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Jul 15, 2015

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Interview mit Johannes Völkner von WebWorkTravel

Heute spreche ich bei LifeHackz mit Johannes Völker von WebWorkTravel. Das Interview haben wir bei Johannes auf seiner Terrasse aufgenommen, der in Tarifa ein Haus direkt am Meer hat und dort regelmäßig mehrere Monate im Jahr verbringt. Mittlerweile ist die Community der digitalen Nomaden in Tarifa auch immer größer und das war dann Grund genug für Feli und mich nach der letzten deutschen DNX im Mai selber mal den Ort auszuchecken. Dazu kommt das Feli und ich in Jericoacoara in Brasilien unsere Leidenschaft für Kitesurfen entdeckt haben und Tarifa einer der besten Spots in der Welt ist, um Kite zu surfen. Die beiden Gründe waren genug um unseren Kumpel Johannes dort besuchen zu gehen plus wir haben dort das erste DNX CAMP ever veranstaltet. Sprich wir haben Leute eingeladen, mit uns zusammen zu Co-Worken, wir haben Co-Living gemacht, wir haben Activities gemacht, wir haben Sport gemacht auf der Terrasse, am Strand auf dem Rooftop. Wir haben zusammen Aktivitäten gemacht, wir waren auf Gibraltar. Es hat richtig viel Spaß gemacht und uns darin bestärkt die Camps auch weiter fortzuführen. Neben den ganzen Activities kann man dort auch super gut arbeiten als digitaler Nomade. Wir waren im Cocotera in nem Co-Working Hostel, waren dort sehr produktiv und haben beispielsweise die DNX CAMP Webseite dort fertiggestellt. Die Seite findet ihr unter www.dnxcamp.com Alle Infos zu dem Interview mit Johannes und weitere Links findet ihr wie immer unter www.lifehackz.de/johannes Das Projekt Webworktravel von Johannes, auf der er seine Community der digitalen Nomaden versammelt, findet ihr unter www.webworktravel.com/ In der Folge spreche ich mit Johannes wie er auf Tarifa als Spot gekommen ist. Johannes ist nämlich schon super viel rumgekommen in der Welt. Wir sprechen darüber was seine Erwartungen für die Zukunft sind als digitaler Nomade. Und wir sprechen darüber was für Leute man in Tarifa treffen kann und wieso gerade Tarifa so ein geiler Spot ist. Checkt es aus. In dieser Folge lernst du:

  1. Warum Tarifa der neue Hot Spot in Europa für digitale Nomaden ist.
  2. Was sich für digitale Nomaden in den letzten Jahren verändert hat.
  3. Wo die heißesten Spots in Costa Rica sind.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

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1.000 Dank, Dein Marcus

 

Shownotes

Guide für digitale Nomaden

Tarifa Digital Nomads

Webworktravel Digital Nomad Network

Surf-Office

Co-Working Space

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Also ich sitze hier gerade mit Johannes in Tarifa auf seiner Terrasse mit Blick auf das Meer, Strand, Beach. Hammer, heute ist es mal windstill. Aber ja..., dazu kann Johannes gleich auch mehr sagen. Cool, dass Du hier auf dem Podcast bist, danke! Johannes: Ja hey Marcus! Erst einmal danke dafür, dass Du hier vorbeischaust und Dir auch mal selber ein Bild von Tarifa machst. Ist ganz schön hier mit der Sonne und dem Strand und viel kaltem Wind. Heute nicht ganz so viel, aber ...ja. Marcus: Ja absolut. Also Feli und ich sind jetzt seit vier Wochen hier. Uns gefällt es richtig gut und wir haben auch schon coole Connections zu anderen Nomaden gemacht. Aber vielleicht erzählst Du mal ein bisschen mehr, wie das entstanden ist hier in Tarifa. Da bist Du ja sehr maßgeblich beteiligt und wie Du da auf die Idee gekommen bist und wo Du heute stehst und was Du noch vorhast? - Das würde mich interessieren. Johannes: Ganz ehrlich, als ich hier vor ungefähr einem Jahr angekommen bin, da hat glaube ich, noch kein digitaler Nomade richtig über Tarifa gesprochen. Mein Hintergedanke, warum ich hierhin gefahren bin, war, weil ich schon sehr viel in den letzten vier Jahren unterwegs war und ich brauchte mal so etwas wie eine Homebase. Ich habe das in dem Jahr davor mal in Berlin probiert. Aber weil ich sehr gerne Kite-Surfen gehe und auch ganz gerne am Strand wohnen wollte, habe ich dann darüber nachgedacht, vielleicht mal ein bisschen weiter in den Süden zu ziehen. Ich wollte nicht soweit weg sein von Deutschland, damit ich nicht immer 13 Stunden im Flieger sitzen muss, um beispielsweise zu einer Hochzeit zu fahren. Und dann bin ich hier hingefahren, weil ich sehr viel aus der Kite-Szene über Tarifa gehört habe. Ich kannte ein paar Leute, die hier damals schon gearbeitet haben. Aber das waren nur zwei, drei vielleicht auch vier Leute (grinst). Ich bin also hingefahren und wollte mir selber ein Bild darüber machen. Ich fand es sehr cool und dann kam noch Elmar vorbei. Der macht Events für holländische Entrepreneure und wir fanden das beide ganz cool hier und wir haben dann einfach angefangen, Tarifa zu promoten und haben euch eingeladen und Feli. Und so langsam scheint sich das alles auszuzahlen. Es kommen immer mehr Leute hierhin und wir kriegen hier langsam so eine kleine Community zusammen. Das ist eigentlich ... ja das freut mich sehr, das Tarifa jetzt so langsam im Gespräch ist. Marcus: Kann man denn hier das ganze Jahr in Tarifa als Digital Nomad gut leben und arbeiten und kiten gehen oder würdest Du sagen, es gibt Monate, die sich besser eignen und andere, wo es vielleicht wieder cool ist, woanders hinzuziehen? Johannes: Also man kann hier natürlich das ganze Jahr überleben, aber ich würde nicht unbedingt Juli und August empfehlen, weil sich die Preise zu der Zeit verdreifachen. Gerade für die Unterkünfte. Außerdem wird die Stadt sehr voll und es wird schwierig sein, da den richtigen Fokus zu finden. In den anderen Monaten ist es super hier. Den Winter selber habe ich jetzt noch nicht hier verbracht, das heißt ich war hier nur bis in den Dezember. Januar, Februar und März habe ich geskipped. Das geht auch. Da kann man sehr gut surfen. Aber die besten Monate, um als digitaler Nomade hier eine super Zeit zu haben, sind auf jeden Fall April, Mai, Juni und dann September, Oktober. November und Dezember sind auch ok, aber die besten Monate sind Mai, Juni, September und Oktober. Wem es dann richtig gefällt, der bleibt aber auf jeden Fall auch länger. Marcus: Ok, cool. Also eine Sache, wieso Feli und ich auch direkt überzeugt waren, dass das ein ziemlich cooler Spot sein muss, ist, dass Du ihn quasi ausgerufen und gesagt hast: kommt hier mal alle hin; hier sind perfekte Settings. Für die Leute, die es nicht wissen: Du hast auch einen großen Guide für digitale Nomaden rausgebracht, in dem man die besten Hotspots oder Plätze zum Arbeiten und Leben finden kann. Wir haben den glaube ich, ganz am Anfang, als wir in Asien auf unseren ersten wackeligen Gehversuchen unterwegs waren, ziemlich früh entdeckt und nach dem Motto: was ist das denn für ein geiler Content hier?! Wir haben dann glaube ich, erst mal drei Tage Deinen Guide gelesen. Sag mal ein bisschen was zum Guide. Wieviele Orte sind da drin und wie bestimmst Du quasi das Scoring-System für die digitalen Nomaden? Was muss der Ort haben, dass Du sagst, der ist cool und gut? Johannes: Erst einmal freut mich das, dass Du den Guide so gut findest. Der Guide ist eigentlich zu einer Zeit entstanden, als ich das Wort digitaler Nomade eigentlich noch gar nicht kannte. Ich hatte also die Idee für den Guide, bevor ich überhaupt das Wort digitaler Nomade gehört hatte. Und deswegen hieß der Guide am Anfang auch „The Destination Guide for People who work online“ und bei der Landing-Page hat sich alles darum gedreht, die Leute zu überzeugen, dass man ja eigentlich arbeiten und reisen könnte. Ich war in den letzten 10 Jahren extrem viel unterwegs und habe quasi dabei gemerkt, dass es sehr viele coole Destinationen gibt. Das sind zum Großteil jetzt nicht irgendwelche Großstädte oder so, wie man die auf der nomadslist.io finden kann, sondern das sind eigentlich eher so kleinere Städte, die irgendwie in irgendeiner Art sehr unique sind. In den meisten Orten, habe ich auch selber irgendwann mal in den letzten zehn Jahren Zeit verbracht. Ich habe auch gemerkt, dass die Infrastruktur eigentlich da ist. Also wenn sich irgendjemand heutzutage beschwert, dass das WiFi nicht ordentlich läuft, dann ist es meistens die Schuld der Person selber. Auf Inseln ist es manchmal ein bisschen schwierig, aber ansonsten geht es. Jeder von uns hat verschiedene Interessen und was ich mit dem Guide eigentlich gemacht habe ist, dass ich mein ganzes Reisewissen aus den letzten zehn Jahren Backpacking zusammengefasst und ganz viele dieser coolen Destinationen hineingepackt habe. Insgesamt sind es über 60 Destinationen. Ich muss zugeben, ich war nicht in jeder Destination, aber da sind nur Orte drinnen, von denen ich dann von Freunden, die auch schon seit sechs Jahren reisen, gehört habe. Ich glaube, dass ganz viele dieser Destinationen auch in Zukunft noch richtig abgehen werden, für die Leute die arbeiten und reisen. Eine Sache habe ich gerade vergessen: das ist auch ein Budget Guide. Es geht dabei auch so ein bisschen darum, jetzt nicht die teuersten Orte – in Thailand ist zum Beispiel Phuket wesentlich teurer als, ich sag mal, Koh Phangan – es geht eher darum, die günstigeren Orte zu featurn, die gerade noch am kommen sind. Das habe ich einfach mal zusammengefasst und es freut mich, dass es inzwischen mehr Beachtung findet und vielleicht machen wir auch noch einmal eine neue Auflage. Da überlege ich gerade noch, ob wir das noch einmal optimieren. Marcus: Ich glaube, das wäre auf jeden Fall cool, wenn da noch einmal eine neue Auflage kommt, aber auch so ist das schon echt sehr, sehr geil und useful. Ich glaube, was den Guide auch so unique macht und krass gut ist, dass er handverlesen ist, also die Leute wirklich da waren und aufgrund der eigenen Eindrücke und Erfahrungen dann den Ort bewertet haben und nicht wie beispielsweise, was Duveben gesagt hast, nomadelist.io. Auch richtig cool, was Peter Levels da auf die Beine gestellt hat. Aber der kopiert die Daten aus irgendwelchen Datenbanken und ist nicht selber da gewesen und weiß, ob das jetzt der coolste Ort ist. Aber da sind es ja mehr so Hart Facts, wie die Infrastruktur oder das Setting ist. Wie schnell ist das Internet? Wie warm ist es da? Bei Dir geht es ja auch noch um Soft Settings. Da findet man zum Beispiel Kiten, Sport, Hobbies, Activities etc. Johannes: Ich finde zum Beispiel auch, dass es extrem wichtig ist, dass wenn man reist, dass wir nebenbei auch Hobbies haben. Also es muss jetzt nicht unbedingt Kite-Surfen sein. Das ist halt das, was ich gerne mache. Ich weiß, dass Du auch gerne tauchen gehst. Andere Leute machen gerne Yoga, aber das Ding ist, dass gerade wenn wir viel reisen, ist es extrem wichtig, dass wir auch noch etwas anderes in unserer Freizeit machen, als zum Beispiel jeden Tag eine Schnorcheltour zu machen. Ein Hobby, ein bisschen mehr Beständigkeit oder Aktivitäten, die wir halt entweder morgens früh machen oder abends danach, um auch einfach diesen Ort genießen zu können. Deswegen finde ich zum Beispiel, dass man oft seine Orte ein bisschen mehr nach den Hobbies auswählen sollte. Manchmal kann ich es nicht so ganz verstehen, dass Chiang Mai der Hotspot ist. Dort gibt es keinen Strand. Eigentlich dreht sich alles nur darum, dass es ein mega günstiger Ort ist, aber ich möchte nicht nur irgendwo hin fahren, weil es sehr günstig ist. Da gibt es auch super coole kleine Inseln in Indonesien, die das auch haben können. Aber dort kann ich dann auch tauchen gehen oder noch irgendetwas anderes in meiner Freizeit. machen Und das ist eigentlich das coole an dem Lifestyle, oder? Marcus: Ja absolut. Wie Du schon sagtest: in Indonesien, ein kleiner Ort, in dem Guide selber sind mega viele hidden Champions drin und immer wenn Feli und ich unterwegs sind in irgendeiner Ecke, dann gucken wir uns da auch noch einmal das PDF an und lassen uns inspirieren, ob das auch etwas für uns sein könnte. Ich glaube, Du bist auch ähnlich gestrickt wie wir: Du bist gerne am Meer und eine totale Wasserratte. Und dann passt das auch alles. Du sagtest eben, in Tarifa ist jetzt schon eine coole Community entstanden. Wir sind jetzt selber ein Teil davon und haben das hier vor Ort Live mitgekriegt. Da sind richtig smarte Leute aus aller Welt. Gibt es denn irgendwie ein Forum oder eine Plattform, in der Du versuchst die Community zu organisieren oder zu sammeln und das ganze Ding wachsen zu lassen? Johannes: Wir haben eine Plattform. Also eigentlich gibt es sogar zwei kleine Plattformen dafür. Die Plattform für Tarifa besteht in einer kleinen Facebook-Gruppe mit dem Namen „Tarifa Digital Nomads“. Wer Lust hat, kann da einfach mal bei Facebook unter dem Suchbegriff „Tarifa Digital Nomads“ schauen. Da kann man sich vorstellen, wenn man zum Beispiel bald hierhin fliegt oder kriegt halt mit, wenn mal ein größerer Talk ist. Diese Plattform würde ich als ersten Anlaufpunkt in Sachen Tarifa nehmen. Ich habe da auch ein paar kleine Deals mit Hostels oder mit einer Kite-Schule verhandelt. Da könnt ihr mit anderen Nomaden kiten lernen oder in das gleiche Hostel gehen. Dann gibt es noch das “Webworktravel Digital Nomad Network“. Das ist eine wesentlich größere Facebook-Gruppe. Da kann man sich weltweit mit anderen Leuten vernetzen, die auch rund um den Globus unterwegs sind. Die wächst gerade auch extrem gut. Wir sind jetzt über 3.000 Leute. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt. Marcus: Das ist meines Wissens auch international die größte Gruppe für digitale Nomaden auf Facebook. Also Hut ab dafür. Ich glaube, Du warst auch einer der ersten, der dieses Thema entdeckt hat, auch wenn es damals noch gar nicht digital nomad hieß oder drauf stand, wie Duschon sagtest und ein bisschen sperriger genannt wurde mit „Handbuch für Leute, die gerne ortsunabhängig arbeiten wollen oder online Geld verdienen wollen“ etc. Die ganzen Links findet ihr natürlich auch in den Show Notes. Wie sind denn bei Dir jetzt die nächsten Pläne. Wir haben jetzt Anfang Juni? Feli und ich gehen nach Marokko, dann nach Barcelona und bereiten dann das Event Global vor. Wo kann man Dich antreffen und hast Du noch andere Lieblings-Hotspots außer Tarifa im Mai, Juni? Johannes: Die nächsten Monate plane ich erst einmal hier in Tarifa zu bleiben. Ich mache jeden Dienstagabend gegen 19 Uhr eine Walking Tour. Also wer Lust hat mal zu quatschen, der kommt hier nach Tarifa und dann zeige ich euch ein bisschen die Stadt. Das ziehe ich jetzt jeden Dienstag durch bis November. Egal ob da eine Person kommt oder zehn. Schauen wir mal (lach). Im August bin ich auf jeden Fall bei euch bei der Global. Da freue ich mich auch schon drauf. Also da bin ich dann mal kurz zwei Wochen in Deutschland. Im November fahren wir auf einem Cruise Ship. Das wird bestimmt auch sehr interessant: der erste Digital Nomade Cruise Ship ever! Ihr seid ja auch dabei und Conny ist auch dabei und Elmar und viele Leute, die auch aus Tarifa kommen. Wir fahren von Gran Canaria nach Salvador in Brasilien mit derzeit 60 Nomaden – das werden aber gerade immer mehr, ich bin mal gespannt, wie sich das noch entwickelt. Danach weiß ich es gerade nicht genau. Ich bin dann erst einmal in Brasilien. Nach Rio soll es auf jeden Fall noch gehen zum Kiten im Norden von Brasilien. Im Februar 2016 plane ich nach Kapstadt zu gehen. Da ist der King of the Year Contest. Kapstadt ist einer meiner Lieblings-Städte überhaupt. Das wird auf jeden Fall noch sehr viel beliebter werden. Wir waren da jetzt dieses Jahr mit einer Gruppe von 15 Leuten da. Alle ortsunabhängig unterwegs und teilweise extrem erfolgreich. Da muss ich wirklich vor vielen Leuten den Hut abnehmen. Dort sind viele Leute, die da unten ihr Online-Business machen und da überwintern. Also im Februar gehe ich nach Kapstadt und gehe dann wahrscheinlich zwei, drei Monate kiten und arbeiten und danach geht es wieder nach Tarifa bis Ende Juni 2016 und dann schauen wir mal. Danach weiß ich noch nicht genau. Marcus: Ja hammer, hört sich geil an. Das hört sich genau so an, wie es die meisten digitalen Nomaden machen, nämlich immer der Sonne hinterher und da wo gerade das beste Wetter ist, da findet man natürlich auch die meisten Nomaden. Es scheint so, als ob Duvin Deutschland eher selten bist. War das eine bewusste Entscheidung oder hat sich das über die Jahre irgendwie manifestiert? Kannst Du Dir vorstellen irgendwann noch einmal komplett nach Deutschland zurückzugehen? Hast Du da überhaupt noch ein Netzwerk? War das schwer oder wie ist das alles so gekommen, dass Du jetzt ein Globetrotter bist und so gut wie gar nicht mehr in Deutschland anzutreffen bist? Johannes: Also ich würde sagen, das war ein recht langer Prozess. Das hat schon 2005 angefangen oder ehrlich gesagt, schon in der Zeit davor. Ich war schon früher für längere Zeit in Australien und es hat mir super gefallen. Dann bin ich 2005 nach Kapstadt gegangen um dort zu studieren. Das fand ich auch super und bin da auch gleich hängen geblieben bis 2010. Also ich hab eigentlich seit 2005 gar nicht mehr richtig in Deutschland gewohnt. 2010 bin ich aus Kapstadt dann wieder abgezogen und dann hab ich es mal kurz versucht in Deutschland zu wohnen. Das hatte mich aber nicht so ganz überzeugt. Zu dieser Zeit hatte ich bereits ein ortsunabhängiges Business und bin dann auf die Philippinen gefahren. Dann fing das auch alles an mit der Reiserei. Zwischendurch war ich dann immer mal wieder in Deutschland und hab es, wie gesagt, noch einmal versucht. Ich wollte da mal nach Berlin ziehen, aber das hat mich nie so richtig umgehauen. Ich bin auch kein großer Fan von Großstädten. Ich muss auch sagen, dass wenn man so lange in Kapstadt gewohnt hat, ziemlich verwöhnt ist und man sich nicht so leicht auf jede Stadt der Welt einlässt. Nichts gegen Berlin, aber ich find es auch ganz schön am Strand. Dann habe ich halt angefangen zu überlegen, wo man sonst noch hinziehen könnte. Für mich war dann das logischste, zumindest einmal Südspanien auszuchecken. Die ganzen Rentner sind auch alle da. Viele Leute finden das hier schön, dadurch, dass man auch so schnell wieder in die Heimat gehen kann. Als ich dann in Tarifa angekommen bin, war eigentlich die Entscheidung relativ einfach für mich, hier unten ein bisschen länger zu bleiben. Marcus: Du bist jetzt auch schon echt lange on the road – also unterwegs. Gerade hast Du noch gesagt seit 2010 oder noch länger. Was würdest Du sagen, hat sich so im Laufe der Jahre hinsichtlich der Akzeptanz verändert, wenn man auf andere Menschen trifft? Verstehen die dann, was Du machst oder musst Du es immer noch so viel erklären, wie vor fünf Jahren? Merkst Du da einen Unterschied? Ist man vielleicht nicht mehr ganz so alleine unterwegs oder wie war es am Anfang und wie ist es jetzt oder ist es noch ein weiter Weg? Johannes: Also ich muss sagen, dass ich mega happy bin, wie sich das in den letzten Jahren hier entwickelt hat. Als ich 2010 unterwegs war, bin ich durch ganz Südamerika gereist und habe viel Zeit in Hostels verbracht und von da aus gearbeitet. Unter anderem auch in Rio. Und ganz ehrlich? – Auf dem ganzen Trip habe ich vielleicht zwei Leute getroffen, die ortsunabhängig arbeiten. Ich habe mir das komplett anders vorgestellt. Ich habe mir gedacht „Hä? Das ist doch total logisch“. Generell auch in den ersten zwei, zweieinhalb Jahren, habe ich nicht mehr als zehn Leute getroffen, die das auch genauso machen wie ich. Ich fand das cool mit dem Reisen, aber man muss sich wirklich auch mit anderen Leuten, die auch arbeiten, umgeben. Sonst ist es halt mega schwierig den Fokus zu finden. Ich habe damit immer wieder Probleme gehabt. Deswegen bin ich jetzt so happy, dass ich das alles jetzt entwickelt und man mehr Zeit mit Leuten verbringt, die auch arbeiten. Dann ist man nämlich auch richtig produktiv. Wenn man da immer so alleine als Eigenbrötler unterwegs ist, ist es nicht optimal. Von daher bin ich halt sehr glücklich darüber, wie sich das alles entwickelt. Ich finde es, wie gesagt, cool, dass auch Leute nach Tarifa kommen und das Peter ein Surf-Office in Lissabon aufmacht. Dass es hier in Europa mehr Spots gibt, wo man hinfahren kann. Auch das was ihr mit der Global macht, um das ganze ein bisschen mehr zu mobilisieren finde ich richtig cool. Ich bin wirklich gespannt, wie sich das in Zukunft entwickelt. Marcus: Das ist auch mein empfinden. Als Feli und ich angefangen haben, da war es auch so, dass man jedem, den man getroffen hat, erst einmal erklären musste, was man da macht. Wir haben viele mitleidige Blicke geerntet, dafür, dass man jeden Tag am Computer saß. Aber, wir waren an den geilsten Orten der Welt und hatten nicht nur zwei Wochen. Insofern finde ich es toll, dass Du speziell die Community in Tarifa pushst. Du hast auch ein Co-Working Space etabliert, um mit den Gleichgesinnten abzuhängen und zusammen zu arbeiten. Für Feli und mich ist es jetzt auch das erste Mal, dass wir von so vielen Nomaden in einem Spot umgeben sind, außerhalb von Berlin. Wir hatten ja auch die Conni zu Besuch oder Peter vom Surf-Office, Dich und die ganzen anderen Internationals. Ich muss schon sagen, das pushed ganz schön, wenn man endlich auf Augenhöhe Ideen entwickeln kann und ein bisschen Feedback bekommt. Das hilft und ich glaube, das ist ein guter Einstieg für diejenigen, die quasi nachwachsen und nachkommen. Die werden direkt in einer Community aufgefangen. Vielleicht machen sie auch die ersten Gehversuche in so einem Surf-Office, wo direkt ein Co-Working Space mit angeboten wird und die Settings stimmen. Noch einmal zurück zu Deinen Anfängen 2010. War es denn damals schon realistisch von unterwegs zu arbeiten und war das Internet auch schon so weit? Gerade in Südamerika, wo Du unterwegs warst, oder war es dann eher so, dass Du ein paar Tage an Deinem Buch offline schreiben musstest und dann mal irgendwann wieder in einer größeren Stadt Internet hattest und das dann schnell hochgeladen hast, was Du vorher vorgeschrieben hattest? Johannes: Ganz ehrlich? – Es ging auch schon 2010 ganz gut. Ich habe immer im Voraus relativ viel recherchiert, wie das Internet hier und da ist. Wenn man jetzt nicht unbedingt in den Dschungel von Bolivien geht, wo es allerdings – glaube ich zu der Zeit, also 2011 - auch schon Internet gab, ist es alles wirklich ok. Wie gesagt, wenn man keine ordentliche WiFi hat, dann ist man meistens selber Schuld. Wenn ich die Leute dann sehe „ja, bei mir ist das Internet so schlecht“, dann such dir etwas Besseres. Wobei man dazu auch sagen muss, ich glaube in Bali wird es jetzt so langsam besser. Es gibt schon ein paar Orte, wo das Internet nicht richtig schnell ist, aber es läuft und zum E-Mails checken reicht es. Bei Skype weiß ich es nicht genau, weil ich davon auch nicht abhängig bin. Aber ich hatte eigentlich immer eine Verbindung und konnte immer etwas online machen. Ich habe viel mit Google Adwords gemacht. Das ist auch relativ viel Offline-Arbeit und Sachen hochladen, aber ich glaube generell heutzutage braucht man sich da keine großen Sorgen mehr zu machen. Was wichtig ist, ist dass man nicht irgendwo ankommt und dann gleich einen großen Auftrag hat. Am besten nimmt man sich erst einmal zwei, drei Tage Zeit und findet erst das beste Café oder Co-Working Space, oder auch ein gutes Hotel mit Internet, bevor man irgendwelche Skype-Anrufe macht. Das würde ich auf jeden Fall empfehlen. Ansonsten kommt man in den meisten Orten der Welt eigentlich so ganz gut zurecht. Dazu kann ich auch noch sagen, dass das allerbeste Land, was ich bis jetzt kennengelernt habe, was das Internet betrifft ist Costa Rica. Da fand ich die Infrastruktur perfekt. Viele Backpacker ziehen da einfach so durch, weil es ihnen ein bisschen zu teuer ist und Nicaragua noch günstiger ist. Aber wer ein bisschen arbeiten möchte und vielleicht auch mal länger in gewissen Orten bleiben kann, kann super Deals mit den Gasthäusern verhandeln. Es gibt tolle Orte und das Internet war wirklich auch im letzten sehr gut. Costa Rica hat mich extrem begeistert und in den anderen Ländern hatte ich eigentlich gar keine Probleme. Ansonsten musste man selten hier und da mal ein bisschen gucken. Aber ja, Costa Rica war der Hammer! Marcus: Und was ist Dein heißer Tipp für Costa Rica? Welcher Spot ist dort richtig geil? Johannes: Ich finde Santa Teresa sehr schön. Das ist ein kleiner Surf-Spot, Yoga, Hippie und ein bisschen abseits. Man braucht ungefähr vier Stunden, je nachdem, welchen Weg man nimmt, um dahin zu kommen. Das fand ich sehr cool. Da herrscht kein großer Pauschaltourismus. Ich glaube, von dem Ort wird man in Zukunft noch eine Menge hören. Wer also ganz einfach unterwegs sein möchte, da gibt es auch ganz viele schöne Orte. Ein wenig mehr touristisch, aber Tamarindo fand ich ganz nett. Santa Teresa war aber mein absoluter Favorite. Auch Puerto Viejo, das ist an der Grenze zu Panama fand ich ganz schön. Das ist ein kleiner Hippie-Ort. Marcus: Cool, geiler Style! Zu den Problemen mit dem Internet, würde ich auf jeden Fall auch dafür pledieren – was auch immer das ist, was wir als erstes machen, wenn wir irgendwo ankommen – schauen wir immer, dass wir eine lokale Sim-Karte bekommen. Zusammen mit einem Datenplan, damit man dann im schlimmsten Fall immernoch über sein iPhone einen Hotspot einrichten und von da aus arbeiten kann. Klar, was man machen muss und wenn das Internet nicht sehr schnell ist, kann man natürlich auch nicht, wie Zuhause seine Youtube-Videos streamen oder was man sonst normalerweise Zuhause mit der Datenleitung macht. Aber um E-Mails zu checken, Sachen anzuschieben, Bücher zu schreiben oder auch diesen Podcast aufzunehmen, das geht auch alles offline. Hochladen kann man es dann immer noch, wenn die Internet-Verbindung besser ist. Zum Schluss wollte ich Dich noch fragen und das tu ich jetzt auch einfach (grins): Was denkst Du über die Zukunft von dem Digital Nomad Lifestyle im Allgemeinen? Was hast du für Empfindungen oder Erfahrungen? Was passiert da so in Deinem täglichen Leben und in Deinem Forum und was denkst wird da im nächsten Jahr oder in den nächsten drei Jahren passieren, falls man überhaupt soweit gucken kann? Johannes: Vor ungefähr einem Jahr habe ich gedacht, dass Leute, nachdem sie so drei Jahre als Digital Nomad unterwegs wären, wieder sesshaft werden möchten. So langsam bin ich mir da nicht mehr so sicher, weil umso besser wir alle verbunden sind und uns in verschiedenen Orten wiedertreffen können, desto aufregender wird das ganze auch. Ein Problem ist es, wenn man alleine als Digital Nomad unterwegs ist. Das kann man nicht länger als drei, vier Jahre durchziehen. Da wird man irgendwann „kirre“. Aber wenn man ein gewisses Netzwerk hat, dann wird das wesentlich aufregender und es ist vielleicht auch etwas, was man dann für sehr lange Zeit machen kann. Ob man jetzt als Familie rumreisen muss – nonstop – weiß ich nicht. Ich finde aber, wenn man eine Familie hat, sollte man aufpassen, dass das Kind zwischen sechs und 18 Jahren schon an einem festen Ort sein sollte. Abgesehen davon, kann ich mir generell schon vorstellen, dass es doch sehr viele Leute geben wird, die nicht gebunden sind. Woran ich auch glaube ist, dass wir anstatt einen Ort als Homebase zu haben, verschiedene Orte haben könnten. Für meinen Teil hätte ich Lust viel Zeit in hier in Südspanien zu verbringen, in Brasilien und in Kapstadt, Südafrika. Ich habe beispielsweise irgendwann mal ein Interview gehört von Kelly Slater, der ja auch schon seit zig Jahren als Profi-Surfer unterwegs ist, und für den das quasi auch jedes Mal so ist, dadurch dass er so gut vernetzt ist, dass er sich in jeder Stadt, in die er kommt, sich sofort Zuhause fühlt. Das ist der Punkt. Wenn man sich dann an Orten, die man mag, gut auskennt und sich gut fühlt, dann kann es schon sein, dass man das doch ein bisschen länger macht, als man es sich gedacht hat. Die andere Sache an die ich wirklich glaube, sind Workations – also Urlaub und Arbeit zu verbinden. Das ist gerade interessant für Leute, die vielleicht in München die festen Freunde und ein gutes Umfeld haben, aber mehr reisen möchten und einfach mal für einen Monat nach Spanien oder Indonesien oder wo auch immer hinmöchten und sich eine feste Homebase aufbauen, anstatt einfach nur vier Wochen Urlaub im Jahr zu machen. Manche werden das vielleicht auf 4 Monate ausweiten. Die andere Sache an die ich glaube ist, dass Firmen realisieren, dass sie ihren Arbeitnehmern auch mehr Freiheiten geben werden. Viele Leute haben das Gefühl, wenn sie digitaler Nomade werden, müssen sie ihr eigenes Business starten. Ich finde das ist ziemlich überfordernd für viele Leute. Ich glaube, dass viele Firmen, ihren Mitarbeitern auch die Möglichkeit geben werden ortsunabhängig zu arbeiten, unter der Bedingung, dass sie das ordentlich machen. Wir haben jetzt schon in Tarifa Leute, wo die Firmen sagen, „Hey komm, lass uns das mal probieren!“ Wir haben hier auch Leute, die bei uns ins Büro kommen und da ist der Familienvater, der kommt hier mit seiner Familie hin und bringt sein Team mit. Da kann seine Familie schön Urlaub machen und das Team zusammen arbeiten. Das sind jetzt gerade die Pioniere, aber das wird in drei, vier Jahre wird das normal und akzeptiert sein. Das was derzeit noch fehlt ist die Infrastruktur dafür. Da geben wir gerade alle unser Bestes um da zu helfen. Ich hoffe, dass da noch mehr Leute aufspringen und uns dabei helfen. Marcus: Tausend Dank für den Einblick und die spannenden Worte! Ich hoffe, wir hören uns bald wieder. Bis dann! Peace out! [/su_spoiler] [/su_accordion]