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Aug 17, 2015

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Interview mit Thomas Jakel von Strandschicht

Hey Leute, was geht ab? Hier ist LIFEHACKZ, hier ist Berlin und hier scheint die Sonne. Ich habe mich heute mit dem lieben Thomas Jakel von Strandschicht in der Turnhalle in Berlin-Friedrichshain getroffen und mit ihm darüber geredet, wie man denn in das richtige Mindset zum Business starten kommt. Wir haben aber auch darüber gesprochen, wie er seine sozialen Projekte gestartet hat, wie er da immer wieder auf neue Ideen kommt und was ihn antreibt. Viel Spaß beim Interview! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie man es schafft 50+ Bücher im Jahr zu lesen.
  2. Wie du deine Ziele durch Challenges erreichst.
  3. Welche Frage du dir über dein Business immer stellen solltest.
  4. Und wie man nach 2 Tagen fasten auf die Idee kommt Toiletten in Indien zu bauen.

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1.000 Dank, Dein Marcus

 

SHOWNOTES

Strandschicht

Guts for Change

Guts for Change auf arte

Generation Y Founders

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Hey Leute, cool dass ihr am Start seid bei der neuen Folge von LifeHackz, heute mit Thomas Jakel. Thomas, wenn man Dich fragt - Du bist so umtriebig, Du machst so viele Projekte - als was würdest Du Dich bezeichnen, wenn jemand auf einer Party in der Küche fragt “Thomas, womit verdienst Du Dein Geld?” Was machst Du? Thomas: Oh lá lá! Ich verdiene mein Geld tatsächlich vor allem mit meiner Online Firma Strandschicht, die ich mit einem Kollegen habe und mit Side-Projects, wobei ich meistens das Geld was darein kommt, wieder reinvestieren möchte in die Projekte. Wenn Du mich fragst was ich mache, dann bezeichne ich mich jetzt gerade meistens als Entrepreneur, als Social Entrepreneur, Adventurer und Changemaker. Aber wie gesagt, das sind eher so Aufhänger und ich habe jetzt nicht so eine feste Identität darin, sondern das geht in so eine gewisse Richtung. Das sind Sachen, mit denen ich mich identifiziere und in die ich mich weiter entwickeln möchte. Marcus: Das heißt, das sind so Ankerpunkte, die jetzt aktuell in Deinem Leben eine Rolle spielen aber vielleicht in zwei Jahren wieder ganz anders sein können? Thomas: Also ich denke mal, das Entrepreneurship-Thema wird weiterhin eine Rolle spielen, dass ich soziale Projekte zum Beispiel oder Social Businesses gründen möchte. Und dass ich auch Abenteuerreisen machen möchte und definitiv Sport und so. Aber was sagst Du jemandem, der  - ich sage mal beispielsweise - einen normalen Job hat? Was soll ich dem sagen, was ich mache? Dann geht es meistens so los: Okay, ich habe eine Firma, die bezahlt mir mein Geld, aber da investiere ich wenig Zeit rein, weil ich nicht muss. Und die Zeit nutze ich dann allerdings wieder für andere Projekte und deswegen arbeite ich doch irgendwie sehr viel. Nur dass es eigentlich keine Arbeit ist, weil ich das Zeug liebe. Ja genau, irgendwie so sieht es aus. Marcus: Aha, cool. Also Du hast eben gesagt, Du machst Strandschicht, bist auch sozial unterwegs als Socialpreneur. Was waren da Projekte, die Du schon gestartet hast? Thomas: Also, da gibt es ganz ganz viele Projekte, die ich schon gestartet habe. Ganz viel davon habe ich auch wieder eingestampft. Weil es vielleicht teammäßig nicht funktioniert hat, weil ich auf dem Weg auch einfach Sachen gelernt habe. Die waren mir vorher einfach nicht bewusst. Dass ich Sachen machen möchte, die mir wirklich am Herzen liegen oder das Business-Modell auch einfach schlecht war. Selbst wenn da die ersten paar tausend Euro reingekommen sind, die waren irgendwann einfach nicht mehr geil. Aktuell ist es eben meine Firma Strandschicht, die ich mit einem Kollegen zusammen habe, dem Bastian. Dann ist es Eco-Toiletten, wo ich gerade so eine Investorenrolle mit innehabe und wo ich auch operativ ein bisschen draußen bin, aber in gewissen Punkten pushen kann und auch glaube ich ein bisschen visionäre Ideen dahinter habe. Dann ist es Non-Water Sanitation, mit dem wir das vereinen und wir bauen ökologische Toiletten in Indien damit. Da sind wir aber gerade noch in der Startphase. Wir haben jetzt die ersten Leute eingestellt und da müssen wir noch den proof of concept finden und wie wir die Finanzierung da aufstellen und so weiter. Aber das ist so mein Traum, da ein richtig großes Social Business aufzubauen und den Leuten halt zu helfen, weil die dort keine Toiletten vor Ort haben. Und dann mache ich gerade mit einem weiteren Kumpel einen Gründerkurs, weil ich jetzt einfach so viel gelernt habe. Von Dir gelernt habe, von anderen gelernt habe und ganz gut darin bin, dieses Wissen zu bündeln. Das zu nehmen und dann Leuten Schritt für Schritt zu sagen: Hey Leute, macht das so. Und ich kann Leute gut pushen und ich kann ihnen helfen an sich zu glauben, dass sie das Potential in sich sehen. Ich lasse Sache gerne und schnell einfach aussehen, sodass Leute handeln. Das macht mir viel Spaß. Also anderen zu helfen, dass die auch in die Gänge kommen und danach sagen “Geil! Was für eine geile Reise!” Marcus: Hast Du da eine besondere Idee oder einen Tipp, wie man die Leute dann triggert und in die Umsetzung bekommt. Weil ich glaube, es gibt viele gute Ressourcen im Netz, wenn man lange genug sucht. Und man kann sich das ganze Wissen aneignen. Aber gerade in Deutschland fehlt vielen der Mut dann wirklich in die Umsetzung zu gehen. Was gibst Du denen auf den Weg? Oder wie versuchst Du das? Thomas: Das eine ist das Mindset wirklich zu verändern und aufzuzeigen: Okay, wenn Du Deine Glaubenssätze in manchen Bereichen änderst, dann kannst Du das machen. Und die einfach mit den Leuten zu verändern, sodass sie anfangen andere Sachen zu glauben. Weil sich dann einfach die Handlungen widerspiegeln. Was ich glaube, so handel ich und das sieht man dann sofort. Der andere Punkt ist, was Du auch schon sagtest, die Ressourcen sind alle da. Es ist alles vorhanden. Es braucht eigentlich auch kein Onlinekurs in dem Sinne, dass man da irgendwie besonderes Wissen findet. Aber es ist halt verstreut. Und am besten bekommst Du es aus einer Quelle, der Du vertraust, die Du magst und die Du schon irgendwie kennst. Dann versuche ich den Leuten ganz genau zu zeigen, was sie tun müssen. Es einmal vorzumachen, dass man mir über die Schulter gucken kann. Oder dass man anderen über die Schulter gucken kann: Wie genau habe ich die Webseite aufgesetzt? Wie genau habe ich das jetzt gemacht? Und es geht nicht so sehr darum, dass die Leute das nicht selber lernen könnten, sondern dass sie innerlich irgendwo eine Blockade haben, weil sie glauben “ich bin nicht der Entrepreneur oder die Unternehmerin oder so. Ich bin das nicht!” Und in dem Moment, wo Du den Leuten die Karten komplett offenlegst und denen zeigst “Guck mal, ich koche auch nur mit Wasser. Ich bin einfach nur rotzfrech und deshalb komme ich hier gerade weiter”, dann können das Leute imitieren. Die steilsten Lernkurven hatte ich da, wo ich anderen Leuten über die Schulter gucken konnte oder da, wo ich extrem aus meiner Komfortzone herausgegangen bin. Aber das Über-die-Schulter-Gucken und wirklich jemand anderen imitieren zu können, das ist halt extrem wertvoll, finde ich. Marcus: Ja und ich finde, das fehlt auch in vielen Onlinekursen. Klar, der große Vorteil von einem Onlinekurs ist, dass das Wissen erstmal sehr komprimiert aufbereitet ist und dann gut verdaulich irgendwie serviert werden kann. Darum kaufe ich mir auch ziemlich gerne Onlinekurse. Aber oftmals ist es ja so, dass Du nicht 100% abgehoben wirst oder mal über die Schulter gucken kannst, wie Du schon sagtest, mit Screenflows oder? Thomas: Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich hatte auch schon etwas “falsch gemacht”. Beziehungsweise, ich habe einfach über Sachen gesprochen, aber jetzt fange ich immer so an, dass wenn ich jemandem etwas zeigen will: dann zeige ich Dir den freaking Bildschirm von mir, damit Du halt genau siehst, auf welchen Balken ich klicke. Und dann sagst Du Dir: Okay, meine Maus dahin bewegen und klicken und dann passiert das. Das kann ich ja auch.” So, oder wenn es jetzt darum geht, ich möchte jetzt mal einen Entwickler einstellen und der soll mir da irgendetwas bauen. Für die meisten ist das halt, wie aus einer anderen Welt. Aber dass die da auf diese Seite gehen können, vier, fünf Zeilen zu schreiben und dann dem Typen sagen “Okay, mach mal bitte das auf meiner Seite. Welche Logins brauchst Du denn? Ich habe keine Ahnung davon.” Und dann sagt der Dir “okay, für 10$ die Stunde werde ich jetzt in Deinen Google-Account reingehen und Dir so eine Remarketing Kampagne einstellen, damit die Leute dann von Deiner Werbung verfolgt werden.” Zum Beispiel. Es kann auch irgendetwas anderes sein. “Mach mir mal bitte, dass mein Mail schön funktioniert und dass ich E-Mail Adressen einsammeln kann. Okay, was kostet das?” Und meistens kostet es nicht die Welt, aber Du musst da einfach sagen “okay, ich nehme jetzt mal 100,00 € in die Hand, damit das passiert.” So, und da habe ich gelernt, dass ich die Welt so bewegen kann und das mit nicht mal so viel Geld. Marcus: Ja, das ist glaube ich ganz gut, dass Du das nochmal sagst. Weil genau das war auch irgendwann mal unser Problem. An dem Punkt angelangt zu sein, dass man weiß “eigentlich könnte ich es jetzt outsourcen, aber ich traue mich noch nicht ganz und weiß nicht genau, wo mein Geld hingeht und wie schreibe ich überhaupt das Briefing? Das ist ja alles irgendwie so eine Darkworld und ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Und vielleicht werde ich dann auch noch verarscht und die ganze Kohle ist weg.” Ich glaube, das ist ganz wichtig da die Leute auch an die Hand zu nehmen und zu sagen “hey, das ist alles irgendwie valide. Es gibt sogar auf Plattformen wie Upwork, da habe ich eine 30-Tage Geld zurück Garantie, bei Leuten, die ein ziemlich gutes Profil haben. Die haben ja alle Bewertungen. Das kennen die meisten vielleicht schon von Airbnb oder von Ebay. Also es ist alles sauber und natürlich, was da abläuft. Thomas: Ja, das muss man einfach wirklich ausprobieren. Und ich muss auch sagen, also für mich, ich falle auch noch viel zu oft zurück und sag dann “ach, ich mache das fix selber.” Aber im Prinzip muss man sich irgendwo bestrafen, wenn man manche Sachen macht, die man nicht machen sollte. Und das kann man machen, indem man sich Punkte abzieht. Man kann sich zum Beispiel eine Punkteliste geben. Für verschieden Aktivitäten sammle ich Punkte. Da habe ich meine Score-Card und dann für manche Aktivitäten, die ich nicht machen sollte, gehen die wieder runter. Und vielleicht konditioniert man sich dann dahin, dass man sagt “Okay Mist! Ich will keine Punkte verlieren.” Das man das so ein bisschen ins Spielerische reinbringt. Es macht schon auch Sinn, dass man manche Sachen lernt, die man im Online Marketing macht, zum Beispiel. Oder wenn man merkt “Okay, das hält mich jetzt davon ab überhaupt irgendetwas zu machen, dann sollte ich es abgeben.” Oder überhaupt mal die Möglichkeiten aufzuzeiten, was einfach verfügbar ist. Dass das Wissen der Welt verfügbar ist und dass die Arbeitszeit anderer Menschen irgendwo verfügbar ist. Dass man auch keine Millionen haben muss, um Entwickler mal dazu zu holen oder schlaue Fragen zu stellen. Marcus: Ja, aber das ist mir ehrlich gesagt, auch mega schwer gefallen, das erste Mal loszulassen und zu denken “Ach komm, das schaffst Du auch selber” oder “Die fünf Minuten hast Du jetzt auch noch und die zehn Minuten…”. Aber das Ding ist ja: Es summiert sich ja. Es kumuliert sich so und am Ende hast Du den ganzen Tag nur Bugfixing gemacht für irgendwas, wo Du vielleicht für 10$ etwas hättest anders besser lösen können über so eine Freelancer Plattform. Du bist einer der Gründer vom Ideacamp in Berlin, denen ich persönlich sehr viel zu verdanken habe. Das würde ich gerne noch einmal unterstreichen. So ohne euch wären wir wahrscheinlich überhaupt nicht da, wo wir jetzt sind, Feli und ich. Weil wir nach unserer ersten Weltreise einen Coworkingspace gesucht haben, uns das Betahaus angeguckt haben. Dann über Conni Biesalski, also auch wieder Connections, die Conni uns dann an euch vermittelt hat. Und wir waren damals noch ziemlich kompliziert unterwegs und haben uns, glaube ich, Gedanken gemacht über AGBs für die Webseiten, die wir dann für andere erstellen wollten. Ich hatte mir auch unsinnigerweise Visitenkarten gedruckt, wo dann ganz dick CEO draufstand. Halt diese ganzen Traps, wo man dann reinläuft, gerade wenn man lange in der Corporate-Welt war. Dann ist das für einen erstmal ganz wichtig, was aber letztendlich mega unwichtig ist. Und ihr habt uns dann so dieses Mindset beigebracht vom Lean Startup Ansatz Approach. Wie habt ihr diesen Ansatz und das Denken in das IdeaCamp initiiert, also wer waren so Deine Trigger und die Menschen, die Dich beeinflusst haben? Thomas: Also eine Person, die mich am stärksten mit beeinflusst hat, die ich auch kenne, war Bastian - Bastian Kröhnert - der Mitbegründer von Strandschicht. Und als ich mein erstes Projekt starten wollte, hatte ich auch keine Ahnung von Tuten und Blasen. Ich habe erstmal einen langen Businessplan geschrieben für ein Projekt, was sowieso viel zu kompliziert war. Und dann habe ich meine erste Firma gegründet. Meine erste Kapitalgesellschaft ohne ein Produkt oder Angebot zu haben, ohne genau zu wissen, was ich machen wollte. Ohne irgendwie meinen Markttest schon vorbereitet zu haben. Und ich hatte einfach keine Ahnung. Marcus: Aber Hauptsache zum Notar gehen und erstmal Geld verbrennen. Thomas: Hauptsache erstmal Geld verbrennen, Hauptsache erstmal irgendwie was machen. Und in gewisser Weise, ja, für mich war das einer der Learnings. Hätte ich das nicht gemacht, hätte ich keine guten Geschichten zu erzählen. Aber zwei wichtige Sachen: Einerseits habe ich mich immer regelmäßig mit Bastian getroffen. Und der hatte einfach schon sehr viel mehr gelesen als ich und hatte schon ausprobiert, hatte seinen Blog und kam schon so in dieser Online-Welt voran. Da habe ich einfach gemerkt “Okay, man kann sich über Sachbücher bilden und da ist so viel Wissen, das kann ich halt alles aufsauen, mir Notizen machen und versuchen anzuwenden.” Und ich habe damals zwei Bücher gelesen. Das eine ist “Kopf schlägt Kapital”. Das hat mich sehr stark beeinflusst. Marcus: Von Günther Faltin. Thomas: Genau, von Günther Faltin. Das war für mich ein Killer. Das war ein totaler Game-Changer. Und dann habe ich die 4 Stunden Arbeitswoche als Hörbuch gehört und bin immernoch in so ein Praktikum gegangen, weil ich mal wieder Geld verdienen musste. Ich war halt komplett broke. Marcus: War es denn wenigstens eine legale Kopie oder hast Du das Hörbuch auch noch irgendwo…. (Beide lachen) Thomas: Nee, der Bastian hat’s mir geschickt. Und ich habe es mir angehört und jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit gegangen bin - ich hatte immer so einen 30 Minuten Arbeitsweg - da dachte ich mir “Das kann doch nicht sein. Also entweder der Typ ist ein Lügner - dieser Tim Ferris - und sagt mir hier etwas. Oder ich MUSS das unbedingt umsetzen. Also ich kann das akzeptieren, das funktioniert für manche Leute. Aber dann will ich das UNBEDINGT erreichen und UNBEDINGT auch machen. Oder das ist Scam.” Da ich für mich gesagt habe, das ist kein Scam. Der hat das selber gemacht. Es gibt viele Beispiele anderer Leute, die es auch gemacht haben, so wie er es auch angegangen ist. Da habe ich mir gedacht “Ich werde ein Business gründen und ich WILL diesen Lifestyle.” Und mein Ziel war damals 1.000,00 € im Monat und von irgendwo aus arbeiten können, keine Chefs haben. Das war mein absolutes Ziel. Und mit Basti habe ich mich immer getroffen. Und er hat mich dann irgendwann gefragt, ob ich nicht in seine Firma mit reinkommen will. Ich habe da mit meinem kleinen Projekt gestruggelt und habe überlegt, wie ich das aufsetze und er hatte schon die allerersten Kunden. Aber sein Geschäftspartner, sein Co-Founder, ist abgesprungen bevor die gelauncht sind und er wollte es nicht alleine machen. Da hat er mich dann gefragt, ob ich als Partner mit reinkomme. Und ich habe dankend ja gesagt, weil ich einfach so viel lernen konnte vom Basti, zu dem Zeitpunkt. Genau, dann haben wir uns halt selber mit dem Projekt entwickelt und es war eine ziemlich spannende Zeit. Marcus: Ja, das glaube ich. Und zu der 4 Stunden Woche von Tim Ferris, da hatte ich genau die gleichen Gedanken. Ich weiß noch, dass Feli dann irgendwann mal mit dem Buch kam und sagte so “Das ist voll cool Marcus! Das habe ich gelesen, das müssen wir auch machen!” Aber sie wusste dann auch noch nicht, wo sie ansetzen sollte und hatte dann irgendwie Hoffnungen, weil ich noch tiefer in diesem Online Marketing-Thema drin war, sodass ich dann voll drauf aufspringe und sage “Das machen wir! Yeah, High Five!” Und da war ich voll tief noch in meiner Corporate Welt verstrickt und hatte dann da auch noch ganz gute Erfolge und irgendwie war Selbstständig für mich auch noch ganz weit weg. Ich habe mir das nur angeguckt so und vier Stunden Arbeitswoche und nie wieder mehr arbeiten und habe dann glaube ich, nur hinten so den Buchrücken gelesen und dachte “Ey, weißte was, Du bist da voll in so einen Scam reingelaufen. Leg das mal ganz schnell weg.” (Beide lachen) Genauso! “Die Zeit kannst Du auch besser nutzen. Das ist totaler Quatsch!” Das weiß ich noch. Das war so mein erster Kontakt und ich wollte das auch nie irgendwie lesen oder so. Dazu hat sie mich dann nie gekriegt. Ja ist krass. Ich hatte früher auch ein ganz anderes Mindset, was vielleicht viele jetzt gar nicht glauben wollen. Ich war einfach nicht bereit dazu, oder offen dazu, mich auf andere Sachen einzulassen und zu akzeptieren. Oder mir überhaupt selber die Chance zu geben, zu erkennen, dass es doch noch andere Wege gibt. Dafür war ich viel zu tief in diesem System drin. Thomas: Also mir ging es ähnlich. Was ich allerdings gesehen habe ist, dass es andere Leute machen. Man sollte natürlich gucken “Okay, womit hat diese Person ihr Geld verdient?” Wenn ich jetzt sehe “Okay, der hat das noch nie gemacht und will mir jetzt so einen Onlinekurs darüber verkaufen, wie man das macht.” Das ist vielleicht nicht der beste Ansatz. Marcus: Also genau deswegen war ich auch so skeptisch, weil ich so tief drin war in der Online Marketing Szene und da ganz gut von Gut und Schlecht unterscheiden konnte und es ist super viele scamy Geschichten gibt, wo die Leute verarscht werden von vorne bis hinten. Also für mich ist es nach wie vor so das roteste Tuch, was es überhaupt gibt. Ich hasse so die ganzen Info Marketer und die Leute ausnehmen ohne Mehrwert zu liefern. Und deshalb war ich wahrscheinlich so übersensibel und habe dann gar keinem mehr eine Chance gegeben. Thomas: Ja, das kann ich verstehen. Für mich haben diese beiden Bücher echt so den Trigger geliefert, wo ich gemerkt habe “Okay, Du kannst Dich selber weiter bilden.” Und das war mir vorher nicht so richtig bewusst. Ich habe mich vor Kurzem mit einem Kumpel drüber unterhalten und er meinte “Thomas, in der Schule, da haben wir die Bücher immer auf Seite 70 aufgeschlagen oder auf Seite 90. Aber warum? Es hat Dir ja keiner gesagt: Warum schlägst Du das Buch jetzt da auf.” Und dann liest Du da irgendwas und es ist zusammenhanglos und hat für mich nicht praktisch einen Lebensbezug gehabt. Und wenn Du dann aber anfängst Bücher darüber zu lesen, wie Du Dein eigenes Leben gestaltest, dann ist das halt so mächtig. Und ich bin dann auch dazu übergegangen halt immer mehr Bücher zu lesen, sodass ich jetzt irgendwie 50 Bücher im Jahr lese oder so. Und es sind zum Teil auch mehr. Es sind jetzt nicht alles Personal Development Bücher beziehungsweise es geht auch in verschiedene Richtungen, zum Laufen, Meditieren, Spirituelles oder so. Aber ganz viel ist auch in dem Bereich Business, weil ich halt weiß, ich möchte dazu noch mehr lernen. Ich möchte da einfach noch besser werden. Für mich ist Business nämlich für andere Wert liefern und Beiträge leisten. Und ich möchte halt gerne in meinem Leben möglichst viele Beiträge leisten. Da habe ich deshalb noch so viel Potential nach oben, dass ich einfach merke, dass ist eine Straße, die geht noch ziemlich weit. Da sind wir vielleicht gerade auch irgendwo noch am Anfang. Es würde mich auch nicht überraschen, wenn da noch Sachen kommen, die mich nochmal total flashen, wo ich sage “Boah, das war jetzt wieder so ein Game-Changer. Der hat mich auf das nächste Level gebracht.” Marcus: Wenn Du mehr als 50 Bücher pro Jahr liest, wie verarbeitest Du dann die Gedanken, die Du dann vielleicht einmal weitergeben möchtest? Sammelst Du alles in Deinem Kopf oder welches Tool kannst Du da empfehlen? Thomas: Also ich mir schreibe viel in die Bücher rein. Ansonsten sammle ich auch Sachen in Evernote und idealerweise versuche ich auch Sachen anzuwenden. Bei vielen Büchern ist es aber auch so, dass ich sage “Okay, das ist jetzt grundsätzlich nichts neues, das ist halt einfach nochmal eine Wiederholung.” Da muss man einfach so ein bisschen den Puls fühlen und gucken, was gibt es so, worüber schreiben Leute. Und vor allem auch immer wieder Geschichten. Also ich merke mir Geschichten. Ich habe vor kurzem die Biografie von Jochen Schweizer gelesen und er erzählt halt sehr interessante Geschichten. Da ist eine Phase, da ist er quasi fast am Ende. Sein Business geht gerade krass den Bach runter. Er verkauft alles was er hat. Sein Haus und so weiter und sagt “Okay, ich versuche das noch einmal von vorne.” Und diese Geschichten, wenn die gut erzählt sind, dann sind die so intensiv, dass sie für mich Referenzerlebnisse bilden, dazu wie Leute gehandelt haben in dieser Situation. Und wenn ich mich mit ihm identifiziere und die sympathisch finde, dann mache ich mir daraus eigene Referenzerlebnisse. Dann würde ich vielleicht dazu sagen “When shit hits the fam, wenn es wirklich hart auf hart kommt, dann gebe ich trotzdem nicht auf.” Oder, dann mache ich halt weiter. Also was es auch ist, was einem halt hilft, besser zu werden. Und Geschichten sind sehr um Glaubenssätze zu verändern oder zumindest mal daran zu rütteln, was das Thema Risiko angeht vielleicht. Oder wo man Wert liefern kann und was alles funktioniert etc. Marcus: Ja, ich habe ja gerade auch nochmal gesagt, dass ich grundsätzlich ein sehr skeptischer Mensch bin und erstmal so ein bisschen vorsichtig bei allem neuen bin. Und das hat sich bis heute auch nicht so sehr verändert. Von daher motivieren und inspirieren mich am meisten Geschichten aus dem Real Life und da gerade auch Biografien von erfolgreichen Menschen. Und was man immer wieder erkennt ist, dass die so oft auf die Fresse gefallen und einmal mehr aufgestanden sind. Man sind da nur so einen Richard Branson oder einen Arnold Schwarzenegger oder einen Mike Tyson, das waren jetzt drei sehr inspirierende Biografien, die ich zuletzt gelesen habe. Lustigerweise sind auch viele erfolgreiche Sportler da auch richtig erfolgreiche Unternehmer geworden. Und wenn man sich dann mal diese Stories von vorne bis hinten durchließt, das hat auch nur mit Wasser gekocht. Und dann step by step angefangen und an den Haustüren geklingelt und gefragt, ob er da irgendwas machen kann oder die ersten Autogrammkarten verschickt mit seiner Mutter zusammen. Und dann finde ich das super inspirierend. Ich kann also jedem nur empfehlen Biografien von Persönlichkeiten zu lesen. Das haue ich auf jeden Fall noch in die Shownotes. Wir haben das auch mal auf unserer DNX Toolbox aufbereitet, welche Bios da cool sind. Und wenn ihr noch Ideen habt, auch gerne in die Kommentare. Thomas: Ja also, Jochen Schweizer ist auch ziemlich gut. Ich wollte mir jetzt auch die von Arnold Schwarzenegger noch holen, weil die mir ein Freund empfohlen hat. Dann habe ich mir gerade die von Andrew Carnegie  geholt. Also ich habe immer so einen kleinen Bücherhaufen, den muss ich mal wieder abarbeiten. Aber dann wird wieder ein ganzer Batzen gekauft. Ich stimme Dir voll zu: Real Life Stories sind einfach Gold wert. Und ich finde auch einfach spannend, wie viel Leben manche Leute in ihr Leben packen. Es geht nicht so sehr darum in der Zukunft zu leben, sondern auch schon dieses Geerdete, im hier und jetzt zufrieden zu sein. Aber für mich ist das Leben auch wirklich immer so ein Abenteuer. Ich finde es einfach spannend zu gucken, was kann ich noch alles machen? Wie kann ich mich entwickeln? Was gibt es da noch so alles? Einfach zu gucken. Und es gibt halt so viele Universen, die Leute erleben, weil die die Welt ganz anders sehen. Oder weil die ganz andere Sachen erlebt haben. Aber für die sind ganz andere Sachen normal. Und ich finde es spannend da Einblicke zu bekommen und zu überlegen “okay, das finde ich auch spannend. Das möchte ich auch mal in mein Universum reinholen.” Marcus: Und super spannend finde ich auch: Es gibt keine Blaupause oder den goldenen Weg oder so musst Du es machen und dann bist Du an der Position oder an dem Level irgendwann angelangt. Jeder macht es anders. Und jeder hat andere Tools und jeder hat andere Voraussetzungen. Jeder muss dann letztendlich so seinen Weg finden. Das was man liefern kann, dass möglichst viele Hilfestellungen, möglichst viele Tools und versuchen die Leute zu motivieren, zu inspirieren, an die Hand zu nehmen. Aber letztendlich den Weg alleine zu gehen. Beispielsweise in der digitalen Nomadenszene, da gibt’s die Conni, den Sebastian, Feli und mich. Das sind so vier verschiedene Personen und vier mega unterschiedliche Vitas und Backgrounds. Und da bringt es glaube ich auch nichts, da irgendwie zu versuchen da etwas nachzubauen oder genau die gleichen Sachen zu machen, weil das würde im Zweifelsfall nicht funktionieren. Thomas: Vielleicht sollte man einfach auch authentisch bleiben. Aber was Leute so als Tools einsetzen, natürlich das Handwerk trotzdem lernen. In dem Fall ist es halt vor allem Online Marketing, PR und solche Sachen. Es ist einfach gut das zu kennen. Und wenn man dieses Handwerkzeug hat und die Glaubenssätze, dass ich die Person bin, die das auch kann. Dass ich quasi in gewisser Weise auserwählt bin dazu, das zu machen. Also das ist jetzt vielleicht ein bisschen überzogen, aber: Ich bin die Person, die kann das machen. Die kann es! Marcus: Genau, dieses Selbstbewusstsein, das fehlt halt vielen. Und ganz ehrlich: Mir hat das auch gefehlt, bis wir auf unsere große Reise nach Asien gegangen sind und ich mich das erste Mal getraut habe zu sagen “Ey, guck mal hier, ich kann eine Webseite für Dich erstellen auf Wordpress.” Und ich war aber so tief drin in dieser SEO Online Marketing Szene, für die ist das ja nichts besonderes. Die machen ja viel krassere Sachen. Da habe ich mich immer mega klein gefühlt auf den Konferenzen oder so, wenn die da über Highjacking geredet haben und Seiten entführen und keine Ahnung!: Irgendwelchen Blackhead/Greyhead-Kram, wo ich einfach nicht mitkomme, so gedanklich. Und da dachte ich “Nee, was sollen die denn von mir denken, wenn ich denen sage: Ich erstelle Dir eine Wordpress-Seite.” (Beide lachen) Ja ohne Scheiß. Irgendwann habe ich es dann mit zittrigen Händen gemacht und auf Facebook dann veröffentlicht, dass wir ein neues oder erstes Projekt am Start haben. Und das ist mir mega schwer gefallen und das konnte ich dann aber auch nur, weil wir unterwegs gewesen sind und ich auch räumlich von diesen Bedenkentriggern und den ganzen negativen Energien von Berlin und Deutschland dann weggewesen bin. Thomas: Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt. Man kann ja ganz gezielt, jetzt wo Du das weißt - wenn Du Dir vielleicht Deinen zehn Jahre jüngeren Marcus Ratschläge geben würdest, dann weiß ich nicht genau. Aber ich würde das so bei Thomas machen: Such Dir Erlebnisse raus, bei denen Du Dich automatisch aus Deiner Komfortzone rausbewegst und bei der Du andere Referenzerlebnisse generieren kannst, die dazu geeignet sind. Es können, wenn man noch nicht viel gereist ist, zum Beispiel Reisen sein. Es könnte zum Beispiel auch sein, wenn man noch nie etwas Online gestellt hat und dann mit eigener Stimme etwas in die Welt geschrien hat quasi, oder geschrieben hat, einfach eine Webseite hochpacken, mit seinem eigenen Blog, drei Artikel veröffentlichen und das auch mit seinen Facebook Freunden teilen. Wahrscheinlich zittert man, wahrscheinlich hat man Angst davor, was werden die anderen denken? Aber irgendwann wird man merken: eigentlich interessiert es keine Sau! Mach Dein Ding. Das wird irgendwann normal. Das ist halt wie eine Hand ins warme Wasser halten: Erstmal ist es ziemlich warm, aber irgendwann gewöhnt man sich dran. Und dann kannst Du halt noch ein bisschen heißes Wasser zulaufen lassen. Und so ist es, glaube ich, mit den meisten Erfahrungen auch. Man kann ja wirklich vorher, bevor man dieses Zittern und die Angst spürt, überlegen “Okay, was würde mich denn aus diesem Komfort herausführen? Was ist denn das? Jetzt mache ich mir mal eine Liste und dann gehe ich die mal proaktiv an.” Weil ich weiß ja, es wird sich komisch anfühlen, aber ich weiß auch, ich werde danach einen Wachstum haben und es wird irgendwann normal sein. Es kann auch sein, dass ich vor anderen Leute spreche. Es kann sein, dass ich ein kleines Event organisiere oder eine Party hoste oder was auch immer. Dass man sich diese Sachen raussucht und dann proaktiv, bewusst angeht. Marcus: Und heutzutage ist es ja auch so mega einfach im Vergleich zu - keine Ahnung - fünf oder zehn Jahren, wo man doch schon fachliche Skills brauchte, um irgendwie einen Onlinekurs zu launchen. Das war wahrscheinlich auch noch ein bisschen zu weit weg, um direkt damit zu starten. Aber um auch eine Webseite zu launchen oder überhaupt. Ich kenne jemand, der ist ein Freund von einer guten Freundin von Feli. Der Tim, der ist super gut in Kochen. Und der ist irgendwo festangestellt als Koch. Der will da aber auch irgendwie raus und hat Bock auf sein eigenes Business und ist aber auch super schüchtern damit in die Welt zu gehen. Obwohl er halt ein mega geiler inspirierender Koch ist und coole Sachen macht. Wir haben ihn jetzt mittlerweile aber schonmal so weit bekommen. Feli hat ihn immer wieder motiviert und ich auch, dass er jetzt eine Facebook Seite aufgebaut hat und das erste eigene Logo für einen Dollar irgendwo gekauft hat und jetzt stolz wie Hulle ist. Und T-Shirts sich gedruckt hat und jetzt die ersten Gerichte da quasi in die Welt rausgehauen hat. Und für ihn ist das gerade so ein Game-Changer! Der kommt irgendwie aus dem Smilen gar nicht mehr heraus und ist nur noch geflasht und wie ferngesteuert und kriegt jetzt auch schon so die ersten Fans, die er gar nicht persönlich kennt. Und ich glaube, das ist so ein krasses, geiles Aha-Erlebnis, das sollte jeder mal haben. Thomas: Und es hilft halt wirklich, wie Du vorhin auch schon sagtest, in einem Umfeld zu sein, das das unterstützt. Wenn man es wirklich ein bisschen weitertreiben will oder das würde ich auch empfehlen: Such Dir andere Leute, die sich auch pushen wollen, challengen wollen. Und mach Dir Challenges. Also sag dem “Pass auf!”  - Was ist der Punkt, an dem Du arbeiten möchtest  - Das ist meiner. Und zwar: Ich werde 1.000,00 € spenden an ein Fußballteam, was ich hasse, wenn ich bis Datum XY nicht das gemacht habe. Ich bin mir sicher, Du wirst das gemacht haben. Ich meine das ernst. Mach das wirklich. Unterschreib einen Vertrag mit Deinem Freund, dass der die 1.000,00 € bekommt oder keine Ahnung, mach es einfach ein bisschen schmerzvoll für Dich. Marcus: Da gibt es glaube ich auch eine Webseite zu. Ich komme gerade nicht auf den Namen, aber tu ich in die Shownotes vom Pieter Levels zum Beispiel. Thomas: Genau. Es gibt Apps dafür. Ich habe die selber noch nicht genutzt, aber ich mache das mit einigen Leuten, die ich coache. Dass ich weiß, wenn ich Dich coache und ich mache das ohne Geld. Aber ich will dann auch sehen, dass da Ergebnisse entstehen. Dann will ich auch, dass die wirklich da sind. Sonst ist es für mich eine Zeitverschwendung. Deshalb weiß ich: Okay, diese Challenges müssen da sein, damit sich die andere Person bewegt. Du musst Momentum aufbauen. Und wenn Du an einer Stelle nur bist und da ist Dir etwas unangenehm, dann wirst Du irgendeinen Grund finden, das noch hinaus zu schieben. Wenn ich weiß, diese zehn Bücher musst Du lesen und das wird ein Game-Changer für Dich sein, dann tu das in den nächsten vier Wochen, da gibst Du mir die Hand drauf und sagst, Du spendest 5.000 $ an irgendwas, was Du nicht magst, dann weiß ich auch, dass es passiert. 5.000 $ schmeißen die Leute nicht einfach so weg. Marcus: Nee, auf keinen Fall! Gerade auch nicht, wenn ich jetzt Kohle an den 1. FC Köln spenden müsste, ich glaube, dann würde ich alles tun, nur um da jetzt keine 1.000 $ oder 1.000 € an den Kölner Fußballclub spenden zu müssen. Ich glaube, das ist ein guter Trigger. Thomas: Dann weißt Du schon genau, was Du machen könntest, um bei Dir das nächste Level zu erreichen. (Beide lachen) Dank dem 1. FC Köln! Marcus: Ja, auf jeden Fall. Wie ist das ganze denn dann weitergegangen mit dem Ideacamp? Also, ich habe ja eben schon gesagt, wir sind dann zu euch coworken gekommen. Ihr habt das Creative Loft gehabt. Mittlerweile bist Du ja auch nicht mehr beim Ideacamp, aber es gibt das Camp nach wie vor. Was habt ihr noch neben dem Coworking Space alles am Start gehabt? Thomas: Uy, lass mich mal nachdenken. Also, wir hatten den Coworking Space, wo ihr auch drin wart. Wir hatten regelmäßige Workshops. Dann hatten wir mal größere Workshops gemacht mit 100 Leuten oder bis zu 100 Leuten und das war eine spannende Erfahrung, weil wir halt echt mit den 100 Leuten, die mit verschiedenen Sachen dahin kamen, versucht haben das aufzuteilen und zu strukturieren und dann die Leute wirklich dazu zu bringen, dass sie Businesses starten. Da haben wir eine 30-Tage Challenge drangehangen und haben gesagt “Okay, es gibt Preise in verschiedenen Kategorien. Den meisten Umsatz in der Zeit von Null auf... oder bestes Marketing oder meiste PR oder so. Da haben wir halt so kleine Awards vergeben. Das fand ich ein ganz effektives Tool. Klar, von den 100 Leuten haben nicht alle etwas gestartet. Viele haben später etwas gestartet. Aber ich erinnere mich noch an ein Team, die kamen Samstagnacht wieder und Sonntag war noch ein Tag, und die haben gesagt “Wir haben die Nacht durchgehackt und haben die ersten Sales.” Und dann denkst Du schon so “cool”. Ist mir egal, wenn es e1%, 2%, 3%, 4% oder 5% von den Leuten sind, die etwas machen, dann hat es trotzdem einen echten Impact gehabt. Jonathan, ein Freund mit dem ich gerade zusammenarbeite, der war auch auf einem dieser 100-Mann Workshops und der hat daraus sein Business gegründet und hat im ersten Monat die ersten - weiß ich nicht - 2.000-3.000 € verdient und hat seitdem irgendwie damit sein automatisiertes Business aufgebaut. Inzwischen ist er mit seinem Service in 12 Ländern. Das ist einfach cool zu sehen. Wenn man einfach die Leute dazu bekommt wirklich etwas zu machen und da werden Konzepte von denen bekannt, die Dir einfach die Augen öffnen. Das macht mir einfach viel Spaß. Marcus: Ja, krasse Success-Story vom Jonathan. Und auch Conni Biesalski war ja mit Planet Backpack glaube ich, bei euch im Ideacamp. Auch noch, als sie ziemlich am Anfang war. Also, das Ding funktioniert auf jeden Fall. Sei es auch nur, dass es ein bisschen so das Mindset bei jedem einzelnen verändert, wie jetzt dann bei Feli und mir. Wo wir gemerkt haben, wir müssen gar nicht so kompliziert sein, wie wir vielleicht denken oder es gelernt haben vorher, sondern wir müssen einfach mal machen, ne? Insgesamt wart ihr dann vier Gründer beim Ideacamp oder Teilhaber oder wie war das? Ich stelle mir das super schwierig vor, dann rauszuklamüsern, wer hat welchen Anteil und hat man dann nicht irgendwie manchmal auch so das Gefühl so “Boah, der hat mehr reingehauen” und irgendwie hat ja jeder von euch auch ein Zeitprojekt mehr oder weniger. Ich merke es ja auch selber, es ist glaube ich nie ganz einfach. Wie seid ihr da übereingekommen oder hattet ihr auch mal Stress? Thomas: (lautes Lachen) Das war nicht immer ganz easy. Ganz am Anfang haben wir sogar zu fünft gegründet. Dann ist der erste raus, dann waren sie nur noch vier. Und dann bin ich zum Beispiel mit dem Fahrrad nach Indien geradelt. Also, ja, es war nicht ganz einfach und es war für uns ein Sideprojekt. Basti und ich, wir hatten schon unsere Firma, die war voll automatisiert. Katja hat nebenbei noch ihr Sunny Office gegründet. Kalle hatte auch verschiedene Projekte ausprobiert. Und letztendlich muss ich auch sagen, dass so wie wir das Team zusammengewürfelt haben, das auch glaube ich, schon Grund dafür war, dass es jetzt nicht mehr in der ursprünglichen Form existiert, sondern Katja das jetzt alleine weitermacht. Das war auch ein gutes Learning. Es war auch ein wichtiges Learning für mich. Wie suche ich mir Team-Mitglieder aus? Und passt es einfach? Also, ich mag die alle. Es sind tolle Leute und die machen auch weiterhin tolle Projekte. Nur dass es halt zu viert crazy anstrengend ist und Leute auch unterschiedliche Vorstellungen haben. Das ist halt eine unterschiedliche Vision, wo das mal hingehen soll. Es geht dann auch um Sachen wie Geld reinvestieren oder rausziehen? Wir haben da vorher nicht drüber geredet. Das war auch ursprünglich gar nicht geplant, dass es unbedingt so ein Projekt wird. Und das muss man einfach vorher machen. Das war halt einfach quatsch. Aber gut, gelernt und lesson learnt. Gleichzeitig haben wir glaube ich, alle soviel daraus mitgenommen. Wir haben glaube ich, Leute positiv beeinflusst, irgendwie vielleicht Lebenswege so ein bisschen mitgeformt, haben selber natürlich ein riesiges Netzwerk aufgebaut durch die Veranstaltungen, die wir gemacht haben und das ist schon cool. In dem Sinne war es kein Fehler, aber es war auf jeden Fall ein Learning und ich würde es in Zukunft anders machen. Marcus: Aber darum geht es ja, dass alles was man macht, hat am Ende dann ja irgendwie ja auch einen Learning-Effekt für einen selber und ich denke, gerade am Anfang, wenn man so einen Unternehmensweg dann einschlägt, da wächst ja jeder persönlich auch noch einmal richtig krass in die verschiedensten Richtungen und dann gibt es halt verschieden Visionen oder Ansätze. Der eine hat irgendwie die Idee, und der andere die. Und wenn es dann auch noch vier sind, dann ist es glaube ich, ganz natürlich, dass man irgendwann an seine Grenzen stößt. Von daher ist es glaube ich, ganz cool, dass es jetzt irgendwie einer übernommen hat. Die Katja, die den Hut auf hat. Und das wieder weiter vorantreibt. Du hast gerade gesagt, Du bist mit dem Fahrrad nach Indien gefahren. Wie bist Du auf die Idee gekommen und was steckt da so dahinter, einfach mal mit dem Fahrrad nach Indien zu fahren? Thomas: Kennst Du das, wenn man sich später die Geschichten nochmal ein bisschen anders erzählt und dann hat man irgendwie andere Erinnerungen daran, als es eigentlich war? Ich habe immer gesagt, ich war 2011 mit einem Kumpel in Indien. Wir hatten halt digitales Nomadentum schon ein bisschen gelebt. Marcus: Aha, krass. Unbewusst oder gab es da schon irgendwelche Vorbilder? Oder war es die 4 Hour Workweek? Thomas: Ja, die 4 Hour Workweek vor allem. Wir hatten einen günstigen Flug gefunden, zack, weg. Und arbeiten mussten wir gerade nicht zu diesem Zeitpunkt. Als ich dann zurück war, habe ich halt auf Google Maps gesehen und habe meinen Tee getrunken und war völlig geflasht. Vielleicht habe ich zu lange gefastet, ich habe fünf Tage nichts gegessen und nur Wasser und Tee getrunken. Marcus: Da ist irgendwas durcheinander gegangen da oben, ne? Thomas: Vielleicht - dachte ich. Aber dann habe ich mir vor kurzem nochmal meine Ziele angeschaut aus März oder April 2011 und da habe ich mir aufgeschrieben, bei so einem Workshop auch, ich möchte eine interkontinentale Tour machen mit einem Fahrrad oder Mottorad. Und ich möchte ein Social Business starten und entweder Krankenhäuser, Schulen, Toiletten oder Brunnen bauen. Oder irgendwie so etwas. Also die Sachen standen da drin. Ich hatte es nicht mehr im Kopf. Irgendwann muss es im Unterbewusstsein so geschlummert haben und dann saß ich aber vor Google Maps und auf einmal war es aber so, wie ein Funken der übergesprungen ist. Ich bin ausgerastet, ich hab da rumgetanzt und mich gefreut. Marcus: Und Du warst alleine oder was? Thomas: Ja. (Beide lachen) Weißt Du, so schönes Schlummerlicht, schon voll gechillt Samstag-, Sonntagabend mit meiner Kanne Tee da. Und Brainstorm, so “wie geht es weiter?” Und dann war ich einfach so voll von Adrenalin und Enthusiasmus. Marcus: Das heißt, Du hast dann so ganz klar das Bild vor Augen gesehen? Eine Vision gehabt? Thomas: Ich habe es vielleicht nicht so klar gesehen, aber einfach nur diese Idee, die hat mich so geflasht. Ich war so voller Eneregie, so PAM, dass ich dieses Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen habe. Ich habe auch gar nicht so darüber nachgedacht, Bastian - meinem anderen Geschäftsführer - sollte ich vielleicht auch Bescheid sagen, dass ich dann mal so ein halbes Jahr weg bin oder so. Einfach mal: Ich bin weg! Ich muss das machen, so. Marcus: Also wusstest Du irgendwie in der Sekunde, Du machst es, ziehst es durch, egal was passiert? Thomas: Ja, also, ja! Ich war so voll von dieser Energie, dass ich dachte - ja. Ich weiß nicht mehr genau, was ich gedacht habe. Ich war einfach so vollgepumpt, dass ich dachte, ich habe mich nur gefreut. Marcus: Und wie ist daraus dann ein konkretes Projekt geworden? Thomas: Es war von Anfang an klar, dass es für einen sozialen Zweck sein soll. Und was das genau werden soll, war noch nicht direkt klar. Da habe ich ein bisschen geschaut. Ich wusste von einem Projekt, was es in Pakistan gab. Die haben immer Schulen gebaut. Greg Mortenson heißt der glaube ich. Der hat auch ein Buch geschrieben “Three Cups of Tea”. Das fand ich spannend. Den habe ich auch angeschrieben, habe aber keine wirklichen Reaktionen bekommen. Dann haben wir ein bisschen über Brunnenbau nachgedacht. Einer der Faktoren war letztendlich, was es in die Richtung Toiletten bewegt hat, dass schon die Überlegung war, vielleicht erstmal ein Charity-Projekt zu machen. Aber dass es irgendetwas sein sollte, was mal ein Social Business werden kann. Und eine Schule zu bauen und ein Social Business draus zu machen, war für mich erstmal nicht ganz so schlüssig, wie das einfach gehen soll. Beim Brunnen war mir das auch nicht ganz schlüssig, wie das ein sinnvolles Social Business sein sollte. Und bei Toiletten dachte ich mir aber schon: Klar, Leute können vielleicht für Toiletten zahlen. Vielleicht kann man das mit Mikrokrediten finanzieren. Da gab es eine ganze Reihe. Vielleicht kann man Benutzungsgebühren auf Mikrolevel irgendwie nehmen oder so. Und das waren Sachen, wo ich dann Leute gefragt habe und habe gesagt “Okay, lasst uns ein Toiletten Projekt machen.” Marcus: Cool. Dann bist Du auch nicht alleine los, sondern mit mehreren. Mit wem bist Du dan los? Thomas: Ich habe einfach Leute gefragt. Marcus: Wie, randomly? Thomas: Ja ein bisschen. Also ich wusste, dass ich es auf jeden Fall filmen möchte. Und dann habe ich meinen Kumpel Johann, der kam auf einen Tee zu Besuch, der kam auch gerade aus Indien weg und wäre fast gestorben da. Marcus: Krass, warum? Thomas: Der hatte ein Busunglück und der Fahrer ist, glaube ich, gestorben. Und dann hat er irgendwie noch blutenden Leuten aus dem Bus rausgeholfen und er war völlig geschockt. Er meinte so: Nie wieder Indien. Ich habe ihm von meiner Indien-Erfahrung, Goa, gut gefeiert und so, erzählt. Und dann habe ich ihn gefragt “Du Johann, ich cycle nach Indien. Hast Du nicht Bock mitzukommen?” Und so ein High Five hat wieder alles besiegelt. So auf Handschlag “Okay Mann, ich komme mit.” Und dann hat er gefilmt. Dann ist noch eine Bekannte mitgekommen, die hat mich auch randomly irgendwie auf der Straße kennengelernt. An der Straßenbahnhaltestelle. Sie hatte mich damals zu einer Party eingeladen und da haben wir wahrscheinlich ein bisschen viel Wein getrunken. Und da habe ich gesagt “Ich cycle nach Indien! Haste nicht Bock mitzukommen?” Und ich hatte nicht erwartet, dass sie ja sagt. Wer denkt sich das schon. So eine Person, die Du vielleicht zwei, drei Mal auf einer Party getroffen hast und Du fragst Sie “Hast Du Bock mit nach Indien zu cyclen?” Dass die dann sagt “yeaah”. Genau. Aber dann war sie auch an Board. Und dann hatte mich später noch ein Kumpel gefragt, den ich noch aus Schulzeiten kenne und dann waren wir halt komplett. Marcus: Sehr cool. Und dann seid ihr mit dem Fahrrad nach Indien gefahren, komplett die ganze Strecke durch? Thomas: Nicht komplett die ganze Strecke. Wir sind komplett gefahren bis nach Teheran. Dann ist Johann nach Brasilien geflogen und hat uns dann später erst in Pakistan wieder getroffen. Moschumi ist ist dann im Iran bis nach Esfahan noch mitgefahren und ist dann nach Indien geflogen, weil sie kein Visum für Pakistan hatte. Und Erik und ich sind bis kurz bis vor die Afghanisch-Pakistanische Grenze im Iran gefahren. Da haben wir dann irgendwann gesagt “Schluss hier, das wird zu gefährlich. Rauf auf einen Pickup Truck mit euch. Dann haben die uns bis nach Quetta quasi gefahren. Dann sind wir dort nochmal in den Zug gestiegen, weil uns jemand gesagt hat “Hier cycled ihr nicht, sonst schießen die euch vom Fahrrad.” Keine Ahnung, wir haben gesagt “Hören wir mal auf die Locals.” Und dann sind wir den Rest in Pakistan gefahren und bis nach Delhi gecycled. Marcus: Krass! Und was habt ihr dann in Delhi gemacht? Thomas: Ja, erstmal ausgeruht. Dann haben wir von Delhi einen Zug genommen nach Pune. Und in der Nähe von Pune war halt das Projekt, das wir haben. Wir hatten damals einen lokalen deutschen Partner gesucht, die German Toilet Organisation. Die haben uns eine Organisation in Indien vorgeschlagen. Und die haben dann mit uns das Projekt definiert und haben dann halt auch lokale Sprache gesprochen und haben uns die Contractor, also die Leute, die das dann auch wirklich bauen und umsetzen können, organisiert. Und dann haben wir das so als kleine Kooperation aufgebaut. Marcus: Ja Saucool! Ich kann mich noch daran erinnern. Ich glaube, wir waren zu der Zeit auch noch im Loft und irgendwann kamst Du rein und hattest wahrscheinlich immernoch Dein Grinsen von Sonntagabend eingespeichert. Du warst auf jeden Fall mega fröhlich und happy “Wisst ihr was Leute? Ich fahre mit dem Fahrrad nach Indien, wie geil ist das denn?!” und wir so “Whaaaat? Was ist das hier für ein crazy Team? Was macht der denn da geiles?” Mittlerweil wundert mich eigentlich gar nichts mehr. Aber da standen wir, wie gesagt, noch ganz am Anfang und waren noch ein bisschen anders vom Mindset her. Und jetzt so “Indien, why not? Indien macht doch voll Sinn - Toiletten bauen, klar cool!” (beide lachen) Und nach diesem Fahrradprojekt, seid ihr dann nochmal irgendwie nach Indien gefahren, ne? Mehr oder weniger. Wie war das? Thomas: 2014 sind wir nochmal nach Indien gehitchhiked, halt per Anhalter. Das war interessant. Wir hatten ein neues Projekt in Indien. Wir wollten für Toiletten an einer Schule in so einem Internat Geld sammeln und das war für so Tribal Children, also irgendwie Kids, wo die Familien auch gar nicht genug Geld haben, dass die bei denen zu Hause wohnen können. Und die waren da halt in diesem Internat und hatten keine funktionierenden Toiletten für die Kids. Wir dachten “Okay, lass da mal Toiletten bauen.” Und die Hitchhiking Tour wollten wir auch dafür nutzen, um Spenden zu sammeln, einen Film darüber zu machen, natürlich auch Leute dazu zu inspirieren, ein Abenteuer für uns zu haben und wir wollten natürlich, dass das Thema ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt in Indien und in Deutschland. Da haben wir letztendlich für einen Fernsehkanal produziert. Es war spannend, weil wenn Du trampst, dann bist Du immer auf einen angewiesen. Du musst halt die ganze Zeit Leute ansprechen “Hey kann ich mit”. Und irgendwann hast Du so ein paar Taktiken, wie Du mitgenommen wirst. Marcus: Da ist auf jeden Fall auch viel, viel Redirection und Ablehnung und Comfortzone Training, oder? Thomas: Schon ja, wobei man wird “abgelehnt”. Aber die meisten Leute machen es halt nett und sagen “Nee, ich bin voll” oder “ich fahre dahin” oder oder oder. Und sonst sind die meisten Leute einfach super sweet gewesen. Wir haben auch wieder viel Gastfreundschaft erfahren. Das war schon echt erstaunlich. Ja, jetzt habe ich den Faden verloren. Marcus: Ähm, wieso ihr das zweite Mal nach Indien seid. Wir sind jetzt beim Hitchhiken, was für ein Projekt genau habt ihr dann in Indien gemacht? Thomas: Also da ging es einerseits darum, Toiletten zu bauen an der Schule, an diesem Internat. Und dann wollten wir erst noch Unterkünfte bauen, das haben wir aber dann letztendlich eingestellt, weil es einfach zu teuer gewesen wäre. Da haben wir gesagt, dafür dass wir dann noch Räumlichkeiten bauen und so, mit dem Geld können wir einfach einen größeren Impact haben. Da werden wir uns halt auf den Kern unserer Organisation konzentrieren und uns um sanitäre Anlagen kümmern. Marcus: Und jetzt aktuell hast Du auch noch ein soziales Projekt am Start? Thomas: Wir waren damals in Indien nach der Fahrradtour und haben uns mit dem Team da besprochen und haben uns überlegt, wir wollten ja eigentlich ein Social Business gründen. Wenn wir also zurückgehen nach Deutschland, dann wird es für uns schwierig ein Social Business in Indien zu starten. Weil wenn Du etwas startest, dann bist Du am besten erstmal vor Ort und pusht das. Und dann haben wir uns überlegt, was können wir denn in Deutschland machen, was auch mit dem Projekt zu tun hat. Und letztendlich haben wir gesagt, die sanitäre Versorgung auf Festivals ist meistens ziemlich miserabel. Wenn Du auf ein Festival gehst, dann machst Du erstmal solange Du kannst, einen großen Bogen um die Toiletten. Also wenn es die üblichen Chemie-Toiletten sind, weil die meisten nicht sauber sind. Die meisten Leute, die auf Festivals gehen, geben mir dieses Feedback. Da haben wir uns überlegt “Okay, lass doch mal schauen, ob wir nicht ökologische Toiletten an Festivals vermieten können.” Dann hätten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das eine ist, dass wir halt nicht mehr Chemie in diese Toiletten reinhauen, so haben wir einen ökologischen Impact und können das ganze kompostieren und dann wieder bodenverbessert quasi herstellen durch natürliche Prozesse. Und das zweite ist, dass wir mit dem Service, den wir in den Toiletten anbieten, halt einfach saubere, “begehbare” Toiletten haben, die die Leute halt cool finden. Das ist echt erstaunlich. Da kommen Leute dem Klo raus und sagen “Das war ja mal der geilste Schiss meines Lebens”. Das hat da letztens einer gesagt. (Beide lachen) Marcus: Wie geil! Wielange war der da? Hat er sich da so eine halbe Stunde lang gefreut auf der Toilette oder was? Thomas: Ich weiß es nicht genau. Ich bin nur in das Festival gegangen, um zu gucken. Aber ich fand das so geil, wenn das jemand so raushaut, weißt Du. Ja das finde ich gut, also für mich war das auch so ein Ding gewesen, warum ich gesagt habe “Okay, ich gehe nicht so gerne auf Festivals, weil die sanitäre Situation … ähhh, kein Bock drauf. Marcus: Ja, es gibt ja auch Leute, die sind irgendwie ein, zwei Tage da und wenn es gar nicht mehr geht, dann fahren sie nach Hause. Thomas: Oder graben sich ein Loch in ihrem Zelt oder so, keine Ahnung. Alles schon gehört! Und genau das macht Spaß. Am Anfang war es vor allem für mich echt anstrengend. Ich hatte verschiedene Projekte und ich war halt noch operativ nebendrin. Und es war schon ein bisschen funky, weil ich hatte diese Freiheit aus meinem Lifestyle Business und dann hatte ich aber noch den Wert, oder das Ziel, ein Social Business zu gründen und habe das angefangen. Und auf einmal war ich wieder voll drin so. Weißt Du? Die ganze Freiheit, reise irgendwohin wann Du willst. 2013, ich erinnere mich noch: Ich habe damals einen Workshop gegeben für das Ideacamp und einer meiner Kollegen hat mich angerufen “Hey Thomas, Du musst da noch Service machen bei den einen Toiletten, da müssen Fässer gewechselt werden. Das kann gerade keiner, wir sind alle ausgebucht, alle wechseln.” Und ich so, ich musste halt hart lachen, aber ich dachte “warte mal, das kann doch nicht sein! Wir müssen doch noch irgendeinen Mitarbeiter haben, der das da machen kann.” Das war halt noch Markttestphase und wir hatten auch nur freies Personal und mal schauen, wie wir das irgendwie so überbrücken können. Und dann bin ich nach dem Workshop abends um 21.00 Uhr erstmal rüber gefahren und habe mir ein Auto geholt. Dann war ich irgendwann nachts um 2.00 Uhr auf so einem Acker und habe die Klos nicht gefunden. (Beide lachen laut) Dann musste ich erstmal das Fernlicht anmachen und habe dann gesehen - aha, da hinten irgendwo. Dann komme ich am nächsten Tag in den Workshop und sagte “Leute, ich erzähl euch hier was über Automatisierungen und so, aber wenn ihr ein Projekt startet, dann seid ihr wieder im Hustle. Gestern nach dem Workshop, falls ihr denkt, das war anstrengend für euch - Ich war gestern Nacht noch bis um 2 ….” Jetzt mache ich das glücklicherweise nicht mehr. Jetzt habe ich meine freie Bühne, weil viele Sachen schon automatisiert sind, es sind Leute eingestellt, es gibt Prozesse und so. Aber es war nochmal ein Learning für mich. Dass ich bei neuen Sachen halt, den gleichen Prozess irgendwie wieder durchschreite. Und nächstes Mal ziehe ich das einfach schneller durch. Marcus: Ja, das nimmst Du Dir jetzt vor ne? Thomas: Also nach 2013 und dem Hustle mache ich das anders. Marcus: Ja, aber meistens ist es dann doch oft so, dass man es doch einmal wieder selber machen muss, um dann auch die richtigen Leute zu finden, um das Briefing richtig auszuschreiben. Ich meine, von daher fängt es, glaube ich, immer wieder von vorne an. Thomas: Ja ich glaube, am Anfang musst Du Deine eigene Leidenschaft reinbringen, musst Du es erstmal verkaufen, musst Du - einfach auch mit allem in Kontakt gewesen zu sein und zu sehen, wie es funktioniert. Ich glaube, die einzige Situation, wo es anders sein kann, ist wenn Du wirklich noch andere Entrepreneur-Typen so vom Typ her findest, die von Anfang an halt, selber denken und selber ausprobieren und voll Enthusiasten sind. Und das schaffst Du, glaube ich, am besten, wenn du ein starkes Warum hast. Also wenn Du einen Grund hast, warum Dein Business existiert. Wenn Du irgendeine Agentur machst für irgendwas und da gibt es keine Flamme, wie kann ich Leuten damit helfen, wie verbessere ich damit die Welt? Dann ist es, glaube ich, schwierig so etwas zu finden. Aber in unserem Projekt gibt es schon so ein paar Weltverbesserer mit drin und hätte es die nicht gegeben, wären wir auch ganz schön angemeyert. Marcus: Ich glaube auch, ohne das Why, gerade auch bei uns in der digitalen Nomadenszene oder bei den Lifestyle Businesses. dann fehlt Dir irgendwann so die Passion Drive und wenn das verloren geht, dann fühlt es sich auf einmal auch nicht mehr, wie die vier Stunden an. Thomas: Ich muss sagen, als ich mit Basti Strandschicht gepusht habe damals, da war unser Hauptwarum: Klar, wir geben Value für die Kunden, das muss da sein. Du musst halt einen Need erfüllen oder irgendein Problem lösen oder einen Wunsch erfüllen. Aber unsere Leidenschaft war das Business aufzubauen. Natürlich dann auch mit dem Grund, dass wir unser ideales Lebensziel umsetzen können. Das war unsere Leidenschaft. Von daher, sage ich mal, das war jetzt nicht das Business, wo ich gesagt habe “Das muss die ganze Welt haben, weil dann geht es allen sehr viel besser.” Ich glaube, wie gesagt, es löst ein Problem, es hilft vielen Leuten extrem. Die sparen vielleicht Geld oder machen mehr Geld. Es muss nicht unbedingt sein, nur weil mir Yoga jetzt gefällt, dass sich meine Karriere um Yoga aufbauen muss. Absolut nicht. Toiletten waren nie meine Leidenschaft an sich. Jetzt habe ich halt ein Warum gefunden und ich denke, es löst ein Problem. Ich würde eher noch gucken: Löse ich ein Problem? Und das angehen. Weil in ganz vielen anderen Bereichen ist auch der Markt halt relativ crowded. Da musst Du schon ein gutes Alleinstellungsmerkmal haben oder der Markt ist halt noch nicht überfüllt, sodass Du sagst “Okay, da ist noch so viel Platz für alle, aber sonst bist Du halt irgendwann im Preiskampf und guckst dann zu sehr auf was die anderen machen”, glaube ich. Marcus: Ja cool! Ich denke, das war ein gutes Schlusswort. Hast Du sonst noch etwas zu sagen? Haben wir etwas vergessen? Thomas: Nein, ich wollte Dir nur danken für das Interview. Das hat Spaß gemacht, Marcus. Und ja, viel Erfolg für den Podcast - finde ich sehr geil! Marcus: Ja, danke Thomas, dass Du am Start warst. Wir sehen uns bestimmt früher oder später wieder. Danke und out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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