product, you launched too late”. Gordon: (lacht) Marcus: Es muss einem peinlich sein, das erste Produkt. Weil sonst hat man echt zu lange gewartet und dann, keine Ahnung, ist das Leben vorbei. Gordon: Ja, da bin ich ganz bei Dir! Ich hör mir auch immernoch gerne die ersten Episoden an von meinem ersten Podcast. Letztens noch und ich dachte “Mein Gott!!! Ist der Wahnsinn” und dann dachte ich mir “Was ne Entwicklung eigentlich”. Das ist dann wiederum die Kehrseite. Das ist der Wahnsinn, wie man sich so entwickelt und wie souverän man dann auf einmal wird. Und wie dann die ersten Versuche total unauthentisch waren, weil man dann irgendwie jemand sein wollte, der man gar nicht ist, so und keine Ahnung. Marcus: Jaja, das geht mir genauso. Selbst hier die ersten Folgen, das ist ja eigentlich noch gar nicht so lange her, da dachte ich auch so “Wow, krass, was für eine Entwicklung” ne? Gordon: Ja, auf jeden Fall! Marcus: Und dann pisst Du Dir nicht mehr in die Hose, weil wir jetzt hier ne Folge aufnehmen. Jetzt geht es einfach drauf los und denkst “es wird schon irgendwie cool werden”. Gordon: Ja, das stimmt. Marcus: Du hast eben die deutsche Podcast-Szene angesprochen. Wie ist denn so Deine Einschätzung zur Szene, seitdem Du sie so mit begleitest? Hat sich da irgendwas getan in den letzten paar Jahren, Monaten, Wochen? Gibt es da eine Entwicklung? Gordon: Also ich war vor kurzem bei der Sabine Piarry im Social Media Camp als Speaker quasi. Das waren Webinare. Und ich habe gemerkt, wie engagiert die Leute da gefragt haben. Und ich merke das seit einem guten Dreivierteljahr, dass die Nachfrage bei mir steigt. Also dass die Leute bei mir mehr kaufen. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich sichtbarer werde, aber ich glaube auch, dass diese Podcast-Szene so langsam an Fahrt aufnimmt. Also wir haben hier so ein paar Podcaster der ersten Stunde, die einfach nur geniale Sachen gemacht haben und da kommen so Leute wie ich so aus der zweiten, dritten Welle dazu, die das Ganze wieder in Fahrt bringen. Und ich glaube auch, dass diese Marketing-Szene, diese Solo-Unternehmer, Entrepreneurs oder digitale Nomadenszene da auch ihren Teil dazu beitragen wird. Denn es ist einfach nur ein geiles Medium um Vertrauen aufzubauen und es das merken halt auch Unternehmen. Das merken Radiosender, dass die ihre Hörer verlieren und über die Podcasts wiederholen. Und das wird eine Riesenzukunft haben, das ist sicher. Und ich merke, dass es in Deutschland so langsam losgeht. Marcus: Ja, das ist genau auch eigentlich mein Gefühl. Und was ich am Podcast ganz cool finde ist, dass man da authentisch sein muss, wenn man erfolgreich sein möchte, weil alles andere, da fliegste früher oder später auf. Und diese ganzen Internet-Marketer oder Scam oder Geschichten, die nicht funktionieren, die würden da niemals einen Podcast starten, weil funktioniert halt nicht. Gordon: Die eine Sache, die halt immer wichtig ist beim Podcasten, dass irgendwann… Irgendwann kommt der Mensch durch, der man eigentlich ist. Und ich habe vor zwei Jahren mal eine Podcast-Reihe gehört. Zumindest die ersten vier Podcasts. Und es geht ja darum Mehrwert zu schaffen für den, der es hört, dass der mit nem Problem reingeht und mit ner Lösung rauskommt aus der Episode. Genau wie ein Blog-Artikel, genau wie ein Video im Bereich Solo-Unternehmer ne, wollen wir den Menschen helfen. So und dann merkte ich so, die ersten zwei, drei Episoden waren mega mehrwertig. Der war gut vorbereitet, der Typ war … er hatte sein Wissen freigegeben, preisgegeben und ab der vierten Episode war das eine reine Verkaufsshow. Und dann war nichts mehr mit neuem Wissen oder so etwas. Dann ging es nur darum, Leute zu interviewen, die bei ihm im Coaching waren und wei geil er doch für’n Typ ist und so. Und das war einfach nur Scheiße ne? Und da kam der Mensch durch. Er war mega unsympathisch und man saß dann auch in den iTunes Rezensionen ganz unten bei den ersten, da waren noch alles fünf Sterne und dann wurden es immer weniger Sterne. Weil der Typ einfach Scheiße war. Der hat einfach nur seine Verkaufsshow gemacht und damit gnadenlos auf die Nase gefallen. Irgendwann hatte er nur noch zwei Sterne und dann war der Podcast auch weg. Den hat er dann vermutlich aus Scham runtergenommen. Ja, und irgendwann kommt der Mensch durch. Wenn man das aber erlaubt, einfach weil man als Mensch die Marke ist vielleicht, dann ist das geilste Medium meiner Meinung nach, um sich selber und authentisch und als Profi zu zeigen. Also es gibt für mich nichts geileres. Marcus: Mmh mmh, gerade in der Szene bei uns oder bei den digitalen Nomaden oder wo viele Solopreneure unterwegs sind, wo es dann auch um Personal Branding geht, sich selbst zur Marke aufzubauen, ist eigentlich eins der geilsten Tools ever, weil nochmal eine weitere Ebene zum Blogpost hinzukommt. Und für mich persönlich im Vergleich zu nem Youtube-Kanal oder so ist halt weniger aufwendig, die Skype-Interviews zu machen als dann, wo Du dann meistens noch jemanden brauchst für die Kamera oder Du machst halt so einen Vlog oder so, aber ich weiß nicht, irgendwie hat sich das besser angefühlt mit dem Podcast. Gordon: Also was ich so geil finde an Podcasting auch: Du brauchst den Bildschirm nicht. Du kannst irgendwo sein, Du kannst irgendwo liegen, Du kannst Autofahren, Du kannst Deinen Rasen mähen, Du kannst im Gym sein, es sei denn, Du machst jetzt irgendwie Kontaktsport, dann ist es schlecht… aber, wenn man unterwegs ist, dann ist es Wissen on Demand. Das ist Wissen wann Du es willst und ne? Das ist das geile. Und versuch mal nen Blog zu lesen, wenn Du Auto fährst, das geht nicht. Also, das geht schon, aber man sollte es nicht tun. Und das sind so Momente, wo ich Podcast einfach schätzen gelernt habe. Und dieses Wissen dann so darzubieten und den Leuten zu zeigen, dass es nochmal ein Service mehr ist, nochmal eine Plattform mehr für Google. Auch noch mal zum Thema Sichtbarkeit, das hat schon eine Menge Vorteile und wie gesagt, was ich einfach nur geil finde ist, Du lernst den Menschen kennen. Das ist so so wertvoll und so wichtig, finde ich. Marcus: Mmh, perfekt. Und mit Deinem ganzen Wissen, das Du Dir jetzt aufgebaut hast zum Thema Podcasting, was würdest Du anders machen, wenn Du Deinen Podcast nochmal neu starten würdest? Gordon: Was würde ich anders machen? Also, zum Thema Podcasting würde ich tatsächlich nichts anders machen. Also ich würde mein Business anders aufbauen, aber gut, ich habe in meinem Fall auch Lernerfahrung. Meine ersten Geschäftsideen, die gingen halt auch irgendwie in die Hose, aber also zum Podcasting… ich glaube, ich würde diese Perfektion, die ich am Anfang hatte, deutlich runterschrauben. Und ich wäre deutlich schneller und produktiver gewesen und hätte geilere Episoden rausgebracht, wenn ich einfach mich selber vor den Rechner gesetzt hätte und nicht irgendjemanden, wo ich dachte, der jetzt irgendwie mega nen Profi raushängen lassen muss und so. Marcus: Ja, das ist echt so das Problem, dass man da noch voll geprägt ist, so wie es vorher halt war im Fernsehen, das perfekt abgepuderte Bild und durchgesprochen, was genau gesagt wird oder auch im Radio. Und ich glaube, darauf haben die Leute gar keinen Bock mehr und es macht auch die großen Erfolge der Youtuber aus, der Vlogger, die sich selbst nicht zu ernst nehmen, die dann auch mal Schwächen zeigen oder auch der Podcaster, der sich mal verspricht oder so. Ich hatte da nach ein paar Leuten geguckt, wer das vielleicht für mich mastern und cutten konnte. Letztendlich bin ich ja dann bei Dir gelandet. Aber da waren auch welche so “Ich kann Dir die ganzen Ähs rausschneiden und die Mmhs und die Pausen und so weiter” und dann dachte ich so “Nee, das…” Gordon: Das nimmt den Flow raus, das ist Scheiße. Also ähm, ich fluche auch im Podcast, ich verspreche mich im Podcast, ich habe früher massiv gestottert. Manchmal kommt das immernoch durch - Scheißegal! Das bleibt drin und Arschlecken. Und das ist dann einfach authentisch und so muss es sein. Finde ich zumindest. Marcus: Ja, finde ich auch. Was sind Deine nächsten Pläne, wenn Du jetzt in die Selbstständigkeit gehst und noch mehr Zeit hast? Gordon: Auf jeden Fall werde ich diesen Productised Service Bereich ein bisschen mehr ausbauen. Ich hatte so ein paar Ideen durchgespielt und schlussendlich habe ich auch dank Deines Tipps - übrigens noch einmal Chapeaux und danke dafür - auch nochmal meine Community gefragt, die mittlerweile auch recht groß ist, zum Thema “Was wollt ihr eigentlich haben von mir? Was kann ich euch bieten?” Und ne? Ihr wisst, ich habe einen Kurs so, ich merke aber immer wieder, dass 1:1 gewünscht und gefragt wird so. Mich als Backup dazuhaben, wenn jetzt ein Podcast gestartet wird und das brachte mich auf die Idee, einen Service anzubieten in dem ich Menschen begleite. Angehende Podcaster. Also von der ersten Sekunde an begleite. Und zwar bis zu den ersten vier Episoden. Vier Episoden sollte man haben, damit man bei iTunes ernstgenommen wird. Und ich begleite dann quasi den Weg hin zu den ersten vier Episoden bei iTunes. Dass man die drin hat mit allem drum und dran. Und bestenfalls bis hin zu Neu und Beachtenswert. Und ja, diesen Service werde ich jetzt, ich denke mal, spätestens ab Oktober anbieten. Und mal schauen, was das wird. Ich werde weiterhin mehr Zeit haben für Beratung, Einzelberatung, Soundmixing. Ich würde gerne ein bisschen mehr Webinare machen. Parallel schreibe ich auch noch für den Time Verlag hin und wieder mal ein paar Artikel. Ich hätte halt mehr Zeit… Ich mache ja auch mit dem Vladi viel im Affenblog. Dass wir da noch ein bisschen was ausbauen und also… ja, ich freue mich auf neue Kooperationen. Ich freue mich auf neue Ideen, die ich umsetzen kann und so. Und das sind so meine nächsten Schritte. Marcus: Ja, absolut sinnvoll. Und nochmal gesagt, so wie vorhin, ich glaube da total fest daran, dass das ein Erfolg wird. Gerade weil die Podcast-Szene noch nicht so groß ist. Es noch nicht so viele Megaexperten fokussiert auf dieses Thema gibt und einer der ersten oder der Erste, bei dem ich dann da mehr oder weniger gefallen oder gestolpert bin, warst Du dann. Und insofern, wenn Du da jetzt noch mehr Zeit und Energie für hast, die Du in Dein eigenes Business stecken kannst, dann kann das eigentlich nur ein Erfolg sein. Und gerade dieser Out of the Box Service. Genau nach sowas habe ich zum Beispiel gesucht. Wo ich dachte “Ey, ich brauche irgendwie einen Mentor oder jemanden, der es kann. Habe ein kleines Budget zur Verfügung und bin bereit, Geld dafür hinzulegen. Wenn da jemand ist, der mich an die Hand nimmt, der mir genau sagt: So sieht ein Feed aus, Du brauchst eine Wordpress-Seite dazu, Du reicht jetzt ein, Du brauchst einen Mediaserver.” Das war schon sehr hakelig. Und da hätte ich mir auch jemanden gerne an der Seite gewünscht, der mir dann Step für Step geholfen hätte bis, wie Du schon sagst, zu den ersten Folgen, die dann live gehen bei iTunes und am besten vielleicht direkt vier auf einmal.   Gordon: Ja genau. Also das ist so… wenn man das geschafft hat, dann kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Dann ist man… dann hat man die ersten Schritte auch durch und dann kommt ja auch nicht mehr dazu. Es ist ja nicht so, dass man dann irgendwann mit einem neuen Problem konfrontiert wird, ab Episode 20 oder so. Das ist ja… ne? Episode 5 ist ja genauso produziert, wie Episode 1 usw. ne? Was man halt irgendwann noch machen kann, ist vielleicht auch etwas, was ich mir noch überlegt habe, ich mittlerweile dankbarerweise mit meinem eigenen Podcast oder dass ich jetzt so Menschen begleiten kann, wie Dich, die auch einen sehr erfolgreichen Podcast am Start haben oder mit dem Vladi jetzt auch zusammen, immer in den Charts unterwegs bin, dass ich vielleicht so nen “Mein erster Podcast Teil 2” mache. So was für Leute, die schon nen Podcast haben, aber wie macht man den noch geiler? Wie kann man da vielleicht so ein bisschen mehr noch ja reinbringen, dass die Leute mehr reagieren. Dass die mehr geteilt werden. Dass die Inhalte vielleicht besser sind. Geilere Stories erzählt oder so. Einfach so für die Fortgeschrittenen. Marcus: Mmh, so nen Booster, so ne Injection, um den Podcast besser zu streamen. Gordon: Ja, ganz genau, ganz genau. Ja, da fühle ich mich im Moment noch so ein bisschen klein, weil ich noch nicht gestartet bin, aber das wird kommen! Ganz, ganz sicher. Und ja, ich bin sehr gespannt, was da noch so auf mich zukommt. Marcus: Okay, was sind Deine drei Tipps für jemanden, der sagt “Wow, jetzt bin ich voll überzeugt so. Ich fand Podcasts schon immer cool und jetzt ist der Gordon auch noch bei LifeHackz am Start. Da klingt das ja alles ganz easy oder machbar. Ich möchte loslegen, aber ich weiß jetzt nicht wo”? Gordon: Ja, also man muss sich auf jeden Fall sicher sein, dass Podcasting Zeit in Anspruch nimmt. Punkt. Das kann ich niemandem schön reden, es ist einfach so. Ich habe für meine erste Episode, die 30 Minuten ging, nee… die irgendwas um die 20 Minuten ging, da habe ich drei Stunden gebraucht. Also eine Dreistundenproduktion für 20 Minuten. Weil die Handgriffe noch nicht sitzen oder saßen. Weil ich noch nicht wusste, worauf muss ich jetzt im Detail achten. Was ist jetzt richtig, was falsch? Ne? Wir haben ja vorhin drüber gesprochen. Ich habe 12 Mal einen Take-off genommen, weil der immernoch nicht perfekt genug war. Im Endeffekt ist der erste Tipp, den ich geben kann: Einen Moment zu wählen, wo man einfach ein bisschen Zeit erübrigen kann. Also die erste Episode wird lange dauern, aber bei der zweiten wird es schon deutlich schneller gehen, bei dritten noch schneller und so weiter und so fort. Also, wenn ihr mit nem Podcast starten wollt, dann nehmt euch, ne, so nen Tag Zeit, um mit diesen ganzen Tools zurechtzukommen, die es so gibt. Dann Tipp Nr. 2 ist, einfach unperfekt zu starten. Das ist ja auch hier immer wieder Thema gewesen. Unperfekt ist für mich das neue Perfekt. Und einfach loslegen. Und man kann am schnellsten loslegen, und dass ist auch so ne Frage, die hör ich immer wieder “Ja was soll ich denn für Inhalte machen?” Die meisten von uns sitzen auf einem riesengroßen Wissensschatz, weil die meisten schon angefangen haben zu bloggen oder so. Oder haben Videos gemacht oder so. Und dann nimmt man sich irgendwelche Inhalte, die man schonmal geschrieben hatte und spricht die einfach nur mal ein. Einfach nur mal um zu gucken, wie ist meine Stimme? Zeigt das dann Leuten, die einem wohlgesonnen sind, um mal ein bisschen Feedback zu kriegen. So: Wie ist die Stimme? Ist vielleicht die Betonung noch nicht so 100 Pro oder so und dann kann man einfach mal anfangen, die ersten Episoden mal aufzunehmen oder die ersten Beiträge mal aufzunehmen, die man mal geschrieben hat. Fügt dann vielleicht zu neuen Blog-Artikeln nochmal so ne Audiospur hinzu und schaut mal, wie kommt das so an? Und erfahrungsgemäß kommt das immer sehr gut an. Und das ist halt immer so ein erster kleiner Schritt in Richtung vollwertiges Podcasting, wo man dann irgendwann einen Feed erstellt und dann so eine abonnierbare Audioreihe produziert. Also mehr so meine Tipps. Also erstmal unperfekt starten, erstmal einen Blogartikel vertonen, dann gucken wie der ankommt, dann vielleicht tatsächlich in der breiten Masse in einem neuen Blogartikel Audio zu zeigen und wenn das gut ankommt, dann steht eigentlich nichts mehr im Wege. Marcus: Mmh. Und ich glaube auch, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie da Bock drauf haben. Gordon: (lacht laut) Ja! Glaub ich auch.   Marcus: So ging es nämlich auch meiner Freundin. Als ich dann anfing mit diesem ganzen Podcasting und die ersten Folgen live waren “Hmmm, kann ich nicht auch mal irgendwie probieren” und “ich will mal was einsprechen, wie sich meine Stimme anhört”. Und dann fing sie an und hat mich dann interviewt, so aus Spaß und hatte dann mega Freude und wollte gar nicht mehr aufhören. Gordon: Sehr cool, ja. Marcus: Und jetzt wird die Feli irgendwann auch mal so Gastbeiträge auf LifeHackz machen oder so. Gordon: Schöne Idee! Marcus: Ja genau. Einfach mal machen, ausprobieren. Sonst… Wir kriegen nämlich auch immer so die Fragen gestellt, Feli und ich, als digitale Nomaden “Womit soll ich mein Geld verdienen?” Und wir plädieren ja immer dafür, es am besten mit irgendetwas zu machen, was dann auch Deine Leidenschaft ist, weil dann fühlt es sich am wenigsten nach Arbeit an. Gordon: (lacht) Ja geschickt, ja. Marcus: Das ist ja genau der Trick. Manchmal kann es helfen, wenn man schon einen guten Skill hat, um da an die ersten Kunden zu kommen und damit zu starten. Aber irgendwie im Longterm sollte man schon gucken, dass man das macht, was einen erfüllt und auch Spaß macht. Und genau, dann gibt es auch viele, die sagen “Ja, ich weiß ja gar nicht, was meine Leidenschaft ist, ich habe keine Hobbies, ich brenne für gar nix”. Gordon: (lacht laut) Okay. Marcus: Dem habe ich gesagt “Das kann nicht sein! Und ansonsten probiere es doch einfach mal! Nimm Dir irgendwie eine Reitstunde oder buch mal ne Stunde auf dem Kitesurfbrett oder nimm ne Klavierstunde oder geh mal Laufen oder geh ins Fitnessstudio. Und irgendetwas bleibt dann auch hängen. Oder sprich einfach mal in Dein Mikro am PC rein, nimm das auf und guck, ob Dir das gefällt. Oder interview Deinen Bruder oder Deine Mutter.” Und ich glaube schon, dass es da einige geben wird, die da sagen “Ey cool, das macht ja voll Bock. Vielleicht ist ja ein Podcast mein Ding”. Gordon: Ja, ja. Vor allem, weil man irgendwann merkt, es ist gar nicht sooo viel Arbeit. Also die … gönnst Du Dir jemanden, der sich um den Sound kümmert, keine Frage. Du hast jemanden, der das hochlädt, aber auch jemand, der noch nicht, ich sage mal einen VA hat oder einen Mixer oder einen Mastertypen am Start hat so, es ist nicht so viel Arbeit. Vor allem, wenn man es so ein paar Mal gemacht hat, die Handgriffe sitzen - easy peasy. Ich habe ja den Henry Apell - der ist auch ein recht erfolgreicher Podcaster - der sagte: Mittlerweile ist es für ihn einfacher, mal eben sich das Mikro umzuschnallen, was einzusprechen und als Episode zu veröffentlichen und fertig ist die Laube. Das ist für ihn einfacher, als einen Blogartikel zu schreiben. Und da bin ich überzeugt. Wenn man so ne gewisse Routine hat, so nach 6, 7, 8 Podcast Episoden, dann wird es deutlich entspannter. Marcus: Auf jeden Fall! Ich merke das auch, wie entspannt ich mittlerweile in die Interviews reingehe und am Anfang habe ich mir voll die mega Platte gemacht und dachte so “Och nee, das muss alles cool sein” und “fallen Dir genug Fragen ein?” Gordon: Ich merke jetzt auch, dass Du locker wirst. Marcus: Ja? Cool, gut zu hören. Und es ist ein mega geiles Gefühl, wenn Dein eigener Content, wenn Du etwas kreierst, wenn Du der Welt etwas hinterlässt und auf einmal da Podcast-Folgen von Dir irgendwo aufpoppen. Gordon: Ich finde, das ist immernoch so ein bisschen Magie. Also ähm, ich hab ja zig Stunden meines Lebens in Aufnahmestudios verbracht. Ich bin Sänger in diversen Bands gewesen oder immernoch. Und so Richtgung Rock und Metal. Und ich fand das immer geil#! Weißt Du, Du kommst darein und da ist ja nichts fertig so. Dann macht der Drummer irgendwas, dann machen die Gitarren irgendwas und am Ende ist das fertig so ne? Und dann sitzt Du da jetzt auch als Podcaster vor Deinem Mikro. Du hast das Wissen in Deinem Kopf oder Du hast ein kleines Skript oder so was. Dann sprichst Du das rein, da macht jemand Musik dazu oder Du fügst die rein und am Ende ist das ne richtige Show! Wie geil is’n das?! Und dieses Gefühl, so nen geilen hochwertigen Content zu produzieren, das ist der absolute Wahnsinn! Das ist jedes Mal nur so ein kleines Stück von Dir selber dadrin und das ist einfach nur Magie. Marcus: Mmh, total geil, ja. Und jetzt gerade wo Du das sagst, fällt mir gerade überhaupt auf, wie geil Deine Stimme ist. Du hast so einen Ton, das passt wie Arsch auf Eimer. Gordon: (lacht laut) Marcus: Ja cool, also danke für Deine Zeit! Gordon: Ja sehr gerne! Marcus: Die vielen Tipps zum Thema Podcasting, da ich jetzt auch von immer mehr Leuten gehört habe, das ist cool, was Du da machst. Das ist irgendwie cooler, wenn ich es machen würde und dann habe ich mir gedacht “Ich hole mir den Gordon auf die Show” Gordon: Yeahhh Marcus: Hat jeder was davon und kriegt vielleicht noch mehr Motivation nen eigenen Podcast zu starten. Es kann gar nicht zu viele gute Podcasts geben, darum: jeder der draußen ist und Bock hat, da irgendwas zu machen... Gordon: Wir brauchen - da muss ich nochmal eben kurz einsteigen - wir brauchen auch bessere Podcasts. Wir haben schon tendenziell ne Menge gute da draußen. Mehr als ne Hand voll. Also die Szene wächst, aber es gibt noch ne Menge Altlasten, die immernoch in den Charts rumhängen. Deswegen, wir brauchen deutlich mehr Podcaster da draußen, damit wir auch als Community deutlich wachsen und geiler werden. Marcus: Ich sehe das auch immer so: Je professioneller irgendetwas wird, die ganze Szene, da profitiert auch jeder davon, weil man dann auch in der Außenbetrachtung von ner anderen Bewegung viel ernster genommen wird, als wenn es dann irgendwie nur Schrott gibt. Gordon: Ja genau, absolut. Marcus: Okay, in diesem Sinne! Startet alle nen coolen Blogcast - ähm PODCAST. Blogcast hahaha Gordon: (lacht) Marcus: Blogcast wär vielleicht auch mal nicht schlecht. Stimmt, das machst Du ja. Du liest ja Deine Blogbeiträge dann und vertonst die dann als Podcast. Gordon: Ja genau. Marcus: Ähm… gut. Vielen Dank für Deine Zeit Gordon. Gordon: Ja, ich hab zu danken. Hau rein! Marcus: Hau rein, viel Spaß beim Mastern von dieser Folge! Gordon: (lacht laut) Gut! Marcus: Peace and Out! Gordon: Peace and Out! Das war’s Leute! Das war die Folge mit Gordon Schönfelder. Ich hoffe, euch gefällt der Podcast nach wie vor so gut wie mir. Und wenn ihr es noch nicht gemacht habt, würde ich mich mega freuen, über eine Bewertung auf iTunes unter wwww.lifehackz.de/iTunes. Peace and Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Aug 24, 2015

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Interview mit Fabian Dittrich von Startup Diaries

Heute mit dem super sympathischen Fabian Dittrich von Helpando.it, das ist sein Startup und von startupdiaries.org, das ist sein Vlog, das er angelegt hat, als er mit einem Defender quer durch Südamerika gefahren ist und sein Unternehmen von unterwegs geführt hat. Ich habe Fabian das erste Mal auf der DNX GLOBAL im Sommer in Berlin kennengelernt und muss sagen: Sau sau sympathisch und ein netter Kerl. Beispielsweise hat er im Vorfeld vor dem Event, als Leute noch einen Schlafplatz in Berlin gesucht haben, ganz selbstlos seine Bude angeboten. Jeder konnte kommen, da eine Matratze hinlegen und bei ihm pennen. Freut euch auf das Interview, viel Spaß und Out! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man mitten in der Wüste ein Startup gründet.
  2. Wie du mit coolen Tools deine Effizienz boostest und Abläufe automatisierst.
  3. Warum sich Marcus und Fabian auf 9 Tage ohne Internet freuen.
  4. Welche 3 Sachen Glück sind.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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SHOWNOTES

The Email Game

Fabian Dittrich

Helpando

Startup Diaries

Alfred App

Calendly

Flycut

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Fabian Dittrich   Marcus: Hey Fabian, willkommen auf LifeHackz, cool dass Du am Start bist! Fabian: Hi Marcus, vielen Dank für die Einladung! Marcus: Sag mal, wo erwische ich Dich gerade? Wo hängst Du ab? Was machst Du gerade? Fabian: Ich war gerade drei Tage mit La Oficine, dem Land Rover Defendant, den wir auch in Südamerika dabei hatten in verschiedenen Seen unterwegs und in Polen an der Küste oben bei Swinoujscie, Swinemünde glaube ich auf Deutsch, und habe mir so ein Standup-Paddleboard besorgt und bin die letzten drei Tage auf allen möglichen Seen mit diesem Standup-Paddleboard rumgefahren. Jetzt gerade stehe ich im ägyptischen Schlafanzug in meiner Wohnung, es ist 13:00 Uhr. Ich bin um 8:00 Uhr aufgestanden und habe dann angefangen zu arbeiten. Und weil ich drei Tage in der Natur war, bin ich total geflasht von der Arbeit und habe total Lust ganz viel zu machen. Deswegen habe ich es immernoch nicht geschafft zu duschen heute. Marcus: Ja cool. Ich kenne das selber von uns. Als wir beispielsweise letztes Jahr in Brasilien waren, in Jericoacoara, waren wir erst mega produktiv, haben viel weggehauen, haben aber trotzdem noch angefangen Kitesurfen zu lernen und waren dann im Amazonas Dschungel, für eine knappe Woche und waren natürlich total unplugged und detoxmäßig unterwegs. Als wir dann zurückkamen konnten wir gar nicht mehr aufhören. Wir waren da in so einem kleinen Hostel und das Internet hat irgendwie nur vorne am Eingangsbereich an der Rezeption am besten funktioniert. Und wir waren da wie die Geistesgestörten Tag und Nacht vorne an der Rezeption an unseren Rechnern. Die Leute mussten auch gedacht haben: wir haben sie nicht mehr alle! Fabian: (lacht) Ja und ich glaube, wenn man mal so eine Kalkulation macht, ist man im Endeffekt produktiver, wenn man irgendwie drei Tage die Woche arbeitet und vier Tage die Woche irgendwie Sport macht oder disconnected ist oder irgendwie in der Natur rumhängt, als wenn man sieben Tage arbeitet. Weil man nach dieser Naturpause einfach viel fokussierter ist und viel besser arbeitet. Marcus: Ja, ich kenne das auch so und Du vielleicht auch. Wenn man nur eingeschränkte Zeit hat für seine E-Mails, sage ich mal, und man weiß jetzt, man hat nur eine halbe Stunde oder so, man rast da ganz anders durch und kann auch viel schneller Entscheidungen treffen und liest die Dinger auch fünf mal durch, ob die Signatur stimmt und ob der Satz auch …. was weiß ich, es geht ja um den Inhalt. Kennst Du das auch? Fabian: Das kenne ich sehr gut von jetzt gerade. Bei dem letzten Projekt, das ich gemacht habe. Wir sind ja mit so einem Jeep durch Südamerika gefahren und haben eine Video-Dokumentation gedreht und dabei noch eine Firma gemanaged. Und da gab es halt so Phasen wo wir von Chile nach Peru gefahren sind. Dann waren wir irgendwie vier Tage in der Wüste und hatten natürlich alle so Prepaid Sim-Cards, aber Du bist dann irgendwie in dem ersten Dorf, da hast Du dann irgendwie noch eine 3G Connection. Da lädst Du Dir dann Deine E-Mails runter und dann hast Du halt nur eine begrenzte Zeit, weil danach mussten wir wieder irgendwie zwei Tage durch die Wüste fahren ohne Connection. Und dann habe ich auch immer diese Zeitfenster gehabt von einer Stunde. Und ich wusste, ich musste jetzt alles in dieser einen Stunden machen. Und so wie Du sagst, es kommt manchmal nicht darauf an, ob da ein Komma richtig ist oder die besten Worte benutzt worden sind, sondern einfach nur die Message rüberzubringen. Und da habe ich dann auch 15 E-Mails in 15 Minuten immer beantwortet. Mich da einfach durchgehackt. Marcus: Ich glaube, da gibt es auch ein ganz cooles Tool, das heißt: E-Mail Game. Oder so. Ich suche das mal raus und haue das auch in die Shownotes. Das habe ich eine Zeit lang benutzt. Da hat das fast noch einen Game Charakter gehabt, wie schnell Du da durch fliegst. Und das hat gut funktioniert. Fabian: Sehr geil, das gucke ich mir mal an. Marcus: Ja erzähl mal ein bisschen von Deiner Südamerika-Tour und genau, was habt ihr da gemacht? Du hast gesagt, ihr habt ein Startup gegründet. Wie crazy ist das denn? Fabian: Ja, das hat ungefähr vor einem Jahr angefangen. Da hatte ich die Idee, als ich beim World Cup in Brasilien war. Ich habe damals einem Freund einfach nur eine Facebook-Nachricht geschickt. Ich hatte da schon meine eigene Firma. Also wir haben jetzt nicht in Südamerika gegründet, ich hatte schon eine Firma seit ungefähr zwei Jahren. Und es lief alles bestens und irgendwie saß ich aber so rum im Büro in Berlin und dachte mir “Ey, ich brauche mal wieder eine Herausforderung”. Und dann habe ich meinem Kumpel David, der vier Jahre lang mit einem Bulletproof Land Rover Defender, den er von der nigerianischen Botschaft in Lagos gekauft hat, von Südafrika nach China gefahren. Und dann habe ich dem geschrieben “Hey David, what should I do with my life? Any suggestions?” Marcus: Jetzt echt? Also, hattest Du so eine Art Krise oder wolltest Du einfach nur mal wieder einen Kick reinbringen in Dein Leben? Fabian: Ja, einfach mal wieder etwas herausforderndes machen. Weil ich bin vorher mal mit einem alten Mercedes von Berlin nach Südafrika gefahren. Allerdings habe ich es nur bis Kongo geschafft. Und da habe ich mich total verliebt in diese Art zu reisen, mit dem eigenen Fahrzeug. Man ist halt nicht gezwungen nur zwischen A und B zu sein, wie wenn Du mit einem Bus fährst. Sondern Du kannst überall anhalten. Und es war halt super Adrenalin. Dauernd von der Polizei angehalten zu werden und irgendwie versuchen über die Grenzen zu kommen und ich liebe das! Und dann wollte ich wieder etwas ähnliches und dann meinte David so, der hat nichts gesagt, er hat mir nur einen Link gepasted zu einem Land Rover Defender, der auf so einem Messageboard, Hub heißt das Ding. Das ist so für Overlanders verkauft wurde. Und dann dachte ich mir so “Mh, ja okay ein Land Rover und dann?” Und dann meinte ich so “And what should I do with it?” Und er meinte so “Das ist in Buenos Aires geparkt. Vielleicht kannst Du es dann ja durch Südamerika fahren”. Das hörte sich irgendwie gut an, aber… ich kann auch nicht mehr einfach nur reisen. Weil ich habe soviel gereist, dass ich irgendwie jetzt immer während ich reise irgendein Projekt machen möchte, damit ich nicht mehr gelangweilt bin von immer den gleichen Konversationen in Hostels mit 20-jährigen betrunkenen Engländern. Und dann dachte ich mir so “mal gucken, was ich da machen könnte”. Das mit dem Land Rover hörte sich gut an. Dann war ich zum World Cup in Brasilien und habe einen Rucksack im Auto liegen gelassen und als ich wieder kam, waren die ganzen Autos in der Straße aufgebrochen und alle Rucksäcke weg, meiner auch mit einer Go Pro und einem Kindle. Dann dachte ich mir “Scheiße!” und bin dann am nächsten Tag in den Coworking Space gegangen in Recife und dachte mir “Jetzt arbeite ich einfach ein bisschen und gewinne irgendwie das Geld, was ich jetzt verloren habe, zurück. Und dann kaufe ich mir die Go Pro wieder.” Und dann habe ich Ed, das war so ein Typ der neben mir saß, erzählt, dass meine Go Pro geklaut worden ist und am nächsten Tag hat er mich zum Mittagessen eingeladen und hat mir so ein Buch überreicht. Total zeremoniell. Ich machte dieses Buch auf, das war “Emprededores Brasileiros”, also Brasilianische Unternehmer, so hieß das Buch. Dann in der ersten Seite stand drin “Hi Fabian, es tut mir total leid, was Dir passiert ist. Ich hoffe, dass Du neben diesem Brasil, was Du jetzt gesehen hast, auch das Brasilien kennenlernst, welches innovativ und kreativ ist und voll von coolen Ideen.” Und dann war ich total bewegt von dieser Geste. Marcus: Ja, wie geil! Fabian: Ja voll geil. Und dann sind wir eine Stunde durch die Altstadt gelaufen. Die Altstadt, die vorher für mich aussah wie total abgewrackt. Die Häuser alle verschlossen, Kinder ohne Schuhe, die im Eingang liegen und so was. Und mit Ed hat sich jedes zweite Haus dann konvertiert in irgendwie einen Incubator, ein Startup, ein Coworking Space, weil er die ganzen Leute da drin kannte und wir darein gegangen sind und nach einer Stunde hatte ich eine Tasche voll mit Business Cards. Und da hat es Klick gemacht in meinem Kopf. Und da hatte ich die Idee “Okay, Land Rover in Buenos Aires, dieses ganz andere Südamerika, was ich jetzt kennengelernt habe. Wir sollten eine Video-Doku machen über dieses kreative, innovative Südamerika”. Und so ist dann die Idee von Startup Diaries entstanden. Und dann sind Dominik, das ist mein Business Partner aus Rumänien. Den habe ich in Bukarest auf so einem Car-Sharing Trip kennengelernt. Und Vin, das ist ein gemeinsamer Freund von uns aus Vietnam. Wir sind dann zusammen nach Buenos Aires geflogen, haben den Land Rover gekauft mit der Mission auf der einen Seite, unsere Firma zu managen während wir 20.000 km durch alle südamerikanischen Länder fahren. Und auf der anderen Seite Leute zu treffen, die irgendwie Arbeit redefinieren. Also das kann der Psychologe sein, der psycotherapy über Skype macht oder der digital Nomad oder irgendwelche Leute, die Technolgie und Tools dazu benutzen, anders zu arbeiten, fernab von 9 to 5 und Hierarchien. Und das ganze haben wir dann in einer Video-Dokumentation zusammengefasst. Marcus: Boah, mega spannend. Und die Video-Dokumentation, die hieß dann Startup Diaries? Fabian: Genau Startup Diaries ist so eine Art von Real Time Wepisode Series, wo wir alles zwei Wochen so einen 10 Minuten Clip releast haben. Einerseits über uns und die Herausforderung eine nomadische Firma zu sein. Weil wir sind wirklich eine Firma mit zwei Gründern und vier oder fünf Freelancern, die noch mit dranhängen. Und auf der anderen Seite, Leute zu zeigen, die anders arbeiten. Marcus: Cool, das heißt die Leute, wie die beiden Jungs mit denen Du dann mit dem Land Rover unterwegs warst, die gehören auch zu Deiner Firma, zu Deiner Company? Fabian: Dominik ja, Vin nicht. Vin wusste… habe ich am Anfang in der ersten Woche gesagt “Kannst Du mich auf cc setzen?” Und er meinte so “Huh? Was ist das?” Ich so “Ja, wenn Du eine E-Mail schreibst, dann kannst Du noch andere Leute hinzu…” - “Oh, wusste ich nicht”. Marcus: Carbon Coffee ne? Fabian: Genau! Und der hatte gar keine Ahnung. Der kann irgendwie ein iPhone benutzen um eine Facebook Message zu schreiben, aber hat sonst nie irgendwas mit Technologie zu tun gehabt. Marcus: Ist wahrscheinlich Internet für ihn: Facebook ne? Fabian: Genau. Und das ist einfach nur ein Kumpel von uns und ein lustiger Typ und deswegen war es super, den dabei zu haben. Marcus: Okay cool, aber er hat jetzt nicht wirklich bei euch mitgearbeitet oder hat er dann doch auch Feuer gefangen und mitgemacht? Fabian: Der hat nicht bei der Firma mitgearbeitet, aber er hat bei Startup Diaries mitgemacht im Sinne von: Er ist viel gefahren, er hat so ein bisschen Logistik übernommen, er hat gefilmt, er hat hinterher gelernt Videos zu editieren und so etwas und hat dann ordentlich mitgemacht. Marcus: Echt krasse Story. Und ich glaube, ihr seid mit Startup Diaries sogar auch in die Wired, die deutsche, gekommen? Fabian: Ja wir hatten acht Artikel in der Wired und haben bei Ted gesprochen und jetzt sind wir Neon bald in der nächsten Ausgabe. All so etwas. Da gab es ziemlich viel Medienrummel auch. Marcus: Gut. Hast Du da aktiv dran gearbeitet? Oder kamen irgendwann die Medien von selbst auf euch zu? Oder war das dann irgendwann so ein Turningpoint, der erreicht wurde und dann lief es mehr oder weniger von selbst? Oder am Anfang war es harte Arbeit? Fabian: Also was ich wirklich gut kann ist effizient sein. Ich arbeite super schnell. Ich sitze halt seit 12 vorm Computer und…. also ich mache viele Sachen schlecht, aber wenn ich irgendetwas gut kann, dann ist es sehr effizient zu sein. Wir haben auch eine effiziente Strategie gefunden, um Medien Coverage zu bekommen. Das habe ich auch schon während meines Afrikatrips gemacht. Ich glaube meine Philosophie ist immer: Wenn 95% es so machen, dann mache ich es anders! Ich bin dann so die 5%. Und bezüglich auf Medien Coverage finden haben wir folgende Strategie angewendet: Anstatt E-Mails zu schreiben haben wir gesagt “Okay, wir machen ein personalisiertes Video. Ein 1 Minutenviedeo, was wir dann an die Leute schicken. Wenn die Leute ziemlich weit oben in der Hierarchie waren, sagen wir mal bei einem TV-Kanal oder beim Radio. Da haben wir versucht die Assistenten zu finden, die für die arbeiten. Aber der Key ist ein Video zu machen, wo Du am Anfang sagst “Hallo” und der Name von dieser Person, an die Du herankommen willst. Wenn irgendjemand das sieht, auch wenn es ein Assistent ist, dann denken die sich “Hey, die haben sich so viel Mühe gegeben und extra ein Video für uns gemacht, das leiten wir auf jeden Fall weiter.” Jetzt ist die Frage: Wie machst Du so viele Videos, weil wir haben bestimmt 50 von diesen Videos gemacht ohne zu viel Zeit zu verschwenden. Jetzt stell Dir die folgende Situation vor: Wir sind in Ecuador irgendwo in den Dschungel gefahren und haben uns da extra irgendwie in den Matsch eingegraben mit dem Auto. Dann habe ich mich oben auf das Dach gestellt und vorher haben wir eine Liste vorbereitet mit allen 30 TV-Kanälen in Ecuador, Peru und Kolumbien und den Namen. Jetzt sitzt Dominik irgendwo außerhalb des Bildes und schreit mir immer diese Namen zu. Also zum Beispiel EcuaVisa. Und dann sitze ich auf dem Land Rover und sage “Hola EcuaVisa!” und Dominik “Bogota TV” und dann so “Hola Bogota TV”. Das heißt, wir haben eine Minute aufgenommen, wo wir 30 Mal “Hola” und den Namen des TV-Senders genannt haben. Danach haben wir einfach nur ein Video für eine Minute lang gemacht und haben gesagt wer wir sind, was wir machen, was wir brauchen und wie die Leute die uns helfen, davon einen Vorteil haben. Das heißt, wir haben dann 30 von diesen Videos aber in so einer Art von Mass Production. Wir haben immer nur am Anfang die ersten zwei Sekunden ausgetauscht, das alles exportiert, auf Youtube hochgeladen und hatten innerhalb von zwei Stunden 30 personalisierte Videos, die wir dann so massmäßig verschicken konnten an die TV-Channels. Und nach meiner Erfahrung hat das eine 20% Conversion Rate. Sei es ob Du eingeladen wirst in eine Talk Show, ob die irgendwie einen Artikel über Dich schreiben in einem Blog. Ob die Dich ins Radio einladen und so. Das ist eine super Methode glaube ich. Marcus: Ja, klingt auf jeden Fall super effizient. Die Deutschen natürlich - keine Sache irgendwie zweimal machen, aber why not? Also echt smart und Du sagtest auch gerade, Du bist, wenn Du etwas machst, sehr effizient, gerade am Rechner. Ich habe eine - ich weiß jetzt gar nicht mehr wo - ein Interview von Dir verfolgt, wo Du auch gesagt hast, Du bist ein total Shortcut-Freak oder so. Oder Du baust Dir da irgendwie eigene Shortcuts zusammen. Das fand ich super spannend, weil ich auch ein totaler Shortcut und fastest lane Verfechter und Liebhaber bin. Vielleicht kannst Du da auch nochmal etwas zu sagen, was Du Dir alles für Shortcuts programmiert hast? Ob Du die alle nocht nutzt so in Deinem täglichen Leben am Computer? Fabian: Okay, die Philosophie dahinter ist einfach: Doing things over and over is over. Also irgendwas dauernd nochmal machen macht keinen Sinn. Wenn man das macht, wird man irgendwann wahrscheinlich von einem Algorhythmus oder von irgendeinem Roboter, den es in 20 Jahren gibt, ausgetauscht. Das heißt, gerade wenn wir so in der Wüste herumgefahren sind und wir irgendwie mal fünf Stunden kein Internet hatten und ich irgendwie auf dem Beifahrersitz saß, dann kann man ja auch nichts anderes machen, als irgendwie darüber nachdenken “wie kann ich effizienter arbeiten?”. Und diese Phasen haben mir unglaublich geholfen, diese Shortcuts zu konfigurieren. Denn ich liebe Alfred App. Das ist das Tool, was ich dafür nutze. Und mit Alfred App kannst Du halt so Sachen machen, wie sagen wir mal, Du benutzt Couchsurfing. Ich hatte jetzt irgendwie 150 Leute, die hier bei mir in Berlin couchsurfingmäßig untergebracht worden sind und es kommt immer wieder die Frage, wie komme ich zu Deinem Haus? Jetzt kannst Du natürlich in Evernote gehen und dann diese Description, die Du irgendwann mal vorbereitet hast “Hey wenn Du Tegel kommst, wenn Du von Schönefeld kommst, geh hier- und dahin.” Kannst dann Copy and Pasten und dann nach Couchsurfing rüberhauen. Mit Alfred App habe ich so Shortcuts - zum Beispiel gibt es einen, der heißt “My Direction”. Das heißt, ich mache einfach nur Command+Space, dann geht dieses Alfred App Textfenster auf, was eigentlich Spotlight ist, aber ich habe es replaced mit Alfred App, und dann sage ich einfach nur “my” und dann autocompleted sich das für “My Direction”. Und wo immer jetzt mein Cursor ist, wenn ich Enter drücke, dann wird da eingefügt, wie man zu meinem Haus kommt. Das ist ein Beispiel. Dann, wenn wir jetzt in Südamerika sind, dann hatten wir da sechs verschiedene Länder. Das heißt, in allen Ländern hatte ich dann verschiedene Telefonnummern. Das heißt, ich habe mir sechs Shortcuts gemacht, die heißen “Phone.title, also Phone.Ecuador, Phone.FestnetzBerlin” oder so. Und ich konnte dann immer, wenn ich zum Beispiel, ich liebe diese Google Calender Notifications, das heißt, ich musste aber immer, wenn Du im neuen Land bist, wieder in die Settings gehen und eine neue Telefonnummer da eintragen. Und es gibt sehr viele Stellen, wo ich hier und da in irgendwelche Webformulare meine Telefonnummer wissen muss. Marcus: Ja das kenne ich auch. Wenn Du viel unterwegs bist, auch bei iMessage glaube ich, oder so, dass Du immer wieder die Nummer da pasten musst. Fabian: Ja und wenn Du dieses Shortcuts hast, dann sagst Du einfach nur “Phone.Ecuador” und zack, da ist Deine Telefonnummer. Und das hat super viel geholfen. Das sind ziemlich einfache Shortcuts. Die schwierigen sind, wenn Du Dir vorstellst, dass Du einen bestimmten Task immer wieder ausführst und dieser Task erfordert, dass Du bestimmte Browser-Tabs aufhast. Sagen wir mal ein bestimmtes Document in Deinen Google Spreadsheets eine bestimmte Evernote des Terminal Window und Microsoft Word. Sagen wir mal, für irgendwas brauchst Du diese vier Sachen oft. Jetzt könnte ich die alle manuell aufmachen. Aber bei Alfred App kannst Du auch sagen, Du machst Dir einen Shortcut, der heißt “Podcastmodus” sagen wir mal. Und dann führst Du den aus und die Tabs gehen auf, Evernote geht auf, Microsoft Word geht auf, lädt ein entsprechendes Dokument und alles ist fertig. Das heißt, Du kannst diese Shortcuts konfigurieren für bestimmte Arbeitsmodi. Wenn ich zum Beispiel sage “Defmode” wo ich programmieren muss, dann geht Sublime oder Textmade, der Texteditor auf, lädt meinen Code. Auf der anderen Seite geht dies und das auf. Das heißt, ich muss nie wieder manuell sagen, was ich da alles für Tools brauche, sondern ich habe für alles Shortcuts, die dann diese entsprechenden Fenster direkt auf den Schirm bringen.   Marcus: Ja, das ist auch smart. Klingt echt cool. Sollte ich mir auf jeden Fall auch näher anschauen. Weil wenn ich über Shortcuts rede, dann rede ich davon in dem Programm selber die ganzen Abkürzungen zu nehmen so. Aber bei Dir geht es ja irgendwie noch eine Stufe weiter ne? Fabian: Ja und auch zum Beispiel, kennst Du das, wenn Du Sachen Copy und Pastest und dann willst Du irgendwas pasten, was Du vor vier Mal gecopied hast? Und nicht das letzte Mal. Weil mit Alfred App kannst Du dann nicht sagen Command+V, sondern Command+Alt+V. Und dann zeigt er Dir eine Liste von allen Dingen, die Du in den letzten 24 Stunden irgendwann mal ins Clipboard gecopied hast. Und dann kannst Du einfach mit Pfeil runter, Pfeil hoch auswählen. Und das hilft manchmal ungemein, solche kleinen Tricks zu haben. Was ich auch gesehen habe, was Du ja machst, und das hat uns super viel Zeit gespart, ist das terminieren von Anrufen mit so Tools wie Calendly. Marcus: Calendly ja. Und ganz kurz für das eine, was Du gerade sagtest: Alt+Shift+ nochwas, bei mir ist dann Command+Shift+V und das Tool heißt Flycut. Also das ist nochmal ein extra Tool, wo Du das ganze Clipboard dann quasi gesaved hast von den letzten 24 Stunden. Das ist auf jeden Fall eins der wichtigsten Tools ever, weil ich habe da so viel drin, was man immer wieder braucht und bevor Du dann wieder die allte Seite aufrufen musst und wieder diesen Shortcut daraus holst. Fabian: Ja, oder bei so Sachen wie wenn Du sagen wir mal, vier verschiedene Dinge von einem Ort zum anderen kopieren musst, aber die irgendwo verstreut sind. Dann müsstest Du ja eigentlich Kopieren - irgendwoanders hin - einfügen. Dann wieder woanders hin - kopieren - einfügen. Mit dem Tool kannst Du einfach vier Mal nacheinander kopieren und dann vier Mal nacheinander einfügen. Marcus: Geht das auch mit Dateien? Fabian: Äh, ich glaube nicht, mit Dateien nicht mit Alfred App. Marcus: Ja, das müsste mal gelöst werden ne? Fabian: Ja, ganz cool. Ja und Calendly, also Scheduling: Für unser Business erfordert es, dass wir super viele Anrufe haben. Wir haben 250 Anrufe gehabt, während wir acht Monate in Südamerika waren, weil manchmal, wenn es irgendwie mehr Corporate Clients sind, dann wollen die so ein bisschen mehr persönlichen Kontakt. Und den könnte man sich irgendwie sparen, aber wenn es den gibt, dann sind die auch bereit mehr zu zahlen, weil es eigentlich alles irgendwie ein bisschen seriöser abläuft, anstatt einfach nur so per E-Mail zu reden. Das heißt, wir machen diese Calls. Bevor wir losgefahren sind, haben wir das so gemacht, dass das Szenario ist: Ich bekomme eine E-Mail “Hi Fabian, ich brauche einen Anruf” und dann muss ich sagen “Hey Dave, what times zone are you in? PST, EST, GMT -/+2 whatever?” Dann kommt der und sagt “Ich bin in PST”, dann muss ich in meinen Kalender gucken und dieses, die ganze Zeit im Kopf umrechnen. Was ist das? -9 Stunden, habe ich da Zeit? Dann wäre der größte Fehler zu sagen “Hey, am Mittwoch 7.00 Uhr”. Weil dann wird er wahrscheinlich sagen “Nein”. Besser ist es schon drei Alternativen vorzuschlagen und zu sagen “Wenn das nicht klappt, dann schlag Du doch drei Alternativen vor.” Aber irgendwie bist Du am Ende trotzdem noch bei vier E-Mails. Beim Calendly, da habe ich so einen Alfred App Shortcut für, der heißt “Hey, if you want to have a call”, also ich bin in einer E-Mail und sage einfach nur “Call”. Call fügt dann beim Cursor folgenden Text ein: “Hey, if you want to have a Call feel free to schedule a call with me using this link”. Und dann geht der Calendly Link dann ein. Der Kunde klickt auf den Link, sieht die ganzen Zeitzonen schon translated gerechnet in seine oder ihre Zeitzone und booked einfach etwas. Das heißt, alles was ich mache ist eine E-Mail und danach ist es automatisch in meinem Google Calender, ohne dass er dies trotzdem noch in meinem Google Calender erzeugen müsste und hätte irgendwie vielleicht einen Blue Jeans oder Go-to-meeting Link reinhauen müssen. Das hat sich jetzt alles automatisch erledigt. Und wenn Du Dir dann vorstellst, Du willst offline sein oder wenn wir irgendwie drei Tage wussten, wir fahren jetzt durch die Wüste und haben keine Zeit für Calls, dann haben wir einfach in unseren Kalender drei dicke Blocks reingehauen, die hießen dann “Driving to Peru”. Das heißt, die Kunden konnten dort keine Anrufe schedulen und waren gezwungen, an dem nächsten Tag da welche reinzuhauen. Das heißt, wir hatten dann einen Tag mit irgendwie acht Calls und wussten an dem Tag in Lima haben wir gutes WiFi und haben dann alle Calls so akkordmäßig runtergecalled. Marcus: Ja, Calendly ist echt ein saugeiles Tool, was ich auch noch mit in die Shownotes reinhaue. Gerade auch, wenn es darum geht, viele Termine zu schedulen, wie bei Dir oder bei mir Podcast Interviews zu schedulen oder Skype-Calls auch mit anderen Partnern oder so, ist es einfach sau smart, weil Du nicht ständig manuell in Deinen Kalender reingucken musst “Wann hast Du Zeit?” Sondern Calendly synchronisiert ja glaube ich, mit Deinem GMail Kalender und guckt “Wo sind die freien Slots?” und die kannst Du dann auch nochmal selber in Calendly vorher festlegen, genau in welchen Wochentagen und von wann bis wann Du überhaupt Bock oder Zeit hast zu skypen oder zu callen. Hast Du sonst noch ein Tool, was Du auf keinen Fall mehr missen willst, wenn Du arbeitest am Rechner? Fabian: Ja Skype natürlich für die Anrufe. Marcus: (Hustet) Sorry, ich habe mich ein bisschen erkältet. Fabian: Ja kein Ding. Wo steckst Du eigentlich gerade? Marcus: Jetzt gerade bin ich auf Mallorca im Bedndesk.com Coliving und Coworking Space vom Matthias. Das ist ein Mallorquiner, der auch auf der DNX Global gewesen ist und da irgendwie im Innenhof vom Betahaus rumstand und ich dachte, ich spreche ihn mal an, was er alles so macht. Und dann sagte er so “Ja, I just opened a coworking space and also accomodations in Mallorca, Playa de Palma” und ich so “What, Playa de Palma?” Weil ich da eigentlich schon immer gerne hinfahre zum feiern mit meinen Kumpels. Mittlerweile werden die Tage immer kürzer. Früher war es mal eine Woche, dann fünf Tage, vier Tage, mittlerweile halte ich es nur noch drei oder zwei Tage da aus ohne meinen Rechner und produktiv zu werden. Und ich habe mir sogar schon Flüge vorverlegt, um wieder schneller nach Hause an meinen Rechner zu kommen und zu Feli. Und da dachte ich “Ey wow geil! Irgendwie könnte das ja passen, wenn wir da jetzt zusammen hinfliegen, Felicia und ich” Und vielleicht mal zwei Wochen abhängen und ich dann On Demand einmal vielleicht pro Woche hochgehen kann zu meinen Kumpels an den Sechser und dann ne Runde feiern kann und dann wieder hier unten im Bedndesk bin. Und genau so haben wir das gemacht. Fabian: Ah sehr geil! Musst Du denen den Calendly Link schicken: Scheduled Beer Drinking. Marcus: (lacht) Ja, schedule Mediapark oder Bierkönig oder so. Ja, das Ding nutze ich halt irgendwann ab und dann brauchst Du auch nicht mehr drei Tage da zu verbringen, aber trotzdem mal so einen Abend mit den Jungs “von früher” ist dann ja auch wieder cool. Wenn man weiß wo man hingehört und wenn man weiß, man hat hier auch wieder coolste Voraussetzungen und das beste Setting, um produktiv arbeiten zu können. Fabian: Ja, sehr geil! Zu Deiner Frage, was nutze ich noch: Manchmal hat es bei uns Sinn gemacht, selber irgendwelche Tools zu bauen. Zum Beispiel machen wir viel Datenmigration. Und bei dieser Datenmigration ist der erste Anruf oder die E-Mail immer das gleiche. Von welche System wollen Sie migrieren? Wieviele Tickets? Brauchen Sie Ticket Attachment? Wie viele User? Es gibt da auch ein FAQ System, was migriert werden muss? Immer das gleiche. Das heißt, es macht keinen Sinn, das über einen Anruf zu erledigen, weil das schlimmste für uns als nomadische Firma, sind Anrufe. Weil die verlangen, dass man ein gutes WiFi hat, dass wir in irgend so einer Location sind, dass wir zu einer bestimmten Zeit irgendwo sind. Das ist irgendwie nicht so cool. Deswegen haben wir versucht darüber nachzudenken, wie können wir diese Calls vermeiden, die sowieso immer gleich sind. Wir haben dann einfach ein Tool gebaut. Das haben wir unter scoping.helpando.it laufen. Und dort können Kunden durch so ein Step-Visit durchklicken. Das dauert eine Minute. Da sagen die dann “Hey, ich will von dem und dem System migrieren, ich brauche dies und das, es sind so und so viele Tickets, meine Desire Timeline ist 5. August und hier ist noch ein Attachment, was noch irgendwelche Details zeigt”. Wenn die das gemacht haben, lassen die ihre E-Mail Adresse im letzten Schritt da in so einem Input Field, klicken auf Submit und danach kriegen wir so eine wunderschöne graphische Summary mit diesen Requirements, die die haben über diese Migration und können dann eine quote rausschicken. Das heißt, wir haben dort einfach selber ein Tool gebaut, wo wir die Arbeit einfach an den Kunden outgesourct haben. Was man ja mit Calendly auch macht. Du schickst dem Kunden einen Link und der klickt dann an, wann er Zeit hat und Du brauchst keine E-Mails mehr zu schreiben. Also manchmal macht es Sinn, wenn man Dinge so oft nacheinander macht, da einfach selber mal etwas zu bauen und das dann zu benutzen. Und wenn man es nicht selber bauen kann, gibt es ja Upwork, fiverr usw. Marcus: Auf jeden Fall. Das heißt, Du sprichst ja jetzt von Deinen Kunden und hast das Startup Helpando.it gegründet. Was genau macht ihr damit? Wie helft ihr Kunden? Fabian: Genau. Ich habe früher bei Zendesk gearbeitet in London und San Francisco und war da ungefähr zwei Jahre. Ich habe mich da, dadurch dass ich sehr hart gearbeitet habe und auch unglaublich motiviert war, ein bisschen in eine sehr gute Position manövriert und hatte ziemlich viel Freiheit. Ich konnte den Job total meinen Skills anpassen. Dann habe ich aber irgendwann nach zwei Jahren… Ich hatte so einen sehr gestressten Kumpel, der war bei Renault ziemlich hoch in der Position und hatte dann aber irgendwann super viel Druck und Stress und war auch so ein Perfektionist und wollte immer alles schaffen. Und irgendwann, ich schätze mal es war der Körper, der ihm irgendwann mal so ein Signal gegeben hat, dass er aufhören musste zu arbeiten. Da hatte sich so ein Tinitus entwickelt. Das heißt, er hatte zwei Jahre lang immer so ein üüüüüüüüüü im Ohr gehabt und ist dadurch halb verrückt geworden. Ich habe ihn dann ein Jahr nicht gesehen und bin dann aus Afrika zurückgekommen und meinte dann “Hey, probier doch mal etwas ganz anderes. Geh doch mal irgendwie in den Amazonas und ändere mal Deine Umgebung, guck mal, ob dann nicht irgendwas passiert.” Weil er hatte schon alles ausprobiert: Lasertherapie, Yoga, Sport, alles. Nichts hat geholfen. Und dann meinte ich so “Ja, geh doch mal dahin” und er so “Ja, ich spreche doch kein Spanisch. Kannst Du mich dahin bringen und übersetzen und so und mein Guide sein im Dschungel?” Und ich so “Ja, zahlst Du mir den Flug?” Er so “Ja, okay”. Marcus: Aber Du warst bei Zendesk oder? Fabian: Ja genau, ich war bei Zendesk, habe mir dann meinen ganzen Urlaub genommen und wir waren dann einen Monat im Amazonasgebiet in Peru. Und mein Kumpel war dann irgendwie da bei so ein paar Schamanen und irgendwann saß ich da so in meinem Haus im Dschungel und es hat unglaublich geregnet. Das sind so meine Lieblingsszenen, wenn Du da in so einem Holzhaus sitzt und es da einfach ganz krass da drauf regnet und überall diese Zirkaden und Grillen Geräusche machen. Marcus: Sau gemütlich oder? Fabian: Voll geil! Und dann dachte ich mir “Oh Mann, wenn ich jetzt so weiter arbeite, wie jetzt gerade…” Ich habe echt so 14 Stunden jeden Tag gearbeitet “...dann …” Marcus: Aber nur, weil es Dir soviel Bock gemacht hat, oder? Fabian: Genau, weil ich vorher ein Jahr in Afrika war und nicht gearbeitet habe. Deswegen hatte ich total Bock. Marcus: Zendesk hat glaube ich auch eine coole Company Culture soweit ich weiß. Fabian: Super geil, ja, unglaublich. Und da dachte ich mir, ich muss hier irgendetwas verändern. Dann bin ich zu meinem Boss gegangen und habe so eine Slide Show gemacht und habe gesagt “hier, das sind meine letzten 18 Monate Zendesk gewesen.” Ein Haufen Bilder, nächster Slide - das ist was mich glücklich macht. Und dann ein Haufen Bilder, die aber ein bisschen anders waren. Zum Beispiel auf Chat Konferenzen gehen, Gitarre spielen, irgendwo im Dschungel rumhängen. Und dann habe ich gesagt “Ja Boss, jetzt müssen wir sehen. Entweder mache ich es so, wie vorher und quitte meinen Job und dann gehe ich reisen und danach suche ich mir einen neuen Job. Oder wir finden irgendeine Lösung, wie wir das kombinieren können.” Und nach einem Haufen Diskussionen war die Lösung, dass ich eine eigene Firma aufmache und Zendesk mir am Anfang geholfen hat zu starten, indem die mir Kunden weitergeleitet haben. Und so ist dann Helpando entstanden und was wir machen ist, wir helfen Firmen ihren Kundenservice zu verbessern, indem wir die Support Agents trainieren, Zendesk am besten zu benutzen. Wir machen Datenmigration zwischen diesen verschiedenen Cloudbased... Marcus: Seid ihr dann - sorry dass ich dazwischen rede - inklusiv an Zendesk dann gebunden, weil Du gerade sagtest, irgendwie Zendesk besser zu nutzen? Fabian: Nee, ich kenne mich nur mit Zendesk sehr gut aus, aber wir haben da jetzt keine Art von Vertrag oder so. Wobei manchmal sagen Leute “Hey ich will von Zendesk zu X switchen”. Dann mache ich es manchmal nicht, weil ich keinen Bock habe, dass die Leute von Zendesk weggehen. Marcus: Versuchst Du dann wenigstens zu argumentieren und sagst, warum das eine Scheißidee ist? Fabian: Ja ja klar, aber irgendwie geht mir das gegen den Strick. Weil ich bin irgendwie immernoch total Zendesk-fanatisch. Und wir machen alles, was irgendwie mit Zendesk, Customer Service Tools zu tun hat. Und ich denke mal 60% unserer Einnahmen kommen durch Datenmigration, irgendwie zwischen Salesforce, Kayako, Freshdesk, irgendwas Daten hin und her zu migrieren. Das machen wir als Firma, aber auch Consulting im Sinne von da ist eine Firma, sagen wir mal eine Airline. Und die Airline will jetzt von X nach Y switchen, dann beraten wir die, wie das am besten funktioniert und wie sie dann am besten ihre Support Agents trainieren. Manchmal fliegen wir auch irgendwo hin und trainieren die Leute. Aber eher meistens alles remote. Marcus: Krass. Also echt eine coole Nische, weil ich denke mal, es wird immer wichtiger gute Ticketsysteme oder Helpdesks oder Zendesks im Hintergrund zu haben. Gerade wenn die Firma wächst und immer größer wird und Customer Service ist so ein wichtiger Bereich, selbst bei kleinsten Projekten oder selbst wie bei uns, bei der DNX, die jetzt immer größer wird mit der Konferenz. Da ist auch immer wichtig, wie sensibel dieses Thema ist. Nicht zuletzt, Facebook hat da jetzt auch so einen Button eingefügt, dass wenn Du innerhalb von glaube ich, einer Stunde respondest, dann kriegst Du da noch so einen extra Batch oder so. Das zeigt ja auch nochmal, wie wichtig das gerade in der ganzen IT-Welt geworden ist. Fabian: Ja total. Marcus: Und wie ging es dann Deinem Kumpel im Amazonas Dschungel? Fabian: Der hat sich auf jeden Fall aufgerafft und ist seitdem jedes Jahr da unten und macht einfach mal so einen complete Switch Off und kommt dann wieder regeneriert zurück. Ich habe mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Ich war auch immer Volunteer auf der Internationalen Schamanismus Konferenz in Iquitos und habe da übersetzt von Schamanisch auf Englisch, also Spanisch auf Englisch. Ich war da sehr drin in dem Thema. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es nur damit zu tun hat, dass ich da nur diese schamanistischen Sitzungen mitgemacht habe, sondern ich glaube, die Formel der Heilungen in dem Falle und ich glaube in vielen Fällen ist viel komplizierter. Es ist aus der ursprünglichen Umgebung raus, in der Natur zu sein, total verbunden zu sein mit der Natur, weg von Technologie zu kommen. Es ist die Zeit zu haben, über sich selbst nachzudenken, physische Aktivität. Wir waren immer Rennen und Schwimmen im Amazonas. Und es sind die schamanischen Sitzungen. Ich glaube, man könnte nichts davon wegnehmen, ohne dass es dann funktionieren würde. Ich glaube, es war alles auf einmal. Und wenn ich denen jetzt hier in Köln oder sonst wo zu einem Schamamanen geschickt hätte, dann hätte es wahrscheinlich nicht so einen großen Effekt gehabt. Marcus: Ja, was wir immer merken, Feli und ich, ist echt, wie stark der Geist mit dem Körper verbunden ist. Egal worum es geht. Beispielsweise nach der letzten fetten Konferenz mit der Global , wo wir dann knapp 500 Leute hatten und echt mega Adrenalin hoch und wir sind dann erstmal ein paar Tage in Berlin geblieben, weil wir dann noch danach Nachbereitung und so machen mussten. Aber immer erst ab dem Moment, in dem wir dann unsere Location wechseln, wie beispielsweise jetzt der Move nach Mallorca oder so, erst dann kann man irgendwie loslassen und hat auf einmal wieder mega viel Headspace und die ganzen anderen Sachen, die einen dann so vorher beschäftigt hatten da in Berlin und die nicht weggegangen sind, die waren auf einmal so weit weg und alles war wieder so easy und alles irgendwie so selbsterklärend und alles so logisch, was man dann gemacht hat. Und das hat dann wieder gezeigt, dass es alles irgendwie nur so eine Kopfsache, die aber so tief in einem drin ist, dass man sich da manchmal gar nicht selber rausholen kann, ohne dass dann vielleicht sogar dann in unserem Fall die Location wechselt oder so. Fabian: Ja, ich glaube, es geht darum zu reisen. Ob man jetzt reist um die Location zu wechseln, oder ob man jetzt reist, indem man sein Gehirn ganz anderen Stimuli aussetzt, indem ich jetzt zum Beispiel am Wochenende auf dem Standup Paddleboard rum paddle. Ich könnte auch zwei Tage hier auf den Landwerkkanal oder auf der Spree rum paddeln. Das machen ja auch viele. Ich glaube, das hilft auch. Also ich denke, es ist einfach Diversität ins Gehirn zu kriegen, um ein Thema irgendwie zumindest für zwei oder drei Tage zur Seite zu schieben und dann etwas ganz anderes zu machen. Das eine ist rationales Denken vs. physische Aktivität auf einem Standup Paddleboard oder Event organisieren und dann irgendwo am Meer zu sein. Es ist einfach super das Gehirn divers zu halten, glaube ich. Marcus: Ja, das glaube ich auch. Ich glaube, es ist so wichtig, diese neuen Eindrücke, diese neuen Impressions und das auch zuzulassen, dass das Gehirn auch dann damit wieder umgehen kann. Und auf einmal sind diese anderen Sachen gar nicht mehr so im Fokus und so wichtig, wie sie vorher waren. So wie es eigentlich auch sein soll. Es kann ja nicht sein, dass dieser eine irrationale Gedanke die ganze Zeit in Deinem Gehirn rumspukt. Aber weil Du kaum andere Einflüsse von außen hast und ständig in Deiner gleichen Umgebung abhängst, ist es in dem Fall irgendwie so ein wichtiges Anliegen und dann können auch kleine Probleme oder Sachen oder Challenges auf einmal total groß werden und wirken. Da hat auch reisen bei uns beiden immer wieder geholfen. Gerade auch an so kleinen remote Places. Feli und ich fühlen uns immer am wohlsten in - das haben wir komischerweise letztens so ausklamüsert - so mini Fischervillages, wo es kaum Distraction gibt, wo Du nur einen Local Market hast, wo Du keine Entscheidungen treffen musst und weil es einfach immer nur eine Option gibt. Und das gibt Dir dann immer so viel Kreativität und so viel Headspace und so kreative Mindpower, dass Du da auf einmal schon wieder das nächste Level angehen kannst. Fabian: Ja auf jeden Fall. Ich habe letzte Nacht noch einen sehr interessanten Artikel gelesen von irgendeinem Sixty-Spokes Person, der bei einem Hippy Movement dabei war. Der hat einen Artikel geschrieben, der heißt “Why we like to get high”. Und er hat nicht unbedingt über Drogen geschrieben, aber hat über Kinder geschrieben, die im Alter von vier oder fünf lernen, dass wenn die irgendwie im Kreis sich drehen, dass denen so ein bisschen schwindelig wird. Aber dann machen sie es die ganze Zeit. Er hat es so begründet, und andere Leute nehmen irgendwelche Drogen, aber andere Leute gehen ins Theater oder gehen ins Kino. Und Du sitzt in irgendeinem Film und siehst irgendwie so einen Plot, der sich irgendwie unfolded, aber bist so drin, dass Deine Hand schwitzt oder dass Du total gespannt bist. Das ist auch eine Art von Droge. Er hat gesagt, es ist wichtig, dass wir mit unserem Gehirn durch diese verschiedenen Zustände gehen und wie man bei Kindern sehen kann, wenn die es lernen, machen sie es auch die ganze Zeit. Und jetzt ist glaube ich, die Challenge herauszufinden, wie jeder individuell es schafft, aus dieser Routine manchmal herauszubrechen und dann diese neuen Stimuli ins Gehirn zu kriegen, damit wir das irgendwie flexibel und plastisch halten. Marcus: Ja, was ich mich manchmal frage, ist so, wo ist das Ende? Ich meine, als digitaler Nomade oder Du, ein nomadisches Startup zu führen von überall. Das ist, glaube ich, schon in der heutigen Zeit mehr oder weniger so das höchste was man erreichen kann an Gefühlen. Dennoch fragen wir uns ja manchmal so, wie geht es weiter? Was ist das nächste große Ziel? Oder welches Land können wir machen? Was ist noch eine krassere Ecke von wo man arbeiten kann oder was ist noch eine größere Herausforderung? Fabian: Ja, ich auch. Marcus: Bei Dir wahrscheinlich genau so ne? Und jetzt sind wir schon soweit, dass wir irgendwann, ohne Scheiß, mal angefangen haben den Journalisten zu erzählen, weil die dann immer gefragt haben “Was ist euer Longterm-Ziel? Wo seht ihr euch in drei bis fünf Jahren? “ Und wir haben gesagt “Das wissen wir nicht. Wir leben im Jetzt. Und das ist für jetzt der beste Lifestyle. Es muss ja nicht für immer sein.” Menschen tendieren oder gerade auch die Medien tendieren dazu, Leute in Schubladen stecken zu wollen. “Marcus Meurer, das ist jetzt der digitale Nomade für die nächsten 30 Jahre” oder was. Und danach haben wir gesagt, “Wir brauchen irgendwie noch eine größere Vision so, die fragen uns das jetzt jedes Mal, Feli, was antworten wir?” Und dann haben wir irgendwann gesagt “Was eigentlich cool wäre, wäre eine eigene Insel”. So ein Tropical Island, worauf wir dann die Konferenzen machen und haben das jetzt immer wieder droppen lassen und habe dann irgendwann auch auf meiner Homepage geschrieben, wir suchen Investoren für eine eigene Insel. Das schien halt so weit weg. Und jetzt haben wir angefangen, uns damit zu beschäftigen und haben geguckt, wie ist das eigentlich? Man kann sogar Inseln kaufen. Die sind auch gar nicht so teuer. Und da haben wir jetzt angefangen, da irgendwie ein Business-Konzept drüber zu schreiben, wie man das monetarisieren kann oder vielleicht auch Retreats dann organisieren kann für andere auf der Insel usw. Und jetzt bin ich kurz davor, dass irgendwo dann auch bei Angel Co. einzustellen. Und insofern scheinen manche Sachen erstmal so weit weg und so riesig und so unnatürlich, dass es Dir selber Angst macht oder dass Du denkst, das würdest Du nie schaffen. Aber wenn Du das Ding in kleine Einzelteile zerlegst, auf einmal wird irgendwie alles machbar. Und dann denkst Du “Och, so weit weg ist das doch jetzt gar nicht mehr.” Fabian: Ja und ich glaube, das sind super viele Sachen, die Du jetzt angesprochen hast. Erst haben wir darüber geredet, Diversität ins Gehirn zu bekommen. Das sind für mich so operative Dinge, die nichts mit digital Nomadism zu tun haben, sondern mit allen Personen und für Menschen die auf der Welt leben, die in einer Routine stecken, aber manchmal irgendwie daraus brechen wollen. Dann gibt es das Thema Digital Nomad. Ich finde diese Definition überhaupt nicht gut. Also man kann vielleicht so ein Jahr, wenn Du gerade Deinen Job gequitted hast und die ganze Zeit immer Location dependent leben wolltest, dann kann man vielleicht für ein Jahr in der Welt rumhängen und sagen “Hey, ich bin digital Nomad”. Aber dann kommt immer automatisch die Frage “Was mache ich denn jetzt?” Weil das Ziel davon ist, okay ich bin unabhängig von einer Location. Das heißt, ich kann sehr frei über mein Leben entscheiden. Jetzt ist dann die Frage: Was mache ich mit dieser Freiheit? Und wofür habe ich das eigentlich gemacht? Man kann auch nicht ein Jahr in einer Hängematte in Bali rumhängen, dann wird es auch irgendwann langweilig. Wir sind dafür gemacht, irgendetwas zu machen. Da geht es doch noch auf so einer Metaebene gibt es doch viel wichtigere Sachen. Wir reden die ganze Zeit über das How und das What. Da geht es beim digital Nomadism drum. Aber das Why wird oft so ein bisschen außen vor gelassen. Wenn man irgendwann auf der maßlosen Pyramide ganz oben ist, dann ist meistens der logische Schluss, dass man irgendetwas machen will, wo man total von überzeugt ist. Wo man weiß, das hat eine Bedeutsamkeit und nicht nur für mich, sondern auch für andere Leute und am besten hat man noch eine Peergroup, die auch an etwas ähnlichem arbeiten. Wenn ihr zum Beispiel eine DNX organisiert ist das super. Und ich schätze mal, da ist sehr viel Why dahinter, weil ihr bekommt super Feedback von Leuten, die endlich andere Leute gefunden haben, die auch irgendwie da so in dem gleichen Lebensstil sind. Aber für mich zum Beispiel ist jetzt die Frage: Ich habe das. Ich brauche mich nicht um das Geld kümmern. Ich kann sein wo ich will. Ich kann machen was ich will. Und jetzt ist die Frage: Was kommt jetzt? Und wenn man so ein bisschen psychologisch darüber nachdenkt, gibt es das super Movement von Martin Seligmann “Positive Psycology”. Wo er gesagt hat: Glück sind drei Sachen: Du hast einmal Pleasure. Das heißt, ich lecke an einem Eis oder fahre einen Ferrari oder habe Sex. Aber wenn ich das 100 Mal nacheinander mache, dann ist es irgendwann langweilig. Außer bei Sex vielleicht. (beide lachen) Marcus: Kommt drauf an, wie einfallsreich man ist oder so, ja. Fabian: Oder wenn ich mein Lieblingslied einmal höre ist es cool. Dann höre ich es 100 Mal, dann geht´s mir auf den Sack! Also Pleasure funktioniert nicht so richtig für nachhaltiges Glück. Dann gibt es Flow. Und bei Flow, das ist definiert durch: Ich bin so in einer Aktivität drin, dass die Zeit nicht mehr bedeutend ist. Dass ich nicht mehr weiß, dass ich das eigentlich mache. Ich bin einfach nur total emerged. So wie Jimmy Hendrix der Gitarre spielt oder was weiß ich. Irgendein Developer, der super in seinem Code ist und in seiner Tätigkeit total verfließt. Das ist mehr Glück. Das kann mehr Glück erschaffen als Pleasure. Und die nächste Stufe ist Meaning. Nämlich was mache ich und was ist die Bedeutung dahinter? Und wie helfe ich mit dem, was ich mache der Welt und gibt es noch andere Leute, mit denen ich das zusammen machen kann, damit ich motiviert bin? Und dieses Meaning haben glaube ich, viele Leute noch nicht im Kopf. Wenn sie dann darüber nachdenken, dass sie jetzt digitale Nomaden werden wollen, aber es ist in einem Ding, was irgendwann automatisch kommen muss. Ansonsten bringt es nichts, dass ich Location Independent bin. Das wird mich auch nicht nachhaltig glücklich machen. Marcus: Nachhaltig auf keinen Fall. Aber ich denke mal, für viele Menschen ist es vielleicht der erste Step in diesen Rhythmus oder in diese verschiedenen Stufen, die Du gerade beschrieben hast. Dass man sagt “Ich kann echt nicht mehr. Ich hänge hier fest in meinem 9 to 5. Ich gucke die ganze Zeit aus dem gleichen Fenster raus und draußen spielt das Leben und ich sitze hier in meinem Scheiß Office und gehe kaputt”. Und da kann der erste Schritt ein wichtiger sein, sein Business. Weil von irgendwas muss ja jeder leben, ortsunabhängig aufzustellen. Was aber auch nicht in jedem Fall, da gebe ich Dir 100% recht, heißen muss, dass man ständig on the road ist und reisen muss. Man reist eh irgendwann viel langsamer. Am Anfang ist es natürlich mega spannend. Du willst alles abkaspern und sehen und machen und was Du eh schon alles auf Deiner Bucketlist hattest und merkst dann aber auch ziemlich schnell, Du kannst, wenn Du so schnell reist, gar nicht produktiv sein. Und es stresst Dich total. Wir sind ja mittlerweile auch so weit, dass wir sagen, also mindestens vier bis sechs Wochen an einen Ort bevor wir weiter ziehen. Weil sonst lohnt sich das gar nicht sein ganzes Setting, seine Infrastruktur so aufzusetzen, dass man produktiv arbeiten kann, um dann wieder nach einer Woche die Sachen zu packen. Das ist auch totaler Quatsch. Wo wir mittlerweile, seit einem Jahr, ziehmlich gerne abhängen, sind dann in so Coliving, Coworking Projekten wovon es ja glücklicherweise immer mehr gibt. Wie das Surf Office auf Gran Canaria oder in Lissabon hat Peter jetzt auch ein Surf Office aufgemacht. Wir waren vor ein paar Wochen in Taghazout im Sun Desk von der Magdalena oder sind jetzt hier im Bedndesk vom Matthias. Also so Projekte gibt es auch immer mehr. Und die bringen uns jetzt gerade so auf´s nächste Level, dass wir sagen, das was uns beim Reisen gefehlt haben, waren diese likeminded People. Andere Entrepreneure, Unternehmer, die ähnlich unternehmerisch denken und noch eine weitere Sicht auf die Welt haben. Und genau das fehlt, wenn Du alleine reist. Also wir sind da gerade auf dieser Stufe. Ich denke mal, wenn wir das irgendwann geschafft haben sollten, finanziell unabhängig zu sein und noch mehr auf dieses Meaning als das Why - das ist schon sehr stark in der DNX verankert. Aber noch mehr das machen zu können, was einen 100% erfüllt ohne irgendwelchen anderen Gedanken, dann würde ich wahrscheinlich irgendetwas in Afrika machen und da richtig coole Projekte, wo ich jetzt auch schon erste Ideen habe und schon fleißig alles notiere und gucke, dass ich Connections aufbaue. Aber so als erster Step ist dieses ortsunabhängige Arbeiten glaube ich schon ein ganz guter Move.   Fabian: Finde ich auch. Man hat einfach viel mehr Freiheit, sich sein Leben so zu designen, wie man möchte. Und das ist auf jeden Fall der erste Schritt, aber nicht der letzte. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Und es gibt auch genug Menschen, die sagen “Hey, ich muss nicht immer reisen und kann das oder will das auch gar nicht”. Sondern beispielsweise Pat Flynn aus den Staaten, der ein echt smarter Unternehmer ist, der holt sein Kind jeden Tag als einziger Vater vom Kindergarten ab und bringt es zum Kindergarten. So, und die anderen Väter müssen alle arbeiten und sitzen in dem Office. Und das ist dann für ihn seine Freiheit, dass er sagt, die nehme ich mir und ich habe Zeit für meine Kinder, wenn die mich brauchen. Was sind denn bei Dir so die nächsten Steps, dass Du gerne mal angehen würdest oder überhaupt gerade am planen bist? Fabian: Auf der einen Seite bin ich gerne ein bisschen verloren und weißt Du, es ist so, wie von dem einen Projekt zurück und es ist so, als wärst Du mit Deiner Rockband auf Tour gewesen und hast einen Haufen Media Coverage und Aufmerksamkeiten, wahrscheinlich so ähnlich, wie wenn man von der DNX zurückkommt. Und jetzt sitzen wir hier rum und es ist alles irgendwie vorbei und ich muss nicht mehr mit der Polizei negociaten, wieso ich von Ecuador nach Kolumbien überkreuze oder sehen, wie ich in der Wüste schnell noch zu einem Cyber Coffee fahre, um einen Call zu machen und so. Das ist ja alles etwas einfacher hier und ich mag es lieber schwer. Marcus: Challenging ne? Fabian: Ja. Das heißt, auf der einen Seite habe ich keine Ahnung, was ich jetzt als nächstes mache, auf der anderen Seite gibt es schon so ein paar Sachen. Also ich fahre jetzt Mitte September mit dem Land Rover, den habe ich ja von Cartagena rüber geschifft im Container nach Hamburg, und habe den jetzt hier. Mit dem Ding fahre ich nach Malaga und hole da eine Freundin ab. Dann fahren wir nach Marokko zusammen, nach Marrakesch runter. Dann fliegt sie zurück, meine Eltern kommen. Ich fahre meine Eltern dann mal durch Marokko. Und dann sind wir gebucht worden für so eine Coworking Talk Tour auf den Kanarischen Inseln. Das heißt, wir sprechen in den ganzen Coworking Places über … Also ich gebe Efficiency Workshops und rede über Startup Diaries und mein Kumpel redet über Online Marketing. Und danach habe ich mich auf dieses Schiff gebucht nach Brasilien. Marcus: Cool, dann sehen wir uns. Fabian: Ja! Und ich schätze mal dort bleibe ich nicht lange in Brasilien, weil da war ich schon so ein bisschen und werde direkt nach Lima weiter fliegen. Da werde ich erstmal einen Monat hausen. Aber ich habe keine Ahnung was ich als nächstes mache. Also ich will dieses Thema digital Nomadism und Startup Diaries ein bisschen die Seite umblättern und damit abschließen. Das hat sich für mich eigentlich erledigt. Ich bin jetzt Location Independent und will jetzt auch nicht mehr zu viel darüber nachdenken oder reden, sondern jetzt gucken: Was mache ich als nächstes? Ich werde mich auf jeden Fall so ein bisschen als Speaker positionieren und so ein bisschen in die Schiene gehen, andere Leute inspirieren. Aber ich weiß noch überhaupt nicht wie. Auf der anderen Seite habe ich eventuell so einen Bookdeal mit dem Ullstein Verlag. Das heißt, ich könnte dieses Buch schreiben, aber bin da irgendwie viel zu ungeduldig und kriege es nicht hin, damit mal anzufangen. Marcus: Ja uns geht es genauso. Wir haben jetzt auch ein Bookdeal angeboten bekommen, aber so 100% können wir uns dazu auch noch nicht durchringen. Zumal wir denken, die Geschichte ist noch nicht auserzählt. Es soll da irgendwie auch so um digitales Nomadentum, unsere eigene Story gehen und so. Und ich bin sicher, da wird noch so viel mehr kommen. Dann denke ich, jetzt schon das Buch zu schreiben ist irgendwie zu früh. Fabian: Ja, wichtig ist immer nur Notizen zu machen. Ich nehme immer Evernote dazu. Da schreibe ich immer alle coolen Geschichten rein, damit, wenn es irgendwann mal kommt, dann kann ich es alles irgendwie besser erzählen, weil ich es nicht vergesse. Das war übrigens auch der Grund, warum ich mir dieses Schiff gebucht habe. Ich dachte “Geil, 9 Tage kein Wifi.” Marcus: Ja, da wollte ich gerade noch etwas zu sagen. Wir sind ja auch auf dem Schiff und da noch zu dem Thema Why oder Meaningful. Da haben wir auch gedacht “Fuck, 9 Tage! Das wird auf jeden Fall eine harte Challenge”. Würde ich aber gerne mal miterleben, wie ich darauf reagiere, 9 Tage ohne Internet. Und dann haben wir überlegt “Was machen wir denn so? Also 9 Tage können ja auch lang sein.” Dann habe ich gesagt “Okay cool. Ich mache auf jeden Fall mega krass Sport, ich ernähre mich gesund, buche mir da nicht diese Freedrink Flatrate und bin jeden Abend an der Hotelbar. Da habe ich irgendwie keinen Bock drauf. Vielleicht machen wir auch Workshops oder geben Talks.” Und dann haben wir überlegt “Es wäre doch cool, wenn Du das verbindest mit einer Charity Aktion”. Wir wollten schon immer eine Charity Geschichte machen, Feli und ich. Mittlerweile haben wir ja auch die Reichweite einige Leute und Firmen zu erreichen. Und dann waren wir, als wir noch in Berlin waren, bei Betterplace. Die würden uns dann auch supporten. Fabian: Da habe ich vorher gearbeitet. Marcus: Ja? Cool! Und wir kriegen dann bei Betterplace einen Platz und jetzt versuchen wir halt quasi Kohle zu sammeln, während wir auf dem Schiff sind. Zum einen von den Leuten, die auf dem Schiff sind und irgendwie bei unseren Workshops bei den Sachen mitmachen “Give what you want”. Plus halt irgendwie von außen. Ich weiß noch nicht, wie wir es machen. Ich muss da wahrscheinlich viel vorschedulen oder so. Von außen versuchen Aufmerksamkeit zu erregen. Und wenn wir dann in Bahia ankommen, da haben wir schon ein Projekt rausgesucht, das Geld dann direkt bei dem Projekt zu übergeben. Fabian: Ah, sehr gut. Sehr geil! Marcus: Und so kannst Du dann aus so einer Lage, wo Du Dir denkst “Boah, irgendwie sind mir die Hände gebunden. Ich kann ja gar nichts machen, dann vielleicht doch wieder irgendetwas machen, was Du sonst nicht machen würdest, weil Du zu distracted bist oder gerade andere Themen auf dem Tisch hast.” Fabian: Ja und das macht halt glücklich. Also es gibt ja diese Studien, wo man sagt der einen Gruppe gibst Du 100 Dollar und sagst, die sollen es für sich selbst ausgeben. Den anderen gibst Du 100 Dollar und sagst, die sollen irgendwem damit helfen. Und wenn Du hinterher Surveys machst und versuchst herauszufinden, wie die das beeinflusst hat, dann siehst Du, dass die Leute, die anderen geholfen haben mit diesen 100 Dollar, wesentlich glücklicher sind. Ich glaube, darum geht es dann irgendwann. Wenn man irgendwann ganz oben ist und alles hat, dass man guckt, wie kann ich meine 100 Dollar dafür nutzen, dass ich anderen Leuten damit aus einer Misere heraushelfe oder irgendwie enable etwas zu machen, was sie machen sollten usw. Marcus: Absolut. Ich glaube auch ganz krass an diesen Butterfly Effekt. Das heißt, wenn Du glücklicher bist und das auf Deine Mitmenschen ausstrahlst und ich jetzt den Matthias unten im Coworking Space sehe und den total anlächle und sage “Heute ist ein geiler Tag”. Dann ist er happy, hat aber vielleicht 3 Minuten später einen Phone Call mit irgendeinem Kunden und trägt das irgendwie weiter. Und der Kunde trifft später seine Mutter und der ist auch irgendwie gut drauf. Ich glaube, jeder einzelne kann ein Stück weit die Welt zum besseren Platz machen. Und sei es nur, dass er fröhlicher, glücklicher und zufriedener durchs Leben geht. Fabian: Ja, paying forward. Marcus: Cool Fabian, vielen Dank für Deine Zeit. Ich denke mal, es war mega spannend für alle, die hier zugehört haben. Und wir beide sehen uns dann ja spätestens auf der Cruise wieder. Vielleicht auch schon bei der nächsten DNX im Oktober in Deutschland. Wenn das funktioniert. Und ja... Fabian: Ja cool, danke, hat Spaß gemacht! Danke für die Einladung! Ich fühle mich inspiriert. Marcus: Ich mich auch von Dir. Und ich glaube, Du hast auf jeden Fall auch gerade als Speaker so, wenn Du darein willst, noch eine große Zukunft vor Dir, weil Du hast echt das Potential Leute irgendwie zu fesseln, zu motivieren, zu inspirieren. Und ich glaube das ein Podcast den ich gehört habe. Ich war da irgendwie auf dem Fahrrad auf dem Weg zum Fitnessstudio und ich glaube, die letzten Minuten habe ich dann einfach an der Laterne gehört, obwohl ich eigentlich schon da war und mein Fahrrad nur noch weiter abschließen hätte müssen und hochgehen zum Training. (Beide lachen) Fabian: Sehr geil. Marcus: Und da dachte ich so “Nee komme, das ist so spannend. Das hörst Du Dir jetzt erstmal zu Ende an und stand da an der Laterne mit meinem Fahrradschloss und habe gewartet bis die Folge zu Ende war. Fabian: (lacht) Das ist ja geil. Cool! Ja viel Spaß Dir, was auch immer Du jetzt machst. Und wir sehen uns auf dem Schiff nach Brasilien. Marcus: Machen wir, hau rein! Fabian: Bis dahin! Ciao Das war LifeHackz, Folge Nr. 15. Wir hören uns wieder. Tune in, tune out, bis dann! Ciao und haut rein! [/su_spoiler] [/su_accordion]

Screenshot at Aug 17 14-49-13

Aug 21, 2015

  itunes-button DNX LIFE HACKZ on SoundCloudDNX LIFE HACKZ on Stitcher    

Interview mit Vladi Melnik von Affenblog

Hey Leute, hier ist schon eine neue Folge der LifeHackz-Show live aus Mallorca. Feli und ich sind hier gerade im Bedndesk Coworking und Coliving Space vom Matthias. Matthias ist ein Mallorquiner, den wir auf der DNX Global kennengelernt haben. Er hat uns spontan eingeladen, den Place hier mal auszuchecken und ich muss sagen, es ist richtig, richtig geil. Also hier scheint die Sonne, das Meer ist vor der Tür, man kann richtig viel unternehmen. Wir sind wieder mega produktiv, wie immer in so kleinen Orten. Und ich habe mir den Vladi Melnik vom Affenblog auf den Podcast geholt. Vladi ist noch in seinen 20er Jahren und hat dafür schon richtig viel auf die Beine gestellt. Checkt es aus, viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Was du von einem Erwachsenen Job im Anzug lernen kannst.
  2. Alles über Content Marketing und wie du es richtig einsetzt.
  3. Mit welchen Methoden Vladi sein Blog aufgebaut hat.
  4. Wie du auch Tiefpunkt durchhältst.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

bedndesk

STARTINWP

Podcast Helden

Affenblog

Copyblogger

Quick Sprout

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Hey Vladi, cool dass Du am Start bist! Wo genau bist Du gerade und ... Vladislav: Ich ... Marcus: Ja? Vladislav: Ich wollte jetzt schon dazwischen quatschen. (Beide lachen laut) Erzähl! Marcus: Ähm ja, erstmal cool, dass Du am Start bist, fangen wir nochmal so an. Vladislav: Ja, danke! Marcus: Wo bist Du gerade und wie würdest Du Dich selber bezeichnen? Womit verdienst Du Dein Geld? Vladislav: Also ich bin gerade am Bremerhaven an der Nordseeküste und ich bezeichne mich einfach gerne als Internet-Unternehmer. Das macht die Sache einfacher. Marcus: Ja, womit hast denn angefangen und was waren da so die nächsten Steps? Und wo stehst Du heute oder was ist heute so Dein Fokus? Vladislav: Ich war damals selbstständiger Web-Designer. Das war alles toll, ich hatte einen Umsatz, es hat Spaß gemacht. Das Ding ist halt: Ich war nicht nur Web-Designer, sondern ich war auch Screen-Designer. Bzw. ich war nur Screen-Designer. Das heißt, ich habe nur Layouts gemacht ohne Programmierung. Marcus: Das heißt damals, Du hast eine Ausbildung gemacht oder ein Abi oder Studium und bist dann direkt in die Selbstständigkeit gestartet oder wie war das? Vladislav: Nein, das ist ein bisschen komplizierter. Ich habe angefangen mit dem Designen mit Fitzeln. Dann habe ich immer noch so ein bisschen für so Eastboard Clans... kennst Du die? Bestimmt oder? Marcus: Nee, Clans ist das so Rollen-Computerspiele oder was? Vladislav: Das ist so Counter Strike und so. Marcus: Ja nee, da war ich nie drin so. Vladislav: Ach da warst Du nicht drin, okay. Auf jeden Fall habe ich damals viel für die Layouts gemacht und danach ging das immer so weiter und irgendwann waren da halt richtige Kunden am Start. Danach habe ich aber so ein bisschen pausiert oder nur nebenbei gemacht. Dann habe ich eine Ausbildung bei der Sparkasse in der IT gemacht. Also etwas ganz anderes. Ich dachte “mach mal was Richtiges” ne? Marcus: Mach mal einen Erwachsenen-Job, wie Conni sagt. Vladislav: Ja ja genau. Da war ich auch immer im Anzug und hab es dann auch nach der Ausbildung noch ein halbes Jahr dort ausgehalten und dann habe ich gesagt “Okay, kein Bock mehr! Ich mache diese Web-Design Geschichte”. Marcus: Und das war aber schon so mit 18, 19 oder wie alt warst Du da? Vladislav: Mit 17 habe ich, glaube ich, angefangen. Da war ich mit 19 1/2 fertig und habe dann mit 20 oder 21 mich selbstständig gemacht zum Web-Designer.   Marcus: Krass. Vladislav: Das habe ich dann auch ein Jahr lang gemacht und dann habe ich aber gemerkt “Hey, irgendwie malst Du nur bunte Bilder” weißt Du? Das macht ja auch nicht so viel Spaß. Und da dachte ich “Ich kann das nicht mein Leben lang machen, bunte Bilder malen.” Das macht einfach nicht so viel Spaß und erfüllt mich nicht so. Im Zuge dessen musste ich auch Kunden akquirieren. Das muss man ja. In Kaltakquise war ich nie so gut. Und ich glaube, wenn wir ehrlich sind, niemand mag Akquise, das ist kein gutes Ding. Da bin ich halt auf dieses Thema Bloggen und Content Marketing gekommen. Und auch, wie man mit einem Blog oder um einen Blog ein Business baut. Und da habe ich gedacht “Hey, das ist genau das, was ich will. Das ist genau das, was ich auch kann” und deswegen habe ich alles auf eine Karte gesetzt und dann losgelegt. Marcus: Cool! Das wollte ich jetzt aber noch fragen: Du bist relativ früh dann schon zur Einsicht gekommen oder hast gemerkt “Ey, das ist nix für mich”. Hattest Du irgendwelche Vorbilder oder Bücher gelesen oder so, die Dir den Rücken gestärkt haben oder die Dich dann in dem frühen Alter schon so tough den Weg haben gehen lassen? So dass Du weißt “Auf keinen Fall einen 9 to 5 Job. Das hat jetzt gereicht bei der Sparkasse”? Weil ich glaube, so früh sind ja wenige wirklich bereit All-In zu gehen und gerade in Deutschland sich selbstständig zu machen. Vladislav: Ja ja klar, das stimmt. Das Ding ist halt - wie gesagt - ich habe das im Prinzip, so rückwirkend betrachtet, schon mein halbes Leben gemacht. Also seitdem ich 14 bin, bin ich Screenlancer. Ich war schon immer so ein kleiner Unternehmer und habe halt immer weiter gemacht. Das mit dieser Sparkasse und so, davor noch ein Fachabi habe ich gemacht, das war quasi so ein Umweg, den ich gegangen bin. Ich dachte halt, ich gehe den richtigen Weg, das war dann aber doch der falsche. Und ich habe das einfach im Endeffekt bei der Sparkasse gemerkt. Das ist ja quasi der 9 to 5 Job. Im Anzug immer hingehen und auch Bankwesen ist ja sehr traditionell. Marcus: Absolut. Aber ich glaube auch, dass vielen Menschen so etwas mal helfen würde. Gerade die jetzt vielleicht frisch von der Uni kommen und noch nie irgendwo gearbeitet haben oder vielleicht ein Praktikum gemacht haben. Aber gar nicht diesen Schmerz - also für mich war das auch ein echter Schmerz morgens aufzustehen und dann 9 to 5 in den Job reinzugehen und für jemanden anderen zu arbeiten und zu funktionieren. Quasi während dieser Zeit, in der Du angestellt bist, nur für Deinen Chef dasein zu müssen um dann am Wochenende wieder auszurasten und dann wieder voll in dieses Tanztheater einzusteigen. Wer das nicht mitgemacht hat, ist meistens … oder öfters sind es auch Menschen, die das dann vielleicht nicht ganz so tough durchziehen, wie jemand, der das schon mal erlebt und gehabt hat. Und der dann sagt “Nee, ich mache alles! Ist mir scheißegal, aber ich gehe da nicht mehr in dieses Office zurück!” Vladislav: Das stimmt. Das war auch bei mir so, dass ich gesagt habe “Hey, das ist genau das, was ich nicht möchte!” Diese Erkenntnis ist ja auch gut. Du siehst ja auch, wie soll ich das nett ausdrücken? Die Leute, die schon ein bisschen älter sind, die dort arbeiten, das ist ja quasi so Deine Zukunft, wenn Du es so sehen willst. Und dann kannst Du ja auch abwägen “Okay, ist das die Zukunft, die ich einschlagen möchte oder nicht?” Das war bei mir halt nicht so. Marcus: Okay, und dann hast Du Dich selber eingelesen oder hast davon gehört und hast halt gesagt “So Content-Marketing könnte eigentlich das Tool sein, was irgendwann die Kaltakquise, die mir überhaupt kein Bock macht, ersetzt.” Vielleicht erklärst Du nochmal kurz, was Content-Marketing genau ist, in Deinen Augen. Vladislav: Das ist im Prinzip einfach nur Marketing mit Hilfe von kostenlosem Inhalt. Das können Blogartikel sein, Videos, Podcasts - so wie wir jetzt. Das ist halt alles Content-Marketing. Marcus: Genau. Und Du hast das ganze unter einer eigenen Domain auf einem Blog gemacht? Vladislav: Genau, auf dem Affenblog. Den hatte ich halt auch schon quasi… Also ich war Web-Designer und habe den Blog schon aufgesetzt. Einfach nur, weil ich Bock auf diese Marke “Affenblog” hatte. Auch auf dieses Theme, das Layout und die Farben. Und dann habe ich halt gedacht “Okay, jetzt habe ich hier eine Hülle” und kam dann auf diese Themen und habe gesagt “Das passt perfekt! Jetzt nehme ich im Prinzip diese Hülle einfach dafür”. Marcus: Haha cool! Also auch mal anders, wo Du zuerst gesagt hast “Ich habe Bock auf das Branding” und hattest das schon quasi vor dem geistigen Auge und hast gesagt “Das ist cool, ich bin Designer, ich brande mir das jetzt mal runter und mache eine Website. Und jetzt baue ich noch Inhalte und mal gucken, was dann gemacht wird”? Vladislav: Genau! Ich kam halt auf dieses Thema Bloggen und Blog Business und da dachte ich “Okay, da muss ich dann auch mal einen Blog starten”. Da habe ich ihn mir gleich gebrandet und hatte aber halt noch keinen Content. Viele Designer machen das ja immer so. Die machen immer das Drum-herum, aber das Wichtig vergessen sie halt. Marcus: Ja, und nützliche Inhalte sind dann halt - wie Du schon gesagt hast - Artikel. Ich glaube, Du hast bei Dir auch ein kleines Wikipedia bei Dir auf dem Affenblog aufgebaut. Ist das richtig? Vladislav: Was meinst Du jetzt konkret? Nicht das ich wüsste... Marcus: Auf jeden Fall eine gute Sichtbarkeit zu vielen Online Marketing Begriffen oder so. Ich weiß noch, dass ich selber mal etwas aufgebaut habe und geguckt habe aus verschiedenen Quellen, wie die zum Beispiel Online Marketing definieren oder so. Vladislav: Ah okay! Ich glaube, ich habe mal einen Artikel darüber geschrieben. Aber das ist ja cool, dass der so gut dabei ist. Marcus: Genau. Der hat extrem gut gerankt. Also vorher bin ich auch schon immer wieder auf den Affenblog gekommen und dachte so “Ey, krasser Name”. Vladislav: Ja der ist abgefahren ne? Marcus: Es bleibt auf jeden Fall irgendwie hängen, weil Du denkst so “Affenblog?! Was hat das jetzt mit Affen zu tun?” Wie bist Du darauf gekommen? Vladislav: Ich bin halt ein großer Fan von Virgin oder Richard Branson. Ich meine Virgin ist ja auch - Jungfrau - mega abgefahren. Da dachte ich “So etwas abgefahrenes brauche ich auch”. Und dann habe ich einfach überlegt und gebrainstormed und bin dann bei Tiernamen stehen geblieben und habe die Tiere dann durchgebrainstormed und bin dann beim Affen stehen geblieben. Affen sind halt cool, die sind sympathisch, die nehmen sich selbst nicht so ernst. Ja, das war es im Prinzip. Es ist eine chillige Marke. Damit kann ich mich auch identifizieren, also es passt. Marcus: Ja, wärst Du auch gerne ein Affe? Vladislav: (lacht laut) Nee, eher nicht, aber das passt. Marcus: Und wie ist das dann weiter gegangen mit Deinem Blog? Wolltest Du da erstmal nur eine Reichweite mit aufbauen oder über den Blog dann quasi an den Kunden kommen für das Webdesign oder immernoch webdesignen? Vladislav: Zu der Zeit habe ich die Karriere vom Webdesign halt an den Nagel gehängt und gesagt “Webdesign, da hab ich keinen Bock mehr drauf!” Das war auch einer meiner größten Fehler. Halt alles auf eine Karte zu setzen, empfehle ich halt jetzt niemanden. Lieber die Sache nebenbei aufzuziehen und dann umzuschwenken, wenn es läuft. Das dauert vielleicht ein bisschen länger, ist aber wesentlich einfacher. Du hast halt weniger verlorene Nerven, ne? Marcus: Okay, was war denn Dein Masterplan, als Du den Blog gestartet hast, um damit dann irgendwann Geld zu verdienen? Vladislav: Also einen wirklichen Masterplan hatte ich nicht. Ich habe einfach angefangen und im Endeffekt wollte ich halt digitale Produkte irgendwie machen. Weil ich halt auch weg wollte von dieser Zeit- und Geldkopplung. Ich wollte halt “ein richtiges Unternehmen” haben, und keine finanzielle Abhängigkeit mehr. Weil es ist ja schon etwas anderes, es ist ein kleiner Schritt, aber es ist dennoch halt einfach etwas anderes. Marcus: Ja absolut. Du arbeitest dann ja nicht mehr für andere. Du arbeitest dann halt für Kunden und musst Dich dann nicht auf Milestones committen und Skype-Calls. Vladislav: Genau. Es ist halt nur super schwer, dasselbe Umsatzniveau wieder zu erreichen. Du kannst zum Beispiel auch einen kleineren Stückpreis haben und hoffst Du darauf, das Niveau zu bekommen. Das ist halt schwieriger. Marcus: Mega! Darum empfehlen wir auch immer, dass es für viele der beste Weg ist, erstmal mit Kunden zu starten und nebenbei das Business aufzubauen. Vladislav: Empfehle ich! Marcus: Ja, Du auch, okay cool! Weil gerade am Anfang in der Selbstständigkeit kann es echt tough sein, wenn Du nicht weißt, was kommt jeden Monat da rein und kann ich meine Miete zahlen. Und habe ich genug Kohle. Und da helfen dann ein, zwei große Kunden, auch wenn es dann am Anfang ein bisschen hakeliger als ein eigenes Business zu haben - helfen auf jeden Fall weiter. Vladislav: Genau, das coolste ist aus der Blogsicht ist ja auch, wenn Du einen Blog startest und sofort Dienstleistung anbietest, kannst Du ja auch sofort Umsatz damit machen - im Prinzip mit dem Blog. Du musst nicht lange ein Produkt erstellen oder so. Das ist halt super cool. Marcus: Und wie schnell ging das dann bei Dir? Vladislav: Das hat ein bisschen gedauert. Ich habe erstmal versucht eine Reichweite aufzubauen. Mein Problem war, ich hatte noch nicht so viel Ahnung von dem was ich tun wollte und was ich auch tat. Deswegen habe ich halt ein bisschen experimentiert und geguckt “Okay, das funktioniert - das funktioniert nicht”. Ich habe ein bisschen Reichweite aufgebaut, ein kleine Publikum aufgebaut. Marcus: Und wie hast Du das gemacht? Also, was waren Deine konkreten Steps? Vladislav: Am Anfang habe ich wirklich richtig ghetto angefangen. Ich habe mir Leute rausgesucht bei Facebook und habe die direkt angeschrieben. Ich kannte halt niemanden, ich wusste - wie gesagt - nicht so richtig, was ich mache und habe die Leute direkt angeschrieben bei Facebook und gesagt “Hey, ich habe hier einen Blog. Der könnte Dich interessieren” so nach dem Motto. “Was hältst Du davon?” Also wirklich kalt ... Marcus: Das wollte ich gerade sagen, das ist ja fast schon wieder Kaltakquise. Vladislav: Ja ja klar, aber irgendwie musste ich ja starten ne? Marcus: Absolut. Vladislav: Und was ich dann gemacht habe, ist: Ich habe von potentiellen Lesern, auf deren Blogs kommentiert. Also nichtmal auf Influencer Blog, nicht auf größeren Blogs, sondern auf den Leser Blogs quasi und von da versucht, die Leute quasi heranzuziehen. Dann habe ich halt weiter kommentiert und auf größeren Blogs - Selbstständig im Netz ist ein gutes Beispiel. Und da habe ich immer wieder kommentiert. Ich hatte da auch einen Plan: Drei Kommentare am Tag zu setzen. Das ist ja auch cool. Ich weiß jetzt nicht, wielange ich das durchgezogen habe. Vielleicht 6 bis 12 Monate - keine Ahnung. Marcus: Hast Du da stumpf Deine URL reingepostet oder hast Du gehofft, dass die dann auf Deinen Namen in den Kommentaren klicken und dann auf die Seite kommen. Vladislav: Nee nee, ich habe schon versucht Mehrwert zur Unterhaltung zu liefern und auch eine Beziehung zu diesem Influencer aufzubauen. Da ging es dann lange über E-Mails, da haben wir halt ein paar E-Mails hin und her geschrieben. Dann hatte ich auch schon die ersten Gastbeiträge geschrieben - bei den größeren Blogs. So ging das dann im Prinzip. Marcus: Aber Du wirst auch unterschreiben, dass das harte Arbeit ist und dass man sich da nicht zu schade sein darf, auch beispielsweise Blogkommentare ohne Ende oder drei pro Tag zu schreiben, die dann aber echt einen Mehrwert liefern. Vladislav: Ja natürlich. Am Anfang ist es halt super schwer und die ersten Schritte - oder ich sage auch immer die ersten 100 E-Mail Abonnenten - das ist die Hölle. Das ist der schwerste Weg. Wenn Du die geknackt hast, dann wird es ein bisschen einfacher. Und ab dem 1000sten wird es wieder ein bisschen einfacher und ab dem 10000sten läufts dann so ein bisschen von sich und dann kann man halt weitersehen. Marcus: So und dann hast Du Dir peu á peu die Reichweite aufgebaut, von welchen Rücklagen hast Du zu dieser Zeit gelebt. Vladislav: Ich hatte noch ein bisschen was vom Wedesign und das war es im Prinzip. Marcus: Und wie ging es Dir dabei? Hattest Du starke Nerven oder hast Du schon gedacht “wooow, so langsam muss es jetzt mal losgehen”? Vladislav: Also es war super stressig, wirklich. Deswegen empfehle ich es niemanden. Einfach, weil diese ganzen schlaflosen Nächte… Also Du liegst halt Nachts manchmal wach und denkst Dir “Fuck, was kommt morgen? Und wie überlebst Du morgen?” Und das ist halt wirklich ein hartes Brot. Marcus: Und wie hast Du Dich motiviert? Vladislav: Ich glaube, ich habe mich einfach motiviert, indem ich einfach durchgehalten habe. Einfach morgens aufstehen und weitermachen. Das ist ja das schöne und es ist auch das, was ich wollte, weil ich so ein Chaot bin und sonst nichts auf die Reihe kriege. Du hast nur diesen einen Weg. Die Brücken hinter Dir sind abgebrannt. Das muss funktionieren! Punkt! Marcus: Ja für viele ist das auch irgendwie ein cooler Modus da All-In zu gehen oder so. Vladislav: Das ist für die Chaoten und die Kreativen glaube ich. Für die ist das ein sehr guter Weg. Marcus: Ich kenne da auch jemanden, der dann überhaupt nichts mehr hatte, auch keine Kohle mehr und hatte nur noch Geld für ein Ticket nach Bangkok, Thailand. Er hat sich das geholt und danach hat er gedacht “So, jetzt baue ich mir meinen eigenen Blog auf und mein eigenes Online-Business. Das war auch super hakelig und auch schon von der Hand in den Mund gelebt, aber am Ende hat es dann irgendwie funktioniert. Aber erst dann! Vladislav: Krass, heftig! Marcus: Und wie ging es dann weiter? Dann hattest Du immer mehr Reichweiter auf dem Affenblog, guten Content geschrieben und dann musste ja irgendwann das erste eigene Produkt hin oder? Vladislav: Ich habe davor noch… weil mein Problem war ja, ich schreibe ja das Affenbuch, was es aktuell gibt. Das war das Einsteigerprodukt bei mir. Das geht darum, ein Blog Business aufzubauen. Das Ding ist, ich konnte ja kein Buch darüber schreiben, weil ich selbst noch kein Blog Business hatte - ist ja klar. So und deswegen musste ich halt ein Produkt davor schalten und weil das thematisch so gut gepasst hat, habe ich halt so einen Wordpress-Kurs gemacht damals. Bloghütte hieß das. Ein super cooler Name oder? Marcus: Ja auf jeden Fall. Das hab ich auch gesehen. Vladislav: Ja ich hab´s mit den Namen. Und das war halt mein erstes Produkt. Ich weiß gar nicht, wie teuer das war. Ich glaube 67,00 €. Und das war so ein Video-Kurs. Ich glaube, da gab es auch Checklisten und so einen Scheiß. Das habe ich dann verkauft. Da hatte ich, glaube ich, eine E-Mail-Liste von 300 Abonnenten. Also eine relativ kleine Zielgruppe, ein kleines Publikum. Ich weiß gar nicht, wieviel Umsatz ich damit gemacht habe - irgendwie 1.000,00 € oder 2.000,00 €, keine Ahnung. Marcus: Du sagst gerade selber von Dir, dass Du ein totaler Chaot warst oder vielleicht auch noch bist. Vladislav: Ja, immernoch. (Beide lachen) Marcus: Auf der anderen Seite klingt das alles so ziemlich professionell und fachmännisch, dass Du sagst “Okay, erst habe ich da kommentiert, Reichweite aufgebaut, erstes Produkt gebaut, Videokurs mit Checklisten. Irgendwoher muss das ganze Wissen ja kommen. Hast Du da Tipps oder Ressourcen, die Du hier teilen kannst? Vladislav: Ich habe viel im amerikanisch-sprachigen Raum geguckt. Da gucke ich auch immernoch so ein bisschen. Am meisten hat es mir angetan “copyblogger” - finde ich super geil von Brian Clark. Und “quicksprout” von Neil Patel. Super geile Dinger! Marcus: Okay, cool! Die werde ich auch auschecken. Ja dann, erzähl doch mal weiter. Wie ging es dann weiter mit Deinem Affenblog oder Deinen Affenclan, glaube ich, den es dann auch irgendwann gab? Wie kam da eins zum anderen? Vladislav: Genau, also erstmal gab es dann nach der Bloghütte - da habe ich ein bisschen weitergemacht - und dann hatte ich ja quasi ein Blog Business. Ich hatte schon Erfahrung, ich konnte also darüber schreiben. Dann habe ich die Erstauflage des Affenbuchs rausgehauen. Da hatte ich, glaube ich, 800 oder 1000 Abonnenten. Da hatte ich das erste Business, wenn Du es so sehen willst, mit einem regelmäßigen Umsatz. Das war noch relativ klein, aber es war halt regelmäßig und man konnte halt so ein bisschen planen. Das war eine gute Planungsgrundlage. Dann habe ich halt weitergemacht. Das ist ja bei diesem Bloggerkonzept super simpel. Du musst halt einfach hochwertigen Inhalt veröffentlichen und diesen promoten. Dann kriegst Du Abonnenten, die teilen wieder Deinen Inhalt und dadurch geht die Spirale immer so weiter. Marcus: Und die Inhalte hast Du aber komplett selbst erstellt? Vladislav: Genau, die habe ich selbst geschrieben, zwei Mal die Woche habe ich mich hingesetzt und ungefähr 1000 Wörter geschrieben. Und nochmal ganz kurz zum Anfang: Ich habe echt bis zu 16 Stunden für einen Artikel gebraucht. Also ich habe da wirklich Zeit reingepumpt und gesagt “Hey, das ist mein Marketing-Instrument. Das muss funktionieren und es muss gut sein.” Marcus: Hast Du einen Contentplan gehabt oder wie bist Du auf neue Themen gekommen? Vladislav: Nee natürlich nicht, ich habe da quasi von der Hand in den Mund gebloggt und später erst einen Redaktionsplan erstellt. Jetzt läuft der immernoch und der Redaktionsplan ist super wichtig. Ohne geht halt nicht. Marcus: Blogger haben ja früher oder später oft das Problem sich weiter zu motivieren und durchzuhalten und immer wieder kreativ zu sein und neuen Content zu erstellen. Gab es bei Dir die Phasen auch und wie hast Du die überwunden? Vladislav: Das Ding ist: durchhalten ja. Das ist super wichtig beim bloggen. Das ist grundsätzlich beim Unternehmertum einfach wichtig. Das ist super schwer. Ich setze mir Zahlenziele, die versuche ich zu erreichen - im Sinne von Abonnenten. Ansonsten gibt es oft so Situationen, da hast Du einfach keinen Bock. Da denkst Du Dir einfach “Boah, jetzt habe ich überhaupt keinen Bock mehr zu schreiben”. Aber das Ding ist: Du musst halt einfach weiter machen. Weil irgendwann kommt die sonnige Zeit - sage ich mal. Und deswegen: Einfach machen! Marcus: Das krasse ist ja - ich weiß grad nicht, wo ich das gelesen habe - aber da gab es echt mal so Auswertungen oder die haben dann quasi so prophezeit was passiert wäre, wenn derjenige weitergemacht oder weitergebloggt hätte. Und da kam dann halt raus, dass mega, mega viele Leute - irgendwie 80% oder so - genau vor diesem Tipping Point dann aufhören. Das ist, glaube ich, genau dieses Tal oder diese Parabel, wo es am Anfang halt sehr steil hoch geht und dann wird es immer flacher und wenn Du da nicht durchhältst und weitermachst, dann hörst Du auf. Und das wäre aber genau der Punkt gewesen, wo Du hättest noch ein paar Monate weitermachen müssen und dann wäre das Ding abgegangen. Das finde ich auch ganz interessant. Feli merkt das auch immer wieder bei Travelicia, wie schwer es ist, sich regelmäßig zu motivieren. Ich habe auch angefangen auf Medium regelmäßig zu schreiben. Mehr oder weniger regelmäßig. Ich habe immer wieder coole Ideen und denke so “Da muss jetzt ein neuer Artikel kommen” und dann gibt es doch immer wieder wichtigere Sachen. Aber es gibt auch Tage an denen Du denkst “Boah geil, heute mach ich´s” und stehst dann auf, machst Dir Deinen Rechner auf, Scrivener oder direkt in Medium, da kann man ja auch ganz gut ablenkungsfrei schreiben und dann schreibst Du das Ding einfach so runter ne? Vladislav: Genau, das ist halt so. Momentan ist es auch viel einfacher mit Walter ist fester Freelancer - also fester Autor auf Freelance Basis. Gordon ist fest dabei. Das ist halt einfacher. Die Reichweite ist auch soweit gut, dass Gastbeiträge reinkommen. Ich habe so fünf bis sechs Gastbeiträge in der Pipeline - das hat sich gerade ein bisschen angestaut, das ist auch super. Die muss ich auch noch editieren. Es wird mit der Zeit immer einfacher und das merkt man auch. Ich könnte, wenn ich wollte, meine Zeit reduzieren, aber da habe ich halt nicht so viel Bock zu und deswegen… Man merkt einfach in der Zukunft, es wird viel einfacher und ich glaube auch, es wird in ferner Zukunft noch einfacher. Marcus: Ja klar. Je mehr Reichweite, umso spannender wird es dann ja auch, ne? Vladislav: Genau, das macht immer mehr spaß. Marcus: Und das Steinige und das Harte ist immer wieder der Beginn. Vladislav: Ich merke das auch selber. Der Anfang war super hart, aber es wird immer einfacher. Marcus: Du hast eben davon gesprochen, vom Blog Business und vom Blog leben zu können. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Leute, die unterstreichen und sagen “Der Blog selber ist kein Business”. Vielleicht kannst Du da mal so ein bisschen Licht ins Dunkel bringen, was genau jetzt ein Blog sein kann. Vladislav: Ich sehe das so, dass ein Blog ein Business sein kann. Ich sage ja auch Blog Business dazu, weil das gehört halt einfach zusammen. Der Blog ist halt im Zentrum. Da entsteht die Marketing Aktivität, da baust Du Deine Reichweite aus, da baust Du Deine Beziehung zu Deinen Abonnenten auf, zu Deinem Publikum. Und drum herum quasi baust Du Deine Produkte. Aber für mich ist es halt eine Einheit, eine große Einheit. Marcus: Ja okay, dann ist das Verständnis das gleiche. Weil die Leute, die sagen, der Blog an sich ist kein Business, die meinen es aber auch so, dass der Blog dann ein Marketing Kanal ist oder halt ein Reichweiten-Booster. Vladislav: Genau, aber der Blog ist halt auch oder bei mir ist es zumindest so, dass der Blog auch gleich die Marke ist und im Prinzip auch gleich das Unternehmen, was dahinter steckt. Marcus: Ja absolut. Und zu dem Blog ist dann irgendwann noch ein eigener Podcast hinzugekommen? Wann war das Vladislav: Ja genau. Warte mal, war das eigentlich….? - bin ich mir nicht sicher. Ich glaube in den Staaten ging es da so vor einem halben Jahr oder so ziemlich mit Podcasten los, ne? Marcus: Ja, also ich habe schon immer so ein paar Podcast aus den Staaten gehört, wenn ich auf dem Weg zum Sport gewesen bin, auf dem Fahrrad oder so und fand das super faszinierend, was Pat Flynn und Ted Forbes und Rich Fowler und diese ganzen Typen gemacht haben. Ich fand das schon immer so subjektiv von der Wahrnehmung schon immer fett in den Staaten, aber ich glaube vor einem halben Jahr oder so, gab es noch einmal so einen richtig krasse Schub. Vladislav: Eine richtig dicke Welle, ne? Genau. Und dachte ich auch “Hey, da schwimme ich mit”. Und da habe ich halt Gordon gefragt. Wir hatten nämlich davor einen Podcast, der hat mich auch interviewt und es hat halt gestimmt. Ich hatte einfach Bock, er hat auch einfach eine geile Stimme, das muss man sagen! Und da haben wir halt zusammen Affen on Air gestartet. Weil ich auch keine Ahnung von diesem Podcast-Scheiß habe. Und diesem Schnibbeln und so, das ist nicht so mein Ding. Marcus: Ja, Gordon ist echt ein super cooler Kerl. Der mastert ja auch meine Folgen von LifeHackz. Vladislav: Ja super gut, echt. Marcus: Und er ist, glaube ich, auch schon ziemlich lange dabei, ne? Mit seinem Projekt - wie hieß der - Podcast-Helden? Vladislav: Ja genau, super... Marcus: Und hat Gordon Dir dann auch dabei geholfen, wie man den dann genau aufsetzt, sprech die Feeds aufsetzt und den Media Hoster auswählt und die Beiträge dann anlegt auf Wordpress? Vladislav: Genau, das ist alles Gordons Part. Marcus: Ah saucool, weil ich hab mich da durch das ganze Tutorial von Pat Flynn durchgekämpft, was im Übrigen super, super useful ist - mal wieder völlig kostenlos. Die Amerikaner leben uns dieses caring und sharing echt so bis zum Exzess vor. Die Anleitung war richtig cool. Das war echt harte Arbeit für ein paar Tage, aber wenn Du das einmal stehen hast, dann man mega happy und stolz darauf sein. Vladislav: Technik ist immer so ein Pain, ne? Da müsste man mal eine Lösung für finden. Marcus: Ehrlich gesagt: Ich bin so ein Frickler, so ein Perfektionist, was jetzt mittlerweile vielleicht gar nicht mehr so gut ist, weil ich wahrscheinlich an anderen Fronten noch mehr rausholen könnte, für mich oder für das Business und verliere mich dann immernoch gerne im Detail. Aber ich weiß noch früher, als ich studiert habe und keinen Bock hatte auf die Vorlesung, weil alles so theoretisch war, da habe ich lieber seitenlange Tutorials gelesen und selber versucht, einen Blog zu starten und online irgendetwas aufzubauen und aufzusetzen und wirklich jeden Step dann selber zu machen, anstatt das irgendwo outzusourcen. Geld hatte ich eh nicht dafür. Vladislav: Ja, ich bin auch so ein Perfektionist. Ich frickle auch noch zu viel selbst rum. Ich bin jetzt grad dabei... ich habe in Start in WP , kennst Du den auch - Sebastian? Marcus: Der ist super geil. Den haben wir jetzt auch am Start. Vladislav: Ich teste den jetzt auch. Wie gesagt, ich habe auch keinen Bock mehr auf diesen Technik-Scheiß. Das kostet so viel Zeit am Ende des Tages. Manchmal hast Du da echt ganze Tage, die halt nur mit diesem Technik-Kram verschwendet sind. Marcus: Ja absolut. Bei mir war das auch erstmal ein Step, das aus der Hand zu geben. Weil dann denkst Du “Ach komm, hier so eine Änderung an der Website und einen neuen Speaker einfügen oder einen Link ändern oder so, das kriegste ja irgendwie selber hin”. Aber wenn man sich da nicht diszipliniert, dann summiert sich das ja auch wieder. Und dann hast Du da ein, zwei Stunden mit irgendwelchen “Kleinigkeiten”  beschäftigt, die in dem Fall dringend sind, aber nicht wichtig. Und das ist irgendwann auch die Kunst zu entscheiden: Was ist wichtig, was bringt Dein Business nach vorne? Und was ist gerade dringend, aber kann vielleicht trotzdem erstmal liegen bleiben, weil es nicht den mega Impact hat ne? Vladislav: Yes! Marcus: Du hast dann angefangen zu Podcasten und was sind da Deine Themen? Was für ein Format nimmst Du da? Wie oft Podcastest Du? Vladislav: Also wir veröffentlichen die Episoden immer einmal die Woche - immer Mittwochs. Die sind auch quasi in dem Redaktionsplan vom Blog integriert. Das heißt, wir haben zwei Mal die Woche einen Artikel und einmal eine Podcast-Episode. Da haben wir auch ein Transkript. Das ist immer super cool für den Leser, für die Suchmaschine im Endeffekt. Und wie wir das machen ist quasi, dass Gordon und ich uns locker darüber unterhalten. Ich finde diese Interviews sind auch mega cool. Weil so Monologe sind ein bisschen langweilig denke. Bei so einer lockeren Unterhaltung da kommt auch vielmehr rüber, weil man auch Rückfragen stellen kann und so. Es macht halt einfach mehr Sinn. Und der Mehrwert, der erzeugt wird, ist denke ich auch größer. Marcus: Ja, das finde ich auch. Es ist irgendwie oft auch viel spontaner. Da nimmt ein Gespräch eine ganz andere Wendung, als Du Dir das vielleicht vorher ausgemalt hattest auf Deinem Blatt Papier, wenn Du alleine irgendwo rein redest.   Vladislav: Was wir auch noch ein bisschen verkaufen mit dem Podcast ist auch so ein bisschen gute Laune. Wir haben so einen Gute-Laune-Jingle am Anfang. Wir versuchen auch immer 20% gute Laune zu verkaufen. Marcus: Gute-Laune-Dinger ne? Vladislav: Ja, das ist wichtig! (Beide lachen) Marcus: Ja absolut, ich finde Spaß bei der Arbeit fühlt sich dann irgendwann auch nicht mehr nach Arbeit an. Vladislav: Genau! Marcus: Du sagst dieses Podcasten hattet ihr dann als allerletztes Projekt bei dem Affenblog gestartet und davor gab es noch den Affen Clan, oder? Vielleicht erzählst Du noch etwas zum Affen Clan. Was genau da jetzt abgeht. Vladislav: Nach dem Affenbuch gab es dann auch nochmal eine zweite Auflage. Ich weiß jetzt gar nicht, ob es die zweite oder dritte Auflage ist. Also es kann sein, dass es noch eine dritte Auflage gab vom Affenbuch. So und jetzt habe ich für Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres auch die vierte Auflage schon auf dem Schirm quasi. Danach habe ich gesagt “Okay, das Affenbuch ist ein Ebook” und dann habe ich gesagt “Okay, jetzt kommt der nächste Schritt - nämlich eine Mitgliedschaftsseite”. Das Thema ist gleich, wie man ein Blog Business aufbaut. Aber bei der Mitgliedschaft hast Du halt die Vorteile, dass Du mehr Interaktionen machen kannst. So ein Ebook kannst Du halt lesen und das war´s. Und dann habe ich halt den Affen Clan hochgezogen. Letztes Jahr habe ich damit angefangen. Das war auch so eine Nacht und Nebel-Aktion. Den hatte ich nämlich noch für dieses Jahr auf der To-Do. Und weil ich ja so ein Chaot bin und das Jahr fast vorbei. Ich dachte nur “Fuck, ich muss das jetzt noch rausbringen!” So und dann habe ich glaube ich in drei Wochen diese Basis hochgezogen. Das war auch super stressig. Also Verkaufstexte geschrieben, Landing Page aufgesetzt, diese ganze scheiß Technik aufgesetzt vom Backend, die ersten Inhalte erstellt, einen Redaktionsplan dafür gemacht, und das ganze auch noch promoted irgendwie, einen Launch daraus gemacht. Dann habe ich das gelauncht, ich glaube, das war im Januar. Und jetzt sind wir gerade so 50 Leute. Da gibt es halt einmal ein Forum, das ist ein wichtiger Bestandteil. Dann gibt es Grundlagen. Das heißt, die holen Dich halt so schnell wie möglich von 0 auf 100, sage ich mal. Und mittlerweile gibt es auch regelmäßige Webinare, zwei Mal im Monat, wo wir uns dann mal für eine Stunde am Montagabend zusammensetzen. Da besprechen wir dann eine Lektion. Das machen auch Gordon und ich zusammen, weil es halt einfach cool ist. Am Ende gibt es auch noch eine Q&A Runde, wo man dann auch noch Rückfragen stellen kann. Das ist schon fast wie ein Coaching, weißt Du? Marcus: Das klingt sehr Hands-on und es klingt auch sehr nahe an den Teilnehmern dann ne? Vladislav: Ja, es macht auch super viel Spaß. Und diese Webinare werden auch aufgezeichnet, werden getagged, werden archiviert und so ist mit der Zeit auch ein super cooles Archiv entstanden. Wie gesagt, so eine Mitgliedschaft macht auch super viel Spaß, weil Du siehst halt auch die Ergebnisse. Wir teilen auch jeden Monat wichtige Kennzahlen miteinander und dann siehst Du halt “Okay, das geht aufwärts bei denen”. Marcus: Und die Leute motivieren sich dann gegenseitig, dass man weiß, derjenige hat auch mehr oder weniger mal bei Null gestartet oder mit mir zusammen und bei denen geht es jetzt langsam. Vladislav: Genau, die sind halt alle ungefähr auf dem gleichen Level, aber einer ist halt ein bisschen weiter, der andere steht halt noch am Anfang. Aber das ist halt schön. Da guckt man “Okay, der ist halt zwei Monate weiter als ich. Das heißt, bei mir wird es wahrscheinlich auch so aussehen, wenn ich das gleiche mache, was er gemacht hat.” Das ist halt super cool! Marcus: Ja was Du so alles erzählst klingt mega straight und produktiv, um das zu sagen. Gibt es gewisse Routinen oder Strukturen in Deinem Tag? Wie kriegst Du das hin, dass Du da so viel Output hast? In so jungen Jahren gerade auch. Wie alt bist Du jetzt? Vladislav: Ich bin 25 jetzt. Das ist schon alt. Marcus: Ja, ich denke mal für das was Du da jetzt aufgebaut hast in den letzten Jahren, ist das schon ganz gut. Es ist ganz gut schnell alles gegangen. Vladislav: Ja, das war okay. Also auf jeden Fall Routinen… Ich habe halt versucht, einen lockeren Tagesablauf zu haben. Das habe ich aber nicht hinbekommen. Weil da habe ich nur gearbeitet und habe halt überhaupt nicht entspannt. Das ist ja auch nicht gut. Marcus: Du hast einfach so geguckt “Was liegt an, worauf habe ich Bock. Ach dann schreibe ich jetzt einen Artikel und morgen dann halt wieder einen Newsletter und übermorgen Facebook Post”, aber halt nicht alles an einem Tag dann eher wahrscheinlich, ja? Vladislav: Genau so in etwa. Oder ich habe auch versucht “Okay, jetzt schlafe ich mal ein bisschen aus, dann fange ich an zu arbeiten. Dann arbeite ich halt länger. Das hat - wie gesagt - nicht gefruchtet. Weil ich habe dann im Endeffekt nur gearbeitet. Ich konnte halt nicht loslassen. Das ist ein bisschen schwierig gewesen. Jetzt arbeite ich immer so von acht bis sieben ungefähr, mit einer Stunde Mittagspause. Dann mache ich zwischendurch viele Pausen. Auch wenn ich irgendwann beim Schreiben keinen Bock habe, dann lege ich mich kurz auf die Couch und gucke dann ein bisschen in meinem Handy rum. Das passt. Und ansonsten schreibe ich halt Vormittags immer viel. Ich bin nämlich am Morgen noch super klar und je später es wird desto mehr Matsche kommt in meinen Kopf. Jetzt geht es noch, nachmittags ist es schon ein bisschen schwierig, aber abends bin ich dann echt auch schon ausgepowert und kriege produktiv nichts mehr hin. Also vormittags schreibe ich viel und nachmittags mache ich halt diesen Verwaltungskram oder irgendwelche Podcast-Geschichten oder so etwas. Marcus: Ja, das kenne ich. Gerade was so kreative Sachen angeht, da ist man morgens irgendwie am kreativsten, ne? Vladislav: Ja, aber ich glaube bei manchen ist es verschieden. Es gibt auch Nachteulen, die sind dann nachts produktiver. Bei mir ist es halt morgens. Marcus: Bei Tim Ferris zum Beispiel glaube ich. Der schreibt am liebsten nachts. Vladislav: Ja, der ist auch eine Nachteule, ne? Marcus: Ich selber bin ja eigentlich auch früh morgens am produktivsten und suche mir dann immer einen Task raus, der so der wichtigste Task ist, der den meisten Impact hätte, wenn ich ihn schaffen würde, auf meinem Business. Und den nehme ich mir dann vor und den gehe ich dann immer an mit frischem klaren Kopf. Und das sind aber auch meistens so fette Brocken, die Du dann nachmittags um vier, fünf Uhr auf keinen Fall mehr schaffen kannst. Vladislav: (lacht) Ja, da hast Du auch keinen Bock mehr bestimmt, ne? Marcus: Nee, also ich glaube, das ist wirklich so, da habe ich auch mal einen Artikel auf Medium drüber geschrieben, dass man pro Tag quasi wie so ein Wasserglas an Menge an Real Power hat, an Entscheidungsfähigkeit und auch so dieses etwas durchzuziehen, das Standing. Und je später der Tag ist, umso schwieriger ist das. Vladislav: Das ist eine schöne Metapher. Das habe ich noch nie so gesehen, aber es ist echt so. Also auch ein Wasserglas ist dann irgendwann leer. Marcus: Ja das ist leer und wenn Du dann abends entscheiden musst, so krass irgendetwas Strategisches - keine Ahnung - wo findet die nächste DNX Global statt oder so, da kannst Du halt keinen klaren Gedanken mehr fassen um 22:00 Uhr, wenn Du durch bist und den ganzen Tag gearbeitet hast. Aber wenn Du sagst “ich stehe früh auf” und mittlerweile versuche ich das zur Routine zu machen, immer mit dem Sonnenaufgang aufzustehen. Das ist jetzt gerade in Berlin um 5:30 Uhr gewesen. Ich muss da gucken, ich bin heute in Palma de Mallorca angekommen oder auf Mallorca und bin unten an der Playa entlang. Dann Bed & Breakfast Coworking Space und hier ist es glaube ich ein bisschen später: 5:45 Uhr oder so. Wenn Du dann so früh aufstehen würdest und dann halt um 06:30 Uhr damit anfängst, dann klappt das viel besser, so fette strategische Sachen zu entscheiden. Vladislav: Bei mir ist es auch immer so, dass wenn ich zum Beispiel nachmittags irgendwelche Social Media Posts oder E-Mail Kampagnen schedule, dann mache ich da mega viele Fehler immer. So, das regt einen auch immer auf. Ich schedule die immer nachmittags und morgens gucke ich dann nochmal, ob ich alles richtig gemacht habe. Vor allem mit Daten, da bin ich nicht so gut mit. Da habe ich dann manchmal ein falsches Datum, eine falsche Uhrzeit oder so ein Scheiß. Das ist schon alles vorgekommen. Marcus: Ja, das habe ich auch voll oft. Dann schedule ich irgendetwas vor und dann weiß ich “Oh, der Post geht gleich live um 9:00 Uhr oder 9:30 Uhr” oder so und gucke dann um 8:00 Uhr nochmal rein und schreibe den dann nochmal komplett um oder anders und entdecke noch voll viele Fehler, ne? Das ist echt krass. Was sind die nächsten Steps bei Dir mit dem Affenblog? Vladislav: Weiter wachsen. Also mein nächstes Ziel sind die 50.000 E-Mail Abonneten. Das ist glaube ich auch eine gute Hürde. Ansonsten kommt jetzt demnächst das erste Tool, was wir jetzt rausbringen: Banana Content. Das ist also ein SEO Tool für smarte Blogger, also für unser eins. Genau optimiert auf unsere Bedürfnisse. Da möchte ich auch langfristig mehr in die Richtung gehen, dass ich also mehr in diese Tool-Richtung gehe. Ich habe halt gemerkt, so ein Tool zu machen, macht mir super viel Spaß. Ich bin auch der Meinung, ich kann das gut. Einfach, weil ich so einen starken Vereinfachungsgedanken habe. Bei mir muss alles super simpel sein und das kommt jetzt demnächst. Marcus: Baust Du die Tools dann selber? Weil Du sagst, Technik ist voll Pain in the Ass für Dich? Vladislav: Genau, nee, ich habe mich mit Jonas Breuer zusammengetan für Banana Content und ich plane auch noch weitere Partner zu suchen, mit denen ich halt so diese ganzen Tools aufbauen möchte. Marcus: Und ein Tool, was ihr schon am Start habt, ist Chipnotes, ist das richtig? Vladislav: Nee, das haben wir wieder eingestampft. Das war ein bisschen fernab des Blogs. Das war einfach nur eine coole Notizenapp. Marcus: Und wieso habt ihr die wieder eingestampft? Vladislav: Wie soll ich sagen? Das hat einfach nicht so gut … Ja wie soll ich das vernünftig sagen? - Aus Zeitgründen. Wir haben gesagt “Okay, da haben wir keine Zeit dafür. Das hatte einfach nicht soviel mit dem Affenblog zu tun. Das war einfach nur eine cool Notizenapp. Marcus: Und dann hast Du gesagt, lieber ganz vom Markt nehmen oder einstampfen, als ein halbfertiges Produkt irgendwo mit im Portfolio rumzuschleifen. Vladislav: Genau, das war noch nie so wirklich drin. Das war nur so am Rande. Und diese Banana Content ist jetzt drin. Und die Ideen, die ich noch habe für die anderen Tools, die gehören direkt zum Affenblog. Marcus: Was ist Banana Content? Vladislav: Das ist das SEO Tool für smarte Blogger, was jetzt demnächst kommt in einigen Monaten. Marcus: Das heißt, was kannst Du damit genau machen? Vladislav: Da hast Du vier Schritte. Du kannst halt eine ____ Recherche machen direkt in Deinem Wordpress Dashboard. Du hast wichtige Kennzahlen, die Dir jetzt sagen “Okay, der Blogartikel ist gut optimiert für die Suchmaschine”. Du kriegst Tipps zur Onpage Optimierung, wie Du den Artikel optimieren kannst. Du hast eine Möglichkeit potentielle Linkpartner zu finden, wo Du sagen kannst “Hey der Vladi hat darüber geschrieben, ich hau den mal an” oder irgendein anderer Typ hat darüber geschrieben “den hau ich mal an und bitte um link oder um share” und Du hast auch noch ein Ranktracking, dass Du immer weißt, wie gut das funktioniert. Vor allem diese Tracking Funktionen bieten halt kaum Tools an. Und das haben wir halt drin. Da kannst Du immer nachgucken “Okay im Durchschnitt pro Woche rankt der Artikel auf Platz 6”  oder so. Dann weißt Du, Du hast gute Arbeit geleistet. Marcus: Ja, das klingt echt nach einem smarten Tool. Gerade im deutschen Bereich gibt es ja kaum gute SEO Tools bzw. es gibt ein paar, aber viele wurden dann auch irgendwann gar nicht mehr weiter entwickelt. Vladislav: Genau und es gibt halt auf der Seite nur diese High End Dinger. Die halt viel zu viel machen und auch nicht unbedingt das machen, was wir halt brauchen. Wir haben einen starken Fokus auf Content. Und deshalb heißt das Tool auch Banana Content. Da kommt in ferner Zukunft auch noch mehr dazu. Es wird nicht nur ein SEO Tool sondern ein Content Marketing Tool. Die Kennzahl momentan beruhen sich nur auf SEO Werte und was cool wäre, wenn die in Zukunft sagen “Okay, Dein Content ist gut”. Marcus: In Terms of Shares auf Social Media Plattformen zum Beispiel? Vladislav: Genau. Also, dass Du den Scope ein bisschen breiter fasst, also nicht nur SEO, sondern auch Content. Es ist halt schwer einen Wert für die  Content-Qualität zu bestimmen. Aber in die Richtung soll es langfristig gehen. Marcus: Aha, cool! Du bist…. Vladislav: ...spannende Geschichte. Marcus: Ja, das finde ich auch. Gerade auch, weil ich auch selber aus dem SEO-Bereich komme. Vladislav: Ach echt? Das wusste ich gar nicht. Marcus: Ja, ich habe damals in meinen ersten Corporate Jobs im Online Marketing angefangen und da speziell dann auch im SEO-Bereich, weil das das war, was ich privat vorher schon ganz gut konnte und mich dareingefuchst habe und quasi so neben der Uni privat mir beigebracht habe, um meine eigenen Seiten irgendwie zum ranken zu bekommen und kostenlosen Traffic zu kriegen. Als Student hatte ich kein Geld, um Traffic einzukaufen. Dann habe ich mich ziemlich stark mit SEO beschäftigt, bin auch viel zu Konferenzen gegangen und war bei vielen SEO Skype Chats, in so versteckten Chats, Greyhead, Blackhead, irgendwie alles durch. Und bin dann nach und nach so ein bisschen breiter geworden und gewachsen im Netz, Online Marketing. Vladislav: Spannende Geschichte, cool. Das wusste ich nicht. Ich hau´ Dich dann mal an, wenn es eine Testversion gibt. Das passt dann ja gut. Marcus: Klar, auf jeden Fall. Da kannst Du Dich schonmal auf viel Feedback einstellen. Vladislav: Ja, das ist gut. Marcus: Weil die Kombi SEO und Perfektionist verleitet ja nur dazu, irgendwie so tief dann immer irgendwie einzutauchen und tausend Sachen zu finden und zu suchen. Und genau das hatte mir damals auch so viel Spaß gemacht bei der Arbeit. Das erste Mal, dass ich was hatte wo ich mir dachte “Geil, ich kann irgendwie eine Webseite auseinandernehmen”. Und auch heute noch, wenn ich auf einer neuen Seite surfe - ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, Du kommst ja jetzt nicht aus dem SEO Bereich - ist das erste, was ich checke: Wie ist der Title optimiert? Was für eine Description hat er am Start? Hat er irgendwie Umlaute richtig? Hat er die URL richtig am Start? Die verwendeten Überschriften. Also direkt irgendwie so eine krasse On-page Analyse einmal im Kopf runter gerattert. Vladislav: Krass, das geht nicht raus, ne? Marcus: Nee, auf keinen Fall! Vladislav: Bei mir ist es halt mit Webdesign so. SEO-mäßig gucke ich da überhaupt nicht drauf, aber ich gucke mir halt das Webdesign an. Dann gucke ich “okay, hier ist ein Pixel zu viel. Das ist nicht schön. Die Farbe geht gar nicht”. Das kriege ich nicht raus.   Marcus: Und was sagst Du zu unseren Seiten und Logos? Vladislav: Finde ich gut, finde ich schön. Ich war auf dieser LifeHackz-Seite, passt gut, gefällt mir gut! Marcus: Okay cool, danke! Du bist im Bremerhaven hast Du am Anfang gesagt. Vladislav: Genau. Marcus: Wie stehst Du zu diesem digitalen Nomadentum? Ist das auch eine Option für Dich oder sagst Du “In diesem Setting im Bremerhaven bin ich am produktivsten und will eigentlich gar nicht raus” oder “ich habe eine Frau/Freundin” - keine Ahnung? Vladislav: Also das Ding ist, ich finde es grundsätzlich cool. Ich meine, die Idee ist einfach cool, wenn Du arbeiten und reisen kannst. Das kannst Du ja bestätigen. Das Ding ist momentan: Ich fokussiere mich halt auf den Aufbau. Wie gesagt, ich bin auch ein Chaot und wenn wir halt mal verreisen, ist das für mich immer mit Stress verbunden. Ich komme echt nicht klar, wie ihr das macht, weil wenn ich reise, ist es wie gesagt mit Stress verbunden. Deswegen denke ich auch, ich würde es momentan nicht so gut hinkriegen. Es wäre halt ein bisschen stressig für mich. Momentan bin ich im Home Office, das ist okay. Was ich mir auf jeden Fall dieses Jahr noch holen werde, ist ein Office außerhalb. Zuhause ist es für manche toll. Ich bin jetzt drei Jahre hier und habe einfach kein Bock mehr. Wenigstens ein bisschen rauskommen. Das ist halt super schön. Was meine Freundin und ich aber angepeilt haben, ist so in ein oder zwei Jahren, wenn das ganze so ein bisschen ohne mich läuft, dann auf jeden Fall eine Weltreise für 6 oder 12 Monate. Das ist auf jeden Fall ganz oben auf der To-Do. So ein paar geile Städte. Ich habe auch so geguckt…. Hast Du Steve Jobs Biographie gelesen? Der hat da auch so eine Tour gemacht. Ich glaube, angefangen hat er in München, Schweiz und dann nach Indien. Und diese Tour will ich auch gerne machen. Meine Freundin will bestimmt auch nochmal irgendwelche Touren mitnehmen. Und auf so eine große Tour hätte ich auf jeden Fall noch Bock. Das sollte man, denke ich, auch mitnehmen, wenn man halt auch die Möglichkeit hat und das haben wir ja. Marcus: Absolut ey, das Reisen hat nochmal so etwas in mir freigesetzt. Also für mich persönlich auch ein persönliches Wachstum, das war nochmal so ein Gamechanger und so ein Trigger, dass ich so ganz anders die Welt gesehen habe. Vladislav: Das glaube ich auch, Du tickst halt ganz anders, also… wie gesagt, das habe ich auf dem Schirm. Sonst war mir die Freiheit primär ganz wichtig. Dass ich halt arbeiten kann wo ich will, wann ich will. Jetzt habe ich zwar relativ feste Arbeitszeiten, aber dennoch kann ich die Zeit so ein bisschen hin- und herschieben. Marcus: Aha, arbeitest Du auch am Wochenende durch? Vladislav: Ich arbeite Samstags vormittags, aber wie gesagt, da mache ich so ein bisschen Verwaltungskram, weißt Du? Das ist auch so ein Pain, glaube ich, ne? Marcus: Absolut, das ist für mich, wenn die Leute so sagen “Ey Marcus, hier mit dieser 4 hour workweed und so, das klappt ja überhaupt nicht. Wie ist denn das bei Dir? Arbeitest Du nur vier Stunden?” Und um die Leute da so ein bisschen abzuholen sage ich so “Also irgendwie kriege ich es schon hin mit der 4 hour workweek. Ich arbeite wie ein Schwein, aber es fühlt sich nicht nach Arbeit an. Nur diese vier Stunden Buchhaltung und Rechnungen schreiben, das ist meine Workweek.. Vladislav: (lacht laut) Genau. Marcus: Das ist dann meine Workweek. Vladislav: Die mache ich halt am Samstagvormittag immer schön in Ruhe. Da schläft die halbe Welt noch und dann mache ich das. Marcus: Ja, ich liebe es auch ehrlich gesagt, Samstags und Sonntags zu arbeiten, gerade wenn wir unterwegs sind. Irgendwo in der Welt vergessen wir eh, welcher Wochentag ist. Das ist ein bisschen anders, wenn wir nach Berlin zurückkommen und ich mit meinen Kumpeln abhänge, die dann eher so einen 9 to 5 Job haben oder ich zum Sport gehe - zum Krav Maga. Dienstags und donnerstags ist das dann Abends, weil die Berufstätigen dann halt tagsüber arbeiten. Dann weiß ich halt immer ganz genau, wann Samstag und Sonntag ist. Aber grundsätzlich ist es total okay samstags und sonntags am Rechner zu sein, weil dann Null Distraction ist und keine E-Mails kommen und irgendwelche Leute etwas von Dir wollen und man dann einfach so geradeaus fahren kann. Vladislav: Genau. Also noch einmal zur 4 Hour Workweek: Ich glaube, ich könnte das, wenn ich halt wirklich krass bin, zu reduzieren. Bestimmt so vier, sechs Stunden so in der Woche. Aber dann hast Du ja auch kein Wachstum. Das ist dann nur Erhalt. Dann wirst Du immer die gleichen Umsätze fahren und Du würdest aber auch nicht so coole Sachen produzieren. Das ganze Ergebnis wäre nicht geil. Marcus: Nee, das glaube ich auch nicht und klar, ein passives Einkommen ist cool. Aber selbst das coolste passive Einkommen oder voll automatisierte System erfordert glaub ich, immernoch ein bisschen Input, sei es nach ein paar Monaten oder einem halben Jahr oder so. Vladislav: Das denke ich. Also ich glaube auch, wenn wir mal bei Steve Jobbs bleiben, der hatte im Endeffekt ja auch bei seinem riesengroßen Konzern auch immernoch das letzte Wort und überall so die Augen und die Hand drauf, ne? Marcus: Mmh, absolut. Vladislav: Ich glaube, komplett ohne geht auch nicht oder kaum. Marcus: Nee und was man auch früher noch gekauft hatte, diese vollautomatisierte Systeme oder dieses passive Einkommen über Ebooks oder Affiliateseiten, die dann von selbst ranken und so. Aber selbst die brauchen ja immer wieder frische Backlinks, sonst kommt halt irgendwann jemand, der das dann ausrankt und dann ist Deine Seite unten und dann ist Dein smart passive Income auch nicht mehr da. Vladislav: Genau, die Welt ist halt schnell. Die bewegt sich. Da musst Du mitspielen. Marcus: Ja ja, absolut. Aber auf der anderen Seite macht es ja auch mega Spaß. Also ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber mich motiviert das irgendwie jeden Tag zu wissen “Oh geil, Du kannst wieder an den Rechner und kannst irgendetwas produzieren, irgendein Value erschaffen” und gucken, wie Du da weiterkommst. Und nicht “Ah okay, das läuft jetzt - that´s it”. Ich glaube, das wäre auch gar nichts für mich. Ich könnte nicht nur am Strand liegen und gar nichts machen. Vladislav: Genau, nee ich auch nicht. Das ist auch immer das, was ich sage… Wäre ich jetzt super reich, dann würde ich das gleiche auch machen, weißt Du? Also da würde sich nicht viel ändern. Ich finde auch grundsätzlich cool, wenn ich mal so ein Buch lese, dann denke ich mir “Cool, ich lese hier ein Buch” und im Endeffekt werde ich halt dafür bezahlt, weißt du, indirekt. Und das ist halt auch so: Was gibt es Geileres?! Da kannst Du ein Buch lesen, was Du sowieso lesen würdest und Du wirst im Endeffekt dafür bezahlt und machst langfristig auch die Welt zu einem besseren Ort. Marcus: Okay cool Vladi! Das war sehr viel Input, ziemlich coole Infos von Dir. Also ich bin echt geflasht, was Du in Deinen jungen Jahren schon alles auf den Weg gebracht hast und auch wie schön professionell so Dein ganzes Business aussieht. Aber das kommt wahrscheinlich dann von Deinem Design Background. Es ist auf jeden Fall sehr schön streamlined. Vladislav: Danke danke ja! Darauf achte ich auch sehr. Marcus: Ja ich finde… Um da noch kurz drauf einzugehen, vernachlässigt auch viele richtig krasse gute Onlineunternehmer, gerade auch die, die aus dem SEO oder Online Marketing Bereich kommen, die sind technisch top drauf, haben total viel Wissen, haben auch richtig geile Produkte, aber das Design kippt hinten immer total über. Und das kann auch in vielen Fällen den Unterschied machen. Vladislav: Da stimme ich Dir zu. Das Ding ist halt auch: Es liegt ja auch nahe. Wenn Du halt so aus der Technik kommst, dann hast Du halt nicht so ein Gespür für Design in der Regel. Bei einem Designer ist es auch so wichtig, wie Du sagst, das kann einen Unterschied machen, weil vor allem auch bei so Themen wie Content und digitalen Produkten. Die kannst Du ja nicht anfassen. Oder auch bei digitalen Tools, da ist halt das Design entscheidend und bestimmt auch die wahrgenommene Qualität. Das heißt, wenn Du den gleichen Content hast, das Design aber viel besser aussieht und professionell aussieht, wird der ganze Content auch als viel hochwertiger wahrgenommen. Marcus: Ja ja absolut. Da stimme ich Dir auch voll zu. Also glücklicherweise hat bei uns im Team - ich mache meine ganzen Businesses mit Feli zusammen. Feli hat da ein ganz gutes Auge und Gespür für Design und ich bin dann halt mehr so der Frickler und der Techniker im Hintergrund und sorge für den Traffic und konzeptioniere gern. Cool, als letztes würde ich Dir noch gerne die Frage stellen: Welche drei Dinge würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen, die nicht zum Überleben notwendig sind? Vladislav: Sehr cool! Meine Freundin natürlich, ne? Die darf ich mitnehmen oder? Marcus: Die darfst Du mitnehmen. Vladislav: (lacht) Okay Marcus: Auf jeden Fall, ist wichtig. Vladislav: Dann ich glaube ein MacBook und irgendwie so ein mega UMTS-Stick. Mehr bräuchte ich nicht oder? Nee, meine Freundin, ein MacBook und so - das passt! Marcus: Das passt ne? Komplett abgedeckt. Ja cool, vielen Dank Vladi. Vladislav: Ich danke Dir Marcus, hat Spaß gemacht! Marcus: Und wir hören uns und sehen uns bald wieder. Grüße nach Bremerhaven! Vladislav: Wir hören uns, Grüße nach Mallorca! Tschöö! Marcus: Ciao! [/su_spoiler] [/su_accordion]    

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Aug 17, 2015

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Interview mit Thomas Jakel von Strandschicht

Hey Leute, was geht ab? Hier ist LIFEHACKZ, hier ist Berlin und hier scheint die Sonne. Ich habe mich heute mit dem lieben Thomas Jakel von Strandschicht in der Turnhalle in Berlin-Friedrichshain getroffen und mit ihm darüber geredet, wie man denn in das richtige Mindset zum Business starten kommt. Wir haben aber auch darüber gesprochen, wie er seine sozialen Projekte gestartet hat, wie er da immer wieder auf neue Ideen kommt und was ihn antreibt. Viel Spaß beim Interview! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man es schafft 50+ Bücher im Jahr zu lesen.
  2. Wie du deine Ziele durch Challenges erreichst.
  3. Welche Frage du dir über dein Business immer stellen solltest.
  4. Und wie man nach 2 Tagen fasten auf die Idee kommt Toiletten in Indien zu bauen.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

 

SHOWNOTES

Strandschicht

Guts for Change

Guts for Change auf arte

Generation Y Founders

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hey Leute, cool dass ihr am Start seid bei der neuen Folge von LifeHackz, heute mit Thomas Jakel. Thomas, wenn man Dich fragt - Du bist so umtriebig, Du machst so viele Projekte - als was würdest Du Dich bezeichnen, wenn jemand auf einer Party in der Küche fragt “Thomas, womit verdienst Du Dein Geld?” Was machst Du? Thomas: Oh lá lá! Ich verdiene mein Geld tatsächlich vor allem mit meiner Online Firma Strandschicht, die ich mit einem Kollegen habe und mit Side-Projects, wobei ich meistens das Geld was darein kommt, wieder reinvestieren möchte in die Projekte. Wenn Du mich fragst was ich mache, dann bezeichne ich mich jetzt gerade meistens als Entrepreneur, als Social Entrepreneur, Adventurer und Changemaker. Aber wie gesagt, das sind eher so Aufhänger und ich habe jetzt nicht so eine feste Identität darin, sondern das geht in so eine gewisse Richtung. Das sind Sachen, mit denen ich mich identifiziere und in die ich mich weiter entwickeln möchte. Marcus: Das heißt, das sind so Ankerpunkte, die jetzt aktuell in Deinem Leben eine Rolle spielen aber vielleicht in zwei Jahren wieder ganz anders sein können? Thomas: Also ich denke mal, das Entrepreneurship-Thema wird weiterhin eine Rolle spielen, dass ich soziale Projekte zum Beispiel oder Social Businesses gründen möchte. Und dass ich auch Abenteuerreisen machen möchte und definitiv Sport und so. Aber was sagst Du jemandem, der  - ich sage mal beispielsweise - einen normalen Job hat? Was soll ich dem sagen, was ich mache? Dann geht es meistens so los: Okay, ich habe eine Firma, die bezahlt mir mein Geld, aber da investiere ich wenig Zeit rein, weil ich nicht muss. Und die Zeit nutze ich dann allerdings wieder für andere Projekte und deswegen arbeite ich doch irgendwie sehr viel. Nur dass es eigentlich keine Arbeit ist, weil ich das Zeug liebe. Ja genau, irgendwie so sieht es aus. Marcus: Aha, cool. Also Du hast eben gesagt, Du machst Strandschicht, bist auch sozial unterwegs als Socialpreneur. Was waren da Projekte, die Du schon gestartet hast? Thomas: Also, da gibt es ganz ganz viele Projekte, die ich schon gestartet habe. Ganz viel davon habe ich auch wieder eingestampft. Weil es vielleicht teammäßig nicht funktioniert hat, weil ich auf dem Weg auch einfach Sachen gelernt habe. Die waren mir vorher einfach nicht bewusst. Dass ich Sachen machen möchte, die mir wirklich am Herzen liegen oder das Business-Modell auch einfach schlecht war. Selbst wenn da die ersten paar tausend Euro reingekommen sind, die waren irgendwann einfach nicht mehr geil. Aktuell ist es eben meine Firma Strandschicht, die ich mit einem Kollegen zusammen habe, dem Bastian. Dann ist es Eco-Toiletten, wo ich gerade so eine Investorenrolle mit innehabe und wo ich auch operativ ein bisschen draußen bin, aber in gewissen Punkten pushen kann und auch glaube ich ein bisschen visionäre Ideen dahinter habe. Dann ist es Non-Water Sanitation, mit dem wir das vereinen und wir bauen ökologische Toiletten in Indien damit. Da sind wir aber gerade noch in der Startphase. Wir haben jetzt die ersten Leute eingestellt und da müssen wir noch den proof of concept finden und wie wir die Finanzierung da aufstellen und so weiter. Aber das ist so mein Traum, da ein richtig großes Social Business aufzubauen und den Leuten halt zu helfen, weil die dort keine Toiletten vor Ort haben. Und dann mache ich gerade mit einem weiteren Kumpel einen Gründerkurs, weil ich jetzt einfach so viel gelernt habe. Von Dir gelernt habe, von anderen gelernt habe und ganz gut darin bin, dieses Wissen zu bündeln. Das zu nehmen und dann Leuten Schritt für Schritt zu sagen: Hey Leute, macht das so. Und ich kann Leute gut pushen und ich kann ihnen helfen an sich zu glauben, dass sie das Potential in sich sehen. Ich lasse Sache gerne und schnell einfach aussehen, sodass Leute handeln. Das macht mir viel Spaß. Also anderen zu helfen, dass die auch in die Gänge kommen und danach sagen “Geil! Was für eine geile Reise!” Marcus: Hast Du da eine besondere Idee oder einen Tipp, wie man die Leute dann triggert und in die Umsetzung bekommt. Weil ich glaube, es gibt viele gute Ressourcen im Netz, wenn man lange genug sucht. Und man kann sich das ganze Wissen aneignen. Aber gerade in Deutschland fehlt vielen der Mut dann wirklich in die Umsetzung zu gehen. Was gibst Du denen auf den Weg? Oder wie versuchst Du das? Thomas: Das eine ist das Mindset wirklich zu verändern und aufzuzeigen: Okay, wenn Du Deine Glaubenssätze in manchen Bereichen änderst, dann kannst Du das machen. Und die einfach mit den Leuten zu verändern, sodass sie anfangen andere Sachen zu glauben. Weil sich dann einfach die Handlungen widerspiegeln. Was ich glaube, so handel ich und das sieht man dann sofort. Der andere Punkt ist, was Du auch schon sagtest, die Ressourcen sind alle da. Es ist alles vorhanden. Es braucht eigentlich auch kein Onlinekurs in dem Sinne, dass man da irgendwie besonderes Wissen findet. Aber es ist halt verstreut. Und am besten bekommst Du es aus einer Quelle, der Du vertraust, die Du magst und die Du schon irgendwie kennst. Dann versuche ich den Leuten ganz genau zu zeigen, was sie tun müssen. Es einmal vorzumachen, dass man mir über die Schulter gucken kann. Oder dass man anderen über die Schulter gucken kann: Wie genau habe ich die Webseite aufgesetzt? Wie genau habe ich das jetzt gemacht? Und es geht nicht so sehr darum, dass die Leute das nicht selber lernen könnten, sondern dass sie innerlich irgendwo eine Blockade haben, weil sie glauben “ich bin nicht der Entrepreneur oder die Unternehmerin oder so. Ich bin das nicht!” Und in dem Moment, wo Du den Leuten die Karten komplett offenlegst und denen zeigst “Guck mal, ich koche auch nur mit Wasser. Ich bin einfach nur rotzfrech und deshalb komme ich hier gerade weiter”, dann können das Leute imitieren. Die steilsten Lernkurven hatte ich da, wo ich anderen Leuten über die Schulter gucken konnte oder da, wo ich extrem aus meiner Komfortzone herausgegangen bin. Aber das Über-die-Schulter-Gucken und wirklich jemand anderen imitieren zu können, das ist halt extrem wertvoll, finde ich. Marcus: Ja und ich finde, das fehlt auch in vielen Onlinekursen. Klar, der große Vorteil von einem Onlinekurs ist, dass das Wissen erstmal sehr komprimiert aufbereitet ist und dann gut verdaulich irgendwie serviert werden kann. Darum kaufe ich mir auch ziemlich gerne Onlinekurse. Aber oftmals ist es ja so, dass Du nicht 100% abgehoben wirst oder mal über die Schulter gucken kannst, wie Du schon sagtest, mit Screenflows oder? Thomas: Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich hatte auch schon etwas “falsch gemacht”. Beziehungsweise, ich habe einfach über Sachen gesprochen, aber jetzt fange ich immer so an, dass wenn ich jemandem etwas zeigen will: dann zeige ich Dir den freaking Bildschirm von mir, damit Du halt genau siehst, auf welchen Balken ich klicke. Und dann sagst Du Dir: Okay, meine Maus dahin bewegen und klicken und dann passiert das. Das kann ich ja auch.” So, oder wenn es jetzt darum geht, ich möchte jetzt mal einen Entwickler einstellen und der soll mir da irgendetwas bauen. Für die meisten ist das halt, wie aus einer anderen Welt. Aber dass die da auf diese Seite gehen können, vier, fünf Zeilen zu schreiben und dann dem Typen sagen “Okay, mach mal bitte das auf meiner Seite. Welche Logins brauchst Du denn? Ich habe keine Ahnung davon.” Und dann sagt der Dir “okay, für 10$ die Stunde werde ich jetzt in Deinen Google-Account reingehen und Dir so eine Remarketing Kampagne einstellen, damit die Leute dann von Deiner Werbung verfolgt werden.” Zum Beispiel. Es kann auch irgendetwas anderes sein. “Mach mir mal bitte, dass mein Mail schön funktioniert und dass ich E-Mail Adressen einsammeln kann. Okay, was kostet das?” Und meistens kostet es nicht die Welt, aber Du musst da einfach sagen “okay, ich nehme jetzt mal 100,00 € in die Hand, damit das passiert.” So, und da habe ich gelernt, dass ich die Welt so bewegen kann und das mit nicht mal so viel Geld. Marcus: Ja, das ist glaube ich ganz gut, dass Du das nochmal sagst. Weil genau das war auch irgendwann mal unser Problem. An dem Punkt angelangt zu sein, dass man weiß “eigentlich könnte ich es jetzt outsourcen, aber ich traue mich noch nicht ganz und weiß nicht genau, wo mein Geld hingeht und wie schreibe ich überhaupt das Briefing? Das ist ja alles irgendwie so eine Darkworld und ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Und vielleicht werde ich dann auch noch verarscht und die ganze Kohle ist weg.” Ich glaube, das ist ganz wichtig da die Leute auch an die Hand zu nehmen und zu sagen “hey, das ist alles irgendwie valide. Es gibt sogar auf Plattformen wie Upwork, da habe ich eine 30-Tage Geld zurück Garantie, bei Leuten, die ein ziemlich gutes Profil haben. Die haben ja alle Bewertungen. Das kennen die meisten vielleicht schon von Airbnb oder von Ebay. Also es ist alles sauber und natürlich, was da abläuft. Thomas: Ja, das muss man einfach wirklich ausprobieren. Und ich muss auch sagen, also für mich, ich falle auch noch viel zu oft zurück und sag dann “ach, ich mache das fix selber.” Aber im Prinzip muss man sich irgendwo bestrafen, wenn man manche Sachen macht, die man nicht machen sollte. Und das kann man machen, indem man sich Punkte abzieht. Man kann sich zum Beispiel eine Punkteliste geben. Für verschieden Aktivitäten sammle ich Punkte. Da habe ich meine Score-Card und dann für manche Aktivitäten, die ich nicht machen sollte, gehen die wieder runter. Und vielleicht konditioniert man sich dann dahin, dass man sagt “Okay Mist! Ich will keine Punkte verlieren.” Das man das so ein bisschen ins Spielerische reinbringt. Es macht schon auch Sinn, dass man manche Sachen lernt, die man im Online Marketing macht, zum Beispiel. Oder wenn man merkt “Okay, das hält mich jetzt davon ab überhaupt irgendetwas zu machen, dann sollte ich es abgeben.” Oder überhaupt mal die Möglichkeiten aufzuzeiten, was einfach verfügbar ist. Dass das Wissen der Welt verfügbar ist und dass die Arbeitszeit anderer Menschen irgendwo verfügbar ist. Dass man auch keine Millionen haben muss, um Entwickler mal dazu zu holen oder schlaue Fragen zu stellen. Marcus: Ja, aber das ist mir ehrlich gesagt, auch mega schwer gefallen, das erste Mal loszulassen und zu denken “Ach komm, das schaffst Du auch selber” oder “Die fünf Minuten hast Du jetzt auch noch und die zehn Minuten…”. Aber das Ding ist ja: Es summiert sich ja. Es kumuliert sich so und am Ende hast Du den ganzen Tag nur Bugfixing gemacht für irgendwas, wo Du vielleicht für 10$ etwas hättest anders besser lösen können über so eine Freelancer Plattform. Du bist einer der Gründer vom Ideacamp in Berlin, denen ich persönlich sehr viel zu verdanken habe. Das würde ich gerne noch einmal unterstreichen. So ohne euch wären wir wahrscheinlich überhaupt nicht da, wo wir jetzt sind, Feli und ich. Weil wir nach unserer ersten Weltreise einen Coworkingspace gesucht haben, uns das Betahaus angeguckt haben. Dann über Conni Biesalski, also auch wieder Connections, die Conni uns dann an euch vermittelt hat. Und wir waren damals noch ziemlich kompliziert unterwegs und haben uns, glaube ich, Gedanken gemacht über AGBs für die Webseiten, die wir dann für andere erstellen wollten. Ich hatte mir auch unsinnigerweise Visitenkarten gedruckt, wo dann ganz dick CEO draufstand. Halt diese ganzen Traps, wo man dann reinläuft, gerade wenn man lange in der Corporate-Welt war. Dann ist das für einen erstmal ganz wichtig, was aber letztendlich mega unwichtig ist. Und ihr habt uns dann so dieses Mindset beigebracht vom Lean Startup Ansatz Approach. Wie habt ihr diesen Ansatz und das Denken in das IdeaCamp initiiert, also wer waren so Deine Trigger und die Menschen, die Dich beeinflusst haben? Thomas: Also eine Person, die mich am stärksten mit beeinflusst hat, die ich auch kenne, war Bastian - Bastian Kröhnert - der Mitbegründer von Strandschicht. Und als ich mein erstes Projekt starten wollte, hatte ich auch keine Ahnung von Tuten und Blasen. Ich habe erstmal einen langen Businessplan geschrieben für ein Projekt, was sowieso viel zu kompliziert war. Und dann habe ich meine erste Firma gegründet. Meine erste Kapitalgesellschaft ohne ein Produkt oder Angebot zu haben, ohne genau zu wissen, was ich machen wollte. Ohne irgendwie meinen Markttest schon vorbereitet zu haben. Und ich hatte einfach keine Ahnung. Marcus: Aber Hauptsache zum Notar gehen und erstmal Geld verbrennen. Thomas: Hauptsache erstmal Geld verbrennen, Hauptsache erstmal irgendwie was machen. Und in gewisser Weise, ja, für mich war das einer der Learnings. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich keine guten Geschichten zu erzählen. Aber zwei wichtige Sachen: Einerseits habe ich mich immer regelmäßig mit Bastian getroffen. Und der hatte einfach schon sehr viel mehr gelesen als ich und hatte schon ausprobiert, hatte seinen Blog und kam schon so in dieser Online-Welt voran. Da habe ich einfach gemerkt “Okay, man kann sich über Sachbücher bilden und da ist so viel Wissen, das kann ich halt alles aufsauen, mir Notizen machen und versuchen anzuwenden.” Und ich habe damals zwei Bücher gelesen. Das eine ist “Kopf schlägt Kapital”. Das hat mich sehr stark beeinflusst. Marcus: Von Günther Faltin. Thomas: Genau, von Günther Faltin. Das war für mich ein Killer. Das war ein totaler Game-Changer. Und dann habe ich die 4 Stunden Arbeitswoche als Hörbuch gehört und bin immernoch in so ein Praktikum gegangen, weil ich mal wieder Geld verdienen musste. Ich war halt komplett broke. Marcus: War es denn wenigstens eine legale Kopie oder hast Du das Hörbuch auch noch irgendwo…. (Beide lachen) Thomas: Nee, der Bastian hat’s mir geschickt. Und ich habe es mir angehört und jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit gegangen bin - ich hatte immer so einen 30 Minuten Arbeitsweg - da dachte ich mir “Das kann doch nicht sein. Also entweder der Typ ist ein Lügner - dieser Tim Ferris - und sagt mir hier etwas. Oder ich MUSS das unbedingt umsetzen. Also ich kann das akzeptieren, das funktioniert für manche Leute. Aber dann will ich das UNBEDINGT erreichen und UNBEDINGT auch machen. Oder das ist Scam.” Da ich für mich gesagt habe, das ist kein Scam. Der hat das selber gemacht. Es gibt viele Beispiele anderer Leute, die es auch gemacht haben, so wie er es auch angegangen ist. Da habe ich mir gedacht “Ich werde ein Business gründen und ich WILL diesen Lifestyle.” Und mein Ziel war damals 1.000,00 € im Monat und von irgendwo aus arbeiten können, keine Chefs haben. Das war mein absolutes Ziel. Und mit Basti habe ich mich immer getroffen. Und er hat mich dann irgendwann gefragt, ob ich nicht in seine Firma mit reinkommen will. Ich habe da mit meinem kleinen Projekt gestruggelt und habe überlegt, wie ich das aufsetze und er hatte schon die allerersten Kunden. Aber sein Geschäftspartner, sein Co-Founder, ist abgesprungen bevor die gelauncht sind und er wollte es nicht alleine machen. Da hat er mich dann gefragt, ob ich als Partner mit reinkomme. Und ich habe dankend ja gesagt, weil ich einfach so viel lernen konnte vom Basti, zu dem Zeitpunkt. Genau, dann haben wir uns halt selber mit dem Projekt entwickelt und es war eine ziemlich spannende Zeit. Marcus: Ja, das glaube ich. Und zu der 4 Stunden Woche von Tim Ferris, da hatte ich genau die gleichen Gedanken. Ich weiß noch, dass Feli dann irgendwann mal mit dem Buch kam und sagte so “Das ist voll cool Marcus! Das habe ich gelesen, das müssen wir auch machen!” Aber sie wusste dann auch noch nicht, wo sie ansetzen sollte und hatte dann irgendwie Hoffnungen, weil ich noch tiefer in diesem Online Marketing-Thema drin war, sodass ich dann voll drauf aufspringe und sage “Das machen wir! Yeah, High Five!” Und da war ich voll tief noch in meiner Corporate Welt verstrickt und hatte dann da auch noch ganz gute Erfolge und irgendwie war Selbstständig für mich auch noch ganz weit weg. Ich habe mir das nur angeguckt so und vier Stunden Arbeitswoche und nie wieder mehr arbeiten und habe dann glaube ich, nur hinten so den Buchrücken gelesen und dachte “Ey, weißte was, Du bist da voll in so einen Scam reingelaufen. Leg das mal ganz schnell weg.” (Beide lachen) Genauso! “Die Zeit kannst Du auch besser nutzen. Das ist totaler Quatsch!” Das weiß ich noch. Das war so mein erster Kontakt und ich wollte das auch nie irgendwie lesen oder so. Dazu hat sie mich dann nie gekriegt. Ja ist krass. Ich hatte früher auch ein ganz anderes Mindset, was vielleicht viele jetzt gar nicht glauben wollen. Ich war einfach nicht bereit dazu, oder offen dazu, mich auf andere Sachen einzulassen und zu akzeptieren. Oder mir überhaupt selber die Chance zu geben, zu erkennen, dass es doch noch andere Wege gibt. Dafür war ich viel zu tief in diesem System drin. Thomas: Also mir ging es ähnlich. Was ich allerdings gesehen habe ist, dass es andere Leute machen. Man sollte natürlich gucken “Okay, womit hat diese Person ihr Geld verdient?” Wenn ich jetzt sehe “Okay, der hat das noch nie gemacht und will mir jetzt so einen Onlinekurs darüber verkaufen, wie man das macht.” Das ist vielleicht nicht der beste Ansatz. Marcus: Also genau deswegen war ich auch so skeptisch, weil ich so tief drin war in der Online Marketing Szene und da ganz gut von Gut und Schlecht unterscheiden konnte und es ist super viele scamy Geschichten gibt, wo die Leute verarscht werden von vorne bis hinten. Also für mich ist es nach wie vor so das roteste Tuch, was es überhaupt gibt. Ich hasse so die ganzen Info Marketer und die Leute ausnehmen ohne Mehrwert zu liefern. Und deshalb war ich wahrscheinlich so übersensibel und habe dann gar keinem mehr eine Chance gegeben. Thomas: Ja, das kann ich verstehen. Für mich haben diese beiden Bücher echt so den Trigger geliefert, wo ich gemerkt habe “Okay, Du kannst Dich selber weiter bilden.” Und das war mir vorher nicht so richtig bewusst. Ich habe mich vor Kurzem mit einem Kumpel drüber unterhalten und er meinte “Thomas, in der Schule, da haben wir die Bücher immer auf Seite 70 aufgeschlagen oder auf Seite 90. Aber warum? Es hat Dir ja keiner gesagt: Warum schlägst Du das Buch jetzt da auf.” Und dann liest Du da irgendwas und es ist zusammenhanglos und hat für mich nicht praktisch einen Lebensbezug gehabt. Und wenn Du dann aber anfängst Bücher darüber zu lesen, wie Du Dein eigenes Leben gestaltest, dann ist das halt so mächtig. Und ich bin dann auch dazu übergegangen halt immer mehr Bücher zu lesen, sodass ich jetzt irgendwie 50 Bücher im Jahr lese oder so. Und es sind zum Teil auch mehr. Es sind jetzt nicht alles Personal Development Bücher beziehungsweise es geht auch in verschiedene Richtungen, zum Laufen, Meditieren, Spirituelles oder so. Aber ganz viel ist auch in dem Bereich Business, weil ich halt weiß, ich möchte dazu noch mehr lernen. Ich möchte da einfach noch besser werden. Für mich ist Business nämlich für andere Wert liefern und Beiträge leisten. Und ich möchte halt gerne in meinem Leben möglichst viele Beiträge leisten. Da habe ich deshalb noch so viel Potential nach oben, dass ich einfach merke, dass ist eine Straße, die geht noch ziemlich weit. Da sind wir vielleicht gerade auch irgendwo noch am Anfang. Es würde mich auch nicht überraschen, wenn da noch Sachen kommen, die mich nochmal total flashen, wo ich sage “Boah, das war jetzt wieder so ein Game-Changer. Der hat mich auf das nächste Level gebracht.” Marcus: Wenn Du mehr als 50 Bücher pro Jahr liest, wie verarbeitest Du dann die Gedanken, die Du dann vielleicht einmal weitergeben möchtest? Sammelst Du alles in Deinem Kopf oder welches Tool kannst Du da empfehlen? Thomas: Also ich mir schreibe viel in die Bücher rein. Ansonsten sammle ich auch Sachen in Evernote und idealerweise versuche ich auch Sachen anzuwenden. Bei vielen Büchern ist es aber auch so, dass ich sage “Okay, das ist jetzt grundsätzlich nichts neues, das ist halt einfach nochmal eine Wiederholung.” Da muss man einfach so ein bisschen den Puls fühlen und gucken, was gibt es so, worüber schreiben Leute. Und vor allem auch immer wieder Geschichten. Also ich merke mir Geschichten. Ich habe vor kurzem die Biografie von Jochen Schweizer gelesen und er erzählt halt sehr interessante Geschichten. Da ist eine Phase, da ist er quasi fast am Ende. Sein Business geht gerade krass den Bach runter. Er verkauft alles was er hat. Sein Haus und so weiter und sagt “Okay, ich versuche das noch einmal von vorne.” Und diese Geschichten, wenn die gut erzählt sind, dann sind die so intensiv, dass sie für mich Referenzerlebnisse bilden, dazu wie Leute gehandelt haben in dieser Situation. Und wenn ich mich mit ihm identifiziere und die sympathisch finde, dann mache ich mir daraus eigene Referenzerlebnisse. Dann würde ich vielleicht dazu sagen “When shit hits the fam, wenn es wirklich hart auf hart kommt, dann gebe ich trotzdem nicht auf.” Oder, dann mache ich halt weiter. Also was es auch ist, was einem halt hilft, besser zu werden. Und Geschichten sind sehr um Glaubenssätze zu verändern oder zumindest mal daran zu rütteln, was das Thema Risiko angeht vielleicht. Oder wo man Wert liefern kann und was alles funktioniert etc. Marcus: Ja, ich habe ja gerade auch nochmal gesagt, dass ich grundsätzlich ein sehr skeptischer Mensch bin und erstmal so ein bisschen vorsichtig bei allem neuen bin. Und das hat sich bis heute auch nicht so sehr verändert. Von daher motivieren und inspirieren mich am meisten Geschichten aus dem Real Life und da gerade auch Biografien von erfolgreichen Menschen. Und was man immer wieder erkennt ist, dass die so oft auf die Fresse gefallen und einmal mehr aufgestanden sind. Man sind da nur so einen Richard Branson oder einen Arnold Schwarzenegger oder einen Mike Tyson, das waren jetzt drei sehr inspirierende Biografien, die ich zuletzt gelesen habe. Lustigerweise sind auch viele erfolgreiche Sportler da auch richtig erfolgreiche Unternehmer geworden. Und wenn man sich dann mal diese Stories von vorne bis hinten durchließt, das hat auch nur mit Wasser gekocht. Und dann step by step angefangen und an den Haustüren geklingelt und gefragt, ob er da irgendwas machen kann oder die ersten Autogrammkarten verschickt mit seiner Mutter zusammen. Und dann finde ich das super inspirierend. Ich kann also jedem nur empfehlen Biografien von Persönlichkeiten zu lesen. Das haue ich auf jeden Fall noch in die Shownotes. Wir haben das auch mal auf unserer DNX Toolbox aufbereitet, welche Bios da cool sind. Und wenn ihr noch Ideen habt, auch gerne in die Kommentare. Thomas: Ja also, Jochen Schweizer ist auch ziemlich gut. Ich wollte mir jetzt auch die von Arnold Schwarzenegger noch holen, weil die mir ein Freund empfohlen hat. Dann habe ich mir gerade die von Andrew Carnegie  geholt. Also ich habe immer so einen kleinen Bücherhaufen, den muss ich mal wieder abarbeiten. Aber dann wird wieder ein ganzer Batzen gekauft. Ich stimme Dir voll zu: Real Life Stories sind einfach Gold wert. Und ich finde auch einfach spannend, wie viel Leben manche Leute in ihr Leben packen. Es geht nicht so sehr darum in der Zukunft zu leben, sondern auch schon dieses Geerdete, im hier und jetzt zufrieden zu sein. Aber für mich ist das Leben auch wirklich immer so ein Abenteuer. Ich finde es einfach spannend zu gucken, was kann ich noch alles machen? Wie kann ich mich entwickeln? Was gibt es da noch so alles? Einfach zu gucken. Und es gibt halt so viele Universen, die Leute erleben, weil die die Welt ganz anders sehen. Oder weil die ganz andere Sachen erlebt haben. Aber für die sind ganz andere Sachen normal. Und ich finde es spannend da Einblicke zu bekommen und zu überlegen “okay, das finde ich auch spannend. Das möchte ich auch mal in mein Universum reinholen.” Marcus: Und super spannend finde ich auch: Es gibt keine Blaupause oder den goldenen Weg oder so musst Du es machen und dann bist Du an der Position oder an dem Level irgendwann angelangt. Jeder macht es anders. Und jeder hat andere Tools und jeder hat andere Voraussetzungen. Jeder muss dann letztendlich so seinen Weg finden. Das was man liefern kann, dass möglichst viele Hilfestellungen, möglichst viele Tools und versuchen die Leute zu motivieren, zu inspirieren, an die Hand zu nehmen. Aber letztendlich den Weg alleine zu gehen. Beispielsweise in der digitalen Nomadenszene, da gibt’s die Conni, den Sebastian, Feli und mich. Das sind so vier verschiedene Personen und vier mega unterschiedliche Vitas und Backgrounds. Und da bringt es glaube ich auch nichts, da irgendwie zu versuchen da etwas nachzubauen oder genau die gleichen Sachen zu machen, weil das würde im Zweifelsfall nicht funktionieren. Thomas: Vielleicht sollte man einfach auch authentisch bleiben. Aber was Leute so als Tools einsetzen, natürlich das Handwerk trotzdem lernen. In dem Fall ist es halt vor allem Online Marketing, PR und solche Sachen. Es ist einfach gut das zu kennen. Und wenn man dieses Handwerkzeug hat und die Glaubenssätze, dass ich die Person bin, die das auch kann. Dass ich quasi in gewisser Weise auserwählt bin dazu, das zu machen. Also das ist jetzt vielleicht ein bisschen überzogen, aber: Ich bin die Person, die kann das machen. Die kann es! Marcus: Genau, dieses Selbstbewusstsein, das fehlt halt vielen. Und ganz ehrlich: Mir hat das auch gefehlt, bis wir auf unsere große Reise nach Asien gegangen sind und ich mich das erste Mal getraut habe zu sagen “Ey, guck mal hier, ich kann eine Webseite für Dich erstellen auf Wordpress.” Und ich war aber so tief drin in dieser SEO Online Marketing Szene, für die ist das ja nichts besonderes. Die machen ja viel krassere Sachen. Da habe ich mich immer mega klein gefühlt auf den Konferenzen oder so, wenn die da über Highjacking geredet haben und Seiten entführen und keine Ahnung!: Irgendwelchen Blackhead/Greyhead-Kram, wo ich einfach nicht mitkomme, so gedanklich. Und da dachte ich “Nee, was sollen die denn von mir denken, wenn ich denen sage: Ich erstelle Dir eine Wordpress-Seite.” (Beide lachen) Ja ohne Scheiß. Irgendwann habe ich es dann mit zittrigen Händen gemacht und auf Facebook dann veröffentlicht, dass wir ein neues oder erstes Projekt am Start haben. Und das ist mir mega schwer gefallen und das konnte ich dann aber auch nur, weil wir unterwegs gewesen sind und ich auch räumlich von diesen Bedenkentriggern und den ganzen negativen Energien von Berlin und Deutschland dann weggewesen bin. Thomas: Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt. Man kann ja ganz gezielt, jetzt wo Du das weißt - wenn Du Dir vielleicht Deinen zehn Jahre jüngeren Marcus Ratschläge geben würdest, dann weiß ich nicht genau. Aber ich würde das so bei Thomas machen: Such Dir Erlebnisse raus, bei denen Du Dich automatisch aus Deiner Komfortzone rausbewegst und bei der Du andere Referenzerlebnisse generieren kannst, die dazu geeignet sind. Es können, wenn man noch nicht viel gereist ist, zum Beispiel Reisen sein. Es könnte zum Beispiel auch sein, wenn man noch nie etwas Online gestellt hat und dann mit eigener Stimme etwas in die Welt geschrien hat quasi, oder geschrieben hat, einfach eine Webseite hochpacken, mit seinem eigenen Blog, drei Artikel veröffentlichen und das auch mit seinen Facebook Freunden teilen. Wahrscheinlich zittert man, wahrscheinlich hat man Angst davor, was werden die anderen denken? Aber irgendwann wird man merken: eigentlich interessiert es keine Sau! Mach Dein Ding. Das wird irgendwann normal. Das ist halt wie eine Hand ins warme Wasser halten: Erstmal ist es ziemlich warm, aber irgendwann gewöhnt man sich dran. Und dann kannst Du halt noch ein bisschen heißes Wasser zulaufen lassen. Und so ist es, glaube ich, mit den meisten Erfahrungen auch. Man kann ja wirklich vorher, bevor man dieses Zittern und die Angst spürt, überlegen “Okay, was würde mich denn aus diesem Komfort herausführen? Was ist denn das? Jetzt mache ich mir mal eine Liste und dann gehe ich die mal proaktiv an.” Weil ich weiß ja, es wird sich komisch anfühlen, aber ich weiß auch, ich werde danach einen Wachstum haben und es wird irgendwann normal sein. Es kann auch sein, dass ich vor anderen Leute spreche. Es kann sein, dass ich ein kleines Event organisiere oder eine Party hoste oder was auch immer. Dass man sich diese Sachen raussucht und dann proaktiv, bewusst angeht. Marcus: Und heutzutage ist es ja auch so mega einfach im Vergleich zu - keine Ahnung - fünf oder zehn Jahren, wo man doch schon fachliche Skills brauchte, um irgendwie einen Onlinekurs zu launchen. Das war wahrscheinlich auch noch ein bisschen zu weit weg, um direkt damit zu starten. Aber um auch eine Webseite zu launchen oder überhaupt. Ich kenne jemand, der ist ein Freund von einer guten Freundin von Feli. Der Tim, der ist super gut in Kochen. Und der ist irgendwo festangestellt als Koch. Der will da aber auch irgendwie raus und hat Bock auf sein eigenes Business und ist aber auch super schüchtern damit in die Welt zu gehen. Obwohl er halt ein mega geiler inspirierender Koch ist und coole Sachen macht. Wir haben ihn jetzt mittlerweile aber schonmal so weit bekommen. Feli hat ihn immer wieder motiviert und ich auch, dass er jetzt eine Facebook Seite aufgebaut hat und das erste eigene Logo für einen Dollar irgendwo gekauft hat und jetzt stolz wie Hulle ist. Und T-Shirts sich gedruckt hat und jetzt die ersten Gerichte da quasi in die Welt rausgehauen hat. Und für ihn ist das gerade so ein Game-Changer! Der kommt irgendwie aus dem Smilen gar nicht mehr heraus und ist nur noch geflasht und wie ferngesteuert und kriegt jetzt auch schon so die ersten Fans, die er gar nicht persönlich kennt. Und ich glaube, das ist so ein krasses, geiles Aha-Erlebnis, das sollte jeder mal haben. Thomas: Und es hilft halt wirklich, wie Du vorhin auch schon sagtest, in einem Umfeld zu sein, das das unterstützt. Wenn man es wirklich ein bisschen weitertreiben will oder das würde ich auch empfehlen: Such Dir andere Leute, die sich auch pushen wollen, challengen wollen. Und mach Dir Challenges. Also sag dem “Pass auf!”  - Was ist der Punkt, an dem Du arbeiten möchtest  - Das ist meiner. Und zwar: Ich werde 1.000,00 € spenden an ein Fußballteam, was ich hasse, wenn ich bis Datum XY nicht das gemacht habe. Ich bin mir sicher, Du wirst das gemacht haben. Ich meine das ernst. Mach das wirklich. Unterschreib einen Vertrag mit Deinem Freund, dass der die 1.000,00 € bekommt oder keine Ahnung, mach es einfach ein bisschen schmerzvoll für Dich. Marcus: Da gibt es glaube ich auch eine Webseite zu. Ich komme gerade nicht auf den Namen, aber tu ich in die Shownotes vom Pieter Levels zum Beispiel. Thomas: Genau. Es gibt Apps dafür. Ich habe die selber noch nicht genutzt, aber ich mache das mit einigen Leuten, die ich coache. Dass ich weiß, wenn ich Dich coache und ich mache das ohne Geld. Aber ich will dann auch sehen, dass da Ergebnisse entstehen. Dann will ich auch, dass die wirklich da sind. Sonst ist es für mich eine Zeitverschwendung. Deshalb weiß ich: Okay, diese Challenges müssen da sein, damit sich die andere Person bewegt. Du musst Momentum aufbauen. Und wenn Du an einer Stelle nur bist und da ist Dir etwas unangenehm, dann wirst Du irgendeinen Grund finden, das noch hinaus zu schieben. Wenn ich weiß, diese zehn Bücher musst Du lesen und das wird ein Game-Changer für Dich sein, dann tu das in den nächsten vier Wochen, da gibst Du mir die Hand drauf und sagst, Du spendest 5.000 $ an irgendwas, was Du nicht magst, dann weiß ich auch, dass es passiert. 5.000 $ schmeißen die Leute nicht einfach so weg. Marcus: Nee, auf keinen Fall! Gerade auch nicht, wenn ich jetzt Kohle an den 1. FC Köln spenden müsste, ich glaube, dann würde ich alles tun, nur um da jetzt keine 1.000 $ oder 1.000 € an den Kölner Fußballclub spenden zu müssen. Ich glaube, das ist ein guter Trigger. Thomas: Dann weißt Du schon genau, was Du machen könntest, um bei Dir das nächste Level zu erreichen. (Beide lachen) Dank dem 1. FC Köln! Marcus: Ja, auf jeden Fall. Wie ist das ganze denn dann weitergegangen mit dem Ideacamp? Also, ich habe ja eben schon gesagt, wir sind dann zu euch coworken gekommen. Ihr habt das Creative Loft gehabt. Mittlerweile bist Du ja auch nicht mehr beim Ideacamp, aber es gibt das Camp nach wie vor. Was habt ihr noch neben dem Coworking Space alles am Start gehabt? Thomas: Uy, lass mich mal nachdenken. Also, wir hatten den Coworking Space, wo ihr auch drin wart. Wir hatten regelmäßige Workshops. Dann hatten wir mal größere Workshops gemacht mit 100 Leuten oder bis zu 100 Leuten und das war eine spannende Erfahrung, weil wir halt echt mit den 100 Leuten, die mit verschiedenen Sachen dahin kamen, versucht haben das aufzuteilen und zu strukturieren und dann die Leute wirklich dazu zu bringen, dass sie Businesses starten. Da haben wir eine 30-Tage Challenge drangehangen und haben gesagt “Okay, es gibt Preise in verschiedenen Kategorien. Den meisten Umsatz in der Zeit von Null auf... oder bestes Marketing oder meiste PR oder so. Da haben wir halt so kleine Awards vergeben. Das fand ich ein ganz effektives Tool. Klar, von den 100 Leuten haben nicht alle etwas gestartet. Viele haben später etwas gestartet. Aber ich erinnere mich noch an ein Team, die kamen Samstagnacht wieder und Sonntag war noch ein Tag, und die haben gesagt “Wir haben die Nacht durchgehackt und haben die ersten Sales.” Und dann denkst Du schon so “cool”. Ist mir egal, wenn es e1%, 2%, 3%, 4% oder 5% von den Leuten sind, die etwas machen, dann hat es trotzdem einen echten Impact gehabt. Jonathan, ein Freund mit dem ich gerade zusammenarbeite, der war auch auf einem dieser 100-Mann Workshops und der hat daraus sein Business gegründet und hat im ersten Monat die ersten - weiß ich nicht - 2.000-3.000 € verdient und hat seitdem irgendwie damit sein automatisiertes Business aufgebaut. Inzwischen ist er mit seinem Service in 12 Ländern. Das ist einfach cool zu sehen. Wenn man einfach die Leute dazu bekommt wirklich etwas zu machen und da werden Konzepte von denen bekannt, die Dir einfach die Augen öffnen. Das macht mir einfach viel Spaß. Marcus: Ja, krasse Success-Story vom Jonathan. Und auch Conni Biesalski war ja mit Planet Backpack glaube ich, bei euch im Ideacamp. Auch noch, als sie ziemlich am Anfang war. Also, das Ding funktioniert auf jeden Fall. Sei es auch nur, dass es ein bisschen so das Mindset bei jedem einzelnen verändert, wie jetzt dann bei Feli und mir. Wo wir gemerkt haben, wir müssen gar nicht so kompliziert sein, wie wir vielleicht denken oder es gelernt haben vorher, sondern wir müssen einfach mal machen, ne? Insgesamt wart ihr dann vier Gründer beim Ideacamp oder Teilhaber oder wie war das? Ich stelle mir das super schwierig vor, dann rauszuklamüsern, wer hat welchen Anteil und hat man dann nicht irgendwie manchmal auch so das Gefühl so “Boah, der hat mehr reingehauen” und irgendwie hat ja jeder von euch auch ein Zeitprojekt mehr oder weniger. Ich merke es ja auch selber, es ist glaube ich nie ganz einfach. Wie seid ihr da übereingekommen oder hattet ihr auch mal Stress? Thomas: (lautes Lachen) Das war nicht immer ganz easy. Ganz am Anfang haben wir sogar zu fünft gegründet. Dann ist der erste raus, dann waren sie nur noch vier. Und dann bin ich zum Beispiel mit dem Fahrrad nach Indien geradelt. Also, ja, es war nicht ganz einfach und es war für uns ein Sideprojekt. Basti und ich, wir hatten schon unsere Firma, die war voll automatisiert. Katja hat nebenbei noch ihr Sunny Office gegründet. Kalle hatte auch verschiedene Projekte ausprobiert. Und letztendlich muss ich auch sagen, dass so wie wir das Team zusammengewürfelt haben, das auch glaube ich, schon Grund dafür war, dass es jetzt nicht mehr in der ursprünglichen Form existiert, sondern Katja das jetzt alleine weitermacht. Das war auch ein gutes Learning. Es war auch ein wichtiges Learning für mich. Wie suche ich mir Team-Mitglieder aus? Und passt es einfach? Also, ich mag die alle. Es sind tolle Leute und die machen auch weiterhin tolle Projekte. Nur dass es halt zu viert crazy anstrengend ist und Leute auch unterschiedliche Vorstellungen haben. Das ist halt eine unterschiedliche Vision, wo das mal hingehen soll. Es geht dann auch um Sachen wie Geld reinvestieren oder rausziehen? Wir haben da vorher nicht drüber geredet. Das war auch ursprünglich gar nicht geplant, dass es unbedingt so ein Projekt wird. Und das muss man einfach vorher machen. Das war halt einfach quatsch. Aber gut, gelernt und lesson learnt. Gleichzeitig haben wir glaube ich, alle soviel daraus mitgenommen. Wir haben glaube ich, Leute positiv beeinflusst, irgendwie vielleicht Lebenswege so ein bisschen mitgeformt, haben selber natürlich ein riesiges Netzwerk aufgebaut durch die Veranstaltungen, die wir gemacht haben und das ist schon cool. In dem Sinne war es kein Fehler, aber es war auf jeden Fall ein Learning und ich würde es in Zukunft anders machen. Marcus: Aber darum geht es ja, dass alles was man macht, hat am Ende dann ja irgendwie ja auch einen Learning-Effekt für einen selber und ich denke, gerade am Anfang, wenn man so einen Unternehmensweg dann einschlägt, da wächst ja jeder persönlich auch noch einmal richtig krass in die verschiedensten Richtungen und dann gibt es halt verschieden Visionen oder Ansätze. Der eine hat irgendwie die Idee, und der andere die. Und wenn es dann auch noch vier sind, dann ist es glaube ich, ganz natürlich, dass man irgendwann an seine Grenzen stößt. Von daher ist es glaube ich, ganz cool, dass es jetzt irgendwie einer übernommen hat. Die Katja, die den Hut auf hat. Und das wieder weiter vorantreibt. Du hast gerade gesagt, Du bist mit dem Fahrrad nach Indien gefahren. Wie bist Du auf die Idee gekommen und was steckt da so dahinter, einfach mal mit dem Fahrrad nach Indien zu fahren? Thomas: Kennst Du das, wenn man sich später die Geschichten nochmal ein bisschen anders erzählt und dann hat man irgendwie andere Erinnerungen daran, als es eigentlich war? Ich habe immer gesagt, ich war 2011 mit einem Kumpel in Indien. Wir hatten halt digitales Nomadentum schon ein bisschen gelebt. Marcus: Aha, krass. Unbewusst oder gab es da schon irgendwelche Vorbilder? Oder war es die 4 Hour Workweek? Thomas: Ja, die 4 Hour Workweek vor allem. Wir hatten einen günstigen Flug gefunden, zack, weg. Und arbeiten mussten wir gerade nicht zu diesem Zeitpunkt. Als ich dann zurück war, habe ich halt auf Google Maps gesehen und habe meinen Tee getrunken und war völlig geflasht. Vielleicht habe ich zu lange gefastet, ich habe fünf Tage nichts gegessen und nur Wasser und Tee getrunken. Marcus: Da ist irgendwas durcheinander gegangen da oben, ne? Thomas: Vielleicht - dachte ich. Aber dann habe ich mir vor kurzem nochmal meine Ziele angeschaut aus März oder April 2011 und da habe ich mir aufgeschrieben, bei so einem Workshop auch, ich möchte eine interkontinentale Tour machen mit einem Fahrrad oder Mottorad. Und ich möchte ein Social Business starten und entweder Krankenhäuser, Schulen, Toiletten oder Brunnen bauen. Oder irgendwie so etwas. Also die Sachen standen da drin. Ich hatte es nicht mehr im Kopf. Irgendwann muss es im Unterbewusstsein so geschlummert haben und dann saß ich aber vor Google Maps und auf einmal war es aber so, wie ein Funken der übergesprungen ist. Ich bin ausgerastet, ich hab da rumgetanzt und mich gefreut. Marcus: Und Du warst alleine oder was? Thomas: Ja. (Beide lachen) Weißt Du, so schönes Schlummerlicht, schon voll gechillt Samstag-, Sonntagabend mit meiner Kanne Tee da. Und Brainstorm, so “wie geht es weiter?” Und dann war ich einfach so voll von Adrenalin und Enthusiasmus. Marcus: Das heißt, Du hast dann so ganz klar das Bild vor Augen gesehen? Eine Vision gehabt? Thomas: Ich habe es vielleicht nicht so klar gesehen, aber einfach nur diese Idee, die hat mich so geflasht. Ich war so voller Eneregie, so PAM, dass ich dieses Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen habe. Ich habe auch gar nicht so darüber nachgedacht, Bastian - meinem anderen Geschäftsführer - sollte ich vielleicht auch Bescheid sagen, dass ich dann mal so ein halbes Jahr weg bin oder so. Einfach mal: Ich bin weg! Ich muss das machen, so. Marcus: Also wusstest Du irgendwie in der Sekunde, Du machst es, ziehst es durch, egal was passiert? Thomas: Ja, also, ja! Ich war so voll von dieser Energie, dass ich dachte - ja. Ich weiß nicht mehr genau, was ich gedacht habe. Ich war einfach so vollgepumpt, dass ich dachte, ich habe mich nur gefreut. Marcus: Und wie ist daraus dann ein konkretes Projekt geworden? Thomas: Es war von Anfang an klar, dass es für einen sozialen Zweck sein soll. Und was das genau werden soll, war noch nicht direkt klar. Da habe ich ein bisschen geschaut. Ich wusste von einem Projekt, was es in Pakistan gab. Die haben immer Schulen gebaut. Greg Mortenson heißt der glaube ich. Der hat auch ein Buch geschrieben “Three Cups of Tea”. Das fand ich spannend. Den habe ich auch angeschrieben, habe aber keine wirklichen Reaktionen bekommen. Dann haben wir ein bisschen über Brunnenbau nachgedacht. Einer der Faktoren war letztendlich, was es in die Richtung Toiletten bewegt hat, dass schon die Überlegung war, vielleicht erstmal ein Charity-Projekt zu machen. Aber dass es irgendetwas sein sollte, was mal ein Social Business werden kann. Und eine Schule zu bauen und ein Social Business draus zu machen, war für mich erstmal nicht ganz so schlüssig, wie das einfach gehen soll. Beim Brunnen war mir das auch nicht ganz schlüssig, wie das ein sinnvolles Social Business sein sollte. Und bei Toiletten dachte ich mir aber schon: Klar, Leute können vielleicht für Toiletten zahlen. Vielleicht kann man das mit Mikrokrediten finanzieren. Da gab es eine ganze Reihe. Vielleicht kann man Benutzungsgebühren auf Mikrolevel irgendwie nehmen oder so. Und das waren Sachen, wo ich dann Leute gefragt habe und habe gesagt “Okay, lasst uns ein Toiletten Projekt machen.” Marcus: Cool. Dann bist Du auch nicht alleine los, sondern mit mehreren. Mit wem bist Du dan los? Thomas: Ich habe einfach Leute gefragt. Marcus: Wie, randomly? Thomas: Ja ein bisschen. Also ich wusste, dass ich es auf jeden Fall filmen möchte. Und dann habe ich meinen Kumpel Johann, der kam auf einen Tee zu Besuch, der kam auch gerade aus Indien weg und wäre fast gestorben da. Marcus: Krass, warum? Thomas: Der hatte ein Busunglück und der Fahrer ist, glaube ich, gestorben. Und dann hat er irgendwie noch blutenden Leuten aus dem Bus rausgeholfen und er war völlig geschockt. Er meinte so: Nie wieder Indien. Ich habe ihm von meiner Indien-Erfahrung, Goa, gut gefeiert und so, erzählt. Und dann habe ich ihn gefragt “Du Johann, ich cycle nach Indien. Hast Du nicht Bock mitzukommen?” Und so ein High Five hat wieder alles besiegelt. So auf Handschlag “Okay Mann, ich komme mit.” Und dann hat er gefilmt. Dann ist noch eine Bekannte mitgekommen, die hat mich auch randomly irgendwie auf der Straße kennengelernt. An der Straßenbahnhaltestelle. Sie hatte mich damals zu einer Party eingeladen und da haben wir wahrscheinlich ein bisschen viel Wein getrunken. Und da habe ich gesagt “Ich cycle nach Indien! Haste nicht Bock mitzukommen?” Und ich hatte nicht erwartet, dass sie ja sagt. Wer denkt sich das schon. So eine Person, die Du vielleicht zwei, drei Mal auf einer Party getroffen hast und Du fragst Sie “Hast Du Bock mit nach Indien zu cyclen?” Dass die dann sagt “yeaah”. Genau. Aber dann war sie auch an Board. Und dann hatte mich später noch ein Kumpel gefragt, den ich noch aus Schulzeiten kenne und dann waren wir halt komplett. Marcus: Sehr cool. Und dann seid ihr mit dem Fahrrad nach Indien gefahren, komplett die ganze Strecke durch? Thomas: Nicht komplett die ganze Strecke. Wir sind komplett gefahren bis nach Teheran. Dann ist Johann nach Brasilien geflogen und hat uns dann später erst in Pakistan wieder getroffen. Moschumi ist ist dann im Iran bis nach Esfahan noch mitgefahren und ist dann nach Indien geflogen, weil sie kein Visum für Pakistan hatte. Und Erik und ich sind bis kurz bis vor die Afghanisch-Pakistanische Grenze im Iran gefahren. Da haben wir dann irgendwann gesagt “Schluss hier, das wird zu gefährlich. Rauf auf einen Pickup Truck mit euch. Dann haben die uns bis nach Quetta quasi gefahren. Dann sind wir dort nochmal in den Zug gestiegen, weil uns jemand gesagt hat “Hier cycled ihr nicht, sonst schießen die euch vom Fahrrad.” Keine Ahnung, wir haben gesagt “Hören wir mal auf die Locals.” Und dann sind wir den Rest in Pakistan gefahren und bis nach Delhi gecycled. Marcus: Krass! Und was habt ihr dann in Delhi gemacht? Thomas: Ja, erstmal ausgeruht. Dann haben wir von Delhi einen Zug genommen nach Pune. Und in der Nähe von Pune war halt das Projekt, das wir haben. Wir hatten damals einen lokalen deutschen Partner gesucht, die German Toilet Organisation. Die haben uns eine Organisation in Indien vorgeschlagen. Und die haben dann mit uns das Projekt definiert und haben dann halt auch lokale Sprache gesprochen und haben uns die Contractor, also die Leute, die das dann auch wirklich bauen und umsetzen können, organisiert. Und dann haben wir das so als kleine Kooperation aufgebaut. Marcus: Ja Saucool! Ich kann mich noch daran erinnern. Ich glaube, wir waren zu der Zeit auch noch im Loft und irgendwann kamst Du rein und hattest wahrscheinlich immernoch Dein Grinsen von Sonntagabend eingespeichert. Du warst auf jeden Fall mega fröhlich und happy “Wisst ihr was Leute? Ich fahre mit dem Fahrrad nach Indien, wie geil ist das denn?!” und wir so “Whaaaat? Was ist das hier für ein crazy Team? Was macht der denn da geiles?” Mittlerweil wundert mich eigentlich gar nichts mehr. Aber da standen wir, wie gesagt, noch ganz am Anfang und waren noch ein bisschen anders vom Mindset her. Und jetzt so “Indien, why not? Indien macht doch voll Sinn - Toiletten bauen, klar cool!” (beide lachen) Und nach diesem Fahrradprojekt, seid ihr dann nochmal irgendwie nach Indien gefahren, ne? Mehr oder weniger. Wie war das? Thomas: 2014 sind wir nochmal nach Indien gehitchhiked, halt per Anhalter. Das war interessant. Wir hatten ein neues Projekt in Indien. Wir wollten für Toiletten an einer Schule in so einem Internat Geld sammeln und das war für so Tribal Children, also irgendwie Kids, wo die Familien auch gar nicht genug Geld haben, dass die bei denen zu Hause wohnen können. Und die waren da halt in diesem Internat und hatten keine funktionierenden Toiletten für die Kids. Wir dachten “Okay, lass da mal Toiletten bauen.” Und die Hitchhiking Tour wollten wir auch dafür nutzen, um Spenden zu sammeln, einen Film darüber zu machen, natürlich auch Leute dazu zu inspirieren, ein Abenteuer für uns zu haben und wir wollten natürlich, dass das Thema ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt in Indien und in Deutschland. Da haben wir letztendlich für einen Fernsehkanal produziert. Es war spannend, weil wenn Du trampst, dann bist Du immer auf einen angewiesen. Du musst halt die ganze Zeit Leute ansprechen “Hey kann ich mit”. Und irgendwann hast Du so ein paar Taktiken, wie Du mitgenommen wirst. Marcus: Da ist auf jeden Fall auch viel, viel Redirection und Ablehnung und Comfortzone Training, oder? Thomas: Schon ja, wobei man wird “abgelehnt”. Aber die meisten Leute machen es halt nett und sagen “Nee, ich bin voll” oder “ich fahre dahin” oder oder oder. Und sonst sind die meisten Leute einfach super sweet gewesen. Wir haben auch wieder viel Gastfreundschaft erfahren. Das war schon echt erstaunlich. Ja, jetzt habe ich den Faden verloren. Marcus: Ähm, wieso ihr das zweite Mal nach Indien seid. Wir sind jetzt beim Hitchhiken, was für ein Projekt genau habt ihr dann in Indien gemacht? Thomas: Also da ging es einerseits darum, Toiletten zu bauen an der Schule, an diesem Internat. Und dann wollten wir erst noch Unterkünfte bauen, das haben wir aber dann letztendlich eingestellt, weil es einfach zu teuer gewesen wäre. Da haben wir gesagt, dafür dass wir dann noch Räumlichkeiten bauen und so, mit dem Geld können wir einfach einen größeren Impact haben. Da werden wir uns halt auf den Kern unserer Organisation konzentrieren und uns um sanitäre Anlagen kümmern. Marcus: Und jetzt aktuell hast Du auch noch ein soziales Projekt am Start? Thomas: Wir waren damals in Indien nach der Fahrradtour und haben uns mit dem Team da besprochen und haben uns überlegt, wir wollten ja eigentlich ein Social Business gründen. Wenn wir also zurückgehen nach Deutschland, dann wird es für uns schwierig ein Social Business in Indien zu starten. Weil wenn Du etwas startest, dann bist Du am besten erstmal vor Ort und pusht das. Und dann haben wir uns überlegt, was können wir denn in Deutschland machen, was auch mit dem Projekt zu tun hat. Und letztendlich haben wir gesagt, die sanitäre Versorgung auf Festivals ist meistens ziemlich miserabel. Wenn Du auf ein Festival gehst, dann machst Du erstmal solange Du kannst, einen großen Bogen um die Toiletten. Also wenn es die üblichen Chemie-Toiletten sind, weil die meisten nicht sauber sind. Die meisten Leute, die auf Festivals gehen, geben mir dieses Feedback. Da haben wir uns überlegt “Okay, lass doch mal schauen, ob wir nicht ökologische Toiletten an Festivals vermieten können.” Dann hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das eine ist, dass wir halt nicht mehr Chemie in diese Toiletten reinhauen, so haben wir einen ökologischen Impact und können das ganze kompostieren und dann wieder bodenverbessert quasi herstellen durch natürliche Prozesse. Und das zweite ist, dass wir mit dem Service, den wir in den Toiletten anbieten, halt einfach saubere, “begehbare” Toiletten haben, die die Leute halt cool finden. Das ist echt erstaunlich. Da kommen Leute dem Klo raus und sagen “Das war ja mal der geilste Schiss meines Lebens”. Das hat da letztens einer gesagt. (Beide lachen) Marcus: Wie geil! Wielange war der da? Hat er sich da so eine halbe Stunde lang gefreut auf der Toilette oder was? Thomas: Ich weiß es nicht genau. Ich bin nur in das Festival gegangen, um zu gucken. Aber ich fand das so geil, wenn das jemand so raushaut, weißt Du. Ja das finde ich gut, also für mich war das auch so ein Ding gewesen, warum ich gesagt habe “Okay, ich gehe nicht so gerne auf Festivals, weil die sanitäre Situation … ähhh, kein Bock drauf. Marcus: Ja, es gibt ja auch Leute, die sind irgendwie ein, zwei Tage da und wenn es gar nicht mehr geht, dann fahren sie nach Hause. Thomas: Oder graben sich ein Loch in ihrem Zelt oder so, keine Ahnung. Alles schon gehört! Und genau das macht Spaß. Am Anfang war es vor allem für mich echt anstrengend. Ich hatte verschiedene Projekte und ich war halt noch operativ nebendrin. Und es war schon ein bisschen funky, weil ich hatte diese Freiheit aus meinem Lifestyle Business und dann hatte ich aber noch den Wert, oder das Ziel, ein Social Business zu gründen und habe das angefangen. Und auf einmal war ich wieder voll drin so. Weißt Du? Die ganze Freiheit, reise irgendwohin wann Du willst. 2013, ich erinnere mich noch: Ich habe damals einen Workshop gegeben für das Ideacamp und einer meiner Kollegen hat mich angerufen “Hey Thomas, Du musst da noch Service machen bei den einen Toiletten, da müssen Fässer gewechselt werden. Das kann gerade keiner, wir sind alle ausgebucht, alle wechseln.” Und ich so, ich musste halt hart lachen, aber ich dachte “warte mal, das kann doch nicht sein! Wir müssen doch noch irgendeinen Mitarbeiter haben, der das da machen kann.” Das war halt noch Markttestphase und wir hatten auch nur freies Personal und mal schauen, wie wir das irgendwie so überbrücken können. Und dann bin ich nach dem Workshop abends um 21.00 Uhr erstmal rüber gefahren und habe mir ein Auto geholt. Dann war ich irgendwann nachts um 2.00 Uhr auf so einem Acker und habe die Klos nicht gefunden. (Beide lachen laut) Dann musste ich erstmal das Fernlicht anmachen und habe dann gesehen - aha, da hinten irgendwo. Dann komme ich am nächsten Tag in den Workshop und sagte “Leute, ich erzähl euch hier was über Automatisierungen und so, aber wenn ihr ein Projekt startet, dann seid ihr wieder im Hustle. Gestern nach dem Workshop, falls ihr denkt, das war anstrengend für euch - Ich war gestern Nacht noch bis um 2 ….” Jetzt mache ich das glücklicherweise nicht mehr. Jetzt habe ich meine freie Bühne, weil viele Sachen schon automatisiert sind, es sind Leute eingestellt, es gibt Prozesse und so. Aber es war nochmal ein Learning für mich. Dass ich bei neuen Sachen halt, den gleichen Prozess irgendwie wieder durchschreite. Und nächstes Mal ziehe ich das einfach schneller durch. Marcus: Ja, das nimmst Du Dir jetzt vor ne? Thomas: Also nach 2013 und dem Hustle mache ich das anders. Marcus: Ja, aber meistens ist es dann doch oft so, dass man es doch einmal wieder selber machen muss, um dann auch die richtigen Leute zu finden, um das Briefing richtig auszuschreiben. Ich meine, von daher fängt es, glaube ich, immer wieder von vorne an. Thomas: Ja ich glaube, am Anfang musst Du Deine eigene Leidenschaft reinbringen, musst Du es erstmal verkaufen, musst Du - einfach auch mit allem in Kontakt gewesen zu sein und zu sehen, wie es funktioniert. Ich glaube, die einzige Situation, wo es anders sein kann, ist wenn Du wirklich noch andere Entrepreneur-Typen so vom Typ her findest, die von Anfang an halt, selber denken und selber ausprobieren und voll Enthusiasten sind. Und das schaffst Du, glaube ich, am besten, wenn du ein starkes Warum hast. Also wenn Du einen Grund hast, warum Dein Business existiert. Wenn Du irgendeine Agentur machst für irgendwas und da gibt es keine Flamme, wie kann ich Leuten damit helfen, wie verbessere ich damit die Welt? Dann ist es, glaube ich, schwierig so etwas zu finden. Aber in unserem Projekt gibt es schon so ein paar Weltverbesserer mit drin und hätte es die nicht gegeben, wären wir auch ganz schön angemeyert. Marcus: Ich glaube auch, ohne das Why, gerade auch bei uns in der digitalen Nomadenszene oder bei den Lifestyle Businesses. dann fehlt Dir irgendwann so die Passion Drive und wenn das verloren geht, dann fühlt es sich auf einmal auch nicht mehr, wie die vier Stunden an. Thomas: Ich muss sagen, als ich mit Basti Strandschicht gepusht habe damals, da war unser Hauptwarum: Klar, wir geben Value für die Kunden, das muss da sein. Du musst halt einen Need erfüllen oder irgendein Problem lösen oder einen Wunsch erfüllen. Aber unsere Leidenschaft war das Business aufzubauen. Natürlich dann auch mit dem Grund, dass wir unser ideales Lebensziel umsetzen können. Das war unsere Leidenschaft. Von daher, sage ich mal, das war jetzt nicht das Business, wo ich gesagt habe “Das muss die ganze Welt haben, weil dann geht es allen sehr viel besser.” Ich glaube, wie gesagt, es löst ein Problem, es hilft vielen Leuten extrem. Die sparen vielleicht Geld oder machen mehr Geld. Es muss nicht unbedingt sein, nur weil mir Yoga jetzt gefällt, dass sich meine Karriere um Yoga aufbauen muss. Absolut nicht. Toiletten waren nie meine Leidenschaft an sich. Jetzt habe ich halt ein Warum gefunden und ich denke, es löst ein Problem. Ich würde eher noch gucken: Löse ich ein Problem? Und das angehen. Weil in ganz vielen anderen Bereichen ist auch der Markt halt relativ crowded. Da musst Du schon ein gutes Alleinstellungsmerkmal haben oder der Markt ist halt noch nicht überfüllt, sodass Du sagst “Okay, da ist noch so viel Platz für alle, aber sonst bist Du halt irgendwann im Preiskampf und guckst dann zu sehr auf was die anderen machen”, glaube ich. Marcus: Ja cool! Ich denke, das war ein gutes Schlusswort. Hast Du sonst noch etwas zu sagen? Haben wir etwas vergessen? Thomas: Nein, ich wollte Dir nur danken für das Interview. Das hat Spaß gemacht, Marcus. Und ja, viel Erfolg für den Podcast - finde ich sehr geil! Marcus: Ja, danke Thomas, dass Du am Start warst. Wir sehen uns bestimmt früher oder später wieder. Danke und out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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Aug 14, 2015

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Interview mit Aristo Luis von Culture of Warrior

Hey Leute, hier ist Marcus, hier ist LIFEHACKZ! Willkommen zu einer neuen Folge! Ich habe mich heute mit Aristo Luis, dem Culture of Warrior. Aristo ist Kampfsportler, Aristo ist Youtuber, hat eigene Show dort. Aristo steigt auch selber in den Ring und macht Kämpfe. Aristo probiert aber auch sämtliche anderen Kampfsportarten aus. Kurz gefasst: Super sympathischer, spannender Kerl. Check it out, viel Spaß! In dieser Folge lernst du:

  1. Welcher der ideale Kampfsport für Einsteiger ist.
  2. Was Kampfsport mit dem Leben zu tun hat und was man an Motivation aus dem Sport rausholen kann.
  3. Wie dir der Sport hilft auf Reisen Leute kennenzulernen.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

YouTube Kanal: Culture of Warrior

Aristo Luis Facebook Spitfire Academy Invictus Fight Night.

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Aristo Luis Marcus: Ja Hi, Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz! Wir sind hier in Friedrichshain bei richtig geilem Wetter. Endlich ist der Sommer auch in Berlin angekommen. Und was noch viel geiler ist, ich habe einen mega spannenden Menschen neben mir, den Aristo. Hi Aristo, was machst Du und wer bist Du? Aristo: Hi, mein Name ist Aristo Luis. Ich betreibe mit meinem Kollegen Dominik den Channel Culture of Warrior und ich bin Leistungssportler, lebe den Sport und bin ein Mensch, der das Leben genießt. Marcus: Ja, das finde ich ehrlich gesagt auch richtig cool und faszinierend an Dir. Wenn man anfängt Deine Videos zu gucken auf Deinem Youtube Kanal merkt man direkt, das was Du machst, erfüllt Dich total mit Freude und es ist auch total authentisch. Ich gucke eigentlich jede Folge auch immer wieder gerne, weil ich weiß, das ist authentischer Scheiß. Da ist nichts vorgespielt, sondern mitten aus dem Leben und ich glaube, genau so geht’s. Vielleicht kannst Du mal sagen, wie ihr auf die Idee gekommen seid, einen Youtube Chanel zum Thema Culture of Warrior zu machen? Vielleicht sagst Du uns auch noch einmal die URL und was ihr damit alles covert. Aristo: Die Idee kam eigentlich als ich auch eine zeitlang als Fitnesstrainer gearbeitet habe. Ich kenne auch solche Leute, wie Julian Zietlow und Eyal. Vor allem auch Julian hat mir damals gesagt “Aristo, mach doch mal was mit einem Channel in Richtung Kampfsport. Anfangs war es nicht mein Ding. Mit der Zeit wird man natürlich älter und da habe ich mir gedacht “Hey, ich probiere das einfach mal aus, was soll ich daran falsch machen?” Dann habe ich Dominik über seine Freundin kennengelernt und habe ihn darauf angesprochen.Er fand, es war eine coole Idee, weil mit solchen Sachen wie Aufnehmen und Schneiden, da habe ich echt keine Ahnung von. Da habe ich wirklich jemanden neben mir gebraucht. Er hat dann auch zugesagt. Und somit ist das Ganze dann entstanden. Dann war es einfach “cool, wir verstehen uns, kommen auf einen Nenner, lass uns einfach loslegen!” Dann haben wir die ersten paar Videos gemacht und gesehen, dass es bei den Leuten cool ankam. Da habe ich auch mit Julian Zietlow den Start gehabt. Und von da an, haben wir gesagt, cool, wir bleiben am Ball. Marcus: Cool! Also ich glaube was ganz wichtig ist, einfach machen! Nicht zu viel einen Kopf machen. Da stand ich mir früher auch selber im Weg bei vielen Online Projekten, die ich gestartet habe. Und der Deutsche tendiert ja auch immer dazu, das perfekte Business durch zu planen. Vielleicht auch noch viel Kohle zu verbrennen und viel Zeit. Und dann gehst Du raus und denkst “Ey, keine Sau interessiert sich dafür” ne? Aristo: Genau. Das war ja das Problem, dieses Pro und Kontra abwägen. Wo sind die Vorteile? Wo sind die Risiken? Gerade die Risiken sind mir zu hoch, also mache ich es nicht. - Quatsch! Wenn Du eine Idee hast, dann mach es einfach. Man muss es so sehen: Entweder Du machst es oder irgendwann kommt ein anderer und macht genau dasselbe und Du beißt Dir dann voll auf die Zunge und sagst “Mist! Hätte ich das auch mal gemacht.” Und das war für uns einfach das Ausschlaggebende, wo wir gesagt haben “Ey, wir ziehen das jetzt einfach durch. Wir investieren kaum etwas und selbst, wenn es nicht klappt, wir haben es gemacht; eine coole Erfahrung im Leben gemacht; weiter geht’s”. Marcus: Auf jeden Fall. Man verliert ja nie ganz, weil man gewinnt immer an Erfahrung, egal was Du machst. Seit wann gibt es den Channel und wie viele Subscribers habt ihr da im Moment? Aristo: Also gerade sind wir auf die 3.000 gekommen, Tendenz steigend. Zum Glück, danke auch nochmal an alle User! Den Channel gibt es jetzt knapp ein Jahr. Wir steuern langsam auf ein Jahr zu. Man muss natürlich auch sagen, das fluktuiert natürlich auch immer. Wir haben Zeiten, wo man natürlich Schule und Ausbildung und so weiter hat und selber arbeitet. Da konnten wir nicht immer kontinuierlich drehen. Wahrscheinlich hätte man auch schon mehr erreichen können. Aber lieber man wächst langsam und stetig und dafür bleiben wir einfach authentisch. Anstatt dass wir, sage ich mal, 100 Videos in einer Woche machen und irgendwann merken und sehen die Leute “Hey, jetzt geht es einfach um’s Kommerzielle”. Sonst würde ich die Leute nicht so zuballern. Lieber machen wir wenig, vielleicht auch lieber ein gutes Video, wo die Leute sagen, das ist zwar nur ein Video, aber es macht Spaß das Video drei Mal hintereinander zu schauen. Marcus: Also lieber dann den Mund aufmachen, wenn man auch etwas zu sagen hat und nicht so “ey scheiße, ich muss ja jetzt jeden Tag drei Videos drehen” und irgendwann kommt nur noch Kacke bei rum. Aristo: Ja, das wollte ich jetzt nicht so sagen, aber wirklich, genau so ist es. Marcus: Und wielange beschäftigst Du Dich schon mit dem Kampfsport und wie bist Du dazu gekommen? Aristo: Oh, mit Kampfsport beschäftige ich mich jetzt eigentlich seit knapp 11 oder 12 Jahren. Ich bin jetzt 27 und habe mit 14 oder 15 angefangen. Davor habe ich auch Fußball gespielt, was ja viele nicht glauben. Ich hatte mich auch in Football und allem versucht. Ich habe schon immer diesen Körperkontakt gesucht. Beim Fußball habe ich immer gelbe Karten bekommen. Football war mir damals auch von der Familie her ein bisschen zu teuer, die ganze Ausrüstung. Und irgendwann bin ich mit den Kumpels so auf die Idee gekommen “Komm, lass doch mal zum Kampfsport gehen, das ist billig, Du brauchst nicht viel - einfach nur Deinen Willen”. Dann bin ich dahin gekommen und von da an, habe ich mich in den Sport verliebt. Weil Kampfsport ist für mich ein Sport, wo ich wirklich auch sage, da gehört kein Talent dazu. Du lernst dazu, wenn Du lernen willst und Du kannst immer besser werden durch hartes Training. Und deswegen liebe ich einfach Kampfsport. Marcus: Das heißt, für Dich ist Kampfsport einfach der heiße Scheiß. Du kannst Dich voll auspowern und durch jedes Training, das Du mehr machst, gewinnst Du dann wieder an Skills, ne? Aristo: Genau. Du wächst halt über Dich hinaus. Du kannst Deine eigenen Grenzen überwinden. Da gibt es kein besseres Gefühl. Für mich persönlich gibt es keine bessere Sportart wie Kampfsport, wo Du das halt so ausleben kannst. Vor allem in dem Maße. Marcus: Und wenn Du jetzt Kampfsport sagst, was meinst Du damit konkret? Beziehungsweise was hast Du schon alles getestet? Womit bist Du eingestiegen? Was würdest Du vielleicht auch Leuten empfehlen, gerade so zum Einstieg? Aristo: Also ich bin damals mit Muay Thaiboxen eingestiegen und es macht mir heute immernoch Spaß, weil Du lernst nie aus. Und wir müssen sowieso sagen, danach kam natürlich so ein Hype wie Ong-Bak mit Tony Jaa und jeder wollte Muay Thai und K1. Aber ich habe auch viele andere Sachen ausprobiert, wie Kali, Escrima, Stockkampf. Da habe ich auch schon krasse Videos gesehen. Marcus: Wo kommt das her? Aristo: Ich glaube, das hat ein Franzose damals erfunden. Ich habe es damals in der Sportschule mal gemacht. Das war halt so ein Mix aus Stockkampf, Messerkampf und ein paar Muay Thai Elementen. Ich glaube aber, der Ursprung war in Frankreich. Ich möchte aber nichts Falsches sagen. Also korrigiert mich, wenn ich da falsch liege. Aber der Ursprung soll wohl Frankreich gewesen sein und hammer geil. Also ich sag, Kampfsport - egal welche Kampfsportart. Wenn es Dir Spaß macht, dann mach es. Ich selber bin in Sachen Kampfsport offen. Ich habe mich sogar mal im Kung Fu versucht. Das war in dem Sinne nix für mich, weil für Kung Fu musst Du viel ruhiger sein. Ich bin da gerne auch so einer, der will nach vorne marschieren, sag ich mal so. Einfach mal drauf los hauen, wild durchdrehen. Und im Kung Fu war es immer “bleib mal gelassen”. Dann habe ich gesagt “ist zwar auch geil, wenn Du es drauf hast, aber ich will eher wirklich etwas, wo es heißt: Auf die Fresse”. Marcus: Und gibt es jetzt einen Kampfsport, wo Du auch in den Ring steigst und regelmäßig Wettkämpfe machst? Aristo: Ja mit K1, Kick Thaiboxen. Da mache ich selber Wettkämpfe und bin auch selber aktiv. Ich denke auch noch nicht daran, damit aufzuhören. Marcus: Auch nicht, wenn Du dann irgendwie total zerbeult nach dem Kampf in der Kabine sitzt und vielleicht auch noch verloren hast und denkst “Scheiße, wofür machst Du denn hier die ganze kacke?!” Kannst Du Dich da immer wieder motivieren und woher holst Du dann die Motivation? Aristo: Also wenn ich zerbeult in der Kabine sitze dann sage ich: Jetzt erst recht! Jetzt will ich weiter trainieren und noch besser werden. Die Motivation hole ich einfach daraus, dass ich sage: Wenn ich jetzt im Kampfsport aufgebe, dann gebe ich eigentlich auch irgendwo mein Leben auf. Ich verknüpfe das mit meinem Leben. Gewinne ich einen Kampf im Ring, dann zeige ich mir selbst “Ey, Du kannst auch im Leben einiges erreichen”. Verliere ich, dann sage ich “Gut, reiß Dich zusammen, steh wieder auf und mach weiter”. Also ich beziehe das immer aufs Leben. Im Leben hast Du mal gute Zeiten. Dann geht es Dir echt beschissen und Du musst Dich wieder zusammenreißen. Dann hast Du auch mal dementsprechend gute Zeiten, schlechte Zeiten. Also es pendelt immer hin und her. Und so ist es auch im Kampf. Du kannst nicht immer gewinnen. Mal verlierst Du. Ich habe auch sage ich mal, die ersten zwei Kämpfe in diesem Jahr verloren. Den ersten sogar ganz bitter. Im zweiten habe ich schon ein bisschen besser gekämpft. Da konnte ich sagen “Okay, den hast Du zwar verloren, aber irgendwo bist Du Sieger der Herzen”. Aber wenn ich jetzt anfange aufzugeben in Sachen Kampfsport, dann sage ich ganz ehrlich: Dann werde ich im Leben auch immer aufgeben. Du kannst es Dir nicht erlauben, im Leben aufzugeben, also geb in allen anderen Sachen auch nicht auf. Marcus: Irgendwie dreht hier im Hintergrund einer durch, glaube ich. Aristo: Der flippt da total aus. Marcus: Ich weiß nicht, ob man das hört, aber ich glaube, gleich beruhigt er sich wieder. (beide lachen) Marcus: Vielleicht müssen wir da gleich mal rüber und vorbeischauen, was da los ist. Ja, also ich muss sagen, ich selber habe früher mal Karate gemacht, als ich so 12 oder 13 war. Das war ganz cool, um da mal so ein bisschen reinzukommen und ja, nicht irgendwie um Erlaubnis fragen zu müssen, dass man auch mal schlagen darf oder treten oder so. Ich meine, wir haben jetzt keinen Kontakt gemacht. Das war alles ohne Kontakt noch in dem Alter. Viel auswendiglernen. Die Katas und so. Ich finde, das gehört irgendwie auch dazu. Manche Menschen brauchen aber auch das Ventil, das mal rauslassen zu können, weil sonst explodiert das dann irgendwann und dafür ist der Sport genau die richtige Plattform, ne? Aristo: Ja natürlich. Wenn ich mir heutzutage die Menschen angucke. Jeder hat irgendwo seinen Frust, Probleme, Freundin trennt sich, Arbeit läuft nicht. Also eigentlich habe ich manchmal so das Gefühl, als würden die Menschen so generell immer mehr Probleme haben und wir haben kaum ein Ventil, wo wir es rauslassen können. Die, die Sport machen haben einen Vorteil. Die, die es vielleicht arbeitstechnisch nicht schaffen oder aus welchen Gründen auch immer, drehen irgendwann auf der einen oder anderen Seite komplett durch oder klappen zusammen. Wo ich echt nur jedem empfehlen kann - es muss nicht Kampfsport sein - aber such Dir ein Ventil. Sei es, dass Du sagst, ich will Klavier spielen, dann mach es. Du brauchst dieses Ventil. Genauso, wie Du es gerade angesprochen hast. Für mich gilt genau dasselbe. Auch beim Kampfsport, ich sag mal so, dass mal die Polizei kommt und sagt “So, Junger Mann, geht so nicht, mitkommen!” Du kannst Dich mit anderen messen. Habe ich jetzt gut trainiert; bin ich besser geworden; bin ich schlechter geworden; habe verloren - okay, muss besser werden. Also Du bist einfach nicht gebunden. Du hast keinen Zwang und vor allem: Du kannst Dich selbst immer nur so entfalten, wie Du es willst. Marcus: Genau und was ich auch spannend finde und auch erst später dann selber erfahren habe, dass Du beim Kampfsport im ersten Augenblick denkst “Was sind das für Verrückte? Die kloppen sich da die Birne ein und umarmen sich danach. Das kann doch irgendwie alles gar nicht wahr sein.” Und wie viele Mental Skills auch dahinter hängen, um vorbereitet in so einen Kampf zu gehen. Um das abrufen zu können in der Sekunde und dann auch ruhig zu bleiben und nicht auszuticken, wenn Du das erste Mal eine abkriegst. Wie viel Prozent Deiner Vorbereitung steckst Du auch in dieses mentale Ding rein? Oder sagst Du, das ist einfach da. Entweder man hat es oder man hat es nicht. Oder meinst Du schon, das kann und sollte man trainieren? Aristo: Trainieren ist schwer, weil Du hast mit vielen Eindrücken zu kämpfen. Aber das Mentale eigentlich so an sich - Du musst es irgendwie selber herbeirufen, aber es kommt auch von alleine. Also wenn Du Dich wirklich auf den Kampf fokussierst, dann kommt es eigentlich von alleine. Du musst mental sehr stark sein. Du bist hohen Belastungen ausgesetzt, Du hast Angst, Du bist aufgeregt. Marcus: Also Du hast nach wie vor Angst, auch nach 60.000 Stunden im Gym und Vorbereitung? Aristo: Ja natürlich, Du bist aufgeregt. Du bist tierisch aufgeregt. Ich habe damals Kollegen gehabt, die haben fast über 30 Kämpfe. Wenn ich denen manchmal auf einer Veranstaltung  begegne, die sitzen da und ich sage “Dicker, ich bin gerade voll aufgeregt” Dann gucken die mich an und sagen “Du, mir geht es gerade nicht anders.” Und die haben sogar noch mehr Kämpfe gehabt als ich, wo ich dann sage “Alter, Du auch?” Du bist immer aufgeregt. Weil es ist ja so gesehen immer ein neuer Gegner. Es ist immer ein neuer Mensch. Wenn es immer derselbe wäre, wäre es etwas anderes. Aber dadurch, dass es immer andere Personen sind, bist Du immer auf’s Neue aufgeregt. Es ist immer so, als würdest Du Dein erstes Fight Debut haben. Also aufgeregt ist man immer. Du musst mental stark sein. Vor allem - wie Du gerade gesagt hast - dass Du im Ring ruhig bleibst. Und natürlich brauchst Du eine gewisse Aggressivität, drehe aber nicht durch. Bleibe so ruhig, dass Du alles abrufen kannst. Hör auf Deinen Trainer und versuche trotzdem fair zu bleiben. Du musst vor dem Kampf nicht mit Deinem Gegner best friends sein, aber sich nach dem Kampf wenigstens den Respekt zollen und sagt “Hey, cool gekämpft, Hand drauf, freue mich auf den nächsten Kampf.” War bei mir auch so. Ich habe meinen ersten Kampf dieses Jahr verloren. Es ging um eine deutsche Meisterschaft. Ich habe eine gute Vorbereitung gehabt. Mein Trainer hat mich richtig hart rangenommen. Mein Gegner war aber in dem Moment mental einfach stärker. Ich war zwar mental auch da und bin auch nach vorne gegangen. Aber er hat einfach mehr gemacht. Ich habe mir sozusagen, das Ruder selber aus der Hand nehmen lassen, aber am Ende habe ich natürlich auch gesagt “Hey Dicker, hast mich heute geschlagen. Ich hoffe, wir treffen uns irgendwann im Ring wieder.” Er hat sich natürlich auch gefreut und geil und ich gönne ihm das. Das macht ja Spaß. Beim Revanche-Fight freue ich mich, wieder gegen ihn anzutreten, weil ich weiß, er ist gut, er wird mich fördern. Und wenn ich ihn besiege, dann weiß ich, ich habe wieder einen weiteren Schritt auf der Leiter gemacht und bin noch ein Stück besser geworden. Dann gehst Du natürlich noch selbstbewusster in den nächsten Kampf. Somit steigerst Du Dich wieder. Marcus: Ja klar, von daher sind Niederlagen ja auch immer eine mega Chance selber zu wachsen und zu sagen: So, beim nächsten Mal mache ich es besser. Und wenn ich dann nochmal die Chance habe, gegen genau den zu kämpfen oder so, dann zeigt es ja auch wieder, ob es irgendetwas gebracht hat und ob Du Dich selber wieder weiter steigern konntest, ne? Als Du das erste Mal in den Ring gegangen bist für einen Wettkampf, was ist Dir dann da durch den Kopf gegangen? Als Du wirklich Faust an Faust und Auge an Auge ihm gegenüber gestanden hast. Kannst Du Dich noch daran erinnern? Aristo: Ja, sogar sehr gut. Bei meinem allerersten Kampf, da war ich glaube ich 16 oder 17 glaube ich, bin ich böse K.O. gegangen. Ganz böse K.O. Marcus: Wie kam das? (Beide lachen) Aristo: Das war in Cottbus. Das war damals unter meinem alten Trainer Meo, Gott möge seiner Seele gnädig sein. Der ist nämlich verstorben. Ich sollte halt gegen jemanden in meiner Gewichtsklasse kämpfen. Ich habe damals, glaube ich, 75 kg gerade mal gewogen und mein Gegner ist aber ausgefallen. Und da war halt ein anderer, der 10 kg mehr gewogen hat und ich natürlich übermütig “Ja ja, ich kämpfe gegen ihn und ich kämpfe auch gegen den”. Tja, der war aber leider auch erfahrener. Ich bin dann also gegen ihn in den Ring gegangen. So die erste Minute habe ich mich nicht schlecht verkauft. Dann habe ich aber beim dritten Kopf die Deckung fallen lassen und er hat natürlich einen rechten Haken rausgehauen, mich perfekt am Kinn getroffen. Dann hat er nochmal zwei, drei Dinger hinterhergesetzt und ich lag flach auf dem Boden. Also Kiefer ausgeränkt, Amnesie. Bis heute kann ich mich unabhängig von der DVD, die ich davon zu Hause habe, an den Kampf sogesehen nicht erinnern. Also ich kenne es nur aus dem Video, aber so kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Danach war der zweite Kampf. Das war dann so Repeat. Der erste Kampf war dann mehr oder weniger abgehakt. Beim zweiten Kampf ging mir dann schon die Muffe. Der Gegner hieß Mohammed Ali. (Beide lachen) Marcus: Jetzt ohne Scheiß oder was? Aristo: Der hieß Mohammed Ali aus dem Süden von Hamburg glaube ich. Marcus: Wie geil, ich habe mal irgendwo einen Michael Jackson kennengelernt. Ich komme gerade nicht mehr drauf, wo das war, aber ... (Beide lachen) Aristo: Geil und wenn Du natürlich so in einem Ring steckst oder auch noch viel früher. Wenn Du dann natürlich hörst “Hey, Dein Gegner heißt Mohammed Ali”, dann denkst Du Dir auch so “Was soll der Scheiß denn?” Das ist mein erster Kampf und dann muss ich gegen jemanden antreten, der Mohammed Ali heißt. Zum Glück hatte Mohammed Ali, genauso wie ich, nicht wirklich die beste Kondi an dem Tag. Konditionell war ich vielleicht 5% besser. Ich hatte halt die bessere Physis und bin viel nach vorne marschiert, aber ich weiß noch, der Weg zum Ring - am liebsten wäre ich abgehauen. Wir sind bei der Veranstaltung angekommen, alles schön und gut. Da waren glaube ich 20 Kämpfe. Kurz bevor mein Kampf stattfand, war ein Boxkampf. Und der junge Mann, der sich auch mit mir in der Umkleidekabine fertiggemacht hat, der kam dann plötzlich mit einem zertrümmerten Nasenbein in die Kabine. Und überall Notärzte, Securities, der Veranstalter schrie rum “Holt den Notarzt!” Und seine Nase lief und die Securities stürmen in die Umkleidekabine und kommen zu mir “So Junge, Du musst jetzt in den Ring, Du bist jetzt dran!” Und überall liegt Blut. Aber wirklich, als, Sorry dass ich das jetzt so sage, aber als hätte man da ein Schwein geschlachtet. Und ich hatte gerade mit der Aufwärmung angefangen. Normalerweise hätten wir 20 Minuten Zeit gehabt, aber dadurch, dass der Kampf vorzeitig beendet worden ist und die wollten, dass die Show weitergeht, musste ich natürlich schnell antreten. Und ich dachte so “Ey, das war’s. Der kommt hierein, Nasenbein zertrümmert, blutet wie ein Schwein, Panik, der Veranstalter schreit rum, die Notärzte rennen alle im Kreis und ich soll jetzt dareinsteigen oder was? Sag mal, haben die ne Macke?!” Und mein Gegner heißt dann noch Mohammed Ali. Ich weiß noch den Weg dahin. Vor mir mein Trainer, ich in der Mitte, hinter mir so ein 2,10 m Security Typ, Glatzkopf, richtig böser Blick. Und ich genau in der Mitte. Die Scheinwerfer auf mich und ich denke “Hey, Du kannst hier nicht abhauen.Links und rechts sitzen die Zuschauer, vor Dir Dein Trainer, hinter Dir diese blöde Security. Wo willste denn jetzt hier hin?” So. Da bin ich ehrlich. Im Kopf habe ich mir echt gedacht “Gibt es hier eine Möglichkeit abzuhauen? - geht nicht. Der Typ da hinter mir, neben mir die … egal, zieh es durch.” Ich gehe also darein, Augen zu, gekämpft, zum Glück gewonnen. Aber danach war ich auch echt erleichtert und dachte mir  “Uhhhh, Nase steht noch, alles wunderbar. Gesicht. Siehst noch top aus.” Aber ich sag’s Dir, da ging mir echt die Flaute. Also hätte ich abhauen können, wer weiß, ich hätte es glaube ich gemacht. Da bin ich echt ehrlich. Marcus: Ja krass. Du sagst gerade, Gesicht noch dran, Nase noch alles ok. Das waren ehrlich gesagt auch erstmal so vor ein paar Jahren noch meine Empfindlichkeiten bevor ich dann mit Krav Maga angefangen habe und jetzt mega leidenschaftlich Krav Maga trainiere und auch Level Testings mache. Da habe ich jetzt im Oktober die nächste Prüfung. Und wenn ich unterwegs bin, mache ich auch immer Muay Thai oder MMA um meine Technik im Krav Maga zu verbessern. Bisher zum Glück ist das Gesicht noch nicht so sehr deformiert, aber das war auch immer so mein größter Punkt, wo ich sage “Scheiße, was passiert, wenn Du Dir die Nase zertrümmerst?” Was machst Du dann? Oder spielen diese Gedanken bei Dir irgendwie eine Rolle oder legt man die irgendwann ab? Aristo: Also eine Sache muss ich sagen: Zum Glück haben wir Afrikaner solche flachen Nasen. (Beide lachen) Das heißt, bei uns brechen die nicht so schnell, aber Du musst damit rechnen! Du darfst in dem Sinne nicht zu viel darüber nachdenken, aber wenn es passiert, dann passiert es. Ich habe mir immer ausgemalt, oh der erste K.O. Am Ende kriegst Du sowieso nichts mit. Bei meinem ersten K.O. waren die Lichter einfach aus. Dann waren sie wieder an und dann hieß es “Dicker, Du bist pennen gegangen” und ich habe mir gedacht “Was? K.O.? Kann doch gar nicht sein, ich muss mich doch gerade noch warmmachen.” Ich sage letztendlich mal so: Im Kampf kriegst Du es gar nicht mit. Wenn, dann erst im Nachhinein. Aber so körperliche Schmerzen, die vergehen. Die bleiben halt zum Glück nicht lange. Irgendwann hast Du die wieder vergessen und sagst “ich bin dran gewohnt”. Ich hatte auch mal die Nase angeknackst und das sogar im Sparring. Rechnen musst Du damit immer. Wenn Du es im Ring nicht haben willst, dann steigst Du entweder nicht rein oder Du wirst verdammt schnell oder Du siehst zu, dass Du eine verdammt gute Deckung hast. Anders kannst Du es nicht vermeiden. Wenn es passiert, dann passiert es. Marcus: Und wie hart geht ihr im Sparring? Sprecht ihr euch da ab oder kann es schon mal sein, dass sich das auf einmal so hochschaukelt? Aristo: Also, dass es sich hochschaukelt ja. Das ist ganz normal. Ich meine, Testosteron knallt auf einander. Der eine haut mal zu hart zu. Da denkst Du Dir “Ey Du Arsch” Sorry. “Das bekommst Du sofort zurück.” Aber danach reicht man sich auch die Hand. Nee, aber beim Sparring - wenn jetzt keine Wettkampfvorbereitung ist - gibt es kein hartes Sparring. Natürlich technisches Sparring. Und es muss auch schon ein bisschen Zecken knallen. Ich glaube, da stimmt mir jeder Kampfsportler zu. Aber Du hast nichts davon, wenn Du immer 100% beim Sparring gibst. Irgendwann bist Du auch durch. Vor allem muss man auch sagen, Du arbeitest, hast eine Ausbildung und wenn Du dann jedes Mal mit einem blauen Auge hingehst sagt Dein Chef auch “Du, bei Deinen Kämpfen ist okay, aber Du musst jetzt nicht jede Woche so angetanzt kommen”. Aber grundsätzlich, wenn da ein Wettkampf ist, dann wird auch schon gepfeffert. Es kann natürlich auch sein, dass auch mal die Nase oder die Augen etwas mitkriegen, aber ich sage so, ich spreche mich mit meinen Kollegen nicht ab. Wenn ich in den Ring gehe, spreche ich mich mit meinem Gegner ja auch nicht ab. Der kommt dahin, um mich zu besiegen. Also müssen mich meine Teamkollegen darauf vorbereiten und sagen “Hey Aristo, heute greifen wir Dich an”. Weil selbst wenn er nicht so hart schlägt wie mein Gegner, aber er wird mit Dir genau dasselbe vorhaben. Er wird Dich sogar fertig machen wollen. “Wir wollen Dir helfen, dass Du stärker wirst.” Also dafür bin ich überdankbar. Marcus: Genau, das ist bei uns im Training, beim Krav Maga, auch so, dass manche das missverstehen und denken so “okay, dann mach ich mal nicht ganz so heftig Du kannst ja gar nicht wachsen. Der Eyal Yanilov, der Höchste vom Krav Maga Global in Israel sagt auch immer: Du bist nur so gut, wie Dein Trainingspartner und der muss Dich voll fordern und fördern. Der muss richtig hart mit Dir trainieren, damit Du auch weiter kommst. Wie seid ihr protected bei den Sparrings? Habt ihr dann noch einen Helm an und irgendwelche Schutze, die ihr im Ring nicht habt? Aristo: Also so eine Standard-Ausrüstung natürlich. Beim Kick Thaiboxen Schienbeinschoner, T-Schutz, Mundschutz, Kopfschutz auch manchmal, obwohl ich muss sagen, ich bitte meinen Trainer immer darum, die Dinger abzunehmen, weil die nerven echt. Erstmal schwitzt Du dann dadrunter, wie ein Schwein und dann tritt Dir der eine gegen den Kopf, dann dreht sich das Teil um 180 Grad und dann siehst Du schonmal gar nichts mehr. Dann wird jedes Mal Stop gemacht. Grundsätzlich machen wir das dann so, dass selbst beim Hartsparring, dass natürlich der Trainer sagt “okay, es wird heute hart gekämpft, aber es muss nicht alles 100% zum Kopf gehen. Körper, Leber 100%, Low-Kick, zieh ihm das Ding rein. Wenn Du jetzt mal einen High-Kick abkriegst, halt die Deckung oben, kann auch mal passieren.” Aber sonst achten wir natürlich auch darauf, dass wir jetzt nicht sagen “okay, ich renn jetzt beim Sparring 100% mit reingesprungenes Knie meinem Trainingspartner voll ins Gesicht”. Das mache ich dann natürlich nicht. Man achtet trotzdem schon aufeinander, aber man geht auch mit Wums rein. Wie gesagt, der Kopfschutz. Ich bin nicht der wirkliche Fan. Ich weiß, das gehört dazu. Das soll auch so sein, aber da bin ich ganz der Fighter und sage “Ey, lieber fall ich tot um, als dass ich mir das Ding da drauf setze.” Weil Du kannst Dich dann einfach nicht wehren, Du siehst nichts. Jeder der schonmal mit einem Kopfschutz gekämpft hat, weiß das. Du siehst einfach nichts. Das Ding verrutscht und dann bekommst Du ein Ding von der rechten und Dein Trainer “Ja, nimm den Deckel hoch!” “Sorry Trainer, ich sehe rechts nichts.” Das Ding verdeckt mir da komplett die Sicht. Wir sind da schon gut protected. Wir haben natürlich auch immer dicke Handschuhe. Marcus: Wie viele Unzen habt ihr? Aristo: Beim Sparring haben wir 14er, je nach dem. Wir haben natürlich auch manchmal Riesen bei uns, Schwergewichtler. Die ziehen dann sogar bis zu 16er an. Weil die haben natürlich Wums dahinter. Also 14er, 16er ist dann schon wirklich Standard im Sparring. Vor allem im harten Sparring. 10er haben wir dann natürlich im Ring. Also bei den Handschuhen achten wir darauf, dass die schön dick sind. Marcus: Und wie oft trainierst Du? Aristo: Bei Wettkampfvorbereitung: So oft wie es geht. Zwei, manchmal wenn ich noch die Kraft habe, bis zu drei Mal am Tag. Das dritte Training ist dann eher so ein leicht regeneratives Dehnen und so weiter, aber zu Wettkampfzeit schon bis zu zwei Mal am Tag. Das muss sein. Marcus: Stehst Du gerade vor einem Wettkampf? Wann ist der nächste? Aristo: Ich stehe eigentlich gerade vor zwei Wettkämpfen. Am 19. September die Invictus Fight Night. Marcus: Wo ist die? Aristo: Die ist in Blankenburg. Ich muss da noch einmal nachschauen. Marcus: Wir schreiben das in die Shownotes. Aristo: Also, da bin ich auch verlinkt. Das sieht man auch bei mir auf Facebook. Und dann auf Schloss Dietersdorf am 8. Oktober. Man merkt auch die Zeitspanne ist relativ kurz hintereinander. Deswegen will ich jetzt so fit sein. Der Kampf am 8. Oktober ist auch eine EM. Das wird also ein EM-Titel Fight, wenn alles gut läuft. Deswegen heißt es für mich auch erster Fight. Erster Fight ist nach knapp acht Wochen Pause wieder. Also jetzt in der Sommerzeit, aber das ist auch für mich wiederum eine Vorbereitung für den 8. Oktober. Das heißt, wieder komplett reinzukommen und dann will ich die beiden Fighter sozusagen, ordentlich unter Feuer nehmen. Marcus: Die beiden Fighter sind schon bekannt. Wie bereitest Du Dich darauf vor. Guckst Du dann alte Videos oder denkst Du Dir, Du bereitest Dich so gut vor wie Du kannst und alles andere wird sich im Ring zeigen? Aristo: Jein. Also der erste ist bekannt. Das mit den Videos überlasse ich meinem Trainer. Ich weiß nicht, wie es bei Boxprofis aussieht, aber generell macht so etwas eigentlich immer der Trainer, weil als Kämpfer willst Du Dich damit nicht befassen. Es reicht schon, dass man generell schon aufgeregt ist, dann muss ich mir den nicht noch reinziehen. Mein Trainer sagt mir, was ich zu tun habe. Der guckt sich das an. Von manchen gibt es noch nicht einmal Videos. Das ist auch manchmal so. Gerade in unserer Klasse ist das so üblich. Da wird auch nur vom Hörensagen erzählt. Der Trainer kümmert sich dann darum. Zum Beispiel mein erster Gegner dieses Jahr, Yuri De Souza. Das war ein harter Fighter auf jeden Fall gewesen. Der war bekannt für gefährliche Knie. Ich habe zwei Knie davon gefressen. Eins voll auf mein linkes Auge. Marcus: Obwohl Du es wusstest und wo Dir jeder gesagt hat “pass auf”. Wie ist das, geht das dann zu schnell oder was? Oder er macht eine Finte und dann kommt doch das Knie? Aristo: Ich muss sagen, ich habe viele Knie von ihm blocken können. Das war der Vorteil. Er hat mich glücklicherweise nicht mit seiner besten Waffe runterbekommen, weil ich einfach gut vorbereitet war. Das mal ein Knie durchkommt, war klar. So ein, zwei Knie ist natürlich klar. Du bist ja kein Supermensch. Aber ich habe es größtenteils verhindern können. Wenn er davor die Gegner generell mit Knien runtergeholt hat. Bei mir hat das zum Glück nicht geklappt, weil mein Trainer sich das angehört hat. Meine Trainingspartner haben mich dann auch viel mit Knien angegriffen, sodass ich dann in der Zeit noch gelernt habe, echt viel wegzublocken, was die Knie betrifft. Um so etwas kümmert sich der Trainer, schaut sich Videos an, fragt nach, wie er kämpft, hört sich an. Das macht der gegnerische Trainer natürlich genauso. Und dann werden halt Trainingspartner gesucht, die entweder so kämpfen oder Deine Trainingspartner werden dementsprechend geschult. Dann sagt ihm der Trainer “pass auf, heute kämpfst Du mal so und so”. Da muss man sich eine Strategie aufbauen. Und wie gesagt, bei manchen Kämpfern weiß man nicht, wie er kämpft und hat noch nie etwas von ihm gesehen. Da heißt es einfach “Alter, trainier, versuch irgendwie besser zu werden, geh rein und sieh zu, dass Du das Ding mit nach Hause bringst.” Marcus: Ja. In welcher Gewichtsklasse kämpfst Du? Aristo: Ich kämpfe bis 81 kg. Also der Kampf, der jetzt angesetzt ist, geht bis 81 kg. Die letzten beiden waren sogar bis 82 kg. Das ist bei uns Mittelgewicht. Aber ich will sogar auf 79 kg runtergehen. Das ist so die Gewichtsklasse, in der ich mich auch richtig wohl fühle und wo auch meine Luft am besten ist. Aber ich sag mal 79 bis 82kg kann ich schon und werde ich auch kämpfen. Marcus: Was wiegst Du jetzt so in der Offseason oder vor dem Kampf? Wie viel geht dann immer runter? Aristo:  Jetzt wiege ich so knapp 79, 80 kg. Marcus: Kommt das immer auf den jeweiligen Fighter an? Also manche sind da gerne schwerer und schwitzen sich dann wieder runter wie Sau und müssen dann wieder schnell auffüllen. Wie machst Du das? Aristo: Ich habe das Problem nie gehabt, glücklicherweise. Also ich habe selten zu Wettkämpfen erlebt, dass ich mehr gewogen habe. Und wenn, dann war es wirklich so: Gramm. Das waren 100 oder 200 Gramm zu viel. Also nie irgendwie ein ganzes Kilo. Das habe ich wirklich selten gehabt. Sonst bin ich immer so der, der generell ein bisschen weniger wiegt, zum Wiegen hin. Danach fressen und Du hast es sowieso wieder alles drauf. Ich mache es dann auch immer schon von vorne herein, dass ich dann schon ein bisschen runtergehe. Dann wiege ich lieber ein bisschen weniger und habe auch bessere Luft und alles, sodass wenn es dann zum Kampf hingeht, muss ich mir auch keinen Kopf machen in Sachen “Was muss ich jetzt einen Abend vorher essen? Was darf ich nicht essen?” Das ist ja auch immer total nervig, weil Du bist dann aufgeregt und wenn Du dann einen Tag vorher noch voll am hungern bist, dann fehlt Dir auch die Kraft am nächsten Tag. Deshalb gehe ich lieber schon generell mit dem Gewicht runter, sodass wenn es dann heißt “Hey Waage, hier mein Gewicht; passt; wunderbar; fertig; ab.” Marcus: Ja Du sagtest auch gerade, dann fehlt Dir die Kraft, wenn Du runtergehst. Was ich bei vielen auch gemerkt habe, zum einen mache ich noch Bodybuilding und Fitnesstraining. Und da habe ich mal in so einem krassen Bodybuilding Gym trainiert in Münster, wo auch ein paar auf die Bühne gegangen sind. Die waren super gereizt und aggressiv, als die dann nur noch am hungern waren und andere Kämpfer auch, so wie ich das so mitgekriegt habe. Also ich finde es wahrscheinlich cooler, immer stable zu sein, um dann auch einen richtigen Mindset zu haben und nicht scheiße frustriert gewesen zu sein und dann wieder sich auf einen Kampf konzentrieren zu müssen. Aristo: Du hast das gerade gut angesprochen. Die sind gereizt, übel gelaunt und alles. Das geht auch echt auf die Substanz. Wie auch vorhin angesprochen, da kommt auch noch dieser mentale Druck, dann fehlt Dir die Kraft, dann zweifelst Du an Dir selbst “oh, ich habe wenig gegessen und da fehlt mir die Kraft”. Also so etwas kann dann auch echt zur Negativeinstellung führen. Deswegen bin ich da wirklich von vorne herein so, dass ich sage, da sichere ich mich lieber ab. Lieber wiege ich zwei Kilo weniger und komme dann dahin. Selbst wenn ich dann ein Kilo zu viel habe, dann kann man immernoch sagen “er ist immernoch auf seinem oder unter seinem Gewicht”. Dann bist Du echt sorgenfrei. Vor allem kannst Du dann auch einen Tag vorher ordentlich reinhauen. Wenn Du so zwei, drei Kilo weniger hast, kannst Du noch einen Tag vorher ordentlich essen. Dann gehst Du vielleicht nochmal auf die Waage und hast vielleicht ein, zwei Kilo mehr drauf und hast am nächsten Tag immernoch Dein Gewicht. Das ist optimal. Marcus: Perfekt. Lass uns jetzt nochmal auf Deinen Youtube Channel zu sprechen kommen. Du sagst ja, Du hast den Dominik dabei. Der quasi das ganze Technische übernimmt bei euch. Das heißt, Du bist eher der Typ vor der Kamera, machst die Interviews und hast gar keine technischen Skills und willst das auch gar nicht? Oder wie sieht das bei euch aus? Aristo: Wollen ist eine andere Frage. Aber es ist sauschwer. Ich krieg das ja immer über ihn mit, wenn wir manchmal Videos machen. Man muss ja sagen, es ist etwas anderes, wenn ich ein Fitnessvideo schneide oder ein Kampfsportvideo. Weil Du hast bei Kampfsport viel Bewegung drin. Dreh, geh mit, gucken, Ton, alles muss passen. Und ich sehe auch manchmal, der sitzt dann wirklich tagelang. Manchmal rufe ich den an “Hey Dicker, wielange braucht denn das Video?” - “Ja, ich bin hier noch am schneiden.” Man will den Leuten ja auch etwas cooles zeigen und denen etwas gutes bieten. Vor allem wollen wir auch, dass die Zuschauer einiges mitbekommen. Wir haben jetzt zum Beispiel eine Reihe gehabt für BBJ Skills, wo dann einmal alles gezeigt wird. Da wollen die Leute ja etwas mitkriegen. Selbst wenn es einer zu Hause nachmachen will. Er will ja sehen, was wird da gemacht. Und wenn Du das natürlich scheiße schneidest, dann sieht der ja nichts. Und das wollen wir natürlich vermeiden. Und deshalb sitzt Dominik echt lange und verbringt sehr viel Zeit damit. Dieses technische Know-How was er hat, das kann ich mir gar nicht aneignen. Also ich frage immer, er erklärt dann auch immer, aber ich bin ehrlich: ich verstehe nur die Hälfte. Bei der anderen Hälfte sage ich “Na gut Dicker, ich vertrau Dir, Du machst das schon, Du packst das!” Es ist nicht mein Bereich. Er weiß genau, wenn ich ihm irgendwo helfen kann, dann mache ich das immer gerne. Aber sonst vertraue ich ihm da. Ich bin da auch wirklich so: Wir drehen ein Video - der braucht mich auch gar nicht fragen, weil wir kennen uns schon so gut, dass ich sage “Weißt Du was, wir haben das gedreht, Du schneidest es” und ich weiß, es wird gut! Marcus: Perfekt. Man muss ja auch nicht alles können. Dafür hast Du andere Skills und kannst den Affen vor der Kamera machen, den Clown, und hast das Fachwissen. Aristo: Das macht mir auch mehr Spaß. Marcus: Und wie Du schon sagtest: Ihr dreht ja dann auch zu bestimmten Skills und seid ja im richtig krassen BJJ unterwegs. Brazilian Jiu Jitsu und so. Kommen die Leute alle aus dem eigenen Netzwerk oder wie kommst Du dann an die Leute ran, wenn Du unterwegs bist für Deinen Channel. Aristo: Das ist das geile am Sport. Einmal das eigene Netzwerk und auf der anderen Seite schreiben mich auch so Leute an, die ich gar nicht kenne. Also man sagt echt, Sport verbindet. Wenn ich so überlege, wie viele Leute mich in ihre Gyms eingeladen haben oder mir gesagt haben “Ey, wir eröffnen bald ein neues Gym, komm mal gerne vorbei!” Also teils teils und es macht echt Spaß. Du machst mal mit dem was, dann sieht der das und fragt mal an. Und ich bin da immer offen. Also jeder, der auch schonmal auf Facebook oder mit mir geschrieben hat “Ey Dicker, komm doch mal bei uns in das Gym”. Die denken oftmals ich antworte nicht und plötzlich schreibe ich zurück “Ja, sag mal, wo ist das Gym?” “Hey krass, wusste ich gar nicht, dass Du antwortest, geil! Dann und dann”. Ich sag auch immer: Du kannst von jedem dazulernen, also da bin ich echt weltoffen. Marcus: Ja ich muss auch sagen, ohne Sport wäre ich wahrscheinlich nicht derjenige, der ich bin und gerade wenn wir viel reisen und erstmal keine Kontakte oder Wurzeln haben. Das erste was ich mir suche, noch vor dem Supermarkt oder so, ist wo ist ein lokales Gym? Wo kann ich vielleicht pumpen gehen? Open Air ist noch am coolsten und wo sind auch die local guys? Also nicht irgendwie mit Touristen in irgendeinem Hotel unten dann in so einem Fitnessstudio abzuhängen. Das macht auch voll keinen Spaß. Beispielsweise in Curacao war ich dann in so einem Hinterhof im Kickboxverein und so und habe nur mit den ganzen schwarzen, den locals da, trainiert und das hat so viel bock gemacht. Dann warst Du auch direkt connected und hast die wieder in der Stadt getroffen. Ich glaube Sport, da brauchst Du keine unterschiedlichen Sprachen, da brauchst Du keine Übersetzer, da sind irgendwie alle gleich. Egal wie aussehen, wie groß, wie klein, wie dick. Aristo: Das siehst Du ja. Ich glaube, Du bist da das beste Beispiel. Du sagst, Du reist um die Welt und lernst durch den Sport noch andere Leute kennen. Besser geht es gar nicht. Und ich bin sogar nur in Deutschland und lerne dadurch schon viele Leute kennen. Dann will ich mir gar nicht ausmalen, was denn wäre, wenn man wirklich so international irgendwie unterwegs ist. Man kommt immer auf einen Nenner. Man versteht sich, man weiß “Hey cool, das ist auch ein Sportler.” Du verstehst Dich auf Anhieb. Ich war auch bei voll vielen Leuten in deren Gyms. Da bin ich reingegangen und man hat sich auf Anhieb verstanden. Oder auf der Straße “Hey cool Dicker, ich mache auch Sport, lass doch mal zusammen trainieren.” Sport verbindet einfach. Es gibt nichts besseres. Da ist es egal woher Du kommst, woran Du glaubst, welche Hautfarbe, was auch immer. Wir sind alle Sportler und wir teilen einfach dieselbe Leidenschaft. Marcus: Und da musst Du auch keinen Schiss haben, gerade beim Kampfsport das erste Mal, da kann ich mir vorstellen, dass manche denken “Oh, das klingt ja vielleicht ganz spannend. Ich weiß nicht, ob das vielleicht etwas für mich wäre, aber hey wie krass ist das denn, wenn ich da mal in so ein Kampfsport-Gym reingehe und dann gucken mich alle an und dann verprügeln die mich vielleicht im schlimmsten Fall noch.” Aristo: Das versuchen wir auch mit unserem Channel mehr oder weniger so an den Mann zu bringen. Seid offen für alles. Geht ruhig hin. Das ist ja auch immer dieses klischeehafte “Boah, MMA, nee! - Mama, darf ich MMA machen? - Nee nee, wie brutal, die hauen sich da. Dann kommst Du mir mit blauen Augen nach Hause!” Ach, das ist Quatsch. Du gehst dahin. Wenn Du erstmal Probetraining machst, Du bist ja sowieso erstmal Anfänger. Du musst die Skills überhaupt erstmal lernen. Wenn Du mal etwas abkriegst, dann ist das auch nicht schlimm. Aber Du wirst Anfangs nie irgendwie unter Feuer genommen oder so. Das ist schwachsinnig, das passiert nicht. Sei es im Thaiboxen, Kickboxen, da kann ich wahrscheinlich für jedes Gym reden und sagen: Wahrscheinlich gibt es irgendwo auf der Welt Gyms, die so asozial verhalten sind, dass wenn da ein Frischling kommt, dass die den erstmal zu Tode prügeln oder so etwas. Aber ich sag mal so, der größte Teil ist nicht so drauf. Und das zeigen wir glücklicherweise hoffentlich auch mit unserem Channel. Dass die Leute sich das echt trauen können. Mich fragen auch immer viele “Hey Aristo, ich mache Fitness. Ich traue mich aber nicht zum Boxen zu gehen. Vielleicht bin ich zu langsam und kriege voll einen vorm Kopf.” Da sage ich immer “Dicker, geh hin, mach das Alter. Mach das, warum nicht? Probier es aus. Wenn es Dir nicht gefällt, dann ist es etwas anderes, aber vor den Kopf kriegst Du anfangs nicht. Du musst erstmal die Skills lernen, bevor Du da überhaupt irgendetwas machen kannst.” Ich habe selber auch von Kumpels gehört “Hey Dicker, komm doch mal mit zu unserem Training!” - “Ja Dicker, ich will aber nicht gleich Sparring machen”. Ich so “Wat für’n Sparring?! Du kommst zum ersten Mal mit, da werden wir Dich bestimmt nicht in den Ring ziehen und mit Dir Sparring machen.” “Achso.” Und der andere “Nee, ich will nicht kämpfen.” “Du musst nicht kämpfen, wenn Du nicht kämpfen willst, dann wirst Du auch nicht kämpfen. Du musst erst alles andere lernen, damit Du überhaupt in den Ring steigen kannst.” Also das sind Vorurteile. Marcus: Ja absolut. Bei uns, beim Krav Maga - also für die, die es nicht kennen, das ist ein israelisches Selbstverteidigungssystem. Das kommt aus dem Militär, also ziemlich tough. Und da bin ich dann auch zur first lesson gegangen und da gibt es ja extra so first lessons. Du darfst nämlich gar nicht mit den Leuten trainieren, die schon länger dabei sind. Das macht auch gar keinen Sinn. Du musst ja auch erstmal soft rangeführt werden und erst wenn der Trainer sagt “okay, der ist ready, der darf mal mit zum normalen Training”, dann darfst Du da mittrainieren. Und bevor Du zum Beispiel einen Fight Club machen kannst, was bei uns einmal die Woche ist, musst Du ein Jahr mittrainiert haben. Also da wird keiner verheizt oder so, sonst macht das ja auch überhaupt keinen Sinn, ne? Aristo: Natürlich. Was soll er da jetzt? Du bist komplett fortgeschritten und wahrscheinlich schon fast - in dem Sinne - Profi dann. Was willst Du dann mit einem Anfänger? Das bringt niemandem etwas. Obwohl Krav Maga muss ich sagen, will ich auch mal ausprobieren. Marcus: Ja komm vorbei. Also Warschauer Straße oben im Dojo sind wir da bei dem Taekwondo Dojo, jeden Donnerstag und Dienstag ist First Lesson. Wäre mal cool, wenn Du mit am Start bist. Aristo: Da kommen wir auf jeden Fall vorbei. Die Einladung nehmen wir an! Marcus: Okay, sehr geil! Ich denke mal, wir sind soweit auch durch. Oder, willst Du noch irgendetwas loswerden hier? Für die Leute, die vielleicht jetzt auch Bock haben trainieren zu gehen. Wo trainierst Du oder was sind gute Gyms in Berlin oder gibt es irgendwelche Webseiten, die Du empfehlen kannst, wo man sich informieren kann Deutschlandweit? Aristo: Also gute Gyms Deutschlandweit und in Berlin gibt es viele. Ich bin in der Spitfire Academy. Wir machen jetzt auch bald Neueröffnung ab August. Das Training findet jetzt schon statt. Man kann auch trotzdem vorbeikommen. Aber da bin ich ansässig, das ist mein Team. Für das Team kämpfe ich auch und steige in den Ring. Und sonst kann ich sagen, wir haben viele Gyms. Also da fallen mir alleine, wo ich auch gedreht habe, Boxtempel, Waschhaus, Hauptstadtgym. Es gibt viele coole Gyms. Golden Glory gibt es. Also viele Gyms, wo man vorbeischauen kann. Ich sage prinzipiell: Du kannst nie etwas schlechtes über ein Gym sagen, weil Du musst hingehen, den Trainer kennenlernen, ds Trainingskonzept erkennen lernen und wenn es Dir gefällt, dann gefällt es Dir. Nicht jeder Kämpfer fühlt sich bei jedem Trainer gut oder bei jedem Gym. Das ist immer von Mensch zu Mensch unterschiedlich, aber Du kannst überall hingehen. Letztendlich ist es Sport. Und selbst wenn es Dir da nicht passt, dann kannst Du da hingehen. Also wir haben viele coole Gyms in Berlin und auch Deutschlandweit, wo ich sage: Geht hin! Tut euch keinen Zwang an, probiert Kampfsport aus. Es macht jedem Spaß. Ob Du Fitness machst, Fußball, ob Du es nebenbei machen willst. Und lös Dich von diesem Gedanken “ich bin zu alt, ich bin nicht stark genug, ich bin nicht mutig, ich kann nicht einstecken, ich habe kein Talent”. Davon lösen, jeder kann es machen. Das kann wirklich jeder machen. Mann, Frau. Ich habe auch schon gegen Frauen Sparring gemacht, wo ich echt am Ende sagen musste “Puhhh, zum Glück habe ich diesen rechten Haken abgeblockt.” Sonst wäre ich runter gegangen. Also das macht keinen Unterschied. Das kann jeder machen. Macht es! Auch wenn Du ein Youtuber werden willst. Wenn Du eine coole Idee hast und ein cooles Konzept, mach es, tu es! Überleg gar nicht lange. Wie Du vorhin gesagt hast: Bevor ein anderer Deine Idee macht, nicht klaut, aber bevor er die umsetzt, mach Du sie lieber! Marcus: Ja saugeil! Gutes Schlusswort, vielen Dank Aristo! Wir sehen uns im Gym! Aristo: Ich danke Dir! Marcus: Hau rein Dicker! Aristo: Hau rein! Marcus: That´s it Freunde, Folge Nr. 12 ist im Kasten. [/su_spoiler] [/su_accordion]

Aug 10, 2015

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Interview mit Joe Löhrmann von My Traveling Piano

Hallo Leute, hier ist Berlin und hier ist auch endlich der Sommer angekommen. Es scheint die Sonne, es ist schön warm und das war Grund genug mich mit Joe Löhrmann von mytravelingpiano.com zu treffen. Joe reist seit mehreren Jahren mit einem umgebauten 250 kg Klavier durch die Gegend. Und was das Ganze mit dem digitalen Nomadentum zu tun hat und wie er auf die Idee gekommen ist, erfahrt ihr in dieser Folge. Check it out! In dieser Folge lernst du:

  1. Wo du in Ubud ein Klavier findest.
  2. Wie man sich auf einer kleinen Insel ein Remote Team aufbaut.
  3. Welche App für Joe am wichtigsten ist.
  4. Und warum du die nächste Person beim Abendessen einfach mal ansprechen solltest.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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SHOWNOTES

http://www.mytravelingpiano.com/

https://www.facebook.com/mytravelingpiano

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Joe Löhrmann Marcus: Ja cool! Ich sitze hier gerade in Berlin-Friedrichshain in der Turnhalle - das ist ein Open-Air Bistro oder so- nämlich zusammen mit dem Joe Löhrmann. Joe, cool dass Du am Start bist und erzähl mal, was machst Du so? Joe:  Hi Marcus, danke für die Einladung. Ich bin Joe Löhrmann und ich reise jetzt seit drei Jahren mit meinem Klavier durch die Welt. Ich habe ein Klavier umgebaut und mit dem bin ich jetzt seit drei Jahren unterwegs und eigentlich auch ortsunabhängig. Marcus: Sau geil! Hast Du einen bestimmten Brand? Wie nennst Du Dich? Kann man Dich irgendwo im Netz finden. Joe: Auf jeden Fall, ja. Mein Projekt heißt My Traveling Piano, also zu finden unter mytravelingpiano.com oder eben auch bei Facebook unter mytravelingpiano. Marcus: Ich würde mal sagen, das ist jetzt nicht so der typische Digital Nomad Job, aber ich glaube, es ist auch eine Art von unterwegs oder von überall sein Geld zu verdienen. Reist Du denn dann sehr exzessiv oder hältst Dich dann eher in Deutschland auf? Joe: Das ist eigentlich total unterschiedlich. Ich habe 2013 eine Europa-Tour gemacht. Da war ich in Frankreich, Schweiz, Italien, Österreich und im letzten Jahr in Dänemark, Holland, Belgien und auch noch einmal kurz in Frankreich. So bin ich halt auch immer mal wieder unterwegs, aber auch öfter mal in Deutschland. Deutschland liegt ja ganz gut so in der Mitte. Da kann man immer mal wieder hinfahren und eigentlich will ich aber auch richtig mal wieder eine Weltreise machen mit Klavier. Ich habe schonmal eine gemacht ohne Klavier und ich habe mega Bock jetzt nochmal hinzubekommen. Das ist logistisch natürlich ein deutlich größerer Aufwand. Marcus: Ja das wollte ich gerade sagen. Wie genau löst Du das dann logistisch, wenn Du mit Deinem Klavier unterwegs bist? Wird es dann immer in sämtliche Einzelteile zerlegt oder hast Du so große Gefährten oder Fahrzeuge, dass Du Dein Klavier von A nach B Bewegen kannst im Ganzen? Joe: Also ich habe angefangen, da habe ich tatsächlich nur ein Klavier umgebaut. Das habe ich mit meinem Vater angefangen zu bauen, weil er deutlich begabter als ich. Das hat drei Monate gedauert, dann war das Klavier fertig. Dann bin ich wirklich das erste Mal damit raus auf die Straße und ich hatte kein Auto, gar nichts. Also das Klavier bleibt so wie es ist - im Ganzen. Ich habe damals in Bremen gewohnt, dann habe ich das Klavier immer so 1,5 km wirklich durch die Stadt gezogen, bis in die Fußgängerzone. Also das Klavier wiegt 250 kg und das halt einmal durch die Stadt zu schieben mit Bordstein und Kopfsteinpflaster und alles, was da so ist, ist schon echt eine Herausforderung. Das habe ich dann wirklich ein paar Monate gemacht. Und dann habe ich halt gesehen, dass das funktioniert. Die Leute nehmen das total gut an und die mögen das. Ich hatte Bock auch weiter wegzufahren. Dann habe ich mir halt den zweiten großen Traum erfüllt und mir einen Bulli gekauft. Den habe ich dann so umgebaut, dass das Klavier gerade so genau reinpasst und dann kann ich das mit Rampen herausholen. Seitdem bin ich quasi auch flexibel und kann das Klavier überall mit hinnehmen wo ich will. Marcus: Das ist glaube ich ein krasses Bild, wenn Du mit Deinem Klavier da durch die Straßen ziehst und von A nach B transportierst. Ist da schonmal irgendwann etwas passiert, dass das Klavier umgekippt ist am Bürgersteig oder irgendwelche Leute doof waren oder keine Ahnung - gerüttelt haben oder was weiß ich? Joe: Man muss aufpassen, wenn ich mal abends spiele oder so etwas und die Leute fangen an Alkohol zu trinken und werden immer besoffener. Dann muss man schon ein bisschen gucken, dass die Leute nicht ihre Getränke auf das Klavier abstellen und es umkippt oder so. Das Klavier an sich ist schon so stabil gebaut, dass es eigentlich fast nicht umkippen kann. Da muss man schon einiges machen, dass das passiert. Man muss aber trotzdem immer ein bisschen drauf achten. Also zum Glück ist noch nichts umgekippt, aber ich hatte schonmal eine Reifenpanne. Ich habe Luftreifen und ich hatte schonmal eine Reifenpanne mitten auf einem Berg in Avignon - da war gerade das Theaterfestival. Das habe ich dann gerade so hoch gebracht. Das war sehr anstrengend, auch Kopfsteinpflaster und ziemlich steil. Dann war ich irgendwann da oben angekommen und an so einem geilen Spot, hab dann da gespielt und dann habe ich das Klavier irgendwie umgedreht und dabei habe ich mir eine Scherbe in den Reifen gehauen. Und dann hatte ich eine Panne. Eine Reifenpanne. Und dann stand ich da mit meinem 250 kg Klavier und hatte natürlich auch keinen Ersatzreifen dabei. Dann habe ich erstmal ein bisschen weiter gespielt und überlegt was ich jetzt mache. Nach einer halben Stunde ungefähr zog dann so ein krasses Gewitter auf. Es wurde auf einmal super windig und dann kam Regen und ich hatte natürlich richtig Panik und dachte “Scheiße, was mach ich denn jetzt? Ich krieg das Klavier hier gar nicht weg.” Dann haben zwei Franzosen wohl gesehen, dass ich ziemlich verzweifelt war und die haben mich dann gefragt, ob sie mir helfen können. Und dann haben wir da irgendwie zu Dritt das Klavier da den Berg halb runtergetragen. Das ist schonmal passiert, das war aber auch eigentlich das Schlimmste, was mir mit dem Klavier bisher passiert ist. Ah und einmal ist es richtig, richtig nass geworden. Das war auch scheiße! Marcus: Was passiert dann, wenn es richtig nass ist? Kommen dann noch Töne raus? Joe: Ja eigentlich geht es dann sofort kaputt. Das ist also doch relativ robust, aber man sollte es halt nicht übertreiben, ne? Also da hatte ich dann wirklich die Plane zu spät drauf und dann musste ich alles zusammenpacken und dann kam so ein richtig fetter Schauer. Und dann ist es echt nass geworden. Marcus: Das stelle ich mir eh total sensibel vor, so ein Musikinstrument und dann trägst Du das quer durch die Welt. Hast Du da Anfang vorher nicht auch Bedenken gehabt? Das ist ja auch eine ganz schöne Investition, die Du da durch die Gegend schiebst und fährst und aufbaust und bei Wind und Wetter, wie Du eben schon sagtest mit dem Regen? Das ist ja irgendwie auch Dein Tool, um Geld zu verdienen. Hast Du da keinen Schiss drum? Joe: Es gab super viele Bedenken am Anfang. Das kann man sich ja vorstellen. Wie kriegt man so ein Klavier überhaupt von A nach B. Das verstimmt sich doch ständig und hält das überhaupt? Geht das nicht kaputt? Kurz gesagt: Ich habe mir tausend Fragen gestellt und hatte tausend Bedenken, aber ich finde es halt immer total wichtig, dass man sich halt nicht so von diesen Ängsten und von diesen Bedenken so leiten lässt. Marcus: War das denn von Anfang an so, dass Du dieses krasse Mindset - wie Du gerade gesagt hast, dass man sich eben nicht von den Bedenken leiten lässt und gefangen nehmen lässt - schon immer hattest oder musste sich das entwickeln? Gab es da einen bestimmten Trigger? Joe: Ich hatte das auf keinen Fall schon immer. Also, ich habe früher eine Ausbildung gemacht und war total unglücklich. Das hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Das habe ich aber erst hinterher so richtig gemerkt. Marcus: Die Ausbildung hast Du also eher gemacht, weil es sein musste oder weil das jeder andere um Dich herum gemacht hatte? Joe: Genau. Ich hatte damals einfach keine Ahnung was ich machen sollte, was ich mit meinem Leben anstellen sollte. Da habe ich verschiedene Interessen gehabt, natürlich Musik, Film und ich interessierte mich auch für Autos und für Bullis. Und dann bin ich auf einmal bei BMW gelandet. Jetzt im Nachhinein ist das schwer vorstellbar, aber da war ich dann halt damals. Das war aber überhaupt nicht mein Ding. Dann hat sich das erst so langsam entwickelt, dass ich dieses Mindset bekam. Also früher hatte ich einfach nur diese Ängste und habe es einfach nicht gemacht. Ich habe nach meiner Ausbildung eine Weltreise gemacht, weil ich einfach rausmusste. Das war für mich wirklich so ein Befreiungsschlag von dieser Corporate Welt. Auf dieser Weltreise habe ich einfach - das kann sich vielleicht jeder denken, der so etwas schonmal gemacht hat und länger unterwegs war - man hat einfach super viele geile Erfahrungen gemacht, lernt tolle Leute kennen. Man erweitert unglaublich seinen Horizont und ganz oft war ich in der Situation “soll ich mich dafür entscheiden oder dagegen”. Also man steht immer vor so kleinen Entscheidungen. Soll ich jetzt irgendwie die und die Person ansprechen, aber man hat irgendwie Schiss oder ist schüchtern. Und wenn man sie nicht anspricht, passiert auch nichts. Und wenn man sie aber anspricht, dann können sich halt tausend geile Sachen ergeben. Das kann Dein Leben verändern. Und das ist bei allen Entscheidungen so sozusagen. Mein Motto nach der Weltreise, das ich wirklich so mitgenommen habe, ist mich wirklich einfach immer für Ja zu entscheiden. Wenn man vor einer Entscheidung steht: Einfach Ja! Es kann eigentlich nur etwas Gutes bringen. Und das hat sich eigentlich durch die Weltreise gefestigt und wurde dann auch immer mehr, sodass ich dann auch irgendwann wirklich den Mut hatte, das einfach zu machen mit dem Klavier. Ich muss aber zugeben, das hat ein paar Jahre gedauert, definitiv! Weil einfach zu viele Ängste da waren. Hätte ich nicht irgendwann diesen Schritt gemacht, zu sagen “Fuck it, ich mach´s jetzt einfach!” Dann würde es das Traveling Piano heute immernoch nicht geben und die letzten drei Jahre wären nicht so geil gewesen, wie sie waren. Und ich hätte tausend Leute nicht berührt mit meiner Klaviermusik, weil ich auch unglaublich viel bei den Menschen bewirke. Ich bekomme wirklich unheimlich tolle Rückmeldungen, auch oft im Nachhinein, was die Leute so mitgenommen haben von der Begegnung mit mir und meinem Klavier. Das verändert so ein mini-kleines bisschen die Welt. Und das wäre hat nicht passiert. Deswegen sollte man sich immer für Ja entscheiden. Marcus: Gibt es denn auf der Weltreise, auf der dann die Entscheidung gereift ist, dass Du für das Ja und All-In gehst und Deinen Traum verwirklichst, gab es da einen speziellen Moment oder waren das viele Eindrücke auf einmal, die dann im Flugzeug Dich dazu veranlasst haben zu sagen “ok, ich mach´s jetzt” auf dem Flug nach Hause? Also als Gesamterlebnis dann, oder gab es doch zwei, drei krasse Trigger-Momente die Dich dann dazu bewogen haben? Joe: Also als ich meine Weltreise gestartet habe, da habe ich mir erstmal so eine Liste gemacht “was will ich jetzt hier machen auf der Weltreise? Will ich Zeit für mich und ich will Sachen machen, die mir Spaß machen und an denen ich Freude habe.” Und da habe ich halt meine Leidenschaften aufgeschrieben und kleine Tätigkeiten. Also ich will jetzt in geilen Seen schwimmen; ich will Musik machen; viele Leute treffen; ganz viele kennenlernen; neue Sprachen lernen usw. Und dann habe ich immer geguckt, was sind meine beiden größten Leidenschaften? Dann kam relativ schnell raus, dass es Klavierspielen und Reisen ist, was sich eigentlich sehr schwer verbinden lässt, weil Du ein Klavier halt einfach nicht mitnehmen kannst. Auf der Weltreise habe ich dann zwar immer wieder Klavier gespielt, aber das war halt immer schwer, weil man immer ein Klavier erst finden musste. Wenn Du irgendwo ganz neu bist, dann musst Du halt immer erst durch die Stadt rennen und eins finden. Das habe ich dann auch so gemacht. Marcus: Das heißt, Du bist dann in Klavierläden gegangen oder hast Straßenmusiker gesucht, wo Du Dich dann mit dransetzen kannst? Joe: Also Straßenmusiker mit Klavier gibt es eigentlich nicht. Da habe ich auf meiner Weltreise keinen mit gesehen. Ich dachte bis dato auch, dass es keinen so verrückten gibt, der so etwas macht. Ich meinte jetzt eher so in Restaurants und Hotels. Da bin ich dann halt hin und habe gefragt “habt ihr eins und kann ich hier spielen?” Mit Austausch gegen Essen und Zimmer. Und das hat auch teilweise geklappt. Aber jetzt sind wir von der eigentliche Frage abgewichen. Marcus: Ja, die eigentliche Frage war, ob es da zwei, drei Special Moments gab oder ob es das Gesamterlebnis war oder vielleicht eine bestimmte Begegnung oder so einen Aha-Moment auf Deiner Reise. Joe: Ja, den gab es tatsächlich. Nachdem ich diesen Gedanken weitergedacht habe und wirklich diese Vorstellung hatte “vielleicht könnte ich ja sogar mein eigenes Klavier mitnehmen, das macht ja keiner, das muss doch irgendwie möglich sein”. Klaviertransporteure bringen ja auch das Klavier irgendwohin. Also warum soll es nicht möglich sein, dass ich das selbst im Bulli mitnehme? Da muss man halt ein bisschen was umbauen. Dann habe ich diese Idee so mit mir herumgetragen und irgendwann, als ich dann auf Bali war, da war ich auch wieder in so einer Situation. Da saß eine Frau am Tisch im Restaurant alleine. Ich war auch alleine. Und dann wollte ich sie einfach ansprechen, weil sie sah nett aus. Aber dann kamen wieder diese Ängste “soll ich sie ansprechend? Die denkt bestimmt, ich will die jetzt anmachen oder keine Ahnung, vielleicht will sie lieber alleine sein.” Diese ganzen Fragen, die man sich dann so stellt. Und dann habe ich mir gesagt “ach ist doch Scheißegal” und bin einfach hingegangen. Dann habe ich sie angesprochen und sie war super nett und hat mich gleich eingeladen. Marcus: Cool, war das so das erste Mal, dass Du zu jemanden dann hingegangen bist oder hast Du es vorher schonmal ein bisschen geübt, so aus Deiner Komfortzone herauszukommen? Joe: Nee, das war dann schon zum Ende meiner Weltreise oder sogar noch auf einem neuen Trip. Ich habe dann schon diese Komfortzone sehr oft verlassen. Das war definitiv auf der Weltreise schon so. Marcus: Aber trotzdem: Ist das dann so, je öfter Du das machst desto leichter fällt es einem? Joe: Das ist auf jeden Fall so, ja. Aber ich würde trotzdem sagen, dass man das dann komplett ablegt. Also es gibt immer wieder Situationen, wo man dann einfach zögert und ich glaube, der Endpunkt ist dann einfach, dass man halt bei gar keiner Situation mehr zögert. Es gibt ja immer größere Challenges ne und man kommt glaube ich, immer wieder an diesen Punkt. Deswegen ist es halt wichtig, egal auf welchem Status ist, man muss diesen Punkt immer wieder überschreiten. Jeder steht vor seinen eigenen Herausforderungen. Das war dann halt auch wieder so ein kleiner Moment. Da habe ich sie halt dann angesprochen. Sie war total nett, hat mich eingeladen, wir haben zusammen gegessen. Also sie hat mich eingeladen, mich dazuzusetzen. Dann habe ich mir so ein bisschen von meiner Idee erzählt. Da war es noch so ein vage Idee und da hatte ich natürlich auch noch viele Zweifel, aber sie hat mir einfach super viel Mut gemacht. Sie konnte das total sehen und meinte “I can see you with your traveling piano”. Dann haben wir Pläne gemacht, wo man überall hinfahren könnte und wie man das alles aufbaut und ich war einfach auf einmal mega inspiriert. Auch durch sie, weil sie mir so viel Mut gemacht hat und weil sie so sehr daran geglaubt hat. Und ich dachte so “cool, da glaubt jemand an meine verrückte Idee!” Das war einfach super inspirierend und ich hatte, glaube ich, vorher schonmal so eine Mindmap gemacht und aufgeschrieben, wie ich mir das so vorstellen könnte. Da hatte ich schon so ein paar Ideen. Aber an dem Abend dann wirklich, bin ich noch ins Internet-Café und habe mir die Seite mytravelingpiano.com reserviert im Netz. Und das war für mich so ein besonderes Ereignis. Marcus: Ja also, die Domain zu registrieren ist immer noch so ein fetter Milestone, wo Du so denkst “boah, ich mache das jetzt. Das ist jetzt meine Domain. Geil das hat geklappt” wenn dann die Confirmation Mail kommt. Ja gerade so dieses Feuer von anderen zurückgespielt zu bekommen ist glaube ich, so wichtig, ne? Ich habe das ja zum Glück mit Feli, dass ich nicht alleine ein Business machen muss oder alleine reise und wir merken das immer wieder, wie viel wir uns da gegenseitig auch immer pushen können. Und uns sagen “Cool, lass machen” und “meinst Du wirklich? - ja klar!” Und so Leute brauchst Du halt um Dich herum. Deshalb ist das super gut, dass Du die da in diesem Moment kennengelernt hast. Hatte sie denn irgendwie einen Background? War sie ein Motivationscoach oder war es jetzt einfach eine random person, die an Dich geglaubt hat und auf einmal auch dieses Funkeln in den Augen hatte? Joe: Also sie ist Autorin. Sie schreibt sehr viel und war auch sehr viel am Reisen und unabhängig und auch sehr über den Tellerrand blickend. Sie hat sich viel mit Spiritualität beschäftigt. Das war einfach total interessant. Dann hat sie auch gesagt, die Dinge werden einfach passieren, wenn Du sie halt angehst und ich hatte ihr auch gesagt, ich suche nach einem Klavier in Ubud und so und “hast Du eins gesehen?”. Marcus: Ach das war in Ubud? Joe: Genau, das war in Ubud. Ich glaube da passieren sowieso viele solcher Dinge. Dann hat sie mich am nächsten Morgen irgendwie angerufen und hat gesagt “hier, ich habe Dein Klavier gefunden!” In dem Restaurant unter ihrem Haus, da stand ein Klavier. Dann habe ich da gespielt und solche Sachen, die sich dann ergeben. Dann bin ich zurückgeflogen und im Flieger sitze ich neben einer Frau. Ich habe am Anfang gar nicht so mit ihr gesprochen und irgendwann stellt sich heraus, sie ist Klavierlehrerin. So fügt sich das dann alles irgendwie zusammen. Wenn man dafür offen ist, dann passiert wirklich auch ganz viel. Marcus: Genau. Man muss offen dafür sein, man muss aber manchmal seinem Schicksal auch die Chance geben, dass es zuschlägt. Denn wie Du glaube ich anfangs auch ganz gut gesagt hast: Man muss schon irgendwie agil bleiben und Sachen probieren und machen und tun und vielleicht noch eine Webseite starten und noch ein Projekt starten. Dann haust Du es halt wieder in die Tonne und schaltest das nächste Ding, aber wenn Du zuhause sitzt und auf gutes Wetter wartest, dann kommt vielleicht gutes Wetter, aber das hast Du dann nicht so im Griff. Aber alles andere, wo Du dann auch noch teilhaben musst, das kann nur passieren, wenn Du selber auch aktiv wirst. Joe: Ja absolut, ganz genau. Ich sehe das ganz genauso, dem kann ich nichts hinzufügen. (beide lachen) Marcus: Da musste ich aber auch erstmal hinkommen vom Mindset her, dass man Sachen ausprobiert und macht. Und gerade - auch wenn ich es jetzt schon ein paar Mal erzählt habe - für uns beide oder mir speziell am Anfang war es so schwer, rauszugehen in die Welt und zu sagen “Hey ich kann was! Ich kann Webseiten bauen” oder “ich kenne mich im Online-Marketing aus” und biete das als Dienstleistung an. Also a) überhaupt um Geld zu fragen oder da eine Hausnummer dranzuschreiben, ist mir schwer gefallen und b) auch in die Welt rauszugehen und zu sagen “ich kann Wordpress Seiten bauen”. Weil ich dachte, ich war so tief in meinem Experten-Ding drin und nur auf diesen krassen SEO-Konferenzen, dass ich dachte “Die lachen Dich doch aus hier die Leute, wenn Du sagst, Du machst für andere Websites oder kannst Wordpress Seiten machen”. Dennoch ist es ein super guter Value für die Leute, wenn die nicht so tief drin sind. Joe: Total, absolut. Marcus: Wie war das dann? Bist Du nach Deutschland zurückgekommen mit der Idee und dem Entschluss “ich mache das jetzt, ich ziehe das durch”? Hattest Du dann noch einen bestehenden Job oder hattest Du den vor der Weltreise schon gekündigt? Und was waren dann so die ersten Steps auf dem Weg zu My Traveling Piano? Vielleicht als zweit Frage noch: Wie hoch war Dein Anfangsinvestment in das Klavier und das ganze Setup? Joe: Also ich kam zurück und habe dann erstmal Tourismus Management studiert. Beziehungsweise ich hatte diese Idee zu dem Traveling Piano sozusagen auf meinem zweiten Trip nach Bali nach meiner Weltreise. Da hatte ich schon angefangen Tourismus Management zu studieren, weil ich bis dato dachte, die Weltreise war super geil, ich muss was mit Sprachen, Kulturen und Reisen machen. Da war irgendwie klar und dann dachte ich “dann studierst Du mal Tourismus Management”. Dann habe ich aber auch währenddessen irgendwie auch gemerkt “eigentlich hast Du auch bock Klavier zu spielen, als ich dann diese Idee hatte, aber dann war bei mir wieder dieses Ding “Du sollst ja eigentlich Sachen zu Ende bringen und jetzt hast Du das Studium schon ein Jahr gemacht. Das sind auch nette Leute und so und dann gehst Du noch ein Jahr ins Ausland während des Studiums - ist ja auch geil.” Und dann habe ich das Studium doch weiter gemacht und habe dann einfach nebenbei ein bisschen als Klavierspieler in Bars, Restaurants und Hotels Geld verdient, aber das Projekt immernoch nicht umgesetzt. Dann war ich ein Jahr in Südamerika und als ich dann wieder kam, war da eigentlich nur noch ein Semester und die Abschlussarbeit. Das habe ich dann auch noch gemacht, aber irgendwann war da dieser Punkt, obwohl nur noch die Abschlussarbeit anstand und habe mir gedacht “wenn ich´s jetzt nicht mache, dann mache ich’s nie”. Und dann habe ich es einfach gemacht und habe quasi das Studium erstmal nicht abgeschlossen. Marcus: Also es fehlte nur noch die Abschlussarbeit und dann hast Du aber gesagt “nee, ich mache jetzt erstmal das Klavier-Ding. Joe: Genau. Es hatte sich einfach so angestaut über die Jahre. Es waren von der ersten Idee bis zu dem Zeitpunkt so vier Jahre und ich musste es einfach machen. Ich habe da gesagt “wenn ich’s jetzt nicht mache, dann mache ich es nie”. Die Abschlussarbeit zum Studium war mir in dem Moment total egal. Ich habe mir gesagt “ich mache das irgendwann und vielleicht mache ich es auch gar nicht mehr”. Mittlerweile ist es dann jetzt fertig. Aber es war mir einfach total wichtig, das einfach anzugehen. Marcus: Und was waren dann die ersten Steps? Bist Du dann in den Klavierladen und hast Dir ein Klavier gekauft? Hast Du Deinen Vater beauftragt, Dir einen fahrbaren Untersatz zu bauen? Hast nach einem Bulli geguckt? Ich meine, wie geht man so etwas an? Da gibt es wahrscheinlich nicht so Online-Kurse im Internet zu oder die Top 10 Tipps “wie werde ich ein Traveling Piano Artist”. Joe: Nee natürlich, da gibt es überhaupt gar nichts. Das ist dann auch wirklich schwer, wenn man sich in dem Jungle erstmal zurechtfinden und sich überlegen muss “wie kriegt man das jetzt alles hin? Wie macht man das fahrbar?” Und so weiter. Das war nicht leicht. Ich habe dann im Internet nach einem Klavier gesucht und habe dann auch ein schönes gefunden, schön in Hochglanz schwarz lackiert und so und dann war das Angebot lustigerweise - ein total schöner Zufall - von dem Klavierhaus, wo meine Mutter, als ich vier Jahre alt war, ihr Klavier auch gekauft hat. Das war total der Zufall. Ich habe ihm natürlich die Geschichte erzählt und er fand das auch total super und dann hat er mir dann noch so ein paar Tipps gegeben. Also habe ich von ihm das Klavier gekauft. Dann ging es halt darum, das jetzt irgendwie rollbar zu machen. Da hat mir dann mein Vater geholfen. Wir haben da jeden Tag bestimmt eine Stunde telefoniert und geplant: Was nehmen wir für Räder, was für Achsen und es gibt ja tausend verschiedene Möglichkeiten, wie man das dann auch lenken und fahren kann; dass es auch stabil ist; dass es nicht umkippt, wie Du vorhin gesagt hast und dass es sich leicht schieben lässt. Da haben wir wirklich sehr, sehr viel Zeit geplant und mein Vater hatte auch total viel Energie und Liebe reingesteckt. Die Plattform war dann irgendwann fertig und dann war es so ein wenig wie die Hochzeit, als das Klavier dann auf die Plattform gestellt wurde, sozusagen. Marcus: Ja, die Dinge kommen zusammen, ne? Joe: Genau. Ich konnte es dann zum ersten Mal auf die Straße schieben und spielen. Für alles zusammen hatte ich am Anfang Kosten von ca. 3.000 € bis 4.000 €. Marcus: Hast Du das Klavier danach noch sukzessive ausgebaut? Ich habe gesehen, Du hast da jetzt auch eine CD-Auslage vorne dran und ein paar kleine Gadgets oder hast Du das so direkt als komplette Idee einmal in einem durchgebaut? Joe: Nee das Klavier ändert sich ja nicht. Ich habe immer neue Ideen, dann hatte ich mal einen Tisch und jetzt ist meine neueste Idee, da hängt halt jetzt hinten am Klavier ein Koffer dran. Das ist ein alter schöner Reisekoffer, der ist auch wirklich Original 100 Jahre alt. Marcus: Ja geil! Joe: Den haben wir aus dem Keller geholt und der fast wie verschimmelt, also ganz weiß, also er sah ganz alt aus. Wir haben den dann sauber gemacht. Dann habe ich den wieder meinem Vater gegeben und er hat den dann aufgemöbelt, sodass der wieder richtig geil aussieht. Da haben wir dann das Logo draufgeklebt und auf dem Koffer stehen jetzt halt meine CDs und da können die Leute das Geld reintun, wenn sie eine CD mitnehmen möchten. Ich habe zwei Alben aufgenommen und eine davon ist halt nur meine eigene Musik und eine ist nur mit Coverstücken. Und die andere ist halt mit eigenen Songs. Marcus: Das heißt, die sind dann auch komplett von Dir komponiert und geschrieben worden? Joe: Genau, als das Klavier dann schon fertig war - das war glaube ich zwei Jahre, nachdem ich es gebaut habe und damit auch auf Tour war und so. Viele Leute haben mich gefragt nach eigener Musik. Und ich hatte auch total das Bedürfnis danach, eigene Musik zu komponieren. Mein Traum war diese Musik zu komponieren an irgendeinem richtig geilen Ort und nicht irgendwie in einem Studio oder zu Hause, wo Du gegen die Wand guckst und wo irgendwie nicht so richtig Inspiration da ist. Weil ich auch schon soviel draußen gespielt habe, wollte ich irgendwie an einen super geilen Ort. Da bin ich auf eine kleine Insel im Süden von Thailand gefahren. Marcus: Wie heißt die Insel? Joe: Die Insel heißt Koh Jum und ich habe mir - weil ich natürlich im Flugzeug nicht mein Klavier mitnehmen konnte - auf dem Festland ein E-Piano gekauft. Das hatte ich vorher natürlich schon organisiert. Und das habe ich dann mit diesen Longtailboats auf diese kleine Insel gebracht. Da gab es auch gerade mal so Strom in dem Bungalow Resort, wo ich war. Da war wirklich ganz wenig Tourismus und es war wirklich ruhig, also genau das was ich wollte. Ich wollte mich mit gar nichts anderem beschäftigen. Keine Party und nix irgendwie außerhalb außer die Musik zu komponieren. Es macht Spaß aber es ist auch wirklich Arbeit. Dann war ich zwei Monate auf der Insel und habe dort diese Stücke komponiert. Ich habe einfach darauf vertraut, dass ich da Leute treffe, wie zum Beispiel einen Fotograf. Ich habe darauf vertraut, dass ich einen Fotografen treffe, den ich fragen kann, ob er mir das Cover für mein Album schießt auf der Insel. Und ja, dann habe ich da auch irgendwann da ein fettes Stativ rumstehen sehen und da habe ich halt jemanden gefragt “wem gehört denn dieses Stativ, das sieht ziemlich professionell aus”. Und so kam der Kontakt zustande. Dann bin ich da am nächsten Morgen nochmal hin und habe ihn angesprochen “hör mal, gehört Dir das Stativ, was ich da gestern habe stehen sehen?” Ja und es gehörte ihm. Also habe ich ihm von meinem Projekt erzählt und er fand das super cool. “Klar, da machen wir ein paar Bilder” hatte er gesagt. Dann war da noch eine andere Deutsche da und die hatte auch ein super gutes Auge und hat dann auch noch ein paar Bilder gemacht. Und so sind quasi die ganzen Bilder, auch für das Booklet und für das Cover meiner CD, entstanden. Ein Australier den ich kennengelernt habe, dem habe ich später noch einmal die englischen Texte geschickt, ob er die nochmal proof-readen könnte und so hat er mir auch dabei noch mit geholfen und so hat sich das dann ergeben. Da ist halt ein Album draus entstanden. Das heißt “Follow the Sun”. Das ist ja immer mein Motto, weil ich ja immer dem guten Wetter hinterherfahre. Marcus: So wie die meisten digitalen Nomaden. Joe: Ja ganz genau. Gerade auch für’s Klavier total wichtig. Speziell jetzt natürlich auch für die Insel. Das passt einfach auch. Man sieht die Sonne und das Meer und so heißt auch das erste Stück auf der CD: “Follow the Sun”. Marcus: Cool, dann hast Du quasi auf der kleinen Insel als analoger Nomade Dein erstes Remote Team aufgebaut, wo der eine dann Proofreading gemacht hat, der andere das Foto und das Cover. Sau Cool! So kann es auch gehen. Joe: Ja und das Klavier ist jetzt eingelagert sozusagen, auf der Insel. Ich bin jetzt schon zum zweiten Mal wieder auf die Insel zurück und das steht dann da bei der Familie, die diese Bungalow-Anlage betreibt. Die sind super toll, super nett. Und die helfen auch total viel. Dann spiele ich da ab und zu mal ein kleines Konzert abends oder so. Ich kann also jederzeit wieder dorthin zurück und weiß, da wartet mein E-Piano auf mich. Marcus: Das ist ja auch cool zu wissen. Irgendwo auf der Welt gibt es noch einen Anker, wenn irgendwie gar nichts mehr geht oder da ist schon so viel Cooles passiert und dann ist da noch ein Klavier für Dich. Dann geht man dahin ne? Joe: Ja total! Marcus: Wie entsteht so ein neues Stück oder eine Komposition? Ich habe da irgendwie überhaupt keine Vorstellungen zu. Hat man da erst ein Thema, eine Story und überlegt dann, welche Klänge passen dazu oder gibt es erst die Klänge und überlegt dann, wozu könnte das passen, zu welcher Story? Gib mal bitte ein paar Insides! Joe: Also ich muss dazusagen, dass ich mich tatsächlich mit diesem Thema nie professionell auseinandergesetzt. Ich habe nie einen Kurs belegt oder irgendwas “wie komponiert man richtig?” oder so. Ich bin auch gar nicht sonderlich gut im Notenlesen. Ich spiele einfach mein ganzes Leben schon Klavier. Ich war nicht immer besonders fleißig. Meine Klavierlehrerin hat mich damals rausgeschmissen. Aber ich habe halt immer gespielt und habe auch immer das gespielt, was mir so in die Finger floss und was ich gehört habe, habe ich nachgespielt. Also ich habe entweder ein ganz gutes Gehör und habe das dann oft so gemacht. Und so war es im Prinzip auch beim Komponieren. Also wenn ich irgendwelche Melodien im Kopf hatte, dann habe ich mich einfach hingesetzt und angefangen auszuprobieren. Das ist unterschiedlich. Manchmal hatte ich dann quasi erst die Musik und dann habe ich gesagt “das klingt nach dem und dem”. Ich habe dann die Musik gespielt und während ich es gespielt habe, fiel mir dazu eine Geschichte an und dann stand dann irgendwann der Name fest. Marcus: Das heißt, dann entstehen Bilder im Kopf oder irgendwelche Sequenzen? Joe: Ja genau richtig. Oder, es ist auch manchmal anders herum gewesen, dass ich zum Beispiel viel geträumt habe oder so. Ich bin dann oft nachts oder morgens dann eben aufgewacht und hatte gleich vielleicht schon eine Melodie im Kopf. Dann habe ich mich ans Klavier gesetzt und dann war es quasi schon halb fertig, weil ich dieses Lied irgendwie schon geträumt habe oder so. In einem Fall war es so - mein Großvater ist leider ein Jahr vorher gestorben und ich hatte ein ganz gutes Verhältnis zu ihm - und eine Nacht habe ich halt von ihm geträumt. Und als ich morgens aufgewacht bin, hatte ich gleich schon eine Melodie im Kopf. Da war klar, das Stück wird meinem Opa gewidmet. Das Stück heißt “Sleep well good old man” und es greift einfach die ganzen schönen Erinnerungen mit auf. Es ist kein super trauriges Lied, sondern einfach ein schönes Lied für meinen Opa. Was auch ganz schön war, mein Cousin, der macht Filme. Und als ich ihm dann davon erzählt habe, hat er gesagt, zu dem Lied müssen wir unbedingt ein Video machen. Da haben wir jetzt quasi ein Familienprojekt gemacht und haben ein Video gedreht. Also er hat das Video gedreht zu der Musik die ich geschrieben habe für unseren Opa. Marcus: Wow, das ist ja cool! Ist das irgendwo bei Youtube zu finden oder zu sehen? Joe: Ja, das ist auf meiner Homepage unter Videos zu sehen oder halt auch auf Youtube, wenn man unter “Sleep well good old man” sucht, dann findet man das. Marcus: Cool! Joe: Das Lied kann man sich auch kostenlos runterladen, wenn man sich in meinen Newsletter einträgt. Marcus: Perfekt! Das sollte also jeder auf jeden Fall auch tun. Spielst Du denn mittlerweile lieber Deine eigenen Sachen oder immernoch gerne Coversongs? Und welche Sachen kommen beim Publikum besser an? Joe: Also natürlich spiele ich am allerliebsten meine eigenen Stücke, weil das zeigt ja auch am meisten von mir und von dem was ich mache und von meiner Musik. Aber es ist natürlich immer schwierig die Leute zu catchen auf der Straße mit Stücken, die sie nicht kennen. Deswegen spiele ich am Anfang meistens etwas Bekanntes, bis ich mir dann eine kleine Crowd aufgebaut habe und ein paar Leute drum herum stehen und dann spiele ich halt eigene Sachen und erzähle meine Geschichte, wie die Musik entstanden ist. Dann spiele ich meine eigenen Stücke, dann haben sie aber eine ganz andere Aufmerksamkeit dafür. Viele sagen mir dann auch, dass sie meine eigenen Stücke schöner finden. Das ist dann natürlich das schönste Kompliment, was man dann bekommen kann. Marcus: Es ist bestimmt auch voll spannend zu sehen, wie dann so eine Crowd entsteht, ne? Dass die ersten kurz gucken, sich noch nicht trauen stehen zu bleiben. Dann gehen sie doch weiter, dann bleiben vielleicht doch mal zwei, drei stehen. Und das hat dann wieder den Effekt, dass mehr Leute trauen, stehen zu bleiben. Das könnte ich mir so vorstellen oder wie ist das? Joe: Ja, also das ist super interessant von der psychologischen Sicht her. Wie das alles funktioniert und da bin ich auch immernoch nicht 100%-ig durchgestiegen, weil es auch immer unterschiedlich ist. Aber es ist ja immer so ein bisschen star to movement. Wenn einer wirklich anfängt und sich da hinstellt und mittenrein vielleicht. Dann trauen sich die anderen vielleicht auch stehen zu bleiben. Das ist von daher manchmal gar nicht so einfach. Manchmal muss man einfach einen Bekannten da in die Mitte stellen und sagen “hier hör mal ein bisschen zu”. Marcus: Wahrscheinlich halten die ersten erstmal so ein bisschen Distanz. Die kennen einen nicht oder sind vorsichtig und dann trauen sie sich doch mal ein bisschen näher ans Klavier zu kommen oder Dir auch mal in die Augen zu schauen oder wie ist das? Joe: Ja, das ist so. Also viele trauen sich das auch nicht, mich anzusprechen oder so. Aber wenn sie dann sehen, einer spricht den an dann “ahhh, dann traue ich mich auch” und dann kommen die anderen vielleicht auch dazu. So ist es auch bei den CDs. Die Leute trauen sich dann vielleicht auch nicht an die CDs zu gehen und eine mitzunehmen. Wenn sie dann aber sehen “ah guck mal da, da hat auch gerade jemand eine gekauft und das geht ja ganz einfach” dann gehen sie vielleicht auch hinterher und kaufen auch eine. Marcus: Ja, das ist immer wieder faszinierend, wie der Mensch funktioniert oder die meisten Menschen. So als Heerdentiere. Wenn einer was macht… Joe: Also ich glaube, da könnte man auch noch mehr darüber lernen, das wäre auch für mich interessant. Um das vielleicht auch ein bisschen gezielter einzusetzen. Marcus: Klar, ich meine, letzten Endes musst Du ja auch davon leben können und um so besser Du verstehst, was da überhaupt passiert an Dynamik, wenn Du da unterwegs is, dann ist das wahrscheinlich auch für die anderen besser. Weil je mehr Leute dann involved sind, das ist für beide Seiten besser. Vielleicht nimmst Du Dir mal einen Psychologen mit, der Dich mal ein paar Wochen begleitet. Joe: Ja, das wäre denkbar, auf jeden Fall. Das müsste man sich mal überlegen. Marcus: Welche war bisher die größte Crowd vor der Du gespielt hast? Joe: Sagen wir mal so: Ich halte die Straße eigentlich für die größte Bühne der Welt. Wenn ich jetzt in so einer Fußgängerzone spiele, wo richtig viele Leute durchlaufen, sagen wir mal in Köln auf der Schildergasse oder in Hamburg Spitalerstraße oder Mönckebergstraße oder so, da laufen pro Stunde so 6000 bis 7000 Leute teilweise durch. Vielleicht sogar noch mehr. Die genauen Zahlen habe ich nicht im Kopf. Das heißt es sind einfach sehr, sehr viele Menschen. Ich spiele natürlich nicht vor allen gleichzeitig, aber ich spiele vor sehr vielen Menschen an diesem Tag sozusagen. Also sehr viele Menschen nehmen mich einfach wahr an so einem Tag. Ich mache das super gerne. Ich finde das fast noch schöner als zu sagen, ich mache jetzt ein Konzert für 100 Leute. Weil dann sehen mich halt 100 Leute, aber wie gesagt, wenn ich da so einen ganzen Tag stehe an so einem belebten Platz, dann sehen mich 100 Leute alle fünf Minuten vielleicht. Es kann sein, dass die sich dann wieder austauschen. Ein paar gehen weiter, ein paar bleiben stehen, aber was ich eben toll finde ist, dass die Leute, die stehenbleiben, die quatschen dann auch nicht. Die bleiben stehen und die hören zu. Und die hören auch wirklich aufmerksam zu, sodass es in dem Moment halt ein total intimes Konzert ist. Manchmal stehen fünf Leute rum oder zehn und manchmal stehen auch 100 Leute um’s Klavier. Marcus: Krass. Joe: Oder 150. Also das kann man überhaupt nicht vorhersagen, wie sich so etwas entwickelt. Das hängt natürlich auch viel vom Platz ab und von irgendwelchen Nebengeräuschen. Das sind so viele Faktoren die darein spielen. Aber insofern ist das immer wieder spannend zu sehen, dass man es einfach nicht vorhersagen kann und immer wieder auch schön, für die Leute, die drumherum stehen einfach ein Konzert zu spielen. Marcus: Also gerade auf der Straße spontan anzufangen zu gucken was passiert ist für Dich noch spannender, als jetzt im Hotel zu spielen oder im Restaurant oder so? Joe: Absolut. Ich habe ganz lange in Restaurants und Hotels gespielt und ich habe da gar keine Lust mehr drauf. Also ich möchte das nicht mehr machen. Das ist da erstmal richtig Hintergrundmusik sozusagen. Die Leute unterhalten sich und wenn man Pech hat, dann kommt vielleicht noch nicht einmal irgendwie an einem ganzen Abend einer zu einem und sagt “cool, das war super” oder so. Ich meine, in den meisten Fällen kommen schon ein paar Leute und wünschen sich etwas und sagen auch, dass es schön war, aber halt auch nicht immer. Ich kriege halt auf der Straße, wenn ich die Musik selbst zu den Leuten bringe und die sind dann immer erstaunt - dass so ein fettes Klavier mitten in der Fußgängerzone steht - immer super tolle Rückmeldungen. Alleine dafür lohnt es sich schon und ich möchte da auf gar keinen Fall wieder in einer Piano Bar spielen. Marcus: Merkst Du denn auch kulturelle Unterschiede innerhalb von Deutschland in den beliebten Einkaufsstraßen, wie in Hamburg die Mönckestraße, Köln Schillergasse, München Leopold schlag mich tot, Berlin Alexanderplatz…? Joe: Ja, da sind schon Unterschiede, aber dadurch, dass es so viele Faktoren sind, die das beeinflussen, kann man jetzt auch gar nicht sagen, die und die Stadt ist jetzt besser als die, weil auch die Stadt, die vielleicht super gut ist oder sein soll, da können auch immer viele Faktoren irgendwie nicht stimmen und auf einmal läuft das irgendwie bleibt niemand stehen an dem Tag. Und in der Stadt, die man vielleicht total unterschätzt hat, weil man denkt da sind super wenig Einwohner und da laufen wenig Leute durch, da kann dann aber auf einmal voll die schöne Stimmung entstehen. Insofern ist es wirklich total schwierig. Man kann jetzt nicht sagen, da ist’s besser als da. Man kann höchstens sagen, dass es im Norden ein bisschen einfacher ist mit den Genehmigungen als im Süden. Im Süden braucht man fast überall eine Genehmigung, in Bayern und so. Da ist es echt streng und echt krass. Und im Norden ist man da flexibler. Da muss man  sich nur an gewisse Regeln halten und braucht aber oftmals keine Genehmigung im Voraus. Das macht es natürlich einfacher. Marcus: Wurdest Du denn schonmal verscheucht oder hast Du ein paar Penalties gekriegt/kassiert? Joe: Auf jeden Fall. Ich habe schon diverse Begegnungen gehabt mit Polizei und Ordnungsamt. Die sind auch wirklich immer sehr, sehr, sehr unangenehm. Also wenn man nicht total dahintersteht, also hinter dieser Idee und total überzeugt ist, dass es das Richtige ist, dann kann es auch ziemlich schnell passieren, dass man den Kopf in den Sand steckt, weil man einfach mit so vielen Problemen konfrontiert wird, auch logistisch mit Parken und Ausladen und Parkplatz finden überhaupt. Und dann halt auch diese ganzen Regeln und dann bauen sich auf einmal fünf Ordnungsamtmitarbeiter vor dir auf, so zwei Meter Typen und schüchtern Dich halt ein wie sonst was und dann sitzt Du da und denkst “krasse”. Die stehen dann da und löchern Dich und sagen “Du hast Dich nicht an die Zeiten gehalten” etc. Es ist nur so ein Auf und Ab. Man kommt auch teilweise echte in unangenehme Situationen. Irgendwie erden die einen aber auch immer. Wenn man mal teilweise einen super geilen Tag hatte und alle einen in den Himmel gelobt haben und man super geile Rückmeldungen bekommen hat, dann kann es auch sein, dass der nächste Tag auf einmal wieder so ein richtiger Scheißtag wird - Entschuldigung! Aber wo einfach alles schief läuft. Wo man erst keinen Parkplatz findet; wo man dann das Klavier auslädt; vielleicht wird das Klavier noch nass, weil es anfängt zu regnen; dann bleibt vielleicht niemand stehen; man verdient kein Geld und dann kommt auch noch das Ordnungsamt und brummt einem eine 100,00 €-Strafe auf. Und dann denkst Du Dir echt “boah, wofür mache ich das hier eigentlich?!” Marcus: Ja, das kann ich mir echt gut vorstellen, was für ein gebrauchter Tag? Aber manchmal hilft das ja - wie Du schon sagtest - sich selber auch mal wieder zu erden und dann wieder bei Null anzufangen, als wenn Du irgendwie ständig auf Wolke 7 bist und gar nicht mehr höher fliegen kannst, weil umso tiefer fällt man dann und klatscht dann irgendwann wieder auf. Aber diese Momente, die Dich dann doch weiter motivieren und pushen, was sind das für Momente? Kommen die Leute danach zu Dir oder schreiben Dir E-Mails oder rührst Du manchmal auch Leute zu Tränen? Ich habe jetzt von der DNX das Feedback bekommen, wo Du ja auch gespielt hast, dass Du echt mega viele Leute total tief persönlich im Herzen erreicht hast. Und wir hatten ja im Heimathafen 450 Leute und das Ding war mucksmäuschen Still als Du angefangen hast zu spielen. Das ist glaube ich schonmal krass. Das habe ich vorne mit meinem Headset nicht hingekriegt. Joe: Also das war schon toll bei euch auf der DNX zu spielen. Das war echt ein tolles Gefühl, eine super dankbare Crowd auch irgendwie. Das muss ich auch zugeben, ist wirklich toll, wenn so viele Leute zuhören auf einmal und es wirklich komplett ruhig ist. Das hat man natürlich auf der Straße nicht. Da sind immer Nebengeräusche und wenn es nur die Straße ist oder einfach dieses allgemeine Gemurmel von den vielen Menschen, die dann da sind. Das war wirklich super toll, da auch in dieser Atmosphäre zu spielen. Ich habe aber dann tatsächlich, wenn ich auf der Straße spiele, auch solche Rückmeldungen, ganz oft. Also da kommen Leute zu mir, die sagen “Vielen Dank! Ich hatte so einen beschissenen Tag heute, alles lief schief bei mir und ich wollte wirklich nur noch mich im Bett verkriechen. Und dann komme ich hierhin und höre diese Pianoklänge und ich stehe jetzt schon seit einer Stunde hier und Du hast mir einfach den Tag gerettet! Ich danke Dir tausend Mal dafür!” Und das geht natürlich runter wie Öl. Das freut mich dann auch, wenn ich einfach merke, ich habe auch auf andere Leute dann irgendwie eine positive Auswirkung. Oder die Musik bewirkt etwas in den Menschen. Das ist im Prinzip auch das, was ich bewirken möchte. Dass die Menschen sich einfach mal ein bisschen Zeit nehmen und mal stehenbleiben. Alle sind immer so gehetzt. Oftmals ja durch ihre 9 to 5 Jobs. Marcus: Gerade in Deutschland, ne? Joe: Gerade in Deutschland, ja und das ist so schade zu sehen, dass irgendwie viele Leute nicht mehr das Leben so genießen können und so kleine Sache. Da steht da manchmal so ein Klavier und da kommt schöne Musik und trotzdem laufen alle vorbei. Das gibt es halt auch oft. Mir ist es eigentlich ein Anliegen, dass die Leute sich wirklich mal ein bisschen Zeit nehmen, mal ein bisschen innehalten und sich die Ruhe einfach mal nehmen und auch vielleicht generell in ihrem Leben sich öfter diese Ruhe gönnen. Ich kriege oftmals dann im Nachhinein noch E-Mails, manchmal einen Tag oder ein paar Tage später. Manchmal aber wirklich auch ein paar Monate später oder ein Jahr später oder so. Da schreiben mir die Leute, dass dieser Tag oder diese Begegnung wirklich deren Leben verändert hat. Das geht mir dann teilweise auch wirklich super nah. Davon lebt das halt auch. Dieses Feedback dann zu bekommen ist unbeschreiblich. Marcus: Ich glaube ja auch fest daran, dass es diesen Butterfly-Effekt gibt. Sprich: wenn Du im Kleinen irgendwie eine Veränderung bei jemandem herbeiführst, nur dass er kurz innegehalten hat und dann zwei Minuten bei Dir zugehört hat und dann nach Hause geht und dann vielleicht ein bisschen besser gelaunt ist und netter zu seiner Frau oder Partnerin ist, als er vielleicht vorher gewesen wäre. Und die geht dann wieder besser gelaunt zum Sport und schreit die nächsten Leute an und der Coach ist auf einmal gut drauf. Ich glaube, so kann wirklich jeder die Welt ein Stück weit besser machen. Gerade Du auch mit dem Piano. Joe: Ja, ich hoffe, dass das so funktioniert. Ich glaube da eigentlich auch dran, ja. Da sollten noch viel mehr Menschen einfach das tun, was sie lieben. Das ist eigentlich auch meine Vision. Wenn jeder das tun würde, was er liebt, dann würde es auch keine Kriege mehr geben auf der Welt - mal ganz naiv gesagt. Aber weil einfach alleine schon im Kleinen: Wenn im Bekanntenkreis jeder das tun würde, was er liebt, dann hätte man einfach zusammen auch viel mehr Spaß. Weil man würde nicht die ganzen Probleme bequatschen, die es gibt, weil man Sachen tut, die man nicht liebt. Sondern man würde sich einfach austauschen und es wäre einfach eine viel positivere Stimmung, insgesamt im ganzen Leben. Marcus: Ja ja, ich finde es auch immer schwer nachzuvollziehen, woher das kommt. Gerade in so Ländern, wie bei uns in Deutschland. Wo die Leute eigentlich alles haben. Das Netz ist so fest gestrickt - das soziale Netz - da kann nichts passieren und die Leute haben eigentlich genug Geld und trotzdem sind sie irgendwie depressiv verzweifelt und nicht zufrieden mit dem, was sie haben. Joe: Das zeigt ja, dass in unserer Gesellschaft vieles richtig, aber auf jeden Fall nicht alles richtig läuft. Marcus: Nee, nicht alles. Wie sind Deine nächsten Pläne mit dem Piano? Was hast Du geplant in den nächsten Monaten? Joe: Ich hatte es glaube ich schon kurz erwähnt. Ich habe total Lust nochmal eine richtige Weltreise zu machen. Da bin ich jetzt gerade dabei zu überlegen, wie ich das logistisch organisieren kann. Weil dieses Klavier wiegt, wie gesagt 250 kg, irgendwohin zu verschiffen und damit es dann auch noch vor Ort flexibel bleibt, das ist schon wieder eine mega große Herausforderung vor der ich jetzt gerade stehe. Aber ich habe total Lust nochmal aus Europa rauszukommen. Ich war jetzt zwar noch nicht in allen europäischen Ländern mit dem Klavier, aber ich habe total Lust Richtung Asien mal zu fahren und dort für die Menschen zu spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass das dort auch sehr gut ankommt. Da bin ich jetzt gerade am überlegen, ob ich nochmal ein neues Klavier brauche, was man so klein machen kann, dass es vielleicht sogar im Flugzeug mitzunehmen ist. Da suche ich jetzt nochmal Möglichkeiten, vielleicht auch nach Partnern, also Airlines oder so. Falls da also jemand einen Kontakt hat, immer gerne her damit! Da habe ich total Lust drauf! Und jetzt als nächstes werde ich noch einbisschen in Deutschland rumtouren und vielleicht auch nochmal in die Schweiz oder Österreich. Aber ich habe eigentlich nie ganz genaue Pläne. Also es gibt bei mir auch keinen normalen Tag. Ich entscheide immer sehr aus dem Bauch heraus. Marcus: Das heißt, bei Dir gibt es auch keine festen Tourdaten oder so, sodass die Leute sich drauf einstellen können. Joe: Das ist halt ein bisschen schade, weil danach fragen natürlich viele. Und dann muss ich dann meistens sagen “tut mir leid, das weiß ich noch nicht. Ich poste es dann bei Facebook kurzfristig vorher”. Aber weil es auch sehr von dem Wetter abhängt, kann ich das oftmals richtig sicher nur einen Tag vorher posten. Oder ganz sicher sogar immer am selben Tag. Weil in Deutschland ist das Wetter einfach so wechselhaft. Dann ist immer mal wieder ein Schauer und ich fahre dann auch wirklich ganz oft an dem Tag wo ich spiele, da entscheide ich erstmal in welcher Stadt ich spiele. Also es kann sein, dass ich 200 km in den Osten fahre oder 200 km in den Westen. Also wenn ich in Hannover bin, könnte es gut sein, dass ich den Tag dann in Münster spiele oder vielleicht auch in Leipzig oder so. Deswegen ist es wirklich total schlecht vorhersehbar. Dann fahre ich dann eben dahin, weil ich kann dann sehen, okay das Wetter ist dort wirklich trocken. Ich habe da mehrere Apps auf meinem Handy, wo ich das Wetter wirklich genau beobachte. Ich bin da voll der Wetterfrosch geworden und da richte ich mich vor allem auch danach. Wenn es natürlich anfängt zu regnen, ist mein Tag damit erledigt und damit auch die Einnahmen für den Tag. Marcus: Kannst Du denn jetzt zum Beispiel, wenn wir hier mal nach oben in die Wolken gucken, sagen, was in den nächsten drei Stunden passiert? Joe: Ja, also es wird heute … - lass mich mal kurz gucken - also heute wird es nicht so mega heiß wie gestern. Ich glaube heute haben wir so 26 Grad. Es wird auf jeden Fall nicht regnen. Es ist eine sehr angenehme Sommer-, fast Frühlingsluft heute. Marcus: Erkennst Du das an den Wolken oder woran erkennt man Regen? Joe: Nee, ich habe natürlich heute morgen schon die Wetterapp gecheckt. (Beide lachen) Joe: Aber man merkt es auch. Ich habe tatsächlich, weil ich auch viel Zeit draußen verbringe und draußen spiele, kriegt man auch wirklich mehr ein Gefühl für die Umwelt, also für die Natur. Das finde ich auch total spannend zu beobachten. Wenn man immer nur im Büro sitzt, merkst Du ja nichts. Du kriegst nichts von draußen mit. Wind, Regen, Sonne. Merkt man einfach nicht. Und weil ich viel am Klavier sitze und meinetwegen den ganzen Tag draußen spiele, habe ich natürlich auch den schönsten Arbeitsplatz. 1. Ist er vorm Klavier, 2. ist er draußen an der frischen Luft. Und dann merkt man aber auch “oh, jetzt ändert sich gerade etwas hier. Ich glaube, es könnte sein, dass es gleich anfängt zu regnen.” Dann gucke ich auf mein Regenradar und dann kann man immer schon so ein bisschen sehen, ob da etwas kommt oder nicht. Und jetzt kann man hier sehen 0% Regenwahrscheinlichkeit, gar keine Wolken in Sicht. Also heute wird es auf jeden Fall nicht regnen. Ich habe also eine App, die macht nichts anderes außer die Regenwahrscheinlichkeit für die nächsten zwei Stunden darzustellen. Und das macht sie dann aber dafür ziemlich genau. Marcus: Ziemlich useful für Dich. Das heißt, die hast Du immer am Start, wenn Du unterwegs bist? Joe: Immer! Also ich gucke auch regelmäßig drauf, also zumindest wenn ich weiß, es könnte heute ein Schauer kommen. Dann gucke ich immer drauf und dann sehe ich schon “okay in einer Stunde kommt was, dann spiele ich jetzt noch ein bisschen und mache danach eine Pause.” Dann schiebe ich das Klavier irgendwo unter wo es halt safe ist. Marcus: Du bist ja jetzt ortsunabhängig mit Deinem Klavier unterwegs und verdienst damit Dein Geld, aber trotzdem auch digital unterwegs, oder? Das heißt jetzt nicht nur die App sondern, machst Du sonst noch irgendwas online oder digital? Joe: Ja absolut, mich interessieren auch diese ganzen Techniken seit immer. Also ich habe da eine sehr große Affinität zu und habe auch an meiner Webseite mitgemacht. Also ich habe sie nicht alleine gemacht sondern hatte Freunde, die mich dabei unterstützt haben. Aber mir war es halt wichtig so einen Online-Shop zu haben, mit dem ich meine CDs verkaufen kann. Das ist jetzt auch alles automatisiert. Ich habe da auch die 4 Stundenwoche gelesen vor Jahren. Diese ganzen Konzepte, die interessieren mich halt total. Mich interessiert halt vor allem, wie kann ich das auf mein Business sozusagen anwenden? Ich möchte bei der Musik bleiben, weil das ist einfach total meine Leidenschaft. Aber ich finde halt diese Konzepte, die es gibt so spannend. Deswegen interessiert mich auch diese ganze Bewegung der digitalen Nomaden, weil die beschäftigen sich ja sehr viel damit. Diese ganzen Konzepte, sozusagen, auf mein Projekt anzuwenden. Insofern verkaufe ich meine CDs jetzt in meinem Online-Shop. Der Vorgang ist automatisiert, bzw. wenn die bestellen, dann bekommen sie die Rechnung automatisch zugeschickt. Das geht dann zu meiner Mama und die verschickt das dann. Und die freut sich auch, dass sie dadurch auch mehr im Kontakt und involviert ist. Ihr macht das total Spaß auch etwas zu dem Projekt beizutragen und so. Und dann kriegt sie ja auch oft eine nette Rückmeldung. Das ist natürlich dann halt super. Egal wo ich dann gerade unterwegs bin, ich weiß, die CDs werden immer verschickt und das ist halt super. Das würde ich auch gerne mehr machen. Also mehr mit Downloads und auch die Musik irgendwie weltweit mehr vermarkten. Ich merke halt, die kommt da total gut an. Und ich möchte es einfach mehr Menschen zugänglich machen und ich möchte meine Musik, wenn ich die in die ganze Welt verbreiten könnte, das wäre natürlich ein Traum. Das geht natürlich vor allem sehr mit Hilfe der digitalen Medien. Da bin ich aber noch nicht 100%-ig sicher, was ich da jetzt ganz genau nutzen werde. Ich habe schon einige Sachen ausprobiert. Das funktioniert auch so, aber der ganz große Boom, der ist bisher noch ausgeblieben. Marcus: Ja, aber ich glaube, man muss sich das auch langsam aufbauen. Also alles was man organisch und step by step aufbaut an Reichweite, sei es jetzt über Facebook - ich weiß jetzt nicht, wo Du sonst noch unterwegs bist. Bist Du auf Instagram? Joe: Ja, ich bin seit kurzem auf Instagramm. Ich habe mich da jetzt ein bisschen - sozusagen - reingehängt. Marcus: Ja und so war es ja auch bei Feli und mir. Das ging bei uns step by step. Wir haben da am Anfang diese Blog-Sharingmitgemacht und haben irgendwie Gastartikel bis zum Erbrechen geschrieben. Nur um irgendwie unsere Passion in die Welt zu tragen. Und dann wird es halt immer größer und dann fragt Dich mal ein größerer Blog an und dann irgendwann eine kleine Regionalzeitung und dann mal eine größere Zeitung, dann die Wirtschaftswoche und letzte Woche waren wir im ZDF. Aber es geht halt alles nur organisch. Und Du musst auch bereit sein, weil ich bei Dir weiß, dass Du es bist, viel Arbeit reinzustecken. Leider vergessen das halt viele. Joe: Es ist auch wirklich wahnsinnig viel Arbeit. Also von der 4 Stundenwoche bin ich meilenweit von entfernt. Marcus: (lacht) Da werden wir auch nie hinkommen. Joe: Aber es macht ja auch Spaß irgendwie, aber man muss trotzdem aufpassen, dass man nicht zu viel macht und auch nicht zu viel getriebener ist von diesem Ganzen. Wenn man überall hört “hier ist geil und da kannst Du so und so viel verdienen” . Man muss einfach aufpassen, dass man sich auch wirklich auf das besinnt, woran man auch wirklich Spaß hat. Deswegen machen wir das ja, weil wir Spaß haben wollen. Wenn Du nachher doch wieder alle unsere eigenen getriebenen sind, weil wir mehr verdienen und mehr erreichen wollen, dann finde ich, muss man auch aufpassen, dass man trotzdem noch irgendwie das Leben genießt. Zumindest kann ich das von mir sagen. Die DNX hat mir dabei auch noch einmal geholfen. Ich habe mir eigentlich schon lange gesagt, dass es wichtig ist zu fokussieren. Aber ich habe es glaube ich, in den letzten Monaten ein bisschen vergessen, weil ich so viele Sachen auch parallel machen wollte. Marcus: Ja, das kann einen ja verrückt machen. Dieses Shiny-Object Syndrom. Gerade wenn Du mit den Leuten abhängst “Whoa, Dropshipping ist der neue heiße Scheiß! - Krass ich muss bei Dropshipping einsteigen! - Boah nee, Du brauchst jetzt Snapchat! - oh krass, ich brauche den Snapchatkram und muss jeden Tag Snapchat machen. Instagram muss ich auch noch machen und bei Facebook auch. Und der sagt gerade Ebooks gehen voll ab und der Dritte hat irgendwie jetzt einen Buchvertrag gekriegt.” Und dann denkst Du “scheiße, was mache ich denn jetzt?!” Joe: Ja, ganz genauso ging es bei mir auch die letzten Tage. Und dabei muss man natürlich aufpassen, dass gerade bei einem Musiker die Musik nicht untergeht. Musiker haben ja eigentlich eine gute Zeit. Sie können sich selber vermarkten, was ja früher nicht so gut möglich war. Aber, sie müssen es halt auch irgendwie. Und dann ist es total schwer als Musiker die Balance zu halten zwischen Selbstvermarktung und Musik. Machst Du nur Musik, dann ist das natürlich super geil, da machst Du tolle Musik. Aber, wenn Du nichts oder keinen hast, der das vermarktet, dann kannst Du auch nicht davon leben. Oder machst Du irgendwie ein bisschen Musik, aber machst die meiste Zeit nur Vermarktung, dann ist ja auch irgendwie der Sinn verfehlt. Und das ist wirklich nicht leicht, die Balance zu halten. Deshalb suche ich im Prinzip auch nach Leuten, die mir so diesen Bereich abnehmen. Mir macht das eigentlich Spaß und ich glaube, dass der Bereich auch gerade für das Projekt auch Spaß macht oder auch anderen Leuten Spaß machen kann. Ich möchte das gerne abgeben, weil ich denke, dass es wichtig ist. Ich möchte nicht komplett darauf verzichten, aber ich will mich auf jeden Fall wieder mehr um meine Musik kümmern. Meine Follower die fragen auch an “Ja, wann kommt denn jetzt Deine nächste CD?” Und natürlich will ich denen auch neue Musik zur Verfügung stellen. Marcus: Da ist ja auch Dein Business. Also ohne die Musik würde alles drumherum nicht gehen und was Du auch gesagt hast, was nochmal klar geworden ist bei der DNX, was ganz wichtig ist, gerade auch am Anfang, irgendwie einen Laser-Fokus zu haben auf das, was einen dann auch erfüllt. Joe: Ja, absolut unheimlich wichtig. Marcus: Ich denke, das war ein ganz cooles Schlusswort. Es hat mir sauviel Spaß gemacht mit Dir hier abzuhängen hier in Friedrichshain. Wielange bist Du jetzt noch in Berlin? Joe:  Ja, genau weiß ich das noch gar nicht. Ich finde es erstmal geil hier. Für mich ist Berlin ja nicht nach Hause kommen, sondern für mich ist es in einer neuen Stadt viel zu entdecken. Geiler Spirit hier! Da ich ja mein Wohnmobil immer dabei habe - ich habe ja seit 1,5 Jahren gar keine Wohnung und wohne quasi eh im Bus oder übernachte bei Freunden - bleibe ich einfach solange hier, wie ich Bock habe. Und das ist mindestens noch eine Woche, denke ich. Marcus: Ja saugeil, so flexibel zu sein mit dem Wohnmobil. Vielen Dank nochmal und wir sehen uns bestimmt wieder! Joe:  Ja vielen Dank Dir auch Marcus. Bis bald! Marcus: Bis bald! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Aug 7, 2015

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Interview mit Nick Hein

Hey Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LIFEHACKZ mit dem mega sympathischen Nick Hein! Nick ist Leistungssportler und der bekannteste deutsche MMA Fighter. Nick hat vor mehreren Wochen vor zigtausend Fans in der Berliner O2 World seinen letzten Kampf gewonnen, ist aktuell in Thailand im Trainingscamp und bereitet sich auf seinen nächsten Kampf vor. Wir beide haben telefoniert und über das korrekte Mindset als Leistungssportler gesprochen und die besonderen Herausforderungen im MMA und auch seinen Weg zur MMA. Viel Spaß mit dieser Folge, haut rein! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man nach Niederlagen wieder auf die Beine kommt.
  2. Was Nick direkt vor einem Kampf entspannt.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

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http://www.ufc.com/fighter/Nick-Hein

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Interview mit Nick Hein Das ist die LifeHackz-Show, Folge Numero 10!! Hey Leute, herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz mit dem mega sympathischen Nick Hein! Nick ist Leistungssportler und der bekannteste deutsche MMA Fighter. Nick hat vor mehreren Wochen vor zigtausend Fans in der Berliner O2 World seinen letzten Kampf gewonnen, ist aktuell in Thailand im Trainingscamp und bereitet sich auf seinen nächsten Kampf vor. Wir beide haben telefoniert und über das korrekte Mindset als Leistungssportler gesprochen und die besonderen Herausforderungen im MMA und auch seinen Weg zur MMA. Viel Spaß mit dieser Folge, haut rein! Marcus: Hey Nick! Vielen Dank für Deine Zeit! Danke, dass Du hier bei LifeHackz am Start bist! Nick: Ja, ich freue mich, dass ich dabei sein kann und komm, bombardier mich mit den Fragen! (beide lachen) Marcus: Okay, sehr gerne. Sag mal, wo bist Du gerade und weshalb? Was machst Du da? Nick: Ich bin zurzeit im Tiger Muay Thai Trainingslager oder Trainingscamp in Phuket, Thailand. Was mache ich hier? Ich bereit mich, wie immer wenn ich hier bin, auf einen Kampf vor. Ich habe jetzt zurzeit zwei Termine in Aussicht stehen. Das wird sich jetzt im Laufe des heutigen oder des morgigen Tages entscheiden, welcher Termin es sein wird. Ich kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall dieses Jahr noch einmal kämpfe. Marcus: Cool! Nick: Und vorausschauend habe ich mir sofort meinen Sohn und meine Frau geschnappt und bin ins Trainingslager geflogen, denn ich bin auch ein Athlet, der - ich sag mal so, der das Leben zu genießen weiß. Das heißt, was Gewichtsfragen angeht bin ich in der Offseason schon mal gut und gerne 15, manchmal auch 15 plus Kilo über meinem Wettkampfgewicht. Also 15 plus ist noch sehr, sehr großzügig beschrieben. Also ich war schon bei knapp 90 kg jetzt relativ zeitig nach meinem letzten Kampf. Um da einfach einen einigermaßen sanften Übergang in die Wettkampfphase zu finden, starte ich mein Trainingslager eben auch ziemlich früh. Deswegen bin ich jetzt schon hier und es ist einfach - wie immer - geil. Marcus: Bist Du dann immer im gleichen Gym. Im Tiger Muay Thai warst Du, glaube ich, schon beim letzten Mal. Nick: Genau, ich bin immer in dem gleichen Gym. Das ist zur Abwechslung mal etwas schönes. Ich bin da jemand, der sehr oft das Gym bzw. die Location in Deutschland gewechselt hat, weil ich einfach mit dem Level nicht zufrieden war und ich bin dann letztlich hier in Thailand gelandet und muss sagen, dass ist hier schon, wie sagt man - wie würde der Geißen sagen? - Absolut Endstufe! (Marcus lacht) Also, ich habe hier erstmal wirklich eine große Auswahl an hochklassigen Wettkämpfern, an Trainingspartner. Und das Level der Trainer ist eben auch sehr hoch. Und in jedem Bereich haben die hier einen sehr, sehr guten Trainer. Das heißt im Ringen, im Thai-Boxen selbstverständlich, auch in den Übergängen fürs MMA, im BJJ. Also es ist halt ein durchgehend hohes Niveau. Und deswegen ist das für mich hier der Place To Be. Marcus: Okay, cool. Du hast in Deutschland dann auch schon viel getestet und ausprobiert. Vielleicht auch in anderen Ländern, aber Du sagst an Thailand kommt aktuell nichts ran für Dich? Nick: Ja also meiner Erfahrung nach. Ich habe mal in Deutschland viele getestet. Ich habe zum Ende, bzw. ich habe zum 01.01. dieses Jahres meinen sicheren und auch geliebten Job bei der Bundespolizei aufgegeben für meine momentane absolute Leidenschaft, das MMA. Leidenschaft untertreibt es eigentlich auch ein bisschen. Also es ist schon neben oder hinter meiner Familie, mein Lebensinhalt. Ich stehe morgens auf, ich lebe den Leistungssport durch und durch. Und mir war halt klar, dass ich, wenn ich diese Entscheidung treffe, dann muss ich auch einen soliden Plan haben, was ich mach und mit wem ich das vor allen Dingen mache. Ich hatte einfach keine Zeit. Ich bin jetzt auch schon 31. Da hast Du nicht mehr so viele Jahre, die Du verschwenden kannst in Leistungssport. Und wenn ich jetzt Schriftsteller wäre oder Künstler, dann würde ich sagen “Ja, es geht grad erst los”, aber beim Leistungssport ist es halt so, gerade auch in meiner Gewichtsklasse, da sollte man jetzt schon nicht mehr so viele Fehler machen. Deswegen war mir klar, ich muss irgendwo hin, wo das Level einfach top ist. Ich habe dann auch mit einigen Gyms in Amerika erst Kontakt aufgenommen. Dann war auch die Idee nach Schweden zu gehen. Aber es ist dann doch letztendlich das Tiger Muay Thai geworden und bis jetzt habe ich die Entscheidung nicht bereut. Marcus: Sehr cool! Kriegt man dann Support von dem Verband? Du kämpfst ja in der größten Organisation der Welt, bei der UFC. Stehen die Dir da bei Seite, wenn Du sagst, ich brauche irgendwie ein neues Trainerteam oder ich möchte mich verändern. Ich möchte ein neues Gym. Inwiefern sind die da involviert? Also jetzt auch nicht nur im Zuge dessen, wenn man ein neues Gym sucht, sondern auch überhaupt, wenn Du sagst “ich komme an dem Punkt gerade nicht weiter” oder “ich bin nicht zufrieden mit dem, wie ihr mich supportet”. Kann man mit denen gut reden oder ist es doch alles sehr topdown von den Amis? Nick: Also, Du musst Dir das so vorstellen: Die UFC ist bisher das, ich sage mal, der tollste Arbeitgeber den ich mir vorstellen kann. Das heißt, in der Zeit, wenn Wettkämpfe sind, die holen mich vom Flughafen ab. Du hast eigentlich permanent einen Babysitter um Dich herum. Und die brauchen wir Kämpfer, weil wir ja natürlich in der Wettkampfwoche sind mit Gewicht machen und unsere Aufregung usw. Also meine Frau hat da kein leichtes Spiel mit mir. Und ein bisschen von diesem Ballast kann sie eben an den Staff von der UFC halt abgeben. Die kümmern sich um alles. Auch was den finanziellen Support angeht, muss ich sagen, kommt da nichts an die UFC ran. Man muss aber auch sagen, dass die UFC jemand ist, die oder ein Verband ist, der nichts zu verschenken hat. Die gehen hin und sagen “pass auf, zeig uns wie sehr Du das willst. Zeig uns, wie sehr Du bereit bist dafür zu arbeiten und dann entlohnen wir Dich dementsprechend auch.” Das heißt am Anfang muss man sich natürlich auch erst mal beweisen. Das heißt, ich bin einer von vielen, ja? Ich habe jetzt erst drei Kämpfe in der UFC in der mit Abstand vollsten Gewichtsklasse der UFC. Das heißt, um auch die Sonderbehandlung zu bekommen, muss ich erst mal einiges leisten. Ich muss ganz ehrlich sagen, das finde ich auch nur fair, weil ansonsten würde die Firma schnell pleite gehen. Marcus:  Ja ja, absolut. Das ist ein gewinngetriebenes Unternehmen und ich meine, das was die machen, machen die richtig gut. Die haben ja einen riesen Anteil an dem Erfolg von dieser ganzen Sportart, weil die, glaube ich, die ersten sind, die das echt professionell angegangen sind und auch immer wieder gucken, dass es neue Deals gibt mit TV-Sendern oder mit Streaming-Portalen. Ich glaube, jetzt gerade vor zwei Tagen wurde jetzt ein fetter Deal geclosed mit Pro7, Sat1. Ist das richtig? Nick: Ja im Maxdome, genau. Das ist korrekt ja. Das heißt, der Deal ist der Folgende, dass Maxdome jetzt sich die Rechte an der UFC für den deutschsprachigen Raum gesichert hat und demnächst alle Events, ich glaube ab dem - ich verwechsle da immer die Zahlen, aber ich glaube es UFC 190 - Kampf von Ronda Rousy gegen Bethe Correia. Wenn alle Main Events und alle Events des deutschsprachigen Raums und Asien und Afrika, glaube ich - ich weiß es nicht ganz genau - über Maxdome im deutschen Fernsehen zu sehen sein, was sensationell ist. Jetzt ist UFC auch endlich wieder im deutschen Fernsehen präsent und darüber habe ich mich, mit vielen anderen natürlich, auch sehr, sehr gefreut. Ich bin auch gespannt jetzt. Ich denke, das wird auch einiges für den Sport in Deutschland ändern. Und was ich noch sagen wollte zu dem, was Du eben gesagt hast: Du musst Dir vorstellen, die UFC ist so innovativ, dass der Verband eigentlich mittlerweile oder der Name des Verbandes mittlerweile schon so groß ist, gerade für den Laien, wie der Sport selber. Man hört das oft, wenn Leute keine Ahnung haben, dann sagen die, ich trainiere UFC. Oder “ich will auch UFC machen”. Die meinen natürlich MMA Sport. Das liegt einfach dadran, weil dieser Verband so present ist durch gutes Marketing, durch sehr intelligente Entscheidungen. Jeder kann von dem Reebok Dealer halten, was er will, aber er wird natürlich die Idee, die dahinter steht, einen Sporn auch nach außen hin zu uniformieren und für den Laien erkennbar zu machen, ist schon auch da wieder, ich sage mal, den anderen Verbänden eine Nasenlänge voraus. Ich glaube, dass die Idee auf lange Sicht trotzdem aufgehen wird, auch wenn jetzt viel Kritik an der Sache erst mal besteht. Marcus: Ja klar, dass sind wahrscheinlich auch so Leute, die das dann von der ersten Stunde mitgemacht haben und denen das dann irgendwann eine Spur zu kommerziell wird, was die UFC macht beispielsweise, glaube ich auch vor dem Aldo gegen McGregor Kampf, da um die halbe Welt und die täglichen Vlogs . Wo ich mir die echt gerne angeguckt habe und das ist halt die Zukunft. Die Leute wollen viel Material von den Kämpfern. Die wollen authentisches Material haben und dass ist dann nicht nur diese drei oder fünf Runden im Ring, ne? Nick: Man will diese Story haben. Man will das persönliche Drama haben. Ich meine, was verkauft Tickets? Auf der einen Seite spektakuläre Kämpfe, aber eben auch die Story hinter den Kämpfern. Wenn ich Interesse an dem Sport habe, dann hole ich mir vielleicht ein Pay per View und gucke mir mal ein Event an. Aber wenn ich wirklich die Leidenschaft, vielleicht auch für einen Sportler entwickele, dann hole ich mir vielleicht das ganze Jahresabo. Du verstehst, der Gedanke, der dahinter ist. Man möchte natürlich auch eine Story erzählen und das machen die einfach auch sehr gut und sehr interessant. Es wird eben auch viel Geld in diese Countdown Videos und On-the-Fly heißen die und Embeddeds. Das sind momentan schon gute Videofilme, die auch mit den großen anderer Sportarten zu vergleichen sind. Das hast Du beim Boxen schon seit Jahren, dass sie die interessanten Hauptkämpfe dann durch die Trainingslager, durch persönliche Konflikte dann begleiten. Das ist eigentlich so ein bisschen mehr fast schon wie Big Brother, eben nur für den Leistungssport. Also, ich glaube - um dem Zuschauer den Sport interessant zu machen - muss man dem auch andere Facetten zeigen. Marcus: Ja das glaube ich auch. Und ich glaube, deswegen funktioniert das mit so Typen wie Conor McGregor natürlich ziemlich gut, der total polarisiert. Das ist halt einer, der viel Trash-Talk macht, sich mit den anderen Gegnern verbal anlegt, schon vor dem Kampf. Was hältst Du persönlich von dem Conor, sowohl sportlich als auch außerhalb des Käfigs? Nick: Das ist ein wahnsinns Athlet. Mein persönlicher Stil ist es nicht. Also dieses Trash Talk. Ich sage mal, wer gewinnt, hat recht, ja? Solange ihn danach keiner vom Thron stößt bzw. ihn keiner seinen Zug zum Stillstand bringt, hat er recht. Er hat ja eine Daseinsberechtigung. Genau so wie Ronda Rousey, genau eigentlich wie alle Champs. Es gibt halt manche, die das ein bisschen ruhiger angehen lassen und mache sind halt andere Charaktere. Ich habe halt einen anderen Stil. Ich sage halt nicht, ich bin irgendwie - weiß ich nicht - auserkoren oder so. Ich bin der Junge von nebenan halt. Ich bin jemand, der genauso banal ist und aus dem selben Napf frisst, wie alle anderen. Und das zeige ich eben auch gerne, dass ich vor allen Dingen fehlbar bin. Ich denke mal über sich selber lachen, ist immer noch am sympathischsten. Marcus: Absolut und das macht Dich, glaube ich, auch so beliebt bei den Fans, weil Du total bodenständig bist. Wir beide haben uns jetzt in Berlin im Tempodrom, glaube ich, kennengelernt. Nick: Genau! Marcus: Und Du hattest irgendwie Zeit auch für jeden, ein kurzes Quätschchen zu halten, kurz Fotos machen mit den Fans. Und ich habe Dich dann hier wegen dem Podcast gefragt und Du warst direkt dabei. Was ja richtig, richtig cool und richtig sympathisch ist. Also danke nochmal dafür! Und zum Conor wollte ich auch nochmal sagen, was die Leute ja nicht sehen, sind diese hunderttausende von Stunden oder auch bei Dir und bei den anderen Sportlern, die sich quälen, um auf so ein Level zu kommen, um sich das überhaupt leisten zu können, eine bisschen größere Fresse zu haben, aber dann trotzdem die Lieferung im Ring zu bringen. Und dafür bedarf es dann immer diese tausende von Trainingseinheiten, was vorher dann keiner sieht. Nick: Jetzt muss man davon sagen, dass vom Erfolg hat McGregor mir, sage ich mal, einiges voraus. Der Junge ist auf Platz 1 der Weltrangliste oder zumindest, ich weiß jetzt nicht, wie das ist mit dem Interims Championship Titel, den er hat im Vergleich zum Aldo, aber er ist auf 1 oder 2. Ich bin ja immer noch im Leichtgewicht einer von vielen. Das muss man halt so sehen. Wer weiß, vielleicht kriege ich ja auch mal eine riesen Fresse, wenn ich mal erfolgreicher werde. (beide lachen) Nein, aber, trotz alle dem, ich glaube, ich habe zu spät für das was ich mache im Sport Anerkennung bekommen, um jetzt noch abzuheben. Ich habe mein Leben lang ein bescheidenes Auto gefahren und immer in der Halle gelebt - ein Tonhallenkind halt. Und trainiert und meine Zeit verbracht. Und wenn Du dann mit 30 in die UFC kommst, dann ist die Zeit vom Höhenflug - das ist wie mit der Pubertät -wahrscheinlich vorbei. Marcus: Wie bist Du denn zur UFC gekommen? Muss man sich da bewerben? Hast Du einen Manager oder ein Team um Dich herum gehabt? Läuft das über Agenturen oder gucken sich die dann noch Talente aus? Nick: Also es war so, dass ich eigentlich einen ziemlich erfolgreichen Lauf vom Jahr - ich muss mal kurz überlegen, ich glaube es war 2013. Da ging es los. Da habe ich irgendwie vier oder fünf Kämpfe in Folge gewonnen und dann habe ich einen Anruf bekommen von meinem damaligen Manager. Er war zu dem Zeitpunkt noch nicht mein Manager, aber er rief mich eben an und sagte “pass auf, ich glaube mit dem Lauf, den Du hast, mit dem was Du gerade so machst und was Du vielleicht auch nach außen darstellst, damit kann man arbeiten. Was hältst Du davon: willst Du es nicht versuchen in der großen Liga mitzuspielen?”. Und da habe ich gesagt “ja, auf jeden Fall”. Und dann hat er mir noch einen Kampf organisiert. Das war auch ein starker Gegner. Das waren, ich sage mal, ähnliche Bedingungen, wie in der UFC. Das heißt in einem Octagon, eben nicht in einem Ring, denn ich habe den Großteil meiner Kämpfe vorher in einem Ring gemacht. Weil die Veranstalter in Deutschland immer irgendwie ein Problem damit gehabt haben, weil sie halt den Sportlern noch weniger als Sport verkaufen konnten. Weil sie halt Angst hatten, dass die Leute dann sagen “ah Käfig, das sind diese harten Kämpfe”. Weil so viele Kämpfe vorher im Ring organisiert werden. Also hat mein Manager darauf bestanden, dass ich einen Kampf in einem Octagon mache und auch mit den Regeln, wie in der UFC. Und den Kampf habe ich eben gewonnen und dann, relativ zeitig, kam dann der Vertrag auch schon von der UFC. Ja, das war kurz bevor sie nach Deutschland gekommen sind. Man hat sich eben auch umgesehen nach deutschen Talenten und ich habe dann eben den Zuschlag bekommen. Seitdem ist das eine glückliche Liaison zwischen der UFC und mir. Marcus: Das ist doch wahrscheinlich ein Hammer Gefühl oder? Wenn das Angebot dann von der UFC kommt? Nick: Ach ja, es ist ja nicht nur das! Es sind ja nicht nur die Kämpfe und das ganze Drumherum. Die UFC hat halt auch gemerkt, dass sie in mir jemanden hat, der gerne mit im Rampenlicht oder mit den Kameras spielt und auch gerne nach außen hin vielleicht auch so ein bisschen das Bild des Sports zurecht rückt. Und ich bin halt auch nicht unbedingt auf den Mund gefallen. Was mir im Nachhinein wahrscheinlich eher zum Verhängnis wurde, ich kann ja meine Klappe nicht halten. Ich rede dann so gerne und viel. Deswegen, da müssen wir gucken, dass wir den Podcast hier nicht sprengen, aber man hat mich dann eben auch für Werbezwecke dann nach Göteborg eingeladen. Ich war in Stockholm eingeladen. Nach Dublin letztes Jahr, wollten sie mich gerne holen. Ich war in London zur Beyond Octagon. Das ist eine UFC Show, wie hier Ran Fußball. Also man hat michnoch neben den Kämpfen relativ gut eingespannt und das funktioniert eigentlich ganz gut. Ich glaube sogar, dass ich in England viel mehr Follower als in Deutschland habe, weil die mich einfach da im Fernsehen schon das ein oder andere Mal gesehen haben. Und das kriegt man hier in Deutschland halt gar nicht so mit. Marcus: Ja das ist leider das Ding, dass es in Deutschland noch nicht so präsent ist. Aber das ändert sich jetzt hoffentlich. Das sind alles immer so kleine Steps, die dann hoffentlich irgendwann dahin führen, sodass es auch ein anerkannter Sport ist. Genauso wie Boxen. Was hier auch eine riesen Präsenz hat und ich weiß nicht, aber vielleicht kannst Du etwas dazu sagen? Ich habe jetzt schon ein paar Mal von irgendwelchen Studien oder so gelesen, dass wegen der Verletzungen oder ich meine die Argumentation gegen MMA Kämpfe im Fernsehen zu zeigen, ist ja meistens so, dass es zu brutal aussieht und die Verletzungen sind sehr krass. Aber ich glaube im Vergleich zum Boxen, was hier ja so abgefeiert ist, ist man beim MMA noch ziemlich gut geschützt oder? Nick: Ich würde noch weiter gehen. Ich habe mein Leben lang Judo gemacht. Übersetzt heißt Judo ja “Der sanfte Weg”, eine Sportart, die wird in Schulen angeboten und auch olympisch ist. Ich habe 20 Jahre meines Lebens mit Judo verbracht und habe mich gerade auch in den letzten Jahren meiner Judokarriere mehr und deutlich heftiger verletzt als ich mich jemals im MMA verletzt habe. Ich habe mir da ein Bein gebrochen im Olympiajahr 2008. Das war richtig heftig. Das hat so laut geknackt. Marcus: Beim Training oder was? Nick: Beim Training, ja. Als hätte ein Ast im Wald gebrochen. Das war schrecklich gewesen. Ich bin, glaub ich, in den letzten fünf Jahren meiner Judokarriere bin ich fast ein Mal pro Jahr operiert worden. Ob das jetzt Bandgeschichten waren, Brüche oder kleinere Absplitterungen. Ich habe diese Anzahl der Verletzungen und auch nicht die Heftigkeit oder die Schwere der Verletzungen, nicht annähernd im MMA gehabt. Ich habe mir im MMA die Nase halt schon gebrochen und die ein oder andere Cut Verletzung gehabt. Das sind die Folgen, die halt auch im Fernsehen dann deutlich zu sehen sind. Wenn Du halt eine Platzwunde hast, das blutet halt. Du blutest wie ein Schwein und das sieht natürlich ganz, ganz heftig auf den Bildern oder auf dem Filmmaterial aus. Aber das ist es nicht. Das ist eine Platzwunde, die Abends bei der Aftershow Party schon wieder keine Sau interessiert. Ich erinnere mich an meinen ersten Kampf in der UFC. Ich habe gegen Drew Dober gekämpft. Der Junge hat einen richtig großen Cut von mir bekommen und hat Abends bei der Party schon wieder meine Schwester klargemacht. Und die sind jetzt verheiratet. (Marcus lacht) Also es geht. Marcus: Das ist auch eine krasse Story oder? Nick: Ja, aber es ist die Wahrheit. Unser Kampf war der mit Abstand blutigste Kampf an diesem Abend. Und Abends hat das schon keinen mehr interessiert. Es ist halt diese Oberflächlichkeit der Verletzung. Beim Judo hatte ich Verletzungen gehabt, die mich teilweise fast ein Jahr aus dem Training geworfen haben. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Ich habe am Boden gelegen und geschrien. Und gerade die Anfälligkeit der Verletzungen an den Beinen und an den Bändern ist beim Judo relativ häufig. Also geh mal in den Judo Verein und frag mal, wie viele Leute da Kreuzbandrisse hatten. Das ist eben die einseitige Belastung dieses Sports. Beim MMA hast Du eben die ganze Bandbreite aller Kampfsportarten. Das heißt, die Belastung ist eben auch auf - ich sags jetzt mal so blöd - auf alle Bereiche verteilt und eben nicht nur einseitig beim Boxen auf den Schädel immer wieder. Oder einseitig beim Judo eben auf die Gelenke. Das ist halt einfach so. Deswegen ist die Heftigkeit, auch statistisch gesehen, deutlich geringer beim MMA. Das will zwar von den Laien erstmals keiner glauben, aber die Leute haben ja ganz am Anfang auch nicht geglaubt, dass die Erde rund ist und eben keine Scheibe. Man braucht halt manchmal eine Weile, um die Pille zu schlucken. Marcus: Es hat sich ja auch im Laufe der Jahrzehnte, gerade auch beim MMA, vieles professionalisiert und die Regeln sind ja auch immer klarer geworden. Der Kämpfer wird immer besser unterstützt. Nick: Und vor allen Dingen umfangreicher. Und gerade auch eben, meine Fresse, wenn ich darüber nachdenke, wieviele Doktorchecks wir mittlerweile über uns ergehen lassen müssen im Vorlauf. Also ehrlich, mittlerweile muss ich sagen, das nervt ja fast schon. Jedes Mal Blutabnahme, jedes Mal Kernspin - okay nicht jedes Mal Kernspin. Aber jedes Jahr und immer wieder auf irgendwelche Schäden im Kopf. Alles was halt irgendwie die Gesundheit angeht. Und wir müssen uns jedes Mal komplett untersuchen lassen vor den Kämpfen. Und dann wird gerade am Waagetag auch noch mal gecheckt. Dann wird vor den Kämpfen gecheckt. Dann wird nach den Kämpfen gecheckt. Ich musste dieses Jahre nichtmal zur Pressekonferenz. Die waren der Meinung, dass mein Bein ein bisschen vielleicht belastet wäre. Ich wollte unbedingt zur Pressekonferenz. Ich bin dann Abends noch tanzen gegangen, aber die haben halt gesagt “Nee, Du gehst ins Krankenhaus und wir checken das erst. Ansonsten 6 Monate Sperre!” Also man wird da schon wirklich bemuttert. Weil sie aber eben auch wollen, dass der Sport salonfähig wird und dass die Leute das endlich checken, dass es hier eine Sportart ist und eben kein, was weiß ich. Marcus: Kein Kirmes-Boxen oder irgendetwas anderes. Du hast eben erwähnt, dass Du Dich krass verletzt hast bei der Vorbereitung auf Olympia, glaube ich, ne? Ich habe auch in dem Interview gelesen, wie das dann für Dich war, als dann jemand anderes quasi Olympiasieger geworden ist. Bist Du dann darüber zum MMA gekommen oder wie war das? Vielleicht erzählst Du nochmal kurz. Nick: Also der Gedanke des MMAs hat eigentlich angefangen mit einer alten VHS-Kassette im Jahr 2000, die mir jemand in die Hand gedrückt und gesagt hat “Zieh Dir das rein. Das ist krass!” Und dann habe ich mir das reingezogen und es war wirklich so ein absolutes Schockerlebnis. Das war vergleichbar mit dem Augenblick, als ich das erste Mal Bloodsport gesehen habe. Das war UFC 1. Das war natürlich auch von den Regeln noch sehr, sehr spartanisch. Also da gab es eigentlich fast gar keine Regeln. Die konnten teilweise auch in _____ kämpfen oder der erste Kampf war glaube ich Royce Gracie gegen einen Boxer, der hat dann auf der einen Seite einen Boxhandschuh angehabt, auf der anderen Seite die blanke Hand. Also total abenteuerlich. Und die haben sich am Boden auch gegenseitig in die Klötze getreten. Also es war schon heftig. Marcus: Ich glaube, die haben dort auch die verschiedensten Kampfstile immer einfach gegeneinander in den Ring geworfen, um zu gucken, wer ist denn jetzt besser hier? - Der Sumo oder der Boxer? Nick: Genau, das war halt eben auch die Idee. Der Gedanke, der auch von Hollywood-Forschern aufgenommen wurde, um das - ich sag mal so - ilustriert im Bloodsport dann verarbeitet wurde. Welche Kampfsportart ist denn jetzt die beste? Das war natürlich eine Frage, die sich auch in den Gyms weltweit irgendwie nach einer Weile dann breit gemacht hat. Wer ist denn eigentlich der Beste? Da gab es eine Familie, die gibt es immernoch, die Gracies. Die waren halt der Meinung, dass das Brazilian Jiu Jitsu eben die beste Sportart ist. Um das zu beweisen hat dann der - oh mann, da gibt es so viele Gracies - ich glaube, der Rorion Gracie, hat dann eben die UFC gegründet. Und sie haben natürlich auch ihren eigenen Mann, den Royce Gracie, reingesetzt, mit der Hoffnung, dass der eben alle besiegt und das hatte er eben dann auch. Er war der mit Abstand leichteste und schmächtigste von allen. Und das hat halt damals auch diesen Sturm auf die ganzen BJJ Shows gegeben. Weil dann wollten alle auf einmal auch wie Royce Gracie sein. Und so ist das dann eben entstanden. Ich habe das gesehen und habe gedacht “Alter Schwede, was ist das?”. Auf der anderen Seite habe ich mir auch gedacht “Mann, ich glaube, das könnte ich auch”. Irgendwie hat der Gedanke immer mitgespielt. Danach haben wir uns dann auch mit Freunden im Jugenzentrum getroffen. Da gab es dann unten im Keller so eine Halle mit Matten ausgelegt. Ich mit Judo und der andere mit Boxhandschuhen und dann haben wir da losgelegt. Das sah halt genauso martialisch aus, wie bei der UFC 1. Aber es war halt unter Freunden. Der Gedanke, das wirklich so zu machen, der ist eben über die Jahre dann gewachsen. Das war ungefähr 2000, wo ich das gesehen habe. Dann hat es eben bis 2009 gedauert, bis ich dann meinen ersten Kampf gemacht habe. Und ein wichtiger Faktor war eben auch, dass diese Flamme, die Leidenschaft für das Judo, erloschen ist. Und das ist in diesem Jahr 2008 passiert. Du musst Dir vorstellen, mein Traum war immer irgendwie Judo-Weltmeister oder Judo-Olympiasieger zu werden. Das war auch lange Zeit auf der Schule im Informatikkurs mein Passwort: Judo Olympiasieger. Das hat sich so durch mein Leben gezogen. Und dann habe ich ein absolutes Schreckensjahr gehabt: 2008. Da war ich in der Olympiaquali und habe dann eine absolute Niederlagenserie hingelegt und das hat dann auch noch damit gekrönt, dass ich mir dann nach dem Trainingslager in Russland dann zu hause beim Training das Bein gebrochen habe. Das war diese Geschichte mit dem im Training. Ah, das war schon heftig. Ich habe da ungefähr 10 Minuten gelegen und habe nur geschrien. Marcus: Und was war da los, bei den Niederlagen? Kannst Du das jetzt irgendwie einordnen? War da Dein Kopf irgendwie nicht in Ordnung, ich meine oft hat man… Nick: Nein, manchmal soll es einfach nicht sein. Ich habe in Russland zum Beispiel gekämpft gegen einen Brasilianer. Und das waren so ganz obskure Geschichten. Da kämpfe ich und ich kämpfe - der ist dann auch später für Brasilien dann zu den olympischen Spielen gefahren - und ich führe gegen den. Und die Russen, wenn die ihre Jungs anfeuern, dann machen die das auch auf englisch so ein bisschen. Dann rufen die mal: Ra-si-a, also englisch wie Russia. Aber was ich verstanden habe war irgendwie: Bra-sil-ia, Bra-sil-ia. Und ich denke “Verdammte Scheiße! Warum feuern die denn den Brasilianer an?!” Das war schonmal das erste. Und dann musst Du Dir vorstellen, ich führe bis eine Sekunde vor Schluss den Kampf. Dann rennt der in der letzten Sekunde, wirklich auf mich zu und anstatt einfach zur Seite zu gehen und den an mir vorbeilaufen zu lassen, habe ich versucht den noch Bluffen und bin dabei selber auf dem Rücken gelandet. Das ist jetzt keine übertriebene Geschichte. Ich bin mit der Schlusssekunde, mit dem Schlussgong bin ich auf den Rücken gefallen und habe die Wertung abgegeben und der hat den Kampf gewonnen. Ich war dann raus aus dem Turnier und es war einfach ein Pestjahr. Ein absolutes Pestjahr. Das zog sich von Wettkampf zu Wettkampf so. Und dann - wie gesagt - mit der krönenden Belohnung des gebrochenen Beins. Dann habe ich gesagt, der Traum Olympia… Ich wollte nichts mehr von Olympia wissen. Ich war dann in Japan und das war ja die Olympiade in Peking. Jetzt ist China nicht so weit von Japan weg, das heißt das sind so knapp zwei Stunden Zeitdifferenz. Ich habe die ganze Zeit Judo und olympische Spiele ignoriert. Das heißt überall in den Gyms, auf jedem Fernsehprogramm, in der Stadt auf großen Bildschirmen, überall konnte man Olympia sehen. Ich habe der Sache gar keine Aufmerksamkeit gezollt. Irgendwann an einem Tag, da waren wir den ganzen Tag unterwegs. Und ich humpel den ganzen Tag auf Krücken, schleppe mich dann irgendwann ins Appartement hoch, schmeiß mich nach einem langen Tag in der Stadt aufs Sofa, mache zum ersten Mal den Fernseher an und was sehe ich genau in dem Augenblick. Wie Ole Bischof Olympiasieger wird, gerade in dem Augenblick! Das war Live, wie der meinen Traum lebt in meiner Gewichtsklasse und ich habe gedacht “Ey! Wer schreibt gerade hier dieses Drehbuch?! Wie bitte ist das?” Ich war so enttäuscht von diesem ganzen Jahr, von meinem ganzen Aufwand, den ich darein gebracht habe. Ich sag Dir wirklich, das war so als hätte jemand das Feuer dann ausgemacht für den Sport. Das war einfach zu viel. Marcus: Krass! Du bist dann wirklich von heute auf morgen nicht mehr zum Training gegangen oder hast gesagt “ich bin raus”? Nick: Doch, ich habe noch gekämpft. Noch ein bisschen. Aber ich habe gemerkt, dass mir das immer schwerer gefallen ist. Wir waren dann in Brasilien in einem Trainingslager und ich war jeden Tag deprimiert. Ich bin dann morgens vor allen anderen aufgestanden, ich war dann schon - weiß ich nicht - um fünf oder sechs Uhr wach, habe mich dann irgendwann nach draußen gesetzt und einfach nur nachgedacht. Da habe ich mir gesagt “ey, ich bin in Brasilien, das Wetter ist gut, das Essen ist gut, die Menschen sind gut drauf und ich bin totunglücklich”. Und dann habe ich mir geschworen, ich werde etwas ändern, wenn ich nach Deutschland zurückkomme. Ich werde etwas ändern und dann habe ich mir in Deutschland eben einen MMA Verein gesucht. Und so hat es dann angefangen. Marcus: In Köln? Nick: Jetzt muss ich echt mal überlegen. Ich habe also mein aller aller erstes MMA Training in Berlin gemacht, muss ich dazu sagen. Bei MMA Berlin, so heißt der Verein immer noch. Ich habe aber zu der Zeit dann - als ich mich entschieden habe, etwas zu ändern - wieder in Köln gewohnt und habe mir dann in Köln einen Verein gesucht. Marcus: Okay cool. Und dann bist Du auch direkt nach einer gewissen Zeit zu den ersten Turnieren gefahren und hast erste Erfahrungen gesammelt? Deinen Record quasi an Umfang aufzubauen? Nick: Das Lustige ist, da hatte ich ja schon einen MMA Kampf. Bei mir war ja nicht so richtig was mit Erfahrungen sammeln. Ich bin halt mal irgendwie zum MMA Training in Berlin gegangen und habe da direkt meinen ersten Kampf gemacht. Aber das lief halt noch so nebenbei. Aber ich bin dann, wie Du gerade sagst, nach Köln gegangen und da hatte ich schon meinen ersten Kampf bekommen. Da war dann auch für mich klar, dass ich Judo früher oder später aufhöre. Marcus: Ja cool. Und jetzt zurückblickend und was Du jetzt alles schon für den deutschen MMA Sport gemacht hast und wo Du jetzt stehst in der UFC, denke ich, war das die richtige Entscheidung. Und Du bist damit, glaube ich, auch glücklicher oder? Nick: Ich wache jeden Morgen auf und bin glücklich. Ich habe letztens noch zu meiner Frau gesagt “Hättest Du das gedacht vor einem oder zwei Jahren?” Und wir haben uns dann beide beim Lachen erwischt. Eigentlich lebe ich momentan meinen Traum. Aber was ich auch direkt noch sagen will: ich bin da noch lange nicht fertig. Also, das habe ich nicht in der Hand. Das hat der liebe Gott in der Hand. Das kann ich selber jetzt nicht bestimmen. Das kann morgen schon vorbei sein. Eine schlimme Verletzung - das muss man auch so respektieren. Aber wenn es nach mir geht, dann ist das jetzt die erste Stufe auf der Leiter des Erfolges oder der Zeit die Spaß macht. Da würde ich gerne noch den einen oder anderen draufsetzen. Marcus: Ja so sehe ich das auch. Also ich habe da so ein Gefühl, dass das jetzt gerade erst der Anfang ist. Also sowohl bei Dir als auch für den ganzen MMA Sport hier in Deutschland und die UFC. Nick: Das hast Du sehr lieb gesagt, Dankeschön! Marcus: Auf jeden Fall! Ich habe noch mal eine Frage zum Mindset und der Vorbereitung auf Deine Gegner, speziell bei Dir im Kopf. Bist Du so ein Typ, der sich dann total abschottet vor den Kämpfen, je näher die rücken oder brauchst Du diese sozialen Kontakte? Bewusst Du bewusst nach Thailand gegangen, um hier in Deutschland nicht diese volle Aufmerksamkeit zu haben? Wenn Du hier in Deutschland in der O2 World kämpfst vor 50.000 bis 60.000 Leuten. Das ist ja schon krass ne? Nick: Also die Aufmerksamkeit habe ich ja letztendlich trotzdem. Man hat sich ja auch so ein bisschen darauf gestützt. Mir die Aufmerksamkeit - ich sag das jetzt mal so blöd - so in die Schuhe zu schieben. Das mache ich aber, wie gesagt, auch gerne. Da bin ich sehr dankbar für und das ist eben auch trotzdem eine Sache, die ich immer wieder ein bisschen unter Kontrolle halten muss. Denn ich mag diese Aufmerksamkeit natürlich auch. Ich bin jemand der trotz alle dem ein Perfektionist ist, was das Training angeht. Und dieses Mindset, gerade was den Gegner angeht… Man hat mich mal gefragt “Hasst Du Deinen Gegner?” Das war jetzt irgendwie eine Frage im Vorlauf auf meinen Kampf gewesen. Also das ist absoluter Blödsinn. Ich glaube, wenn ich Zeit im Kampf für solche Gedanken habe, dann habe ich einiges falsch gemacht. Du musst Dir vorstellen, so ein Trainingslager, das ist eine so intensive Erfahrung. Gerade auch, was das Gefühl des sich selber überwindens angeht. Gerade auch auf den letzten Metern, den letzten Wochen. Sprich, die Diät, die harten Sparringseinheiten, die harten Konditionseinheiten. Das kann nicht jeder. Viele sehen oft den Spaß und den Ruhm, den man so ein bisschen hat. Also viele wollen gerne mal in der Disko sich nicht anstellen müssen und sagen “ich bin der und der” und wollen durchgehen. Das wollen alle. Aber das harte Training, ich habe vor zwei Tagen erst im Strahl aus dem Ring rausgekotzt. Das sind halt die Sachen, die die Leute nicht so gerne selber erfahren wollen. Und dieses Mindset, das jeden Tag durchgemacht zu haben, das wirkt sich am Ende dann so aus, dass Du einfach funktionierst. Ich programmiere mich jetzt quasi acht oder neun Wochen auf einen Kampf, jeden Tag durch hartes, hartes Training, so dass ich am Ende das abrufen kann ohne darüber nachzudenken. Ohne eben diese Gedanken zu haben. Das heißt, wenn ich mich gut vorbereitet habe, was jetzt im letzten Kampf der Fall war, dann funktioniere ich am Ende noch. Dann bin ich absolut emotionslos bei dem was ich mache sondern dann funktioniere ich eben. Es gibt da so eine schöne Beschreibung: Dann ist man im Zen, dann ist man im Sein, dann ist man im Jetzt. Dann funktioniert man einfach ohne auch nur eine Millisekunde Zeit zu verschwenden. So sieht das aus. Meist äußert sich das auch in der Woche davor, dass ich unheimlich entspannt bin. Wenn ich weiß, ich habe alles gemacht, alles läuft, dann bin ich unheimlich entspannt. Das hat man jetzt auch in Berlin gesehen. Wir haben ja viel zu viel Spaß eigentlich gehabt. Mein Chef, Gerald Meine, von der Sicherheitsgruppe Berlin, der auch gleichzeitig quasi mein Manager und Berater und auch mein größter Beschützer, der hat ein Polizeiauto von der State Troooer aus Amerika gekauft und dann sind wir da durch Berlin gefahren und haben Halli Galli gemacht, damit jeder weiß, dass der Sergent ist. Marcus: Mit Blaulicht und so ne? Nick: Ja genau, mit Blaulicht. Die UFC war auch so gebufft davon und haben hinterher gesagt, das haben sie noch nie gesehen. Du musst Dir vorstellen, wir haben eine Nummer durchgezogen, als wäre ich Conor McGregor. Also die Leute am Alexanderplatz, die den Aufzug da gesehen haben, wie wir da mit Bodyguards und mit Polizeiauto reinmarschiert sind, die dachten, da kommt jetzt Michael Jackson höchstpersönlich. Das kann ich eben aber auch nur dann genießen, wenn ich wirklich mich voll und ganz der Sache - neun oder zehn Wochen - hingegeben habe. Marcus: Ja, das glaube ich auch, und ich glaube so etwas ähnliches hat auch der Boxer Mayweather gesagt. Da war kurz vorm Kampf jemand bei ihm in der Kabine und wusste jetzt nicht, ob er den überhaupt ansprechen kann oder so und da meinte er “ey komm, setz Dich, ich habe Zeit. Was ich jetzt nicht in der Vorbereitung mir erarbeitet habe, das hole ich jetzt auch nicht mehr auf in den letzten zehn Minuten”. Nick: Genau so ist es. Marcus: Der war mega entspannt. Nick: Ja, das ist so. Wir haben eben noch darüber geredet. Im Gang, in den Katakomben, als wir quasi im absoluten, größten Spannungsaugenblick, kurz bevor wir in die O2 Arena gegangen sind. Ich meine, da waren jetzt irgendwie 8000 bis 9000 Leute da, die auf uns gewartet habe. Ich habe gleich den wichtigsten Kampf meines Lebens und was haben wir in dem Gang gemacht? Wir haben ein bisschen Salsa getanzt. Wir hatten einfach bock auf Tanzen, weil die Musik gut war und einfach - ich weiß gar nicht, wie wir darauf gekommen sind genau. Aber wir haben es getan. Also nicht mit meinem Gegner, ja. Der war schon auf dem Weg ins Octagon, aber ich hatte ja noch ein bisschen Zeit. Das kannst Du eben auch nur, wenn Du wirklich entspannt im Kopf bist. Marcus: Ich habe ja auch schon ein paar Kämpfe von Dir vorher gesehen und jetzt natürlich auch den in Berlin. Da hat man dann auch gesehen, allein von Deinem Fitnesslevel oder so, was für eine krasse Steigerung Du jetzt in Thailand dann noch einmal hingelegt hast. Gerade auch zum Beispiel, was die Beinarbeit angeht, die ganzen drei Runden durch. Das war auch so einer der Hauptelemente an denen Du gearbeitet hast, oder? Nick: Das war eines der Hauptelemente, an denen ich gearbeitet habe. Und jetzt arbeiten wir wieder an etwas. Man ist immer nur so gut wie sein letzter Kampf. Ich möchte den letzten Kampf als Standard jetzt nehmen und möchte natürlich einen drauf setzen. Und ich will beim nächsten Mal wieder, dass die Leute sagen “Das hätten wir jetzt nicht erwartet”. Aber im positiven Sinne. Weißt Du, ich bin ein bisschen, was das MMA angeht, ein Spätstarter, aber irgendwie ging das bei mir jetzt immer kontinuierlich weiter. Und wenn ich irgendwie gemerkt habe, ich komme irgendwo nicht weiter, dann habe ich etwas geändert. Ich bin da einfach zu stur, um aufzugeben. Ich glaube mit dem Mindset und vor allen Dingen der Gnade des lieben Gottes, dass ich gesund bin und dass meine Familie gesund bleibt, könnte das jetzt ruhig noch so ein paar Jahre weitergehen. Marcus: Ja, von mir aus auch. Also ich werde Dich auf jeden Fall weiter beobachten. Nick: Also Deinen Segen habe ich schonmal. Dankeschön! Dann wird alles gut. Marcus: Weißt Du schon, wie lange Du jetzt in Thailand bleibst? Das hängt wahrscheinlich auch von dem nächsten Kampf ab, oder? Wann und wo der dann stattfindet? Nick: Genau so ist es. Ich darf vertraglich leider noch nichts sagen. Ich kann nur sagen, es gibt zwei Alternativen. Eine ist ein bisschen weiter weg bzw. von Deutschland ein bisschen weiter weg. Die andere Variante wäre Europa, wahrscheinlich. Das entscheidet sich jetzt. Beide Kämpfe werden super interessant für mich. Und ich würde das schon so machen, wie auch beim letzten Mal, dass ich bis kurz vor dem Kampf hier im Trainingslager bleibe. Marcus: Hast Du jetzt auch schon Deine Ernährung umgestellt? Also kochst Du gerade ab und wirst dann wieder leichter? Nick: Ich muss, ja. Marcus: Also ich habe Dich ja gesehen einmal beim Kampf in Berlin und dann kurz danach noch einmal im Tempodrom in Berlin und da waren dann schon, ohne Dir zu nahe treten zu wollen, 10 bis 15 Kg mehr drauf, ne? Nick: Also, Du willst jetzt sagen, dass ich Fett bin, ja? (beide lachen) Nein, Du hast schon recht, das waren locker 15 Kg mehr. Ich bin, wie gesagt, der Junge von neben an. Ich liebe, verdammt nochmal, Schokolade. Ich liebe es, Nachts aufzustehen und einfach etwas aus dem Kühlschrank rauszunehmen und mir das reinzudrücken. Ich habe das vorher schon so gemacht und ich mache das jetzt immernoch so, wenn ich kann. In der Vorbereitung kann ich es nicht mehr und das ist eben die Zeit, die jetzt halt wieder angebrochen ist. Ich brauche diese Zeit auch bis zum Wettkamp, um mit dem Gewicht runterzukommen. Marcus: Hast Du dann einen bestimmten Coach nur für die Physis? Gibt es dann Coaces nur für Kicken, nur fürs Boxen, nur für Bodenkampf? Nick: Ja genau, ich habe in Deutschland mit Jack, also Jakov Maximovic, jemanden gehabt, der sich der Sache angenommen hat. Und jetzt hier im Tiger Muay Thai habe ich _________. Das ist der blonde, gutaussehende, muskelbepackte Kerl, der auch in Berlin an meiner Seite war. Das ist jemand, der sowohl mein Fitnessprogramm für mich plant, aber auch einen großen Teil der Ernährung übernimmt. Und jetzt muss ich auch ganz ehrlich sagen, meine Frau. Meine Frau ist mittlerweile eine ganz feste Bank hinter mir. Gerade was die Diät am Ende angeht. Die hat sich unglaublich auch gemacht, was McGyvern - so nenne ich das - angeht. Also die kann locker ein 3 bis 4-Sterne Menü aus - ich sage mal - ein paar Zwiebeln, Lauch und einem Küchenmesser aus dem Hotel und einen weißen Fisch machen. Weil ich eben nicht die Buffets in den Hotels dann vor den Wettkämpfen sehen kann. Und wir bleiben dann meist im Zimmer und sie zaubert mir da etwas mit dem Wasserkocher und eben die Zutaten, die wir selber mitbringen. Sie ist da schon echt eine Bank. Marcus: Cool! Das klingt auf jeden Fall so, als ob Du perfekt aufgestellt bist für den nächsten Kampf und hoffe ich noch ganz viele andere Kämpfe, die auch noch kommen, ne? Nick: Ja ich denke auch, aber danke, ja. Marcus: Okay Nick. Vielen, vielen Dank für Deine Zeit. Ihr seid jetzt auch fünf Stunden vor Deutschland. Ich bin ja gerade mal wieder in Berlin, weil wir nächste Woche eine fette Konferenz machen. Und deshalb will ich Dich auch nicht mehr zu lange aufhalten, bevor Du schlafen gehst, ich glaube wir haben 23.00 Uhr. Also grüß Deine Frau, grüß Deine Family. Lass uns in Kontakt bleiben. Tausend Dank nochmal! Nick: Sehr sehr gerne! Danke, dass ich dabei sein durfte! Marcus: Ja sehr gerne. Vielleicht kannst Du noch mal Deine Facebook-Seite am Ende nennen, für die Leute, die jetzt auch an Dir interessiert sind oder allgemein am Sport MMA. Nick: Genau, also für alle, die mir folgen wollen oder mit mir in Kontakt sein wollen: nickheinmma ist der Begriff, den ihr sowohl bei Twitter, Instagram, aber auch Facebook eingeben könnt und dann findet ihr mich. Nick Hein MMA. Relativ einfach und relativ leicht zu merken. Marcus: Ich verlinke das auch noch einmal in den Shownotes zu diesem Podcast. Also in dem Sinne: Vielen Dank, wir bleiben in Kontakt und viel Erfolg für deinen nächsten Kampf ja? Nick: Super, hat mich gefreut! Dankeschön! Marcus: Gerne, ciao! Wenn Dir die Folge mit dem deutschen MMA Fighter Nick Hein gefallen hat, dann hinterlasse doch bitte eine Bewertung auf iTunes. Alle Links und Shownotes findest Du auf www.LifeHackz.de. Danke und bis bald! Dein Marcus. [/su_spoiler] [/su_accordion]

NickHein

Aug 3, 2015

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Interview mit katja Andes von ideacamp

Hey Leute was geht? Hier ist Berlin, hier ist LifeHackz und hier ist endlich auch der Sommer. Es wird gerade wieder richtig warm in Deutschland, gerade pünktlich zur DNX GLOBAL, die in 1,5 Wochen stattfindet, das heißt wir sind gerade in der heißen Vorbereitungsphase. Nicht desto trotz habe ich mich mega gefreut, dass Katja sich die Zeit genommen hat mit mir über eine Stunde auf LifeHackz zu quatschen. Katja ist die Gründerin von IdeaCamp. Das IdeaCamp macht Workshops und betreibt einen Coworking Space in Berlin Kreuzberg, direkt am Moritzplatz in der Nähe vom betahaus. Und der Coworking Space war auch unsere erste Anlaufstelle, nachdem Feli und ich aus Asien zurückgekommen sind, wo unser ganzer Digitale Nomaden Lifestyle gestartet ist und den Leuten vom IdeaCamp und speziell auch den Coworkern im Creative Loft, so heisst der Coworking Space haben wir sehr viel zu verdanken. Die haben uns auf das richtige Mindset gebracht, die haben uns gezeigt und vorgelebt wie man ein Unternehmen oder ein Business bootstrapped und nach dem Lean Start Up Ansatz, dass heisst mit wenig finanziellem Aufwand möglichst schnell hochzieht und an den Markt geht, um erste Feedback von den Teilnehmern zu bekommen. Und genauso sind wir auch heute noch unterwegs, wenn wir neue Projekt starten. Also freut euch auf diese Folge, es gibt viele Insights, es gibt einen Deepdive in das ganze Thema Business und Unternehmesgründung. Viel Spaß mit Katja! In dieser Folge lernst du:

  • Das Prinzip vom Bootstrapping.
  • Was die Idee von Sunny Office ist.
  • Wie man als Partner gut zusammenarbeitet.
  • Wie man seine Idee zu einem Business macht.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Meditationsapp

6 Phasen Meditation

Creative Loft

IdeaCamp

Betahaus

Strandschicht

Sunny Office

Active Collab

Trello

Idea Camp Onlinekurs

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hey Katja, cool, dass Du am Start bist! Katja: Danke Marcus, danke für die Einladung! Marcus: Gerne, wo bist Du gerade? Katja: Aktuell bin ich in einer Kleinstadt in Bayern, in Neumarkt in der Nähe von Nürnberg. Also ganz unaufregend, eigentlich. Marcus: Ganz unspektakulär, kannst Dich dort aber wahrscheinlich ganz gut konzentrieren und kreativ sein? Katja: Super gut. Wir haben hier gerade ein Wohnbüro. Das ist jetzt tatsächlich auch mein neuer Wohnort. Also, ich bin jetzt noch ein mal im Monat für eine Woche in Berlin, um Gespräche zu führen, zu Netzwerken, Inspirationen zu kriegen, aber sonst ist es hier super, weil Du echt Ruhe hast und wir fühlen uns gerade super wohl und können hier richtig produktiv und gut arbeiten. Marcus: Und wir heißt jetzt wer genau? Mit wem arbeitest Du? Katja: Das ist Bernhard, mein Lebenspartner und Geschäftspartner und ich. Also, wir haben uns jetzt entschieden mal nicht im Ausland rumzuhocken im Sommer, sondern mal hier zu sein. Das tut gerade sehr gut. Marcus: Echt gut. Ich kann das auch sehr gut nachvollziehen. Wenn Feli und ich immer so in ganz kleinen, abgeschiedenen Fischerdörfern sind, wo es am besten vielleicht nur noch eine Saftbar gibt, ein Supermarkt und ein Restaurant, wo man dann kaum noch Headspace verbraucht, um Entscheidungen zu treffen und sich dann voll und ganz auf seine Business-Sachen konzentrieren kann. Katja: Ja, also es ist immer wieder toll. Ich lebe das zwischendurch ganz bewusst, auch Tage wirklich nur mit Gesprächen zu füllen. Also wirklich Tage als Inspirationstage zu nehmen oder mal eine ganze Woche und nur Input zu sammeln und mich dann aber auch wieder zurückzuziehen. Das war die letzten zwei, drei Jahre schon so und das tut unglaublich gut. Marcus: Und wie oft bist Du noch in Berlin? Katja: Momentan so eine Woche jeden Monat. Also alle vier bis sechs Wochen bin ich Berlin und dann meistens so für eine Woche, um auch ausreichend Zeit zu haben, um Treffen zu haben, um auf ein paar Meet-ups zu gehen oder auch jetzt für die DNX Global. Wenn ihr die jetzt veranstaltet, bin ich auch wieder da und bleibe dann auch gleich ein paar Tage länger. Marcus: Okay, das heißt, Du triffst Dich dann auch mit den Gründern vom IdeaCamp, weil Du bist ja eine der Mitgründerinnen. Vielleicht erzählst Du da kurz etwas zum IdeaCamp und wie das alles gekommen ist? Katja: Genau, das IdeaCamp ist vor vielen Jahren entstanden. Da haben wir uns irgendwann mal gedacht, es gibt gar keine Stelle, wo man so richtig praktisch das Gründen lernt. Damals habe ich noch nebenher ein Master-Studium gemacht und habe da meine Mitgründer kennengelernt. Und wir wurden zum Businessplan schreiben erzogen und am besten noch einen Investor suchen und haben gedacht: “Das kann es doch nicht sein!” Da ist es das Beste, wenn man klein und schnell startet und schnell Feedback vom Markt bekommt, anstatt lange zu warten. Damals war ich natürlich auch von vielen Büchern inspiriert, wie die “4 Hour Workweek” oder auch  “Kopf schlägt Kapital” und haben einfach nach Formaten gesucht, keine gefunden und haben dann beschlossen “Hey, lasst uns das selber machen. Lasst uns einfach einen Workshop ausrufen für Leute, die auch am start sind; die gerne ihre Idee umsetzen wollen.” Und dann haben wir das, was wir damals schon gelernt hatten durch ein paar Fails, die einfach immer passieren, wenn man anfängt, zusammengefasst und weitergegeben. Und das gibt es immernoch und entwickelt sich immer weiter. Und so kam das IdeaCamp in Berlin zustande. Marcus: Und Du sagst gerade, bei euch in der Lehre in Mannheim war das, oder? Katja: Ja richtig. Marcus: Da wurde jetzt in der Theorie oder meintest Du jetzt vielleicht, dass man das nicht tiefer behandelt hat oder hat man gar nicht über den Aspekt des Bootstrappings oder des Startup Approach gesprochen oder gelehrt oder Infos zu gegeben? Katja: Also die Story ist eigentlich folgende: Ich bin witzigerweise über die Uni zum Gründen gekommen. Ich habe in der Uni über einen Kurs der Entrepreneurship heißt zum Beispiel Kalle kennengelernt. Das heißt, wir waren alle mal irgendwann an der Uni Mannheim. Und was Du da lernst ist eben, wir schreiben einen Businessplan, Pitch in, finden einen Investor und starten. Das ist völlig konträr zu dem, was wir uns damals parallel angelesen haben, zu den Erfahrungen, die wir gemacht haben. Weil wir gemerkt haben, dass es nichts bringt, lange zu warten; lange irgendwelche Zahlen runterzuschreiben, die nicht validiert sind. Das beste ist einfach klein und schnell zu starten. Und das war der Aspekt. Das heißt in diesem Studium damals, das mich glücklicherweise auch auf das Thema Gründen gebracht hat, war aber die Art und Weise, wie es vermittelt wurde nicht so, wie wir uns das gewünscht hätten. Das war wirklich der sehr klassische Weg, schreib diesen detaillierten Plan mit einem Investor. Das Thema Bootstrapping hat sich mittlerweile auch verändert. Das war ja damals noch recht neu, gerade im deutschsprachigen Raum. Das kam auch alles erst nach und nach in die Literatur, in die Blogosphäre usw. Und zu dem Zeitpunkt gab es da noch kein Thema Bootstrapping. Das Wort kannte damals auch noch keiner an der Uni. Und dementsprechend haben wir eben gesagt, wir machen jetzt unser eigenes Ding dadraus und machen etwas. Das war damals auch ganz klar ausgerichtet, non-profit nebenher, Workshops, um eine Plattform zu schaffen, damit Gründer zusammenkommen können und ihre Ideen im schnellen Zyklus und ganz praxisorientiert ohne Kosten - nämlich, indem man Marketingtools, die auch kostenfrei zur Verfügung stehen, Website Tools, die nichts kosten - einfach nutzt. Etwas was da ist und schnell raus geht. So kam es eigentlich. Marcus: Und das genau ist das Prinzip vom Bootstrapping, nur noch einmal erklärt. Dass man eben nicht nach Fremdkapital sucht und irgendwie sehr kompliziert Business-Pläne schreibt und konzipiert und auch vielleicht schon viel Zeitaufwand und Energie und vor allen Dingen auch Kohle in Prototypen steckt, die noch gar nicht am Markt getestet werden können. Katja: Genau. Letztendlich entsteht das aus eigenen Ressourcen, die Idee umsetzen  und auch wachsen lassen. Das heißt, in keine Abhängigkeit bringen. Das passt auch gut zu diesen Grundwerten, die wir alle haben. Nämlich Grundwert Nr. 1: Freiheit. Behalte einfach die Hoheit auch über Deine Idee. Ich will auch in keinen Projekten einen Investor drin haben, weil ich einfach der festen Überzeugung bin, dass es bestimmt ein paar Projekte gibt, da macht Fremdkapital an gegebener Stelle Sinn, aber es gibt Projekte mit Fremdkapital die nicht funktionieren. Also wo Du nicht Umsätze machen kannst und Kunden überzeugst. Und ich glaube einfach, dass es immer gut ist, solange es geht, unabhängig und selbstständig zu bleiben, ohne fremde Einflüsse, ohne Fremdkapital und einfach aus eigenen Ressourcen nachhaltig zu wachsen. Marcus: Ja, also Feli und ich leben das Prinzip ja auch zu 100%. Ich muss dazu sagen, ohne euch und ohne die Jungs und die Mädels, also Du und Deine Mitgründer vom IdeaCamp wären wir glaube ich nie so früh und so schnell in die richtige Gasse abgebogen. Gerade ich bin auch noch sehr vom Kopf unterwegs gewesen bin, als ich mich selbstständig gemacht habe, nach jahrelanger Prägung durch die Corporate Welt und insbesondere die Berliner Startup Welt, wo halt fett abgefeiert wird, wenn Du Deine riesen Finanzierungsrunde einfährst und die Bewertung noch mal durch die Decke schießt, was aber mehr oder weniger alles gepinnt ist oder gefaked ist, damit Du dann irgendwie noch mehr Geld einsammeln kannst, um noch mehr Geld zu verbrennen. Ich sage jetzt nicht, dass es grundsätzlich schlecht ist, aber es gibt halt viele Startups, die es nur nach diesem Prinzip machen und im Grunde viel heiße Luft und viele Marketingzahlen produzieren, um dann irgendwann Exit zu machen und einen Trümmerhaufen für die Leute, die es gekauft haben, zu hinterlassen - mit Absicht. Katja: Ja, die Fälle gibt es leider. Es gibt auch Fälle, da kann der Sale schon mal stocken, das ist so eine Wachstumsgrenze, aber ich glaube einfach, jeder der sich mit seiner Unternehmensgründung nicht nur sagt, ich will damit jetzt ein großes Business aufbauen, sondern ich weiß, warum ich das mache, das ist ein Thema, das mich begeistert und ich will hier etwas nachhaltiges schaffen und ich will mir damit vor allem Freiheit erschaffen, dann ist Bootstrapping der richtige Weg und auch der einzige Weg, aus meiner Sicht, den man auch wirklich kontrollieren kann und wo man noch alle Fäden in der Hand hat. Marcus: Ja absolut. Und wir kamen dann frisch aus Asien nach Berlin zurück und mussten uns erstmal selber sortieren und mal kurz realisieren, was da überhaupt passiert ist. Also wir waren irgendwie so unter dem Einfluss geflasht, ey cool, wir sind jetzt wirklich selbstständig und wir haben gerade die Freiheit, das tun zu können, worauf wir gerade Bock haben. Wir können jetzt jeden Tag 100 Domains registrieren und 50 Projekte starten und 40 davon wieder einstampfen und wieder 20 neue am nächsten Tag starten. Mit dieser Freiheit muss man dann auch erstmal umzugehen lernen, aber weil wir das so sehr wollten, diesen Lifestyle, waren wir auch entsprechend motiviert und haben dann auch Gas gegeben, wie die Irren. Wir haben uns ja genau in der Phase dann kennengelernt in Berlin. Katja: Genau. Marcus: Und das lustige ist auch, dass wir zuerst im Betahaus gewesen sind, weil wir das Betahaus natürlich dann kannten als größten Coworking Space und haben uns das angeschaut und eine Rundführung gemacht. Genau an dem Tag war auch die Conni Biesalski da und hat da geworkt oder war draußen und stand da rum. Da hab ich gesagt “Das ist doch die Conni”. Und da hatten wir auch von Conni schon gehört und gelesen, nachdem wir da in diesen Lifestyle auch reingewachsen sind, in das ortsunabhängige Arbeiten. Aber wir hatten mit ihr noch nie Live gesprochen. Dann haben wir sie einfach angequatscht. Conni war direkt super nett und super offen und hat uns, glaube ich, am Tag danach gefragt, ob wir nicht auch Bock haben im Creative Loft zu arbeiten. Katja: Ja genau, stimmt ja. Das ist wirklich enorm, dass nicht viele Leute irgendwie mittlerweile durchgewandert sind. Ich bin auch so happy, das war ja eigentlich nie als Coworking Space geplant. Wir wollten ja vor zweieinhalb Jahren erstmal nur ein kleines Büro für das IdeaCamp haben, wo wir Workshops machen können, wo wir mal unser ganzes Material lagern können. Dann war zum Glück der Raum zu groß, den wir gefunden haben, sodass dann so tolle Leute da zusammenkommen konnten. Das ist ja auch die Sache. Ich meine, wir sind zwar digitale Nomaden, aber trotzdem brauchen wir dann wieder so Orte, die uns zusammen bringen, wo wir uns dann gegenseitig inspirieren können. Ich bin happy, dass so viele Leute durch diesen Ort mal da waren und sich gegenseitig einfach beeinflusst haben. Marcus: Ja genau. Und man kann ja auch nur weiter wachsen, wenn man wieder Leute hat, die man sich zum Vorbild nehmen kann oder die nochmal neue Einflüsse auf Dich nehmen können und nochmal neue Aspekte in Dein Leben bringen, gerade den Business Aspekt. Da wurden wir von euch total inspiriert und auch angefixt, diesen Bootstrapping-Ansatz dann aber auch 100% zu gehen und zu verfolgen und sich nicht im kleinen Detail zu verlieren, wo wir da gerade unterwegs waren. Wir haben uns, glaube ich, auch einmal mit einem juristen getroffen, um die AGBs aufsetzen zu lassen für ein Produkt, was es noch gar nicht gab. Wo wir noch gar keine Preise hatten, aber Hauptsache erstmal Visitenkarten haben. Die haben wir uns dann auch erstmal ganz wichtig drucken lassen. Ja, da wollten wir dann irgendwie viel Geld für irgendwelche Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeben, die im Zweifel dann vor Gericht dann irgendwie keinen Wert haben und waren also nicht so cool unterwegs, wie wir jetzt eigentlich unterwegs sind, wo wir sagen “hey, das fühlt sich gut an, wir starten jetzt einfach mal und um den Rest kümmern wir uns dann, wenn es aufpoppt oder wenn es dann halt so heiß ist, dass man sich darum kümmern sollte. Katja: Ja, aber ich glaube, diesen Fehler macht jeder am Anfang, oder? Man hat dann Glück, wenn man ganz viele Beispiele kennt, die einen warnen, aber irgendwo tappt man trotzdem rein. Wir haben vor dreieinhalb Jahren mit ein paar Leuten zusammen eine GmbH gegründet, die wir dann ja liquidiert haben. Das macht keinen Spaß! Deshalb würde ich jedem empfehlen erst eine Gesellschaft zu gründen, wenn wirklich klar ist, das Ding funktioniert und es braucht auch eine Gesellschaft. Es gibt so ein paar Fehler, die muss man einfach nicht nochmal machen. Aber es ist wichtiger, dass man darüber erzählt, dass möglichst viele Menschen davor bewahrt bleiben und den direkten Weg gehen können. Marcus: Ja, bei mir war es glaube ich, auch ganz klar noch so eine Mindset-Geschichte. Weil ich in der Corporate Welt so lange dann unterwegs war, wo es dann auch viel darum ging, was für eine Position hast Du, wieviel Adcounts hast Du unter Dir, wie ist Dein Salary, was für eine Karriere hat der, in welchen Companies hat der gearbeitet. Da war natürlich auch der Job-Titel enorm wichtig, was heutzutage eigentlich totaler Quatsch ist. Aber damals war es für mich echt enorm wichtig, Visitenkarten drucken zu können, wo irgendetwas mit CEO oder Founder oder was weiß ich drauf stand. Und heutzutage habe ich gar keine Visitenkarten mehr. Katja: Du hast im IdeaCamp aber auch witzigerweise niemals Visitenkarten drucken lassen, oder? Also ich habe bis heute noch keine. Für alle weiteren Projekte habe ich dann welche gemacht, weil es einfacher ist auf Events, wenn Du Leute kennenlernst. Weil ich mich dann irgendwann dem Usus, dass man Visitenkarten austauscht gebeugt habe. Aber beim IdeaCamp gibt es nach wie vor keine. Also da hat sich die Tradition gehalten. Marcus: Das ist bei uns genauso. Wenn wir auf Business-Events sind, dann guckst Du mal in Facebook oder Linkedin. Spätestens da wird ja jeder unterwegs sein und Accounts auch so finden, weil Visitenkarten produzieren im Grunde ja auch wieder Müll, den man entsorgen muss irgendwann. Wie war das denn, als ihr vier gegründet habt? Habt ihr eine GbR gegründet als IdeaCamp oder war das eine GmbH, die ihr dann liquidiert habt? Katja: Wir haben als IdeaCamp eine UG gegründet. Wir hätten es aber eigentlich nicht gebraucht. Wenn man ehrlich ist, hätte das IdeaCamp auch einfach eine GbR sein können. Aber zu dem Zeitpunkt damals haben wir irgendwie gedacht, das wäre sinnvoll. Die GmbH war nochmal ein ganz anderes Projekt. Das wurde davor gegründet. Nee, das ist tatsächlich dann schon eher vier Jahre her. Da wollten wir mal ein eLearning Portal machen. Also das war völliger quatsch, weil wir eigentlich ein riesiges Konzept hatten und PowerPoint-Schlachten und haben dann gedacht, wir brauchen erstmal eine GmbH, bevor wir das Produkt launchen können und haben sogar Leute - das musst Du Dir mal überlegen - NDAs unterzeichnen lassen und so Geheimhaltungserklärungen, um mit denen das Projekt zu besprechen und Feedback zu bekommen. Also völliger Mist. Aber da muss man durch und als dann das IdeaCamp entstanden ist, dann haben wir auch das andere Ungetüm liquidiert, weil wir dann irgendwie gemerkt haben, dass das gar keinen Sinn macht so vorzugehen. Ab jetzt haben wir nur noch schnelle Tests. Wenn man Ideen diskutiert, am besten mit so vielen Leuten wie möglich und nicht irgendwie eine Geheimhaltungserklärung. Das ist völliger Quatsch. Genau, aber das war damals eine UG, hätte aber auch eine GbR sein können. Das ist aber auch nicht schlimm, dass es eine UG ist. Das ist völlig neutral. Marcus: Also UG finde ich eigentlich völlig in Ordnung. Ich bin ja auch als Einzelunternehmer gestartet, als ich auch schon nebenbei, neben meinem Corporate Job so die ersten Side-Projects gemacht habe als Freelancer, da muss man sagen, das ist eigentlich eine ganz coole Sache in Deutschland für die Unternehmer. Dass man ziemlich fix starten kann als Einzelunternehmer und sich auch von der Umsatzsteuer als Kleinunternehmer befreien lassen kann, um dann irgendwann eine UG zu gründen, die Force M UG, und da habe ich dann, ich glaube, 500,00 € reingelegt als kleine Kapitalgesellschaft, um das noch besser trennen zu können. Katja: Ja, das war bei uns damals auch so. Wir haben gemeinsam 500,00 € eingelegt. Das war ein recht schneller Prozess. Die Buchhaltung ist aufwändiger. Also wer heute startet, dem würde ich wirklich empfehlen, sich genau zu überlegen, brauche ich eine UG. Weil, was wir wirklich teuer und aufwendig ist, ist die ganze Buchhaltung. Das muss man sich wirklich überlegen, da würde ich wirklich drüber nachdenken. Sind es wirklich Produkthaftungsthemen, habe ich da eine relevante Haftung, die ich abwehren will von mir persönlich oder gibt es irgendwie ein persönliches Vermögen, was ich da schützen muss. Wir haben damals einfach die UG gegründet, weil es letztendlich nahe lag. Marcus: Und als ihr gegründet habt, da wart ihr vier Gründer? Katja: Damals fünf. Wir waren fünf am Anfang. Einer ist dann irgendwann raus, weil er sich entschieden hat, noch einmal in einem größeren Unternehmen Erfahrung zu sammeln, weil er damals noch nicht in der Corporate Welt unterwegs war. Dann waren wir noch zu viert und haben das dann, wie gesagt, die letzten Jahre fortgeführt. Aber das Leben ändert sich auch so, einer ist von uns mittlerweile Papa geworden. Das heißt, da bin ich jetzt diejenige, die das IdeaCamp weiterführt, weil sich die Prioritäten einfach verschieben von jedem. Marcus: Wie lange ist das jetzt her, drei Jahre? Katja: Vier Jahre. Marcus: Vier Jahre in der Welt und in der Szene, das ist ja schon wie Dekaden. Katja: Ja eine Menge. (beide lachen) Marcus: Das ist schon eine halbe Ewigkeit. Worauf ich hinaus will ist, das generiert auch bestimmt ganz viele Herausforderungen und Challenges, wenn man zu viert an einer Idee arbeitet und vier verschiedene Menschen haben wahrscheinlich auch vier verschiedene Vorstellungen, in welche Richtung das Unternehmen gehen soll; in welche Richtung die Workshops gehen sollen. Wart ihr da alle gleichberechtigt erstmal, von den Shares? Und wie habt ihr es gemacht, wenn Put-Situationen entstanden sind? Wie habt ihr das überhaupt mit dem Income gemacht, wie wurde das aufgeteilt? Habt ihr da irgendwelche coolen Modelle oder Empfehlungen? Katja: Also generell, was ganz wichtig ist, wir waren sehr gut befreundet, bevor wir gegründet haben. Ich würde immer empfehlen, wenn man mit jemandem gründet, man muss den Menschen sehr gut kennen. Das ist erstmal wichtig. Dass die Grundphilosophie gleich ist. Das IdeaCamp würde ich jetzt auch nicht mit einem normalen Unternehmen, was auf Profit arbeitet, vergleichen. Wir haben uns am Anfang vorgenommen, dass ich das Ding erhalten soll. Also, dass die Gesellschaft sich selbst erhalten können soll, auch wenn es eine UG und nicht als non-profit ausgewiesen ist, full-profit war trotzdem nie das Ziel. Als wir angefangen haben das so groß zu machen, dass wir davon leben können. Wir hatten immer die Philosophie, wir ernähren uns aus anderen Einnahmequellen, aus unseren eigenen Unternehmen und geben das, was wir lernen, weiter. Weil wir eben von Anfang an gesagt haben, wir werden nicht eine von diesen Firmen oder diesen Coaches, die sagen “ich bringe Dir bei, wie Du Dein Business gründest und verdiene damit mein Geld”. Das war immer ausgeschlossen für uns. Deshalb war es immer wichtig, dass das IdeaCamp unser “Nebenher-Projekt” ist. Das heißt, es war nie ein Vollzeit-Ding und dementsprechend haben wir es so betrieben die letzten Jahre, dass wir gesagt haben, wir machen gemeinsam Projekte. Es gab da zum Beispiel anfangs einen Workshop-Fortmat, das wir gemeinsam entwickelt haben. Dann haben wir irgendwann ein großes Event gemacht haben. Da waren es dann mal 80 bis 100 Leute, die dann bei unseren Events waren. Und da haben wir wirklich als Team gemeinsam die Aufgaben verteilt und gestemmt. Da gabe es dann vielleicht irgendwo auch mal Diskussionen. Der andere hat mal eine andere Richtung gehen wollen, aber es war immer demokratisch. Wir haben unterschiedliche Meinungen immer sehr demokratisch entschieden. Und mit dem Thema, dass wenn etwas übrig war, also wenn wir jetzt gesagt haben, wir machen ein großes Event, was natürlich auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, dann haben wir uns auch einen kleinen Teil ausgeschüttet. So ist es nicht. Wir haben schon eine kleine Aufwandsentschädigung. Das ist sehr ungewöhnlich für andere Firmen. Wir haben uns danach zusammengesetzt und einfach 10 bis 15 Minuten darüber gesprochen, wer hat welchen Teil verdient und haben uns gegenseitig gefragt, was man halt denkt, wer welchen Teil an Mehrwert beigetragen hat. Da hat es nie Streit gegeben. Weil es halt nie das Ding war, was uns ernähren musste. Das war immer so ein bisschen Coaching-Gehalt, was dann vielleicht noch hinten runterfiel und dementsprechend haben wir da immer eine gute Einigung gefunden. Mittlerweile ist es so, dass wir im Team immer die Verantwortung ein bisschen verteilt haben. In den letzten zwei Jahren war immer einer, der den Lead für das Projekt übernommen hat. Damit halt einer den Gesamtüberblick hat, gerade weil es nur ein Nebenher-Projekt war. Mein anderer Teamkollege, der Kalle, der ist jetzt Papa geworden und jetzt habe ich das übernommen. Aktuell ist es auch so, dass bei den anderen sich gerade die Priorität verschoben hat. Das heißt, die sind jetzt auch in anderen Projekten unterwegs und sie haben gerade nicht wirklich Zeit dafür. Da war so die Frage, was machen wir damit? Da haben wir jetzt als Team entschieden, dass die drei sozusagen als Coaches mit dabei bleiben, aber nicht mehr aktiv in der Geschäftsführung in der UG sind. Ich übernehme das jetzt gerade, weil ich einfach unglaublich viel Lust habe und auch gerade richtig viele neue Ideen, wohin sich das weiter entwickeln kann. So entwickelt sich halt irgendwie das Unternehmen auch mit uns weiter. Die anderen Drei haben jetzt gerade sozusagen andere Prioritäten, was die Felder wo sie Business machen angeht oder auch privat einfach. Und bei mir passt das gerade super. Ich habe mir da auf jeden Fall vorgenommen, da noch viel Zeit reinzustecken. Marcus: Perfekt und cool, dass das nicht stirbt oder untergeht, weil wir beide, also Feli uns ich, haben mit dem IdeaCamp-Team mega viel zu verdanken. Und wir werden uns immer wieder zurückerinnern, so nach dem Motto: Wie war das noch damals im Sommer 2013 als wir aus Asien zurückgekommen sind und irgendwie noch keinen Plan hatten, aber unbedingt wollten. Und wer uns da in die Spur gebracht hat und wer uns inspiert hat. Hammer, wirklich! Also vielen, vielen Dank dafür nochmal! Katja: Ja vielen Dank, dass Du mir das erzählst! Mir war überhaupt nicht bewusst, dass das für euch auch die richtige Richtung war, das Ding. Das freut mich total! Ich bin so stolz auf euch, was ihr so auf die Beine stellt. Ich finde es schön zu sehen, was ihr da für eine große Community kreiert. Marcus: Danke! Katja: Und das ist einfach cool, wenn wir da so einen kleinen Impact am Anfang hatten, dass ihr vielleicht nicht beim nächsten Anlauf AGBs machen zu lassen, sondern den einfachen Weg gegangen seid. Das ist ziemlich cool! Marcus: Ja genau. Das wart ihr dann schuld. Ihr habt das genau richtig gemacht. Und wie Du schon sagtest, es gab einfach nicht viel in Deutschland. Klar kannten wir da auch die Bücher 4 Hour Workweek, Kopf schlägt Kapital oder dieses “100$ Startup” und die ganze Literatur, aber es gab irgendwie kaum jemand, der einem das so direkt vorgelebt hat. Und auf einmal kam dann da das Creative Loft und dann saß da die Conni, die ja auch ähnlich unterwegs gewesen ist. Dann warst Du da, der Thomas, der Leute mega inspirieren kann und soviel know-how auf dem Gebiet hat. Alleine die paar Gespräche mit den Leuten, die man da geführt hat. Ich glaube in dem einen Gespräch, das hat über eine Stunde gedauert, bin ich mehr gewachsen, als in einem halben Jahr in einem Unternehmen in zig tausend Meetings. und Masterminds, die am Ende nicht viel gebracht haben. Von daher also Danke nochmal! Wie Du schon sagtest, ist das IdeaCamp mehr so ein Leidenschaftsding gewesen und es kam aus dem Innersten bei euch heraus, um anderen zu helfen. Aber das Geldverdienen habt ihr ja dann über andere Projekte gemacht. Thomas und Bastian zum Beispiel dann mit Strandschicht oder Du mit Sunny Office. Was genau ist Sunny Office und wie bist Du auf die Idee gekommen? Katja: Ich war lange bei einem großen Konzern und bin dann da vor drei Jahren ausgestiegen und dachte mir, jetzt habe ich keinen Bock auf Winter, ich gehe erstmal in den Süden. Und dann war ich in Spanien, saß da alleine rum und dachte mir so, okay, alles nett hier. Habe es jetzt auch irgendwie geschafft, eine gute Internetverbindung zu haben, aber irgendwie fehlt mir hier gerade die Gemeinschaft. Und dann kam mir die Idee mit Sunny Office. Also Events für andere Freiberufler und Unternehmer aus ganz Europa, die sich für eine Zeit von zwei, drei Wochen an einem schönen Ort am Meer treffen und dort gemeinsam Arbeiten, Netzwerken und Coworken. So entstand das. Und dann gab es vor ungefähr zwei Jahren das erste Event. Marcus: Wo war das? Katja: Und heute macht Sunny Office eben einerseits diese Events für Freiberufler/Unternehmer, Coworking, Coliving in Südeuropa, in einer tollen Umgebung. Und andererseits, das wird auch ein Anliegen, die Arbeitskultur in Unternehmen, die es natürlich schwerer haben, als ein Einzelunternehmer oder jemand der schon online arbeitet, auch zu verändern. Und deshalb wandle ich das Modell auch Richtung Unternehmen. Das heißt, ich biete auch Team Retreets an und einfach die Möglichkeit für ein ganzes Unternehmen oder eine Abteilung das Sunny Office als Umgebung zu nutzen. Und es ist mir halt ein Anliegen, denen zu helfen , ihre Arbeitskultur auch ein Stück weit flexibler zu machen, offener zu gestalten. Einfach den Mitarbeitern auch die Möglichkeit zu geben, die Flexibilität, die wir ganz selbstverständlich leben auch in einem Company-Umfeld nach und nach zu integrieren. Marcus: Klingt sinnvoll. Klingt auf jeden Fall super, super gut. Kannst Du uns mal so einen Beispieltag geben? Wie das so in dem Office abläuft, wenn ich da jetzt Teilnehmer bin? Katja: Also in der Regel stehst Du morgens auf. Es gibt morgens auch schon eine Gruppe, die geht am Strand laufen. Da kann man sich anschließen, wenn man Frühaufsteher ist. Gegen 8.00 Uhr, 9.00 Uhr trifft man sich dann zum Frühstücken. Da ist dann jemand vom Sunny Office Team, der Frühstück vorbereitet und dann startet jeder so in seinen Tag. Das heißt, beim Frühstück tauscht man sich dann schonmal aus, was sind heute die Tagesziele? Dann ist der Tag produktiv. Oft gibt es dann mittags noch einmal eine Gruppe, die sich für ein bisschen Mittagssport zusammenfindet und nochmal ein bisschen Energie sammelt oder mal in den Pool hüpft. Und am Abend haben wir zwei Punkte, die immer sehr wesentlich sind. Das eine ist jeden Abend kocht jemand anderes für die Gruppe. Das ist einfach ein total schöner Prozess. Beim Kochen lernt man sich gut kennen. Einer kann immer etwas kreieren für alle. Und danch oder davor, je nachdem wie die Gruppe tickt, setzen wir uns dann zusammen und nehmen uns dann eine oder eineinhalb Stunden Zeit, für ein bis zwei Leute aus der Gruppe. Das heißt, die Teilnehmer präsentieren dann, was ihr aktuelles Projekt ist, ob sie gerade ein Problem haben oder wo sie Feedback zu haben möchten. Und dann denken alle gemeinsam für dieses eine Projekt mit, Brainstorming, dokumentierendes. Marcus: Cool, also so eine Art Hot Seed. Katja: Richtig. Das heißt, das ganze Event geht darum, dass man sich Ziele steckt, sich gegenseitig hilft. Wir haben auch manchmal Sessions, wo einer nur seine Learnings weitergibt oder die Leute in ein bestimmtes Thema einarbeitet, für das er Experte ist. So läuft da ein Tag ab. Abends dann einfach noch gemütlich zusammensitzen und den Abend ausklingen lassen und dann irgendwann schlafen gehen. Marcus: Und wie lange dauert in der Regel ein Sunny Office? Oder ist das stable, ist das permanent irgendwo oder ziehst Du durch die Welt und machst überall an verschiedenen Orten Sunny Offices? Katja: Wir  haben verschiedene Standorte. Wir haben Standorte, wo wir immer wieder hingehen. Die haben sich einfach in den letzten Jahren herauskristallisiert. Wo wir immer wieder gerne hingehen, ist bei Barcelona, Andalusien, in der Nähe von Lissabon. Das sind so ein paar Lieblingsorte, die sich entwickelt haben, auch auf den Kanaren. Das heißt, wir haben keine stationären Orte, sondern wir ziehen dann durch Südeuropa momentan. Es gibt dann im Jahr fünf bis sieben Events, die dann an den einzelnen Standorten sind und die dauern dann in der Regel zwischen zwei und drei Wochen. Marcus: Cool, klingt richtig gut. Wie ist das bei Dir persönlich? Kannst Du sagen, wieviele Stunden Du in der Regel am Tag arbeitest und wieviele Stunden Du nicht arbeitest? Oder sind die Grenzen da fließend? Katja: Ich würde sagen, momentan habe ich mir eine ziemlich fixe Struktur gegeben, weil ich das gerade mag. Es kommt wirklich darauf an, wo ich gerade bin. Ich würde sagen, in der Regel arbeite ich vielleicht zwischen sieben und acht Stunden pro Tag. Es kann auch mal mehr und auch mal weniger sein. Wir waren jetzt erst kürzlich zwei Monate in Spanien. Und da kam es natürlich ganz drauf an. Es gab dann Tage, da sind wir irgendwie umgezogen oder sind von einer Location in die andere gewandert oder haben dann erstmal die neuen Orte erkundet, wo wir dann waren. Und dann schrauben wir natürlich den Workflow bewusst runter, um einfach Zeit für den Ort zu haben. Aktuell jetzt in der Phase hier in Bayern, hier kennen wir alles, hier sind auch trotzdem einige persönliche Treffen, aber die Arbeitszeit ist momentan schon sehr strukturiert. Also ich stehe irgendwann mal morgens auf, bin dann so gegen 9:00 Uhr oder so am Schreibtisch, nachdem ich ein bisschen Sport gemacht habe und dann schauen wir eben, dass wir auch nicht zu lange arbeiten. Also wir gucken dann, dass wir irgendwann auch Feierabend haben und geben uns so eine Struktur, die zu unserem persönlichen Rhythmus passt und wo wir gut produktiv sein können. Marcus: Ja, ich glaube, das ist ganz wichtig für jeden, der selbstständig ist und gerade auch der, der anfängt. Dass man da eine gewisse Struktur in seinen Tag bekommt, um produktiv zu sein. Katja: Ja, und das hat auch wirklich lange gedauert. Ich glaube jeder, der aus einem Job rausgeht und sich selbstständig macht, braucht erstmal eine zeitlang, um herauszufinden, was ist eigentlich ein guter Ablauf für mich. Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Dir war, aber ich habe viel experimentiert. Also von morgens ganz früh, 5:00 Uhr, 6:00 Uhr aufstehen, morgens Sport, in der Mittagspause Sport, zuhause arbeiten, im Coworking arbeiten, mixen, mal Café, mal zuhause. Ich habe alles mögliche ausprobiert. Mittlerweile bin ich ein riesiger Home Office Fan geworden. Wenn ich einen guten Schreibtisch zuhause habe, mache ich gerne mal zwischendurch Abwechslung, indem ich mal in ein Café gehe für eine Arbeit. Ich gehe zwischendurch immer wieder spazieren. Ich gucke, dass ich regelmäßig draußen bin über den Tag verteilt. Das hilft mir ganz enorm. Das sind alles Dinge, die muss man so rausfinden für sich, was da ein guter Rhythmus ist. Marcus: Ja, da hast Du recht. Genau das Thema hatten wir auch. Da habe ich auch viel experimentiert. Was ist das beste Setting für mich? Wie kann ich am besten arbeiten? Und das sollte man auch nicht unterschätzen, aber auch nicht zu hoch hängen. Am Anfang ist es, glaube ich, wichtig, überhaupt mal etwas zu machen und loszulegen, wenn man selbstständig ist und zu schauen, wie fühlt sich das überhaupt an, soviel freie Zeit zu haben, vermeintlich freie Zeit. Und wie kann ich die dann auch nutzen, wenn man es ja eigentlich von dem alten Leben so kennt, dass wenn man mal freie Zeit hat, dann muss man ja entspannen, man muss chillen, man muss - keine Ahnung - Party machen gehen oder am Wochenende Fernsehen gucken, den ganzen Tag. Und auf einmal bist Du für Dich selber verantwortlich, diesen Tag so zu strukturieren, dass am Ende auch etwas vernünftiges bei rumkommt. Du willst ja auch irgendwie einen Impact auf andere Menschen haben oder einfach nur Geld verdienen. Oder Du musst auch irgendwie Geld verdienen dann. Katja: Eine der größten Herausforderungen, wie ich gemerkt habe, wie man produktiv ist, ist zu lernen, wie man entspannt. Das Thema hatte ich auch die ersten zwei Jahre, wo ich dann Methoden für mich gefunden habe, oder die Abläufe, um zu wissen, okay, heute kriege ich alles in meinen Tag, was ich drin haben möchte. Und dann war es eine riesen Herausforderung abschalten zu können. Das ist die nächste Herausforderung, die man hat. Und mittlerweile sage ich, wir machen feste freie Tage. Also ein Tag die Woche soll frei sein. Das ist so eine Regel. Wir schaffen es nicht immer, aber da versuchen wir jetzt, dadurch dass wir auch zu zweit als Partner viel zusammen arbeiten - das ist ja bei euch ähnlich, dass ihr auch gemeinsam arbeitet an den Dingen - da muss man noch ein bisschen streng mit sich sein und sagen: okay, heute ist frei. Das müssen wir machen, damit das alles nachhaltig ist und wir gut produktiv sein können. Marcus: Ja Du und Bernie, ihr kennt das wahrscheinlich auch. Dann hängt man ja schon sehr viel aufeinander und zusammen, gerade auch wenn man zusammen ein Business macht, und irgendwann kommt so ein Punkt, da kann man dann kurz nicht mehr und will nicht mehr und geht in die Küche, will sich vielleicht irgendetwas zu essen machen und der andere hat aber auf einmal so eine mega geile Idee und man denkt, das ist die Idee des Jahrtausends. Die muss ich direkt loswerden und dem Marcus erzähen. Und da prallen dann echt Welten aufeinander. Das hat großes Konfliktpotential. Ich weiß nicht, wie ihr es gemacht habt. Weil momentan sind wir soweit, dass Feli und ich uns über die Wunderlist koordinieren. Da machen wir für jedes Projekt noch einmal eine eigen Unterliste. Und da gibt es noch eine Liste “Jour Fix” und da kann man dann alles abladen, was man gerade so an Ideen hat, was man mit dem anderen besprechen möchte, dass man ihn dann auch nicht rausreißt. Manchmal ist man ja richtig gut im Tunnel drin und schafft richtig viel weg und dann wäre es total scheiße, wenn der andere Dich da wieder rausholt. Und deshalb schreiben wir da alles rein und machen dann regelmäßig diese Jour fixes, wo wir dann einen Punkt nach dem anderen besprechen. Das hilft total, wenn man diese Liste hat und mal kurz seine Idee irgendwo loswerden kann, auch wenn es erstmal digital in der Wunderlist ist und weitermachen zu können ohne dem anderen auf den Sacke gehen zu müssen. Katja: Ja, spannend. Institutionalisiert seid ihr da ja. Echt cool. Bei uns ist es eher so, wir haben auch so ein gemeines Projektmanagementtool. Da laufen zwei Projekte drüber, aber da läuft nicht alles drüber. Das heißt, beispielsweise Sunny Desk habe ich darüber nicht laufen. Das habe ich separat nochmal. Marcus: Welches Projektmanagementtool habt ihr da? Katja: Das heißt Active Collab. Das ist keins, was man so kennt. Das ist ein Tool, was man sich einmal einkauft und auch auf dem eigenen Server installiert. Das haben wir genutzt, weil wir das auch als Plattform oder als Softwarelösung für Einzelprojekte, die wir gemeinsam machen, nutzen. Und das heißt, das hat so mehrere Funktionen, deshalb nutzen wir das. Das ist aber auch eine ganz normale Cloud-Lösung. Das heißt, Du machst alles online. Du kannst alles gemeinsam einsehen und Teams mit verwalten. Das ist echt ein schönes Tool. Ich glaube, die Momente, wo wir uns da austauschen, sind vor allem gemeinsame Spaziergänge. Wir schauen, dass wir mittags oder abends gemeinsam eine Runde rausgehen und spazieren oder laufen gehen. Und das sind so die Momente, wo wir uns über alles mögliche, was noch so im Kopf ist, austauschen. Marcus: Okay, das heißt, Du hast Dich davor so gut im Griff, dass Du nicht rausplatzen musst und zum Bernie rennst, wenn Dir morgens irgendetwas cooles einfällt beim Frühstückmachen? Katja: Das kann passieren, aber es hat noch nie zu einem Konflikt geführt. Also ich glaube, bisher hat das ganz gut funktioniert. Aber wer weiß, vielleicht brauchen wir unsere Jour fixes und gemeinsame Listen, aber noch klappt´s. (beide lachen) Mal gucken, wer weiß? Gut, dass ihr schonmal ein Tool gefunden habt. Marcus: Ja auf jeden Fall. Wenn ihr dann mal weitere Hilfe braucht, dann wendet euch gerne vertrauensvoll an uns. Wir haben da echt viel ausprobiert und viel gemacht mit To-Do-Listen und Wunderlist. Wir bauen ja jetzt auch langsam ein virtuelles Team auf für unsere ganzen Projekte, weil wir es alleine nicht mehr schaffen. Und da nutzen wir gerne Trello, was auch richtig gut funktioniert, um organisiert zu bleiben. Zum Thema Morgenroutine oder Struktur überhaupt für den Tag, da habe ich auch super viel getestet und mittlerweile sieht mein Setting wirklich so aus, dass ich mit der Sonne aufstehe, also immer wake up with sunrise. In Berlin ist das jetzt gerade 05:05 Uhr. Da stelle ich mir dann den Wecker. Mittlerweile muss ich den auch gar nicht mehr stellen, weil ich von selber wach werde, wenn die Sonne aufgeht. Und ich das total genieße, wenn es um mich noch total still ist und auch noch nicht viel los ist und auch nicht viel passiert und ich ganz in Ruhe erstmal meine 7-Minute App machen kann. Das ist auch so eine Sport App. Danach meditiere ich 15 Minuten, dann mache ich mir mein Frühstück und dann mit dem most important Task bzw. davor mache ich dann noch das 5-Minute Journal. Kennst Du das? Katja: Ja das kenne ich. Da einfach mal die Gedanken runterschreiben. Marcus: Ja genau. Das ist super useful auch, um in einen positiven Mindset zu kommen. Dann wird da abgefragt, wofür bist Du dankbar oder was möchtest Du heute gerne schaffen oder was würde den Tag zu einem richtig guten Tag machen? Sodass man sich da schonmal so ganz langsam damit beschäftigt, was passiert heute alles? Um dann loszulegen. Also das ist im Moment so das Setting, was bei mir am besten funktioniert, aber das muss jetzt auch nicht in Stein gemeißelt sein und für die Ewigkeit. Katja: Also, das ist ja immer im Fluss, ne? Gerade habe ich auch viel mit Meditation. Sport ist gerade über den Tag verteilt. Das kommt immer darauf an, wie die Agenda ist. Das mache ich gerade ein bisschen nach Lust und Laune. Ich hatte auch mal eine Zeit, da bin ich jeden Morgen laufen gegangen. Das kommt immer so ein bisschen auf die Jahreszeit an, wo man gerade ist. Was wichtig ist, ist für mich diese Fokuszeit morgens. Aktuell habe ich so eine Meditation gefunden über eine gute Freundin, die Jeannette. Die kennst Du ja auch. Die hat jetzt einen Blog, in dem sie unter anderem das Thema Meditation aufgreift. Die hat eine ganz tolle App empfohlen von Vishen Lakhiani. Das ist auch der Gründer vom Awesomness Fest oder Mindvalley Academy. Und er hat so eine schöne Meditation, die heißt Six Face Meditation. Da wirst Du durch verschiedene Stufen durchgeleitet. Da geht es unter anderem auch darum, was beinhaltet Dein Tag? Wie muss Dein Tag aussehen, damit Du Deine Visionen in drei Jahren erreichst? Und das ist immer eine schöne Verbindung zwischen Wo will ich hin? Was spornt mich wirklich an und was muss ich heute tun? Was ist wirklich wichtig, damit ich genau dahin komme? Marcus: Und das ist dann eine geführte App, die Dir dann über Audi, also über eine Stimme sagt, woran Du jetzt denken sollst oder was? Katja: Das ist eine geführte Meditation und das sind so 15 bis 20 Minuten, die Du dafür brauchst. Das findet man unter anderem auch auf Youtube. Ich kann Dir da gerne einen Link schicken, den Du dann auch wieder posten kannst. Marcus: Genau, den verlinken wir auf jeden Fall in den Shownotes. Katja: Also, das ist eine geführte Meditation und da wirst Du durch mehrere Phasen durchgeführt. Also von Dankbarkeit oder eine Vision schaffen und sich den perfekten Tag vorstellen, um dann eben wirklich fokussiert zu starten und die hilft ganz gut als schönen Einstieg in den Tag auf ganz verschiedenen Ebenen. Marcus: Und Sport machst Du dann immer je nach dem wo Du gerade bist? Ich weiß ja, Du bist mega sportlich. Katja: Derzeit gehe ich auch ab und zu mal ins Fitnessstudio, wenn es eher so Richtung Krafttraining geht und ansonsten ist mein Lieblingssport Laufengehen. Momentan ist es tatsächlich ein bisschen in den Hintergrund gerückt, weil ich mir kürzlich eine fette Erkältung geholt habe. Das ärgert mich immer so, wenn man zwischendurch so rausgerissen wird. Marcus: Gerade, wenn man so voll im Flow ist, ne? Katja: Ja, aber trotzdem. Also am liebsten einfach eine Runde laufen. Aus der Haustür rauslaufen, dann noch ein bisschen Krafttraining zuhause. Das mache ich ehrlich gesagt am allerliebsten. Sachen, die schnell gehen, sich einfach in den Tag integrieren lassen und auch überall machbar sind. Marcus: Und welche Form von Krafttraining machst Du dann zuhause? Katja: Einfach ein bisschen Crossfit. Wirklich ganz simpel. Liegestütze; wenn ich Lust habe, ein paar Burpees, aber das wird seltener. Meine Freeletics Zeiten sind echt ziemlich lang vorbei. Ich habe da echt abgebaut. Und sonst einfach ein paar Muskelübungen kombiniert. Zwischendurch habe ich auch mal - diese 7-Minute App habe ich nicht ausprobiert - aber mit ein paar anderen Apps experimiert; mit ein paar Crossfit-Übungen. Marcus: Ja, freeletics geht ja auch in die Richtung. Das ist wirklich hardcore, ne? Katja: Ja genau, das ist krass. Also ich habe das eine Zeit lang richtig viel gemacht. So drei, vier mal die Woche, mindestens. Dann habe ich aufgehört und habe dann ein halbes Jahr später eine ganz kleine Übung gemacht, nur fünf, sechs Minuten und habe gedacht, ich hätte mir die Sehnen überlastet. Ich hatte also noch nie so einen bösen Muskelkater. Das ist richtig fies. Also da muss man wirklich aufpassen und nichts überlasten. Das ist wirklich mit Vorsicht zu genießen. Da muss man sich sehr, sehr langsam rantasten. Marcus: Ja absolut. Ich glaube, viele sind da auch schnell demotiviert, weil die Ziele oder die Trainingspläne hängen da so hoch und die Intensität, dass selbst ich dann beim Einstieg dachte, Woah das geht mir zu schnell. Katja: Ja. Die Entwicklung ist sehr schnell. Wenn man da mal mit anfängt, ist es krass, wie schnell man sich in den einzelnen Übungen weiter entwickelt. Aber der Anfang, also die Muskelkater sind echt hart. Und ich bin mir auch sicher, ob das so sinnvoll ist. Also wenn die Schmerzen so groß sind, dass zum Teil auch die Sehnen überlastet sind, dann muss man wirklich aufpassen. Ab einem gewissen Trainingslevel ist es super gut, aber gerade im Einstieg, echt Vorsicht! Da kann es einen ganz schön beuteln nach so einer Übung, wenn man nicht aufpasst. Marcus: Du hast ja bei uns auf der DNX auch schon einmal einen Workshop gegeben, zu dem Thema “Wie kann ich jetzt eine Idee in ein valides Business transformieren?” Kannst Du dazu vielleicht noch etwas sagen? Ich bin mir sicher, viele Hörer haben schon lange eine coole Idee und sind auch voll davon überzeugt, dass das was sein könnte und was geben kann, aber wissen nicht, wie man das starten soll. Katja: Ja, also das ist ja im Grunde das, was wir seit vier Jahren  im IdeaCamp machen. Als erstes ist ja die Frage: Was ist das für eine Idee? Passt die Idee zu mir? Das ist ein ganz wichtiges Thema, bevor man anfängt mit: Ich habe hier eine Idee, will die umsetzen. Da würde ich jedem erstmal immer raten, sich zu überlegen: brenne ich wirklich für die Idee? Weil Fakt ist, bei jeder Geschäftsidee, die man umsetzt, gibt es irgendwann auch Hürden und an denen kann ich fokussiert weiterarbeiten, wenn ich eine Vision habe. Und zwar am besten, dass diese Idee nicht nur einigermaßen spannend ist sondern mich wirklich persönlich packt. Wo man sagt, okay, da ist wirklich eine persönliche Vision, die ich damit einfach erreichen will. Wenn man startet und sagt, man hat eine Idee, ist der erste Schritt immer zu sagen, okay, wie komme ich jetzt eigentlich von der Idee zum Geschäftsmodell. Da gibt es immer drei Dinge, die man abklappern sollte. Das eine ist: Was ist eigentlich das Problem oder Wunsch, der hinter dieser Idee steckt? Das ist ganz wischtig zu wissen. Okay, was steckt da für ein Problem oder ein Wunsch dahinter und von wem? Also, wer ist die Zielgruppe, die ich hier anspreche? Und wenn jemand sagt, alle, dann sage ich immer Nein, alle bringt ja gar nichts. Sondern es ist immer eine ganz spezifische Zielgruppe. Da muss man dann überlegen, was ist der Wunsch oder das Problem von dieser Zielgruppe? Und dies schafft eine Idee, ich habe eine Lösung. Was nämlich ganz häufig passiert, ist der folgende Fall: Man hat irgendeine Idee, wo man sagt, woah, das wäre jetzt ja cool, wenn es das gäbe. Aber wenn man dann noch einmal überlegt, okay warum? Also was ist das Problem oder der Wunsch, der brennende Wunsch, der dahinter steht? Dann gibt es einige Ideen, die scheitern an der Stelle. Marcus: Oder welches Problem löst die Idee? Katja: Genau, welches Problem habe ich damit gelöst. Und wenn ich darauf keine Antwort habe, dann sollte ich nicht weiter machen. Da sollte ich mir erstmal überlegen, für wen löse ich welches Problem. Oder wessen Wunsch erfülle ich mit dieser Lösung. Und wenn ich da bin, dann kann ich weitermachen. Weil erst dann kann ich sagen, okay jetzt habe ich hier jemanden, der einen Wunsch oder ein Problem hat und ich habe eine Lösung. Dann kann ich überlegen, wer zahlt denn dafür? Also wo ist die Monetarisierung? Wie kann ich jetzt aus der Idee ein Geschäftsmodell machen. Geschäftsmodell heißt ja immer, dass da auch ein Wertefluss dabei ist. So definiere ich zumindest das Thema Geschäftsmodell. Weil letztendlich muss ja auch irgendwo eine Finanzierung oder eine Querfinanzierung stattfinden. Und dann ist eben die Frage, gut jetzt hast Du da eine Idee. Für wen ist da der Nutzen generiert. Wichtig ist auch zu überlegen, wer zahlt? Ist das auch der, der den Nutzen bekommt? Zum Beispiel: Wenn jetzt jemand ein Produkt auf den Markt bringt, beispielsweise eine App für Kinder. Das nutzen die Kids, aber die die zahlen, sind die Eltern bis zu einem gewissen Alter. Da ist es ganz wichtig, sich zu überlegen, welche Zielgruppe muss ich jetzt hier ansprechen. Wie positioniere ich mich? Und dann geht es eben weiter, dass ich nicht anfange mich hinzusetzen und einen Businessplan zu schreiben. Sondern der nächste Schritt wäre zu überlegen: wie kann ich jetzt ganz schnell, ganz klein mein erstes Feedback von meinen Nutzern und von meinen Kunden gewinnen? Wie kann ich jetzt einen schnellen, kleinen Markt machen? Und das kann sein, in dem ich eine kleine simple Website online stelle und die streue, aber es muss nicht immer eine Webseite sein. Das kann auch einfach sein, dass ich sage, ich spreche mit Leuten aus meiner Zielgruppe, hole mir Feedback und biete es denen ganz konkret an. Und wenn die sagen “ja”, dann weiß ich, okay, ich gehe in die richtige Richtung. Vielleicht sagen die aber auch “hey, das ist gar nicht mein Problem. Mein Problem ist das Folgende”. Und dann verändere ich ganz am Anfang meine Idee. Das heißt, anstatt lange zu basteln, einfach so schnell es geht mit der Zielgruppe Kontakt aufnehmen. Als ich zum Beispiel mit Sunny Office gestartet bin, da habe ich auch mit einer ganz simplen, banalen Webseite angefangen. Ich habe sie nur in meinem eigenen Netzwerk gestreut. Marcus: Hast Du die Webseite ganz simpel mit einem Baukasten erstellt? Katja: Ich habe die damals mit Wordpress erstellt. Aber mit einem ganz simplen Theme. Also wirklich nur so einem Standard-Theme. Aber sonst, wenn Leute eine bauen wollen, gibt es ja auch noch so etwas wie Jimdoo oder Weepee zum beispielsweise. Also Baukastensysteme, die noch wesentlich einfacher sind. Ich hatte schon ein bisschen Vorkenntnisse damals, deshalb habe ich Wordpress genommen. Und da habe ich einfach mit den ersten zehn Leuten, die sich bei mir eingetragen haben, eine simple Seite gemacht mit einem Aufruf und gesagt: Tragt euch hier ein, dann bekommt ihr weitere Informationen. Und mit den ersten, die sich dort eingetragen haben, habe ich telefoniert. Da habe ich wirklich ganz genau herausgefunden, was die haben wollen. Das war ein sehr, sehr wichtiger Input und der hat auch noch einmal die Art und Weise, wie Sunny Office ausgestaltet war, gedreht. Marcus: Du hast also einen kompletten Piwo gemacht? Katja: Genau, und dementsprechend auch für jeden, also ganz schnell definieren: Zielgruppe, Problem oder Wunsch -> Lösung. Wie verdiene ich damit Geld? Und dann überlegen, wie kann ich schnellstmöglich mit der Zielgruppe Kontakt aufnehmen? Über spezifische Facebook-Gruppen, Foren, direkter Kontakt, über Adwords eventuell. Eine kleine Adwords-Kampagne starten auf einer Seite und dann testen: kommt da etwas zurück? Und wenn nicht, iterieren. Und Iteration heißt dann, entweder es ist nicht das Problem, was ich löse. Meine Lösung passt noch nicht. Oder ich habe vielleicht eine falsche Zielgruppe. Das sind drei mögliche Variablen, die ich dann verändern kann. Und das wichtigste ist: Anfangen! Das ist so die wichtigste Botschaft für jeden, der eine Idee im Kopf hat. Den ersten Schritt gehen, von der Idee erzählen. Weil sobald ich von der Idee erzähle, kommen wieder Hinweise, Feedback, nützliche Kooperationsmöglichkeiten. Da tun sich Türen auf. Wenn die Idee im Kopf bleibt, passiert nichts. Marcus: Also ist es Quatsch zu sagen, ich möchte nicht darüber reden, weil sonst baut das ja jemand anderes? Katja: Also, das lasse ich so gut wie nie gelten. Das lasse ich gelten, wenn jemand sagt, ich habe hier etwas, was ich patentieren lassen möchte. Weil nach dem deutschen Recht, darf es nicht veröffentlicht sein. Ich habe bisher noch nie erlebt, auch nicht im IdeaCamp, dass jemand für jemanden eine Idee nachgebaut hat. Das habe ich noch nicht erlebt. Und der Wert, den man an Feedback bekommt, ist einfach so groß. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man scheitert ist noch viel größer, wenn man nicht darüber spricht. Weil man auch gar nicht herausfindet, was gebraucht wird, sodass ich wirklich jedem empfehle, darüber zu sprechen. Marcus: Ja, es ist ja auch meistens so, dass wenn jemand die Idee auch gut findet und es sogar versucht irgendwie nachzumachen, ist es nicht seine Idee. Und der wird mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht so sehr dafür brennen, wie Du selber. Katja: Ganz genau. Das ist der Punkt. Weil der wird dann an der ersten Wand scheitern. Ich habe irgendwann mal so ein Zitat gelesen, das hallt sehr nach in meinem Kopf. Das heißt: “Jede Wand, auf die Du zuläufst, ist einfach nur dafür da, um die, die es weniger wollen als Du, abzuhängen.” Sei es derjenige, der es am meisten will und dranbleibt, der schafft es am Ende. Und diejenigen, die es einfach nur nachbauen und denken, ah cool, das mache ich jetzt auch. Cooles Geschäftsmodell. Da kommen sie an die erste Wand, da hören sie auf, weil sie kein Durchhaltevermögen haben. Marcus: Absolut. Wie ist es denn bei Dir gewesen, als Du die erste Idee zu Sunny Office hattest? Du hast gesagt, Du hast Telefongespräche mit den Leuten geführt. Du hast eine einfache Landing Page aufgesetzt. Wie waren denn die next steps? Katja: Genau. Nachdem ich dann die ersten Gespräche geführt habe, war dann klar, okay, das Thema scheint interessant zu sein. Zu dem Zeitpunkt gab es so etwas noch nicht in Deutschland. Ich kannte zu diesem Zeitpunkt auch noch keine anderen Initiativen, die sowas machen wie Coworking und Coliving. Dann habe ich eben gesagt, okay, ich habe jetzt ein paar Leute, die das interessant finden, also setze ich ein erstes Event an. Also ganz simpel. Ich habe mir gesagt, gut, es gibt jetzt ein Datum. Das war damals im April 2013. Da gab es dann das erste Sunny Office Event, das ich offiziell als Datum eingestellt habe. Für das Event kann man sich ab jetzt bewerben. Ich bin dann auch nicht den Weg gegangen und habe dann erstmal alle, Details mir ausgedacht. Das heißt, ich habe mir grob gecheckt, was brauche ich für ein Budget für so eine Location?  Was muss man noch so außen herum an Materialkosten etc. berechnen. Ich wollte einfach nur, dass es kostendeckend ist und dass es irgendwie hinkommt. Dass ich einfach das Modell validieren kann, das war so mein Ziel das erste Mal. Ich habe also eine grobe, grobe Kalkulation gemacht und habe mir gesagt, okay, wenn jeder nur einen Teil von X bezahlt, dann können wir insgesamt die Kosten decken und habe das einfach ausgeschrieben. Dann habe ich zwischendurch schon gar nicht mehr dran geglaubt. Da bin ich sozusagen an meine erste Mauer gelaufen. Da habe ich mich gar nicht mehr so richtig getraut, darüber zu reden und auf einmal standen bei einem IdeaCamp Event zwei der Teilnehmer vor mir und sagten: “Katja, wir wollen da mit! Wie sieht´s denn jetzt aus? Wann ist denn der Termin?” Und ich bin denen bis heute so dankbar, dass die das gemacht haben. Vielleicht hätte es das sonst nie gegeben. Also die waren dann mein persönlich vor mir stehender Arschtritt, um mir zu sagen, so jetzt fängst Du an! Marcus: Das war so das Proof of Concept. Da ist jemand, der will das kaufen. Der will Dein Produkt! Katja: Ja, das ist so krass, die wollen da mit. Dann waren noch die ersten Teilnehmer aus dem Netzwerk und erweitertes Netzwerk.  Also die Leute kannten mich entweder schon von irgendwoher oder kannten jemanden, der mich kannte. Bei den ersten Leuten ist es auch völlig okay und völlig gut, wenn man das eigene Netzwerk nutzt. Das ist das wichtigste Asset, das man heute hat. Ein persönliches und authentisches Netzwerk, wo man auch einfach das Feedback bekommen kann. So hat es angefangen. Das heißt, der Weg war dann eben nicht typisch Bootstrapping. Ich habe nicht angefangen, sämtliche kleinsten Details auszudenken, sondern ich habe gesagt, gut, ich habe eine Location, ich habe ein grobes Programm und weiß, was die Kosten sind und let´s go! Und dann hatte ich genut Teilnehmer zusammen und habe dann den Termin bestätigt und dann alles im Detail geklärt. Und dann kam übrigens die zweite Wand. Das wissen auch nur ein Teil der Leute, die Sunny Office kennen. Das habe ich ab und zu schon erzählt, aber das haben noch nicht alle mitbekommen. Ich hatte eine richtige Wand beim ersten Event. Damals hatte ich noch nicht so viele Erfahrungen, wo man jetzt gute Locations herbekommt und bin über so eine große Buchungsplattform gegangen, also eine der größten im deutschen Markt. Da dachte ich, cool, vertrauenswürdig, alles prima. Und habe dann darüber gebucht und sogar mit der Vermieterin telefoniert, mir Detaillisten, welche Ausstattung die Küche hat, alles senden lassen. Ich habe also ein echt gutes Gefühl gehabt. Dann bin ich da angekommen. Ich war etwas vor meiner Teilnehmergruppe da und dann stand ich vor dem Haus. Und dann war da keiner. Da dachte ich, okay, vielleicht haben wir uns zeitlich verpasst. Am nächsten Tab bin ich dann wiedergekommen und habe dann herausgefunden, dass die Vermieter anders heißen, als die Dame mit der ich geschrieben hatte. Marcus: Was? Katja: Und das war echt ein krasser Moment, weil ich dann da schon dachte, ich habe hier ein Haus gebucht und den Betrag zum großen Teil schon überwiesen und jetzt habe ich keine Location. Und dann war erstmal Schlucken und bin dann erstmal in ein McDonalds gegangen. Da gab es damals Wlan, direkt am Strand und habe dann ein paar Stunden mit einem Freund, gemeinsam recherchiert und angerufen. Und am Ende des Nachmittags hatten wir eine neue Location. Es war zum Glück keine Hauptsaison. Es war Nebensaison. Es war April. Super geile Villa direkt am Meer, mit Pool. Also es war besser als das davor. Ein bisschen Glück gehört dazu, aber das war vor allem dieses, ich kann mich hier nicht unterkriegen lassen. Danach war so das Gefühl, okay, komme was wolle. Wird schon irgendwie, kriegen wir schon alles hin. Marcus: Krass, was für ein Adrenalinkick oder? Katja: Das war ein krasser Tag, ja. Marcus: Wenn Du das realisierst und Dir dann bewusst bist “Fuck, Du bist in so einen Internet Scam reingefallen oder irgendetwas läuft hier total schief. Wo ist die versteckt Kamera? Scheiße, hier ist ja gar keine Kamera”. Katja: Ja, das war echt krass. Auf der anderen Seite denke ich mir, okay, das hat mich nur gestärkt. Das hat mir nur gezeigt, dass ich das wirklich will. Das ich da eine Art von Gemeinschaft bilden will, ein “Format”, die zu dem Zeitpunkt die perfekte Arbeitsumgebung war, so wie ich sie mir vorgestellt hätte. Da führte kein Weg dran vorbei. Ich habe dann natürlich einen kleinen Verlust gemacht, aber: So what?! Marcus: Dafür hast Du mega Erfahrung gemacht. Gerade an dieser Situation bist Du ja so gewachsen, dass Du dann gedacht hast, ja was dann noch kommt irgendwann, andere Herausforderungen, die dann in so einem Event entstehen, da sagst Du “Weißte, eigentlich ist das ja Pille-Palle gegen das, was mir da vor ein paar Tagen passiert ist”. Katja: Genau. Dementsprechend war das dann. Ich habe auch den Teilnehmern einen Tag, bevor sie gekommen sind, eine Mail geschickt und die Geschichte erzählt. Da kamen dann Rückfragen, war das ein Aprilscherz? und ich so sagte nur “nee, das ist wirklich passiert”. Aber alle waren happy. Das war also nichts schlimmes. Alles ist gut gelaufen. Mit so Sachen muss man halt auch umzugehen wissen und mit denen kann man dann gut umgehen, wenn man einfach weiß, warum man das macht. Hätte ich keine Passion zu dem Zeitpunkt für das Format, die Leute die kommen, den Leuten ein geiles Event verschaffen, wer weiß, was da passiert wäre. Aber so ging es halt einfach weiter. Marcus: Ja, das kenne ich auch von mir persönlich so. Wenn da mal was richtig krasses passiert oder Dir jemand anderes irgendwie doof kommt oder Dich unter Druck setzt oder irgendetwas los ist, dann bin ich nur noch motivierter. Wie ein angeschossenes Tier oder so. Da brennt man dann noch mehr für die Sache und zieht das dann so durch. Und manchmal ist das auch ganz cool, so kleine Trigger zu haben. Es geht ja nie ständig aufwärts. Wir haben auch mega viele Rückschläge gehabt, da kann ich irgendwann mal länger drüber reden. Was da alles schiefgelaufen ist bei uns. Die Leute sehen uns ja jetzt nur so, wie in der Wirtschaftswoche oder im Süddeutsche Magazin und denken, hier iTunes funktioniert auch alles von 0 auf 1. Aber wieviel Scheiße da im Hintergrund passiert und wieviele Fehler wir gemacht haben, aber wieviel wir davon auch gelernt haben, das sieht irgendwie keiner. Oder wieviele Stunden wir hier auch wirklich produktiv sitzen und machen und tun. Und wievielen Leuten ich hier auch auf den Sack gegangen bin wegen iTunes, für die ersten Facebook Friends für unsere Projekte. Auch wie Du schon sagtest, das persönliche Netzwerk. Meinen Bruder habe ich da genervt, die Eltern von Feli und dem Vater dann alles installiert, damit er uns die Likes geben kann und so, ne? Aber nur so läuft das auch. Und das muss man sich immer wieder mal bewusst machen. Wenn man dann sieht, jemand ist schon sehr weit, der hat auch irgendwann mal bei Null angefangen. Katja: Ja, das Durchhaltevermögen zählt halt. Das kontinuierliche Dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben. Das ist das, was nachher auch Erfolg hat. Marcus: Ja absolut. Und der zweite Punkt, den Du angesprochen hast, den ich auch super wichtig finde, ist: Sprich mit Deiner Zielgruppe. Katja: Ja total. Marcus: Das haben wir zum Glück dann auch ziemlich früh gemacht und immer wenn wir nicht wussten, machen wir jetzt Workshops zu DNX oder nehmen wir keine Workshops? Die  einen fanden das Format besser, die anderen fanden das cooler. Da haben wir gesagt “weißte was, wir machen jetzt eine fette Umfrage, jeder kann teilnehmen.” Am besten offene Fragen. Die Leute fühlen sich dann abgeholt. Die Brainstormen mit Dir, wenn die Dich mögen, wenn sie Deine Produkte mögen und das ist so wertvoll. Weil sie sich dann auch quasi involviert fühlen in diesem Entstehungsprozess von irgendeinem Produkt oder irgendeiner Sache. Und wenn Du das dann Live gehen lässt, wieviel wäre Dir ein Workshop wert, drei Stunden? Und dann hast Du irgendwann auch ein Pricebook, genau zu dem Preis, wo die meisten dann auch kaufen würden. Dann kaufen die auch. Oder ein anderes Beispiel: Feli schreibt gerade an ihrem Ebook und hat dann ihre Fans von Travelicia gefragt, über welches Thema sie schreiben soll. Das ist ein ganz anderes Thema geworden als das, was wir beide erwartet hatten. Katja: Ja, das macht Sinn. Das ist auch die Richtung, wo es beim IdeaCamp geht. Da gibt es jetzt auch einen Online-Kurs. Da geht es in den nächsten Tagen auch noch einmal live. Bisher haben wir da nur eine kleine Community, die den nutzt. Und der wird auch genauso weiterentwickelt. Wir werden einfach Feedback sammeln: Welche Punkte fehlen noch? Wozu braucht ihr detaillierte Tutorials? Wozu braucht ihr  Informationen? Und werden halt nach und nach die Inhalte ergänzen, bis das Ding wirklich alles enthält, was ein Gründer braucht, um zu starten. Das ist einfach so ein wichtiger Ansatz. Ich könnte mir jetzt auch einen riesigen Content-Plan machen. Ich habe auch eine Liste von mindestens 30 Punkten im Kopf, die ich ergänzen will. Aber um zu wissen, welche davon sind am wichtigsten, muss ich einfach die, die heute den Online-Kurs machen oder die jetzt noch neu dazukommen, einfach fragen. Das lässt sich auch nach und nach richtig gut ergänzen. Das ist glaube ich auch der richtige Weg, um auch nicht dran vorbeizuschrammen. Du kannst natürlich auch eine perfekte Konferenz überlegen, so wie ihr es jetzt macht, aber ob es jetzt demjenigen, der teilnimmt auch wirklich nutzt und ob es die wichtigsten Inhalte umfasst, weißt Du halt nur, wenn Du fragst. Von daher ist es genau richtig, denen vorher mal die Chance zu geben, da mitzuwirken. Marcus: Das ist ja genau Dein Punkt: Löst Du damit ein Problem für andere. Also nicht, dass ich irgendwie die geilste Konferenz, so wie ich sie mir vorstelle, auf die Beine stelle, sondern genau das mache, was den meisten Leuten hilft. Und das ist, glaube ich, genau der Punkt. Cool, ich seh gerade, wir haben jetzt auch schon fast eine Stunde miteinander gesprochen. Die Zeit vergeht wie im Flug. Das ist ja auch immer so, wenn wir uns in Berlin sehen. Das ist ja auch genau der Punkt, den ich eben angesprochen habe. Wenn Du da so die Leute triffst, die Dich dann inspirieren und mit denen Du auf dem gleichen Level bist und wieder etwas mitnehmen kannst, dann ist das toll, finde ich. Und dann sollte man sich auch jede Minute dafür nehmen und genau wie Du vorher auch schon gesagt hast, dass Du das mit diesem Netzwerk ziemlich intensiv machst, weil Du wahrscheinlich auch genau weißt, was für einen Wert das für Dich hat, um dann sich wieder einzuschließen und weiter an seinen Projekten zu arbeiten. Katja: Genau, ja. Marcus: Ich musste da am Anfang auch so ein bisschen aus mir heraus kommen. Entweder plant man es so bewusst, wie Du, sodass man sich Phasen macht und sagt, so jetzt mal wieder zwei, drei Wochen hardcore netzwerken. Das machen wir meistens in Berlin, weil wir nicht mehr so oft in Berlin sind. Da gehen wir dann auch auf viele Events und treffen uns mit anderen zum Coworken und um Talks zu halten, versuchen ins Gespräch zu kommen, sprechen andere an, von denen wir wissen, dass sie in Berlin sind, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Da muss man schon ganz schön aus sich heraus gehen. Aber die allercoolsten Connections, auch gerade jetzt was die DNX angeht, die richtig guten, coolen Speaker, die haben wir dann alle immer irgendwie durch Zufall, durch persönliche Begegnungen auf den Events kennengelernt. Katja: Ja, das einfach Tolle sind Kontakte oder Menschen, mit denen ich auch zum Beispiel im Sunny Office an anderen Projekten gemeinsam arbeite. Die ergeben sich durch gemeinsame Kontakte oder weil sie davon hören. Das ist wirklich so. Sobald man raus geht, findet man auch Menschen, die einen unterstützen wollen. Die mit einem zusammen arbeiten möchten. Wo man dann auch merkt, dem kann ich weiterhelfen. Das ist ein sehr schöner Effekt. Und ich glaube, was ich auch jetzt gemerkt habe, seitdem wir hier im Bayrischen sind, das muss nicht aufhören, nur weil man jetzt nicht in einer Großstadt ist. Also auch hier gehen wir bewusst auf Netzwerktreffen, tauschen uns auch mit lokalen Unternehmern aus,. Gerade im Ländlichen Raum. Hier gibt es so viele coole gewachsene Familienunternehmen. Leute, die irgendwie Betriebe übernehmen. Hier gibt es richtig gute Leute. Marcus: Worüber findet ihr die Meetups dann? Gerade wenn ihr ein bisschen weiter weg seid? Katja: Da gibt es so etwas wie die Wirtschaftsjunioren. Es gibt so lokale Vereinigungen. Es gibt ab und zu mal IHK Veranstaltungen. Das hätte ich nicht gedacht, da sind ab und zu wirklich interessante Sachen dabei. Es gibt so Dinge wie Familienunternehmertreffen. Also wenn man mal einfach offen durch die Gegend geht oder auch mal schaut, was für Unternehmen sind ansässig, wer tickt denn ähnlich und sich einfach mal austauscht und zum Mittagessen trifft, dann ergeben sich auch ganz coole Verbindungen. Wir haben zum Beispiel schräg gegenüber einen Blogger. Der wohnt hier schräg gegenüber. Der hat mittlerweile einen Blog mit mehr als 150.000 User pro Monat. Der hat das nebenher gestartet und das sind Leute, die erwartest Du nicht in so einer Kleinstadt, aber die gibt es hier auch. Man muss halt die Augen offen halten und die Ohren aufmachen. Da trifft man halt auch irgendwie, auch wenn man nicht in Berlin ist, ganz spannende Leute. Marcus: Und die Möglichkeiten werden ja auch immer besser. Das merken wir ja auch beispielsweise, wenn wir unterwegs sind. Dann sind wir ja auch bewusst, wenn wir netzwerken wollten, in so Hot Spots gegangen, wie Medellin oder Bangkok. Aber mittlerweile haben wir beispielsweise einen richtig guten Kontakt hergestellt. Das ist auch ein guter Freund von uns. Ihn haben wir in London kennengelernt. Das ist der Jonathan, der aus der Londoner Startup Szene kommt. Den haben wir in Taganga, einem kleinen Fischerdorf in Kolumbien, kennengelernt. Mit Hilfe von dem Hashtag #nomads von Pieter Levels. Die Zeiten werden auch immer besser, dass man sich überall treffen kann und überall spannende Menschen findet. Katja: Ja absolut. Marcus: Ganz zum Schluss würde ich Dich gerne noch fragen: Was würdest Du machen, wenn Du 1 Mio. Euro auf Deinem Konto hättest? Wie würde dann Dein Leben aussehen? Katja: Ziemlich ähnlich, glaube ich ehrlich gesagt. Mich mit vielen spannenden Menschen treffen, versuchen ganz viel Wissen weiterzugeben. Also was ist für mich ein toller Tag? Ein toller Tag ist für mich dann, wenn ich das Gefühl habe “cool, heute habe ich jemandem weitergeholfen oder heute hat jemand durch irgendeinen Impuls es geschafft, seine eigene Idee umzusetzen, sich selbst verwirklichen”. Das ist für mich ein richtig cooler Tag. Das heißt, ich würde meine Zeit damit verbringen, mit vielen spannenden Menschen sprechen; das Wissen einfach versuchen aufzubereiten und weiterzugeben und vielleicht noch ein bisschen mehr rumreisen. Ich glaube, ich würde mir ein bisschen mehr Zeit nehmen, um nur reine Reisezeit zu haben. Also nicht dieses typische Reisen und Arbeiten, wie es das alle machen, sondern mal wirklich Abschaltzeit. Ich würde einfach auch schauen, welche Projekte kann ich noch mit unterstützen. Was ich heute zum Beispiel auch nicht mache, ist bewusst Pro PreSeed Unterstützung geben für neue Projekte, auch wenn ich immer wieder irgendwo spende. Das kann man dann einfach in einem größeren Stil machen. Marcus: Noch bewusster und auch persönlich. Katja: Ja, einfach noch ein bisschen bewusster. Aber von den Themengebieten würde sich jetzt gar nicht so viel verändern, weil es mich sehr glücklich macht. Ich fühle mich  gerade in vielen Dingen auch noch so in der Aufbauphase. Ich bin da noch nicht angekommen, wo die hochgesteckten Ziele sind. Aber das ist völlig in Ordnung, weil sich viele Sachen ständig wieder verändern und etwas neues dazukommt. Und das ist ein sehr sehr schöner Weg. Ich glaube, ich will viele Dinge, wie Du gerade sagtest, noch ein Stück bewusster angehen und noch selektiver tun. Aber Erfolg ist für mich so diese Frage: lerne ich?. Also ein erfolgreicher Tag ist, wenn ich etwas neues lerne, wenn ich weiß, ich habe jemandem weitergeholfen und weiß, ich habe frei entschieden, was ich tue. Das würde ich einfach beibehalten wollen. Marcus: Cool. Es spricht ja auch alles dafür, dass es bei euch so weitergehen kann und weitergeht, oder? Katja: Ja. Marcus: Ja Katja, dann würde ich sagen, danke für Deine Zeit und für die richtig guten Insights und Tipps, die Du uns hier auf dem Podcast gegeben hast. Ich freue mich schon, wenn wir uns in Berlin wiedersehen. Wann kommst Du? Katja: Ende Juli, also ich bin so um den 27. oder 28. Juli 2015 wieder in Berlin, kurz vor der Global DNX und werde dann auch noch ein paar Tage bleiben. Da sehen wir uns dann bestimmt. Marcus: Ja mit Sicherheit. Also, einen schönen Gruß nach Bayern, vielen Dank! Bis bald Katja und nochmal danke für Deine Zeit! Katja: Schönen Gruß nach Berlin und Danke Dir, bis dann, ciao Marcus! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

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Jul 31, 2015

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Interview mit ROBERT GLADITZ VON BUSINESS 1x1

Jo Leute, hier ist der Sommer! Es wird langsam wieder warm. Es wird richtig schön warm, Mitte 20 Grad. Ein paar Tage soll es 30 Grad werden, so wie wir das lieben. Ich hatte ja ein bisschen Schiss. Die letzten Tage in Berlin waren ja richtig kühl. Wir konnten gerade auch nicht fliehen, weil wir gerade die DNX Global vorbereiten, aber jetzt ist alles cool, alles gut, gute Laune. Und entsprechend gut gelaunt war auch das Interview mit Robert Gladitz. Robert ist ein krasser Typ. Der ist 25 und hat mit 21 seinen ersten Blog gestartet. Er hat auch in Sachen Persönlichkeitsentwicklung schon richtig viel gelesen und sich selber auch krass weiterentwickelt. Das wird er uns alles in der Folge erzählen. Alle Shownotes, Links, Verlinkungen, Text und auch die Abschrift zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/008. Jetzt viel Spaß zum Sommer-Interview mit Robert Gladitz! In dieser Folge lernst du:

  • Was du beachten solltest wenn du deine Ernährung auf Rohkost umstellst.
  • Wie man eine produktive Morgenroutine entwickelt.
  • Warum Robert einen Mixer im Handgepäck hat.
  • Wie man jeden Tag ein YouTube Video produziert.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

Youtube Kanal Online Kurs: YouTube - aber richtig! ACHTUNG: Mit dem Promocode "dnxberlin" sparst du 20 EUR

Gary Vaynerchuk

Drive Now

Airbnb

Uber

Rohkost 1x1

Snapchat

Periscope

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Ja hey Robert! Cool, dass Du mit am Start bist hier bei LifeHackz! Robert:Danke für die Einladung, Marcus! Es freut mich sehr, dass ich dabei sein darf. Marcus: Sag mal, Du bist ja ein totaler Rohkost-Profi, wenn ich das so richtig mitgekriegt habe. Wie bist Du eigentlich auf das ganze Rohkostthema gekommen? Erzähl mal so ein bisschen mehr über die Hintergründe. Robert: Also ich bin jetzt seit Mai 2011, etwas über vier Jahre, in dieser Rohkost-Welt unterwegs. Es kam eigentlich so, dass meine Mama sich schon zu dem Zeitpunkt bereits so ernährt hatte. Sie hatte ihre Ernährung von alles essen auf komplett Rohkost, also rohes Obst und Gemüse - unverarbeitet und unerhitzt - und sonst eigentlich nichts, außer ein bisschen Nüsse und bisschen Samen und das ist es eigentlich schon, krass umgestellt. Dadurch hat sie ihr Leben total umgekrempelt. Sie hat richtig viel abgenommen und ist fitter und hat sich super viel verändert. Ich habe immer gedacht: Nee, das ist nix,. Das kannst Du nicht machen. Da habe ich - keine Ahnung - Fast Food und Döner, Tiefkühlpizza und sowas alles gegessen und dachte, das ist nicht umsetzbar. Und dann hat sie aber immer gesagt “Probier es doch mal, das ist voll gut” und so weiter. Und irgendwann dachte ich mir okay, ich mache einfach mal eine Woche Test, damit Mama Ruhe gibt, damit ich hinterher sagen kann, ja ist ja gar nicht so geil. Ja, und dann so nach zwei, drei Tagen habe ich halt gemerkt, wie ich mich voll besser gefühlt habe. Ich weiß nicht, zu dem Zeitpunkt habe ich studiert, gearbeitet, habe auch viel Sport gemacht und habe mich halt abends immer so fertig gefühlt und war dann tot. Und das war dann gar nicht. Ich kam dann so um 22:00 Uhr nach Hause und dachte mir “krass, was mach ich jetzt als nächstes?” Ich hatte voll viel Energie und kannte das gar nicht. Und so bin ich dann halt dabei geblieben. Ich habe jetzt nicht gesagt, ich mache das jetzt für immer, sondern dachte mir einfach, ich mache jetzt einfach mal solange, wie es cool ist. Und seitdem bin ich dabei geblieben. Marcus: Cool, also Du bist völlig ungeplant quasi so in dieses Thema reingestolpert durch Deine Mutter und hast gesehen, wow, das bewirkt bei mir ja auch richtig viel. Robert: Ja, genau so war es eigentlich. Marcus: Ja, das sind ja meistens die besten Sachen. Und was genau darf man denn als Rohkoster denn essen und was darf man nicht essen? Und wie ernst nehmt ihr das alles oder wie Hardcore und krass sind die Leute in der Rohkostszene drauf? Ich kenne halt so ein paar Veganer, die dafür sterben würden für ihren Lifestyle. Ist das bei euch oder überhaupt bei den Rohköstlern ähnlich? Robert: Das ist auf jeden Fall schön, dass Du die Frage so formuliert hast. Denn die bekomme ich super oft. Was darf man denn dann noch so essen? Und ich sehe das nicht als, also es ist ja keine Religion oder etwas, das mir jemand auferlegt hat oder so. Im Prinzip darf ich ja alles essen. Ich entscheide halt bloß, was mir irgendwie gut tut und was mir jetzt nicht unbedingt gut tut. Als ich angefangen habe, habe ich wirklich nahezu 100% roh gegessen. Also quasi rohes Obst, Gemüse, Salate, Nüsse, Trockenfrüchte, Öl habe ich am Anfang noch verwendet. Das verwende ich jetzt eigentlich nicht mehr. Und Gewürze. Und das ist es eigentlich größtenteils. Es gibt auch verschiedene Unterrichtungen und es gibt auch Rohköstler, die auch rohes Fleisch essen und Rohmilchkäse und so was. Ich bin da jetzt nicht so ein Fan davon. Das fehlt mir auch irgendwie nicht, deswegen brauche ich es nicht. Aber es gibt da auch super viele verschiedene Richtungen. Da gibt es Leute, die essen eherfFettbasiert, sehr, sehr viel Nüsse, sehr viele Avocados. Dann gibt es Leute, die sind eher High Carb Richtung unterwegs und essen 25 Bananen jeden Tag. Es gibt einfach viele, viele verschiedene Richtungen. Aber ich halte nicht soviel davon, sich an irgendwelchen Prinzipien zu orientieren. Ich gucke einfach was mir am besten tut und da hat sich meine Ernährung auch so ein bisschen verändert. Also am Anfang habe ich, weil ich einen krassen Ersatz brauchte für Brot - ich habe damals auch sehr viel Getreideprodukte gegessen. Wenn ich jetzt einfach nur Erdbeeren gegessenen haben, dann hat sich das für mich nicht so sättigend angefühlt, weil ich dachte, das ist irgendwie nicht kompakt genug. Aus diesem Grund habe ich dann am Anfang sehr viel Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen, Erdbeeren und so etwas gegessen, weil es halt auch sehr, sehr kaloriendicht ist. Das hat sich gut angefühlt und jetzt im Laufe der Jahre merke ich, wie ich das gar nicht mehr so brauche. Jetzt aktuell fühle ich mich am besten, wenn ich sehr, sehr wasserreiche Dinge esse. Also größtenteils einfach Obst und Gemüse. Weil ich merke, wenn ich Sachen dabei habe, die einfach sehr vitaminreich und sehr mineralstoffreich und sehr wasserreich sind, dann brauche ich am wenigsten Verdauungsenergie und fühle mich einfach super gut. Also meine Ernährung aktuell ist einfach größtenteils Obst und Gemüse. Ich bin aber ein bisschen toleranter geworden gegenüber gekochter Nahrung. Marcus: Was heißt toleranter? Warst Du früher ein Hardliner und hast die Pfanne von Deiner Freundin aus dem Fenster gescheppert oder? (beide lachen) Robert: Nee nee, so war es jetzt nicht, aber ich war schon immer so, dass ich gesagt habe, ich mache das so wie ich das mache. Ich war jetzt nie dieser typische - was man auch so aus Veganerkreisen kennt, dass Leute dann mit dem erhobenen Zeigefinger auf einen zukommen und sagen “Du darfst jetzt aber nicht Dein Schnitzel essen, weil … pass doch mal auf…” und so weiter. Nö, ich habe eigentlich immer die anderen Leute ihr Ding machen lassen und das halt für mich so gemacht. Aber ich habe am Anfang wirklich sehr, sehr straight Rohkost gegessen. Meine Freundin ist auch vegan, auch mit einem sehr hohen Rohkostanteil, aber sie isst auch ab und an mal gekochte Nahrung, wie Kartoffeln oder Reis oder so etwas. Und wenn sie irgendwas cooles macht, dann esse ich da auch schon mal so ein bisschen was mit. Aber wenn ich mir selbst Essen zubereite, dann ist es schon größtenteils einfach Rohkost, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Marcus: Hast Du denn Probleme gehabt mit der Verträglichkeit, mit dem Magen oder haben das andere Menschen? Oder ist es einfach so, dass wenn ich jetzt sagen würde, ich ändere jetzt komplett meine Gewohnheiten und ernähre mich nur noch rohkostmäßig, dass es ein total smoother Übergang ist? Robert: Es kommt so ein bisschen darauf an. Bei mir war es so - das ist schon echt lange her, ich muss jetzt echt mal kurz überlegen, wie das so war. Marcus: Wann war das denn? Robert: Das war 2011, vier Jahre jetzt. Also eigentlich recht easy. Okay ich war zu diesem Zeitpunkt 21. Leute, die anfangen, wenn sie schon ein bisschen älter sind oder die vielleicht auch gesundheitlich nicht so fit sind, da würde ich generell niemandem empfehlen von heute auf morgen 100% darein zu springen sondern sich lieber langsam daran zu gewöhnen. Neben dem “Okay, was esse ich konkret?” kommt auch eine krasse soziale Komponente. Was denkt mein Umfeld darüber? Was mache ich, wenn ich unterwegs bin? Und so weiter. Das ist schon nicht so easy umzusetzen, das muss ich auf jeden Fall sagen. Man muss sich erst einmal daran gewöhnen. Man muss erstmal gucken, wie komme ich denn überhaupt klar, wenn ich mir jetzt nicht mal eben schnell was in der Imbissbude holen kann. Es ist aus meiner Sicht alles möglich und alles halb so wild. Aber am Anfang denkt man natürlich, okay, wie funktioniert das alles. Und deswegen würde ich empfehlen, da langsamer ranzugehen. In Sachen Verdauung gibt es solche und solche Leute. Es gibt Leute, die sagen okay, das ist echt schwer. Und es gibt Leute, die sagen, dass geht eigentlich ganz easy. Was ich halt empfehlen würde und was, glaube ich, auch häufig ein Fehler ist, den viele Leute machen- ich höre halt oft “Oh nee, Salat vertrage ich nicht, das kommt bei mir nicht so gut an”. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass quasi Salat, also alles was irgendwie wasserreich ist, wird einfach schnell verdaut. Das ist eigentlich recht schnell durch. Wenn Leute aber vorher meinetwegen vorher ein Brötchen reingehauen haben oder ein Schnitzel mit Pommes oder so etwas, was einfach sehr viel länger zur Verdauung braucht und dann hinterher den Salat drauf, dann gibt es quasi Stau im Verdauungstrakt, weil der Salat schneller ist, als das was davor passiert ist. Und deswegen kriegt man halt die bekannten Verdauungsprobleme. Eigentlich ist da nicht der Salat schuld, sondern eher das, was man vorher gegessen hat. Und wenn man jetzt etwas isst, was wirklich sehr, sehr lange verdaut wird, dann kann es auch passieren, dass man jetzt zum Frühstück irgendetwas ist und dann Nachmittags den Salat und der dann trotzdem Probleme verursacht. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, wenn man mit Rohkost anfängt und die möglichst am Anfang des Tages. Wenn man also ein bisschen was verändern möchte, dann würde ich empfehlen morgens mit einem Smoothie oder Obstsalat oder so etwas zu starten und dann erstmal die weitere Ernährung so ein bisschen wie gehabt gestalten. Dann hat man eigentlich keine Probleme, wenn man morgens direkt mit der Rohkost anfängt. Marcus: Womit bist Du denn heute morgen gestartet? Robert: Ich bin ehrlich gesagt noch gar nicht gestartet. Ich habe bisher nur Wasser getrunken. Mein Plan ist eigentlich immer morgens zwei, drei Stunden erstmal nichts zu essen und erstmal viel Wasser zu trinken, weil ich merke, damit fühle ich mich am besten. Dann habe ich auch noch irgendwie die meiste Energie, weil ich noch keine Energie für die Verdauung brauche und kann noch super produktiv sein. Der Körper ist halt auch nachts im Fastenmodus und da finde ich es recht sinnvoll, ihn erstmal langsam daran zu gewöhnen und nicht jetzt gleich morgens sich fett etwas reinzuhauen. Aber wenn wir jetzt mit dem Interview fertig sind, werde ich in die Küche gehen und werde mir einen grünen Smoothie machen. Das ist immer so an 364 von 365 Tagen im Jahr so mein Standardfrühstück. Marcus: Den hast Du Dir ja dann auch verdient, wenn Du das solange durchhältst. Seit wann bist Du denn dann wach? Robert: Ich bin jetzt seit 9:30 Uhr oder 9:45 Uhr wach, glaube ich. Also es ist jetzt schon recht lange. Meistens würde ich dann jetzt so um die Zeit frühstücken, aber passt auch locker. Das ist auch so ein bisschen eine Gewohnheitssache. Marcus: Ja, das heißt Du stehst jeden Tag “erst” um 9:30 Uhr auf, also schläfst Du solange, wie der Körper Dir dann Bescheid gibt, dass er wieder bereit ist wach und aktiv zu werden oder stellst Du Dir einen Wecker? Robert: Im Idealfall ja. Also ich mag Wecker nicht. Und ich habe Wecker früher gehasst, wenn´s in die Schule ging oder so. Und jetzt, wo ich mir so ein bisschen meinen eigenen Lebenstil gestalten kann, bin ich da recht flexibel und stelle mir eigentlich nur den Wecker, wenn ein Flug geht oder wenn ich irgendwo hin muss oder wenn ich morgens irgendwie einen Termin habe, was ich auch in den meisten Fällen vermeide, da ich das einfach nicht so gerne mag. Aktuell, dadurch dass ich auf meinem Youtube Kanal täglich ein Video mache, was halt immer jeden Abend geschnitten wird und dann noch exportiert werden muss, ist es von der Organisation so, dass ich eigentlich nie vor 0:00 Uhr oder 1:00 Uhr ins Bett komme und dann halt auch nicht unbedingt jeden Tag wieder um 7:00 Uhr auf der Matte stehen will. Aber ich merke auch, wenn ich früh aufstehe, dann ist es auch geil. Dann fühlt man sich halt den ganzen Tag so ein bisschen so, als wäre man im Vorsprung. Mag ich persönlich auch ultra gerne, aber aktuell hapert es so ein bisschen an der Organisation. Aber das kann ja auch noch kommen. Marcus: Ja, ich hatte genau das gleiche wie Du als ich mich selbstständig gemacht habe und das erste Mal die Freiheit hatte, selber zu entscheiden, wann startest Du in den Tag und wie strukturierst Du Dir den Tag. Ich habe das erstmal total ausgenutzt und solange immer gepennt bis ich dann von selbst wach geworden bin. Und bin jetzt aber gerade dabei eine neue Routine und einen neuen Habit aufzusetzen, dass ich immer dann, wenn die Sonne aufgeht, dann versuche mit der Sonne aufzustehen. Das ist je nach Location natürlich dann auch immer ein bisschen unterschiedlich. Hier in Berlin ist es gerade ziemlich früh. Ich glaube heute war es um 5:02 Uhr. Robert: Warst Du wach seitdem? Marcus: Ja klar. Das ziehe ich jetzt seit einigen Wochen durch. Das habe ich in Barcelona gemacht, in Taghazout in Marocco. Man muss da halt immer über so eine App gucken, wann die Sonne wo aufgeht. Aber irgendwann gewöhnt sich auch der Körper von selbst daran. So ist es auf jeden Fall bei mir und ich merke schon irgendwie, da passiert etwas, es wird gerade heller und dann aktiviert das auch irgendetwas im Körper. Robert: Uhh, richtig gut. Und gehst Du dann aber mit dem Wecker daher oder wachst von alleine irgendwie auf? Marcus: Also in 60% bis 70% der Fälle wache ich meistens jetzt kurz vor dem Wecker auf und habe den aber immer gestellt auf die Uhrzeit. Und wenn Du dann aufstehst, hast Du im Vergleich zu wenn ich um 10:00 Uhr oder um 9:00 Uhr aufgestanden bin, nicht mehr so das Gefühl so gehetzt zu sein. Oder dieses hinter der Zeit, was Du eben gesagt hast, weil doch sehr viel passiert bei uns gerade und ich morgens auch noch ziemlich viele andere Routinen mache. Ich mache erstmal die 7-Minute App, das ist so ein funktionales Sporttraining. Robert: Ja das kenne ich auch. Marcus: Und danach meditiere ich dann 15 bis 20 Minuten. Dann mache ich mir etwas zu essen, schreibe das 5-Minute Journal, das ist so eine Art Tagebuch. Also da passieren so ein paar Sachen, bis ich dann wirklich mal an den Rechner komme zum Arbeiten. Dann können schon mal 45 bis 60 Minuten vergehen. Ich bin dann auch bewusst vorher nicht in Social Media oder in die E-Mails reingegangen. Und die Zeit, die nimmt man sich dann viel gelassener, wenn man schon so früh auf den Beinen ist. Seitdem ich das mache fühle ich mich A so, als ob der Tag noch viel länger ist und ich noch viel mehr geschafft kriege und ich bin Abends endlich auch mal müde, so um 22:00 oder 23:00 Uhr. Robert: Ja Marcus, das inspiriert mich gerade total, das Thema auch mal anzugehen. Oder zumindest vielleicht auch als Übergang zu versuchen, jeden Morgen erstmal um 8:00 Uhr aufzustehen, um dann den nächsten Step zu wagen. Ich merke das an Tagen, wo ich das auch schaffe, ist es einfach Hammer gut. Es ist glaube ich alles einfach eine Frage der Organisation, weil letztendlich ist der Tag ja immer 24 Stunden lang. Man muss da einfach nur mal gucken, wie man es sich einteilt oder? Marcus: Ja, und das ist mega gut. Gerade der Körper, der Mensch, das ist einfach ein Gewohnheitssystem und klar, fällt das am Anfang schwer. Man ist müde und man hat dann noch die Freiheit, sich nochmal umzudrehen und dann aufzustehen, dass ist echte willpower. Aber wenn Du es machst und Du machst das ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal, ein fünftes Mal - ich bin jetzt glaube ich, bei Tag 17, 18 oder 19 - man darf auf nicht zu streng sein zu sich selber. Also wenn ich am Wochenende feiern gehe, dann kriege ich es natürlich nicht hin am nächsten morgen. Aber dann wird es irgendwann wirklich zu dieser Routine und im besten Fall ist es irgendwann so etwas wie Zähneputzen, wo man dann gar nicht mehr darüber nachdenkt oder mit sich selber diskutiert oder hardert. Putze ich mir die Zähne ja oder nein, das macht man einfach. Robert: Aber weißt Du, was mich interessieren würde? Wie machst Du es dann, wenn Du jetzt angenommen Samstagabend irgendwie weggegangen bist und schläfst dann Sonntagmorgen bis, sagen wir mal 10:00 Uhr oder so etwas. Schaffst Du es dann wirklich am Sonntagabend auch wieder um 22:00 Uhr schlafen zu gehen, um dann Montagmorgen wieder so früh aufzustehen? Also das ist für mich halt super schwer. Ich bin dann abends um 22.00 Uhr noch nicht müde und kann dann irgendwie auch nicht einschlafen. Sagst Du Dir dann, okay die Nacht von Sonntag zu Montag, die geht dann halt auch einfach mal nur fünf Stunden, wenn ich nicht schlafen kann? Marcus: Ja genau so. Die eine Nacht wird dann wieder kürzer. Und ich glaube daran, dass sich der Körper an diesem Montagabend quasi dann wieder zurückholt, dass Du dann die Stunden, falls sie Dir fehlen sollten an Schlaf. Ich glaube aber auch, dass der Mensch ziemlich viel Energiereserven hat, um so Extremsituationen zu kompensieren. Dann wird er sich das wiederholen. Da sollte man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen und sagen, ich muss jetzt schlafen oder so. Dann geht man halt erst schlafen, wenn es soweit ist und man müde ist. Aber um dann wieder richtig in die Spur zu kommen, muss man halt dann einmal wieder so die Zähne zusammenbeißen. Aber wie gesagt, je öfter man das macht und je man dann auch für sich selbst merkt, was für einen Benefit man davon hat, dass man so früh aufsteht umso leichter fällt es mir jetzt. Robert: Ja ja, zurzeit kann ich mir vorstellen, macht Feli das auch? Marcus: Nee, die ist noch nicht ganz soweit. Sie ist nicht wirklich so der Morgenmensch. Sie würde es gerne machen, beneidet mich dann immer und sagt auch immer “bitte wecke mich morgen früher und wecke mich. Aber wenn ich es versuche und egal, wie ich es angehe.” Es ist oft unmöglich für sie, da ist noch zu viel Widerstand dann wirklich aufzustehen. Und danach ist sie dann immer verärgert, dass sie es nicht früher geschafft hat. Aber es wird, dadurch dass ich jetzt so früh wach bin, auch bei ihr früher, weil ich dann zwei, drei Versuche mache und dann mal um 7:00 Uhr gucke, um 8:00 Uhr oder um 9:00 Uhr und dann schafft sie es auch um 9:00 Uhr. Robert: Okay, weil das stelle ich mir fast ein bisschen schwer vor, sich als Paar zu organisieren. Jetzt wohne ich hier in Berlin gerade alleine und da stelle ich mir das eigentlich ganz easy vor, aber wenn ich jetzt mit meiner Freundin zusammen bin und abends okay, ich gehe jetzt um 22:00 Uhr schlafen. Es ist schon schwer oder? Marcus: Ja es ist schon schwer, aber dadurch dass wir eigentlich ziemlich viel Zeit gemeinsam verbringen und auch tagsüber ja auch ständig aufeinander hängen, was jetzt nicht schlimm ist, weil wir ja auch zusammen arbeiten und unser Business machen, dann ist es auch okay, wenn der andere dann mal ein, zwei Stunden früher schlafen geht. Zumal Feli auch sehr viel schlafen kann. Also wenn ich so um 22:00Uhr schlafen gehe, dann ist sie meistens auch am Start. Aber Du hast schon recht. Wenn man die Routinen alleine durchziehen muss, das ist halt auch immer so der soziale Aspekt. Wenn man sich so krass selbst optimiert, was ich dann ganz gerne mache, da muss man halt immer gucken, dass da nicht gleichzeitig irgendwie ein anderer wichtiger Bereich darunter leidet. Das auf keinen Fall. Robert: Das ist auf jeden Fall ein interessanter Punkt. Marcus: Jetzt weiß ich gerade gar nicht, wie wir darauf gekommen sind. Hast Du denn irgendwelche weiteren Routinen, außer dass Du gerne lange schläfst? Robert: Ähm, lass mich mal überlegen. Ich habe eine recht strikte Morgenroutine. Das mag ich persönlich eigentlich immer ganz gerne. Also wenn ich aufstehe, mache ich als erstes irgendwie auch ganz kurze Trainingseinheiten. Ich habe jetzt nicht so einen festen Plan wie Du. Aktuell habe ich jetzt gerade hier in Berlin eine Airbnb Wohnung und da ist coolerweise eine Klimmzugstange im Flur. Das kam mir sehr, sehr gelegen. Und dann habe ich hier so einen Gymnastikball, wo man ganz coole Sachen drauf machen kann und sonst einfach irgendwie Liegestütze und so. Also manchmal gehe ich auch morgens joggen, was in der letzten Zeit recht selten vorkommt. Aber um ein bisschen in Fahrt zu kommen und dann gehe ich unter die Dusche und dann trinke ich halt erstmal morgens bevor ich Frühstücke - mein Plan ist immer zwischen zwei und drei Liter Wasser, weil ich merke, das ist einfach richtig richtig gut morgens, um in Fahrt zu kommen und nicht gleich irgendwie etwas zu essen, sondern seinen Körper erstmal durchzureinigen. Und dann setze ich mich eigentlich an den Laptop und arbeite was oder drehe ein Video oder was an dem Tag gerade ansteht und bin dann erstmal ein Stündchen oder zwei produktiv und mache mir dann mein Frühstück. Das ist für mich aktuell ein ziemlich guter Start in den Tag. Marcus: Ich wollte noch einmal darauf zurückkommen: Du hast vorhin noch gesagt, dass es erstmal, wenn Du diese krasse Umstellung machst, für die anderen vielleicht krasser als für einen selber, auf Rohkost zum Beispiel. Dass man dann auch ganz praktische Probleme hat, unter sozialen Gesichtspunkten. Wenn man mit Kumpels unterwegs ist und die wollen Burger essen gehen oder man geht mit denen zusammen raus und geht was trinken und findet sein essen nicht, was man dann eigentlich gerne essen würde. Ist das schwierig, sich da so aufzustellen, dass man dann quasi immer seine Möhre dabei hat oder seine Banane oder hast Du da jetzt schon Mittel und Wege gefunden oder weißt genau auf ner Karte im Restaurant, was man bestellen kann und was nicht? Robert: Das ist alles eine Frage der Organisation und alles eine Frage, was Du für eine Persönlichkeit bist. Ich bin da eigentlich schon immer so, dass ich irgendwie ganz gerne auch bereit war, gewisse Opfer zu bringen, um halt andere Benefits dafür zu bekommen. Damals war ich halt 21 und war jedes Wochenende irgendwie mit Freunden feiern und habe angefangen mit Rohkost und habe trotzdem noch jedes Wochenende zwei mal Alkohol zu trinken. Ich bin kein Fan davon zu sagen, okay das ist jetzt mein gestrickter Plan. Sondern ich habe es einfach so für mich versucht umzusetzen, wie es jetzt halt irgendwie ging. Und das hat eigentlich auch ganz gut funktioniert. Wenn ich jetzt aber gucke, mein soziales Umfeld hat sich krass verändert. Also von den Leuten, mit denen ich früher Kontakt hatte, ist jetzt außer meiner Familie und meinem Bruder fast niemand mehr übrig geblieben. Nicht unbedingt, weil man die ganze Zeit über Ernährung diskutiert hat, weil die ihr Steak gegessen haben und ich lieber den Salat und man sich da in die Wolle gekriegt hätte, eigentlich gar nicht. Aber so vom Mindset total. Ich habe das Gefühl, manche Leute sind so ein bisschen, da sprichst Du drei Monate nicht mit denen und fragst dann so was abgeht, und es hat sich irgendwie nichts getan. Und bei mir habe ich das Gefühl alle paar Monate verändert sich einfach alles. Und da ist mein Bedürfnis mit denen noch so krass Kontakt zu haben, so ein bisschen runtergegangen, weil ich dachte, irgendwie tut sich da nix. Wenn ich gucke, mit welchen Leuten ich jetzt Zeit verbringe, da ist fast jeder so aus dieser Veganszene und deswegen ist es eigentlich jetzt super easy. Mittlerweile werde ich eigentlich von keinem mehr komisch angeguckt, wenn ich unterwegs meinen grünen Smoothie auspacke. Sondern es ist jetzt eigentlich voll normal. Nicht jetzt, weil ich sage, ich will nur mit Leuten befreundet sein, die auch vegan- oder rohkostinteressiert sind, sondern weil ich einfach merke, der Punkt Mindeset, ist ganz wichtig. Bei Leuten, die bewusst auf ihre Ernährung achten, in welcher Richtung auch immer, ist halt meiner Meinung nach vom Kopf her da eine ganz andere Geschichte am Start, dass die auch in anderen Bereichen vorwärtsdenkend sind und an sich arbeiten und sich selbst verbessern, Ziel haben. Das sind halt Dinge, die mir wichtig sind. Und die finde ich halt in diesen Kreisen auf jeden Fall häufiger. Marcus: Ja genau, das hatte ich nämlich auch. Ich habe meine Ernährung auf Low Carb umgestellt und da hatte man dann auch erstmal gucken müssen, wo kriegst Du das her oder man wurde dann doof angeguckt, wenn man dann ohne Beilag bestellt hat. Oder ohne Nudeln und ohne Reis. Aber letztendlich muss man ja für sich selber wissen, ist mir das Wert und was für einen Benefit ziehe ich da raus? Die andere Sache ist die, dass Feli und ich genau die gleiche Entwicklung mitgemacht haben, was jetzt den Freundeskreis angeht. Das man vorher einen Freundeskreis hatte, wo sich jetzt im Vergleich zudem, was man jetzt heute alles gerissen kriegt, wo sich bei denen gar nichts mehr verändert und null nach vorne geht. Für mich war es da auch ziemlich schmerzhaft,ein paar Beziehungen oder Kontakte nicht mehr zu pflegen, weil ich da eigentlich ein Typ bin, der sehr harmoniebedürftig ist und mit jedem gern Gutkumpel ist und mal gerne ein Bier trinkt. Aber zu machen Connections, das ging einfach gar nicht mehr, sodass wir den Kontakt abgebrochen haben. Ansonsten wäre es nur noch negativ und destruktiv für uns gewesen. Und genau das glaube ich, das merkt man ja selber, lässt einen erst wachsen, wenn man mit den richtigen Leuten umgeben ist. Von daher ist es jetzt bei uns gerade auch so in dem Freundeskreis, dass alle total gleich oder ähnlich ticken. Und gerade die Leute, die dann auch bereit sind so Umstellungen zu machen, wie in der Ernährungsumstellung oder viel Sport treiben. Nicht ohne Grund sind viele sehr erfolgreiche Sportler auch richtig erfolgreiche Businessmenschen geworden. Die haben einfach eine ganz andere Einstellung zum Leben und zu sich selber. Robert: Total, und das ist eine Entwicklung, die ich bei mir auch sehe. Dieses Ganze, was heutzutage so ist, dass ich mein eigenes Ding mache und nicht irgendwie in diesen vorgefertigten Mustern unterwegs bin. Den Anschluss dafür hat einfach meine Ernährungsumstellung gegeben. Weil ich einfach gesehen habe, krass, ich habe es geschafft einen Bereich meines Lebens so richtig auf Vordermann zu kriegen und richtig da auch eine Sache umzustellen, die ich mir selbst vorher nicht zugetraut habe. Und das hat mir einen krassen Selbstbewusstseinsschub gegeben, dass ich gesagt habe, okay, vielleicht sind da auch noch Dinge drin. Und so nach und nach ist es immer mehr in meinem Kopf angekommen, dass ich gesagt habe, okay, jetzt studierst Du hier und vielleicht gibt es noch irgendetwas anderes. Vielleicht musst Du das ja gar nicht. Vielleicht kannst Du ja auch Dinge machen, die Dir mehr Erfüllung geben. Und jetzt mittlerweile hat sich eigentlich jeder Bereich meines Lebens dadurch verändert, dass ich halt den einen Bereich angefangen habe, Frühjahrsputz zu machen. Marcus: Wichtig ist ja, mit irgendetwas mal anzufangen und die Ziele dann auch nicht zu hoch zu hängen, um dann enttäuscht zu sein, wenn man mal etwas nicht schafft. Also wenn man mal ein Habit aufbauen will und jeden Tag Liegestützen morgens nach dem Aufstehen machen will, dann sollte man erstmal mit zwei oder drei Liegestütze pro Tag anfangen und nicht mit 30. Weil man das sonst viel schneller abbricht. Und der Mensch funktioniert nach diesem Belohnungssystem. Wenn Du das hinkriegst und gerade wie bei Dir, diese krasse Ernährungsumstellung, gaint man glaube ich soviel Self-esteem, soviel Selbstbewusstsein, dass dann die nächsten Schritte irgendwie viel logischer und natürlich sind. Wie bei Dir, dass es dann in den Businessbereich gegangen ist. Robert: Voll. Also wenn ich jetzt so zurückgucke, dieses Mindset, dass ich versuche, mich weiterzuentwickeln und dann neue Projekte zu starten. Mittlerweile bin ich so, dass ich eigentlich, wenn ich das nicht mache, dann fehlt was. Zum Beispiel dieses, ich habe aktuell null Interesse daran, mich zwei Wochen lang an einen Strand zu legen. Und früher dachte ich so “oh geil, Urlaub! Das beste überhaupt!” und jetzt würde mir wahrscheinlich nach zwei Tagen arschlangweilig und ich will wieder irgendetwas machen. Marcus: Ja das geht uns genauso. Dann denke ich “was mache ich denn hier? Jetzt habe ich fast eine Stunde auf der Couch gechillt” und hinterher wird mir langweilig und habe wieder Bock, irgendetwas zu erschaffen. So Dinge oder Werte zu erschaffen. Robert: Das gibt einem halt echt das krasse, positive Feedback. Das ist auch das, wo ich dann abends auf meinen Tag zurückgucke und denke “heute war ein richtig cooler Tag” wenn ich jetzt irgendetwas produktives gemacht habe, was mir auch Erfüllung gegeben hat. Das ist dann das beste überhaupt. Ab und an sind solche Erholungsphasen aus meiner Sicht auch sehr, sehr sinnvoll und ich tendiere auch oft dazu da weiterzugehen und weiterzugehen und nicht mal inne zu halten und die aktuellen Dinge zu würdigen. Das ist auch so ein Thema von mir. Dann müssen da auch manchmal Leute auf mich zukommen und sagen, so jetzt entspann Dich mal kurz. Und dann tut das auch wieder gut. Marcus: Und dann holt man kurz Luft und guckt mal zurück oder? Robert: Genau. Ab und zu gönne ich mir dann auch mal einen komplett freien Tag so alles zwei, drei Wochen irgendwie und das tut auch wieder gut und dann sammelt man wieder Power und am nächsten Tag wacht man morgens auf und denkt sich “Alter, jetzt soll es wieder losgehen”. Marcus: Kenne ich, aber wenn uns jetzt jemand zuhört, der da noch nicht so krass drin ist, in diesem Entrepreneur Mindset und merkt, wie einen das auch selber wieder pushen kann und wie sehr man jetzt on fire ist, der denkt jetzt auch, was ist das für ein verrückter Junge. Der gönnt sich alle drei Wochen mal einen Tag frei und dann will er wieder loslegen. Ich glaube, das kann man nur nachvollziehen, wenn man das selber mal gespürt hat oder? Robert: Ja total. Dadurch dass ich jetzt Dinge mache den ganzen Tag, die mir Spaß machen, will ich halt meine Zeit damit verbringen. Und früher war es so, ich habe den ganzen Tag eigentlich Dinge gemacht, die jetzt nicht unbedingt cool waren, aber die jetzt so, wenn ich in die Uni gegangen bin, das muss halt sein. Das ist halt so eine Pflicht. Und da habe ich mich natürlich krass auf mein Wochenende gefreut, dass ich jetzt endlich mal Dinge machen kann, die ich gerne mache. Und jetzt, dadurch dass ich das jeden Tag machen kann, will ich es auch halt jeden Tag machen. Marcus: Ja, das ist ja das krasse. Dass man Dinge tut, die einem Spaß machen und ab dem Zeitpunkt fühlt es sich nicht mehr nach Arbeit an. Und deshalb muss da auch keiner irgendwie Mitleid mit uns haben, wenn wir da am Rechner sitzen. Oder wenn wir mal unterwegs sind und dann mal im Hostel einchecken, wo die Leute Party neben uns machen und wir die ganze Zeit mitleidige Blicke ernten. Dann denke ich mir immer, okay, Du hast Dein Budget, Du machst Party und ich habe gerade voll Bock darauf hier jetzt zu sitzen und eine Kampagne aufzusetzen oder so. Robert: Und vor allem: Du kannst auch noch nächst und übernächste Woche da sitzen und die Leute sitzen dann aber wieder in ihrem Büro und denken sich “Fuck, wann ist der nächste Urlaub?” Marcus: Ja ja genau. Das ist eine ganz andere Herangehensweise. Wenn wir beide uns jetzt unterhalten, dann habe ich manchmal den Eindruck, ich rede mit einem alten Hasen, der seit 10-15 Jahren schon mehr oder weniger im Business ist und dann sein Leben krass in den Griff bekommen hat oder dass es alles gedauert hat, bis man da ist, wo Du jetzt bist. Du hast ja gerade gesagt, Du bist gerade mal 21. Robert: Nee, jetzt bin ich 25. Als ich angefangen habe mit der Ernährung, da war ich 21. Marcus: Genau, so war das. Gab es da noch andere Trigger als nur die Ernährung. Du bist ja auch businessmäßig sehr erfolgreich unterwegs. Gibt es da welche, die Dich inspiriert haben oder ein bestimmtes Momentum, wo Du gesagt hast, krass, das will ich auch? Robert: Ja, ich würde sagen angefangen hat es mit der Ernährung, und angefangen auf diesem Weg hat es, dass ich mich so mit diesem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe. Da habe ich geschaut, was gibt es denn Interessantes? Ich habe schon immer gerne gelesen und das kam dann so nach und nach, dass ich zu dem Zeitpunkt auch immer irgendwie so Bücher reingezogen habe. Marcus: Von wem zum Beispiel? Robert: Das erste, was so wirklich den Anschluss gegeben hat, war von Tim Ferris 4 Hour Workweek. Was so gut wie jedem den ich kenne den Anschluss gegeben hat, dass man halt mit diesem Mindset ankommt. Vielleicht gehen auch Dinge, die ich selbst gut finden würde, wo aber vielleicht andere Leute sagen würden “das ist aber nicht möglich, Du musst auch schon realistisch bleiben”. Das hat für mich wirklich den Anstoß gegeben und dann habe ich nach und nach mich mit vielen weiteren Dingen beschäftigt. Marcus: Du bist dann quasi auf die anderen Autoren gekommen durch Weiterempfehlung über Amazon oder hast mehr in den Blogs gelesen und dann bist Du vom einen zum anderen gekommen über den Newsletter? Oder wie baut man sich dann so ein Wissen auf und weiß genau, wo man das findet? Robert: Das ist so ein bisschen wie Domino. Du bist halt bei einem und dann empfiehlt derjenige dieses und hörst Du den Podcast von dem und kommst wieder dazu und dazu. Und dann guckst Du das Youtube Video. Ich glaube, wenn man einmal angefangen hat, sich in diesen Sumpf vorzuwagen, dann kommt man auch nicht wieder raus. Das lässt einen nicht los und jetzt ist Gary Vaynerchuk eine riesige Inspiration für mich. Da verfolge ich einfach alles, was der macht und noch so ein paar andere Leute. Für mich gibt es eigentlich fast nichts wichtigeres, als mich entweder im echten Leben oder jetzt auch vom Kopf her mit Büchern und mit Podcasts und Videos und Leuten zu umgeben, die einfach mit einem ähnlichen Mindset unterwegs sind wie ich, weil mich das Thema einfach krass pusht. Wenn ich irgendwie mal einen Tag habe, wo ich denke “Läuft nicht und irgendwie ist da der Wurm drin” dann lese ich ein Buch oder treffe mich mit irgendjemanden und dann gibt mir das sofort wieder Power auf meine eigenen Dinge loszugehen. Wenn ich halt sehe, okay andere Leute machen auch coole Sachen. Deswegen halte ich das für einen extremst wichtigen Punkt, weil alleine kann niemand irgendwie was schaffen, glaube ich. Marcus: Null, null, aber deshalb finde ich es gerade so schwer, wie die Leute hier am Anfang stehen. So war es auch für Feli und mich, irgendwie einmal den Start zu finden und sich das Netzwerk aufzubauen. Ich meine, glücklicherweise gibt es so viele Ressourcen, wie Du es da gemacht hast über Youtube und die Blogs und die ganzen Bücher und so. Aber man muss da schon ein bisschen selbstdiszipliniert sein und sagen “ich mache den Einstieg und ich bleibe dabei. Auch wenn die anderen denken, was macht der Typ denn da den ganzen Tag? Das ist meine Welt.” Und deshalb war es für uns auch so cool zu sehen oder jetzt habe ich das Gefühl, dass es gerade erst losgeht, dieser ganze digitale Nomadenlifestyle von den likeminded people. Als ob ich erstmal so meinen Tribe gefunden habe und nicht mehr überlegen muss, was wir vorher immer alle gesagt haben. So “ja klar, das ist cool was ihr macht, aber warte mal ab, so in zwei, drei, vier, spätestens fünf Jahren bist Du müde und dann brauchst Du wieder eine Homebase und willst Dich setten.” Das kann ja auch alles passieren. Ich lebe ja eh im Jetzt, aber jetzt habe ich noch stärker das Gefühl, das kann erstmal so weiter gehen. Weil egal an welchem Spot wir sind, finden wir immer wieder Menschen, die ähnlich ticken und dann so Plattformen wie Slack vom Peter Levels #nomads oder das Nomad-Forum oder was da alles aufgepoppt ist. Alleine die ganze DNX Community. Da findet man immer mehr Leute, die irgendwo unterwegs sind und dann braucht man gar nicht mehr dieses Nachhausekommen und da sind meine Leute. Weil meine Leute sind auch unterwegs. Robert: Voll. Das ist bei mir genau so. Ich wohne gerade noch in einer WG, aber die ist aktuell für ein halbes Jahr untervermietet. Da habe ich auch irgendwie nicht so wirklich Interesse da wieder zurückzugehen. Zuhause sind für mich jetzt nicht bestimmt Möbel um mich herum oder so etwas. Sondern Zuhause ist für mich einfach eine Location, wo ich Leute um mich habe, die ich mag, die cool sind, die auf meiner Wellenlänge unterwegs sind und im Idealfall noch schönes Wetter und dann bin ich eigentlich recht happy. Marcus: Ja, hast Du denn das auch gehabt, dass Du so eine Phase gehabt hast, wo Du Dich dann minimalisiert hast oder andere Werte erstmal erlernen musstest? Dass Du gesagt hast, das Auto war mir auf einmal nicht mehr wichtig und der Flatscreen auch nicht mehr? So was wie ich es dann durchgemacht habe? Weil ich war früher sehr krass in dieser Corporate Welt unterwegs und habe noch nach ganz anderen Werten gelebt, bis es dann irgendwann klick gemacht hat oder kam es bei Dir eigentlich alles so ziemlich smooth? Robert:  Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass es bei mir so einen bestimmten Moment gab oder so, als es angefangen hat. Aber wenn ich jetzt so gucke, zum Thema Minimalismus, das ist super präsent bei mir. Ich bin auch irgendwie immer nur mit Handgepäcksrucksack unterwegs und es gibt für mich nichts besseres. Ich habe jetzt hier meine paar Klamotten ausgepackt und das ist echt super wenig. Ich habe sogar noch, dadurch dass ich halt irgendwie der riesen Smoothie Fan bin, in meinem Handgepäcksrucksatz sogar noch einen Vitamix dabei. Da staunen immer Leute, wie ich das gebacken kriege. Ja, ich habe halt nicht so viele Klamotten. Marcus: Ja, Du musst halt Prioritäten setzen. Da nehmen wir halt den Mixer zu den Klamotten. Robert: Ja eben. Der Mixer ist mir viel wichtiger und dann kommt noch das MacBook dazu und bin fertig. Mehr brauche ich halt fast eigentlich nicht. Das merke ich auf jeden Fall. Wenn ich jetzt gucke, wofür ich mein Geld ausgebe, dann sind es nicht mehr irgendwelche materiellen Dinge. Früher war ich wahrscheinlich mindestens einmal die Woche shoppen und hab dieses und jenes, und das Gadget und dann brauchte ich wieder einen neuen Fernseher. Mittlerweile sind mir diese Sachen total unwichtig. Weil das auch dazu führt, dass alles was ich mir sozusagen anschaffe an materiellem Zeug, auch dann da ist und ich das auch mit mir transportieren muss und das mich halt nervt. Entweder ich gebe mein Geld für Essen aus oder ich gebe mein Geld einfach für Erlebnisse aus. Dass ich dann dort hinfahre und mit Freunden das mache und hier und so weiter. Und das ist mir viel wichtiger als irgendwelchen materiellen Kram in meinem Leben anzuhäufen. Marcus: Zumal ja viele Sachen auch Folgekosten generieren. Wie wenn Du Dir ein Auto anschaffst, das mal kaputt geht, dann musst Du Versicherung bezahlen, dann musst Du noch Benzin dafür bezahlen. Und ein halbes Jahr später hat Dein Nachbar dann schon wieder ein neues Auto und Du hast nicht mehr das coolste Auto von der Straße. Dann irgendwie lieber Drive Now machen und Car to Go und Du hast immer den neuesten BMW. Robert: Total. Es gibt ja jetzt diese ganzen Plattformen, die in letzter Zeit aufpoppen wie auch Airbnb und Uber und was es so alles gibt. Du brauchst halt eigentlich nichts mehr selber sondern Du kannst halt immer alles sharen, was halt Leute eh haben und was in dem Moment gerade nicht genutzt wird. Das hat aus meiner Sicht nur Vorteile. Marcus: Ja und dann auch immer den heißesten Scheiß. Du kriegst halt dann die neuesten Sachen gestellt. Wie ich gerade sagte bei Drive Now. Das sind ja irgendwelche BMW Cabrios oder Mini Coopers oder es gibt jetzt ein cooles Startup aus Hamburg, was nach Berlin gekommen ist, was diese Elektroroller vermietet. Das ist auch so eine Art Car Sharing aber für den Sommer. So richtig coole Elektroroller, mit denen Du dann durch die Stadt fahren kannst. Robert: Sauber. Marcus: Und insofern macht es ja auch aus rein ökologischen Gründen kaum Sinn, dass jetzt jeder ein eigenes Auto besitzt oder jeder eine Bohrmaschine besitzt, obwohl man eine Bohrmaschine nur alle drei Jahre benutzt. Deshalb finde ich auch dieses Collaborative Consumption, also das gemeinschaftliche Nutzen von Gütern, viel viel sinnvoller als das was wir so in der westlichen Welt so lernen und wonach voll viele streben. Robert: Auf jeden. Ich habe vor vier oder fünf Jahren meinen Führerschein gemacht. Lass mich überlegen, in den letzten zwei, drei Jahren bin ich nicht einmal selber Auto gefahren. Weil wenn ich unterwegs bin, entweder bin ich weit, dann fliege ich immer und in letzter Zeit bin ich super viel in Deutschland unterwegs, weil ich hier viele Leute treffe und jetzt habe ich ganz viele Interviews gemacht und fahre zu irgendwelchen Events und da bin ich immer mit den Bussen unterwegs. Ich liebe es einfach im Bus zu reisen. Gut, es dauert recht lange. Wenn ich jetzt nach Bremen fahre zu meiner Freundin, dann sitze ich immer vier Stunden im Bus. Aber ich mag es persönlich so gerne, weil da kannst Du einfach produktiv sein. Da hast Du Deinen Internetstick dabei und kannst da arbeiten. Für mich ist das halt kein Zeitaufwand. Letztens bin ich von Berlin nach Köln für 8,00 € gefahren. Das ist halt einfach ein Unding, wie günstig es geworden ist, zu reisen. Du brauchst kein eigenes Auto, weil es viel teurer wäre und Du verballerst da noch Deine Zeit. Marcus: Ja, leider sehen das viele noch nicht so, wie günstig man auch reisen kann und wie umweltbewusst das ist, gerade mit diesen Fernbussen und so Geschichten. Dann lieber so einen Fernbus vollmachen für kleines Geld und alle teilen sich die Kosten als wenn 20 Leute einzeln von Berlin nach Köln fahren ne? Robert: Total. Also es spart echt krass viel Geld. Ich werde immer gefragt, wie kannst Du so viel reisen. Ich bin sogar der Meinung, wenn man es clever anstellt, dann ist auch reisen günstiger, als zuhause bleiben. Wir waren jetzt Anfang des Jahres zwei Monate auf Gran Canaria und haben da was geholt über Airbnb. Im Endeffekt habe ich, dadurch dass ich hier zuhause meine Wohnung vermietet habe und auf Gran Canaria günstiger gelebt habe und die Flüge auch super billig waren, eigentlich Geld gespart, im Vergleich zum Zuhausebleiben. Marcus: Ja, das ist ja genau der Trick. Und genau so ist es auch wenn wir unterwegs sind. Und das verstehen viele Menschen nicht, die da nur die Bilder am Strand sehen und so. Wenn wir denen sagen, wenn wir unterwegs sind, in Thailand oder Philippinen oder wie jetzt in Marocco, dann leben wir günstiger und haben weniger Ausgaben, als wenn ich in Berlin lebe. Das ist aber nur, weil die Leute nicht loslassen können von ihren Wohnungen oder Angst haben das unterzuvermieten. Das ist halt dieser Rattenschwanz, wo aber auch jeder für sich selber verantwortlich ist, ob er sich den so aufbaut oder nicht. Und ob man sich eine Doppelhaushälfte finanziert und den Kredit abbezahlen muss oder eine Familie gründen muss, was ja auch sehr cool ist, aber man darf sich dann nicht beschweren, dass andere dann so einen anderen Lifestyle leben können, weil die ja auch einiges dafür tun und bewusste Entscheidungen treffen. Robert: Letztendlich haben wir ja den krassesten Vorteil, dadurch dass wir relativ jung in dieses ganze Thema reingestartet sind und noch nicht so viel angehäuft haben. Wenn ich mir jetzt vorstelle, wenn ich irgendwie schon Mitte vierzig wäre und zwei Kiddies am Start habe und mein Haus gerade abbezahle und Auto und dies und das, dann ist es viel schwieriger da rauszukommen. Aus meiner Sicht ist es trotzdem möglich. Es gibt so viele Leute, die das zeigen. Aber wenn man halt recht jung anfängt, sich mit dem ganzen Thema zu beschäftigen, dann hat man schon einen ganz schönen Startbonus. Marcus: Ja und so langsam wird ja auch so das Problem gelöst, dass man Beziehungen oder Partnerschaften innerhalb von der Szene anfangen kann zu finden. Ich glaube, das war oder ist auf jeden Fall auch noch ein großes Problem für viele Leute. Die entdecken das, aber weil das noch so outstanding ist, der ganze Lifestyle, gibt es da noch nicht so viele Gleichgesinnte. Gerade auch nicht im näheren Umkreis. Und dann muss ich doch alleine starten. Und das lässt dann doch viele wieder stolpern. Aber dadurch, dass die Bewegung immer größer wird, werden auch die Möglichkeiten da Gleichgesinnte zu finden auch im näheren Umfeld auch immer größer. Robert: Mein Tip ist da auf jeden Fall einfach mal loszugehen. Wenn ich mir jetzt angucke, ich habe vor vier Jahren meine Ernährung umgestellt und die beiden Bereiche meines Lebens, die mich auch wirklich sehr, sehr interessieren, der Ernährungsbereich und sein eigenes Ding also Business machen. Wenn ich jetzt schaue, mit welchen Leuten ich mich umgebe, das sind fast alles Leute, die genau in dieser gleichen Schnittmenge unterwegs sind. Die auch irgendwie einen Youtube Kanal haben, die auch gerade dabei sind, ein Online Business aufzubauen. Und trotzdem halt aus diesem Veganbereich. Und ich dachte, das gibt es halt nicht. Wenn Du wirklich ein bisschen ein Exot bist, wirst Du immer wieder Leute finden, die genauso unterwegs sind, wenn Du halt auch hartnäckig dabei bleibst. Dadurch dass ich im November 2013 mein eigenes Business zu starten - ein bisschen über eineinhalb Jahre. Wenn ich gucke, wie viele Leute ich dadurch kennengelernt habe. Mein komplettes Umfeld habe ich in den letzten ein, zwei Jahren kennengelernt. Marcus: Auch Deine Freundin? Robert: Ja genau. Marcus: Vor eineinhalb Jahren bist Du gestartet, sagst Du gerade? Dafür ist das bei Dir ziemlich krass durch die Decke gegangen. Vielleicht kannst Du nochmal kurz sagen, womit Du gestartet bist und was so aktuell Deine Themen sind. Robert: Gerne, ja. Wenn ich auf die letzten eineinhalb Jahre zurück gucke, dann ist es schon irgendwie eine ganz schön krasse Reise gewesen. Und ich glaube, ich brauche auch so ein bisschen, um zu verstehen, wie das alles so passiert ist. Aber angefangen habe ich im November 2013 und da habe ich meinen Blog gestartet - das Rohkost 1x1. Wo ich quasi meine Erfahrung bei der Ernährungsumstellung weitergebe und Leuten gezeigt habe, es ist kein Hexenwerk Rohkost in seinem Speiseplan aufzunehmen und man fühlt sich dadurch gleich besser. Es ist nicht so schwer. Und darüber habe ich halt Artikel geschrieben. Ich habe dann auch nach knapp fünf Monaten mein eigenes erstes Produkt rausgebracht. Das war ein Online Kurs zum Thema Ernährungsumstellung. Und der ist auch gleich gut eingeschlagen. Und so habe ich dann nach sieben oder acht Monaten meinen damaligen Job auch an den Nagel gehängt und ernähre mich seit dem ausschließlich davon. Dazu habe ich dann noch einen Youtube Kanal bekommen und aktuell ist das Thema Youtube sehr sehr interessant für mich und so ein bisschen mein Baby. Ich habe nämlich gemerkt, wenn man Videos dreht, das macht noch viel mehr Spaß als Artikel zu schreiben. Deshalb habe ich dann den Blog und generell das Projekt Rohkost recht wenig Zeit rein und habe jetzt gesagt, das Thema Ernährungsumstellung ist geil, aber irgendwie hat es sich für mich angefühlt, als wäre ich an einem Punkt angelangt, wo ich damit jetzt fertig bin. Ich habe jetzt so viel produziert. Auf dem Youtube Kanal sind irgendwie 300 Videos und auf dem Blog sind 100 Artikel und alles was ich weiß ist da jetzt drin und es hat sich angefühlt, als wäre ich an dem Punkt das nächste zu starten. Mein aktuelles Projekt ist das jetzt das Business 1x1. Darauf zeige ich Leuten, wie ich es geschafft habe, mit meiner Leidenschaft für die Ernährung ein erfolgreiches Business aufzubauen und gebe jetzt diese Erfahrungen weiter. Da gebe ich jetzt quasi Tips und Strategien zu Social Media, zu Youtube, zu Bloggen und all die Dinge, die mir selbst auch wichtig waren und die ich selbst auch einfach gelernt habe auf meiner Reise bisher. Das ist jetzt aktuell mein Baby und da bin ich jetzt dabei, meinen Online Kurs zum Thema Youtube zu produzieren, der auch gerade übermorgen online geht. Marcus: Ah krass. Auf welcher URL wird der online gehen? Robert: Das ist kurse.business1mal1.de. Da ist eine Plattform, die ich gerade dabei bin aufzubauen. Jetzt kommt erst der Youtube Kurs und da werde ich in Zukunft auch zu den weiteren Themen, die mich auch noch interessieren noch mehr reinpacken. Jetzt kommt da wie gesagt, erstmal der Youtube Kurs, aber da werden in Zukunft noch weitere Dinge passieren. Da bin ich mir sicher. Marcus: Und Dein Hauptumschlagplatz, sag ich mal, oder wo Du den meisten Content produzierst für business1mal1 ist aber der Youtube Kanal, richtig? Ich meine, nicht mehr eine klassische Website oder wie ist das Konzept. Robert: Richtig, genau. Mein ganzes Ding hat sich so ein bisschen verändert. Damals dachte ich halt, Du brauchst eine eigene Website und einen Blog und das muss alles so sein. Und jetzt aktuell habe ich eigentlich gar nicht eine eigene Website, wo jetzt Content passiert oder so etwas, wo irgendwie meine Homebase ist. Sondern meine Homebase ist aktuell der Youtube Kanal, wo es jetzt seit vier Monaten ungefähr, jeden Tag ein Video gibt. Der Youtube Kanal ist jetzt gerade mal ein halbes Jahr als und trotzdem sind da jetzt schon weit über 100 Videos. Das ist gerade das, was ich auch so interessant und so spannend finde. Du brauchst eigentlich nicht mehr so ein eigenes richtiges Wohnzimmer, was Dir selbst gehört, weil die Plattform, die es gibt, die ganzen Kanäle wie Facebook, Instagramm und so sind auch hervorragend geeignet, um da auch easy und simpel etwas zu starten und nicht fett viel erstmal einrichten zu müssen. Der Youtube Kanal ist mein Ding. Ich denke, das macht richtig, richtig viel Spaß. Da kommt super gutes Feedback. Jeden Tag gibt es ein Video und ganz viele Leute kommentieren und sagen, sie schauen jeden Tag rein. Und jeden Tag geht jetzt um 18:00 Uhr das nächste Video online. Das ist so ein bisschen deren Abendroutine geworden und wenn es dann mal ein Tag kein Video, dann kommen da schon Stimmen “aahh, was ist denn? Was soll ich denn jetzt heute Abend guckten?” und so. Marcus: Krass. Also so ein bisschen wie früher, die Soap, die Abends lief, das ist jetzt Robert Gladitz und business1mal1 am Start, ne? Robert: Genau und das ist halt echt sehr, sehr, sehr, sehr schön zu sehen. Das ist auch aus meiner Sicht die perfekte Vorbereitung, die beste Marketingmaßnahme überhaupt, um letztendlich dann auch seine eigenen Produkte zu verkaufen. Weil ich durch den ganzen free Content, den ich auf den Youtube Channel online stelle, so einen Draht zu den Leuten habe. Wenn ich jetzt jemanden bei der DNX oder bei irgendwelchen veganen Events getroffen habe und die sagen mir “hey, cool” und dann quatschen wir zwei Minuten, dann sagen die “genau so habe ich mir Dich vorgestellt. Genau so wie Du in den Videos bist”. Und das ist halt schön. Du bekommst voll den Draht zu jemandem und hast dann auch voll das Vertrauen, wenn jemand sagt, ich bringe jetzt mein Produkt oder ein Coaching Programm oder was auch immer raus. So baut man halt vorab dann die Beziehung auf und legt da den Grundstein. Marcus: Ich glaube, es ist total wichtig, gerade durch diese drei Dimensionen, die Du hast oder beziehungsweise eine weitere Dimension, dass man Dich auch sehen kann während Du sprichst und nicht nur Content produzierst beim Schreiben, können die Leute noch eine tiefere Beziehung zu Dir aufbauen, so dass sie dann auf den Events sagen “jo, cool, das ist der Robert, den kenne ich ja eigentlich schon von Youtube und der ist im echten Leben genau so”. Robert: Total, also ich muss echt sagen, bei meinem ersten Projekt, dem Rohkost 1x1, da habe ich auch Youtube Videos gemacht. Da habe ich dann so nach ungefähr einem halben Jahr angefangen. Da habe ich halt den perfekten Vergleich. Vorher habe ich gebloggt, dann habe ich Youtube gemacht und die Beziehung zu den einzelnen Leuten ist dadurch so krass noch einmal angestiegen. Klar, wenn man jetzt von jemandem einen Blogartikel liest und auch regelmäßig, zwei mal die Woche gab es da was, dann kann man schon ein gewisses Feeling für die Person bekommen. Aber wenn Du den wirklich siehst, Du hast es gerade gesagt, bei Youtube hast Du da noch viel mehr Sinne, die da angesprochen werden und Du bekommst ein viel umfassenderes Bild von der Person. Ich teile halt mittlerweile fast mein komplettes Leben und spreche auch über Dinge, die nicht so gut funktioniert sind und was vielleicht aktuell nicht so läuft und das ist auch das, was dann dazu führt, dass man wirklich den kompletten Menschen irgendwie kennenlernt und dann sagt “okay krass, da kann ich mich voll mit identifizieren. Als ob ich den jetzt schon ewig lange kenne”. Und in Wirklichkeit hat man sich noch gar nicht in der wirklichen Welt getroffen. Marcus: Ich glaube, das ist auch das Geheimnis, womit man bei den Leuten Vertrauen und Spaß und eine Beziehung aufbaut. Dass man nicht nur immer diese perfekten Seiten von sich zeigt, wo alles super gut läuft und der Himmel rosarot ist, sondern auch mal sagt, ich habe auch mal einen Tag, wo es mir nicht so gut geht. Oder ich struggle mal mit irgendwas. Ich habe heute mal auf nichts Bock und heute läuft es bei mir nicht. Das ist auch ganz wichtig ne? Robert: Letztendlich ist ja das, was einen auch so als Mensch macht. Denn jeder Mensch hat aus meiner Sicht mal ab und an was, was nicht so gut läuft. Und wenn man halt immer nur das Perfekte zeigt, dann ist es halt wie früher im Fernsehen, wo die Leute dann ewig geschminkt wurden und alles geskatched und geschnitten und so weiter. Und jetzt ist es halt viel näher an der Realität. Ich habe auch vor einer ganzen Weile ein Video darüber gemacht, von meinem letzten Launch, dass der aus meiner Sicht nicht so erfolgreich gewesen ist, wie ich es mir gedacht habe und habe dann einen Pfad zu dem Video gemacht. Und dann habe ich denen gesagt, okay, das denke ich mir und das und das. Und dann haben die Leute auch gesehen, krass, da ist auch jemand, der auch so ein bisschen kritisch mit sich selbst ist und auch mal Niederlagen eingesteht und dann hat es dazu geführt, dass einfach so gutes Feedback kam und die Leute sich bedankt haben und gesagt haben, okay das tat echt voll gut zu sehen, dass nicht immer alles perfekt laufen muss und trotzdem kann man auf dem richtigen Weg sein. Marcus: Ja absolut. Hast Du keine Angst, dass Youtube Dir irgendwann mal den Saft abdreht oder dass Du Dich zu abhängig machst von der dritten Plattform? Robert: Das ist eine super spannende Frage, die ich auch echt richtig häufig gestellt bekomme. Ich denke mir halt: Eigentlich hat Youtube ja ein Interesse daran, dass ich da bin. Dadurch dass die ganzen Leute meine Videos schauen, sorge ich ja dafür, dass die Leute auf der Plattform Youtube sind. Von daher ist Youtube auf meiner Seite. Also haben sie kein Interesse daran gegen mich zu arbeiten sondern für mich zu arbeiten und mich zu supporten, dass ich möglichst viel guten Content produziere. Das einzige, was natürlich dazu führen könnte, dass der Kanal gelöscht wird oder irgendsowas ist, wenn Du irgendwelche Dinge machst wie Copywrightverletzungen oder Beleidigungen oder so etwas. Da ich aber aktuell nicht den Plan habe, so etwas zu machen, sondern da so ein bisschen in Youtubes Regeln spiele, mache ich mir darüber null Gedanken. Selbst wenn das jetzt irgendwie schiefgehen würde, weiß ich, dass ich in dem ganzen Prozess so viel gelernt habe, so viele Skills angeeignet habe und so viele Erfahrungen gemacht habe, dass ich halt, wenn ich nochmal komplett von null starten müsste, wahrscheinlich nochmal viel schneller durch die ganze Entwicklung durchgehen könnte, weil ich halt schon so viel gelernt habe. Ich habe auch letztens zu dem Thema ein Video gemacht. Mich hat es sogar früher, wenn ich irgendwas auf der Playstation gespielt habe, wenn ich ganz weit war, dann nochmal komplett von vorne zu starten und den ganzen Speicherstand zu löschen, weil ich dadurch eine neue Herausforderung hatte. Marcus: Neue Challenge: Das noch schneller hinzukriegen. Robert: Auf jeden Fall. Alles was man auf dem Weg gelernt hat, da einfach nochmal mitzunehmen. Und deswegen mache ich mir da recht wenig Gedanken, was die Zukunft bringen wird, weil ich weiß: alle Skills und alle Erfahrungen, die kann mir halt keiner nehmen. Die bleiben mir halt. Marcus: Das kenne ich auch noch von früher. Wenn man dann Super Mario Bros. oder Gianna Sisters, ich weiß nicht ob Du das noch kennst. So ganz früher mit der Datasette auf dem C64 gespielt habe und dann schon diesen ganzen geheimen Tricks und Regeln kannte und diese Extrabonus Diamanten irgendwo einsammeln konnte. Und dann hatte man einen verpasst und dann hatte man eigentlich gar kein Bock mehr ans Ziel zu kommen, weil man wollte dann diesen perfekten Weg machen. Robert: Genau, das kenne ich auch. Marcus: Und neben Youtube fokussierst Du Dich noch auf andere Plattformen? Oder produzierst da viel Content? Robert: Also Youtube ist auf jeden Fall das, wo der Großteil meiner Zeit reingeht. Ich mache halt jeden Tag ein Video. Also das tägliche Video ist so eine Kombination. Ich habe da ein eigenes Format geschaffen, was mir in dieser Youtube Welt so ein bisschen gefehlt hat. Ich mache jeden Tag ein Video, wo ich einen Content habe, wo ich halt quasi über ein bestimmtes Thema spreche, was mich jetzt gerade bewegt. Sei es eine Mindset Sache, sei es eine Social Media Sache, was zum Thema Youtube Kanal aufbauen. Irgendwas in die Richtung, was mich gerade so bewegt. Dann kombiniere ich das mit einem Blogpart. Also ich habe jeden Tag immer meine Kamera dabei und zeig den Leuten wo ich so bin und was ich so mache und was ich so esse, was ich mir für Bücher reinziehe, mit welchen Leuten ich mich treffe. Also dass wirklich so ein umfassendes Bild von mir als Person entsteht und diese beiden Welten kombiniere ich in dem Video und das geht auch jeden Tag zwischen 20 und 30 Minuten. Für mich fühlt es sich abends so an, wenn ich da sitze und mein tägliches Video geschnitten habe, als ob ich so ein kleines Miniwerk in die Welt hinaussetze. Als ob jetzt der Maler sein Bild fertiggemacht hat. Ich habe jetzt mein tägliches Video und es ist jetzt da draußen in der Welt und es braucht auch jeden Tag mehrere Stunden Zeit. Aber das ist mir echt so das wichtigste. Und dann habe ich natürlich noch weitere Plattformen, um das noch so ein bisschen zu unterstützen. Bei Facebook bin ich natürlich aktiv und Instagram bin ich aktiv. Das sind so die beiden Supportplattformen. So sehe ich das so ein bisschen, um auch noch andere Dinge zu teilen. Das nächste Projekt wird auf jeden Fall, wenn ich jetzt fertig bin mit dem Kurs-Launch und das alles in trockenen Tüchern ist, dann werde ich mich mit dem Thema Snapchat beschäftigen. Ich denke, das ist sehr, sehr reizvoll und das ist auch wo die Zukunft hingehen wird und da gleich am Anfang an Board zu sein, das ist glaube ich ziemlich interessant. Marcus:  Ich habe mir das vor ein paar Monaten installiert, nachdem ich auch von Gery Reinhard gehört habe, dass das der heißeste Scheiß sein soll. Und ehrlich gesagt aber nicht richtig verstanden, wie da Brands oder Unternehmen mit ihren Usern kommunizieren können. Beziehungsweise, ich habe es nicht mal hingekriegt mit irgendjemandem da zu kommunizieren oder zu chatten. Vielleicht bin ich das auch falsch angegangen. Kannst Du mal kurz erklären, wie das funktioniert? Robert: Bei Snapchat ist der Puffer sozusagen oder die Barriere zwischen dem, der produziert und demjenigen, der konsumiert noch geringer. Zum Beispiel weiß jeder bei Instagram, dass der da einen Filter drüber legt, dass Dein Bild noch mal schön hinpositioniert ist. Bei Youtube ist es auch geschnitten. Und bei Snapchat ist es so, jemand nimmt es auf und es ist sofort online. Da kann nochmal ein direkterer Draht entstehen. Und deswegen machte es glaube ich so ein bisschen den Reiz aus. Das Prinzip ist eigentlich Folgendes: Du hast bei Snapchat solche Stories, wo Du quasi ein Bild oder ein Video auf, was bei Dir gerade abgeht und dann ist es online und dann kannst Du halt für die nächsten 24 Stunden angeschaut werden. Und Leute, die Dir folgen, wie bei Facebook oder Instagram oder Twitter können es dann angucken, haben aber nur eine begrenzte Zeit. Und das hat Snapchat clever gemacht, weil das dafür sorgt, dass Leute jeden Tag reingehen. Weil wenn Sie es verpassen, bei Facebook ist so “okay, da schreibe ich morgen auf die Nachricht und auf die E-Mail kann ich morgen auch noch drauf antworten, das Youtube Video kann ich mir auch noch nächste Woche angucken”. Aber bei Snapchat ist es weg. Marcus: Das ist jetzt gerade bei Facebook mit Read later und so Funktionen ne? Das ist ja krass. Robert: Ja das ist so. Das ist halt einfach noch einmal direkter. Das ist ein ähnlich spannendes Thema, wie das Thema Webinare. Da seid ihr ja auch super dabei. Ich mag das persönlich richtig gerne, weil das halt auch nochmal so was ist. Alles was einen möglichst engen Draht zu den Zuschauern oder zu den Lesern oder wie auch immer, herstellt, ist halt so wertvoll. Wenn jemand irgendwelche coolen Sachen macht und Du findest das spannend, was derjenige produziert, dann willst Du natürlich auch mehr von dem erfahren. Und wenn Du da einen intensiven Einblick bekommst, dann ist das halt auch spannend. Zum Beispiel früher, wenn Du denkst okay,  Oma Gretchen kauft sich jetzt irgendwo einen Smoothie, dann interessiert sich die ganze Welt dafür. Und wenn das aber Tante Anneliese macht, dann interessiert es halt keinen ne? Wenn Du halt eine Persönlichkeit bist, die spannend ist, dann wollen Leute halt auch sehen, was in Deinem Leben so abgeht. Und da ist Snapchat ein gutes Tool, Webinare, die Vlogs, was ich mache und alles, was wirklich sehr, sehr nah dran ist, ist da sehr, sehr sinnvoll. Marcus: Was hälst Du von Periscope? Robert: Auch spannend auf jeden Fall. Ich habe es persönlich noch nicht getestet oder ausprobiert, aber auch sehr interessant. Was bei mir aktuell noch die Hürde darstellt ist, dass ich denke, dass ich noch nicht eine Reichweite aufgebaut habe, die groß genug ist, um das ganze sinnvoll zu machen. Ich habe darüber nachgedacht, entweder feste Zeiten, wo ich sage “Leute, jeden Mittwoch treffen wir uns Live in Periscope oder in Meerkat und dann gibt es irgendwie etwas, damit Leute sich darauf einstellen können. Wenn ich jetzt sage, okay ich gehe jetzt einfach mal Live. Erstens bin ich auf Twitter eh fast gar nicht aktiv, von daher ist das auch eine weitere Hürde und wenn ich jetzt einfach sage, okay ich starte das jetzt und dann geht es los und dann sind dann vielleicht, wenn ich Glück habe, drei, vier Leute dabei, weil ich noch nicht die riesige Reichweite aufgebaut habe, dass jetzt spontan da Leute zugucken. Wenn Gary Vaynerchuk seine erste Review Shows da Live macht, der hat eine riesige Reichweite und trotzdem sind da “nur” ein paar hundert Leute, vielleicht aktuell auch mal über tausend, was jetzt aber nicht so viele sind. Und deswegen ist das noch eine Hürde, aber ich weiß, dass ich da in Zukunft auf jeden Fall reingehen werde, weil das halt sehr spannend ist. Marcus: Vielleicht mal kurz, für die, die da nichts mit anfangen können oder davon noch nichts gehört haben. Das ist eine neue App, womit man dann quasi Live sein Video streamen kann von überall ne? Robert: Genau, Du kannst quasi jetzt auf den Knopf drücken und sagen “hey Leute, jetzt könnt ihr mal zugucken, wie ich was auch immer mache”. Marcus: Tim Ferris macht zum Beispiel irgendwie Having Tea with Tim. Und dann macht er sein Ding an morgens, wenn er noch ganz gechillt und entspannt ist und beantwortet dann Fragen. Ich glaube die Leute können dann über Chat mit einem kommunizieren und macht dann ganz spontan dieses Periscope-Chats. Ich finde es auch mega spannend und hätte da glaube ich mal richtig Bock drauf. Ich habe das in Tarifa getestet, als wir die 7-Minute App auf dem Rooftop gemacht haben. Da haben dann ein paar Leute zugeguckt, aber irgendwie alles nicht irgendwelche Leute, die ich kenne oder die mich kennen. Man kann ja auch ganz random irgendwie nach Channel gucken, was da passiert. Ich glaube, da muss man dann irgendwann noch mal ein bisschen durchdachter rangehen. Aber wenn sich das dann durchsetzt, ist das auch noch ein mega spannendes Tool, was einen ja noch authentischer macht, wie Du gerade sagst. Hier beim Podcast kann geschnitten werden. Bei Youtube kann geschnitten werden. Fernsehen wird eh manipuliert. Die Zeitungen sind auch alle manipuliert. Insofern werden so Formate und Tools glaube ich, immer wichtiger. Robert: Auf jeden Fall. Aber das ist cool, dass Du das gerade noch mal mit Tim Ferris angesprochen hast. Wenn Du halt wirklich sagst, die Leute können sich auf eine bestimmte Zeit einstellen, dann ist halt auch die Wahrscheinlichkeit, dass dann jemand in dem Moment Zeit hat und dann da joinen kann, viel höher, als wenn er dann gerade unterwegs ist und eine Benachrichtigung bekommt und aber keine Zeit hat. So kann man sich ein bisschen darauf einstellen. Das kann ich mir auch gut vorstellen, irgendwie jeden Morgen so etwas zu machen oder jeden Abend. Oder zwei mal die Woche. Das ist glaube ich recht cool und da werde ich noch experimentieren in nächster Zeit. Marcus: Ja sehr cool. Robert, ich glaube, wir sind auch soweit durch. Wir haben jetzt fast eine Stunde miteinander gequatscht. Ich könnte glaube ich noch fünf weitere Stunden mit Dir reden. Wir sehen uns aber in zwei Wochen auf der Global. Robert: Auf jeden Fall. Ja mein Frühstück ruft jetzt mal. Marcus: Ja das stimmt, Dein Frühstück um 13:29 Uhr. Hast Du noch ein Lieblingssmoothie Rezept, was Du uns verraten willst? Robert: Sehr gerne. Bei mir sind ja die grünen Smoothies omni präsent. Ich bin ein großer Fan davon, möglichst viel Pflanzengrün in die Ernährung zu integrieren, weil ich der Meinung bin, dass das mineralstoff- und vitaminreichste überhaupt ist, was man nur machen kann. Das Non-Plus-Ultra sind auf jeden Fall die Wildkräuter. Also was wild gewachsen ist. Also viele Leute mögen es nicht glauben, aber wenn ich mal Zeit und Muße habe, dann gehe ich auch mal auf die Wiese und pflücke mir da meinen Löwenzahn und meine Brennessel. Marcus: Da darf man aber nichts falsches pflücken. Wenn man Pech hat… Robert: Es ist wichtig, sich bei dem Thema an Sachen zu halten, die man wirklich kennt. Also ich würde jetzt nicht dahergehen und würde mir ein Buch reinziehen und sagen “oh da sagt jemand hier, da gibt es den gemeinen Breitknötterich oder irgendwie sowas, dann würde ich versuchen, den zu finden. Das würde ich jetzt nicht unbedingt machen, weil man sich da vielleicht auch etwas unangenehmes einhandeln kann, aber zum Beispiel Löwenzahn, Petersilie kennt jeder. Dann gibt es noch zwei, drei andere Dinge, die eigentlich sehr easy sind und das strotzt halt nur so vor Power im Vergleich zu einem Salat aus dem Supermarkt. Und auf den Märkten, wo ich unterwegs bin, kann man die auch kaufen. Ich habe jetzt in meinem Kühlschrank so eine große Tüte Wildkräuter fertiggekauft. Das ist nicht super günstig, aber da ist halt richtig viel dabei. Und deswegen mag ich das sehr gerne. Das landet, wenn möglich, in meinem Smoothie oder sonst halt auch die üblichen Verdächtigen wie Spinat, Mangold oder so etwas. Das geht auch immer klar. Und dazu dann einfach Obst, was ich gerade da habe. Bananen sind bei mir ein Basic, weil die halt einfach für die Süße sorgen. Ansonsten einfach Äpfel. Im Sommer Beeren. Was auch immer man einfach da hat. Pfirsiche gehen auch, klar. Also grün plus Obst ist aus meiner Sicht eine Killer-Kombi. Marcus: Cool, saugeil. Vielen Dank! Robert: Sehr gerne! Marcus: Und wir sehen uns in zwei Wochen, bis dann!

Robert: Das machen wir so, danke Marcus, ciao!

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Jul 24, 2015

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Interview mit Stefan Klumpp von Mobile Jazz

Willkommen zu einer neuen Folge von LifeHackz. Ich bin zurück aus Barcelona um jetzt in Berlin die DNX GLOBAL vorzubereiten. Ich hab euch aus Barcelona aber ein richtig spannendes Interview mitgebracht mit Stefan Klumpp. Stefan ist Gründer von einer Mobile App Development Agentur, die mittlerweile 20-30 Mitarbeiter hat und komplett ortsunabhängig geführt wird. Das heisst, Stefan ist ständig in der Welt unterwegs. Kennengelernt hab ich ihn ein paar Wochen vorher in Tarifa, er ist auch begeisterter Kitesurfer und wir haben uns in seinem Büro in Barcelona getroffen, um diese Podcast Folge aufzunehmen und über Stefans Leben zu reden, was nämlich richtig, richtig spannend ist. Die ganzen Shownotes zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/006 und jetzt viel Spaß mit dem Interview mit Stefan Klumpp. In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man ein Unternehmen Remote führt.
  2. Warum du immer machen solltest was sich für dich richtig anfühlt.
  3. Wie man aus einem Camper heraus arbeitet.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

Mobile Jazz

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Also wir sind jetzt hier in Barcelona. Hier war ein großes Event zum Online-Unternehmertum, wo auch der Stefan mitgemacht hat. Den Stefan habe ich glaube ich vor vier oder sechs Wochen in Tarifa das erste Mal getroffen. Und zwar in dem Digital Nomad Hotspot und jetzt sitzen wir hier in Deinem Büro, wo auch Deine Angestellten arbeiten. Wie ist das dazu gekommen, dass zu quasi zum einen in Tarifa unterwegs gewesen bist und Kitesurfen warst und zum anderen jetzt hier in dem Office sitzt und den ganzen Tag schwer beschäftigt bist? Stefan: Also wenn ich ganz weit ausholen soll, dann fing das eigentlich schon in der Schule an. Schule war gar nie mein Ding und die habe ich dann auch abgebrochen als ich dann 18 war. Ich habe in Deutschland eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker angefangen und habe das auch drei Jahre durchgezogen. Dann habe ich aber erst gemerkt, wie gerne ich eigentlich Elektronik am Computer mag. Ich habe davor schon als Jugendlicher schon viel mit Computern gespielt. Marcus: Ja aber nur gespielt oder hast Du auch ein bisschen programmiert? Stefan: Ich habe programmiert und auch ein bisschen mit Linux und allem rumgemacht. Und dann habe ich in Deutschland an der Fachhochschule angefangen zu studieren. Dadurch dass ich die Schule abgebrochen hatte, war das ein bisschen schwieriger. Ich habe natürlich die fertige Ausbildung und habe mich an verschiedenen Fachhochschulen beworben und eine hat mich dann auch akzeptiert. Von alle anderen habe ich nur Absagen bekommen. Das war die Fachhochschule in Ulm und da habe ich dann Fahrzeugelektronik angefangen zu studieren. Das wäre ein Studium von vier Jahren gewesen und habe aber nach einem Jahr schon angefangen, da ich eine sehr praxisorientierte Person bin, nebenbei in Ingolstadt für eine Supplier Firma von Audi zu arbeiten und Mikrokontrolle zu entwickeln. Also hauptsächlich Software und ein bisschen Elektronik. Marcus: Und das war im Grund ein typischer Studentenjob? Stefan: Ja erst war es ein Praktikum. Das erste Jahr im Studium habe ich im Sommer das Praktikum gemacht und dann war das als Werkstudent. Ich habe dann aber die meiste Zeit im Studium in Ingolstadt gearbeitet. Ich bin also immer hin- und hergefahren zwischen Ulm und Ingolstadt und habe mehr dort gearbeitet als ich eigentlich studiert habe. Und nach zwei Jahren im Studium kam mir eine interessante Möglichkeit auf, ich hatte mich sehr für Robotik interessiert? Marcus: Wann war das, welches Jahr? Stefan: Das war 2007. Dann habe ich die Stanford University in den USA angeschrieben. Marcus: Ohne Hemmungen oder Vorbehalte? Stefan: Ich habe einfach ein Video von denen gesehen über die Darpa Challenge. Das war ein selbstfahrendes Auto in der Wüste. Da habe ich gedacht, cool, das kombiniert alles was ich machen will: Software, Robotik, Automobil. Ich hab die dann also angeschrieben und der Great Manager hat mir dann auch zurückgeschrieben. Ich habe eigentlich mehr und mehr gefragt, was muss ich studieren um so etwas mitmachen zu können. Und der Lead auf der Elektronikseite hat mir dann zurückgeschrieben und wollte ein wenig mehr über meinen Backround wissen. Ich hatte schon meinen CV angehängt, aber sie waren überraschender Weise mehr an mir interessiert, weil ich einen Hintergrund als Fahrzeugmechaniker hatte. Ich kannte mich also mit Autos aus und ich kannte mich auch mit Software aus und hatte in der Praxis auch schon für Audi gearbeitet. Ich kannte somit also deren Systeme. Stanford hat zu dem Zeitpunkt mit Volkswagen eine Partnerschaft gehabt, was die gleiche Gruppe - also die gleiche Technolgie - ist. Die hatten halt das riesen Problem bei dem Projekt, dass eigentlich nur Akademiker dabei waren. Die waren gut mit der artificial intelligence um das zusammenzubauen, aber sie hatten halt niemanden, der sich richtig gut mit der Fahrzeugelektronik auskennt, wie das Gaspedal, Lenkung, Bremsen usw. anzusteuern. Jedenfalls hat er mir zurückgeschrieben und wir haben telefoniert, auch mit mehreren Leuten im Team und dann haben sie irgendwie gemeint: Komm rüber und mach mit bei uns. Marcus: Das ist ja cool. War das denn offiziell als Stipendium ausgeschrieben? Stefan: Das war nicht offiziell als Stipendium ausgeschrieben. Ich habe dann ein Studentenvisum bekommen über die Uni, aber es war mehr ein Research-Bereich. Die hatten die Stelle auch nicht ausgeschrieben. Das war mehr oder weniger Zufall, weil ich die angeschrieben habe und meinen CV mitgeschickt habe und es hat einfach gepasst. Marcus: Super coole Story. Das zeigt schon wieder, nur wer etwas versucht und macht und umtriebig ist und sich vielleicht auch nicht einschüchtern lässt von so einem krassen Namen, Stanford University. Dann wenn man dem Schicksal erst Gelegenheit gibt zuzuschlagen, dann kann auch etwas passieren. Das ist echt eine coole Geschichte. Stefan: Vor allem findet man ja auch alles im Internet. Also sämtliche Kontakte oder die Website des Projekts gab es im Internet. Ich habe da einfach mal wild drauf los geschrieben. Ich hatte ja weiter nichts zu verlieren. Ich wollte ja einfach nur Infos haben und dachte, vielleicht schreibt einer zurück, vielleicht auch nicht. Ja jedenfalls bin ich da rüber geflogen. Das war im Mai 2007. Das war zeitlich eigentlich schon recht knapp , weil im November 2007 war die Challenge von der Darpa, das ist das U.S. Verteidigungsministerium oder der Forschungsarm davon. Wir hatten dann auch recht viel Stress. Ich war auch voll in das Projekt involviert und habe zu dem Zeitpunkt auch gar nichts anderes gemacht. Das war auch hoch interessant. Marcus: Bist Du denn da gut reingekommen aufgrund Deiner Vorkenntnisse? Stefan: Ja total. Also sie haben zwar gemeint, sie bräuchten mich oder jemanden mit meinen Skills aber die hatten schon sehr viele Fortschritte gemacht in den letzten Jahren. Es gab ja schon vorher Projekte, aber da wo es noch richtig gefehlt hatte, war halt die Verknüpfung von der Artificial Intelligence mit dem Auto. Wir hatten natürlich auch Hilfe von Volkswagen selber. Die hatten ein paar Ingenieure dabei und ich war halt ständig 100% vor Ort. Die Competition selber war dann im November. Wir waren dann auch recht gut dabei und haben als zweite abgeschnitten. Wir hatten 1 Mio. Dollar Preisgeld gewonnen. Davon habe ich natürlich nie etwas gesehen. Das ging alles wieder zurück in die Forschung, aber es war eine super Referenz für mich. Wir sind mit dem Auto auch im Museum in Washington vertreten. Da ist ein Bild mit Name von mir drin. Also wenn alles andere im Leben schief geht, dann kann ich das meinen Enkeln zumindest erzählen. Marcus: Ja oder mit nach Washington nehmen und das Auto zeigen, ne? Ja, das ist ja eine krasse Story. Stefan: Ja, das ging ja nach der Competition noch ein bisschen weiter. Da habe ich dann an ähnlichen Projekten in der Forschung gearbeitet. Auch nur mit Fahrzeug, Elektronik und hauptsächlich Stabilisierung an Fahrzeugen bei Hochgeschwindigkeit. Teilweise auch seitwärts fahren auf einem Race Track. Zu Weihnachten hat mich ein Freund, er ist österreicher und war auch in Kalifornien, nach Mexiko mitgenommen. Ich hatte mir dann überlegt, ob ich Weihnachten zu meinen Eltern Heim fliege oder ob ich lieber in Amerika feiere. Und er hat mich dann nach Mexiko mitgenommen und hat mir das Kitesurfen gezeigt. Und das hat mich so gepackt, dass ich dann auch vier, fünf oder sechs Monate länger in den USA war, als nur Stanford. Marcus: Wo genau hast Du in Mexiko Kiten gelernt? Stefan: Das war in La Ventana. Das ist in New Kalifornien, also weiter runter am letzten Ende von Kalifornien. Also der mexikanische Teil von Kalifornien: Baja California. Marcus: Okay, also Westküste unten. Ja das kann ich natürlich gut nachvollziehen, wie sehr einen das packen kann. Stefan: Ja und dann war ich so extrem fasziniert davon, dass ich eigentlich gesagt habe, das möchte ich weiterhin machen. Ich habe nicht wirklich einen Plan, aber ich habe dann alles zusammengepackt und bin dann Maouhi geflogen mit meinem Equipment und habe dann ein paar Monate auf Nui gelebt und im Prinzip eigentlich nur Kite gesurft. Marcus: Hast Du denn von vorher Gespartes gehabt? Stefan: Ein bisschen was. Ich hatte auch an der Uni relativ gut verdient. Ich glaube in Deutschland als Student bekommt man nicht so viel wie in den USA. Zumindest im Sillicon Valley. Für die war ich ein Engineering Talent und da habe ich als Student schon sehr gut verdient. Da hatte ich also ein bisschen was gespart aber nicht viel. Ich bin aber ein sehr minimalistisch lebender Mensch und habe auch viel Zeit einfach im Zelt oder am Strand verbracht. Da ist es ja sehr warm. Zum Frühstück gab es Mango und Bananen kostenlos und zwischendurch waren wir auch im Hostel. Wir haben uns auch mit ein paar Freunden zusammen ein Auto gekauft und dadurch, dass ich Kfz-Mechaniker bin haben wir das ein bisschen gefixt und am Ende sogar mit Gewinn wieder verkauft. Marcus: Cool. Das war also ein halbes Jahr auf Maohi? Stefan: Ja, ungefähr ein halbes Jahr. Marcus: Und in dieser Zeit hast Du auch nichts anderes gemacht als quasi Deine Leidenschaft ausgelebt, das Kitesurfen und hattest jetzt vielleicht auch nicht diesen Druck, den man hier vielleicht in Deutschland hat, auch gerade nach der Uni, wo es heißt, es muss Zack Zack hinter einander gehen. Abschluss, erster Job und dann musst Du direkt in den Beruf rein, ansonsten bist Du schon wieder zu alt und “verplemperst” Deine Zeit? Stefan: Nein das hatte ich noch gar nicht. Ich meine, deswegen hatte ich auch die Schule abgebrochen. Ich hatte nie die Ambition für Karriere. Zwischendurch nach der Kfz-Mechaniker Ausbildung hatte ich vielleicht ein bisschen davon. Da wollte ich unbedingt für Porsche arbeiten, frag mich nicht warum. Das habe ich aber in den USA wieder komplett verloren und auf Maohi dann sowieso. Als ich mit Maohi dann fertig war, dann bin ich kurz zurück zu meinen Eltern und habe dann recht viel von meinen Sachen weggegeben, weil ich einfach happy war mit dem minimalistischen Lebensstil und habe dann aber auch überlegt, was ich jetzt weiter mache und wollte das Studium noch durchziehen. Glücklicherweise bin ich auf die Uni in Edinburgh in Schottland gestoßen. Und die möchten gerne, dass mehr Leute nach Schottland kommen und haben mich dann auch einfach akzeptiert. Die haben auch die Credits von Deutschland genommen und auch das was ich in den USA gemacht habe - auch wenn das kein richtiges Studium war, sondern mehr research - und haben dann gesagt: Du musst jetzt noch mal ein Jahr studieren und bekommst dann den Abschluss. Das habe ich dann auch mehr oder weniger durchgezogen. Damals hatte ich eine Freundin in Miami. Da bin ich dann im Winter wieder rüber, weil es mir in Schottland im Winter zu kalt war. Und dann zum Abschluss wieder zurück. 2009 hatte ich dann auch den Abschluss, wollte dann aber auch nicht wirklich arbeiten und hatte wieder ein bisschen Geld angespart und hatte zu dem Zeitpunkt auch ein Auto. Dann bin ich erst noch mit Freunden quer durch Schottland gefahren. An der Küste entlang besser gesagt. Marcus: Ganz kurz. Du hast auch echt nie das Umfeld so nah an dich herangelassen, dass Du eigentlich seitdem Du 18 gewesen bist und die Schule abgebrochen hast, Dir immer sicher warst: Das ist der Weg für mich. ich gehe lieber nach meinen Leidenschaften oder nach Happiness oder was mich wirklich erfüllt und lasse mich in keinster Weise beeinflussen. Das finde ich echt beeindruckend. Ich weiß wie schwer das ist. Stefan: Ich glaube nicht, dass ich das bewusst gemacht habe. Also es gibt für mich einen krassen Punkt als Jugendlicher. Ich kann Dir davon ein bisschen erzählen. Ich weiß nur nicht jetzt, oder ein bisschen später? Marcus: Gerne jetzt. Stefan: Ich bin eine Person, die sehr introvertiert ist. Ich verbringe viel Zeit alleine, ich lese sehr gerne, habe auch - wie schon gesagt - früher gerne an Computern rumgebastelt. Mir war das aber nie so bewusst, dass mich das glücklich macht. Als Jugendlicher hat man halt viele Parties oder Geburtstage, wo man trinkt oder Disko und so Sachen. Ich habe das auch mitgemacht, aber ich war total unglücklich. Und das war mir damals nie bewusst, dass ich das war. Und irgendwann gab es einen Punkt, da habe ich das geschnallt. Da habe ich gemerkt, das macht mich nicht glücklich. Ich habe ab dann gesagt, ich mache jetzt das, was ich will und habe weniger Zeit mit meinen Schulfreunden verbracht aber mehr Zeit mit meinen Online-Freunden. Das war auch der Zeitpunkt, wo Internet in Deutschland in den Haushalt kam. Marcus: Ja, noch über die Compuserve Einwahl Nummern oder die AOL CDs? Stefan: Ja richtig. Und dann im IRC Chat. Da habe ich auch richtig coole Freunde gefunden. Oft auch ältere von denen ich auch viel gelernt habe. Teilweise Technologie-Sachen aber auch deren Lebenseinstellung und solche Dinge. Das hat mich halt sehr geprägt muss ich sagen. Marcus: Und das war so in Deinen Teenager-Zeiten mit 15, 16, 17, 18, wo andere sich austesten auf Parties? Stefan: Ja, das hat schon früh angefangen eigentlich. Meine Eltern hatten ein Autohaus und einer unserer Mitarbeiter war sehr gut mit Computern und hat Software auch selber geschrieben und der hat mir als ich zehn war schon Sachen gezeigt. Und ich selber hatte meinen ersten Computer mit 13 oder 14. Da hat das dann alles richtig angefangen. Marcus: Was war das für einer? Stefan: Das war ein 486er noch. Marcus: Ja okay. Wie viel MB RAM hatten die noch, 16 oder so? Stefan: Ja, wenn nicht sogar weniger, ich glaube sogar 8. Marcus: Ja, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ich hatte glaube ich auch einen Amiga 500 mit einer Speicherleitung auf 1 MB und das war irgendwie das größte der Gefühle, was man damals haben konnte. Wenn man das mal mit heute vergleicht. Ja cool, also wir waren an dem Punkt, dass Du in Edinburgh fertig studiert hast? Stefan: Genau. Und wie gesagt, ich hatte da immer noch nicht das Gefühl, dass ich weiter arbeiten wollte und hatte ein bisschen was angespart. Ich wollte dann erstmal einen Europa-Roadtrip machen. Ich wollte dann von Schottland mit der Fähre nach Holland, dann über Belgien, Frankreich, dann kurz bei meinen Eltern nach Deutschland. Dann Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien am Mittelmeer entlang. Dann Spanien runter bis nach Portugal. Und dann an der Atlantikküste wieder zurück nach Deutschland. Dann hatte ich mir gesagt: Wenn ich das fertig habe, finde ich nach drei Monaten einen Job in Deutschland und dann so das Übliche, was jeder macht. Marcus: Gab es dann damals noch Deine Freundin in den Staaten? Stefan: Dann gab es da schon wieder eine andere Freundin, die auch in den Staaten war. Die ist dann auch sogar mitgekommen. Es hat auch alles super geklappt. Das war genial. In den Alpen war es super, dann am Mittelmeer entlang. Das Highlight war Barcelona und ich hab es dann auch nicht weiter geschafft, als bis Barcelona. Ich war dann erst so für ein paar Tage hier und habe dann verlängert auf zehn Tage. Daraus wurde dann ein Monat. Dann ist meine Freundin wieder in die Staaten zurück geflogen. Ich bin etwas länger geblieben und es hat mir super gefallen. Irgendwann ging mir dann das Geld aus. Dann kam mir aber glücklicherweise Steve Jobs zu Hilfe. Er hat nämlich das iPhone erfunden. Also im Prinzip schon ein oder zwei Jahre vorher, aber das war dann der Zeitpunkt als dann das Development Kit rauskam. Marcus: Sprich, dass man dann für den App-Store… Stefan: … Apps entwickeln kann für das iPhone. Ja, dann war ich halt hier unterwegs in Develop-Communities, einfach weil es mich interessiert hat. Weil ich mich schon immer für Development interessiert habe. Aber nie wirklich mit dem konkreten Ziel damit zu arbeiten. Aber es kam dann halt immer mehr auf Firmen oder Leute auf mich zu, die jemanden suchen, der Apps entwickelt. Und ich konnte das zwar nicht, aber ich hatte ja nicht wirklich was zu tun und habe mir das ganze einfach mal angeschaut. Zuerst Android eigentlich und später dann iOS Development. Marcus: Das heißt,der Play Store war ungefähr zeitgleich offen mit dem App Store? Stefan: Ich glaube der App Store war schon zuerst, aber ich weiß es nicht zu 100%. Ich habe auf jeden Fall mit Android Development angefangen, aber iPhone Development kam nur zwei Monate später. Marcus: Sind das denn zwei verschiedene Sprachen? Stefan: Ja die Sprachen sind komplett unterschiedlich, von den tray marks. Ich habe so meinen ersten Job bekommen. Dort habe ich dann ein Jahr lang für ein Start-up Apps entwickelt. Sowohl die Android-Version als auch die iPhone-Version. Die haben das Produkt dann aber eingestellt und dann habe ich weiter als Freelancer gearbeitet. Marcus: Wie sind die auf Dich aufmerksam geworden? Stefan: Das ging einfach über Kontakte, die ich hier gefunden hatte. Wie gesagt, jeder hat Entwickler gesucht, aber es gab einfach keine. Das war komplett neu. Es haben halt welche angefangen das zu lernen, aber genau so habe ich das angefangen zu lernen und ich hatte nie eine Informatikausbildung. Aber ich hatte im Studium ein bisschen Software-Entwicklung und als Jugendlicher schon viel entwickelt und deswegen bin ich da recht einfach reingekommen. Mich hat das dann einfach interessiert. Marcus: Und worüber konnte man sich das zu der Zeit aneignen? Haben da die Tutorials von Apple und von Goolge selber gereicht? Stefan: Ja, es gab zu dem Zeitpunkt nichts anderes. Nur das was Apple Google zur Verfügung gestellt hat. Viel rumspielen, austauschen, Foren usw. So hat sich das halt entwickelt. Ich war einer der ersten Developer weltweit, aber definitv einer der sehr, sehr ersten hier in Barcelona. Und so habe ich mir einen Namen gemacht. Nach deren Start-up habe ich halt als Freelancer gearbeitet und dann hat mich ein anderes Start-up eingestellt. Das war ein frisches Start-up mit Office hier in Barcelona. Da wurde ich dann mehr oder weniger CTO und habe auch angefangen andere Leute anzustellen. Letzten Endes ging die Firma auch Bankrott und ich habe dann Mobile Jazz gegründet mit einem, den ich da eingestellt hatte, meinen Business Partner jetzt. Ich habe auch andere Mitarbeiter von dort zu Mobile Jazz übernommen. Marcus: Und wie seit ihr auf den Namen Mobile Jazz gekommen? Stefan: Mobile ist ja offensichtlich. Wir waren am Anfang eigentlich drei Gründer. Einer ist aber gleich ausgestiegen, weil er die Zukunft nicht sah in dem Ganzen. Marcus: (lacht) Er beißt sich jetzt vielleicht in den Hintern. Stefan: Wahrscheinlich. Er hatte eigentlich den Jazz-Flair reingebracht. Das hatte uns aber allen gut gefallen und es hat gut geklungen. Marcus: Und damals, als Du dann für die verschiedenen Start-ups angestellt gewesen bist und Deine ersten Gehversuche als Entwickler, Developer gemacht hast, das hat sich nicht falsch und schlecht angefühlt, dass Du da schon wieder überlegt hast, wo Du wieder ausbrechen könntest oder Kitesurfen fahren oder einen Roadtrip machen. Stefan: Nein zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht weil ich extrem schnell gewachsen bin. Was ich an meinem Leben sehr gerne mag ist neue Dinge lernen, Sachen ausprobieren. Und das hatte einfach gepasst. Einmal habe ich erst die Softwareentwicklung gelernt und dadurch, dass ich dann CTO war, habe ich andere Sachen von der Firma gelernt: wie man Leute einstellt, wie man Projekte managed. All das war super interessant für mich. Am Anfang waren wir also bei Mobile Jazz zu dritt und dann - wie gesagt - runter auf zwei. Dann haben wir unsere ersten zwei Mitarbeiter eingestellt und das waren dann auch Leute, die ich von der vorherigen Firma kannte. Dann kam es einfach nach und nach. Erst kamen viele in mein persönliches Netzwerk rein, auch in den USA. Das ist natürlich ein Vorteil, wenn man im Sillicon Valley gelebt und das Netzwerk dort aufgebaut hat, das ist unglaublich gut. Später dann, oder inzwischen eigentlich viel über Mobile Jazz als Brand Cyber. Also wir haben einen extrem guten Markennamen. Wir haben gar keine Sales People. Keiner der Verkauf oder Vertrieb macht bei uns. Das geht alles über Referrals. Wir haben im Prinzip gute Qualität und das spricht sich rum und jeder ist damit zufrieden und gibt uns auch neue Projekte. Marcus: Cool, ich glaube die Situation hätten gerne viele Unternehmer, die das gerade hören. Was ihr aber auch macht ist Content Marketing und schreibt, glaube ich, auf eurem Blog. Gerade auch, weil es so outstanding ist, wie ihr als Remote-Firma funktioniert und arbeitet oder welche Tools ihr benutzt. Stefan: Das hat eigentlich erst so im letzten Jahr angefangen und das war eher zufällig. Die ganze Firma baut ja auf meiner Philosophie auf, wie ich mein Leben vorher gelebt habe als Lifestyle Firma. Und wir machen halt vieles. Prinzipiell kann jeder Mitarbeiter bei uns in der Firma so viel arbeiten wie er möchte. Sofern das mit den Deadlines vereinbar ist oder auch von wo aus er arbeiten möchte. Da haben wir halt irgendwann mal gesagt: jetzt gehen wir nach Thailand und mieten uns da zwei Häuser und sind dann auch rüber gefahren. Das war im November letzten Jahres. Auf Koh Samui war das. Da haben wir dann einen Monat verbracht. Tagsüber gearbeitet. Ich und paar Andere haben viel Yoga gemacht. Wir waren unterwegs und haben zu den Nachbarinseln Trips gemacht. Von dem Erlebnis haben wir dann einen Blog Post geschrieben und haben das Ganze erklärt, wie wir das aufgesetzt haben, wie wir das geplant haben und wie es dann wirklich war. Weil das hört sich natürlich immer alles toll an, aber es ist ja auch nicht immer alles so einfach. Mit dem Blog Post hatten wir dann innerhalb von zweit Tagen 30.000 Visitors. Das war so das erste Mal, dass wir Content Marketing gemacht haben. Das muss ich aber sagen, bringt gar nicht soviel, dass wir auch neue Projekte bekommen. Es hilft beim Brandbuilding, dass die Leute Mobile Jazz als Namen kennen, aber es hat uns extrem viel gebracht mit Leuten, die für uns arbeiten wollen. Wir haben jetzt eine mega lange Liste an Applications. Marcus: Das kann ich mir echt gut vorstellen. Mittlerweile ist es ja auch so, dass einige Unternehmen auf Felicia und mich zukommen und sagen, die wollen verstehen, was da gerade passiert. Gerade auch in unserem ortsunabhängigen Arbeitsumfeld; was die digitalen Nomaden antreibt; dass die Unternehmen die Leute nicht mehr über die Kohle kriegen oder über das fette Auto, sondern irgendwie haben die andere Werte. Und ich glaube auch diese Generation Why, die jetzt nachkommt. Und da versuche ich den Unternehmen auch immer wieder klar zu machen, dass es eigentlich das wichtigste Esset sein kann für die Zukunft, gerade im War for Talents, wenn es da um Entwickler geht, oder um Programmierer oder um CTOs, die sich im Grunde den Arbeitgeber aussuchen können. Dass es dann darum geht, den Leuten Freiheit zu geben von überall zu arbeiten und auch nicht von 9 to 5 im Office zu sitzen und nicht mehr die Facetime zu haben sondern dann ganz andere Capy Eyes aufsetzt. Stefan: Wir haben auch gerade einen ganz interessanten Fall. Wir sind also finanziell recht gut aufgestellt und zwar auch mit unseren Mitarbeitern. Extrem gute Gehälter, vor allem für Spanien. Nichtsdestotroz können wir immer noch nicht mit Facebook oder Google konkurrieren, von den Gehältern her. Aber wir haben Leute, die werden abgeworben, wollen dann aber letzten Endes doch bei uns bleiben, obwohl sie weniger verdienen, weil sie die ganzen Freiheiten haben und den ganzen Lifestyle. Marcus: Ja, das kann ich mir vorstellen. Das wird auch immer wichtiger werden. Es gibt jetzt die ersten Unternehmen, die das verstanden haben. Wie die Macher oder Automatic oder ihr. Das sieht man auch, dass die die besten Mitarbeiter im Team haben. Und auch andere anziehen, die irgendwo anders, vielleicht sogar bei Google oder Facebook arbeiten, die dann aber auch sehen, das kann es ja irgendwie nicht sein. Das was vor zehn Jahren noch cool war mit nur einem Kindergarten und Fitnessstudio und Kicker und ich glaube, ihr habt auch Super Mario Cart hier auf der Playstation. Das ist ja mittlerweile fast Standard. Jetzt geht es schon darum irgendwie wieder ein Level weiter zu gehen. Das habt ihr glaube ich sehr gut und sehr früh erkannt. Gerade auch dank Dir! Stefan: Wie gesagt, in meinem Leben war alles nie wirklich geplant oder durchdacht. Ich habe einfach nur das gemacht, was sich einfach gut angefühlt hat. Ohne groß darüber nachzudenken. Ich hatte nie wirklich etwas zu verlieren oder kein Risiko. Ich hab es einfach gemacht, weil ich dachte, das ist cool, das mache ich jetzt. Marcus: Das heißt, theoretisch können Deine Mitarbeiter von überall auf der Welt arbeiten, sind aber auch gerne hier im Büro, um eine feste Struktur zu haben? Stefan: Ja, das kommt ganz auf deren Einstellung an. Also jeder kann theoretisch arbeiten von wo er will. Manche machen das auch. Manche haben aber Familie oder ihre Freunde hier in Barcelona und die kommen einfach gerne ins Office, weil man sich gerne austauscht. Auch würden viele die Zeit nutzen und die Freiheit, die sie haben. Aber es macht natürlich auch keinen Spaß Dinge allein zu tun. Deine Freunde stecken halt im ganz normalen Job drin. Das heißt, die einzige Zeit mit Deinen Freunden ist abends oder am Wochenende. Das heißt, Du arbeitest auch viel in den normalen Zeiten. Aber trotzdem kannst Du, wenn Du mal irgendwann zum Doktor musst oder musst irgendwas erledigen, dann kannst Du Dir einfach mal Zeit nehmen und holst es dann am Abend oder am Wochenende wieder auf Marcus: Das heißt, was für Cappy Eyes hast Du dann zusammen mit Deinem Business Partner aufgesetzt für die Projekte? Gibt es dann bestimmte Milestones, die dann zu einem bestimmten Termin oder Datum geschafft werden müssen? Wie regelmäßig wird das angepasst oder überprüft? Stefan: Das ist schwierig zu sagen. Wir haben unterschiedliche Projekte von ganz kleinen Firmen oder Leuten die zu uns kommen und MVP wollen bis zu richtig großen internationalen Firmen. Eine generelle Regel gibt es eigentlich nicht. Was wir jetzt firmenintern machen ist, dass wir jeden Montagmorgen haben wir zusammen einen Call und die, die nicht im Office sind, gehen über die Videokonferenz rein, alle anderen halt remote. Und das ist mehr so Learning Experience, wo jeder zwei Minuten erzählt, was seine Learning Experience von letzter Woche war. Das kann irgendetwas technisches sein oder allgemein Berufs- oder Arbeitsbezogenes. Oder auch einfach irgendetwas Privates, wenn sie etwas cooles gesehen oder gelernt haben. Und da tauschen wir uns einfach aus. Was wir am Ende der Woche machen, dass jeder in einem Scratch-Sheet reinschreibt, was der Status seines Projektes ist. Wir haben auch gar keine Struktur in dem Sinne, dass wir Manager haben. Wir sind jetzt über 25 Leute, aber trotzdem gibt es eigentlich niemanden, der einem übergestellt ist. Wir haben zwar ein paar bestimmte Leute, die bestimmte Rollen und kümmern sich eher um die Weiterentwicklung des Teams, also mehr Education oder bestimmte Sachen im Office. Aber im Prinzip kann jeder bei uns Projektmanager sein. Das kommt bei unseren Kunden auch extrem gut an, weil wenn sie von anderen Firmen zu uns rüberwechseln, ist es hauptsächlich deswegen, dass halt der Projektmanager keine Ahnung davon hat, was eigentlich gemacht wurde. Bei uns ist halt wirklich jeder Projektmanager und Ingenieur oder Softwareentwickler und hat wirklich Ahnung und ist involviert in dem Projekt. Und das kommt super gut an. Marcus: Ja, das ist echt viel wert. Ich hab das auch selber miterlebt, gerade in der Start-up Szene in Berlin, als ich da unterwegs war, dass gerade die Leute, die dann vermeintliche Head-Off Positionen haben oder C-Level Positionen hatten, ziemlich schnell reingekommen sind ohne dass sie dann dieses Technische oder Operative einmal gelernt oder Google Adwords Konto von innen gesehen haben. Und die wollten Dir dann erklären, wie man es am besten macht, obwohl Du es als operative Person ganz genau wusstest, das ist nicht der richtige Weg. Und das war echt immer schwierig. Gerade auch im Start-up, wo die Menschen dann mehr oder weniger gleichaltrig sind und viele junge Menschen da waren. Das hat mich selber so ein bisschen gestört. Stefan: Was wir auch noch machen, was vielleicht noch ganz interessant ist, wir teilen den Gewinn der Firma mit unseren Mitarbeitern. Wir haben da einen Buffer für die schlechteren Zeiten, aber wenn es wirklich gut läuft, dann gibt es jedes Quartal eine Gewinnbeteiligung für jeden Mitarbeitern. Wir haben ein Gremium von sechs Leuten. Das sind mein Business Partner und ich plus vier andere, die schon am längsten in der Firma arbeiten. Wir stimmen dann halt ab, wie viel anteilsmäßig jeder Mitarbeiter bekommen soll. Also prinzipiell verdient jeder gleich in der Firma, egal was er macht. Da haben wir ein Grundgehalt. Marcus: Egal wo er dann lebt oder herkommt? Oder wie hoch die Costs of Living sind? Stefan: Genau. Wir haben halt die Philosophie, dass sich jeder selber aussuchen kann, wo man leben mag. Ja, da gibt es halt die Gewinnbeteiligung am Ende des Quartals und das ist halt darauf bezogen, inwiefern sich jemand in die Firma integriert und mitgeholfen hat. Das sind nicht immer direkte Sachen, also er hat das Projekt vermittelt oder er hat das Projekt so und so viel unter Budget gemacht, aber da können andere Sachen reinkommen, wie zum Beispiel er hat sich drum gekümmert, dass das Office sauber ist oder er hat ein Barbecue organisiert oder er hat ein Wochenende in den Bergen organisiert, oder alles, was irgendwie zur Happiness der Firma beiträgt kommt da mit rein. Marcus: Cool. Gibt es da Mission Statement oder eine Vision, die für die Mobile Jazz steht? Stefan: Wir haben etwas, das heißt “Optimizing for Happiness”. Das kam aber eher aus einem Topf von mir, den ich gegeben habe. Der hieß ursprünglich “Optimizing for Happiness rather than Profit”. Also das ist eine Entscheidung, die wir treffen eigentlich mehr darauf beruht, unsere Kunden glücklich zu machen anstelle von wirklich den Gewinn zu maximieren. Das haben wir dann reduziert auf “Optimizing for Happiness”. Das ist so ein bisschen unser Mission Statement geworden. Marcus: Ja, ich denke das passt auch mega gut zu euch und eurer Einstellung. Ich glaube, das zeigt auch wieder - es gibt den Spruch: Money will follow. Wenn Du irgendetwas machst, wofür Du passioniert bist und dann auch drei Mal mehr gibst, als Du nimmst, dann ist es immer so, dass notgedrungen irgendwann das Geld dann auch von selbst kommen wird. Stefan: Ja, und ich mache auch noch so viel, was eigentlich unbezahlt ist. Das heißt für Kunden, die Fragen an mich haben und Consulting brauchen. Andere Firmen würden da irgendwie mega hohe Stundensätze verlangen und ich mache das eigentlich fast immer kostenlos. Einfach weil es mir spaß macht und weil ich gerne den Leuten helfe und sehe, dass da Probleme sind und sie da irgendetwas nicht richtig machen. Das kommt halt irgendwie immer zurück. Auch in den Communities in denen ich unterwegs bin oder bei Freunden. Das ist einfach viel Zeit, die ich kostenlos hergebe. Das kommt immer mehrfach zurück. Also da bin ich nie enttäuscht von. Marcus: Da bin ich mir absolut sicher und habe es auch oft genug gemerkt. Je mehr Du da hilfst, gerade Communities und ohne zu überlegen, wann Du das wiederbekommst, oder warum man das macht, sondern einfach weil Du da Spaß dran hast, dann kommt das auch irgendwann alles auf Dich zurück. Wie hast Du Dich persönlich aufgestellt? Wenn Du reist oder nicht reist? Wie lange bist Du dann in den einzelnen Offices? Ihr habt ja nicht nur eins in Barcelona, oder? Stefan: Barcelona ist das einzige Office, was 100%-ig uns gehört. Wir haben dann in Dubai noch ein Office, aber das ist eine Partnerschaft bzw. wir haben da in eine Firma investiert und nutzen deren Office mit. Marcus: Ist das auch eine App-Firma? Stefan: Nein, das ist keine App-Firma, sondern ein Produkt. Ein Teil des Produktes ist eine App. Das ist dann teilweise auch entwickelt mit der Regierung von Dubai. Das ist also ein Projekt für Education und die Universitäten. Da haben wir also ein super cooles Office. Dort heißt es “Dubai Technologie Entrepreneurship Center”. Das gibt es aber auch erst seit ein paar Monaten. Und in München haben wir noch ein Office, was aber auch mehr ein Office von Freunden von mir aus der Firma ist. Das nutzen wir halt mit. Marcus: Das heißt also theoretisch kann jeder Mitarbeiter auch in das Office nach Dubai oder nach München gehen, wenn er möchte? Stefan: Genau und wir haben auch ein super Verhältnis mit unseren Kunden weltweit. Ich sagen denen auch immer wieder: Wenn ihr wollt, kommt gerne mal bei uns im Office vorbei oder kommt zu uns nach Barcelona. Viele kommen dann auch zu uns nach Barcelona. Marcus: Ja, das glaube ich. Das klingt auch total nach neuer Welt. Auch das was wir da propagieren und versuchen rüberzubringen auf unseren Events. Das macht einfach keinen Sinn mehr, in verstaubten Offices zu sitzen von 9 to 5 und die Mitarbeiter da mehr oder weniger an die Bürostühle zu ketten. Solange die Firmen es so weiter vorleben, kann man auch die Kunden nicht ändern und umso schöner ist es zu sehen, dass die Kunden sich bei euch so drauf einlassen und genauso mitziehen und denen das genauso viel Bock macht, wie euch glaube ich, oder? Siehst Du da irgendwie einen Trend oder vielleicht eine Entwicklung, dass Du das Konzept heute vielleicht gar nicht mehr so oft erklären musst, wie vielleicht noch vor zwei Jahren oder wann ihr angefangen habt? Stefan: Ich glaube, da gibt es schon einen Trend, aber es wird sich in der professionellen Welt oder in der Firmenwelt sehr langsam entwickeln. Nicht nur wegen den Firmenführer selber, sondern auch wegen den Angestellten. Damit das Ganze funktioniert, muss ich zunächst einmal die Einstellung haben und meinen Mitarbeitern das Vertrauen geben. Andererseits müssen sie das auch bestätigen. Es gibt einfach noch viel zu wenige Angestellte, die wirklich die Firma leben und sich für die Firma engagieren. Also die arbeiten ihre Zeit ab und dann gehen sie halt Heim. Egal ob jetzt etwas wichtiges anliegt oder nicht. Und das muss ich halt ändern. Also bevor sich die Angestellten nicht ändern, können auch die Arbeitgeber nicht viel mehr Freiheiten geben, weil sie einfach selber schauen müssen, dass Sachen ordentlich erledigt werden. Dann brauchen sie Hierarchie und Prozesse und das alles. Marcus: Ja, das ist glaube ich auch die größte Angst und die größte Sorge der Arbeitgeber, dass die Mitarbeiter dann nicht mehr so arbeiten, wie sie das in ihrer Wunschvorstellung gerne hätten. Und das ist dann so ein Henne-Ei Problem. Weil einer macht keine Zugeständnisse, der zweite möchte auch keine machen und dann ändert sich halt gar nichts. Stefan: Ja, und das ist hier in Spanien zum Beispiel ganz krass. Da gibt es eigentlich fast keine anderen Firmen, mir ist zumindest keine bekannt. Wenn man mit Leuten redet - also die meisten Angestellten schimpfen ständig über ihre Arbeitgeber aber wenn man dann fragt, was sie so machen, dann reden sie halt die ganze Zeit davon, wie sie fünf Stunden am Tag Youtube schauen oder im Facebook sind. Also da schenkt sich keiner was und das Resultat ist hat eine Lose-lose Situation und keine Win-Win Situation. Marcus: Wie läuft das denn? Du sagst, ihr habt mittlerweile viele Bewerber. Machst Du das Recruiting oder den Onboarding Prozess? Stefan: Ich habe das am Anfang fast komplett selber gemacht. Mir war das sehr wichtig. Ich habe dann auch immer aus dem Bauchgefühl heraus Leute angestellt und bin damit sehr gut gefahren. Inzwischen habe ich das aber an einen Mitarbeiter weitergegeben von dem ich finde, dass er es noch besser macht. Ich mache das also bei allen Sachen immer so. Wenn ich sehe, dass jemand etwas besser kann als ich, dann gebe ich das sehr gerne ab. Weil dann habe ich weniger zu tun und der andere ist meistens auch glücklicher. Und das Ergebnis ist dann sowieso besser, wenn der andere das besser kann als ich. Marcus: Und wie stellt ihr sicher, dass der Team-Fit da ist? Lernen die sich vorher kennen, bevor es einen Vertrag gibt? Gibt es eine Probezeit? Stefan: Wie gesagt, viel geht aus dem Bauchgefühl heraus. Oft sieht man schon, dass sich eine kleine Freundschaft entwickelt, einfach nur im Interview. Und die meisten Leute kommen auch über Kontakte. Sie sind dann schon Freunde von Mitarbeiter oder von deren Freunden. Wir haben eine lange Liste von direkten Kontakten, die gerne bei uns arbeiten möchten. Die Sache ist, wir waren auch schon mal größer als Firma, und haben halt gemerkt, dass es ab einem bestimmten Zeitpunkt schwierig wird mit keine Hierarchie zu haben. Dann haben wir eine Hierarchie eingeführt für zwei Monate und haben das dann wieder weggeworfen. Wir haben uns gesagt, wir bleiben lieber kleiner. Marcus: War das dann eine klassische Top-Down Hierarchie? Stefan: Ja, ich weiß auch nicht mehr so genau, wie wir das damals gemacht haben. Also wir hatten nicht wirklich Plan. Wir haben einfach nur ein paar Sachen ausprobiert und dann wieder etwas anderes ausprobiert und haben dann irgendwann gesagt: Okay wir gehen einfach wieder zurück. Das war cool ohne Hierarchie und es ist nicht wichtig, dass wir noch mehr Kohle machen, sondern wir wollen einfach wieder den Lifestyle haben. Und das war der Grund, weshalb wir dann wieder zum alten Modell zurückgegangen sind. Marcus: Ja, spannend. Der eine Punkt den Du gerade erwähnt hast, dass oftmals Bekannte oder Freunde aus dem direkten Umfeld von Mitarbeitern sind, ist für eine Company Culture immens wichtig. Das betont zum Beispiel auch Gary Vaynerchuck immer wieder, dass er am Anfang, als er seine Medienagentur aufgebaut hat, nur enge Freunde eingestellt hat und mindestens Freunde von guten Freunden von ihm. Ich glaube schon, dass es so ist, dass man mit den Leuten, mit denen man sich dann am meisten auch umgibt, auch am meisten Gemeinsamkeiten hat und es dann besser funktionieren wird. Stefan: Ja, viele fragen immer, ob es nicht mal Probleme gibt, wenn Du mal jemanden feuern musst, aber wenn Du mit den Leuten ehrlich bist, egal ob Freunde oder nicht und es ist sehr transparent, dann musst Du einen auch nicht feuern oder sie machen wirklich etwas absichtlich sehr schlechtes. Wenn das Freunde sind, dann wäre sowieso die Freundschaft zerbrochen. Aber ich erwarte einfach nicht, dass das passiert. Ehrlich gesagt, ich denke nicht soviel über die Sachen nach. Wenn es passiert, dann kümmere ich mich drum. Bisher passt einfach alles. Marcus: Genau, das halte ich mittlerweile auch so. Arnold Schwarzenegger ist uns ja auch jedem ein Begriff. Er war ja nicht nur ein erfolgreicher Sportler, Unternehmer oder Politiker gewesen, sondern er war auf vielen Ebenen des Lebens extrem erfolgreich. Und er sagte auch, er hat sich um Probleme immer erst gekümmt, wenn sie aufgetaucht sind. Und ich war früher auch so ein Grübler oder ein Typ, der sich verrückt und wahnsinnig gemacht hat, was alles eventuell schief gehen könnte und war dann so blockiert und gehemmt, dass ich gar nicht erst losgelegt oder angefangen habe. Seitdem sich das so ein bisschen geändert hat in meinem Mindset, fallen mir die Dinge sehr viel leichter und das Leben macht auch viel mehr spaß. Stefan: Ich bin in der Hinsicht auch total entspannt. Ich habe auch vorhin erwähnt, dass eigentlich alle Entscheidungen, die ich getroffen habe, waren komplett risikofrei, weil ich nie etwas zu verlieren hatte. Ich lebe halt immernoch diesen minimalistischen Lebenstil. Ich meine, wir haben gut Geld verdient mit der Firma, aber ich nutze es einfach nicht. Ich habe ein kleines Sicherheitspaket, was eigentlich schon viel zu hoch ist, weil ich es nicht brauche, aber… Marcus: Wie hast Du das angelegt? Stefan: In Aktien, in Index-Fonds. Marcus: Ja in ETFs. Stefan: Ja genau. Selbst wenn alles irgendwie schief geht, dann könnte ich ohne Probleme irgendwie Geld verdienen. Sei es jetzt als Yoga-Lehrer oder als Kite-Lehrer am Strand. Ich finde da immer irgendetwas, weil ich einfach keine Ausgaben haben. Ich habe keine Hypothek zu bezahlen. Ich habe sonst keinen Kredit, gar nichts. Marcus: Ja, das ist soviel wert. Das ist auch das, was soviele Menschen auch gar nicht greifen können. Die sagen: Hey, Feli und Du, ihr seid die ganze Zeit am Reisen. Ich könnte das nicht machen. - Weil die Leute halt ihre laufenden Ausgaben zuhause noch haben und völlig überversichert sind und vielleicht doch mehr Miete zahlen und das Auto noch da steht, und der Pay-TV Kanal bezahlt werden muss. Und diese ganzen Sachen, wenn man die auf Null runterfährt und nur noch, so wie ich, mit drei T-Shirts von der gleichen Marke und zwei Hosen, da braucht man dann auch nicht viel Geld zum Leben. Hast Du denn so etwas wie eine Homebase oder würdest Du sagen, Du bist Weltbürger und überall zu Hause, überall gleich gerne zu Hause? Oder hast Du mehr Strand-Desties oder bist Du eher in Städten wie Barcelona zu Hause? Stefan: Also Städte gar nicht mehr so arg. Ich habe drei Jahre lang in Barcelona gelebt, das hat mir auch super gefallen. Aber irgendwann wurde es mir dann zu viel. Ich war immer schon ein Naturmensch, aber das hat auch ein Weilchen gedauert, bis ich das realisiert habe, dass ich viel lieber in der Natur lebe. Das ziehe ich inzwischen auch durch. Ich lebe seit einanderthalb Jahren in einem Camper Van und reise mit dem eigentlich in Europa an der Küste entlang. Also im europäischen Sommer. Zwischen Südspanien, meistens Tarif zum Kitesurfen, dann auch in der Gegend von Barcelona oder hier in den Bergen, also in den Pyrenäen; Frankreich an der Küste entlang, dann Italien wieder über die Dolomiten in die Alpen. Da verbringe ich sehr viel Zeit in Tirol in Österreich. Ab und zu bin ich auch im Schwarzwald bei meinen Eltern. Marcus: Cool, hast Du denn mittlerweile ein Setting aufgebaut, dass Du von überall arbeiten kannst? Ist der Camper entsprechend ausgestattet oder hast Du Deine Lieblings Co-Working Spaces? Stefan: In Co-Working Spaces bin ich gar nicht so oft. Ich arbeite am besten, wenn ich alleine bin. Ich arbeite schon mit anderen zusammen, aber ich brauche auch meine Ruhe. Ich habe für den Camper Solarzellen für die Stromversorgung und habe auch drei Batterien im Auto. Internet beziehe ich eigentlich nur über Sim-Karten, also 3G und LTE. Deutschland ist da in Europa noch relativ teuer, aber alle anderen Länder sind da extrem günstig. In Österreich zum Beispiel bekommst Du unlimited Data für 18 Euro pro Monat. In Spanien bekommst Du 20 GB für 30 Euro. Marcus: Ja ja. Bei Vodafone oder so ist es ja arg teuer. Und bei dem österreichischen Tarif kannst Du auch über Dein Notebook reingehen, das ist dann kein Problem? Stefan: Genau. Ich habe dann einfach eine Sim-Karte in meinem Handy und dann verbinde ich das mit meinem Laptop. Marcus: Ja, mega spannend. Vielen Dank für Deine Zeit! Vielleicht verrätst Du noch zum Schluss, wo es für Dich als nächstes hingeht und was so die nächsten Stationen sind. Stefan: Ja, der Sommer ist jetzt eigentlich für mich Konferenzen. Ich werde zu Deiner Konferenz, der DNX Global nach Berlin fahren. Dann verbringe ich ein bisschen Zeit in Tirol zum Mountainbiken und Wandern. Dann komme ich wieder zurück nach Barcelona, da ist die Mikro-Conf Ende August. Dann gehe ich nach Tarifa für zwei Monate zum Kitesurfen und Remote Working. Und dann überlege ich, ob ich danach nach Marocco gehe ins Sun Desk. In das Co-Working Space und Surf Camp. Und dann ist unsere letzte Mitarbeiterin bei Mobile Jazz aus Mauritius. Wir planen eigentlich, wie wir letztes Jahr in Thailand waren, dieses Jahr einen Trip nach Mauritius zu machen mit der Firma und dort unsere Zelte aufzuschlagen. Marcus: Sehr cool. Das klingt nach einem bewegten Leben, nach viel Spaß und ich glaube, Du bist jemand der im Jetzt lebt und für sich entdeckt hat, was ihn glücklich macht und genau nach diesen Werten lebt. So soll’s sein! Danke, Peace and Out! Stefan: Peace ande Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 20, 2015

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Interview mit Patrick Hundt von Healthy Habits

Herzlich Willkommen zu LifeHackz Folge Nummer 5. Heute ist jemand zu Gast der verschiedenste, erfolgreiche Online Businesses aufgebaut hat. Er war Agenturinhaber, ist dann aus der Agentur ausgestiegen auf eine längere Reise gegangen, hat von unterwegs Affiliate Einnahmen generiert. Hat dann den Reiseblog 101Places.de gestartet , hat nebenbei angefangen zu schreiben also war ne echte Content Maschine und hat ein E-Book nach dem anderen rausgehauen und konnte von diesen Projekten schon sehr gut leben. Hat dann sich dazu entschlossen ein weiteres Projekt zu starten -  intovertriert.org, wo er Introvertierten Leuten hilft. Als die Geschichte dann auserzählt war, hat er Healthy Habits gestartet. Und Healthy Habits dreht sich um gesunde Ernährung, um gesunde Gewohnheiten, das Projekt hat er zusammen mit einer Busines Partnerin gestartet und ich freu mich mega, dass er heute zu Gast ist bei uns auf dem Podcast: Patrick Hundt. Den Patrick habe ich kennengelernt, als wir nach Berlin zurückgekommen sind, von unserer ersten Asienreise, uns mit anderen Digitalen Nomaden connected haben, war er auch mit am Start und alle Shownotes zu der Folge findet ihr auf www.lifehackz.de/005 Und jetzt viel Spaß beim Interview mit Patrick In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du gesunde Gewohnheiten in den Bereichen Ernährung, Sport, emotionales Wohlbefinden und persönliches Wachstum entwickelst.
  2. Welche Sportroutine sich auf Reisen empfiehlt.
  3. Wie man sich als Introvertierte auf Vorträge vorbereitet.
  4. Wie man einen afrikanischen Erdnusseintopf kocht.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

Shownotes

Patricks veganes Lieblingsrezept

HealthyHabits

Surf-Office

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Ich freue mich heute Patrick Hundt von 101places, introvertiert.org hier auf dem Podcast zu haben.

HealthyHabits ist das neueste Projekt, hat aber auch vorher schon immer mal wieder online etwas gemacht. Also er hat einen langen Track Record Online. Ich freue mich umso mehr, dass Patrick heute dabei ist. Patrick, wo bist Du gerade? Patrick: Ich bin gerade in Leipzig, in meiner neuen Homebase. Ich habe jetzt zwei Wochen nach drei Jahren meines Herumreisens mal wieder eine Heimat, meine Wohnung und da lebe ich gerade ganz gut. Marcus: Ok cool. Ich habe das gelesen. Du warst ja vorher auch längere Zeit regelmäßig unterwegs als digitaler Nomade und hast ortsunabhängig gearbeitet und Dir jetzt aber auch wieder eine eigene Wohnung in Leipzig gesucht. Unter anderem glaube ich, um wieder Routine und Struktur in Dein Leben reinzubekommen. Patrick: Ja, das kann man so sagen. Mehr um an meinen gesunden Gewohnheiten zu arbeiten, die unterwegs immer ein bisschen durcheinander geworfen werden, weil sich immer wieder irgendwas ändert. Aber auch um mein soziales Netz besser zu pflegen und weiter auszubauen. Das sind so die beiden Hauptgründe. Um einfach mehr wieder hier zu sein und auch eine Basis zu haben, wo ich Leute einladen kann und wo ich auch mal wieder ein bisschen Alltag habe. Marcus: Aha, Du sagst gerade: gesunde Gewohnheiten. Das ist da gerade jetzt Dein Hauptfokus mit HealthyHabits, das wir natürlich auch in den Shownotes verlinken werden. Die Shownotes findet ihr unter lifehackz.de/Patrick. Und bei den gesunden Gewohnheiten wäre meine Frage an Dich: Inwiefern hat das für Dich einen Impact auf Deine persönliche Entwicklung gehabt und auf welche Bereich in Deinem Leben? Patrick: Das hat auf jeden Fall einen riesigen Einfluss auf mein Leben gehabt. Dass ich mich richtig gezielt um konkrete Gewohnheiten kümmere, das mache ich erst seit ungefähr einem Jahr. Seitdem habe ich noch mal einen ordentlichen Schub bekommen, aber auch davor schon in den letzten vier, fünf Jahren habe ich zum Beispiel meine Ernährung stark umgestellt. Ich war einmal schwer übergewichtig, eigentlich auch die meiste Zeit meines Lebens. Und da war das für mich natürlich ein riesen Thema und habe dann abgenommen. Das habe ich trotzdem nicht so richtig hinbekommen, mein Gewicht zu halten. Das schwankte immer so ein bisschen hin und her und das hatte viel mit Kalorien zählen und regelmäßigem Wiegen und so zu tun. Bis ich dann irgendwann mal den Dreh raus hatte. Das war dann Mitte letzten Jahres, als ich mich mit Gewohnheiten beschäftigt habe. Unter anderem die Gewohnheit, mich gesund zu ernähren und selbst zu kochen, und mir angeeignet habe, Lebensmittel zum Beispiel selbst zuzubereiten, oder zum Beispiel nur Wasser zu trinken oder hauptsächlich Wasser anstelle von Cola und Säften und was ich vorher alles so getrunken habe. Also im Bereich Ernährung habe ich einen großen Wandel hinter mir. Der nächste ist der Sport. Ich habe früher selten Sport getrieben. Dann bin ich irgendwann viel laufen gegangen und war damit aber auch nicht so richtig glücklich. Jetzt habe ich mir eine Kraftsportroutine antrainiert, mit der ich recht happy bin. Durch Ernährung und Sport bin ich jetzt körperlich ziemlich fit, glaube ich. Fitter als ich es vor vielleicht fünf oder zehn Jahren war. Bei HealthyHabits geht es aber noch um zwei weitere Bereiche, und zwar über das emotionales Wohlbefinden und persönliches Wachstum. Das sind auch zwei große Themen, die mir sehr wichtig sind. Da geht es dann zum Beispiel darum mein Sozialleben höher zu bewerten und Zeit mit Freunden zu verbringen anstatt immer nur zu arbeiten oder eben um die Welt zu reisen. Oder täglich in einem Buch zu lesen oder meinen Job sehr frei gestalten zu können. Das sind alles so Gewohnheiten aus den Bereichen Feel & Grow – Gutfühlen und persönlich wachsen. Marcus: Mega, mega spannend und ein weites Feld, was Du da abdeckst. Um da direkt mal reinzugehen: Du sagtest, Du hast beispielsweise jetzt Dein Sportprogramm neu aufgesetzt und das bringt Dich richtig nach vorne im Vergleich zu vorher, wo Du nur laufen gewesen bist, machst Du jetzt mehr Kraftsport. Ist das dann ein funktionales Training, weil Du ja vorher auch viel unterwegs gewesen bist? Heißt das Sport ohne Hilfsmittel oder gehst Du klassisch ins Fitnessstudio? Patrick: Ins Fitnessstudio gehe ich schon lange nicht mehr. Ich versuche Kraftsport mit meinem eigenen Körpergewicht zu machen. Ich habe eine Routine fürs Reisen. Wenn ich unterwegs bin, dann mache ich das alle zwei Tage in meinem Zimmer oder meiner Wohnung. Je nachdem wo ich dann gerade bin, stehe ich morgens auf und widme mich ca. 20 Minuten dem Kraftsport. Das klappt ganz gut, wenn es wirklich zur Routine wird und ich weiß, ich habe meinen Auslöser wenn ich morgens aufstehe und dann geht´s halt los. Da gibt es keine große Diskussion. Aber ein bisschen Überwindung gehört halt immer schon dazu und deshalb gefällt es mir, mich von außen motivieren zu lassen. Das mache ich, wenn ich in Leipzig bin. Da gehe ich in so ein Boot Camp. Da bin ich zwei Mal die Woche und da treibt mich dann jemand eine Stunde lang an und zwar so intensiv, dass ich dann am Ende richtig fertig bin und noch drei Tage Muskelkater habe. Da merke ich dann wirklich, dass da mit meinem Körper etwas Positives passiert. Marcus: Cool, das klingt spannend. Muss man sich das so vorstellen, dass es dann draußen unter freiem Himmel stattfindet und um einen richtigen Freeletics geht, mit viel Burpee Sit-ups, Push-ups, Pull-ups? Patrick. Genau. Es gibt da bei dem Anbieter, bei dem ich in Leipzig bin, verschiedene Programme. Das gibt es auch indoor, das TRX Programm, ich weiß nicht, ob Du es kennst. Und das eigentliche Boot Camp, das findet eigentlich eher draußen statt. Also auch im Winter wenn es kalt ist und nass und regnet. Mehr Spaß macht das natürlich jetzt, wo es frühlingshaft wird und die Sonne abends noch scheint und es hell ist. Und genauso ist es. Man ist dann draußen irgendwo im Park für eine Stunde mit einem Trainer und ca. 10 Teilnehmern und dann gibt es Liegestütze und Burpees und Sprints und viele andere fiese Sachen, die dann richtig weh tun aber auch wirklich gut tun. Marcus: Ja, also ich muss sagen, ich habe das jetzt einmal ausprobiert, als wir in Medellin für vier Wochen gewesen sind, Anfang dieses Jahres. Da habe ich zum ersten Mal Crossfit gemacht und auch mit eigenem Körpergewicht gearbeitet, wo es dann auch viel um Deadlift ging, Burpees, Sit-ups, das funktionale Training. Da dachte ich, ich wäre vorher einigermaßen fit und sah auch einigermaßen danach aus, weil ich regelmäßig ins Fitnessstudio ging. Aber wenn es dann um die Ausdauer ging oder auch um Kraftausdauer, da war ich wirklich tot und richtig am Ende. Ging Dir das am Anfang auch so? Patrick: Das geht mir immer noch so, ja. Also ich glaube mit so einem Programm, kriege ich mein Leben ganz gut kaputt Ich war ja jetzt lange auf Reisen und habe mein eigenes Programm gemacht. Das ist ein bisschen weniger intensiv und auch ein bisschen anders und da gibt es im Boot Camp wieder andere Muskelgruppen, die beansprucht werden. Also die Trainer finden auch immer wieder noch Muskelgruppen, die ich vorher noch nicht beansprucht hatte. Und das reicht dann schon um völlig fertig zu sein, wenn die so einen Trigger finden, für den ich eben nicht trainiert bin. Sagen wir mal, wenn ich für mich trainiere, dann mache ich Liegestütze. Aber im Boot Camp dann andere Sachen. Da nützen die Geschütze am Ende auch nicht mehr so viel. Insofern gibt es immer wieder neue Übungen, um immer wieder richtig kaputt zu sein. Markus: Also was mich gerade in dieser Crossfit-Box in Medelling gepusht hat, war diese starke Gemeinschaft. Dass man irgendwie ein bunt zusammengewürfelter Haufen war aus älteren Leuten, jüngeren Leuten, Frauen, Männer, eher sportlich, eher unsportlich, aber alle haben an einem Strang gezogen und sich gegenseitig angefeuert und emotional gepusht. Ist das bei euch auch so, dass ihr da so ein krasses Gruppengefühl über den Sport aufbaut? Patrick: Also bei mir ist es noch nicht so. Ich bin auch noch relativ frisch dabei. Ich war halt länger unterwegs und deshalb eben zwei Monate am Stück nicht da, aber ich sehe da schon, bei denen die sich gut kennen, sich freundlich begrüßen und sich da auch gegenseitig anspornen. Aber egal ob ich die jetzt gut kenne oder nicht, wenn da zehn Leute sind, die alle die gleichen Übungen machen und da richtig Effizienz erweisen, dann motiviert mich das auch einfach mehr. Da will ich mich dann auch nicht hängen lassen. Dann gibt es da in der Regel auch ein Buddy-System, das heißt eine Übung wird immer zu zweit gemacht bzw. abwechselnd zu zweit und das motiviert auch gut. Mit einer Person, die die gleiche Übung im gleichen Moment macht. Oder auch wartet, bis ich mit meiner Übung fertig bin damit er dann mit der Übung anfangen kann und so. Das motiviert. Marcus: Sehr cool und Du sagst, wenn Du auf Reisen bist, dann versuchst Du eine gewisse Routine reinzubringen. Eine Struktur, um dann morgens mit Deinem Sportprogramm anzufangen. Hast Du eine tägliche Morgenroutine, die sich unterscheidet, wenn Du unterwegs bist oder wenn Du zuhause bist? Oder gestaltest Du Dir jeden Tag individuell? Patrick: Auf Reisen hatte ich tatsächlich eine ziemlich feste Routine. Zumindest jeden zweiten Tag, weil ich diesen Kraftsport eben jeden zweiten Tag gemacht habe. Da ging es auf jeden Fall so los, also eigentlich begann der Tag mit Lesen im Bett. Und als ich dann aufgestanden bin, kam der Kraftsport, dann duschen, dann Frühstück und dann geht´s an die Arbeit. Jetzt zuhause habe ich nicht so eine feste Routine, da ich dieses Sport-Thema ausgelagert habe. Wenn ich dann unterwegs bin und der Sport so wichtig ist, dann wird halt alles andere so ein bisschen drum herum gebaut. Jetzt gehe ich einfach abends zum Boot Camp und fertig. Dann habe ich morgens nicht mehr diese feste Routine. Marcus: Auf jeden Fall sehr spannend. Und bei HealthyHabits habe ich gesehen, dass ihr da verschiedene Bereiche bearbeitet, unter anderem auch Sport aber auch sehr stark den Ernährungsbereich, um gerade ein Umdenken bei den Leuten stattfinden zu lassen. Was ich eigentlich sehr cool und sympathisch und auch innovativ an der Seite finde ist, dass es sehr nachvollziehbar beschrieben ist und nicht zu verkopft und wissenschaftlich Dinge erklärt werden, sondern Sachen, die eigentlich eh schon klar sind, einfach noch einmal erklärt werden, dass es einem noch bewusster wird, was man da eigentlich tut oder was man dem Körper nichts gutes tut. Patrick: Wir wollen unsere Texte einfach so beschreiben, dass wir nach etwas Besonderem klingen und dadurch lesbar sind. Und das macht ein Blog für mich aus im Gegensatz zu einem wissenschaftlichen Buch oder einem Magazin oder so. Wir schreiben einfach aus unseren persönlichen Perspektiven und Erfahrungen und da erreichen wir dann auch die Leute. Es gibt für jedes Problem, für jede Herausforderung die wir haben, ob es sportlich oder ernährungstechnisch oder das persönlich Wachstum, es gibt immer Leute, die genau die gleichen Herausforderungen haben und die fühlen sich durch unsere Texte auch angesprochen. Das wollen wir demnächst auch ein bisschen aufbereiten, indem wir eine Community ausbauen. Da wollen gibt es dann einen geschlossenen Mitgliedsbereich. Der ist auch vollkommen kostenlos. Über den können dann Leute zusammenfinden in einem Forum und können diskutieren und können ihre Buddys finden. Also ein Mitglied kann sich als Buddy bezeichnen. Das kommt ursprünglich aus dem Tauchsystem. Du tauchst ja glaube ich auch, ne? Marcus: Ja. Patrick: Also niemand geht jemals alleine tauchen. Du brauchst immer einen Partner dazu. Und so ähnlich sehen wir das jetzt auch mit den gesunden Gewohnheiten. Wir wissen halt, es ist immer leichter, wenn jemand anderes noch mitzieht. Und ich weiß, dass viele Leute zuhause alleine sitzen oder vielleicht in Familie oder mit einem Partner und niemand um sich herum zieht mit. Und dann ist es gut, jemanden zu kennen, der einen auch ein bisschen dafür verantwortlich macht, dass man die Gewohnheit durchzieht. Dass wir dann eine Community mit Menschen etablieren, die alle gemeinsam gesund leben wollen. Marcus: Also ich bin auch überzeugt davon, dass wir in der Gemeinschaft noch mal besser funktionieren, als wenn man den Weg alleine gehen muss. Entgegen aller Widerstände, die vielleicht auch aus dem näheren Umfeld da sind oder man ist vielleicht selber nicht so motiviert an dem Tag. Ich habe das selber bemerkt, als ich mit Sport angefangen habe. Da bin ich regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen und hatte mir relativ schnell einen Trainingspartner gesucht. Dadurch dass man dann immer diese Verbindung zu dem Trainingspartner hatte, in gewissem Sinne war das dann auch schon ein Buddy oder ein Goal-Buddy. Man hatte gemeinsame Ziele, nämlich zusammen Sport zu machen und zu wachsen, da hatte man dann ein ganz anderes Mind-Set zum Training zu gehen, als wenn Du das, glaube ich, alleine machen würdest. Patrick: Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich hatte auch eine Phase, wo ich das alleine gemacht habe. Aber da bin ich nur in dem ersten Jahr regelmäßig gegangen und das war ein Jahr, wo ich dann mit einem Kollegen zusammen gegangen bin. Da war das dann auch völlig selbstverständlich. Ich musste mich da nicht dazu motivieren. Wir hatten einen festen Termin und dann gingen wir dahin. Dann war das immer eine runde Sache. Erst als er weggezogen ist, bin ich immer seltener hingegangen. Da musste ich mich dann immer anschubsen und alles ist einfach schwieriger, wenn man es alleine macht. Marcus: Ja absolut. Vielleicht kannst Du noch etwas zu den Challenges sagen, die ihr auch über HealthyHabits auf Facebook organisiert habt, zur Umstellung der Ernährung. Ich glaube, ihr habt eine Anti-Zucker Challenge gemacht? Patrick: Genau. Wir hatten im Februar die 28 Tage Anti-Zucker Challenge veranstaltet. Da haben wir bei Facebook ein Event angelegt und vorab schon einige Artikel zum Thema Zucker und Zuckerentwöhnung geschrieben und das lief erstaunlich gut. Ich hatte Anfangs damit gerechnet, dass da vielleicht 50 Leute mitmachen, weil unser Blog auch noch nicht so groß war. Der ist ja auch immer noch relativ neu. Und dann kamen über Facebook über 900 Leute zusammen, die alle gemeinsam jetzt auf Zucker verzichten wollen. Einfach weil die jeweiligen Teilnehmer, die wir dann eingeladen haben oder unsere Leser, die haben dann wiederum Freunde eingeladen und so sammeln sich ein Haufen Leute, die gemeinsam auf Zucker verzichtet und sich dann besser gefühlt haben. Ich gehe auch stark davon aus, dass viele davon auch hinterher ihren Zuckerkonsum stark reduziert haben. Aus meiner Sicht ist Zucker schon ziemlich fies. Ich war früher auch Zuckersüchtig. Da scheiden sich jetzt die Geister, ob Zucker süchtig macht oder nicht. Aber ich habe wahnsinnig viel Zucker konsumiert. Heute ist das auch noch so. Wenn ich einmal anfange, dann kann ich schwer wieder aufhören. Und das ging in der Challenge halt viel leichter, weil jeder wusste: Ok da sind jetzt noch ein paar hundert andere Leute und ein paar kenne ich sogar und die machen auch mit. Deswegen spar ich mir jetzt vielleicht den Schokoriegel und esse was gesundes. Weil dieses Challenge-Konzept so gut funktioniert hat, werden auch andere Gewohnheiten demnächst übertragen. Das nächste, was wahrscheinlich kommen wird ist eine Smartphone-Challenge. Ich glaube, dass viele Menschen, gerade junge Menschen ein Problem damit haben, so viel Zeit mit dem Smartphone zu verbringen und immer rumzudackeln und immer wieder raufzugucken um E-Mails abzurufen oder sich bei Facebook einzuloggen. Ich weiß, dass viele selbst davon genervt sind und selbst nicht so richtig wissen, wie sie davon loskommen können. Da werden wir demnächst einmal eine Challenge draus machen, die wir dann aber vermutlich nicht bei Facebook abhalten, sondern bei uns in der Community, um uns noch ein bisschen enger zusammenzutun. Marcus: Also das ist ein mega spannendes Thema, glaube ich. Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass es eine Kampagne auf kickstarter, eine der erfolgsreichsten Kapagnen ever geworden ist. Das was die Crowdfunden lassen, ist ein kleiner Tresor, wo man dann sein Smartphone reinlegen kann und der Familienpartner kriegt dann für das Wochenende den Schlüssel, glaube ich. So eine einfache Idee ist dann so durch die Decke gegangen und daran hat man dann gesehen, wie groß der need ist an irgendwelchen Hilfestellungen. Weil jeder weiß, dass es nicht gut ist und macht irgendwie dumme Sachen am Smartphone und ärgert sich danach. Aber die wenigsten wissen, wo man das Thema dann anpacken soll oder wie man das anpacken soll. Patrick: Ja dann bewahrt man es eben im Tresor auf. Aber es ist lustig: ich saß da gestern Abend mit zwei Freunden zusammen und haben genau über dieses Problem gesprochen. Und die meinten auch, „Mensch. Eigentlich müsste man zuhause einen Tresor haben, wo wir das Ding einschließen“ Marcus: Echt?! Patrick: Ja, das haben die wirklich gesagt. Und das hat mich gerade positiv überrascht, dass es offenbar ein Produkt dafür geben wird. Ob man es jetzt direkt gebraucht ist vielleicht eine andere Sache. Es mag auch noch andere Möglichkeiten geben, es auszuschalten und einfach wegzulegen, weil das Hochfahren ja schon ein paar Sekunden dauert. Die paar Sekunden genügen ja oft schon, um sich von der schlechten Gewohnheit abzuwenden. Marcus: Ja es gibt da so viele Tricks. Ich glaube auch, dass wenn man Apps löscht auf dem iPhone oder was ich mir jetzt angewöhnt oder gemacht habe ist, alle Notifications und Push-Funktionen sowieso auszuschalten. Dass Du gar nicht mehr diese Bubbles hast und siehst: Ok 3 neue Mails, 5 neue Nachrichten auf Facebooks und bei Twitter gibt es dann auch 9 Notifications. Das macht einen auf Dauer ja auch richtig wahnsinnig. Auch wenn man es nicht will, wird es irgendwann zur Gewohnheit. Und es ist eine schlechte Gewohnheit, die man schwer wieder rauskriegt. Patrick: Wenn man das nicht richtig anpackt, dann wirst Du das nicht wieder los. Ich habe vor zehn Monaten zum Beispiel alle meine E-Mail Accounts auf dem Smartphone deaktiviert. Ich habe seit zehn Monaten keine E-Mail auf dem Handy mehr abgerufen und ich habe nichts verpasst. Mir fehlt nichts. Ich habe alle Social Media Apps runtergeworfen. Ich habe jetzt nur noch die Messengers drauf, also Whats App und Facebook-Messenger, sodass ich halt mit Leuten kommunizieren kann, aber die eigentliche Facebook-App habe ich nicht. Twitter nicht, Google+ nicht. Marcus: Ja. Ich habe das auch gemerkt. Am Anfang ist man noch voll fasziniert und geflasht von den neuen Möglichkeiten und ich kann jetzt von überall arbeiten, zum Beispiel in der U-Bahn und E-Mails schreiben. Aber im Grunde ist es nicht so cool unterwegs mal eben schnell eine E-Mail zu schreiben, wo man dann vielleicht noch einen Link braucht oder etwas zweites raussuchen muss oder eine Signatur einfügen will von irgendeinem anderen Account. Das funktioniert halt alles nicht so cool auf dem Smartphone. Das wird dann eher eine verkrüppelte E-Mail, wo man sich denkt: Ach hätte ich mir mal die 5 oder 10 Sekunden – länger dauert das ja auch nicht – am Rechner genommen. Was ich auch spannend finde ist jetzt noch ein Projekt, was im Rahmen von dem Surf-Office, was ja eigentlich ein Co-Living und Co-Working-Projekt für Online-Unternehmer ist, wo ich mit Feli letztes Jahr auch schon gewesen bin, auf Gran Canaria. Das ist sehr cool, weil Du da quasi einen Co-Working Space hast und kannst dann aber auch mit den Leuten Activities machen. Du gehst Hiken, Du gehst Surfen, viel funktionales Training, da hat man so Crossfit-Stangen draußen an der Promenade aufgebaut. Und aus dem Inneren von diesem Surf Camp heraus ist jetzt ein neues Camp geboren worden, wo glaube ich drei oder fünf Tage ein kompletter Retreat ist und Back to the Basics, wo dann auch die iPhones vorher abgegeben werden, keine Computer und es wird Essen mitgenommen und dann draußen unter dem freien Himmel geschlafen und gekocht und gegrillt. Und ich glaube davon wird es in Zukunft auch immer mehr Retreat und Camps geben, also ein bisschen zurück von der Bewegung der totalen digitalen Erreichbarkeit. Patrick: Ja das kann ich mir sehr gut vorstellen. Da wäre ich vielleicht auch Zielgruppe. Da war ich zum Beispiel zwei Monate in Südafrika – die meiste Zeit habe ich in Kapstadt verbracht. Für zwei Wochen war ich auch einfach mal raus aufs Land und in der Wüste und hatte jeweils für eine Woche eine kleine Hütte, wo nicht viel drum herum war, eine Hand voll Menschen und sonst nur Wüste, Berge und ein paar Sträucher. Und alleine das war schon ganz befreiend, muss ich sagen. Marcus: Was ich bei Dir auch faszinierend gefunden habe, ich glaube, Du warst in den Staaten und hast da auch eine gute persönliche Weiterentwicklung gemacht. Vielleicht war es auch die Phase in der Hütte. Da warst Du ganz abgeschieden und hast sogar ein Instrument gelernt – Gitarre spielen gelernt – wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht kannst Du dazu auch noch mal etwas sagen? Patrick: Das war ja im letzten Jahr, genau, im Sommer. Da war ich für zwei Monate in den USA und habe ein bisschen Zeit in Portland, in San Francisco und dazwischen auch unterwegs. Eine Woche im Wald, das heißt in einem kleinen Dorf, wo aber nur zehn Menschen gelebt haben. Und da gab es „leider“ sogar WiFi in der abgeschiedenen Hütte. Aber ich hatte mir ja vorher schon vorgenommen, dass ich es nicht aktivieren werde und habe ich auch nicht. Da war ich dann eine ganze Woche Offline – das hatte ich schon seit etlichen Jahren nicht mehr. Ich hatte in der Woche natürlich auch wahnsinnig viel Zeit, weil ich auch alleine da war und da war drum herum nichts zu tun, also habe ich mich dann mit mir selbst beschäftigt und meinen Gewohnheiten. Ich habe viel gelesen, viel Sport gemacht, hab ein bisschen spanisch gelernt, habe Gitarre gespielt. Und die Tage gingen auch so ziemlich schnell herum, muss ich sagen. Ich habe mich besser damit gefühlt, oder frischer einfach. Ich war auch viel draußen in der Zeit, als wenn ich jetzt irgendwo in San Francisco in einem Café vor meinem Laptop gehockt hätte. Beides muss man tun. Man muss ja auch ab und zu arbeiten. Das macht mir auch Spaß und ich sitze auch gerne mal in einem Café in San Francisco, aber der Ausgleich dazu, der ist mir mittlerweile auch sehr wichtig geworden. Marcus: Das glaube ich. Was mich persönlich immer so fertig macht ist dieses Gefühl, dass andere Dir Saft oder Power nehmen, sobald Du in diesen Passivmodus reingehst und die E-Mail zum Beispiel öffnest oder Deinen Facebook Account. Und jeder will ja irgendwas, was ja auch cool ist. Man hilft ja auch gerne, man gibt gerne viel. Aber im Grunde bist Du nur noch am reagieren. Patrick: Ja das stimmt. Und nicht jede Nachricht ist positiv. Es gibt auch negative Nachrichten. Da haben wir ein klassisches Beispiel: Ich habe einen guten Tag oder einen guten Abend, weil ich mit Freunden zusammen war und dann, kurz bevor ich ins Bett gehe, schaue ich noch einmal kurz bei Amazon vorbei, was meine Bücher dort machen. Und dann haut mir da jemand eine 1-Sterne-Rezension rein. Das kommt vor, das ist nicht schlimm. Aber in dem Moment fühlt sich das natürlich nicht gut an und macht mir eigentlich den ganzen Abend kaputt. Das hätte ich mir auch für später aufheben können, wenn ich mich dann sowieso mit anderen Dingen beschäftige; mit meiner Arbeit und so. Aber so liege ich dann abends im Bett und grübele über die schlechte Rezension nach. Sowas müsste man eigentlich vermeiden. Marcus: Genau, gerade kurz vorm Schlafengehen oder im Bett. Hast Du da auch so etwas wie eine Tablet oder screenfreie Zone in Deinem Schlafzimmer eingerichtet? Dass man sagt: keine Smartphones, Computer, iPads oder Kindles mehr? Patrick: Ja fast. Also früher hatte ich immer noch einen Fernseher im Schlafzimmer. Das habe ich jetzt schon mal abgeschafft. Tablet habe ich nicht mehr und mein Smartphone werde ich demnächst durch einen Wecker ersetzen. Also so einen richtigen. Marcus: Aha so einen Oldschool-Wecker (lacht) Patrick: Ja, den muss ich nur noch bestellen und dann ist es eine screenfreie Zone. Marcus: Genau das ist auch mein Ziel. Lustigerweise, weil Du es gerade sagst, habe ich mir auch einen Wecker rausgesucht und will den jetzt bestellen für die nächste Zeit und das Handy oder Smartphone dann komplett vor der Türe lasse. Patrick: Das ist auch der einzige Ausweg, dass ich halt einen Wecker brauche. Deshalb nehme ich auch noch mein Smartphone mit, aber im Zweifel mache ich dann doch noch eben andere Sachen. Und natürlich geht die Hand, wenn ich das Smartphone als Wecker benutze – als Erstes nach dem Aufstehen auf das Handy. Und das ist nicht cool. Daher ist ein Wecker schon besser. Marcus: Du sagst von Dir selber, dass Du eher introvertiert bist. Dazu hast Du ja auch ein großes Projekt aufgezogen mit Forum, was glaube ich, immer noch sehr gut läuft und warst, oder ich weiß nicht ob Du es noch bist, eher so Dein einziger Herr gewesen, hast aber Dein neuestes Projekt glaube ich zusammen mit Deiner ehemaligen Arbeitskollegin oder guten Freundin HealthyHabits aufgezogen. Kam das durch Zufall? War das eine bewusste Entscheidung, weil Du selber etwas ändern wolltest oder wie ist das passiert? Patrick: Halb Zufall, halb bewusst würde ich sagen. Ich habe mich im letzten Jahr mit dieser früheren Kollegin und jetzt guten Freundin Jasmin getroffen. Sie hatte da auch eine schwierige Phase als sie aus ihrem damaligen Job gekommen ist und war da krank geschrieben und hat da einfach viel Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und wollte diese Zeit auch nutzen. Wir hatten uns dann jede Woche einmal getroffen und ein paar Stunden über Gott und die Welt gesprochen und irgendwann wurde ihr klar, dass sie etwas Neues brauchte. Vielleicht nicht unbedingt einen neuen Jobwechsel. Und wir haben dann überlegt, was kann sie da machen und hatten auch einige Ideen. Aber nichts hat so richtig gezogen und irgendwann kam dann die Idee: ein Blog über gesunde Gewohnheiten. Also darüber zu schreiben, was man sowieso jeden Tag macht. Also Sachen mit denen wir uns eh beschäftigen. Mit dem Lesen, mit der gesunden Ernährung, mit dem Sport usw. Marcus: War das dann eure gemeinsame Basis oder Brücke, dass euer Verhältnis dann noch besser wurde, nachdem ihr euch dann wiedergetroffen hattet? Bevor das Projekt gestartet ist. Patrick: Ja ich glaube schon. Das hat sich aber erst aus den Gesprächen heraus entwickelt. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass ich davor schon einmal ordentlich gekocht hätte und wir uns darüber unterhalten haben und sie mich dann doch ein bisschen dazu motiviert hatte, das mal anzugehen. Daraus haben sich auf jeden Fall viele meiner gesunden Gewohnheiten entwickelt und sicherlich auch ein paar von ihren. Dann hatten wir halt die Idee dafür und ich dachte mir, eigentlich wäre das auch etwas für mich. Ich hatte schon gemerkt, dass mein Reiseblog, also das ist ja das Projekt von dem ich lebe, nicht mehr so richtig nachhaltig ist, wenn ich schon mit dem Gedanken spiele nicht mehr so richtig viel zu reisen. Also ein Reise-Blog ohne zu reisen macht halt wenig Sinn. Deshalb war schon klar, ich brauche da auch wieder etwas Neues. HealthyHabits fand ich so eine coole Idee, die auf uns beide auch so gut gepasst hat, dass wir das einfach zusammen gemacht haben. Und da ich schon einmal mit ihr zusammen gearbeitet habe, wusste ich, das funktioniert auch. Das macht mir Spaß und es motiviert mich extrem, dass ich weiß, da zieht jemand mit. Also wieder eine Art Buddy-System. Marcus: Ja das merke ich auch bei Feli und mir und unseren gemeinsamen Projekten. Das ist so cool und wichtig da jemanden auf Augenhöhe zu haben, mit dem man sich dann austauschen kann und auch pusht. Man muss ja sagen HealthyHabits ist ja wirklich super erfolgreich gestartet und ihr habt ja mega Gas gegeben. Ich glaube, es gibt da auch schon einige Bücher aus dem Projekt heraus, die da entstanden sind. Patrick: Ja, das ist richtig. Ich bin wirklich ganz zufrieden. Also ein Blog braucht natürlich immer so seine Zeit bis er anläuft, aber wir haben jetzt ungefähr ein halbes Jahr rum und haben so 15.000 Leser im Monat. 1.300 Abonnenten, 2.000 Fans und es wächst jetzt alles ziemlich stark. Und gerade in den letzten Wochen hat es noch einmal einen richtigen Schub gegeben nachdem wir im Februar beide so eine Art Pause gemacht haben. Jasmin war im Urlaub und ich war in Südafrika im halben Urlaub, sag ich mal. Hab auch ewig gemacht und danach haben wir auch ordentlich Gas gegeben. Marcus: Was heißt mehr Gas gegeben? Mehr Content produziert oder inwiefern habt ihr da mehr reingehauen? Patrick: Genau – mehr Content produziert und mehr Gastartikel geschrieben. Jetzt die Arbeit an der Community, die natürlich noch keine Früchte trägt, weil sie noch nicht live ist, aber das verschlingt sehr viel Zeit. Das wird aber, glaube ich, sehr gut und wird uns noch einmal einen richtigen Schub geben. Dann haben wir jetzt angefangen Newsletter-Kooperation mit anderen Bloggern zu machen, die uns in ihrem Newsletter vorstellen und wir stellen sie vor. Das zieht auch noch einmal ganz gut um neue Abonnenten zu gewinnen. Kurz vor unserer Auszeit haben wir zwei Bücher geschrieben. Ein längeres Buch über 200 Seiten, es heißt „Echtes Essen“. Da haben wir unsere Ernährungserfahrungen aufgeschrieben. Kurz darauf noch ein kürzeres Buch, das gibt es auch nur als Ebook und nennt sich „Alltäglich: beweglich“, wo es um die alltägliche Bewegung ohne den Sport geht. Also um Bewegungsgewohnheiten im Alltag. Das waren so die Projekte Anfang des Jahres und jetzt gehen wir eher wieder auf Reichweiten Steigerung. Marcus: Krass. Die beiden Bücher, die kann man auch bei Amazon kaufen, oder? Patrick: Genau, die gibt es bei Amazon, ja. Marcus: Perfekt. Das Thema Sport oder Ernährung, ich selber merke das ja auch, ist natürlich so ein Thema was polarisiert. Was sehr mainstreamig ist und viele Leute sich damit beschäftigen. Aber ich glaube genauso gefährlich ist Halbwissen im Umkreis und irgendwie hat jeder etwas zu sagen und versucht da so seine eigenen Ansichten durchzudrücken oder wird fast schon sauer oder böse, wenn dann einer nicht Vegatarier oder nicht Veganer ist,;oder der andere macht Low-Carb und das ist aus dem Grund nicht korrekt; und zu viel Zucker; und Zucker macht ja doch nicht süchtig; das ist schon ein emotionales Thema. Merkt ihr das auch bei euch auf dem Blog. Dass da sehr kontrovers diskutiert wird und sich einige Leute auf den Schlips getreten fühlen. Patrick: Nicht extrem aber es hängt stark vom Thema ab. Jasmin und ich, wir sind beide Vegetarier. Jasmin schon lange, ich erst seit ein paar Monaten. Wir haben aber erst einen Artikel über das Vegetariersein geschrieben und der, der kam nicht so gut an. Da haben sich dann alle Fleisch-Esser oder Menschen die sich halt mit tierischen Produkten ernähren, die fanden das nicht so gut, weil sie das Gefühle hatten, da wird ihnen wieder etwas aufgezwungen, was sie eigentlich nicht haben wollen. Das war überhaupt nicht die Intention des Artikels, aber das kam schnell so an. Und da haben wir am stärksten gemerkt, dass das Thema sehr polarisieren kann. Beim Zucker schon weniger. Da scheint es einen Konsens zu geben darüber, dass Zucker jetzt nicht so besonders gut für uns alle sein kann. Marcus: Das ist ja eigentlich das coole, das wir alle aufgeklärt sind. Hier in Deutschland, Europa und in der restlichen Welt gerade auch was der Impact von Zucker zum Beispiel ausmacht. Um so erschreckender und trauriger finde ich – wir reisen ja auch viel – wenn man in vermutlich ärmeren Ländern wie in Südamerika unterwegs sind und wo es fast keine andere Option gibt, als diese fetten Cola-Flaschen. Am besten drei Literflaschen voll mit Zucker zu kaufen und die Kinder entsprechend anerzogen werden, später dann auch Zuckersüchtig zu sein und nur auf diese Zuckersachen zuzugreifen. Patrick: Klar, Du kannst auch in Mexiko, das ist glaube ich offiziell das süchtigste Land der Welt, eine Flasche Wasser kaufen. Aber wenn nie jemand darüber redet oder nie jemand darüber aufregt, dass Zucker vielleicht ein Problem sein könnte, dann trinkst Du natürlich schon eher die Cola. Das würde ich wahrscheinlich auch machen. Ich trinke auch ganz gerne Cola. Allein vom Geschmack her. Die schmeckt mir einfach gut. Aber ich habe sie jetzt lange nicht mehr getrunken. Einfach weil ich weiß, wohin sie mich geführt hat. Mein schweres Übergewicht zum Beispiel und die ganzen Folgekrankheiten die daraus entstehen. Da sind wir sicherlich schon etwas besser aufgeklärt, wobei hier glaube ich auch noch Nachholbedarf besteht. Du meintest ja eben schon, es gibt gefährliches Halbwissen. Es gibt ja ganz verschiedene Theorien seit den letzten Jahrzehnten, was die Leute eigentlich Dick oder krank macht. Ist es jetzt das Fett oder sind es Kohlenhydrate oder Zucker oder sind Proteine jetzt schädlich? Niemand weiß es ganz genau. Dann liest man halt mal ein Buch und das macht so Sinn. Jetzt leb ich mal danach. Wenn es jetzt bei demjenigen funktioniert, dann ist es auch schwer denjenigen zu überzeugen. Aber wie mit jedem Artikel wollen wir sowieso eigentlich niemanden überzeugen, sondern wir versuchen es so zu kommunizieren, dass wir dann aufschreiben was wir selber machen und was für uns selber gut funktioniert. Und dann finden wir hoffentlich eine Zielgruppe, die das ähnlich sieht oder die sich davon inspiriert fühlt. Da möchte ich jetzt niemanden davon überzeugen vegetarisch zu leben. Das ist mir wirklich ziemlich egal, ob es jemand macht. Marcus: Aber der Punkt, dass die Leute da bei euch auf dem Blog sind und lesen spricht ja schon dafür, dass sie sich grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen – in welcher Form auch immer. Das ist schon einmal gut und wichtig. Ich glaube jeder der sich in der kleinsten Weise hinterfragt und überlegt: ist das alles so korrekt was ich hier mache oder was ich esse? Oder die Fleischesser, vielleicht hinterfragen die auch: wie werden die Tiere denn gezüchtet oder gehalten oder was kriegen die vielleicht auch für Medikamente, wie Antibiotikum. Ist das doch vielleicht nicht so cool, was dann bei mir im Körper ankommt. Ich glaube, das hilft alles, um euren Blog, der das vermeintlich griffiger und transparenter und nahbarer macht, dadurch dass es mit euch beiden praktisch zwei Testimonials gibt, wo man sich auch gut mit identifizieren kann. Das hat eine Funktion in diesem ganzen System. Man lernt nie aus. Gerade ich suche auch immer nach neuer Optimierung oder nach neuen Erkenntnissen. Und immer wenn man denkt: okay, jetzt hast Du den Bereich im Griff. Das ist jetzt die Quintessenz, danach lebst Du jetzt erst mal die nächsten ein, zwei Jahre. Dann kommt wieder irgend so ein Knaller weil du liest oder hörst wieder irgendetwas anderes. Ändern kann man sich dann aber auch nur, wenn man dann offen ist für Gespräche oder andere Einflüsse oder andere Erkenntnisse. Patrick: Genau. Ich würde auch sagen, dass viele HealthyHabits eigentlich Kopfsache sind. Man will auch immer dieses große Wort Warum in den Raum werfen. Aber es macht schon Sinn, sich bei einer gesunden Gewohnheit die man sich antrainieren möchte zu fragen, warum möchte ich das eigentlich? Sich gesünder ernähren zu wollen ist ja schön und gut, aber es gibt schon verschiedene Anlässe dafür. Vielleicht will das nur mein Partner, dass ich das möchte, oder dass ich mich zum Beispiel vegan ernähre und ich stehe da eigentlich nicht so dahinter. Dann wird das schon sehr, sehr schwierig, das auch durchzuziehen. Das ist dann wahrscheinlich unmöglich. Wenn mein drum herum nicht zu meiner Gewohnheit passt, dann wird daraus wahrscheinlich nichts. Marcus: Das glaube ich auch. Das ist auf jeden Fall essentiell. Ich glaube, da gibt es auch ein ziemlich gutes Buch, was Du auch immer wieder gerne liest. Das Why. Kann man jedem Hörer nur nahelegen. Und wer nicht das komplette Buch lesen will, da habe ich gehört, da gibt es auch einen guten Talk zu, wenn mich nicht alles täuscht? Patrick: Ganz genau, da gibt es schon mehr. Marcus: Ich glaube, das ist schon mal ein guter Einstieg in diese ganze Fragestellung. Bevor wir zum Ende kommen, würde mich noch interessieren – ich empfinde Dich, Patrick, immer als sehr disziplinierten Menschen. Ich weiß nicht, ob Du Dich selber so siehst, aber nach außen, also auf jeden Fall auf mich wirkst Du, sei es die Professionalität, wie Du Deinen Reiseblog hochgezogen hast; das nächste Projekt mit introvertiert.org. Du hast ziemlich straight Ebooks geschrieben, Anleitungen geschrieben, die alle sehr erfolgreich gewesen sind. Du bist immer auf den Punkt vorbereitet und wirkst sehr aufgeräumt, wenn man Dich trifft. Hast Du irgendeinen Tipp oder eine Strategie, wie man so werden kann im Bereich Disziplin, wie Du es bist? Patrick: Also ich glaube, das ist eine Frage der Persönlichkeit. Ich habe mich gerade viel mit dem Thema Introversion beschäftigt oder introvertierte Menschen. Was die für Eigenschaften haben. Ich bin da auch ein klassischer introvertierter. Auch wenn Leute das nicht so heraushören, und wenn wir beide uns hier so unterhalten, dann klinge ich möglicherweise nicht introvertiert. Aber in Gruppensituationen wäre ich das schon. Und dazu gehört halt einfach immer gut vorbereitet zu sein. Sei es jetzt auf der DNX, wo ich dann gesprochen habe. Da habe ich Wochen diesen Vortrag vorbereitet. Einfach weil ich es nicht oft mache; weil ich da keine Übung drin habe und weil ich mich einfach unwohl fühle, wenn ich mich nicht vorbereitet habe. Marcus: Der war richtig cool. Du hast die besten Noten bekommen von allen Talks. Das hat man dann gemerkt. Patrick: Das freut mich! Das wusste ich noch gar nicht. Und an sich arbeite ich auch gerne. Deswegen beschäftige ich mich auch gerne mit meinen Projekten. Zumindest solange wie sie mir Spaß machen. Ich verliere durchaus auch mal die Lust an Sachen. Dann bin ich nicht mehr ganz so diszipliniert, wie zum Beispiel mit introvertiert.org. Das Thema ist für mich jetzt einfach auserzählt nachdem ich da eine Weile gebloggt habe und ein Buch darüber geschrieben habe. Das ist jetzt durch und da kann ich mich nicht mehr zu motivieren. Aber solange ich Sachen mache, die mir Spaß machen und denen ich einen Sinn geben kann -da spielt jetzt HealthyHabits zum Beispiel eine ganz große Rolle – muss ich mich gar nicht dazu überwinden.. Aber ich muss sagen, ich arbeite jetzt auch nicht acht bis zehn Stunden am Tag. Falls Du das auch unter Disziplin verstehst. Da arbeite ich vergleichsweise wenig, jetzt auch verglichen mit Angestellten. Aber wenn ich arbeite, dann kommt glaube ich, immer was großartiges dabei heraus. Marcus: Ich meinte neben der Disziplin auch den Output. Also diese Professionalität und keine halben Sachen machen, sondern man weiß, wenn Patrick Hundt drauf steht, dann ist auch Patrick Hundt drin. Man weiß, was einen erwartet. Es ist alles immer sehr gut aufbereitet und strukturiert und mit professionellem Anstrich. Und trotzdem irgendwie einfach erklärt und als guten Einstieg für jeden zu sehen. Patrick: Ja das freut mich! Das würde ich so unterschreiben. Ich mache keine halben Sachen. Deswegen mache ich auch immer nur ganz wenige Sachen gleichzeitig. Ich versuche mich auf eine Sache zu konzentrieren. Jetzt habe ich inzwischen auch schon drei Blogs, aber introvertiert.org ist auch ... er liegt jetzt halt nur rum. Da habe ich seit Dezember nichts mehr geschrieben, weil ich einfach nicht drei Sachen gleichzeitig machen kann. Auch auf den Reiseblog kann ich mich nur wenig konzentrieren, weil ich bei HealthyHabits Gas geben möchte. Der ist zum Glück schon so gut etabliert und hat so viel Traffic, dass ich da jetzt nicht unbedingt jede Woche zwei Artikel schreiben muss. Das läuft auch so. Aber in den ersten anderthalb Jahren lag da ein großer Fokus drauf und das ist jetzt so bei HealthyHabits und das wird deswegen auch funktionieren, denke ich. Marcus: Also ich bin absolut überzeugt. Kannst Du mir zum Abschluss unseres Interviews noch sagen was Dein Lieblingsrezept ist? Patrick: Mein Lieblingsrezept? Hab ich eigentlich gar keins. Ich habe gestern gerade etwas gekocht. Das war ein afrikanischer Erdnusseintopf. Das war sehr gut. Das war mit Spitzkohl und Süßkartoffeln. Das kann ich sehr empfehlen. Oder Bulgur. Ich hatte noch nie vorher Bulgur gemacht. Das habe ich gestern auch probiert. Marcus: Okay, vielleicht stellst Du unseren Hörern ja das Rezept zur Verfügung, dann verlinken wir das auch in den Shownotes. Patrick: Ja, das kann ich gerne machen. Marcus: Ich bedanke mich für Deine Zeit, für das Gespräch und für die Insides zu den verschiedenen Lebensbereichen. Auch Deine eigene Story finde ich super faszinierend. Ich finde HealthyHabits passt da absolut gut rein. Ich freue mich, dass es so gut mit Dir geklappt hat und vielen Dank fürs Zuhören und schöne Grüße nach Leipzig! Patrick: Danke Dir, auch für die Einladung! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

Jul 15, 2015

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Interview mit Conni Biesalski von Planet Backpack

Heute spreche ich mit der lieben Conni Biesalski von Planet Backpack live von dem Rooftop im Sundesk Coworking and Coliving Space in Marokko, Taghazout. Nach der deutschen DNX sind die meisten deutschen digitalen Nomaden direkt weitergezogen in den Süden weil es in Deutschland noch viel zu kalt war und Conni hat uns dann in Tarifa besucht und ist danach auf ein Yoga Retreat in Spanien gegangen, um dann jetzt hier wieder gemeinsam mit uns in Taghazout zu coworken und zu chillen. Wir beide haben uns vor einigen Jahren bei dem ersten Digitale Nomaden Treffen in Berlin Tempelhof kennengelernt bzw. auf dem Tempelhofer Feld, wo wir so 10-15 Leute waren. Conni ist auch eine der ersten Deutschen gewesen, die auf ihrem Blog über das ortsunabhängige Arbeiten geschrieben hat. Connis Blog findet ihr unter www.planetbackpack.de und alle Links und Infos zu dieser Folge findet ihr unter www.lifehackz.de/conni. Jetzt viel Spaß bei dem Interview, in dem wir darüber sprechen wie Conni ihre Entwicklung zur digitalen Zen Nomadin vollzogen hat. In dieser Folge lernst du:

  1. Warum Conni eine Digitale Zen Nomadin ist.
  2. Welche Tools sie nutzt um ihre Gedanken festzuhalten.
  3. Wie man sich egal an welchem Ort eine Routine aufbaut.
  4. Was NIPSILD bedeutet.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus 

 

Shownotes

planetbackpack.de

Emilie Wapnick von Puttylike

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Herzlich Willkommen zu Lifehackz heute mit Conni hier in Marokko, Taghazout. Conni: Schön, dass ich hier sein darf! Marcus: Dazu muss man sagen, wir haben uns ja schon in Tarifa gesehen. Conni: Ja stimmt, das ist noch gar nicht so lange her. Momentan verfolgen wir uns glaube ich ein bisschen (grins) Marcus: Ja und zwischendurch warst Du auf dem Meditations-Retreat in Spanien. Vielleicht kannst Du dazu etwas sagen. Conni: Ja. Ich war auf einem Yoga-Meditations-Retreat. Also das war mehr Yoga als Meditation, in den Bergen in Andalusien im Süden Spaniens und da habe ich eine Woche lang ganz viel Yoga gemacht und viel meditiert. Da war eine relativ kleine Truppe mit sechs anderen Frauen und es war total idyllisch und ruhig. Wirklich so richtig mitten in der Natur und einfach nur göttlich. Also bin ich jetzt super gechillt und entspannt. Marcus: Das klingt richtig gut. Du nennst Dich ja auch selber „Digitale Zen-Nomadin“. Ich glaube, das passt auch zu dem, was Du in dem Retreat gemacht hast. Vielleicht erklärst Du noch einmal für alle die es interessiert, was heißt überhaupt dieses Zen, was man auch immer mehr überall hört. Ich weiß auch noch nicht 100% was das eigentlich ist. Conni: Ich habe irgendwann – ich glaube letztes Jahr, 2014 – angefangen dieses Zen mit reinzubauen. Manchmal auch Digitale Yogi-Nomadin oder Digitale Zen-Nomadin. Einfach weil für mich der Begriff Digitale Nomadin nicht mehr meinen Lifestyle beschrieben hat. Klar, es geht mir um die Freiheit. Es geht mir um die Ortsunabhängigkeit. Es geht mir darum, ein Business zu haben, das ich quasi von überall managen kann und von überall Geld verdienen und viel reisen kann. Das ist alles richtig toll, aber am Ende des Tages geht es um viel, viel mehr bei mir. Dadurch, dass ich mich irgendwann sehr viel mit Yoga beschäftigt habe und auch mit Meditation, mit vielen spirituellen Themen und mit gesunder Ernährung. Ich war mein Leben lang Vegetarierin und bin seit knapp sechs Monaten komplett Vegan. Marcus: Krass. Wie läuft das, wenn Du unterwegs bist? Conni: Ach das läuft super. Marcus: Ist das nicht wieder so ein gefundenes Fressen für die Leute, die irgendwie nie aus dem Knie kommen und dann immer sagen, dies und jenes funktioniert nicht und „deshalb kann ich das gerade nicht machen und ich starte mal ein bisschen später. Und ich bin ja auch noch Veganer, und das geht ja gar nicht“? Conni: Ja, es gibt viele Ausreden für alles im Leben und besonders für die Dinge, die nicht so leicht umzusetzen sind oder wo man vielleicht neue Gewohnheiten entwickeln muss. Ich finde, wenn man etwas wirklich durchziehen möchte und ein Ziel vor Augen hat, und das ist bei mir eine gesunde, ausbalancierte, holistische Ernährung und holistischer Lifestyle, dann zählen bei mir auch keine Ausreden. Dann schaffe ich das auch, wenn ich viel reise oder unterwegs bin. Das ist manchmal eine Herausforderung aber das funktioniert trotzdem. Um aber noch einmal kurz auf das Zen zurückzukommen: Für mich ist es also die Integration von Yoga, von Meditation, von spirituellen Themen, von gesunder Ernährung, von einfach einem bewussten, intensiven, tieferen Leben in das Thema Ortsunabhängigkeit, also in dieses digitale Nomadenleben. Denn für mich ist es so, dass wir als digitale Nomaden, die soviel Freiheit haben. Also wir können uns unseren Tag so gestalten, wie wir möchten. Im Grunde genommen von morgens bis abends. In meinem Fall kommt mein Einkommen vordergründig durch passives Einkommen. Also im Grunde haben wir soviel Freiheit und können da sein, wo wir sein möchten, auf der ganzen Welt und das ist eigentlich die beste Voraussetzung dafür, ein richtig gesundes, bewusstes und holistisches Leben zu führen. Es geht auch weit darüber hinaus, als nur die Themen Arbeit und Reisen. Für mich ist es wirklich der ganze Lifestyle, der für mich ganzheitlich ist und das geht auf allen Ebenen. Das heißt, klar, Arbeiten und Reisen und Abenteuer. Das heißt aber eben auch Ernährung, Beziehungen, meine eigene Spiritualität, Bewegung, also wirklich auf allen Ebenen, die uns zu gesunden, glücklichen, liebevollen Menschen machen. Das versuche ich quasi alles in meine Ortsunabhängigkeit zu integrieren. Deshalb eben der Ausdruck „Digitale Zen-Nomadin“. Marcus: Cool! Du sagtest gerade diese Begriffe wie Freiheit in Form von Du kannst entscheiden, wann Du arbeitest, von wo Du arbeitest, woran Du arbeitest, auch über Family & Friends. Ich glaube dieses Thema kam gerade auch in „Faster a Millionaire“ vor, was ich heute noch einmal als Zusammenfassung gelesen habe. Da ging es um die drei F’s und ich finde es eigentlich auch schade, dass gerade die Leute, die soviel Freiheit haben oder sich erkämpft haben, das dann in anderen Teilbereichen schleifen lassen und deshalb finde ich es unglaublich cool, dass Du auch diesen ganzen Thema Meditation und Achtsamkeit ein cooleres Image gibst, als das was es vorher hatte. Das hat mich ehrlich gesagt auch immer vorher abgeschreckt. Ich bin ja selber gerade ein bisschen in der Spur und taste mich da langsam ran. Aber ich denke, dass es für viele Leute ein Problem ist. Stimmst Du mir da zu? Conni: Doch total. Es ist gut, dass Du das ansprichst. Dieses ganze Thema, Spiritualität oder Meditation, muss ja zum Beispiel gar nichts Spirituelles sein. Aber der Ausdruck Spiritualität oder Meditation oder Yoga usw., das verbinden viele mit Räucherstäbchen und Birkenstock und da hat das Thema ein echtes PR-Problem Marcus: Ja absolut (beide lachen) Conni: Ich hab mir dann irgendwann gedacht, also das ist irgendwie Mist. Wie bekomme ich das hin, dass ich mehr Menschen dazu bewegen kann, sich dafür zu faszinieren und da Lust drauf zu haben. Denn ich möchte, dass die Leute meine Blog-Posts auch lesen und habe mir überlegt: Okay, wie schaffe ich das, dieses Thema quasi schöner darzustellen? Also ich muss es gar nicht schöner darstellen, sondern einfach nur ein bisschen die Perspektive verändern und auch das Branding von Meditation. Ich persönlich finde, dass Leute die meditieren regelmäßig, die regelmäßig Yoga machen, Leute die Bock auf Spiritualität haben und wirklich sich selber besser kennenlernen möchten, das finde ich mega-sexy! Sowas finde ich einfach mega geil und macht mich voll an! (beide lachen) Und da war für mich die Idee geboren: Das wird jetzt meine message. Ich merke selber, dass ich den Leuten einen offeneren, leichteren Zugang geben kann. Viele meiner Leser waren vorher in meinem Backpacker-Blog über günstiges Reisen. Dann habe ich den quasi komplett erneuert auf das Digitale Zen-Nomadenleben, Yoga, Meditation und auf Reisen, tiefer und bewusster Reisen. Und das ganze eben, während ich nur mit einem Rucksack unterwegs bin. Das heißt also, viele meiner Leser, die verfolgen meinen Webblog schon sehr lange, aber vordergründig wegen dem Reiseaspekt. Ich bekomme viele E-Mails und viele, viele Kommentare von den Leuten, die mir sagen, dass sie das total geil finden und dass sie Yoga, Meditation und Zen jetzt auch endlich einmal ausprobieren möchten und die steigen jetzt ein. Dass ich jetzt den Zugang zu den Leuten gefunden habe, die vorher vielleicht noch gesagt haben „Nee, das mache ich auf gar nie!“, das freut mich sehr und das macht mich sehr glücklich. Marcus: Also ich finde auch, dass Du da einen total wichtigen Beitrag leistest, um das Thema zu entstauben und die Markenführung sogar noch ein bisschen cooler zu machen, sodass sich noch mehr Leute daran tasten und sich nicht dafür schämen müssen. Wenn ich das vor zehn Jahren meinen Kumpels erzählt hätte, da hätte ich wahrscheinlich nicht mehr zum Fußball kommen können oder so. Da hätte ich das wahrscheinlich nur aus diesen Image-Gründen nicht gemacht. Conni: Aber das eine schließt das andere ja auch nicht aus. Das ist zum Beispiel auch so. Ich versuche den Leuten zu zeigen, dass... Also ich trinke auch immer noch gerne mein Bierchen. Naja hier in Marokko geht das gerade nicht, das ist auch nervig (lach) . Aber es geht halt nicht darum, dass ich die ganze Zeit „Ohm“ singe, sondern dass man verschiedene Ansätze zusammenbringen kann, wie man sein Leben lebt. Ich finde, dass das eben sehr, sehr gut zu unserem Lifestyle passt. Für mich hat es zumindest den Effekt, dass ich wirklich bewusster mein Leben leben kann und wirklich mehr im Jetzt sein kann und viel mehr in Verbindung mit mir selber bin, was ein unglaublich schönes Gefühl ist. Und ich dadurch auch meinen Lesern noch mehr bieten und helfen kann. Das sind nur ein paar Punkte, warum ich das Ganze überhaupt mache. Marcus: Cool, jetzt müsste das auch jeder verstanden haben, wie das so gekommen ist. Wenn nicht, dann könnt ihr das noch einmal auf planetbackpack.de nachlesen. Ich glaube, da kann man an verschiedenen Stellen lesen, wie Deine Transformation von Deinem Backpacking-Blog, der dann zum erfolgreichsten deutschen Reiseblog geworden ist, hin zu einem Blog, mit dem Du jetzt – glaube ich – auch ein bisschen besser leben kannst, stattgefunden hat. Wie war das denn so, das letzte halbe Jahr vor dem Relaunch oder vielleicht schon so ein knappes Jahr. Ich weiß nicht, wann fing das an, dass Du gesehen hast, das passt nicht mehr 100%? Conni: Eigentlich schon lange, ja. Ich würde sagen, bestimmt ein Jahr oder so. Vielleicht sogar ein bisschen länger. Es hat sich lange abgezeichnet. Ich war halt selber mein halbes Leben lang Backpacker und bin viel gereist und habe geschaut, dass es so günstig wie möglich geht usw. Irgendwie hat man dann so seinen Ruf wegbekommen als Blogger. Mir war schon lange Zeit klar, dass ich etwas am Design machen muss. Und dann dachte ich mir irgendwann, es sind so viele Themen so viel wichtiger für mich geworden, als das reine Reisen und ich habe halt gedacht, ich bin kein richtiger Tourist mehr. Mich interessieren die besten Sehenswürdigkeiten nicht und hab das oft ausfallen lassen. Marcus: Top Ten in Edinburgh oder so (beide lachen) Conni: Genau. Ich habe gemerkt, dass ich mehr Einkommen habe und ich auch mehr Geld ausgebe auf Reisen. Dass ich nicht mehr in Hostels und in Dorms schlafe und solche Sachen. Ja und klar, dann wurden eben diese ganzen Persönlichkeitsentwicklungsgeschichten und Yoga usw. immer wichtiger. Dann hatte ich schon sechs bis zwölf Monate vor dem Relaunch gemerkt, dass mir das alles nicht mehr so richtig Spaß macht. Ich konnte mich nicht mehr richtig mit dem Blog identifizieren, hatte auch ein bisschen die Connection zu den Lesern verloren und das war schon echt etwas schwierig. Da hatte ich meine kleine Blogger-Krise und dann eine große Blogger-Krise, wo ich mir dann überlegt habe, was machst Du jetzt? Machst Du den Blog zu und startest etwas ganz was neues? Da war ich sogar schon auf Namenssuche und so weiter und so fort. Marcus: Wieviel Traffic hattest Du zu der Zeit? Conni: Zu dem Zeitpunkt, als ich mir noch nicht ganz sicher war, war ich bei 80.000 und knappen 100.000. Marcus: Und das war auch Deine Haupteinnahmequelle, von der Du auch gelebt hast? Conni: Genau. Klar ich mache eben viel über Affiliate Einkommen und für mich wäre nur ganz oder gar nicht gegangen. Also Laden auf oder Laden komplett zu und das heißt dann also auch: goodbye Affiliate-Einkommen. Aber das war definitiv nicht der ausschlaggebende Grund für mich, dass ich also nur weitermache wegen der Kohle. Sondern für mich war wirklich ausschlaggebend, dass ich über mehrere Jahre hinweg eine Community von Menschen aufgebaut habe, die mir sehr am Herzen lagen. Ich konnte mich da nicht losreißen von Planetbackpack und hab da schon das Potential gesehen, das ganze so zu drehen, dass es wieder zu mir wird und wirklich die Person wiederspiegelt, die ich in den letzten drei oder vier Jahren geworden bin. Ja und dann dachte ich, ich probiere das jetzt einfach. Ich bin noch nicht ready für etwas ganz was neues und habe dann einfach mit einem coolen Team, Webdesignern und einer coolen Fotografin und einem Filmemacher das ganze Ding neu aufgestellt. Ich habe mir sehr viele Gedanken über die Mission und über meine Visionen, Philosophie und was für Werte wichtig sind für mich, was mein großes Warum ist. Marcus: Hast Du das alles alleine erarbeitet oder hattest Du da Hilfe? Lässt Du Dir da helfen? Conni: In dem Fall, wo es um das Branding angeht, da gehe ich in mich, über Wochen und Monate hinweg. Also da sammel ich all meine Gedanken, die mir manchmal in Träumen kommen oder während ich unter der Dusche bin (grins) und schreibe dann alles auf. Marcus: Hast Du ein Tool, wo Du das dann alles aufschreibst? Conni: Hm, naja, also die meisten Gedanken kommen mir, wenn ich irgendwo von A nach B zum Beispiel, oder irgendwo im Flieger sitze. Also im Transit, das kann beim Gehen sein oder irgendwelche Transportmittel und da habe ich meistens mein Handy dabei. Und da benutze ich eigentlich die ganz normal Notizfunktion, die sich mit der Cloud verbindet. Die kann ich dann eben auch auf meinem Laptop aufrufen. Dann schaue ich natürlich, dass ich diese ganzen Notizen in meinem Evernote organisiere und in meinem Scrivener übertrage. Es kommt immer ein bisschen darauf an, ich verwende Evernot und Scrivener unterschiedlich. Aber das sind so die drei Sachen, wo ich meine Gedanken mit reinbringe. Es ist wichtig, immer mal wieder alle paar Tage oder einmal die Woche da Ordnung reinzubringen. Ich schreibe nämlich so viel auf und mache mir so viele Notizen und oft sind ja auch nicht alle wichtig. Marcus: Ja, ich glaube auch, bei vielen scheitert es gar nicht am Aufschreiben und an den Notizen oder Gedanken selber, sondern danach. Die zu sortieren und dann auch zu erkennen, was ist davon wichtig, was kann man zusammenfassen oder was schreib ich mir jetzt in die To-Do-Liste? Wenn man das nicht sortiert, ist man irgendwann so frustriert, dass man das gar nicht mehr angeht, oder? Conni: Genau. Mein Evernote zum Beispiel auch, kann mich manchmal richtig frustrieren. Wenn man da immer wieder nur neue Notes und neue Notes einträgt. Dann bin ich irgendwann so überfordert mit diesen ganzen Notes. Das ist so wichtig, für meinen verriebenen Kopf zumindest, dass ich das immer wieder durchgehe und auch mal etwas lösche und auch neu organisiere. Damit ich immer wieder einen Überblick habe. Sonst bringt mir das alles ja gar nichts. Marcus: Cool, dass Du das kannst. Ich bin da eher so ein Messi, der dann immer wieder die Listen vollknallt und am liebsten noch für jeden kleinen Step, den man vielleicht auch zusammenfassen könnte oder in dem Task selber noch einmal reinschreiben könnte, nochmal eine eigene Note anlege. Und hätte ich die Feli da nicht, die da sehr ordnungsliebend ist und immer wieder alles in Ordnung bringt und die Sachen zusammenfasst, dann wäre das wahrscheinlich ein reines Chaos. Conni: Das ist aber auch wirklich schwierig. Ich kämpfe da auch immer wieder mit mir und muss da immer wieder Ordnung reinbringen. Worüber ich mir heute noch Gedanken gemacht habe, weil ich irgendwas auf meinem Laptop oder Desktop aufgeräumt habe, dass im Grunde unser Leben auf dem Laptop nicht anders ist, wie unser materialistisches, also unser wirkliches Leben. Denn wir häufen an und häufen an und es ist zwar digital und es hat zwar kein direktes Gewicht, aber es ist wie Du auch sagst: Es kann richtig Messi werden und da liegt dann auf einmal richtig viel Zeug und das ist für mich persönlich in meinem Kopf genauso viel Gewicht, als wenn ich ein Zimmer habe, wo das ganze Zeug drin ist. Dementsprechend ist es wichtig, in beiden – also im virtuellen als auch im realen Leben – immer wieder durchzugehen und das Zeug aufzuräumen. Marcus: Das sehe ich genauso. Ich meine, was bringen einem die neuesten und coolsten Apps und zu denen zählen ja nicht nur Wunderlist und Trello und obendrauf connected mit Evernote... Conni: 300 Apps, die ich nutze... Marcus: Genau so! Aber wenn die dann alle vermüllt sind und Du nicht in die Umsetzung gehst, dann bringen Dir auch die geilsten Apps nichts. Das ist genauso, wie wenn Du rum erzählst, Du gehst ins Fitnessstudio jede Woche für eine Stunde und bist dann die ganze Zeit an der Proteinbar und quatschst nur. Conni: Ja etwa die Richtung, genau. Da kommst Du zu nichts so richtig. Aber gerade am Anfang, als ich gerade eingestiegen bin in diese ganze Online-Business-Welt, da fand ich auch Tools und Apps und fand das alles ganz spannend. Ich musste das alles erst einmal ausprobieren. Mittlerweile bin ich da ruhiger und entspannter geworden und muss nicht mehr alles austesten oder schau mir das erst einmal an, wenn es jemand anderes austestet und frage ihn, wie er das dann findet. Ich denke nämlich, ich habe so langsam ein System. Ich habe mittlerweile kein Fomu mehr. Ich denke nicht mehr, wenn ich das jetzt nicht ausprobiere, dann fehlt mir irgendetwas, sondern ich habe so mein System, das mittlerweile ganz gut funktioniert. Ich möchte mich da jetzt nicht mehr aus dem Konzept bringen lassen, mit diesen 1000 neuen Apps und Tools. Marcus: Ja, das kenne ich auch, diesen Optimierungswahn. Da denkt man, da muss man wieder mitspielen. Aber da sollte man ganz ruhig bleiben. Wie beim Fußball: never change the running Team. Das Winning Team. Also wenn sie gewinnen, dann soll der Trainer dieselben auch beim nächsten Spiel aufstellen. So, jetzt sind wir so ein bisschen abgedriftet. Von Rebranding, ob Du das alles selber machst und Du schreibst Dir Deine Gedanken auf, wenn die kommen in diese Tools. Und das ganze Rebranding hast Du glaube ich auch auf Bali gemacht. War das Zufall oder ist Bali für Dich ein besonderer Ort? Conni: Es war schon ein interessanter Zufall, dass das auf Bali passiert ist. Ich hatte den Relaunch eigentlich schon viel früher angedacht. Ich hatte immer gedacht, ich relaunche im November, dann im Dezember, dann im Januar. Schlussendlich war es dann jetzt im April dieses Jahres und ich war da halt gerade auf Bali für mehrere Monate. Das lustige ist aber, dass der Launch von Planet Backpack nämlich genau drei Jahre vorher war und der war auch auf Bali 2012. Und das kam mir dann in den Sinn bei dem Relaunch und ich hab mir nur gedacht: Wow, was für ein Zufall! Aber abgesehen davon, ja Bali ist für mich ein ganz spezieller Ort geworden. Besonders jetzt in den letzten Monaten. Ich war vier Monate dort und habe viel Yoga dort gemacht und habe viel meditiert. Ich bin also gerade deshalb auch solange da geblieben und werde auch wahrscheinlich immer wieder für den Rest meines Lebens dorthin zurückkehren. Einfach weil dieser Ort, gerade was meinen Lifestyle angeht, unglaublich viel zu bieten hat und ich alles unglaublich gut umsetzen kann und dort einen sehr gesunden Lifestyle habe. Besonders was Yoga angeht, das Meer ist vor der Haustür. Also es ist sensationell. Marcus: Sehr schön. Hast Du sonst noch andere Hotspots in den Du Zuhause bist. Aktuell ist es bei Feli und mir so, dass wir immer gerne viel rumreisen und ausprobieren und sehr cool ist, dass die Community gerade zusammenwächst und wir jetzt auch ein paar Mal zusammen waren, in Tarifa Johannes getroffen haben. Also es macht uns gerade richtig Spaß. Und dennoch gehen wir gerade zum ersten Mal das zweite Mal an einen Ort, nämlich im Dezember nach Brasilien. Hast Du noch andere Orte oder hast Du so zwei, drei Hotspots rausgefunden, wo Du Dich zu hause fühlst und die sollen es erst einmal sein. Conni: Naja, ich bin schon noch ein bisschen auf Entdeckungsreise durch die Welt, was besonders diesen Zen-Nomaden Lifestyle angeht. Für mich ist Bali, wie gesagt, der absolute Mega-Hotspot. Ich habe halt irgendwann herausgefunden, was mir an einem Ort wichtig ist und habe quasi eine innere Liste, um meine täglichen Routinen zu haben und meinen gesunden Lifestyle ausüben zu könne. Ich bin aber zum Beispiel auch gerne am Meer, da wo es heiß und tropisch ist. Wo ich mir den ganzen Tag nicht überlegen muss, was ich jetzt anziehe. Ich habe außerdem andere Online-Entrepreneure oder andere digitale Nomaden um mich herum, eine kleine Community wäre schon ganz gut. Infrastrukturmäßig ist auch schon wichtig, dass das Internet okay funktioniert. Das ist jetzt in Bali nicht immer der Fall gewesen. Das war aber auch in Ordnung für mich, da ich zum Beispiel keine Kundengespräche habe oder so. Word wird aber immer besser. Ich glaube jetzt gerade tut sich da sehr viel, was das Internet angeht und auch nächstes Jahr. Also ich glaube, in den nächsten Monaten wird sich viel tun. Was wichtig ist, dass es Cafés gibt, mit einem Co-Working Place zum Beispiel. Also solche Dinge. Was bietet sich da noch an? – Für mich ist Mexiko ein guter Ort dafür. In Costa Rica gibt es einige Spots, wo ich demnächst mal hin möchte. Ich glaube, da könnte ich eventuell verloren gehen. Dann Thailand, das ist auch auf jeden Fall ein guter Ort für mich. Da bilden sich auch auf den Inseln wie Koh Lanta oder Koh Phangan mittlerweile digitale Nomaden Hotspots, wo aber auch Yoga vor Ort ist und gesunde Ernährung usw. Und natürlich das Meer für den Lifestyle. Also ich bin immer weiter auf der Suche, will auch gerne wieder nach Indien zurück. Da war ich vor Jahren mal. Da würde ich gerne wieder längere Zeit verbringen. Ich glaube in Guatemala zum Beispiel, ist auch noch ein Hotspot am Lago de Atlitlan. Das ist auch eine recht große Hippie-Community, wo auch immer mehr digitale Nomaden hingehen Reiseblogger und so. Da lese ich immer mehr drüber. Aber ich glaube, dass sich da auch viel mehr entwickeln lässt. Marcus: Ja das hört sich so an, als ob Dir nicht langweilig wird in den nächsten Monaten und Jahren. Conni: Nein. Marcus: Du hast gerade gesagt, wo Du Deine täglichen Routinen machen kannst. Was sind Deine täglichen Routinen? Conni: Also ich kann ja mal direkt anfangen, wie ich morgens so starte: Es kommt ein wenig darauf an, wo ich gerade bin. Am liebsten stehe ich so zwischen 6.30 Uhr und 8.00 Uhr auf. Ich stelle mir also keinen Wecker, sondern stehe wirklich auf, wann mein Körper denkt, dass er aufstehen muss. Und das ist meistens nach ungefähr nach sieben Stunden. Also wenn ich so gegen 0.00 Uhr ins Bett gehe, dann wäre ich wohl so um 7.00 Uhr auf. Im besten Fall gehe ich dann direkt ins Bad. Dann setz ich mich erst einmal hin und meditiere für 20 Minuten. Das ist gerade eine kleine persönliche Herausforderung die ich mir gerade gesetzt habe. Dieses RPM – also Rise-Pee-Meditate. Das ist wirklich Meditation, quasi die dritte Handlung nach dem Aufstehen und dem auf´s Klo gehen. Marcus: Die Idee dahinter ist glaube ich, dass man Trigger braucht, oder einen Trigger der einem hilft bestimmte Gewohnheiten zur Routine werden lassen möchte. Conni: Genau, der Trigger ist in dem Fall – auf die Toilette gehen. Irgendwann ist es wie das Zähneputzen. Das vergisst man ja auch nicht. Das man also die Meditation zu etwas werden lässt, was dann irgendwann völlig automatisiert passiert. Das heißt, ich stehe auf, gehe auf die Toilette und dann ist es wie, als wäre es ein Automatismuss, der mich dann auf dieses Kissen auf dem Boden setzen lässt und los geht’s mit dem Meditieren. Dass man da irgendwann gar nicht mehr darüber nachdenken muss, was man da eigentlich macht. Und das mache ich jetzt für die nächsten 30 Tage. Ich bin gerade bei Tag 3, aber sonst habe ich es meistens erst nach dem Duschen gemacht oder dann irgendwann später am Tag und habe dann aber gemerkt, dass ich es oftmals nicht mehr fertig gebracht habe. Das ist eben die Sache mit der Meditation. Auf jeden Fall meditiere ich und dann gehe ich Zähneputzen. Und wenn ich an einem Ort bin, wo ich Zugang zu Kokusnussöl habe, oder auch Sesamöl, dann mache ich Oil-Guggling. Das heißt, ich nehme einen Schluck vom Kokusnuss- oder Sesamöl und gurgel das quasi im Mund für ungefähr 20 Minuten. Während ich das mache, also nicht gurgeln sondern im Mund aufbewahren und zwischen den Zähnen quasi, lese ich im Kindle oder gehe mein Instagram durch oder ich setze mich auch manchmal und gucke die Wand an. Das ist eigentlich auch sehr meditativ. Das entgiftet den Körper und besonders diesen ganzen Hals- und Mundbereich. Das ist auch gut für die Zahngesundheit und ist eine sehr schöne Routine, die ich sehr empfehlen kann. Das ist zwar am Anfang ein bisschen komisch, aber es ist eine ayurvedische Geschichte. Danach wird Zähnegeputzt und ich putze danach auch meine Zunge mit einem Zungenschaber. Das kommt auch aus der Ayurved und ist auch sehr wichtig. Dann ist das allernächste, dass ich heißes Wasser mit Zitrone trinke. Ich koche mir also Wasser. Wenn ich Zugang zu frischen Zitronen habe, dann packe ich mir eine halbe Zitrone mit darein. Wenn nicht, ist’s auch nicht schlimm. Dann trinke ich einfach nur heißes Wasser. Das mach ich auch ganz entspannt, hinsetzen und trinken. Dann wird gefrühstückt. Im Besten Fall ist alles ganz einfach zu bekommen. Da sind Haferflocken und Soja-Milch haben sie noch hier und Reismilch. Dann mache ich mir einen Porridge und haue da noch ein paar Nüsse rein, im besten Fall Mandeln oder weil es die jetzt hier nicht gibt, dann halt Cashew-Nüsse. Einen halben Apfel schneide ich mir da noch rein und ein bisschen Kokusnuss-Milch. Das ist eigentlich mein Lieblings-Frühstück und das versuche ich mir auf Reisen zu besorgen. Und das mache ich auch sehr gerne selber. Dann lese ich morgens auch sehr gerne. Dann setze ich mich mit meinem Kindle hin, vielleicht in die Sonne. Marcus: Ach das kannst Du? Also bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich mir dann vor Tatendrang am liebsten schon vor dem Zähneputzen oder vor der 7-Minuten App oder vor der Meditation, was ich dann morgens alles noch so mache, am besten schon am Rechner zu sitzen, um direkt loszulegen. Da würde mein Kopf verrückt spielen, wenn ich lesen würde. Conni: Das Gefühl kenne ich, das hatte ich auch immer mal wieder und mittlerweile, habe ich mir echt den Morgen zu dem Zeitraum gemacht, der einfach nur für mich da ist. Das kann manchmal nur eine Stunde sein, das können manchmal zwei Stunden sein, manchmal auch drei Stunden, aber das ist einfach nur die Zeit für mich ist. Und da sind dann keine E-Mails wichtig und kein Facebook und keine Blog-Posts und keine nichts! Ich will auch morgens keine Skype-Anrufe haben oder sonst irgendwelche Sachen, um genau dieses Feeling nicht zu haben. Also ich liebe es, mir wirklich diese Zeit zu nehmen, zu frühstück und mich dann hinzusetzen und vielleicht auch einen Kaffee zu trinken. Das ist eine Sache, die ich sehr schwierig aus meinem Leben verbannt bekomme. Ich versuche weniger Kaffee zu trinken und auch nicht jeden Tag. Aber mich hinsetzen und dann zu lesen, eine halbe Stunde oder auch mal eine Stunde, das ist für mich die absolute Entspannung, weil das für mich wirklich den Ton für den Rest des Tages setzt. Weil wenn ich zu früh einsteige, mit Laptop und Arbeit, dann rotiert man irgendwie. Und dann finde ich es viel schwieriger Pausen einzulegen, um zwischendurch runterzukommen. Auf jeden Fall versuche ich, dass ich vormittags die kreativen Sachen mache, also Schreiben von Blog-Posts und andere Sachen, wie mein E-Book. Da schaue ich schon, dass ich das morgens mache. Also alles was kreativ ist. Und dann nachmittags an Dingen zu arbeiten, wie E-Mails beantworten oder andere Dinge, wo man nicht so seine kreativen Batterien anzapfen muss. Da merke ich nämlich, dass das ab 14.00 Uhr der Laden wieder ziemlich dicht ist. Ich kann auch nicht mehr als vier oder sechs Stunden am Tag etwas wirklich Sinnvolles machen. Marcus: Also das ist aber auch schon viel. Vier Stunden auf Hochspannung, das ist echt lange. Conni: Ja das finde ich auch. Man merkt es selber, wenn man dann da sitzt und nur noch irgendwie die Tabs hin- und herklickt, dann kann man den Laden und den Laptop eigentlich nur noch dicht machen. Ich versuche soweit es geht auch täglich ins Yoga zu gehen. Das schaffe ich auch nicht jeden Tag, aber meistens doch. Und dann ist es mir wichtig, dass ich mich nicht den ganzen Tag vor den Rechner setze und zwischendrin auch mal wieder lese oder abhänge und rausgehe und mit Freunden etwas mache. Aber das ist auch der Ausgleich, der da ist. Ich merke auch immer mehr, wie gut es mir tut, wenn ich zwei oder drei Tage zwischendrin mal gar keine Zeit habe, in den Laptop zu gucken und wirklich einfach nur andere Dinge mache und mit meinem Leben beschäftigt bin, als mit meinem Laptop. Dann merke, dass ich dann auch wieder viel kreativer werde und wie viele geile Gedanken ich dann wieder habe. Das geht mir sehr schnell verloren, wenn ich jeden Tag vor dem Laptop sitze. Das merke ich richtig. Ich bin sonst wieder viel gestresster. Ich mache das jetzt nicht nur am Wochenende, sondern das kann immer sein. Das kann auch ein Montag sein oder ein Mittwoch oder so. Marcus: Klar, wir leben ja auch nicht nach der Uhr oder dem Kalender. Conni: Genau, es gibt eigentlich keine Wochentage mehr. Aber so ungefähr schaut das aus. Marcus: Cool! Und ist es jetzt so, dass Dein Leben in Berlin ähnlich aussieht, wie wenn Du jetzt hier in Taghazout bist oder nächste Woche in Barcelona oder letzte Woche in Tarifa. Bekommst Du die Routinen gleich gut hin? Fällt Dir das irgendwo schwerer oder leichter? Conni: Also im Grund versuche ich schon, dass das immer relativ gleich ausschaut. Egal, wo ich mich gerade befinde. Sonst macht das irgendwie keinen Sinn, wenn ich mich zu sehr davon ablenken lasse, an welche Ort ich mich jetzt gerade befinde. Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von Großstädten mehr, weil sie mich schon mehr ablenken. Ich weiß auch nicht, irgendwie bringen sie mich mehr aus dem Konzept. Da haben wir ja kürzlich auch darüber gesprochen, dass es für uns leichter ist, an einem ruhigen Ort, wie jetzt hier in dem Dorf. Es ist einfacher seine Routinen durchzuziehen. Es stimmt schon. Man weiß mehr über sich selber, man ist einfach generell ruhiger und da werde ich mich glaube ich zukünftig mehr drauf fokussieren, dass ich mein Leben vermehrt an ruhigen Orten, die am Meer oder einem Dorf sind, verbringe, statt in größeren Städten. Ich glaube, mein Limit in Großstädten liegt so bei zwei Wochen. Im Grunde genommen schaue ich schon, dass meine Routine ungefähr so ausschaut, doch. Da lasse ich mich mittlerweile nicht mehr so krass aus dem Konzept bringen. Marcus: Du bist ja jetzt auch schon so lange dabei. Wie lange lebst Du diesen Lifestyle schon? Conni: So dreieinhalb Jahre ungefähr in dem Stil. So richtig holistisch, gesundheitlich, nachhaltig vielleicht seit eineinhalb Jahren. Mit viel Yoga und Meditation. Noch intensiver durch die gesündere Ernährung seit einem halben bis dreiviertel Jahr. Also es ging bei mir so peu á peu. Wenn man aber mehr Bewusstheit in seinem Leben entwickelt, dann geht es halt von einer Ebene zur nächsten und zur nächsten und zur nächsten. Dementsprechend infiltriert quasi die Bewusstheit immer weitere Gebiete im Leben. Das ist ganz spannend. Marcus: Ich glaube gerade in der Selbstständigkeit und dann noch zusätzlich viel unterwegs und viele neue Menschen, das lässt einen so wachsen, auch persönlich. Dass man immer wieder neue Levels entdeckt, oder Ebenen im Leben. Conni: Richtig. Und ich glaube, das was Du vorher noch gesagt hattest, was auch ein wenig meine Sichtweise der Dinge ist, mit dem digitalen Nomadenleben, ist dass wir denken, wir haben ein unkonventionelles Leben. Ortsunabhängig und „voll geil und so, und wir arbeiten wann wir wollen, yeah! Und wir sitzen am Strand, statt im Büro, voll geil“ (beide lachen) und dann aber gleichzeitig zu McDonald’s rennen oder nur vorm Laptop sitzen und seinen Rücken kaputt machen und seinen Körper kaputt machen und keine Zeit mit seinen Freunden zu verbringen oder mit seiner Partnerin, solche Sache. Da habe ich mir halt irgendwann gedacht: Das kann’s irgendwie nicht sein. Wir müssen echt gucken, dass wir das auf alle Levels und Ebenen bringen. Dieses unkonventionelle Leben kann halt nicht nur in der Arbeit und auf Reisen passieren, sondern das kann überall passieren. Für mich heißt halt etwas unkonventionell zu tun, ich nehme etwas Konventionelles und mache es halt besser und anders. Um ein schöneres und noch intensiveres Leben haben zu können. Marcus: Deshalb ist es auch so cool, dass Du es outgoing on public auch vorlebst, für die ganzen Leute, die jetzt nachkommen. Man muss nur fairerweise sagen, dass man gerade am Anfang sehr damit beschäftigt ist, die Kole reinzukriegen. Ich hatte da auch zusammen mit Feli nur Zeit mir Gedanken über neue Routinen und Strukturen zu machen. Da ging es dann erstmal darum nur diese 1.000 € oder 1.200 € pro Monat irgendwie zu verdienen, mit irgendwas. Und da waren wir halt Tag und Nacht damit beschäftigt, quasi in diesen Lifestyle reinzusteppen. Aber irgendwann kommt man an so einem Punkt, wo man denkt: Okay, what´s next? Das haben wir jetzt soweit ganz gut im Griff. Die Kohle kommt rein. Aber ich bin unausgeglichen oder ernähre mich nicht gut. Conni: Ich glaube, genau dass das auch der Trugschluss ist. Also ich kenne das auch und klar ist natürlich am Anfang erst mal das Thema Kohle wichtig und dann nachdem Geld oder Einkommen, die Geschichte ist ja eine andere. Die mit Existenzängsten verbunden ist. Und das ist natürlich auch so eine Urangst. Natürlich ist das erst mal eine Angst die man irgendwie füttern möchte, damit sie ruhe gibt. Daher denkt man zuerst „Kohle verdienen, Kohle verdienen“. Andererseits finde ich, ist es ein Trugschluss, an der Stelle das Equilibrium herstellt und da den Fokus drauf legt. Sagen wir, ich meditiere und ich schaue, dass meine Ernährung in der Balance und gesund ist, den Ausgleich habe, mit sozialen Kontakten oder was auch immer, dann bringt das zum einen generell viel mehr Gelassenheit in Dein Leben, nimmt dir auch mehr die Ängste. Du hast viel bessere Voraussetzungen überhaupt produktiver zu arbeiten. Also im Grunde genommen, schafft Dir das erst mal die richtigen Voraussetzungen dafür, dass Du dann wirklich effektiv und produktiv und super kreativ und bewusst an Deinem Business arbeiten kannst. Die Frage mit der Henne und dem Ei, das kennst Du ja. Ich finde, dass es schon geht. Vielleicht nicht, dass man jeden Tag ins Yoga rennt oder ettliche Zeit damit verbringt, irgendwelche veganen Blogs zu lesen, aber schon, dass man die Eckpfeiler setzt. Das ist sehr wichtig. Weil wenn es in einem Bereich hakt, und es dann zum Beispiel meiner Gesundheit nicht gut geht oder ich nicht den Ausgleich habe, zum Beispiel durch Sport oder Yoga, dann kann ich meiner Meinung nach auch nicht mein Bestes im Business-Bereich geben. Oder wenn es in meinem Business nicht gut läuft, hat das wahrscheinlich auf Effekte auf meine Beziehungen und meine Gesundheit usw. Deswegen finde ich, dass das schon wichtig ist, dass man immer guckt, dass da ein Gleichgewicht herrscht. Denn irgendwann wird immer mal wieder eine Krise aufkommen in einem dieser Lebensbereiche. Sei es in der Beziehung oder im Business oder wo auch immer. Das ist so sauwichtig, dass die anderen Bereiche trotzdem im Einklang sind. Marcus: Ja das stimmt. Es gibt ja auch diese Theorie, wovon Du gerade gesprochen hast, die verschiedenen Lebensbereiche. Und wenn es in dem einen Bereich besonders gut läuft und in dem anderen gar nicht, dann eiert das Rad natürlich total. Irgendwann dreht sich das Rad gar nicht mehr. Conni: So ist es. Es ist wichtig das Gleichgewicht herzustellen, in seinem ganzen Leben. Marcus: Du hast eben gesagt, Du hast so vor dreieinhalb Jahren mehr oder weniger mit dem Lifestyle angefangen. Damals gab es in Deutschland noch nicht das Thema in der Form, so wie es heute präsent ist, um nicht zu sagen, eigentlich gar nicht. Ich glaube, Du warst eine der ersten in Deutschland, die es nach vorne gebracht haben oder auch darüber geschrieben haben. An wem hast Du Dich da orientiert und was würdest Du sagen, unterscheidet die Szene in den USA von den Deutschen? Wahrscheinlich hast Du Dich auch an den Amerikanern orientiert. Also damals oder vielleicht auch jetzt haben wir da den Gap geschlossen oder sind sie da immer noch ein Stückchen weiter vor uns? Ist das normal, weil es andere Kulturen sind oder wie denkst Du darüber? Conni: Meine Vorbilder damals waren – also ich bin auch mit dem Klassiker eingestiegen,- Tim Ferris. Ich weiß noch, dass ich das Audio-Buch gehört habe, damals auf dem Weg zur Arbeit in meinem ersten und letzten Job in Berlin. Marcus: Aber irgendwie schwarz runtergeladen, hast Du erzählt? Conni: Ja, damals hatte ich keine Kohle, um mir irgendwelche Kindle Bücher zu kaufen (beide lachen) Marcus: Aha, also ausgedruckt als PDF. Conni: Jaja genau, immer irgendwie ausgedruckt. Der Klassiker (lacht). Danach war einer der ersten Blogs von Chris Guillebeau mit „The Art of Non-Conformity“. Jonathan Mead, der hat damals Illuminated Mind, oder so ähnlich, der macht heute „Pay to exist“. Sean Ogle von location180 und Thrilling Heroics, Cody McKibben. Dann noch so ein paar andere, die aber heute etwas ganz anderes machen. Mit den ganzen Jungs bin ich eigentlich eingestiegen. Ach da gab es noch Emilie Wapnick von Puttylike zum Beispiel. Das war auch ein Mädel. Also da hab ich echt viel konsumiert damals. Marcus: Während der Arbeit? Conni: Während der Arbeit, vor der Arbeit, nach der Arbeit, die ganze Zeit eigentlich. Ich habe sehr viel gelesen und Deine zweite Frage war jetzt, wie da so der Unterschied ist. Ich bin halt seit einigen Jahren relativ viel, fast von Anfang an im Dynamite Circle, in der internationalen Community für Online-Unternehmer und bin von Anfang an viel international unterwegs gewesen. Ich habe auch viele Freunde, die international und englischsprachig sind, darunter viele Amerikaner, Australier usw. Klar, wir sind natürlich viel weiter. Als ich angefangen habe auf Deutsch in meinem Blog über ortsunabhängiges Leben und Arbeiten zu schreiben, so Anfang 2013, da war das noch alles relativ neu. Deshalb gab es dann auch soviel Medienaufmerksamkeit. In Deutschland hängen wir halt noch ein paar Jahre hinterher. Die ganzen Jungs, mit denen ich zusammengearbeitet habe, die sind mit ihrem Blog bereits 2008/2009 gestartet. Und 2013 war das ganze Thema dann schon fünf Jahre alt. Tim Ferris hat da schon 2006 oder 2007 mit angefangen. Der war eigentlich schon eine richtig alte Socke. Also sind wir uns natürlich einige Jahre voraus. Ich hab dann schon gesehen, dass die Community bei uns so klein ist. Wir waren ja nur eine handvoll Leute für lange Zeit, die den Lifestyle wirklich so ausgelebt haben und darüber geschrieben haben. Marcus: Und trotzdem ist ja kaum etwas nachgekommen, oder? Conni: Ja es ist lange nichts nachgekommen. Ich finde auch, dass es gerade auch mit  DNX einen großen Push gegeben hat in Deutschland. Ich glaube, wenn ihr den DNX nicht gestartet hättet, dann wären wir wahrscheinlich immer noch fünf Hansen. Heutzutage sehe ich den Unterschied darin, dass das schon noch alles rückständig ist bei uns in Deutschland. Die Community wächst zwar, aber sie ist noch nicht ganz professionalisiert. Viele Leute sind noch im Anfangsstadium. Und ich glaube, in den nächsten zwei, drei Jahren wird sich da viel tun. Ich sehe da auch schon die ein oder anderen guten Potentiale. Das einzige, was mir bei den Deutschen so ein bisschen Sorgen macht ist, dass der Durchschnittsdeutsche oder auch durchschnittsdeutsche digitale Nomade sich nicht soviel zutraut und das Selbstbewusstsein fehlt. Die Leute haben so viele Selbstzweifel. Das finde ich etwas schade. Ob das jetzt eine Mentalitätsgeschichte ist oder ob das vielleicht auch mit der Zeit kommt, wenn es noch mehr Leute gibt, die richtig geile Sachen rocken mit ihrem ortsunabhängigen Business, weiß ich nicht. Abe ich würde mir wünschen, dass die Leute einfach mal machen. Das Machen ist ja eigentlich nur ein Tun und da ist definitiv noch Potential nach oben vorhanden. Marcus: Ja keine Ahnung, da zerbrechen wir uns auch schon länger die Köpfe und reden uns die Münder heiß, woran das jetzt liegt, dass es gerade in Deutschland so vielen Menschen so schwer fällt, rauszukommen. Gerade wo man weiß, dass man hier mit sozialen Systemen auch wieder aufgefangen wird, falls es dann mal nicht funktionieren sollte. In anderen Ländern hauen die die Dinger raus, versuchen es und knallen dann aber richtig auf den Hintern und müssen sich wieder aufrappeln. Und was passiert bei uns im schlimmsten Fall? – Du bekommst ein paar Monate Arbeitslosgengeld und lässt Dich wieder anstellen. Conni: Du kannst Dich auch bei Hartz IV anstellen, da gibt es auch echt schlimmeres. Die Risikobereitschaft ist auf jeden Fall um einiges niedriger. Ich denke, dass das wirklich auch mit der deutschen Mentalität zu tun hat. Wir werden da doch ein bisschen gebremst durch die Art und Weise, wie wir aufwachsen und wir doch eine konservative Einstellung haben, was Unternehmertum angeht und neue Sachen und Dinge anders machen und so. Marcus: Man ist wirklich – das merke ich jetzt wo es vorbei ist- und wir quasi diese Konvention gebrochen haben, dass man da mega stark mental beeinflusst ist von dem, was von einem erwartet wird. Die Gesellschaft, das ist ein hochtragender Begriff, aber ich habe mich da immer mega klein gefühlt und mir nichts zugetraut und obwohl ich eigentlich ganz gute Scills hatte, auch im Online-Marketing, ich aber nur mit diesen ganz krassen SEO-Cracks in so einer Mini-Nische unterwegs war, da dachte ich, was sollen die denn jetzt über mich denken, wenn ich sage, ich biete Wordpress-Seiten an? – Da lachen die sich doch tot. Conni: Ja genau, dass man dieses Denken hat: Was denken andere von mir? – Das ist auch so ein Blödsinn irgendwie, aber das ist so in uns drin. Vielleicht sind ja unsere Gärten oder unsere Häuser in Deutschland zu nah aneinander gebaut oder so. Immer mal gucken was der Nachbar macht, weißt du? Marcus: Aber ich denke, es wird besser und je mehr jetzt nachkommen und je mehr darüber schreiben und je mehr Events dazu stattfinden und umso mehr Leute da sind, an denen man sich orientieren kann, desto leichter fällt es dann auch, jemanden der jetzt gerade erst an einen Kontakt kommt, zu sagen „fuck it – ich versuch das jetzt“. Andere haben das auch geschafft. Conni: Ja definitiv. Ich glaube, je mehr es werden, je mehr erfolgreiche Beispiele es gibt, desto mehr trauen sich die Leute das dann auch zu. Marcus: Welchen Tipp würdest Du Deinem 20-jährigem Ich geben? Conni: Mein 20-jähriges Ich? Ach du sch... ja, ich muss gerade überlegen, wie ich mit 20 drauf war. Da war ich gerade auch auf meinem ersten außereuropäischen Trip in Thailand, vier Wochen, Party, Full-Moon Party auf Koh Phangan, also die ganze Palette durch. Da habe ich auch noch gedacht, Yoga ist nur was für ganz abgespaceten Leute. Marcus: Ja ja, Birkenstock, ne? Conni: Ja, also das würde ich auch schon mal meinem damaligen Ich erzählen: fang mal mit Yoga an, probiere es doch einfach mal aus. Ich wünschte mir auch, ich wäre mit Meditation aufgewachsen und ich wünschte, ich hätte mit allem schon so früh angefangen, auch mit der gesunden Ernährung. Also mit 20 bin ich auf die Uni. Ich hätte wahrscheinlich schon während der Uni mit einem Online-Business starten sollen. Solche Sachen. Also im Grunde alles was ich jetzt mache, hätte ich gerne schon viel früher gemacht. Stell Dir mal vor, wenn ich damit schon vor zehn Jahren eingestiegen wär. Wie geil (lach) Marcus: Aber weißt Du, ich glaube, dass haben so viele, die sich denken „hätte ich das schon vorher gemacht, mit dem Wissen was ich heute habe. Das ist so oft so: Du implementierst eine Sache neu und dann merkst Du dass es funktioniert, und dann denkst Du: Wie blöd bin ich eigentlich? Warum habe ich das nicht schon vor fünf oder zehn Jahren so gemacht, obwohl ich eigentlich das gleiche Wissen darüber hatte? Aber irgendwas hat damals noch nicht gepasst. Conni: Am Ende des Tages ist es doch so, dass alles so kommt wie es kommen soll. Ich habe meine Lektionen so lernen müssen, manchmal auf die einfache und manchmal auf die harte Tour. Wenn ich jetzt zurückdenke, wann ich eingestiegen bin, also so mit 27, diese sieben Jahre, die habe ich scheinbar schon gebraucht. Marcus: Also länger mit 37 oder so, ... Conni: Nee, zu alt ist man ja nie. Marcus: Nee und das Problem ist ja auch, man lebt ja im Jetzt. Und wenn Du sagst, so wie es jetzt ist, ist für Dich perfekt und Du würdest Deinem 20-jährigem Ich das ans Herz legen, wie Du Dir jetzt Dein Leben aufgestellt hast, dann bist Du schon sehr mit Dir im Reinen. Conni: Man kann sich glaube ich gar nicht vorstellen, wie viel Potential man in sich trägt und was noch alles Geiles passieren kann. Das ist auf jeden Fall spannend. Wo wird es mich hinführen oder auch Dich, auch unsere eigenen persönlichen Entwicklungen und unserem Business. Das ist richtig gei. Marcus: Wenn man überlegt, was so im letzten Jahr passiert ist, das ist schon mega krass. Wenn man überlegt, dass es gerade ein gutes Jahr her ist, dass wir die erste DNX im Betahaus gemacht haben und gar nicht wussten, was jetzt überhaupt passiert. Wie reagieren die Leute. Conni: Ja stark. Und das ist auch dieses spannende an dem ganzen Leben. Gerade in unserem Lifestyle. Da kann so viel passieren, immer, ständig, weil eben diese Freiheit da ist, weil man eben nicht diese ganzen Pläne machen muss. Weil man eben nicht dieses 9 to 5, dieses Gefängnis uns die ganze Zeit gefangen hält, sondern wir geben quasi unserem Leben den Raum, damit alles quasi zu jeder Zeit passieren kann. Und das ist sehr spannend. Marcus: Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen, die nicht zum Überleben notwendig sind? Conni: Ok? Ich würde mitnehmen: meine Yoga Matte, meinen Kindle oder ein Buch auf jeden Fall und ein Notizbuch mit Stift zum Schreiben. Das wären die Sachen, dann wäre ich erst einmal ausgelastet auf der einsamen Insel. Marcus: Das ist ja schon mal cool, weil Strand, Meer ... Conni: Ja eben, das Notizbuch ist dann ja wieder quasi wie der Laptop. Marcus: Wer sind die drei oder fünf Menschen, mit denen Du Dich am häufigsten austauschst? Conni: Puh. Also das kommt echt ein bisschen darauf an, wo ich gerade bin. Jetzt gerade bist es Du und Feli (lach). Weil wir hier auch einen auf Mitbewohner machen. Marcus: Aber das funktioniert halt. Wir kennen uns ja jetzt auch schon lange. Wir treffen uns immer wieder und dann letztens auch wieder in Berlin, da hatten wir aber auch nicht soviel Zeit. Conni: Ja das stimmt, das ist cool. Also meine Mama ist auf jeden Fall einer meiner Top-Leute. Mit ihr bin ich regelmäßig in Kontakt. Marcus: Hat sie Dich von Anfang an unterstützt, bei diesem unkonventionellen Weg? Conni: Ja immer. Dadurch, dass ich seit ich ein Teenager war, dieses „ich muss weg“ in mir drin hatte, ist sie das auch gewohnt gewesen. Vorher war ich ja auch Tauchlehrerin und war ein paar Jahre unterwegs und bin die Dinge immer schon etwas anders angegangen. Und dadurch, dass ich auch aus einer Unternehmerfamilie komme, war das für sie eigentlich ganz okay. Sie fanden das auch besser, als ich da meinen Job hatte für ein halbes Jahr lang in Berlin. Und da dachten sie: ja geil, Conni ist jetzt erst mal aussortiert und gibt jetzt erst mal Ruhe, aber im Grunde genommen war es meiner Mama immer wichtig, dass es mir gut geht und dass ich etwas mache, was mich glücklich macht. Das hat sie immer unterstützt und dafür bin ich auch sehr dankbar. Sie ist auf jeden Fall eine meiner besten Freundinnen. Dann habe ich ein paar Freundinnen, mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Die mich auch einfach, sei es ob es mein Business angeht oder was mein Herz und meine Seele angeht, die ich als erstes anrufen würde und mit denen ich aber auch regelmäßig in Skype-Kontakt bin und schaue, dass wir uns auch regelmäßig sehen. Einfach weil mir der Kontakt unglaublich wichtig ist und der geht für mich auch sehr tief. Also manchmal sehe ich sie monatelang nicht und manchmal auch ganzes Jahr lang nicht, aber wir sind wirklich regelmäßig in Kontakt. Wir haben auch alle irgendwie dieses Ding in uns, dass es mit unserem eigenen Leben und dem Business weitergeht. Als würde man sich gegenseitig auch ein bisschen coachen. Ich habe auch durch dieses ortsunabhängige Leben, dass es sehr schwierig ist Freundschaften aufrecht zu erhalten, wenn man so viel unterwegs ist. Aber dadurch habe ich auch noch vielmehr festgestellt, wie wichtig mir Freundschaften und tiefe Freundschaften sind. Klar kann ich viele Leute kennenlernen, aber das heißt noch lange nicht, dass die dann auch wirklich da sind und mir gut tun oder dass Deine Beziehungen einen Wert haben. Ich habe schon so meine drei, vier Mädels, die immer da sind und mit denen ich regelmäßig in Kontakt bin. Marcus: Bevor wir zum Ende kommen, hast Du ein Mantra, ein Lebensmotto, nach dem Du lebst, was Du unterschreiben würdest? Conni: Das ist eine echt gute Frage. Marcus: Hattest Du einmal andere Ziele, als die, die Du jetzt hast? Conni: Ich hab schon eins. Das wissen aber auch eigentlich meine Blog-Leser genau. NIPSILD das hat einen Hintergrund, aber den weiß ich gerade nicht mehr. Aber nicht im Problem, sondern in Lösungen denken. Wenn etwas Mist ist, dann fokussier Dich nicht auf den Mist, sondern schau, wie Du es besser machen und Du das Problem lösen kannst. Es ist nicht so, dass ich nur immer wunderbar in Lösungen denke und dass mein Leben immer super toll ist. Das ist absolut das Gegenteil. Ich musste auch durch viele blöde Situationen in den letzten Jahren, aber grundsätzlich, schau ich wirklich, dass ich mich nicht zu arg auf die Problematik konzentriere, sondern direkt den nächsten Schritt gehe und schaue, was ich machen kann. Wenn ich unzufrieden mit meinem Leben, meiner Beziehung, mit dem Business oder whatever, dann schaue ich was ich besser oder verändern kann. Anstatt die ganze Zeit zu jammern und sich selber in diese Opfer-Mentalität zu bringen. Da muss man wirklich aus dieser negativen Energie rausgehen, die so statisch ist und reingehen ins Machen, ins Tun. Marcus: Genau, denn nur wer aktiv ist, dem kann auch wieder etwas einfallen. Conni: Ja und nur vom über das Problem nachdenken, wird die Situation halt auch echt nicht besser. Ich weiß, dass das oft leicht dahergeredet ist, aber trotz allem ist das schon wirklich mein Lifestyle, insbesondere was mein Business angeht und wenn tägliche Sachen in meinem Leben auftreten. Marcus: Cool! Vielen Dank Conni! Conni: Voll gerne, hat richtig Spaß gemacht, Marcus! Marcus: Wir haben glaube ich auch ein bisschen länger aufgenommen als geplant, knappe Stunde, kennen wir ja schon von der DNX. Conni: Super, ja wir können nie etwas einfach kurz erklären, das ist immer schwierig. Marcus: Nee, das ist auch scheiße. Bei Dir ist das ja auch das Gesamtbild. Conni: Ja manchmal, muss man auch einfach ein bisschen ausführen. Marcus: Ja also Danke und mach’s gut! Danke, peace out! [/su_spoiler] [/su_accordion]  

 

Jul 15, 2015

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Interview mit Johannes Völkner von WebWorkTravel

Heute spreche ich bei LifeHackz mit Johannes Völker von WebWorkTravel. Das Interview haben wir bei Johannes auf seiner Terrasse aufgenommen, der in Tarifa ein Haus direkt am Meer hat und dort regelmäßig mehrere Monate im Jahr verbringt. Mittlerweile ist die Community der digitalen Nomaden in Tarifa auch immer größer und das war dann Grund genug für Feli und mich nach der letzten deutschen DNX im Mai selber mal den Ort auszuchecken. Dazu kommt das Feli und ich in Jericoacoara in Brasilien unsere Leidenschaft für Kitesurfen entdeckt haben und Tarifa einer der besten Spots in der Welt ist, um Kite zu surfen. Die beiden Gründe waren genug um unseren Kumpel Johannes dort besuchen zu gehen plus wir haben dort das erste DNX CAMP ever veranstaltet. Sprich wir haben Leute eingeladen, mit uns zusammen zu Co-Worken, wir haben Co-Living gemacht, wir haben Activities gemacht, wir haben Sport gemacht auf der Terrasse, am Strand auf dem Rooftop. Wir haben zusammen Aktivitäten gemacht, wir waren auf Gibraltar. Es hat richtig viel Spaß gemacht und uns darin bestärkt die Camps auch weiter fortzuführen. Neben den ganzen Activities kann man dort auch super gut arbeiten als digitaler Nomade. Wir waren im Cocotera in nem Co-Working Hostel, waren dort sehr produktiv und haben beispielsweise die DNX CAMP Webseite dort fertiggestellt. Die Seite findet ihr unter www.dnxcamp.com Alle Infos zu dem Interview mit Johannes und weitere Links findet ihr wie immer unter www.lifehackz.de/johannes Das Projekt Webworktravel von Johannes, auf der er seine Community der digitalen Nomaden versammelt, findet ihr unter www.webworktravel.com/ In der Folge spreche ich mit Johannes wie er auf Tarifa als Spot gekommen ist. Johannes ist nämlich schon super viel rumgekommen in der Welt. Wir sprechen darüber was seine Erwartungen für die Zukunft sind als digitaler Nomade. Und wir sprechen darüber was für Leute man in Tarifa treffen kann und wieso gerade Tarifa so ein geiler Spot ist. Checkt es aus. In dieser Folge lernst du:

  1. Warum Tarifa der neue Hot Spot in Europa für digitale Nomaden ist.
  2. Was sich für digitale Nomaden in den letzten Jahren verändert hat.
  3. Wo die heißesten Spots in Costa Rica sind.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

Werde auch Teil der kostenlosen DNX LIFE HACKZ Community mit über tausenden gleichgesinnten Lifehackern. 1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

Guide für digitale Nomaden

Tarifa Digital Nomads

Webworktravel Digital Nomad Network

Surf-Office

Co-Working Space

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Also ich sitze hier gerade mit Johannes in Tarifa auf seiner Terrasse mit Blick auf das Meer, Strand, Beach. Hammer, heute ist es mal windstill. Aber ja..., dazu kann Johannes gleich auch mehr sagen. Cool, dass Du hier auf dem Podcast bist, danke! Johannes: Ja hey Marcus! Erst einmal danke dafür, dass Du hier vorbeischaust und Dir auch mal selber ein Bild von Tarifa machst. Ist ganz schön hier mit der Sonne und dem Strand und viel kaltem Wind. Heute nicht ganz so viel, aber ...ja. Marcus: Ja absolut. Also Feli und ich sind jetzt seit vier Wochen hier. Uns gefällt es richtig gut und wir haben auch schon coole Connections zu anderen Nomaden gemacht. Aber vielleicht erzählst Du mal ein bisschen mehr, wie das entstanden ist hier in Tarifa. Da bist Du ja sehr maßgeblich beteiligt und wie Du da auf die Idee gekommen bist und wo Du heute stehst und was Du noch vorhast? - Das würde mich interessieren. Johannes: Ganz ehrlich, als ich hier vor ungefähr einem Jahr angekommen bin, da hat glaube ich, noch kein digitaler Nomade richtig über Tarifa gesprochen. Mein Hintergedanke, warum ich hierhin gefahren bin, war, weil ich schon sehr viel in den letzten vier Jahren unterwegs war und ich brauchte mal so etwas wie eine Homebase. Ich habe das in dem Jahr davor mal in Berlin probiert. Aber weil ich sehr gerne Kite-Surfen gehe und auch ganz gerne am Strand wohnen wollte, habe ich dann darüber nachgedacht, vielleicht mal ein bisschen weiter in den Süden zu ziehen. Ich wollte nicht soweit weg sein von Deutschland, damit ich nicht immer 13 Stunden im Flieger sitzen muss, um beispielsweise zu einer Hochzeit zu fahren. Und dann bin ich hier hingefahren, weil ich sehr viel aus der Kite-Szene über Tarifa gehört habe. Ich kannte ein paar Leute, die hier damals schon gearbeitet haben. Aber das waren nur zwei, drei vielleicht auch vier Leute (grinst). Ich bin also hingefahren und wollte mir selber ein Bild darüber machen. Ich fand es sehr cool und dann kam noch Elmar vorbei. Der macht Events für holländische Entrepreneure und wir fanden das beide ganz cool hier und wir haben dann einfach angefangen, Tarifa zu promoten und haben euch eingeladen und Feli. Und so langsam scheint sich das alles auszuzahlen. Es kommen immer mehr Leute hierhin und wir kriegen hier langsam so eine kleine Community zusammen. Das ist eigentlich ... ja das freut mich sehr, das Tarifa jetzt so langsam im Gespräch ist. Marcus: Kann man denn hier das ganze Jahr in Tarifa als Digital Nomad gut leben und arbeiten und kiten gehen oder würdest Du sagen, es gibt Monate, die sich besser eignen und andere, wo es vielleicht wieder cool ist, woanders hinzuziehen? Johannes: Also man kann hier natürlich das ganze Jahr überleben, aber ich würde nicht unbedingt Juli und August empfehlen, weil sich die Preise zu der Zeit verdreifachen. Gerade für die Unterkünfte. Außerdem wird die Stadt sehr voll und es wird schwierig sein, da den richtigen Fokus zu finden. In den anderen Monaten ist es super hier. Den Winter selber habe ich jetzt noch nicht hier verbracht, das heißt ich war hier nur bis in den Dezember. Januar, Februar und März habe ich geskipped. Das geht auch. Da kann man sehr gut surfen. Aber die besten Monate, um als digitaler Nomade hier eine super Zeit zu haben, sind auf jeden Fall April, Mai, Juni und dann September, Oktober. November und Dezember sind auch ok, aber die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Wem es dann richtig gefällt, der bleibt aber auf jeden Fall auch länger. Marcus: Ok, cool. Also eine Sache, wieso Feli und ich auch direkt überzeugt waren, dass das ein ziemlich cooler Spot sein muss, ist, dass Du ihn quasi ausgerufen und gesagt hast: kommt hier mal alle hin; hier sind perfekte Settings. Für die Leute, die es nicht wissen: Du hast auch einen großen Guide für digitale Nomaden rausgebracht, in dem man die besten Hotspots oder Plätze zum Arbeiten und Leben finden kann. Wir haben den glaube ich, ganz am Anfang, als wir in Asien auf unseren ersten wackeligen Gehversuchen unterwegs waren, ziemlich früh entdeckt und nach dem Motto: was ist das denn für ein geiler Content hier?! Wir haben dann glaube ich, erst mal drei Tage Deinen Guide gelesen. Sag mal ein bisschen was zum Guide. Wieviele Orte sind da drin und wie bestimmst Du quasi das Scoring-System für die digitalen Nomaden? Was muss der Ort haben, dass Du sagst, der ist cool und gut? Johannes: Erst einmal freut mich das, dass Du den Guide so gut findest. Der Guide ist eigentlich zu einer Zeit entstanden, als ich das Wort digitaler Nomade eigentlich noch gar nicht kannte. Ich hatte also die Idee für den Guide, bevor ich überhaupt das Wort digitaler Nomade gehört hatte. Und deswegen hieß der Guide am Anfang auch „The Destination Guide for People who work online“ und bei der Landing-Page hat sich alles darum gedreht, die Leute zu überzeugen, dass man ja eigentlich arbeiten und reisen könnte. Ich war in den letzten 10 Jahren extrem viel unterwegs und habe quasi dabei gemerkt, dass es sehr viele coole Destinationen gibt. Das sind zum Großteil jetzt nicht irgendwelche Großstädte oder so, wie man die auf der nomadslist.io finden kann, sondern das sind eigentlich eher so kleinere Städte, die irgendwie in irgendeiner Art sehr unique sind. In den meisten Orten, habe ich auch selber irgendwann mal in den letzten zehn Jahren Zeit verbracht. Ich habe auch gemerkt, dass die Infrastruktur eigentlich da ist. Also wenn sich irgendjemand heutzutage beschwert, dass das WiFi nicht ordentlich läuft, dann ist es meistens die Schuld der Person selber. Auf Inseln ist es manchmal ein bisschen schwierig, aber ansonsten geht es. Jeder von uns hat verschiedene Interessen und was ich mit dem Guide eigentlich gemacht habe ist, dass ich mein ganzes Reisewissen aus den letzten zehn Jahren Backpacking zusammengefasst und ganz viele dieser coolen Destinationen hineingepackt habe. Insgesamt sind es über 60 Destinationen. Ich muss zugeben, ich war nicht in jeder Destination, aber da sind nur Orte drinnen, von denen ich dann von Freunden, die auch schon seit sechs Jahren reisen, gehört habe. Ich glaube, dass ganz viele dieser Destinationen auch in Zukunft noch richtig abgehen werden, für die Leute die arbeiten und reisen. Eine Sache habe ich gerade vergessen: das ist auch ein Budget Guide. Es geht dabei auch so ein bisschen darum, jetzt nicht die teuersten Orte – in Thailand ist zum Beispiel Phuket wesentlich teurer als, ich sag mal, Koh Phangan – es geht eher darum, die günstigeren Orte zu featurn, die gerade noch am kommen sind. Das habe ich einfach mal zusammengefasst und es freut mich, dass es inzwischen mehr Beachtung findet und vielleicht machen wir auch noch einmal eine neue Auflage. Da überlege ich gerade noch, ob wir das noch einmal optimieren. Marcus: Ich glaube, das wäre auf jeden Fall cool, wenn da noch einmal eine neue Auflage kommt, aber auch so ist das schon echt sehr, sehr geil und useful. Ich glaube, was den Guide auch so unique macht und krass gut ist, dass er handverlesen ist, also die Leute wirklich da waren und aufgrund der eigenen Eindrücke und Erfahrungen dann den Ort bewertet haben und nicht wie beispielsweise, was Duveben gesagt hast, nomadelist.io. Auch richtig cool, was Peter Levels da auf die Beine gestellt hat. Aber der kopiert die Daten aus irgendwelchen Datenbanken und ist nicht selber da gewesen und weiß, ob das jetzt der coolste Ort ist. Aber da sind es ja mehr so Hart Facts, wie die Infrastruktur oder das Setting ist. Wie schnell ist das Internet? Wie warm ist es da? Bei Dir geht es ja auch noch um Soft Settings. Da findet man zum Beispiel Kiten, Sport, Hobbies, Activities etc. Johannes: Ich finde zum Beispiel auch, dass es extrem wichtig ist, dass wenn man reist, dass wir nebenbei auch Hobbies haben. Also es muss jetzt nicht unbedingt Kite-Surfen sein. Das ist halt das, was ich gerne mache. Ich weiß, dass Du auch gerne tauchen gehst. Andere Leute machen gerne Yoga, aber das Ding ist, dass gerade wenn wir viel reisen, ist es extrem wichtig, dass wir auch noch etwas anderes in unserer Freizeit machen, als zum Beispiel jeden Tag eine Schnorcheltour zu machen. Ein Hobby, ein bisschen mehr Beständigkeit oder Aktivitäten, die wir halt entweder morgens früh machen oder abends danach, um auch einfach diesen Ort genießen zu können. Deswegen finde ich zum Beispiel, dass man oft seine Orte ein bisschen mehr nach den Hobbies auswählen sollte. Manchmal kann ich es nicht so ganz verstehen, dass Chiang Mai der Hotspot ist. Dort gibt es keinen Strand. Eigentlich dreht sich alles nur darum, dass es ein mega günstiger Ort ist, aber ich möchte nicht nur irgendwo hin fahren, weil es sehr günstig ist. Da gibt es auch super coole kleine Inseln in Indonesien, die das auch haben können. Aber dort kann ich dann auch tauchen gehen oder noch irgendetwas anderes in meiner Freizeit. machen Und das ist eigentlich das coole an dem Lifestyle, oder? Marcus: Ja absolut. Wie Du schon sagtest: in Indonesien, ein kleiner Ort, in dem Guide selber sind mega viele hidden Champions drin und immer wenn Feli und ich unterwegs sind in irgendeiner Ecke, dann gucken wir uns da auch noch einmal das PDF an und lassen uns inspirieren, ob das auch etwas für uns sein könnte. Ich glaube, Du bist auch ähnlich gestrickt wie wir: Du bist gerne am Meer und eine totale Wasserratte. Und dann passt das auch alles. Du sagtest eben, in Tarifa ist jetzt schon eine coole Community entstanden. Wir sind jetzt selber ein Teil davon und haben das hier vor Ort Live mitgekriegt. Da sind richtig smarte Leute aus aller Welt. Gibt es denn irgendwie ein Forum oder eine Plattform, in der Du versuchst die Community zu organisieren oder zu sammeln und das ganze Ding wachsen zu lassen? Johannes: Wir haben eine Plattform. Also eigentlich gibt es sogar zwei kleine Plattformen dafür. Die Plattform für Tarifa besteht in einer kleinen Facebook-Gruppe mit dem Namen „Tarifa Digital Nomads“. Wer Lust hat, kann da einfach mal bei Facebook unter dem Suchbegriff „Tarifa Digital Nomads“ schauen. Da kann man sich vorstellen, wenn man zum Beispiel bald hierhin fliegt oder kriegt halt mit, wenn mal ein größerer Talk ist. Diese Plattform würde ich als ersten Anlaufpunkt in Sachen Tarifa nehmen. Ich habe da auch ein paar kleine Deals mit Hostels oder mit einer Kite-Schule verhandelt. Da könnt ihr mit anderen Nomaden kiten lernen oder in das gleiche Hostel gehen. Dann gibt es noch das “Webworktravel Digital Nomad Network“. Das ist eine wesentlich größere Facebook-Gruppe. Da kann man sich weltweit mit anderen Leuten vernetzen, die auch rund um den Globus unterwegs sind. Die wächst gerade auch extrem gut. Wir sind jetzt über 3.000 Leute. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Marcus: Das ist meines Wissens auch international die größte Gruppe für digitale Nomaden auf Facebook. Also Hut ab dafür. Ich glaube, Du warst auch einer der ersten, der dieses Thema entdeckt hat, auch wenn es damals noch gar nicht digital nomad hieß oder drauf stand, wie Duschon sagtest und ein bisschen sperriger genannt wurde mit „Handbuch für Leute, die gerne ortsunabhängig arbeiten wollen oder online Geld verdienen wollen“ etc. Die ganzen Links findet ihr natürlich auch in den Show Notes. Wie sind denn bei Dir jetzt die nächsten Pläne. Wir haben jetzt Anfang Juni? Feli und ich gehen nach Marokko, dann nach Barcelona und bereiten dann das Event Global vor. Wo kann man Dich antreffen und hast Du noch andere Lieblings-Hotspots außer Tarifa im Mai, Juni? Johannes: Die nächsten Monate plane ich erst einmal hier in Tarifa zu bleiben. Ich mache jeden Dienstagabend gegen 19 Uhr eine Walking Tour. Also wer Lust hat mal zu quatschen, der kommt hier nach Tarifa und dann zeige ich euch ein bisschen die Stadt. Das ziehe ich jetzt jeden Dienstag durch bis November. Egal ob da eine Person kommt oder zehn. Schauen wir mal (lach). Im August bin ich auf jeden Fall bei euch bei der Global. Da freue ich mich auch schon drauf. Also da bin ich dann mal kurz zwei Wochen in Deutschland. Im November fahren wir auf einem Cruise Ship. Das wird bestimmt auch sehr interessant: der erste Digital Nomade Cruise Ship ever! Ihr seid ja auch dabei und Conny ist auch dabei und Elmar und viele Leute, die auch aus Tarifa kommen. Wir fahren von Gran Canaria nach Salvador in Brasilien mit derzeit 60 Nomaden – das werden aber gerade immer mehr, ich bin mal gespannt, wie sich das noch entwickelt. Danach weiß ich es gerade nicht genau. Ich bin dann erst einmal in Brasilien. Nach Rio soll es auf jeden Fall noch gehen zum Kiten im Norden von Brasilien. Im Februar 2016 plane ich nach Kapstadt zu gehen. Da ist der King of the Year Contest. Kapstadt ist einer meiner Lieblings-Städte überhaupt. Das wird auf jeden Fall noch sehr viel beliebter werden. Wir waren da jetzt dieses Jahr mit einer Gruppe von 15 Leuten da. Alle ortsunabhängig unterwegs und teilweise extrem erfolgreich. Da muss ich wirklich vor vielen Leuten den Hut abnehmen. Dort sind viele Leute, die da unten ihr Online-Business machen und da überwintern. Also im Februar gehe ich nach Kapstadt und gehe dann wahrscheinlich zwei, drei Monate kiten und arbeiten und danach geht es wieder nach Tarifa bis Ende Juni 2016 und dann schauen wir mal. Danach weiß ich noch nicht genau. Marcus: Ja hammer, hört sich geil an. Das hört sich genau so an, wie es die meisten digitalen Nomaden machen, nämlich immer der Sonne hinterher und da wo gerade das beste Wetter ist, da findet man natürlich auch die meisten Nomaden. Es scheint so, als ob Duvin Deutschland eher selten bist. War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das über die Jahre irgendwie manifestiert? Kannst Du Dir vorstellen irgendwann noch einmal komplett nach Deutschland zurückzugehen? Hast Du da überhaupt noch ein Netzwerk? War das schwer oder wie ist das alles so gekommen, dass Du jetzt ein Globetrotter bist und so gut wie gar nicht mehr in Deutschland anzutreffen bist? Johannes: Also ich würde sagen, das war ein recht langer Prozess. Das hat schon 2005 angefangen oder ehrlich gesagt, schon in der Zeit davor. Ich war schon früher für längere Zeit in Australien und es hat mir super gefallen. Dann bin ich 2005 nach Kapstadt gegangen um dort zu studieren. Das fand ich auch super und bin da auch gleich hängen geblieben bis 2010. Also ich hab eigentlich seit 2005 gar nicht mehr richtig in Deutschland gewohnt. 2010 bin ich aus Kapstadt dann wieder abgezogen und dann hab ich es mal kurz versucht in Deutschland zu wohnen. Das hatte mich aber nicht so ganz überzeugt. Zu dieser Zeit hatte ich bereits ein ortsunabhängiges Business und bin dann auf die Philippinen gefahren. Dann fing das auch alles an mit der Reiserei. Zwischendurch war ich dann immer mal wieder in Deutschland und hab es, wie gesagt, noch einmal versucht. Ich wollte da mal nach Berlin ziehen, aber das hat mich nie so richtig umgehauen. Ich bin auch kein großer Fan von Großstädten. Ich muss auch sagen, dass wenn man so lange in Kapstadt gewohnt hat, ziemlich verwöhnt ist und man sich nicht so leicht auf jede Stadt der Welt einlässt. Nichts gegen Berlin, aber ich find