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Oct 2, 2015

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Interview mit Sebastian Canaves von Off the Path

Hey Leute! Willkommen zu einer neuen Folge von LIFE HACKZ! Und diesmal mit dem Tausendsassa und Multipreneur, multi skilled talent Sebastian Canaves. Bevor ich zum Sebastian komme, möchte ich aber gerne nochmal auf unsere Charity Aktion hinweisen, die am Montag angelaufen ist. Wir unterstützen Straßenkinder in Brasilien und besuchen dort live das Projekt, wenn wir mit der Cruise von Gran Canaria nach Bahia oder Salvador de Bahia gefahren sind. Das würde uns mega freuen, wenn ihr uns da unterstützt. 1 Euro, 3 Euro, 5 Euro, 10 Euro, whatever. Alle weiteren Infos über www.lifehackz.de/charity. Und mein heutiger Gast, Sebastian Canaves, ist vielen wahrscheinlich schon bekannt als einer der Köpfe der digitalen Nomadenszene, aber auch als Schreiber einer der größten Reiseblogs in Deutschland und auch außerhalb von Deutschland unter www.off-the-path.com. Ihr merkt schon, der Typ hat viel gemacht, hat noch viel mehr zu erzählen, also viel Spaß mit der Folge! In dieser Folge lernst du:

  1. Wie du wieder für dein Projekt brennen kannst.
  2. Warum Berlin super produktiv macht aber auch gefährlich ist.
  3. Wie man die Balance zwischen Privatleben und Business behält.
  4. Wie man mit der Skepsis von Freunden und Familie umgeht.

Schreib mir an marcus@lifehackz.co, hinterlass eine kurze Bewertung auf iTunes und abonniere die Show!

1.000 Dank, Dein Marcus 

SHOWNOTES

Off the Path

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Kultreiter

BlogFabrik

[su_accordion] [su_spoiler title="Diese LIFE HACKZ Folge zum Nachlesen" icon="plus-square-1"] Marcus: Okay Leute, willkommen zu LIFE HACKZ, diesmal direkt aus Kreuzberg, der Blogfabrik, zusammen mit Sebastian Canaves. Sebastian, cool dass Du am Start bist! Sebastian: Ja danke, dass ich hier sein darf! Marcus: Wie soll man Dich vorstellen? Ich hatte das eben schonmal so ein bisschen im Pre-Intro überlegt, wie kündige ich Dich überhaupt an? Was bist? Bist Du ein Multipreneur? Bist Du ein Blogpreneur? Bist Du ein pfff… Tausendsasser irgendwie? Sebastian: Ja also ein Multipreneur würde das ganze schon ein bisschen passender beschreiben, weil … also Blogpreneur auf jeden Fall. Verschiedene Blogs. Aber halt eben auch Plugin, iOS App, Online Kurse, was weiß ich. Also richtig viel. Marcus: Ja. Ich glaube, dafür stehst Du auch, dass Du viele Sachen probierst, angehst, machst, nicht so viel drüber redest, sondern wenn man Dich trifft freue ich mich eigentlich immer drauf, weil ich dann immer weiß, dass irgendetwas neues dabei ist. Und eine coole Story und meistens dann auch Inspiration für uns: Was könnte man denn mal machen und ausprobieren? Wie ist das, wenn Dir eine neue Idee kommt? Bist Du da sehr strukturiert und schreibst vielleicht einen Businessplan oder hast Du eine Zielgruppe? Also da fehlt’s Feli und mir auch so ein bisschen, noch sortierter und durchdachter Projekte anzugehen Das ist uns gestern wieder aufgefallen, nachdem wir zu unserem neuesten Projekt mit jemandem geskyped haben und der hat dann tausend Fragen gestellt: Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht und darüber und darüber? Hatten wir natürlich nicht. Wir machen’s meistens nach dem Bauchgefühl. Bisher hatten wir immer Glück gehabt. Vielleicht sollten wir da mal ein bisschen strukturierter werden. Wie ist das bei Dir? Hast Du da bestimmte Tools? Sebastian: Nein. Also ich habe überhaupt gar keine Struktur. Wenn ich eine Idee habe, wahrscheinlich wie ihr auch: Ich brenne dann erstmal voll und mache erstmal gar nichts und setze mich nur hin und schaue nach, was andere vielleicht gemacht haben. Gibt’s das ganze überhaupt schon? Wenn nein: Warum? Wer könnte meine Zielgruppe sein? Und diese ganzen Sachen, die man halt eben machen muss. Und von der Idee zur Umsetzung kann es manchmal nur ein paar Stunden sein. Also ich bin da recht schnell. Der Vorteil ist, ich bin mittlerweile in einer Position, wo ich’s mir leisten kann. Der Nachteil ist, dass ich halt auch nach wie vor noch echt oft auf die Fresse falle damit. Und viele Projekte halt einfach nicht klappen. Marcus: Was war denn zum Beispiel ne Sache, die nicht funktioniert hat? Sebastian: Ähm, die iOS App. Also Swapp App letztes Jahr meine eigene Schuld. Eigentlich eine sehr gute Idee, einfach eine ganz normale App, wo man Notizen sich selbst schicken kann in die eigene Inbox, um die halt abzuticken. Marcus: Also, ich habe es auch gerne genutzt und hab’s immernoch bei mir installiert. Sebastian: Genau. Wird wahrscheinlich nicht mehr funktionieren, weil ich sie mittlerweile aus dem App Store genommen haben nach einem Jahr. Aber da der einzige Fehler war halt einfach: Ich habe dann irgendwann keine Lust mehr gehabt bzw. ich habe kein Marketing betrieben. Die Idee war erst richtig gut. Die Idee kam auch richtig gut an. Ich habe - keine Ahnung - über 4.000 Downloads, glaube ich, in den ersten 24 Stunden gehabt damals. Marcus: Da hast Du noch ein bisschen Marketing gemacht ne? Sebastian: Genau, am Anfang da brennt man noch dafür, aber dann irgendwann gehen die Zahlen runter und dann hat man irgendwann die nächste Idee und man konzentriert sich auf das andere oder halt eben auf andere Projekte, die man sonst so am Laufen hat. Und es ist halt eben kein… es läuft nicht automatisch. Und man muss halt am Anfang was machen. Und das habe ich nicht gemacht bei der Swapp App. Alles andere habe ich richtig gemacht, nur das nicht und dementsprechend ist das ganze irgendwann in den Keller gegangen. Und Apple hat mich jetzt vor zwei, drei Monaten nochmal gefragt: Diese 99,00 Euro Aufnahmegebühr für den App Store nochmal zu bezahlen und dann habe ich mir die Einnahmen angeschaut, habe gesehen, okay, das lohnt sich nicht mehr. Soviel bringt die jetzt nicht mehr ein und habe sie dann quasi löschen lassen. Marcus: Okay cool, Du bist dann aber wenigstens auch so einer, der emotionslos seine Projekte beleuchtet und sagt: Okay, das bringt’s grad nicht. Ich habe nicht den Drive. Es kommt nicht der Revenue rein, der es noch lohnenswert machen würde das weiterlaufen zu lassen. Ich kille das Ding jetzt. Sebastian: Genau, also ich hatte auch nochmal überlegt und hatte Googlemail, weil das halt über… der E-Mailversand von diesen Notizen über Gmail läuft. Marcus: Über Dein privates Gmail Konto? Sebastian: Nee, ich hatte nochmal ein extra Konto, was dafür funktioniert. Es ist sehr kompliziert, ich kann’s jetzt nicht ganz genau erklären, weil das die Programmierer gemacht haben, aber die hatten dann diese 2 Step Authentification eingeführt und dadurch kam es zu einem kleinen Glitch in der App. Und da hätte ich irgendwie nochmal 200,00 € oder 300,00 € investieren müssen, um das zu verbessern und ein Update auf den App Store hochzuladen. Und das war mir der Stress überhaupt nicht wert. Das ganze war von Anfang an ein Experiment. Ich bin am Ende mit mehr Geld rausgegangen, als ich investiert habe. Also es war positiv. Marcus: Plus die Learnings. Sebastian: Plus die Learnings. Ich kann jetzt Dir erzählen, wir man eine App in den iOS Store reinbringt, ohne hunderttausende Euro auszugeben. Ich habe für das Ganze 2.500,00 € ausgegeben für diese App zu entwickeln, ne? Marcus: Gibt’s dazu nicht auch ein Ebook? Sebastian: Damals gab es noch kein Ebook. Ich habe alles so über Goolgesuchen und so weiter... Ich habe dann auch ein Ebook geschrieben. Marcus: Das meine ich ja. Sebastian: Ja ja. Ich habe ein Ebook geschrieben. Ich habe das aber auch nie veröffentlicht… (beide lachen) Marcus: Ich wusste, da war irgendwas. Sebastian: Ich glaube, ich habe 24.000 Wörter über dieses Ebook geschrieben und es ist eigentlich fertig. Es müsste nur noch ein Editor drüber gehen und dann hat man meine ganzen Learnings drin. Und dann kam wahrscheinlich wieder das nächste Projekt und ich habe vergessen es dann abzuschicken. Marcus: (lacht) Sebastian: Also, ja… so funktioniere ich oftmals und äh ja… Dadurch habe ich jetzt ein Learning mehr. Marcus: Auf jeden Fall. Sebastian: Ich bin reich an Erfahrung und ja. Marcus: Aber das macht Dich glaube ich auch aus. Dadurch dass Du schon so viel probiert und getan hast, hast Du natürlich auch mega viel Erfahrung und bist ein gefragter Speaker bei Unternehmen, wie ich weiß, gerade aufgrund dessen, dass Du so einen breiten Background hast. Was ist denn, man weiß ja nie ganz genau bei Dir, Dein aktueller Fokus oder wofür brennst Du mal, war es Off the Path, dann war es nicht mehr Off the Path, dann war es Blogpreneur, dann waren es die Online Kurse. Gibt es jetzt gerade irgendwas, sagen wir mal was vielleicht bis heute Abend noch Dein Fokus ist (beide lachen) und worauf Du gerade Bock hast? Sebastian: Also heute Abend und morgen auch noch und wahrscheinlich noch nächste Woche und nächsten Monat ist Off the Path nach wie vor. Also Off the Path ist jetzt seit vier Jahren mein Fokus und es war in den letzten… also zwischen November 2014 und März 2015, April 2015 war es nicht so ganz mein Fokus. Da habe ich so kurz das Gefühl, dass ich mich da verrenne, dass es nicht mehr so läuft, dass es vielleicht nicht mehr das ist, was ich machen möchte, weil es halt eben dieses multilingual ist und Facebookmarkt multilingual, Googlemarkt multilingual und dementsprechend hänge ich immer so ein bisschen hinterher. Ich könnte viel größer sein, als ich eigentlich bin. Und das hat mich halt so ein bisschen bedrückt. Marcus: Größer in Terms of Reichweite? Sebastian: Zahlen, Reichweite, Einnahmen, alles drum und dran. Wenn ich mich nur auf eine Sprache konzentrieren würde, dann wäre ich… könnte ich weniger arbeiten und mehr einnehmen. Das weiß ich. Aber ich habe jetzt vier Jahre so weiter gemacht und wir sind jetzt gerade dabei ein Rebranding durchzuführen. Und ich investiere gerade fast mein ganzes Geld in Off the Path, um diesen Laden wieder auf Vordermann zu bringen. Es kommt ein neues Design nächsten Monat, wir haben jetzt einen neuen Online Shop, wir haben auch Kleidung, also Klamotten entwickelt, die wir als Print on Demand anbieten und das wird so das große Ding und ich möchte mit Off the Path wieder zurück an die Spitze. Und das wird mein Fokus für … zumindest noch für die nächsten 12 Monate mindestens, aber auch länger. Off the Path wird immer bleiben. Marcus: Ja, ja denke ich auch. Also ich glaube, das habe ich bei vielen schon gesehen, dass sie so ihr Vorzeigeprojekt, irgendwann wurde es dann ein bisschen langweiliger, dann “Ach komm, jetzt habe ich hier zwei, drei Jahre nur in diesen Blog reininvestiert und jetzt habe ich mal wieder Bock auf was neues” und merkst dann aber irgendwann kommt - das ist so ein kleiner Trigger - dann kommt vielleicht wieder eine Anfrage darüber, ne richtig geile Kampagne von ner fetten Firma und dann Du wirst als Speaker angefragt über diesen Blog und denkst so “Ach, eigentlich ist das Ding gar nicht so schlecht”. Sebastian: Genau, bei mir war das ganz genau so. Also ich habe vor zwei Monaten oder vor drei Monaten bei euch auf DNX JOBS ne Anzeige reingeschaltet. Ich hatte Mastermindfolgen gemacht mit richtig coolen Leuten und mein Problem war halt eben dieses Off the Path. Was soll ich damit machen? Die Empfehlung von diesen ganzen Online Unternehmern war: Stell jemanden ein. Nen Blog Manager. Und das habe ich dann auch gemacht, bei euch auf der Seite. Habe einen - keine Ahnung - Blog Manager Off the Path, Abenteuer/ Reise Blog, keine Ahnung, … Und daraufhin habe ich richtig viele Bewerbungen bekommen, habe jemanden eingeladen. Die war dann nicht so gut. Und dann die zweite Einladung, das war dann Nina, das war super. Und dann habe ich ihr so erzählt, was wir so vorhaben und was sie so alles machen würde. Dann dachte ich so “Boah ey, das müsste ich ja eigentlich selber machen”. Da habe ich dann so wieder so richtig Feuer gefangen und jetzt sind wir ein Team von drei Personen. Also wir haben Nina dann eingestellt. Die arbeitet bei uns mehr oder weniger Vollzeit für Off the Path, kümmert sich um die ganze PR, weil wir unglaublich viele Anfragen bekommen, wie bei Feli bei Travelicia auch. Und jetzt sind wir halt voll dabei, haben ne 12 Monatsplanung gemacht mit verschiedenen Produkten, die wir erstellen. Auch so kleine Redempts die wir jetzt vorhaben. Halt eben nächsten Monat den Relaunch, der wird richtig, richtig geil. Da freue ich mich so mega drauf, das der Welt zu präsentieren, weil wir auch richtig viel Zeit darein investiert haben. Marcus: Aber es bleibt trilingual? Sebastian: Es bleibt nicht trilingual, Französisch kommt raus. Es wird Deutsch, Englisch, in der Reihenfolge. Bisher ist es immer Englisch, Deutsch gewesen. Wir arbeiten gerade mit Dennis dabei, dass Deutsch die Hauptsprache wird und Englisch halt - weil wir es halt immer gehabt haben - nach wie vor da ist. Wir haben da jetzt auch eine Übersetzerin mit am Team. Das ist einfach so dieses, es bringt immer mehr Struktur rein in das ganze, damit es die Arbeit leichter macht, aber auch damit es weiterhin richtig viel Spaß macht. Weil es ist immer sehr nervig gewesen erst immer alles zu übersetzen. Es ist am Ende immer doppelte Arbeit. Und Du könntest halt die Zeit, die Du halt diesen Beitrag übersetzt, investieren um mal einen neuen zu schreiben ne? Und dementsprechend haben wir jetzt noch einen Übersetzer mit im Team, die das Halbzeit macht und dadurch die Prozesse besser optimiert. Jeder hat mega Bock an der ganzen Sache und es macht wieder richtig, richtig Spaß. Marcus: Ja, das ist geil. Ja manchmal fehlt da irgendwie so ein kleiner Turn nach links oder rechts, dass das Projekt wieder richtig viel Spaß macht. Das hatten wir auch schon mit Travelicia natürlich. Das hatten wir dann auch noch mit der DNX. Und wir können jetzt nicht zum fünften Mal wieder die Speaker auf die Bühne holen und diese Motivationstalks machen. Lass uns doch mal was anderes machen und nochmal durchgescannt, was war das Feedback, offen für andere sein. Und sobald Du dann was veränderst, hast Du wieder total viel Bock drauf. Sebastian: Ja, ganz genau. Marcus: Oder was man auch oft vergisst, weil man so tief in seinem eigenen Ding drin ist, wie bei Dir, als Du dann die Stellenausschreibung geschrieben hast oder das Interview hattest mit der Bewerberin, wo Du selber wieder gemerkt, wie geil ist das eigentlich?! Sebastian: Ganz genau, ja. Marcus: Das passiert uns dann auch manchmal, wenn wir mal wieder ein Interview für irgendjemanden geben, wo wir dann kurz erklären müssen, was machen wir denn überhaupt? Ey, dann gucken wir uns nur an und denken: Was haben wir eigentlich? Eigentlich ist es doch voll cool, was wir machen. Leider verliert man sich da manchmal zu sehr im Detail und seinen Wust. Und das ist halt auch so eine kleine Downzeit von dem Unternehmertum. The Sky is the limit. Es gibt keinen Deckel mehr. Man könnte alles machen, wenn man wollte und wenn man so ein Typ ist wie Du, ich, Line, Feli oder so, dann macht man auch alles und vergisst darüber dann manchmal, wie cool es eigentlich ist ne? Sebastian: Ja ganz genau. Also man verliert sich halt einfach in dieser Alltagsarbeit mehr oder weniger ne? Und man vergisst dann halt auch irgendwann so zu groß zu planen und all das drum und dran. Und als wir uns jetzt hingesetzt haben, Line, Nina und ich und halt diese 12 Monatsplanung gemacht haben, so okay: Dann und dann kommt dieses Ebook raus. Dann und dann machen wir dieses Event, dann und dann machen wir das und dann kamen diese Reisen dazwischen, die richtig geil werden und das war ein fach geil. Und da haben wir uns halt auch wieder so daran erinnert, wie es halt war damals anzufangen und… In zwei Wochen verlassen wir jetzt Deutschland und kurz davor habe ich noch einen Talk bei Google. Marcus: Geil! Sebastian: Also geil! Hammer ne?! Das ist für mich… also als ich die Einladung von Google bekommen habe, war so das größte Unternehmen der Welt möchte, dass ich denen irgendwie erzähle wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen sollen. Wie geil ist das denn bitte? Marcus: Ja, ja. Sebastian: Und deshalb macht man das auch. Das vergisst man dann einfach irgendwie kurz. Man muss sich halt immer nach wie vor… und das ist halt eben auch das, was wir als Unternehmer und Selbstständige halt, immer wieder machen müssen. Wir müssen uns selbst motivieren. Weil für uns ist halt Geld kein Motivator. Es sind halt immer diese krassen Erlebnisse, die wir halt immer wieder zwischendurch haben. Und das ist halt immer wieder schwer, das mal wieder vor Augen zu führen und alles drum und dran. Marcus: Ja, das ist glaube ich gleichzeitig auch so nicht die größte Herausforderung, aber das was es so schwer macht, wenn man immer wieder keine Erlebnisse hat und immer wieder unterwegs ist, das ist ja wie eine Droge in dem Sinne. Sebastian: Genau! Es ist ne ganz krasse Droge. Eigentlich die schlimmste Droge die man haben kann, weil man nie mit sich selbst zufrieden ist. Das ist das Schlimme daran. Ich meine, ich habe jetzt vor nem Monat mein Buch rausgebracht, wie geil ist das denn bitte? Ne? Also, ein eigenes Buch mit dem Ullstein Verlag, alles drum und dran. Und naja… Ungelogen? Vier Tage später war das vergessen. Marcus: Ja, ja! Sebastian: Weil dann halt eben das nächste kam. Und dann kam halt eben diese Einladung von Google und alles drum und dran. Und dann war halt dieses Buch, für das ich halt fast ein Jahr gearbeitet habe und geschrieben habe, wieder … naja nicht irrelevant, aber halt im Hintergrund ein bisschen geschoben. Marcus: Naja ein Buch ist ja ganz cool, aber das wäre noch cooler. Sebastian: Genau, ich habe mich vorgestern… also es ist wirklich seit einem Monat draußen oder eineinhalb und ich habe mich vorgestern ertappt, wie ich fast drei Wochen die Zahlen nicht angeschaut habe. Weil halt eben schon wieder was neues dazwischen war. Und es ist halt eben eine Droge. Genau, und man will halt immer wieder das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight, das nächste Highlight... Marcus: Ja das ist echt eine Droge. Und wir fragen uns dann manchmal, wo soll das aufhören. Weil wenn Du denkst, wie bei Dir, so ein fettes Projekt, das Buch, dann denkt man sich wahrscheinlich so “Boah, wenn ich das habe, ey, dann feiere ich erstmal fünf Tage und mache Pause und lege mich in die Hängematte”. Aber es passiert ja nicht. Sebastian: Keine einzige Flasche haben wir aufgemacht... Marcus: Nee. Und das vergisst man leider manchmal auch so ein bisschen, so seine eigenen Erfolge zu feiern. Sebastian: Absolut, also wenn ich so eine meiner Empfehlung, die ich neuen Unternehmern immer geben würde: Feier Deine Erfolge! Ich weiß noch am Anfang haben wir jeden kleinsten Erfolg gefeiert. Das haben wir schon gemacht damals. Also ich weiß noch als Conni und ich damals das Blog Camp gestartet haben. Und die allererste Bestellung von Stefan Hohenhaus… ähm ich weiß nicht, Stefan hieß er mit Vornamen. Die Seite war um 12:00 Uhr online und um 12:30 Uhr kam die Bestellung. Ich bin mit dem Fahrrad Conni hinterher gefahren und wir haben bis um 4:00 Uhr nachts getrunken und gefeiert und fanden uns halt total geil. Und heutzutage bringst Du halt so ein mega krasses Buch raus und legst es halt irgendwie so ab, so okay, super, next. Und das sollte eigentlich nie sein und das weiß ich und trotzdem ... Marcus: ...passiert’s immer wieder ne? Sebastian: … passiert’s immer wieder, ja. Marcus: Ja, also wir haben da auch noch keine ultimative Lösung gefunden. Wir wissen, dass es so ist. Wir wissen, dass es anders sein sollte, aber wir ertappen uns da auch immer wieder. Sebastian: Ja, eben noch ne DNX. Super geil, geiles Feedback. Und dann nächster Tag, zack hinsetzen, Feedbackbögen checken und weiter und dann ist man sofort wieder in der Routine und hat überhaupt keine Zeit gehabt, das wirklich richtig zu genießen und sacken zu lassen und es steht sofort wieder das nächste an. Marcus: Null! Aber DNX ist zum Beispiel auch so ein gutes Beispiel von immer wieder neue Eindrücke und dass es eine Droge ist, dieses Adrenalin zu spüren. Das ist natürlich mega komprimiert dann auf diese beiden Tage, Du stehst total im Mittelpunkt, alle feiern Dich ab, finden es cool was Du machst. So und wir haben jetzt jedes Mal nach jeder DNX, wir haben jetzt mittlerweile schon drei deutsche und eine internationale gemacht, fällst Du dann in so ein tiefes Loch. Weil wer hoch fliegt, kann auch tief fallen. Auch wenn wir es wissen und auch vorbereitet sind, ist der Aufprall immer wieder so hart. Sebastian: Wenn dann aber keine Anfragen oder nix kommt und alle sind irgendwie so gesättigt mit dem was sie haben und Du dann irgendwie nicht mehr im Mittelpunkt auf einmal stehst. Marcus: Ja genau und nicht mehr so die… ich weiß nicht, das Gefühl wichtige Sachen zu machen in dem Moment. Wenn Du dann auf einmal nen halben Tag Buchhaltung machen musst und im schlimmsten Fall noch in der gleichen Stadt geblieben bist. Sebastian: Das ist richtige Arbeit. Marcus: Und dann denkst Du so “Ey Leute, es passiert nix mehr!” So, Du würdest dann irgendwann verrückt, was man auch niemals machen sollte als Unternehmer. Du checkst die ganze Zeit Deine Inbox und hängst da irgendwie drin oder guckst was auf Facebook passiert, was eigentlich total bescheuert ist. Deshalb haben wir uns jetzt angewöhnt direkt danach auch in einen anderen Ort zu gehen und wieder neue Eindrücke zu haben und das hat bis jetzt ganz gut funktioniert und dann wieder die neuen Projekte, aber… ja. Das ist zum Beispiel echt … andere würden gerne tauschen, weiß ich natürlich. Ich würde auch nie wieder zurückgehen wollen, aber es ist trotzdem eine Herausforderung, die nicht zu unterschätzen ist. Sebastian: Nee absolut, ich glaube, das ist auch einer der Gründe, warum ich ständig mich irgendwie mich neu erfinde oder neue Sachen erfinde, weil ich dann - ja keine Ahnung - wenn ich halt irgendwie merke “Och, jetzt ist’s aber ruhig, dann habe ich ja Zeit und dann könnte ich ja ein Plugin entwickeln lassen” oder ne 30-Tage Challenge für Blogpreneru erstellen oder sonst irgendwas, weißt Du? Und das ist wahrscheinlich auch eben halt der Grund und das ist gefährlich. Marcus: Bei Dir persönlich hat sich ja seit, ich glaube, eineinhalb Jahren bist Du jetzt mit Line zusammen? Sebastian: Zwei. Marcus: Zwei Jahre, auch ein bisschen was verändert, in der Art und Weise, wie Du arbeitest. Vorher warst Du doch sehr einzelkämpferisch unterwegs, bis Du dann als Team aufgepartnert hast mit Conni. Wie würdest Du sagen ist so die Rollenverteilung businesswise mit Line? Ist die genau so unter Strom wie Du? Das ist das Gefährliche bei Feli und mir. Wir pushen uns und pushen uns dann hoch, hoch, hoch, hoch bis wir mal wieder völlig übertrieben haben und dann beide deprimiert sind, dass wir nicht auf die Warnsignale gehört haben oder ist es bei euch besser verteilt? Ich meine, was auch viele Vorteile haben kann so Feli und ich, aber bei uns fehlt manchmal so der Moderater, der ein bisschen auf die Bremse drückt. Sebastian: Ja so… ich… die Distanz fehlt uns schon auch bei den Sachen, die wir machen. Weil sie an all meinen Projekten, die ich gestartet habe, 100 % beteiligt ist und auch einfach ein voller Partner halt ist. Also nicht nur im echten Leben sondern auch im Businessleben. Marcus: Ihr verbringt dann wahrscheinlich auch fast 24/7 miteinander. Sebastian: Also seit zwei Jahren sind wir eigentlich unzertrennlich. Immer wenn wir irgendwo hingehen, sage ich immer so, ja wir sind eine Person, auch wenn es nur … es gibt nur eine Einladung. Ich so: Ja, wir sind mehr oder weniger eine Person. Genau. Und ja, es ist schon auch sehr, sehr schwer. Also jetzt gerade sind wir auch an einem neuen Projekt. (lacht) Darum kann ich noch nicht so viel erzählen, aber Marcus: Ich hätte mich gewundert, wenn da kein neues Projekt kommen würde. Sebastian: (lacht) Nur für 2017 ist das geplant. Es ist halt einfach total bekloppt. Wir sitzen die ganze Nacht da bis um 1:00 Uhr nachts. Und dann stehen wir halt um 6:00 Uhr wieder auf und sind unter Strom und “Och, wir können das machen und das machen und schau mal, das habe ich gefunden” und das ist einfach total krass. Es funktioniert gut. Das Gefährliche auch hier ist aber die Distanz zwischen Business und privatem Leben. Wir versuchen da immer so ein bisschen die Balance zu halten und wir neigen, und mich würde auch ganz stark interessieren zu hören, wie es bei euch ist. Wir neigen immer mehr zu mehr Business zu machen, als eigentlich Beziehungen. Und das versuchen wir immer wieder so ein bisschen auszubalancieren. Auf Reisen funktioniert’s immer ein bisschen besser als hier in Berlin. Also ich habe… keine Ahnung, Berlin ist geil und ich finde Berlin im Sommer auch total toll. Aber ich habe langsam die Schnauze voll (lacht) und ich muss hier raus, weil es ist immer so, das ist der einzige Ort, wie ich so was wie einen Alltag habe und Routine. Was gut ist, eine Routine. Aber, die sich immer recht negativ bei uns auswirkt. Und wir hier von morgens um 8:00 Uhr - also wir sind heute morgen um 8:00 Uhr hier gewesen in der Blogfabrik - und wir sind bis abends um 21:00 Uhr hier drin. Und dann gehen wir nach Hause, essen - entweder auf dem Weg oder zu Hause was - und dann sitzen wir nochmal zwei Stunden dran bis 23:00 Uhr, 0:00 Uhr und arbeiten. Und da kommt dieses Beziehung hier in Berlin echt kurz. Was auf Reisen ein ganz anderes Thema ist, da ist es sehr balanciert, aber ja… Wie ist das bei euch? Marcus: Ähnlich muss ich sagen. Wir haben da eben im Vorgespräch auch kurz gesprochen, wo ich gesagt habe, gestern war wieder so ein Tag, da haben wir einen kleinen Kollaps gekriegt und ganz ehrlich sind da auch ein paar Tränen geflossen, weil man manchmal sich zu viel zumutet und gerade in Berlin, wo … ich habe immernoch nicht raus, warum das hier schlechter funktioniert als unterwegs. Wahrscheinlich liegt das daran, dass wenn man unterwegs ist, sich auch mal so ne Activity reinbauen kann, wie heute gehen wir Surfen. Man weiß genau, ich kann nur bis 12:00 Uhr arbeiten oder 14:00 Uhr, dann muss der Rechner zu sein und man ist den halben Tag an der frischen Luft, fühlt sich erfüllt. Denkt so: Ich habe mal außerhalb vom Computer auch was gesehen von der Welt und dann... Sebastian: Ich glaube, der Grund in Berlin ist, dass wir denken, dass wir Berlin kennen und deshalb nichts erkunden müssen. Ich glaube, dass einer der … also zumindest ist es bei uns einer der Gründe, weil wir denken so: Naja wir leben ja hier. Ich bin seit drei Jahren in Berlin. Ich war noch nie oben auf dem Fernsehturm. Den Reichstag habe ich wohl schon gesehen, aber ich kenne Berlin nicht. Weiß ich. Und trotzdem fehlt mir die Motivation da was zu sehen. Also da weiß ich, dass das meine eigene Schuld ist. Und dann aber bei Reisen funktioniert’s ne? Also letzte Wochen, wir waren in Marokko in Taghazout da in der Nähe, eine Woche Surf Camp und wir sind morgens um 9:30 Uhr an den Strand gefahren und sind nachmittags um 16:00 Uhr zurückgekommen. Und ich habe gestern meine Rescue Time Benachrichtigung bekommen, ich habe trotzdem 50 Stunden gearbeitet, obwohl ich mehr oder weniger den ganzen Tag am Strand war und keinen Laptop dabei hatte.   Marcus: Das ist ja das krass! Sebastian: Da habe ich mehr als ein Festangestellter gearbeitet und habe auch viel viel mehr erlebt und eine richtig geile Zeit gehabt. Marcus: Ja, das ist ja genau das Ding was Du auch eben meintest: Quality Time mit Deiner Freundin. Hier geht’s dann total unter. Das ist gestern auch mal wieder auf den Tisch gekommen. Ich bin abgelenkt am Rechner, höre ihr noch nicht mal richtig zu oder sie merkt gar nicht, wenn ich die Wohnung verlasse und sage “Ich gehe zum Sport”, weil sie so… das ist noch nicht mal böse gemeint, aber man ist so tief in diesen Projekten, dass man nur noch arbeitet, arbeitet, arbeitet, dann seine Prinzipien vergisst, morgens schon in die E-Mails geht, in Social Media, auch abends sich nicht die Zeit nimmt, was zu lesen und das leidet dann irgendwie total da drunter und das passiert, gerade wenn man in Berlin ist. Und wenn man unterwegs ist, finde ich, dann, weiß ich nicht, ist man irgendwie auch zufriedener. Das ist auf jeden Fall bei Feli ganz stark so, bei mir auch. Weil man mehr erlebt und offener ist. Die Menschen vielleicht auch eher das Mindset haben, was Du auch hast, wenn Du reist und wenn Du offene Menschen triffst, als hier in Berlin. Was jetzt auch nicht unbedingt als Vorwurf zu meinen ist. Aber da passt man sich dann eher wieder hier diesem 9 to 5 an, den die Leute hier arbeiten. Ich will dann auch mal was mit meinen Freunden machen, gehe Samstag dann raus, bin Sonntag im Arsch. Und da fühle ich mich an die alte Zeit erinnert, bin sauer über mich selber, dass ich so unproduktiv  gewesen bin und das ist irgendwie… Sebastian: Ja, das ist auch der Grund, warum meine Abmeldung aus Deutschland morgen im Briefkasten liegt. Ich habe vorhin schon mit dem Bürgeramt gesprochen und wir ab nächster Woche Mittwoch keine deutschen Staatsbürger mehr sind und dann halt ohne festen Wohnsitz. Marcus: Dann bist Du aber deutscher Staatsbürger noch. Sebastian: Ja, entschuldige, deutscher Staatsbürger aber ohne Meldeadresse. Genau. Ich… behalte natürlich meinen Pass Marcus: Staatenlos ja. Sebastian: Ja Staatenlos, dann hätte ich noch nen spanischen, aber ja… und wir jetzt dann erstmal nach, nur ganz kurz nach Bali. Da gehen wir mit Christian Häfner und seiner Heidi surfen. Marcus: Von FastBill ja. Sebastian: Genau. Für 12 Tage. Dann gehen wir nochmal nach Hongkong, unternehmen anmelden, Thailand und aber langfristig wollen wir jetzt halt im Winter vier Monate in Afrika verbringen, in Kapstadt. Und dann bin ich jetzt mal gespannt, wie das dann so ist, so nach nem Monat, wenn wir in Kapstadt gewesen sind, ob da auch eine Routine reinkommt, wie hier, oder ob wir dann die Qualität des Lebens dann auch noch ein bisschen besser ist als hier. Das wird jetzt einfach spannend, weil ich weiß, dass ich dazu neige, sobald ich meine etwas zu kennen, in diesen Trott reinfalle. Und äh, da bin ich mal gespannt, wie das dann in Zukunft… weil wir wollen ja wirklich mal länger irgendwo bleiben. Marcus: Muss ja auch irgendwie gehen oder? So nach zwei, drei Jahren muss ja auch mal Ende sein mit dem Reisen und dass man immer neue Sachen macht. Sebastian:  Also wir haben jetzt mal gesagt: Noch eine große Reise, mal schauen, wie lange die jetzt geht. Ich habe mal, so zwei Jahre haben wir mal die Auslandskrankenversicherung jetzt abgeschlossen, können sie noch auf fünf Jahre erweitern und dann sollten wir irgendwo einen Ort finden, wo wir leben wollen. Ich weiß aber, dass es nicht Deutschland sein wird. Aber Europa wäre schon ganz cool, aber mal schauen. Marcus: Ja, man weiß es nicht. Ist vielleicht spannend. Sebastian: Irgendwo, wo Sonne ist und Meer und warm , das ganze Jahr. Marcus: Ja, das ist ja irgendwie auch das geile an dem Lifestyle. Dass man eigentlich die Flexibilität hat, Pläne immer wieder umschmeißen zu können. Mal war es bei uns dann auch so. Wir wollen eine Homebase auf jedem Kontinent. Dann waren es bei uns die DNX CAMPS, wo wir dann den Anspruch hatten, auf jedem Kontinent, es wird wahrscheinlich jetzt funktionieren, weil wir gerade immer mehr Anfragen auch von anderen Coworking Spaces bekommen, ob wir nicht da mal ein Camp machen wollen, sodass wir am Anfang voll um diese Aufmerksamkeit gekämpft haben. Das wo Du meinst, dieses Marketing, da hört’s ja dann oft auf. Also wir hatten auch die Idee von den Camps und haben gedacht, die sind voll cool und dann war es halt schwer, weiter Marketing zu machen. Jetzt haben wir uns da echt reingekniet und auch viele Fotos gepostet von unserem letzten Camp in Lissabon und viele Videos aufgenommen. Aber es war harte Arbeit. Aber ich denke, es lohnt sich irgendwann am Ende des Tages auch. Man muss sich 100% committen und das haben wir zum Glück geschafft, als wir in dem Camp waren und haben uns dann die ganze Wunderlist, worüber Feli und ich uns koordinieren, und Trello leergeräumt, dass wir da nur Zeit hatten für die Teilnehmer und vielleicht einen Hauptfokus haben zu sagen, wir nehmen geile Bilder auf. Geile Fotos, wir machen Interviews mit den Participants. Wir sind für die da, wir hören denen zu, wir geben denen Feedback. Das hat uns halt komischerweise überhaupt nicht gestresst. Aber jetzt in Berlin gerade wieder, wo man sich denkt “Ach das könntest  Du noch schaffen” und kennst Du das? Man geht immer vom perfekten Tag aus und rechnet sich... Sebastian: Die wenigsten Tage sind eigentlich wirklich perfekt ne? Marcus: … und rechnet sich nie ein, dass auch mal jemand anrufen könnte, neben Dir steht oder Du doch mal schnell noch was einkaufen musst, kochen musst. Komischerweise blendet man das als Unternehmer alles aus und denkt so “Ach komm, das schaffst Du auch noch und das auch noch” und bist dann irgendwie enttäuscht, wenn Du nicht alles an dem einen Tag schaffst ne? Sebastian: Ja nee, ganz genau. Das ist bei uns haargenau so. Also heute morgen ist das beste Beispiel: Ich hatte eigentlich eine To Do Liste von hier zurück nach Marokko und ich habe zwei Punkte geschafft und dann kam halt hier ein Anruf und dann musste ich hier was koordinieren und... Marcus: ...und das habe ich noch vergessen... Sebastian: ...genau! Mein Kalender hatte sich irgendwie nicht synchronisiert und die Podcast stand da nicht drin. Also auch “Fuck!” Zum Glück, als ich jetzt rausgegangen bin war die schon da, sonst hätte ich das total vergessen gehabt. Und ja… solche Tage gibt es halt eben auch, dann ist man irgendwie nicht so produktiv, wie man gerne hätte. Marcus: Ja. Und ihr seid ja jetzt mitten im Vorgang eure Wohnung aufzulösen. Ihr seid dabei die Sachen zu verkaufen über Ebay Kleinanzeigen und Dich so komplett in Deutschland abzumelden. Wie hat da Dein Umfeld reagiert, wenn Du überhaupt noch irgendwelche Stränge zu sagen wir mal Leuten hast, die hier in Deutschland ein 9 to 5 Leben leben? Ich glaube, der Rest versteht das vielleicht mehr oder weniger oder vielleicht gerade Deine Familie, Eltern von Line, Deine Eltern? Sebastian: Also, Freunde, die 9 to 5 sind, also Bekannte aus dem alten Leben, aber aus dem Leben von vor vier Jahren, die es nicht wirklich mehr in das neue Leben geschafft haben. Dementsprechend habe ich nicht so viele. Marcus: Ja, das ist bei uns auch so. Sebastian: Dementsprechend musste ich nicht viel erklären. Da bin ich einfach weg. Und aber Familie. Es verändert sich ja eigentlich nichts. Nur weil ich keinen Wohnsitz in Berlin habe, heißt es nicht, dass ich nicht genauso oft oder sogar öfters in Deutschland bin. Weil ich habe ja immernoch diese 183 Tageregelung, ne? Und ich war die letzten drei Jahre, wenn es hinkommt, ein halbes Jahr in Deutschland. Also ständig am Anfang waren’s besonders viele Pressereisen mit dem Reiseblog und jetzt letztes Jahr waren wir halt in Neuseeland, in Australien, Bali, Thailand, ich weiß nicht, wo wir …. Hongkong, Macao… sind wir auch viel gereist. Nur zwischendurch mal ein paar Tage hier gewesen, aber - keine Ahnung - der Fakt, dass ich gesagt habe, wir melden uns ab, das ist für die meisten Leute so, das … das verstehen die nicht. Das ist für die so: Wir sind weg. Das sind wir ja gar nicht. Also wir sind ja…. Wir werden wahrscheinlich noch in der Nähe sein und keine Ahnung… Meine Familie, mit der habe ich schon geplant. Keine Ahnung, meine Eltern kommen … Also wir gehen nächste Woche nach Hannover und dann sehen wir uns im Januar in Südafrika und im März heiratet meine Cousine in Miami. Da sehen wir uns auch alle wieder und dann im Sommer sind wir sowieso in der Nähe und sehen uns die ganze Zeit. Also sehen wir uns effektiv öfters, als im letzten Jahr. Aber nur weil ich gesagt habe, ich habe dann keine Wohnung mehr in Berlin, damit haben sie alle ein Problem. Und es ist auch sehr, sehr lustig, weil meine Mutter hatte ja eigentlich genau das selbe damals gemacht. Meine Mutter ist ja nach Mallorca ausgewandert mit 20 und eigentlich nach wie vor… ich bin viel später ausgewandert. Sie hat genau das selbe gemacht, aber sie hat auch trotzdem ein großes Problem. Also, es ist vielleicht einfach der Fakt, dass man sagt, man ist ohne festen Wohnsitz und was weiß ich, aber der Rest der Familie… ja, die sind auch alle so. Die haben eine Augenbraue so hochgeschoben und sagen “Öh? Was machst Du da? Weißt Du eigentlich, was Du da tust?” Aber das gleiche haben sie auch gesagt, als ich gesagt habe, ich mache mich selbstständig. Und mittlerweile schieben sie den zweiten Satz dann immer hinterher “naja ich weiß ja, dass es keine Veränderung” und alles drum und dran und “das machst Du schon alles richtig” und so weiter und so fort. Aber Skepsis ist immer ein bisschen ein Begleiter. Und es ist aber auch okay. Ich meine, die Leute die lieben uns. Marcus: Klar! Sebastian: Wir sind denen halt viel Wert ne? Marcus: Ja, sonst würden sie ja gar nicht drauf reagieren. Sebastian: Und es wäre schlimm, glaube ich, wenn meine Mutter sagt “Alles klar Junge, dann tschüss und wir sehen uns dann irgendwann!” Also das wäre ja - weiß ich nicht - viel schlimmer, als diese Skepsis die halt einem entgegenkommt ne? Marcus: Ja, am Ende des Tages ist es glaube ich nur gut gemeint. Sebastian: Genau. Marcus: Es ist halt von deren Standpunkt aus so, die Erfahrung die sie selber haben, können sie einbringen und vielleicht würden sie es anders machen, aber ich glaube, mittlerweile sind sie auch zu sehen, dass was Du bis jetzt angegangen bist und gemacht hast, hat ja im Grunde immer funktioniert. Sebastian: Irgendwie am Ende des Tages lebe ich noch und ich kann mich selbst ernähren und es funktioniert. Und ich glaube auch… ich weiß auch, dass die meisten es genauso tun würden. Also wenn sie könnten und wenn sie nochmal in dem Alter wären, würden die auch irgendwie ihre Sachen packen und abhauen. Ganz klar. Marcus: Okay. Was motiviert Dich jeden Tag Deine Sachen zu machen? Sebastian: Mich motiviert anderen Leuten zu helfen. E-Mails zu bekommen, wo drin steht, dass mein Ebook denen unglaublich geholfen hat. Also mein Bangkok Ebook, dass wir irgendwie von einer ganz anderen Seite gesehen haben. Und die irgendwie skeptisch waren und ja total offen für’s Reisen sind. Also bei Off the Path. Das muss ich wirklich schon sehr… Oder bei Blogpreneure der Blog Camp motiviert es mich, wenn die Leute mir schreiben oder ich mich … ich treffe mich ja regelmäßig mit Leuten on the Road oder hier in Berlin. Marcus: Wie machst Du das? Machst Du dann spontane Meetups für Deine Fans? Sebastian: Spontan, auch One on Ones. Die sind auch nicht großartig irgendwo angekündigt. Wenn mir jemand schreibt und ich gerade wirklich Zeit habe, dann nehme ich mir immer gerne mal, nicht nen ganzen Tag oder nen halben Tag, sondern so 10 Minuten einen Kaffee trinken, bisschen quatschen. Marcus: Ich finde, das ist auch irgendwie sauwichtig um weiter so ein Gefühl dafür zu bekommen, wer sind eigentlich meine Zielgruppe oder wer sind die Leute? Sebastian: Genau, genau. Wer ist diese Person, die dahinter ist, weil ... Marcus: … wer kauft mein Ebook? Sebastian: Genau. Das finde ich schon sehr wichtig, dieses Persönliche zu halten und ich beantworte, obwohl ich meine 100 E-Mails oder 200 E-Mails am Tag bekomme schon noch 95% von allem persönlich. Es ist meistens immer nur ein Zweizeiler. Wenn ich - keine Ahnung - vier DIN A4 Seiten bekomme, dann bekommt er trotzdem nur drei, vier Zeilen von mir zurück “Danke, hat mich sehr gefreut, hier vielleicht noch ein kleiner Tipp…..” Also ich antworte keine DIN A4 Seite zurück, weil die Zeit mir dafür fehlt, aber es ist mir schon wichtig, dass wenn sich jemand die Zeit nimmt mir zu schreiben, dass ich mir die Zeit nehme zu antworten. Und das ist schon ein großer Motivator, diese ganzen E-Mails die ich bekomme. Ich hatte ja vorhin glaube ich schon erwähnt, also, Geld ist ein Null Motivator. Marcus: Ja ich glaube aber erstmal so bis zu einem gewissen Punkt, wo man weiß, man hat jetzt ein, zwei Jahre einen Puffer. Sebastian: Früher, klar. Also Geld war früher mein Antrieb. Das hat mich gefüttert. Also wenn ich gesehen “Boah, hier kommt Auftrag X rein” oder “Hier kauft jemand das Ebook und wenn ich so viele verkaufe, dann verkaufe ich so viel” ganz klar! Das war ein sehr, sehr starker Motivator, der sehr, sehr wichtig war, weil schon Existenzängste - besonders die ersten zwei Jahre - Alltag waren. Schlecht schlafen und alles drum und dran. Mittlerweile aber ist man halt in dieser glücklichen Position. Dass ich halt sagen kann: Geld ist es halt eben nicht. Und ich möchte Leuten helfen und das war schon immer gewesen. Heute ist dieses Helfen mir in den Vordergrund gekommen, weil halt eben dieser Geldfaktor nicht mehr so wichtig ist. Marcus: Aber wahrscheinlich auch deshalb, weil jetzt das Geld erstmal da ist, um vielleicht für ein, zwei Jahre - keine Ahnung - wo Du weißt, okay da habe ich jetzt erstmal Ruhe. Sebastian: Genau. Marcus: Und wenn es dann mal wieder knapp werden sollte, vielleicht nur noch für ein halbes Jahr reicht, dann haben wir vielleicht wieder andere Gründe. Sebastian: Also ich bin da eigentlich auch recht konservativ, was das angeht … äh Kohle. Und ich habe mir ein sehr, sehr gutes Puffer aufgebaut und zur Seite gelegt. Weil Leute immer dieses Thema, wie machst Du Altersvorsorge und so weiter und so fort. Und ich bin sehr gut aufgehoben. Ich bin jetzt gerade “nur” 26 ne? Und ähm... Marcus: Wie machst Du Altersvorsorge? Sebastian: Also ich habe jetzt erstmal einen ordentlichen Batzen bei Seite und wir kaufen jetzt demnächst halt ein schönes cooles Ding irgendwo. Ich kann Dir nicht sagen wo es ist und was es wird. Aber es wird auch so ein Business, aber Offline. Das wird auch richtig, richtig cool. Und das ist Teil meiner Altersvorsorge, ganz klar. Und weitere Businesse aufbauen. Also wir haben jetzt... Off the Path läuft sehr gut. TravelWorkLive läuft gut. Blog Camp ist noch nebenbei, das betreiben wir ja nach wie vor noch. Marcus: Wie viele Visitor hast Du auf den beiden Seiten? Sebastian: Auf Off the Path sind’s jetzt letzten Monat 87.000 gewesen. Marcus: Uniques? Sebastian: Ja. Und auf TravelWorkLive sind’s 25.000. Marcus: Cool. Sebastian: Ja, alles was ich SEO mäßig bei Off the Path falsch gemacht habe, habe ich bei TravelWorkLive richtig gemacht. Und dadurch kommen jetzt jeden Tag so 500, 600 Organic dazu. Und es wird immer jeden Tag mehr. Und das ist richtig, richtig gut. Und da laufen halt auch die Affiliate Produkte und so weiter und so fort. Da habe ich mich halt sehr gut darauf spezialisiert und das auch aufgebaut. Marcus: Da hast Du auch richtig viel Effort reingehauen. Sebastian: Ja ja richtig. Also ich habe es im November gelaunched, also vor fast genau einem Jahr, also vor 10 Monaten. Marcus: Da hattest Du ja auch diese krasse Vlog Serie angespielt. Sebastian: Genau, ich habe nach wie vor noch meinen Daily Vlog. Ne? Jeden Tag ein Video auf YouTube hochladen. Was mir keine Kohle bringt. Das bringt mir einfach nur Freude. Ich liebe es, dieses ganze Live Feedback von den Leuten zu bekommen und mit denen halt immer in Interaktion zu stehen und wirklich live mit denen zu quatschen. Deshalb liebe ich auch so Periscope. Marcus: Ja ja, jetzt wo Du es sagst, ich wollte es nämlich gerade anmachen, rede ruhig weiter. Sebastian: Ja ja, genau. Das man das Periscope macht und alles drum und dran und das ist halt richtig cool. Und ja… jetzt haben wir glaube ich, zwei Fragen so durcheinander gebracht. Also einmal die Motivation und halt eben auch die Altersvorsorge ne? Und ja, also diese verschiedenen Businesses, also Unternehmen, die wir halt führen sind ganz klar eine Altersvorsorge, aber das Ding bei einem Online Business ist halt eben so, dass Du halt nie weißt, wann Google das nächste Update rausbringt und wann Du richtig im Arsch bist ne? Und deshalb versuche ich jetzt in Zukunft halt auch ein paar andere Sachen zu machen und möchte mich halt auch auf Offline Businesses halt konzentrieren, genau. Marcus: Genau, ich kann’s nur empfehlen. Auch mal Offline ein bisschen was zu machen. Wir machen ja sehr viel im Verhältnis, oder anteilsmäßig im Vergleich zu unseren Online Sachen, wir müssen da vielleicht noch ein bisschen besser im Online und in... Sebastian: Ja, demnächst natürlich total Offline… natürlich, natürlich. Aber das funktioniert aber auch nicht ohne den Online Faktor. Marcus: Nee, auf keinen Fall. Die ganze Reichweite, die Aufmerksamkeit. Das Thema ist ja schon Online, aber das Event an sich und jetzt auch die Camps, wo manche dann auch die Augen verdreht haben, gerade diese Verfechter des passiven Einkommens sind und so sagen “Ey, das ist doch nur skalierbar, das ist doch überhaupt nicht passiv, was ihr da macht”. Aber auf der anderen Seite gibt uns das so viel Benefit und so viel Feedback von den Leuten, dass uns das dann auch wieder hilft vielleicht coole Online Projekte zu unternehmen. Sebastian: Ja, scheiß auf passives Einkommen. Nein, also ich bin da ja ganz anderer Meinung. Also ich finde passives Einkommen geil. Das habe ich mir zum Beispiel mit Blog Camp aufgebaut und wir arbeiten nicht intensiv, aber in Zukunft ein bisschen mehr an Blogpreneur. Das wird natürlich auch ein gutes…. das wird auch nie ein passives Einkommen sein, denn ich möchte ja für meine Community da sein. Und ich werde ein Forum haben und eine Facebook-Gruppe und so fort. Und da musst Du Dich mit den Leuten natürlich auseinandersetzen. Marcus: Ja absolut. 100% passiv wird auch nie funktioniert, dass selbst irgendwie eine gut rankenden Seite muss ja weiter… Sebastian: ...muss nach wie vor noch… ganz genau, ganz gemacht werden. Es geht zu einem gewissen prozentualen Anteil. Also TravelWorkLive zurzeit ist komplett passiv. Und das sind 1.000,00 Euro, die ich jetzt jeden Monat habe, die mehr oder weniger passiv sind, weil ich jetzt seit zwei Monaten eigentlich schon wieder nichts gemacht habe. Marcus: Keinen Beitrag mehr geschrieben. Sebastian: Keinen Beitrag mehr geschrieben habe und nichts und trotzdem kommt nach wie vor Traffic und so weiter und so fort. Aber ich werde wieder etwas machen müssen, gar keine Frage! Aber, deshalb bin ich auch kein Freund von passiven Einkommen und ich mag das Wort auch nicht, weil ich gerne für mein Geld arbeite. Und ich sehr, sehr gerne mit den Menschen zusammen arbeite. Das ist auch der Grund warum ich Coachings anbiete. Mein Mentoren Programm, wo ich zwei Leute im Monat drin habe. Wo ich immer so regelmäßig mit denen Skype. Das ist auch der Grund, warum ich Masterminds gerne organisiere oder Retreats wieder mal halt auch Bali und wir wollten eigentlich auch eins in Kapstadt machen. Das schaffen wir aus Zeitgründen nicht. Aber ich möchte mit den Leuten arbeiten. Das ist mir wichtig den Leuten halt zu helfen und sie weiter zu bringen und deshalb... Marcus: Deshalb kann ich Dich da nur motivieren und unterstützen, das auf jeden Fall so weiter zu machen. Wir haben es jetzt selber in Lissabon erlebt. Wir hatten 17 DNX CAMP Teilnehmer und wir waren einfach so happy zu sehen, was für nette, freundliche, positive Menschen unsere Zielgruppe sind, was einen dann auch wieder motiviert hat “Ey, eigentlich machen wir schon wahrscheinlich coole Sachen für die Leute und ziehen auch die richtigen Leute an”. Und manchmal vergisst man das so ein bisschen und verliert dafür so den Blick. Sebastian: Spätestens wenn der erste negative Kommentar reinkommt. Dann denkt man sich so “Oh, sind die alles so?” Marcus: Ja, “sind die alle so schlimm und schrecklich” Und irgendwie “verstehen die nicht, das was Du hier eigentlich rüberbringen willst im Way of Life” und dann hast Du aber wirklich so 17 super geile Menschen um Dich rum, die dann von selbst so motiviert sind, eigene Workshops zu machen. Breakout Sessions in einem Park oder Masterminds oder Ausflüge organisieren und am Ende ist es fast wieder so, “eskaliert” wie auf einer normalen DNX, dass keiner mehr zur Ruhe gekommen ist, weil so viel angeboten wurde und gemacht wurde und natürlich niemand irgendwie was verpassen möchte, waren die Leute fast so ein bisschen, ja nicht gestresst aber positiv gestresst, sodass sie danach erstmal durchatmen mussten. Aber egal, ich meine dafür steht dann aber auch so ein bisschen DNX. Wir wollen immer ein bisschen mehr geben als dass wir vorher versprechen. Meistens wollen wir dann zu viel und zu gut sein und so viel geben, dass oft im Feedback dann auch steht “Leute macht mal irgendwie einen Gang zurück und das würde für uns auch reichen”. Sebastian: Ja ja, ich bin auch ein ganz großer Verfechter von under promise, overdelivery. Marcus: Das ist schon cool. Nee, das ist wichtig, dass man da an der Zielgruppe dran bleibt. Ja, kommen wir jetzt langsam zum Ende. Du sagtest, das Design Off the Path steht gerade ganz oben auf Deiner Prio-Liste. TravelWorkLive müsstest Du mal wieder was machen. Wonach gehst Du da? Ist das ein Gut Feeling oder Dein Bauchgefühl? Wo müsste, hätte, würde man wieder was tun können? Oder ist es dann so ein Springen, wenn dann eine Anfrage von Google kommt über Off the Path, dass Du dann denkst “Boah, eigentlich ist der Blog voll geil, lass uns mal wieder mehr mit Off the Path machen um noch mehr Speaker Anfragen zu bekommen”? Sebastian: Ja, das ist eine sehr berechtigte Frage. Also wir haben mittlerweile eine Prioritätenliste. Off the Path ist unser Hauptunternehmen. Das ist unsere Nummer 1. Da haben wir auch eine Struktur mittlerweile reingebracht. Auch in den letzten zwei Monaten. Aber da ist für die nächsten 12 Monate richtig gut getaktet, an welchem Tag was gemacht wird. Wir arbeiten auch schon so zwei, drei Monate vor. Marcus: Bis auf welches Metalevel, dann geht der Newsletter raus, dann muss der Content geschrieben sein. Sebastian: Dann ja, also der Newsletter… den planen wir nicht ein. Das wird immer so einmal die Woche, da schreibe ich einen Newsletter, aber wir schreiben heute für in zwei Monaten.   Marcus: Mh cool. Sebastian: Das ist schon sehr wichtig. Oder wir wissen zumindest, wir haben einen Historial Plan für zwei Monate, sagen wir mal so. Und wir haben den Content für drei, vier Wochen schon fertig. Ab und zu schieben wir noch einen rein und schieben ein bisschen rum, aber wir haben die Struktur. Die haben wir auch erst, seitdem wir jetzt Nina mit im Team haben, weil ich gesagt habe: Jetzt haben wir auch ein neues Teammitglied und da müssen wir Struktur reinbringen. Also ich alleine kann unstrukturiert mit mir arbeiten. Aber das heißt nicht, dass eine fremde Person quasi mit meiner Unstrukturiertheit und meiner Spontaneität arbeiten kann. Und dementsprechend habe ich mich dazu gezwungen, alles aufgesetzt, wir haben ein richtig gutes System mit Trello, Evernote und Slack aufgebaut für die Teamkommunikation. Und das funktioniert jetzt auch richtig gut. Da musste ich nicht mehr so viel machen und mehr eingreifen. Jeder weiß, worin er gut ist und was er machen muss. Und da gibt es wenige Diskussionen. Das ist super. Marcus: Ihr arbeitet jetzt auch immer, wenn ihr in Berlin seid, eng mit Nina zusammen ne? Jetzt gerade ist sie auch hier. Sebastian: Genau, also wenn wir in Berlin sind, dann sitzen wir quasi die ganze Zeit zusammen. Also wir sind jetzt noch bis nächste Woche Mittwoch, also wir sind jetzt noch zehn Tage da. Das heißt wir sitzen hier jeden Tag zusammen. Und da wird dann gearbeitet und da wird strukturiert gearbeitet. Und wenn wir dann getrennt sind, ist es natürlich echt schwer da diese Motivation beizubehalten und alles drum und dran. Aber das funktioniert ganz gut. Wir waren ja jetzt letzte Woche in Marokko, auch mit ihr. Wir haben sie halt auch mitgenommen, wir haben das ganze Team quasi mitgenommen. Was auch für’s Teambonding richtig gut war und wichtig. Also um nochmal eigentlich zurück zur ersten Frage, das ist die Priorität Off the Path. TravelWorkLive ist so ein bisschen in den Hintergrund geschoben worden, weil wir uns halt eben da auf diesen Blog so sehr konzentrieren und ich wenig Zeit habe zurzeit, um mich da intensiv drum zu kümmern. Hier und da mache ich mal was, aber kann man erstmal getrost ignorieren und zur Seite legen. Da wird bestimmt irgendwann wieder etwas kommen und auch wieder viel. Aber dafür muss ich vorarbeiten. Und dann habe ich ja auch noch den Daily Vlog. Der Teil von beiden Blogs eigentlich ist. Er sollte mal für TravelWorkLive sein, aber mittlerweile ist er Teil für Off the Path. Marcus: Auf Deutsch oder Englisch. Sebastian: Auf Deutsch. Marcus: Deutsch. Da bist Du aber wieder täglich dran jetzt? Sebastian: Da bin ich täglich dran. Da mache ich jetzt seit 240 Tagen jeden Tag einen Vlog von meinem Leben. Wie wir gerade eben auch so immer so “Ah jetzt mache ich einen Podcast mit Marcus” und alles drum und dran. Und das macht richtig Spaß. Also es ist…. Marcus: Den schneidest Du auch selber? Sebastian: Den schneide ich auch selber jeden Abend. Ich brauche dafür ungefähr so, je nach Länge, zwischen 30 und 45 Minuten. Marcus: Wie lange hast Du für Deine ersten fünf Vlogs gebraucht? Sebastian: Ja ja, also ich glaube ganz am Anfang habe ich über eine Stunde gebraucht. Ich habe es runter auf einen Durchschnitt von 35 Minuten pro Episode, was okay ist. Also eine halbe Stunde jeden Tag finde ich immer Zeit um das zu schneiden. Und dann haben wir natürlich noch ein paar einzelne Projekte. Ich habe den Survey Lead Generator, wo ich gerade quasi einen Relaunch ein bisschen vorbereite. Ich habe den ganz neu programmieren lassen mit Klick Tip Integration. Das kommt irgendwann. Ich habe es fertig. Ich habe noch keine Zeit gehabt, mich da intensiv zu kümmern. Das ist halt einfach so ein Projekt, das liegt fertig da. Die neue Version ist da, aber ich konnte es noch nicht kommunizieren. Also das sollte irgendwann langsam an Prio gewinnen. Marcus: Irgendwann dann. Sebastian: Genau. Aber das dauert noch. Und dann habe ich noch Support Camp, wo wir für November einen Relaunch planen, was sehr gut läuft. Das ist richtig gut optimiert und läuft mehr oder weniger automatisch, weil ich ein ganz gutes Team dahinter habe. Ich habe jetzt den Martin, der ist neu mit dabei, der die Programmierung und den Support macht. Und ich kümmere mich hier und da noch für das Marketing. Und ja, das funktioniert. Und dann haben wir noch Blogpreneur irgendwann und noch ein neues Projekt, was wir gerade planen. Und da aber, die gewinnen dann irgendwann so ein bisschen an Priorität, sobald ich mich aus Off the Path halt ein bisschen rausnehmen kann und ein bisschen mehr Zeit habe. Marcus: Ja. Sebastian: Ich versuche jetzt da wirklich nicht mehr so viel zu arbeiten und meine Zeit entsprechend einzuteilen. Denn wenn wir jetzt ab in zwei Wochen halt auch wieder mehr oder weniger auf “Weltreise” gehen, diese verschiedenen Länder und Afrika so lange und so weiter und so fort, will man natürlich auch Zeit haben, etwas zu sehen. Und dann muss ich mich dann quasi aus Off the Path ein bisschen rausnehmen, um dann halt mehr Zeit für andere Sachen zu haben. Marcus: Ja cool. Ich merke, euch wird nicht langweilig, auf keinen Fall. Sebastian: Wir haben ja noch Kultreiter, das ist der Blog von Line. Den betreiben wir ja auch noch. Der muss ja auch noch jeden Monat mit drei, vier Beiträgen gefüttert werden. Marcus: Ja, aber da bleibt ihr dran. Und das macht Line auch noch sehr viel Spaß. Sebastian: Du, das ist mittlerweile einer der größten Reitblogs Deutschlands. Innerhalb von einem Jahr hat sie es geschafft da echt krass was aufzubauen. Der hat auch irgendwie so 50.000 Uniques im Monat und alles drum und dran. Und bringt auch ordentlich Einnahmen. Die Pferdeleute sind echt verrückt, wie sie auch in ihrem Engagement und alles drum und dran nochmal viel toller eigentlich, als andere Nischen. Richtig cool. Und ja… also wie Du gerade sagtest: Uns wird nicht langweilig. Wir haben einiges zu tun. Marcus: Okay cool. Und an dem Kultreiter bist Du dann auch beteiligt bei Line? Oder hilft sie bei euch und den neuen Projekten? Sebastian: Ja, also ich bin da jetzt nicht so dran beteiligt. Also das ist schon ihr Ding. Ich verstehe davon nicht viel. Ich bin in dem Sinne dran beteiligt, dass ich halt immer sage, “Du musst das jetzt so und so machen” und “wir müssen jetzt hier Optin und hier einen Freebie halt erstellen, damit wir halt ein bisschen die E-Mail Liste steigern können”. Aber was die Inhalte und so weiter angeht, da würde ich niemals was zu sagen, weil ich mich einfach nicht mit Pferden so gut auskenne oder gar nicht auskenne. Marcus: Dafür bei anderen Sachen um so mehr. Sebastian: Genau. Marcus: Ja, Sebastian, vielen Dank für Deine Zeit. Sebastian: Ich danke Dir! Marcus: Und wir hören und sehen uns bestimmt immer mal wieder überall auf der Welt. Sebastian: Ganz genau. Weil man sieht sich ja immer entweder hier oder auf Bali oder Südafrika, Bangkok - auf der DNX in Bangkok. (beide lachen) Marcus: Ah ja! Alles klar, bis dann! Ciao! Sebastian: Tschüss! Yeah, das war eine weitere Folge der LIFE HACKZ Show. Diesmal Live produziert in der Blogfabrik in Berlin Kreuzberg. Die Blogfabrik ist ein neues Projekt. Ich glaube das läuft erst seit drei oder vier Wochen, in dem verschiedene Content Creators im weitesten Sinne, sprich: Blogger, Autoren, Publisher, Podcaster zusammen kommen und zusammen Coworken. Das ganze funktioniert aber eher als Verein oder quasi geschlossener Verbund oder Mitglieder, die dort zusammenkommen. Also es ist nicht offen für jeden zugänglich. Man muss aufgenommen werden. Und der Deal ist, dass man eine bestimmte Anzahl von Artikeln oder Content pro Monat produziert für das Blogfabrik Magazin und dann dort quasi seinen Platz in dem Coworking Space oder Office hat. Auf jeden Fall super cool. Sehr nett eingerichtet, nette, freundliche Menschen. Der Sebastian ist hier noch bevor er das nächste Mal wieder nach Thailand losfliegt und ja… ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Wenn ja, und ihr sagt, ihr möchtet auch gerne mal was zurückgeben für den kostenlosen Content, den ich hier über den Podcast raushaue, dann lege ich euch unsere Charity Aktion ans Herz unter www.lifehackz.de/charity, mit der wir Straßenkinder in Salvador de Bahia unterstützen. Vielen Dank und Peace Out! [/su_spoiler] [/su_accordion]

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