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Sep 18, 2015

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Interview mit Michael Dohlen von sidepreneur

Hey Leute! Hier ist LIFE HACKZ live aus dem Surf Office in Lissabon. Die ersten Teilnehmer von unserem DNX CAMP sind angekommen. Die Stimmung ist sehr gut, weil das Internet ist schnell, der Himmel ist blau und die Sonne scheint. Ich habe mich für 45 Minuten in den Skype-Raum verzogen, um ein Interview mit dem Sidepreneur Michael Dohlen zu machen. Michael baut neben seinem 40-Stunden Job in einer Medien- und Digitalagentur in Düsseldorf sein ortsunabhängiges Business auf und verrät im Interview die besten Tipps, Tricks und Hacks, wie auch Du das machen kannst. Viel Spaß mit dem Interview. In dieser Folge lernst du:

  1. Welche Vorteile es hat nebenberuflich in die Selbstständigkeit zu starten.
  2. Mit welchen Strukturen und Routinen du auch neben dem normalen Job noch produktiv bleibst.
  3. Wie du dich und dein Team mit Tools perfekt organisierst.

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1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Sidepreneur

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[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"]   Marcus: Hey Micha, willkommen bei LIFE HACKZ! Michael: Ja, hi Marcus! Vielen Dank für Deine Einladung! Marcus: Sehr gerne! Sag mal, wo steckst Du gerade? Michael: Ich bin quasi im Moment in meinem Home Office und das ist in der Nähe von Düsseldorf. So’n bisschen im Umland. Wir haben heute leider kein gutes Wetter mehr, also nicht so wie ihr. Genau…  aber ich habe heute Home Office. Deswegen schaffe ich’s auch während der normalen Arbeitszeit mit Dir zu skypen. Marcus: Okay und das heißt, offiziell bist Du jetzt in der Mittagspause oder? Michael: Ganz genau. Marcus: (grinst) Perfekt! Und wo in der Nähe von Düsseldorf? Ich komme ja auch gebürtig aus Düsseldorf. Michael: Das liegt in Richtung Mönchengladbach. Marcus: Okay, also so Niederrhein. Michael: Genau, ganz genau. Marcus: Okay cool. Und Du betreibst die Seite sidepreneur.de. Vielleicht erklärst Du zum Anfang mal, was genau ein Sidepreneur ist, bzw. wie Du den definierst. Michael: Ja gerne. Also das ist ein bisschen auch aus meinem Leben, Berufsleben, aber auch Privatleben entstanden. Und zwar bin ich als Produktmanager in einer Digitalagentur in Düsseldorf tätig, im Hauptjob quasi. Und habe aber eigentlich immer nebenbei an irgendwelchen Ideen und Projekten gearbeitet. Und daraus ist im Prinzip dann so eine nebenberufliche Selbstständigkeit entstanden. Und so definiere ich dann einen Sidepreneur. Der quasi Sideprojects hat, um die dann neben dem Hauptjob ausführt und das können ganz unterschiedliche Ziele sein, die der Sidepreneur dann hat. Aber genau… grundsätzlich ist derjenige, der nebenberuflich eine Selbstständigkeit aufbaut für mich ein Sidepreneur. Marcus: Ja, auf Deiner Website hast Du auch eine ziemlich coole Grafik im sichtbaren Bereich oben unter dem Header finde ich. Da steht: Vollzeitjob von 9 to 5 und Sidepreneur von 5 to 9. Michael: Ja genau, so ist es. Genau, ja. Es ist eigentlich die Zeit, die nach dem Vollzeitjob dann kommt oder eben auch die Wochenenden. Marcus: Genau, das wollte ich gerade fragen. Also das klingt für mich - ich selber war ja auch lange in der Corporate Karriere unterwegs und Vollzeit angestellt und habe auch schon nebenbei so die ersten Projekte. Aber ich würde sagen eher Hobbyprojekte gestartet und es war echt mega, mega tough dranzubleiben. Gerade auch an den Wochenenden, wenn man viel gefordert ist, während der normalen Arbeitszeit im richtigen Job. Und dann nochmal die Motivation zu finden, den Drive zu finden, vielleicht auch noch mit fester Freundin, stelle ich mir mega tough vor. Ist es bei Dir auch so? und ja… erstmal ob es bei Dir so ist und wie kannst Du das überwinden? Also wie motivierst Du Dich? Michael: Also definitiv. Es ist auf jeden Fall eine deutliche Mehrbelastung, ganz klar. Und das ist auch bei mir so. Also ich habe meinen Vollzeitjob, ich hab ne feste Freundin und nebenbei noch die ein oder anderen Hobbies und man will ja auch noch ein bisschen Sport machen und sollte ja auch noch ein bisschen auf seine Gesundheit achten. Da kommt dann ziemlich viel zusammen, ganz klar. Aber ich glaube einfach, da ist es wichtig, wenn man sich im Voraus seine Ziele definiert. Also was möchte man denn erreichen? Kurzfristig, aber auch langfristig. Möchte man nur ein kleines Nebeneinkommen einnehmen durch so eine Sidepreneur Tätigkeit? Dann geht man wahrscheinlich anders heran, als wenn man sagt “Okay, ich möchte jetzt innerhalb von einem Jahr meinen Vollzeitjob ersetzen”. Dann muss man da einfach bereit sein, eben auch mehr Arbeit zu investieren, vielleicht auch die Wochenenden zu investieren. Und dann hat man eben sein großes Ziel aus dem Vollzeitjob rausgehen zu können. Und ich glaube, dafür lohnt es sich dann auch die Mehrarbeit zu investieren. Und wenn man dann noch an Ideen arbeitet, die man selber spannt und interessant findet, dann wird’s auch nochmal einen Ticken leichter. Marcus: Mh. Ja wie so oft. Ich denke auch, es steht und fällt mit den Zielen und wie sehr man sich dann auch committed zu den Zielen. Wie Du schon sagtest. Ich kenne auch genug Beispiele, die bei der DNX Konferenz gewesen sind und sagen “Ey, das ist richtig cool, was ihr da macht, aber voll in die Selbstständigkeit ist mir irgendwie zu tough und ich brauche noch ein bisschen Sicherheit. Ich baue das jetzt nebenbei auf, aber ich will in X Monaten/Jahren an dem Punkt sein, dass ich das Vollzeit machen kann und meinen Job kündigen kann”. Und ich finde das auch eine richtig gute und coole Option. Ich glaube der Daniel von I am Digital zum Beispiel, macht das auch so., um eher smooth und sanft in diesen digitalen Nomaden Lifestyle zu starten, oder? Michael: Ja absolut. Man hat halt nahezu kein Risiko. Der gesamte Lebensunterhalt wird ja weiterhin durch den Vollzeitjob abgedeckt. Man muss halt diese Herausforderung annehmen und dann irgendwie auch schaffen, eben seine Zeit so zu managen, eben noch ein Sideproject nebenbei aufzubauen. Aber ansonsten trägt man wirklich kein Risiko. Man hat vielleicht sogar noch aus dem Hauptjob so ein bisschen Cashflow, was man dann investieren kann. Also das bietet schon wirklich viele Vorteile. Eben vorerst in der nebenberuflichen Selbstständigkeit zu starten. Marcus: Genau, jetzt sind wir gerade bei den Vorteilen. Ähm, für mich selber war es auch so, dass im besten Fall oder bei mir war es auf jeden Fall so, dass man dann auch noch Synergien aus dem normalen Hauptjob - also learnings oder findings oder wo man dann von anderen Kollegen oder aus dem Background von dem Business weiß, dass das funktioniert - dass man das auch direkt auf sein eigenes Business dann anwenden kann und da schonmal so ein paar Umwege spart oder? Michael: Auf jeden Fall. Also man lernt in beide Richtungen. Sowohl aus dem Hauptjob kann man vieles übertragen in das eigene Nebenprojekt. Man kann Kunden nachfragen, aus dem eigenen Hauptjob ableiten. Man kann eben verschiedene Prozesse auch übernehmen, die vielleicht schon gut funktionieren und andersherum funktioniert’s genau so. Man lernt tolle neue Leute kennen. Man lernt wirklich neue Dinge, einfach weil man sie selber machen muss in so einem Nebenprojekt. Und das kann man dann aber auch wieder in den Hauptjob einfließen lassen. Marcus: Mh, wie kam das bei Dir? Wann bist Du zu dem Entschluss gekommen, dass Du das mehr oder weniger… also, siehst Du das jetzt als professionelles Business, was Du nebenbei betreibst? Michael: Also, die Sidepreneur-Plattform ist jetzt so in dem Sinne noch kein professionelles Business. Da baue ich wirklich erstmal so ne Community auf, um die Leute über diese nebenberufliche Selbstständigkeit zu informieren. Hier und da eigene Tipps weiterzugeben oder eben auch mit spannenden Leuten zu sprechen, die ähnliches tun und da verschiedene Tipps dann halt weiterzugeben. Nebenbei läuft ein bisschen Coaching, ein bisschen Consulting. Das sind dann schon eher wirklich Business Ambitionen, wo auch Geld fließt. Aber, wie gesagt, ich habe noch die ein oder anderen Ideen, um parallel noch Projekte auch dann zu monetarisieren, sowohl Infoprodukte sollen folgen in verschiedenen Bereichen, wie auch so ein bisschen, was eigentlich dann ein ganz anderes Thema ist, aber E-Commerce über Amazon FBA ist gerade so ein heißes Thema, an das ich denke. Marcus: Ja, das kommt gefühlt gerade in Deutschland an oder? Michael: Ja, ganz genau. Das geht gerade so um und auch bei digitalen Nomaden höre ich’s ja immer wieder, dass das Thema aufkommt, einfach weil man den ganzen Service auf Amazon sozusagen übertragen kann. Marcus: Ja, das macht absolut Sinn. Ich glaube, das wäre Stoff für eine eigene Folge nochmal. Michael: Ja, ganz genau. Marcus: Vielleicht mit Dir oder mit jemand anderem, wie gesagt, in Deutschland kommen da jetzt auch die ersten zwei, drei Experten zum Vorschein, die sich das Thema auf ihre Fahnen geschrieben haben. Ich selber war da schon länger irgendwie in Berührung mit, aber habe mich da noch nie ganz rangetraut. Aber ich glaube, Du musst Dich da auch voll drauf dann einlassen und sagen “Ich investiere da richtig viel Zeit rein” und einfach mal so nebenbei geht’s halt auch nicht. Aber ich glaube, wenn Du es einmal stehen hast, ist es ein sehr geiles Business, zumal man das dann auch sehr gut automatisieren kann und fast schon vom passiven Einkommen sprechen kann ne? Michael: Ja genau, es ist definitiv automatisierbar und ja… es ist spannend. Aber wie gesagt: Bei mir noch so ein kleines Zukunftsprojekt, wo ich gerade mit anfange, genau. Marcus: Mh, und was war bei Dir genau jetzt der Trigger, dass Du gesagt hast: Die Arbeit… arbeitest Du 40 Stunden die Woche? Michael: Ja genau, ich habe eine Vollzeitstelle und ja. Marcus: Dass Du gesagt hast: Die Arbeit lastet mich nicht voll aus, sodass ich noch genug Luft und Power hab, was anderes zu starten. Wurdest Du irgendwie inspiriert? Michael: Also eigentlich ist es schon immer so, dass ich halt eigene Ideen habe und mir denke “Mensch, das muss man umsetzen”. Und ja, durch den Hauptjob, aber auch durch verschiedene Startup Projekte, die ich in der Vergangenheit quasi überall auf der Welt mal hatte, sind dann auch die Kontakte zustandegekommen, sodass ich digitale Projekte relativ schnell mal umsetzen lassen kann oder auch selber umsetze. Und so ist es dann halt einfach entstanden, dass wenn eine Idee da war und man schaut, ob da ein Markt vorhanden ist, dass man’s einfach mal probiert. Ich bin grundsätzlich immer so der Meinung: Man macht’s einfach mal, man schaut, wie es ankommt und dann entscheidet man: Okay, investiert man mehr Zeit oder lässt man’s erstmal ruhen. Und ja, so laufe ich eigentlich schon ne ganze Zeit lang parallel, aber wie gesagt, da gab’s keinen besonderen Trigger. Einfach diese Ideenfreude und etwas eigenes umsetzen zu wollen. Marcus: Und hast Du dann direkt von Anfang an das Gespräch mit Deinem Arbeitgeber gesucht und warst offen und transparent? Michael: Ja, das ist im Moment bei mir der Vorteil, dass mein Arbeitgeber da relativ offen ist. Er fördert halt, wenn man sich außerhalb nochmal ein bisschen betätigt, solange natürlich der Hauptjob nicht darunter leidet. Aber wie schon eingangs gesagt: Man kann eben in beide Richtungen auch profitieren. Also er profitiert auch davon, dass ich zum Beispiel nebenbei einen Podcast mache, dass ich nebenbei einen eigenen Blog führe usw. All das sind ja Themen, da beschäftigt man sich intensiv mit etwas, was man nachher auch wieder zurückgeben kann. Gerade wenn man, wie ich jetzt, im digitalen Bereich noch weiterhin arbeitet. Marcus: Ja, das war nämlich so ein Punkt, da habe ich ein bisschen gezögert oder gehadert und wusste jetzt nicht so, gehe ich jetzt zu meinem Chef und sage ihm das und im schlimmsten Fall sagt er “Nee, darfst Du nicht”. Und dann hätte ich erstmal ein Problem, ob ich’s trotzdem mache oder dann nicht mache. Ist es denn - weißt Du das? - erlaubt oder legitim vom Arbeitgeber zu sagen “Nee, wir möchten das nicht”? Also braucht man da offiziell ne Erlaubnis für? Ich glaube, letztendlich habe ich’s dann gemacht und sogar so nen offiziellen Brief mir ausstellen lassen, dass ich da später keine Probleme bekomme, weil ich da auch erste Einnahmen gemacht habe mit dem Blog. Michael: Ja klar. Es kommt natürlich auch immer auf den Bereich an, in dem man selber tätig ist. Wenn man jetzt völlig in einer anderen Branche, in einen ganzen anderen Bereich geht, dann glaube ich, entstehen da keine Problem. Und dann wird es einem wahrscheinlich auch leichter fallen, den Chef zu fragen. Das muss man selber so ein bisschen einschätzen, wie der Chef drauf ist. Grundsätzlich würde ich versuchen, wenn es machbar ist, auch zu fragen und diese Erlaubnis einzuholen. Es muss halt nur ganz klar herauskommen, dass alles was man tut, dass man das nebenberuflich macht und das würde ich auch definitiv so führen. Also nicht auf dem Firmenrechner irgendwelche Dinge machen. Man kommt auch schnell dazu, dass ja… Dinge, die auf der Arbeit entstehen, eben auch dem Arbeitgeber gehören. Das können Erfindungen sein, aber das können auch Webseiten oder Ideen sein. Marcus: Ja, ich glaube das ist ganz wichtig, dass man da klar trennt und nicht doch in Versuchung gerät und sagt “Okay, ich schraube jetzt mal ein bisschen an meinem Blog rum”, weil letzen Endes, was Du schon sagtest, das geistige Eigentum überträgst Du glaube ich dann in den meisten Fällen an Deinen Arbeitgeber, wenn Du da im Office sitzt beim Arbeitgeber ne? Michael: Ja genau, da wäre ich auch vorsichtig und vor allen Dingen auch den Kollegen gegenüber. Man möchte ja nicht irgendwie… also man will ja weiterhin kollegial sein und eben auch den Kollegen zeigen: Hey, das ist mein Hauptjob, da bin ich 100% da und abends und am Wochenende bin ich halt in meinem Business und arbeite dort dann. Marcus: Mh, hast Du bestimmte Strukturen oder Routinen, die Dir helfen dann auch noch neben dem normalen 40 Stundenjob so produktiv zu sein, dass Du nebenbei ein Business aufbauen kannst. Michael: Ja, also die mache ich jetzt so seit Herbst letzten Jahres, also knapp nem Jahr, habe ich’s eingeführt, dass ich an sechs Tagen in der Woche im Prinzip morgens um 5:00 Uhr aufstehe. Marcus: Wow. Michael: Ja, einfach, ja… also von Montag bis Samstags, das ist dann auch die Zeit…. einerseits ist man selber kaum abgelenkt, und zum anderen ist es dann wirklich auch die Zeit, die keinem anderen wehtut, wenn man sie sich nimmt, also zum Beispiel meiner Freundin. Das heißt, ich bin dann halt lieber abends mal ne Stunde eher auf der Couch und mache noch irgendwas mit ihr oder gehe halt irgendwo was essen oder mache was anderes und dafür stehe ich halt ne Stunde früher auf und nehme mir die Zeit, die andere Leute halt noch im Bett liegen. Und das funktioniert sehr gut. Ich bin morgens frisch, der Körper hat sich dran gewöhnt und ja… das funktioniert gut, sodass ich vor der eigentlichen Arbeit dann da noch was abarbeiten kann, sozusagen. Marcus: Mh, ja ich habe mir ja jetzt seit einigen Wochen auch zur Angewohnheit gemacht, mit dem Sonnenaufgang jeweils aufzustehen. Weil ich versuche den Körper darauf einzustellen sich wieder daran zu orientieren, wie die Tage eigentlich geplant sind, glaube ich, irgendwie von der Natur. Dass wenn die Sonne aufgeht, dass man dann aktiv ist mehr oder weniger. Und wenn sie untergeht, dass man dann auch wieder so langsam runterfährt und nicht zuviel mit künstlichem Licht macht und so. Also es klappt nicht jeden Tag perfekt, aber an den Tagen wo ich das hinbekomme, merke ich auch, dass gerade morgens, das ist so ne Phase, da ist man - also ich persönlich - mega kreativ und aufgeräumt im Kopf. Man ist irgendwie noch nicht so abgelenkt von, ja… von den ganzen anderen äußeren Einflüssen, die da kommen können. Oder gerade durch Social Media oder durch E-Mails, wenn man’s schafft, dann auch nicht in diese Posteingänge reinzugehen. Sondern dann morgens aufzustehen, vielleicht noch ein bisschen Sport zu machen. Da mache ich diese 7 Minute App. Dann meditiere ich, dann frühstücke ich und dann lege ich mit diesen wichtigsten Tasks los. Und das fällt um ein vielfaches einfacher, als wenn Du irgendwie um 11:00 Uhr in den Tag reinschluderst und dann schonmal vorher Deine E-Mails gecheckt hast und nicht wirklich Struktur hast ne? Michael: Ja auf jeden Fall. Also wer das kann, zeitlich bedingt einfach, ich glaube, das ist super, ja. Wie machst Du’s mit der Zeitumstellung? Weil Du reist ja doch einiges. Das heißt ja, manchmal auch verschiedene Zeitzonen und dann ändert sich ja der gesamte Rhythmus eigentlich. Marcus: Ja, absolut. Da bin ich mir auch noch nicht ganz sicher, ob das so cool ist. Ich habe mich ja erstmal an dieser Faustformel orientiert, immer mit der Sonne. Aber beispielsweise im Sommer, war es jetzt in Berlin glaube ich, da ging sie schon mega früh, kurz nach der Zeitumstellung auf, so um 5 Uhr noch was. Und danach sind wir glaube ich nach Tarifa geflogen. Oder auch jetzt hier in Mallorca oder Lissabon, da geht die erst um 7:00 Uhr auf. Ich meine, das sind dann schonmal krasse zwei Stunden Unterschied. Ähm, grundsätzlich versuche ich aber weiterhin daran zu sticken, dass ich mit der Sonne aufstehe. Ja… Ich habe mir da noch nicht groß Gedanken darüber gemacht. Vielleicht wäre es auch mal cooler ne feste Zeit, so wie Du, zu sagen: immer um 5:00 Uhr. Und damit kommt der Körper besser klar. Aber bisher funktioniert das eigentlich auch ganz gut. Michael: Ja, das war das was ich mir so angelesen habe ist, wenn man den Körper eben auf so eine Zeit wirklich dann einstimmt, dann kann er sich dran gewöhnen und dann funktioniert’s. Das heißt natürlich im Umkehrschluss auch: An den Abenden sollte eine gleiche Zeit sein, die man dann ins Bett geht. Aber für mich funktioniert’s da ganz gut. Deswegen… Marcus: Oder man passt das dann immer dem Sonnenuntergang an und sagt dann zwei Stunden plus darf man noch auf sein, aber nicht an den Screens. Ja…  wie Du merkst, bin ich da auch nicht der Guru. Ich probier immer genau nur gerne selber rum und teste, was das mit mir macht und was mir das bringt. Und grundsätzlich dieses frühe Aufstehen und morgens ganz feste Routinen zu haben, also quasi echt, wie so’n Skript, was Du irgendjemand anderem geben kannst und der kann das dann als Schauspieler nachspielen, wie ich jeden Morgen aufstehe, das hilft mir. Das hilft mir auf jeden Fall ungemein. Michael: Ja? Cool. Marcus: Mh, wie sehen dann bei Dir dann die typischen Wochenenden aus? Im Vergleich vielleicht zu anderen Arbeitnehmern. Michael: Also bei mir ist das Wochenende so, dass ich wie gesagt, den Samstag eigentlich noch als, ja… normalen Arbeitstag sehe. Das heißt, ich stehe weiterhin um 5:00 Uhr auf, versuche dann möglichst viel, auch in der frühen Zeit zu schaffen und zu erarbeiten, einfach bis dann bei uns sozusagen alles losgeht, meine Freundin aufwacht. Ja… aber trotzdem. Der Samstag ist für mich so ein Arbeitstag. Der schließt dann meistens aber doch schon ein bisschen früher, meist so gegen 15:00 Uhr, weil ich Fußballfan bin und da dann mir doch eigentlich immer mal diese zwei Stunden Zeit nehme, um... Marcus: Zuhause oder gehst Du raus? Michael: Genau, nee ich schaue meistens zu Hause. Ich brauche da ein bisschen Ruhe, weil ich selber dann genug Lärm mache quasi. Ich bin da ein sehr aktiver Zuschauer Marcus:(lacht) Und Deine Freunding geht in der Zeit mal kurz raus mit dem Hund oder was? Michael: Ja genau, die macht dann halt ihre Dinge. Sport oder sie halt auch ihre eigenen Hobbies, die macht sie in der Zeit. Genau, dann ist der Samstagabend meist dann um auszugehen, um Freunde zu besuchen. All solche normalen Aktivitäten zu machen. Und der Sonntag ist auch eher ruhig, sodass ich da eigentlich nur noch so ein bisschen was abarbeite, wenn was ansteht, aber auch versuche, den wirklich dann mal freizuschaufeln und da dann mir keine Termine reinlege oder eben wirklich versuche, am Samstagabend fertig zu sein mit allem. Marcus: Mh cool. Ich versuche jetzt auch mal - haben wir heute mit Feli nochmal besprochen und ich hatte es schon ein paar Mal durchgespielt die Idee und gelesen bei anderen - komplett mal zu versuchen so einen Tag Screenfrei zu machen. Sprich auch kein Smartphone, kein Laptop - ich weiß nicht, ob ich’s schaffe. Wir versuchen das jetzt im Camp. Wir starten ja jetzt mit dem DNX CAMP. Da wird’s wahrscheinlich eher schwierig an dem Sonntag, obwohl wir da auch Activities geplant haben und Ausflüge mit den Teilnehmern. Aber einfach mal alles zuzulassen. Und es brennt ja nichts an. Das ist ja immer das Ding. Man denkt ja, man würde was verpassen. Dieses Fear of missing out. Und vielleicht kennst Du’s auch von der Arbeit, wenn Du mal in Urlaub gehst die zwei Wochen und dann… ja gut, mittlerweile kann man auch von unterwegs checken. Aber früher als das noch nicht ging, dass man nicht den Firmenaccount auch noch auf seinem privaten iPhone hatte, und dann kam man wieder zurück in die Firma und dachte so “Oh Gott, was ist denn alles passiert?” Und ganz viele E-Mails, die dann super wichtig gewesen sind, haben sich innerhalb der Tage danach, wo Du da nicht warst, als aufgelöst oder problemgelöst dann rausgestellt ne? Michael: Ja absolut, kennt glaube ich auch jeder ja. Ich find’s cool, dass Du da so experimentell rangehst. Ihr macht ja wirklich viel. Das finde ich gut. Also da bin ich ähnlich eingestellt. Nur screenfrei, das wird bei mir nicht lange halten. Marcus: Mh, ich fürchte bei mir auch nicht. Aber wir sind ja zu zweit. Ich meine, das ist dann manchmal eine ganz gute Hilfe, dass der eine den anderen dann nochmal triezt und motiviert und sagt “Hey heute nicht!” Ich glaube, alleine würde ich das verkacken, die Challenge. Aber mal sehen, also ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wie das funktioniert. Michael: Ja sehr cool. Marcus:  Und wieviel Zeit hast Du dann morgens, wenn Du um 5:00 Uhr aufstehst während der Woche und wann fängst Du nach der Arbeit wieder an zu arbeiten? Michael: Also ich habe meist so zwei Stunden Zeit am Vormittag. Das heißt von 5:00 Uhr bis 7:00 Uhr circa. Ähm, dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit und meist bin ich dann auch wieder so ungefähr gegen 19:00 Uhr am Rechner und kann dann abends nochmal so zwei bis drei Stunden was machen, je nach dem was ansteht. Marcus: Mh und hast Du auch die Erfahrung gemacht, die ich oft mache, wenn ich unterwegs bin und das Internet ist nicht so gut oder man macht tagsüber irgendeine Aktivität, geht Tauchen, Kitesurfen oder so und weiß dann abends, man hat jetzt nur zwei Stunden, ein kurzes Zeitfenster und dann muss man auch schon wieder los. Dass man dann viel produktiver und effektiver ist in dem was man tut? Michael: Ja absolut. Also bei mir ist es so und gerade auch wenn für mich die Deadlines anstehen für Podcastveröffentlichung, für Blogveröffentlichung. Die Abende davor, da weiß ich ganz klar, das ist zu tun und nichts anderes und dann wird auch nur dieses eine Thema bearbeitet, um das dann fertig zu bekommen und ja… das ist absolut so. Also die Deadline wirkt da natürlich als extremer Motivationsfaktor. Marcus: Ja, und ich glaube, das ist ja auch irgendwie ein gutes Beispiel dafür, dass dieses Zeit gegen Geld und alle Leute gleichmachen und 40 Stunden pro Woche arbeiten, dass es überhaupt nicht individuell abgestimmt ist auf jemanden. Michael: Ja absolut, also ich glaube, das erleben auch viele Angestellte, dass man immer wieder Zeiten hat, in denen man sagt “Okay, jetzt wäre eigentlich nichts mehr zu tun” oder “Eigentlich könnte ich jetzt auch eine Stunde früher gehen”, aber ja… Der Arbeitgeber verlangt meistens halt das 9 to 5 und dann ja… sitzt man diese Zeit rum und das hat man in dem eigenen Business, gerade als Sidepreneur eben nicht. Man hat sehr, sehr knappe Zeit und die muss man sich eben extrem gut einteilen. Da helfen natürlich verschiedene Tools, also irgendeine Planung aufzusetzen, was die Sachen sind, die man erledigen muss. Und dann ist wirklich Priorisierung angesagt, dass man die Dinge, die am wichtigsten und am zeitkritischsten sind, dann auch erledigt. Marcus: Ja absolut. Und gerade, ich merk’s auch wenn ich in Berlin bin und dann nen propper Workspace habe, im Coworking Space irgendwo bin und weiß, ich habe jetzt den ganzen Tag Zeit, ich habe super schnelles Internet oder so, dann zerlegt man sich die Aufgaben so, dass man dann den ganzen Tag irgendwie dann in diesem Coworking Space abhängt, anstatt, dass man sich vielleicht selber so ne Brücke schlägt und sagt “Ey, Du hast jetzt nur zwei Stunden, hau rein!” Und dann kannst Du wieder rausgehen und was anderes machen. Es wird jetzt langsam besser, aber es ist trotzdem noch ein Unterschied - komischerweise, das wollen die meisten auch nicht glauben - dass wenn wir unterwegs sind und schlechteres Internet haben und schlechtere Infrastruktur und Arbeitsbedinungen, dass wir da produktiver und effektiver sind, als wenn wir die perfekten Bedingungen im Betahaus haben zum Beispiel. Michael: Mh ja, kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich war auch eine Zeit lang in Asien unterwegs. Da war es ähnlich. Also man erarbeitet alles im Voraus, man weiß, man hat halt nur eine kurze Zeit, wo das Internet gut ist. Da schiebt man alles hoch, was hochgeladen werden muss. Und man weiß halt, okay bis dahin muss ich das vorher erarbeitet haben und da bleibt mir nicht mehr viel Zeit, also macht man’s dann auch ne? Marcus: Ja, absolut. Michael: Ansonsten surft man da rum, man schaut sich wieder irgendwelche anderen Webseiten und Projekte an und arbeitet eigentlich nicht wirklich gezielt an seinen eigenen Sachen weiter. Marcus: Ja, ja echt schlimm. Dann ist man auf einmal wieder in so nem Rabbit Hole versunken. Gerade wenn Du auf Facebook irgendwas machen wolltest und manchmal vergisst Du dann, weswegen Du überhaupt auf Facebook gegangen bist. Das ist einfach pervers, wie gut dieser Algorhythmus funktioniert. Michael: Ja. Marcus: Hast Du… Du hast ja eben von Tools gesprochen. Welche Tools nutzt Du, um Dich zu organisieren? Michael: Ähm ich nutze hauptsächlich oder vor allen Dingen auch Trello als internes Projektmanagementtool. Da sammle ich meine ganzen Ideen drin, in verschiedenen Boards. Da sammle ich dann auch verschiedene Abläufe drin. Das heißt, die verschiedenen Boards haben unterschiedliche Strukturen, sodass ich mir dadurch zum einen einen Redaktionsplan anlegen kann. Zum anderen aber eben wirklich auch so ne Art Ideentopf habe, wo verschiedene Monetarisierungsideen oder verschiedene Projektideen drin reinkommen und dann in die verschiedenen Phasen eingeordnet werden. Also, was ich als nächstes angehen will oder was vielleicht eher weniger Potential hat. All so was sammle ich dann in Trello. Hinzukommt, hier und da lasse ich schon mal gewisse Dinge outsourcen, von anderen also erledigen. Und da nutze ich dann auch Trello, um ein Board anzulegen, was dann für die externen Mitarbeiter sozusagen bestimmt ist, wo die auch ihre Arbeitsabläufe eintragen können. Marcus: Ja, ich muss sagen, ich bin auch absoluter Trellofanatiker. Seitdem wir uns das einmal richtig gut aufgesetzt haben in die verschiedenen Phasen, wie Du schon sagtest. Man kann ja individuell bestimmen, wie die Spalten dann lauten und wie man sich’s selber strukturiert, ist das so cool mit dem Team zu arbeiten. Wir haben ja auch ein paar Leute bei uns im Team. Und jeder Teilbereich, jetzt Events oder DNX CAMPs oder Design oder Virtual Assistance, die haben alle ein eigenes Board und dann kannst Du die Karten hin- und herschieben und sogar innerhalb der Boards. Und ich könnte mir jetzt gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne Trello war. Michael: Ja, also dieses Kanban System ist ja lange bewährt und jeder versteht etwas anderes darunter, aber letztendlich ist es auch egal, wenn man sich damit eigentlich perfekt organisieren kann und da bietet Trello wirklich diese Freiheit, die Boards zu nennen wie man möchte. Man kann sie anordnen wie man möchte, man kann mit den Karten umgehen, wie man möchte. Ich find’s auch extrem hilfreich. Und das strukturiert eigentlich so meinen Arbeitsalltag als Sidepreneur. Marcus: Mh, und das coolste an dem ganzen ist, dass es kostenlos ist. Michael: Ja, super! Also man kann mit vielen zusammenarbeiten und es bleibt immer kostenlos. Das finde ich echt gut ja. Marcus: Mh, perfekt. Und beispielsweise den Redaktionsplan. Wie hast Du die einzelnen Spalten da benannt? Dein eigenes Kammersystem. Michael: Ja, also es gibt da zum einen eben die normale Spalte, wo ich erstmal nur Ideen sammle. Also irgendwelche Ideen für Artikel oder für Podcast Interviews oder normale Podcastfolgen. Das ist so ein Ideentopf. Und dann geht’s wirklich rien, dass ich sage: Okay, das hat Potential, das sollte ich mir näher anschauen und da sollte ich auch mal Recherche zu machen, wenn ich zu diesem Artikel was schreiben möchte. Das ist dann sozusagen der nächste Topf. Dann gibt’s einen Topf, wo ich sage, dass jetzt ... Marcus: ...sorry dass ich Dich unterbreche. Das heißt, jede Karte hat ein Thema? Michael: Ja genau, jede Karte hat ein Thema für einen Artikel oder für ein Interview oder für einen normalen Beitrag. Und diese Karten schiebe ich dann von links nach rechts durch. Also von links aus dem Ideentopf nehme ich’s raus, wenn ich in die Recherchen starte, schieb’s eins weiter, wenn ich sage: Ja, ich habe alle Sachen dafür zusammen. Ich kann jetzt den Blogpost schreiben oder das Interview durchführen oder die normale Podcastfolge aufnehmen. Und dann geht es sozusagen in diese Produktionsphase, dass ich das dann mache. Und danach kommt halt… da gibt’s dann nochmal so nen kleinen Speicher für “Okay, es ist fertig aufgenommen, es kann veröffentlicht werden” und dann lege ich mir da auch nochmal so ein kleines Archiv an, wo ich sage, alle die bereits veröffentlicht sind, sind nochmal ganz rechts in der Spalte in nem eigenen Topf drin. Marcus: Genau, das habe ich auch. Also bei uns heißt das dann Done, wenn wir zum Beispiel so’n Board aufsetzen. Der Standard ist glaube ich “To Do” “Check Marcus” “Check Feli” und dann, wenn da noch ein Verantwortlicher ist “Check Tijana” zum Beispiel bei den Camps. Ongoing gibt’s dann immernoch für, keine Ahnung, Mailings, Social Media Postings, Anfragen die an die info@-Adressen gehen oder so. Da sind dann quasi die Ongoing Tasks drin. Was auch cool ist, sobald Du es dann einmal verschriftlicht hast das Briefing an Deinen VA oder so, dann hast Du es auch endlich mal irgendwo nieder geschrieben. Und das war nämlich auch immer das große Problem. Dann ist jemand neues dazugekommen, ein anderer Freelancer und Du hast wieder von Anfang an angefangen, das irgendwie zu erklären. Hattest mal ein Word-Dokument, findest es aber eh nicht mehr und ein PDF liegt ganz woanders rum. Also das hat sich echt richtig gut bewährt. Und dann diese letzte Spalte “Done” oder “Archiv” wie Du es sagst, die haben wir dann auch bewusst gewählt, weil ich glaube, man kann die Karten auch archivieren über Trello aber dann sind die erstmal irgendwo im Nirvana verschwunden. Michael: Genau, man kann sie archivieren, aber das heißt glaube ich eher so, von diesem Board entfernen und nicht mehr sichtbar machen. Das gefällt mir auch nicht. Ich schieb sie einfach ganz rechts rüber. Und was ich noch sehr, sehr gut eigentlich daran finde: Man kann halt, wenn man mit mehreren Leuten zusammen arbeitet, klare Aufgaben auch verteilen. Also man kann sagen, wer ist dafür verantwortlich? Und bis zu welchem Datum. Also man hat ja auch dahinter noch einen Kalender liegen, wo man Due Dates eingeben kann und eben auch die verantwortliche Person. Und das hilft auch. Und dann gibt’s noch das Thema Labels, da kann man auch nochmal mit den Farben arbeiten. Also ich find’s wirklich ein super hilfreiches Tool. Marcus: Mh, und wie verwendest Du die Labels? Michael: Das ist unterschiedlich. Also manchmal einfach nur um zu sagen, okay das hat Potenzial oder weniger Potenzial. Aber jetzt gerade bei so Blogartikeln, da mach ich es auch schonmal so, dass ich sage “Okay, das ist ein Blogartikel, da möchte ich gerne einen erweiterten Content zu haben”, das heißt, ich werde da irgendeinen Paper zu erstellen, irgendeinen Downloadartikel zu erstellen. Also ich markiere mir im Prinzip, wenn da noch mehr Arbeit notwendig ist. Und andere Labels sind dann dafür da, wo ich sage “Okay, das sind vielleicht verschiedene Themenbereicht, das ist ne Serie die gehört zusammen”. Also ich nutze die Labels noch sehr unterschiedlich. Marcus: Mh, ja also wir nutzen bisher auch, wenn, dann nur für Prio 1, Prio 2, Prio 3. Aber ich glaube, das sind auch schon wieder zu viele Prios. Also meistens machen wir dann nur Prio 1 oder gar kein Label drauf. Wobei man das natürlich dann auch nochmal durch diese Due Dates forcieren kann, was jetzt besonders wichtig ist. Und was hast Du neben Trello noch im Einsatz. Michael: Ähm, ich nutze hin und wieder nochmal Wunderlist. Vor allen Dingen aber eher für die privaten Sachen. Also ich teile dann die Wunderlist sozusagen mit meiner Freundin, um da verschiedene Sachen drin zu organisieren. Wie gesagt, eher im privaten Bereich. Ansonsten ja… Skype klar, einfach um alles mögliche zu kommunizieren, aber auch jetzt so Interviews aufzunehmen, wie wir es gerade machen. Das sind die Standard-Tools im Prinzip. Ja, Wordpress usw. ist glaube ich klar, aber rein zur Organisation nutze ich wirklich weitestgehend Trello. Marcus: Mh, ja das witzige ist, dass ich das mit Feli genauso aufgebaut habe, wie Du. Dass wenn wir beide dann nochmal Tasks miteinander abstimmen müssen oder so, dass wir dann die Wunderlist noch nutzen. Michael: Ja, ich weiß auch nicht warum, aber ja. Es ist so irgendwie diese ganz kurzen Sachen, die gehen dann eher in die Wunderlist, ja. Marcus: Ja, irgendwie fühlt sich das bei mir auch noch schneller und agiler an irgendwie. Dass man da noch schnell was hinschreiben kann. Weil Trello ist natürlich echt so ein fettes System, je nach dem wie viele Karten man dann da auch drin hängen hat. Was wir immer germerkt haben: Wir nutzen Wunderlist auch beruflich, aber nur halt Feli und ich in der Kommunikation. Das steht und fällt damit, dass man jeder Aufgabe in der Wunderlist auch ein Datum assignen muss, weil ansonsten neigt man dazu irgendwelche Ideen und Tasks da reinzuschmeißen und die poppen dann nie auf, weil die kein Datum haben und vermüllen dann und versinken, versacken und dann ist es auch nur ein besserer Papierkorb. Michael: Jaja, auf jeden Fall. Marcus: Ja, ähm cool. Was hast Du denn jetzt konkret für Dich selber definiert als Ziel mit Deinem Sidepreneurtum? Michael: Ähm grundsätzlich genieße ich es noch, beides zu machen. Einfach, die Vorteile hatten wir ja eben schonmal angesprochen. Einfach die Sicherheit noch zu haben aus dem Vollzeitjob. Auch das Einkommen, muss man klar sagen. Also auch da, da hat man natürlich auch Vorteile. Man kann investieren, man kann gewisse Dinge einfach unternehmen. Aber ich möchte schon nebenbei diese Personal Brand aufbauen und auch verschiedene Einkommensströme aufbauen. Das ist jetzt gar nicht auf einen ausgelegt, dass ich jetzt sage, ich will nur über Onlinekurse Geld verdienen. Sondern eher im Gegenteil, da möglichst Heterogen mich aufstellen, verschiedene Dinge aufsetzen, Prozesse zu erstellen und dann die weitestgehend versuchen zu automatisieren. Und da sind dann ganz unterschiedliche Ansätze. Grundsätzlich möchte ich mir durch dieses Sidepreneur-Thema eben ermöglichen, die Möglichkeit zu haben, ortsunabhängig zu arbeiten, wann immer ich es möchte. Ob ich’s dann mache, das ist dann nochmal ne andere Frage. Solange der Job Spaß macht, glaube ich, werde ich das auch weiterhin machen, aber wenn’s dann irgendwann an den Punkt kommt, dass ich sage: Okay, das macht mir keinen Spaß mir oder - und das ist in der heutigen Zeit ja auch gar nicht so selten, dass man einfach gekündigt werden muss, gekündigt wird, weil es dem Arbeitgeber nicht mehr gut geht - dann möchte ich einfach für meine eigene Sicherheit sorgen, in dem ich parallel ein laufendes Business habe. Marcus: Ja, gerade selbst, wenn man so einen unbefristeten Vertrag hat, ist der auch nur so viel Wert, wie die Tinte auf dem Papier. Weil ich glaube da muss man sich nicht mehr drüber unterhalten, das sollte eigentlich klar sein, dass man trotzdem jederzeit aus betrieblichen Gründen gekündigt werden kann. Michael: Ja genau. Genau und das ist gar nicht mehr so selten leider heutzutage. Genau, und deswegen finde ich auch, das sicherste was man machen kann, ist nicht mehr der Angestelltenvertrag, sondern das eigene Business. Marcus: Mh absolut, Word! Und das ist aber glaube ich, gerade bei älteren Generationen schwer zu erklären. Erstmal gerade, weil auch in Deutschland dieses Unternehmertum ja leider Null gefördert wird oder anerkannt wird. Und in was für ein Risiko man sich da begibt, dass man im besten Fall sogar neue Arbeitsplätze schafft, dass man Steuern zahlt auf seine Gewinne, auf sein Gewerbe usw. Und das war zum Beispiel bei meiner Mutter erstmal ein riesen Schock, dass ich gesagt habe, ich kündige meinen Job und mache mich jetzt selbstständig, obwohl sie ja wusste, dass ich schon viel Know-how habe und schon die ersten Kunden auch nebenberuflich dann im Nebengewerbe betreut hatte und so, war es für sie ein mega Schock aus diesem “unbefristeten Vertrag” rauszugehen. Michael: Mh ja, absolut. Bei mir war es sogar nochmal ein bisschen andersrum. Bei mir war es so: Als ich dann quasi jetzt auch diesen festen Vertrag in Düsseldorf nochmal unterschrieben habe, da war dann die Aussage “Ja, dann brauchst Du den Rest ja nicht mehr zu machen”. Marcus: Woah, krass ne? Michael: Ja ich sag “Natürlich, ich brauch’s nicht mehr zu machen, aber ich hab’s vorher freiwillig gemacht, ich mach’s auch weiterhin freiwillig. Einfach weil’s mein Hobby ist, es ist meine Leidenschaft, ich will es machen. Ich will mir was aufbauen, ganz unabhängig von dem Hauptjob.” Das war dann so ein bisschen andersrum, aber auch spannend zu sehen. Marcus: Auf jeden Fall, das ist echt spannend. Das ist noch ne andere Denke. Ich glaube der Vater von Feli, der hat die Ausbildung in seinem Job gemacht und ist da dann auch in Rente gegangen. Michael: Ja, das ist bei meinem Vater auch so. Er ist sein Leben lang in der gleichen Firma, ja. Marcus: Ja, und das ist echt krass. Michael: Das kann ich mir auch nicht vorstellen ja. Marcus: Nee, aber noch fühlst Du Dich wohl in der Agentur? Wahrscheinlich sitzt Du am Hafen oder? In Düsseldorf? Michael: Wir sitzen in der Nähe vom Graf-Adolf-Platz. Das ist ziemlich mitten in der Innenstadt und ja, ich fühle mich im Moment sehr wohl. Wir haben spannende Projekte. Ich betreue spannende Kunden auch. Und grundsätzlich finde ich’s insgesamt sehr gut. Ist spannend und deswegen fühle ich mich auch noch sehr wohl, ja. Marcus: Mh, und was geht da grad so ab in digitalen Agenturen? Merkst Du da irgendwie nen Switch? Gibt’s neue Kanäle? Gibt’s keine Ahnung, Trends, in die ihr die Kunden dann hineinberatet? Meistens sind die ja eher ein bisschen langsamer als die Agenturen und ihr seid so die Leader in der Branche. Was ist da grad so Phase? Michael: Auf jeden Fall ist das so. Und neue Trends einfach mal aufzuschnappen. Für uns ist es wahrscheinlich kein Trend mehr, aber für die ganzen Kunden ist es noch ein Trend, dieses Content Marketing Thema. Es ist natürlich auch sehr weit gefasst. Darunter verstehen wir verschiedene Themen, aber dieses Content Marketing, dass man nicht mit jedem Artikel, nicht mit jedem Beitrag, den man veröffentlicht direkt Umsatz macht, sondern sich langfristig etwas aufbaut, Vertrauen beim Kunden schafft, all solche Themen, das ist noch sehr neu für den Kunden. Gerade, wenn man in diese größere Unternehmen geht. Da muss man schon viel Überzeugungskunst anwenden, um zu sagen “Passt mal auf, lasst auch mal was machen, wo ihr nicht direkt einen Umsatz, nicht direkt einen Verkauf raus generieren könnt, sondern wo ihr eure Marke weiter aufbaut. Wo ihr Vertrauen beim Kunden schafft.” All solche Sachen, das ist neu und darunter fallen dann natürlich viele neue Themen. Sei es - was gerade ja auch so ein Hype ist, dieses Live Streaming mit Periscope- all das versuchen wir unseren Kunden natürlich auch immer wieder in so Innovationssessions beizubringen und zu zeigen. Aber die Bereitschaft darin zu investieren und was zu machen ist häufig doch eher gering. Marcus: Ja, ich glaube das Problem ist, dass vieles in Unternehmen... man versucht ja alles messbar zu machen. Und das entsprechend auch zu budgetieren und der Teilberich ist dann Profitcenter. Der muss so und so viel Reveniew machen pro Monat, ansonsten ist er nicht profitabel und wir müssen da was ändern und ja, diese soften Währungen wie Vertrauen und Reputation, Authenzität und so, das ist halt mega schwer messbar und man investiert da schon in die Zukunft, was sich aber glaube ich zehnfach irgendwann wieder auszahlen wird. Nur ist es schwer dann den Manager davon zu überzeugen in dem Fall, ne? Michael: Ja absolut. Ja ganz klar. Marcus: Okay. Michael: Noch ein anderer Trend vielleicht, ganz kurz, ist auf der Arbeitnehmerseite. Und da ist eben dieses Sidepreneur auch so ein bisschen dann angeknüpft. Und zwar wollen halt immer mehr Leute sich selbst verwirklichen. Ich meine, ihr als digitale Nomaden macht’s ja wirklich, ich sag mal im extremen Level. Dass ihr sagt, wir wollen komplett zeit- und ortsunabhängig arbeiten. Aber auch so, und das ist bei uns in Digitalagenturen vielleicht auch nochmal verstärkt der Fall, sind viele kreative Leute, die nebenbei irgendwas machen wollen, die eigene Projekte machen wollen, die vielleicht auch sogar dieses Jobsharing machen wollen. Also zwei, drei Arbeitgeber haben wollen, einfach um kreativer und vielfältiger Arbeiten zu können. Das sehe ich auch als Trend und als spannende Entwicklung, wie sich die Arbeitswelt da verändern wird. Marcus: Ja, das sehe ich auch absolut als Trend. Gerade die Generation Why oder was vielleicht danach noch kommt, haben wir ja auch ganz klar gemerkt. Die Leute die bei uns auf der Konferenz waren oder so . Den meisten …. ja… denen ist nicht mehr wichtig, einen drei Meter langen Job Title zu haben oder ein Auto gestellt zu bekommen oder ein Firmen Handy oder irgendwelche Bonuszahlungen. Sondern denen geht es einfach nur um mehr Flexibilität, um mehr Freiheit, um mehr Ortsungebundenheit und da stoßen oftmals immernoch Welten aufeinander. Es wird gerade ein bisschen besser. Aus den Staaten kommen ja die ersten Beispiele mit AfA oder Automaticc, die Firma hinter Wordpress, die ihre Teams komplett remote führen und ortsunabhängig aufgestellt haben. Aber auch im Sillicon Valley ist das gerade ein mega Thema und es wird immer mehr. Und wir treffen jetzt hier in diesen Coliving und Coworking Spaces wie im Bedndesk in Mallorca oder hier im Surf Office in Lissabon immer mehr Leute von Google, von Nest, von den ganzen Startups aus dem Sillicon Valley und sind halt nicht mehr alleine als digitale Nomaden unterwegs. Und schön wär’s, wenn dann auch die ersten Unternehmen in Deutschland das erkennen. Es kommen auch schon welche auf uns zu und sagen “Ey, wir kriegen die Leute nicht mehr. Was passiert da gerade? Wir verstehen’s nicht ganz. Könnt ihr uns vielleicht helfen?” Was ja schonmal ein cooler erster Schritt ist. Aber ich glaube, gerade auch bei Dir in Digitalagenturen und die jüngeren Leute, die streben einfach nach mehr Selbstverwirklichung oder? Michael: Ja absolut. Und genau diese Themen, die ihr gerade bearbeitet, auch so Workations, das sind halt alles so Themen, damit kommen so langsam die ersten amerikanischen Unternehmen um die Ecke und bieten das eben als Bonus an. Ja, und dadurch erlangen die dann quasi auch die wirklich nachgefragten Mitarbeiter. Wo hingegen andere eher starre Strukturen in den Unternehmen dann dafür sorgen, dass die Leute weggehen oder gar nicht erst dort den Job annehmen. Absolut. Und gerade dieses Thema Workation finde ich halt super. Also Arbeiten und Urlaub so ein bisschen miteinander zu verbinden bringt unheimlich viel, sowohl für die Firma, wie auch für einen persönlich. Man ist in einer anderen Umgebung. Man arbeitet trotzdem mit wirklich inspirierenden Leuten zusammen. Ist ein klasse Thema, für Sidepreneure auch super. Weil wenn man seinen Urlaub nutzen kann und weiter an seinem eigenen Business arbeiten kann. Auch das wird sich glaube ich immer mal wieder in innovativen jüngeren Firmen durchsetzen, dass man gemeinsam mit der Firma Ausflüge macht und dort arbeitet oder eben die Mitarbeiter in den Urlaub schickt, wo sie trotzdem arbeiten können, wenn sie denn wollen. Marcus: Ja absolut. Ich bin total davon überzeugt, dass es ein mega krasses wichtiges Assett ist im War for Talents, gerade wenn’s darum geht, Spezialisten an Board zu holen, die es sich eigentlich aussuchen können, wo sie arbeiten wollen. Wie Coda oder richtig gute Designer oder so. Wenn Du denen dann sagen kannst “Du kannst aber auch von überall arbeiten.” Dann kann das letztendlich den Ausschlag geben, auch gegenüber so Sachen, wo man mehr verdienen würde. Michael: Mh ja, denke ich auch. Marcus: Okay, bevor wir zum Ende kommen, würde ich Dich gerne nochmal zu Deinem Podcast befragen. Jetzt gerade gefühlt poppen ja überall neue Podcasts auf. In Deutschland ist das Thema glaube ich jetzt gerade auch…. fängt’s gerade an Fahrt aufzunehmen. Was hat Dich veranlasst einen Podcast zu starten und wie oft kommt Dein Podcast raus? Michael: Ja, genau dieser Trend hat mich eigentlich veranlasst. Ich wollte dieses neue Medium, einfach weil ich es vorher als Zuhörer super genossen habe, wollte ich es einfach mal selber machen. Marcus: Welche hast Du gehört? Michael: Äh, meine Liste ist super lang. Ich sammle einfach alles rund um Business. Rund um Persönlichkeitsentwicklung. Alles was da so im amerikanischen Raum rumfliegt. Die sammle ich und wenn die Qualität gut ist, dann höre ich da auch in vieles rein. Und ja, so langsam füllt sich auch das untere Ende, wo meine ganzen Deutschen dann landen. Da kommen jetzt immer mal wieder und jede Woche irgendwie ein, zwei neue raus, die ich spannend finde, gerade im Umfeld von Business und Bloggen und ja… Selbstverwirklichung, eigene Entwicklung. Es ist ein Trend. Es kommt in Deutschland so langsam auf. Es ist die Frage, wie stark und ja… wer wird sich da noch mit engagieren. Wer wird das Thema mit vorantreiben? Das weiß ich nicht genau. Da bin ich mal gespannt. Für mich war es auch einfach, ich will mal mit ins kalte Becken reinspringen und einfach bei so nem Trend, bei so ner Entwicklung einfach mal mit dabei sein, um zu schauen, was da gerade so passiert. Marcus: Perfekt! Genauso geht’s, genauso wird’s gemacht. Ins kalte Wasser springen und dann gucken was passiert. Dann erstmal anfangen zu schwimmen und ähm, ja schauen ob man untergeht oder wie man an Land kommt. Ob man überhaupt wieder an Land will. Ich glaube, das macht jeden Unternehmer aus. Ob er jetzt Sidepreneur ist, Solopreneur, Halfpreneur… keine Ahnung, was es da noch alles gibt für Preneure. Blogpreneure gibt’s glaube ich noch. Ja… Vielen Dank für Deine Zeit Micha! Michael: Super gerne! Hat mir Spaß gemacht. Immer wieder gerne und ja, vielen Dank für die Einladung! Marcus: Ja, schöne Grüße an den Niederrhein und wir hören und sehen uns bestimmt bald wieder! Michael: Machen wir! Alles klar, viele Grüße nach Portugal! Marcus: Ja danke, bis dann! Michael: Tschüß! Marcus:Ciao! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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